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Reformpaket der BundesregierungFriede den Palästen, Krieg den Hütten

Stefan Reinecke

Kommentar von

Stefan Reinecke

Das Reformpaket stützt die Reichen und nimmt von den Armen. Solche Reformen verschärfen die soziale Spaltung, statt sie zu kitten.

D ie gute Nachricht zuerst: Schwarz-Rot kann sich noch einigen. Die Regierung ist nicht zerbrochen. Es gibt keine Neuwahlen, in denen die AfD vermutlich noch stärker würde. Es wird erst mal keine selbstzerstörerische Debatte in der Union geben, ob man mit den Rechtsextremen nicht doch zusammenarbeitet. Die Republik bleibt stabil.

Wenn man diese Reformen rein als politisches Handwerk betrachtet, sieht man einen Tisch, nicht schön, aber stabil. Die SPD wollte eine große Steuerreform, die Union die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages. Nichts davon kommt. Was nicht geht, lässt man weg. So baut man Kompromisse. Der größte Erfolg der SPD ist es mal wieder, übleres verhindert zu haben. Es gibt keinen radikalen Abbau der Rechte von Arbeitnehmern. Die Verlängerung von Kettenverträgen auf vier Jahre kommt, ist aber erst mal bis Ende 2030 befristet. Es ist das alte Lied der Sozialdemokratie: Mit uns wird es nicht ganz so schlimm.

Das ist keine attraktive Melodie. Die Versuche der SPD, eine eigene Reformerzählung zu formen, sind gescheitert. Die SPD-Prosa, dass man den Sozialstaat nur effektiver und schlanker macht, klingt blechern. Alle wissen, dass es bei Gesundheit und Pflege um Kürzen und Sparen geht. Die Reichensteuer steigt um 2 auf 47 Prozent. Das ist die Trophäe der SPD – groß ist sie nur unter einer Lupe.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Schwarz-Rot will die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen in Bundesländern verbieten. Das ist ein Symbol: Demokratie endet, wenn sie die Interessen von Banken und Konzernen stört. Friede den Palästen, Krieg den Hütten. Dass die SPD-Spitze das beflissen abnickt, ist armselig. Die SPD verkauft das Gegenteil von dem, was sie selbst mal wollte, als Erfolg. Sie verabschiedet sich von allem, was mehr als verwalten und verhindern ist – eine verängstigte Staatspartei.

Hohe Sozialabgaben belasten vor allem Ärmere, die wenig Steuern zahlen

Bei den Reformen gibt Friedrich Merz den Ton an, der wie ein sauertöpfischer Lehrer dem faulen Volk Disziplin beibringen will. Weil die Deutschen zu viel krank seien, gibt es jetzt Strafarbeiten vom Kanzler: Wer krank ist, soll sich von Tag eins an ein Attest beim Arzt besorgen müssen. Diese „harte Entscheidung“ sei nötig, um die „exorbitanten Krankenstände“ zu senken. Die Deutschen sind aber nicht exorbitant oft krank, jedenfalls weniger als die Norweger, Spanier, Franzosen. Die Zahlen sind auch nicht seit der Einführung der telefonischen Krankschreibung explodiert. Sie sind höher als früher, weil sie genauer erfasst werden. Kurzum: Schwarz-Rot löst ein Problem, das keins ist, indem es ein neues schafft: überfüllte Wartezimmer bei Grippewellen. Merz ist der unbeliebteste Kanzler seit 1949. Er tut viel dafür, dass dies so bleibt.

Bald sollten reibungslos Daten fließen

Die 34 Reformpunkte der Regierung haben eine Unwucht und einen fatalen Spirit: Man befreit Chefs und Unternehmen von Bürokratie und macht den einfachen Leuten das Leben sauer. In dieses Bild passt, wie eifrig Schwarz-Rot Sozialbetrug bekämpft: Man legt einen Aktionsplan auf, zwischen allen Behörden und sogar Energieversorgern sollen bald reibungslos Daten fließen, um Sozialbetrügern das Handwerk zu legen.

Sozialbetrug kostet den Staat ungefähr eine Viertelmilliarde Euro im Jahr. Per Steuerhinterziehung gehen dem Staat 100 bis 200 Milliarden Euro verloren – also 400 bis 800 Mal so viel. Von schwungvollen Maßnahmen gegen Steuerflucht steht in dem schwarz-roten Papier nichts.

Wenn man diese Reformen nicht als politisches Handwerk sieht, sondern an dem misst, was nötig ist, dann sieht man keinen stabilen Tisch, sondern einen, der zusammen bricht. Besteuerung von Vermögen, um den Sozialstaat mitzufinanzieren? Fehlanzeige. Hinzu kommt: Deutschland hat schon sehr hohe Sozialabgaben. Die belasten vor allem Ärmere, die wenig Steuern zahlen, aber relativ hohe Beiträge für Gesundheit und Rente. Steuern sind progressiv, Reiche zahlen mehr. Bei den Sozialsystemen gilt das wegen der Beitragsbemessungsgrenze nicht.

Gerecht wäre es, Sozialabgaben zu senken oder stärker über Steuern zu finanzieren. Die schwarz-roten Reformen bewirken genau das Gegenteil: Die Steuern sinken leicht, die Sozialabgaben steigen. Das Land wird ungerechter. CSU-Innenminister Alexander Dobrindt hat kürzlich angekündigt, man werde jetzt die AfD wegregieren. So wird das nichts.

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Stefan Reinecke

Stefan Reinecke Korrespondent Parlamentsbüro

Stefan Reinecke arbeitet im Parlamentsbüro der taz mit den Schwerpunkten SPD und Linkspartei.
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29 Kommentare

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  • Mich würde mal interessieren, ob CDU und SPD auch eine verpflichtende Krankschreibung einführen wollen, für Bundestagsabgeordnete, wenn sie Sitzungen fernbleiben.

    • @T-Rom:

      Da legen unsere "Volksvertreter" bestimmt am nächsten Tag eine 'schriftliche Entschuldigung' vor, denn sie müssen ja nebenbei immer mal wieder gut bezahlte Reden vor Verbänden oder Unternehmen halten, da ihre mickrigen monatlichen Diäten von 11.833 Euro nicht ausreichen, um als "Volksvertreter" anständig und gut leben zu können.

      Wenn man sich Art. 48 Abs. 3 GG mal genau anschaut, dann steht da zwar etwas von "Unabhängigkeit sichernde Entschädigung", aber die 11.833 Euro reichen wohl vorne und hinten nicht zum Leben.

      Was für ein Hohn gegenüber armen Sozialhilfeempfängern, denen man seit dem 1. Juli 2026 ihre lächerlichen 563 Euro Existenzminimum schMERZmäßg zusammenstreichen darf, wenn sie nicht "brav" sind.

  • Sehr lesenswert ist dazu in der ZEIT:



    Reformen der Bundesregierung:



    In der Sprache des Geldes haben wir uns nichts mehr zu sagen



    Das soll eine mutige Reform sein? Es fehlen die großen Zahlen, der politische Horizont, das Herz. Friedrich Merz macht Politik für eine Welt, die es nicht mehr gibt.



    Von Bernd Ulrich



    4. Juli 2026, 8:08 Uhr



    www.zeit.de/politi...ng/komplettansicht

    Der Satz hier ist allerdings mehr als fragwürdig: "Die SPD verkauft das Gegenteil von dem, was sie selbst mal wollte, als Erfolg."



    Das Gegenteil von dem, was jetzt (absehbarerweise) abläuft, wäre ein Ausbau des Sozialstaats, der die drei größten Probleme lösen würde: Nichtinanspruchnahme, Stigmatisierung und Beschämung, Zerstörung von Erwerbsmotivation.



    Dafür müsste die SPD ihre massiven Ressentiments gegenüber allen überwinden, die keine Lohnarbeit verrichten. Es scheint, dass diese Ressentiments stärker sind als der eigene Überlebenswille.



    Und das betrifft auch alle Kräfte "links" von der SPD.

    Die Folgen könnten durchaus auch für die furchtbar werden, die selbst gar nicht direkt vom Sozialstaat abhängen.

  • "Weil die Deutschen zu viel krank seien, gibt es jetzt Strafarbeiten vom Kanzler: Wer krank ist, soll sich von Tag eins an ein Attest beim Arzt besorgen müssen. Diese „harte Entscheidung“ sei nötig, um die „exorbitanten Krankenstände“ zu senken. Die Deutschen sind aber nicht exorbitant oft krank, jedenfalls weniger als die Norweger, Spanier, Franzosen. Die Zahlen sind auch nicht seit der Einführung der telefonischen Krankschreibung explodiert."

    Ein Kanzler, der sein Volk, das ihn immerhin dazu gemacht hat und ihn auch bezahlt, der kollektiven Blaumacherei verdächtigt, dürfte weltweit und auch im Rückblick auf die politische Geschichte einmalig sein. Um es klar zu sagen: Das ist unverschämt.

  • ...ich sach mal so, wenn man ein gemeinsames Ziel hat, die Bevölkerung auseinander zu dividieren und dann auszunehmen wie eine Weihnachtsgans - was gibt es da groß zu einigen ❓️😇

  • >Hohe Sozialabgaben belasten vor allem Ärmere, die wenig Steuern zahlen<



    .



    Das ist schon lange eine verkappte Steuer weil damit in erheblichem Umfang "versicherungsfremde Leistungen" bezahlt werden. Eine Steuer für die HAM (hart arbeitende Mitte => dummer Rest). Je mehr verdient wird um so geringer ist der Anteil dieser Abgaben am Einkommen.



    .



    Zusammen mit dem Beamtenrecht sind das geradezu feudale Strukturen.



    .



    Diese Staat hat fertig.

  • Informationsfreiheit abschaffen



    Naturschutz abschaffen



    Kündigungsschutz abschaffen



    Vermögenssteuer abgeschafft lassen



    Vergesellschaftung abschaffen



    Klimaschutz abschaffen



    Pestizidverbot abschaffen



    Lieferkettengesetz abschaffen



    Erneuerbare Energien abschaffen



    ...



    Was noch?



    Wohin soll das führen?

    • @JFlorian:

      Zu einem schlanken Staat.



      Zu einer asozialen Leistungsgesellschaft die Verlierer nicht mehr umsorgt sondern fallen lässt.



      Zu Protektionismus, Nationalismus, innerer Stärke, Reichtum und Sicherheit für Deutschland zu Lasten des globalen Südens durch Streichung von Geldern für Entwicklung, Natur und Menschen.



      Nicht schön, aber zunehmend mehrheitlich gewollt wenn man die Wahlergebnisse zur Kenntnis nimmt

      • @Astrid Sehnefeld:

        @Astrid Sehnefeld



        HÄ ?



        Wahlergebnisse zur Kenntnis nimmt ?



        ...ca. 13 Millionen Menschen haben der CDU dummer Weise ihre Stimme bei der letzten Bundestagswahl gegeben.



        Dummerweise haben sich unreflektiere Parlamentarier ohne Verantwortung, im zweiten Wahlgang einen BlackRock Kandidaten zum Kanzler gewählt.



        Was hat die Mehrheit der Bevölkerung von Deutschland damit zu tun ?



        Genau - NIX

        • @Alex_der_Wunderer:

          Dummerweise?



          Nein, mit Absicht.



          Woher kommt immer diese Idee von links, dass Menschen aus Versehen oder Unwissenheit CDU oder AfD wählen würden?



          Gibt es dafür empirische Studien?



          Die Menschen haben CDU gewählt. Nicht aus Zufall, aus Absicht.



          Und die Abgeordneten der Union und der SPD haben Merz zum Kanzler gewählt. Auch nicht aus Versehen, sondern auch mit Absicht.



          Hört doch endlich auf immer den Wählern und Parlamentariern zu unterstellen, dass das alles nur immer Versehen oder dumme Zufälle sind.



          Gewählt ist gewählt.



          Mit Absicht.



          Die Motivation dahinter, DIE kann man hinterfragen.



          Sie wird mannigfaltig sein, wie bei allem.



          Aber Union und AfD werden nicht aus Zufall gewählt, sondern aus Absicht.



          Linke wählen Die Linke ja auch nicht aus Versehen.



          30% wollen AfD bundesweit.



          40% im Osten.



          Das ist kein Versehen, das ist kein Zufall, das ist kein Unfall, das ist Absicht, das ist die Bekundung des Willens.



          Nur weil sie das nicht nachvollziehen können, heißt das nicht, dass es andere aus Versehen getan haben.



          Der größte Fehler von links ist, sich seit Jahren einzureden, dass Union und AfD Wähler in Wirklichkeit etwas anderes wollen.



          Nein, wollen sie nicht.



          Die wollen das.



          Mit Absicht.

          • @Astrid Sehnefeld:

            Was wollen Sie uns eigentlich damit sagen?

            Es wird wahrscheinlich noch in zweitausend Jahren diskutiert werden, ob es so etwas wie einen "freien Willen" überhaupt gibt (wenn es unsere Spezies dann noch gibt).

            Entscheidungsfindung ist ja eine komplexe Sache, wichtige Faktoren sind u.a. der jeweilige Informationsstand (nun ja, in der Politik wird nicht immer so ganz klar gesagt, was man wirklich will - manchen fehlt auch historisches Hintergrundwissen) und auch Zeit zum Nachdenken.

            Natürlich ist es absurd, immer nur den jeweils anderen Wählern zu unterstellen, dass sie nur deshalb so gewählt hätten, weil sie in der Wahlkabine gerade ihre Brille nicht finden konnten. Während die "eigenen Leute" sich natürlich total viele Gedanken gemacht haben über ihre Wahlentscheidung.

            Dennoch verstehe ich Ihren Punkt nicht.

            Interessanter wäre es doch darauf hinzuarbeiten, dass Menschen möglichst gute, informierte und durchdachte Entscheidungen treffen (können). Stichworte "Otium fürs Volk" und Zeitsouveränität, Muße für Bildung usw.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Ergänzung - etwas über 10.300 Wähler waren die Verantwortlichen Wähler bei der letzten Bundestagswahl 2025 mit ihrer Stimmenabgabe für die CDU.



          Mit den CSU Wählern aus Bayern bringen es die Unionsparteien mal gerade auf ca.13 Millionen Stimmen. Also knappe 22 % von den abgeben Gesammtstimmen der Wähler. Bei über 80 Millionen Bürgern. Wie ist es anderers zu bezeichnen, wenn so eine Partei wie die CDU einen Bundeskanzler stellt und die Parlamentarier auch noch so etwas wie Friedrich Merz zum Kanzler wählt, als eine Frechheit gegenüber der Bevölkerung ?

          • @Alex_der_Wunderer:

            "ca.13 Millionen Stimmen (...) über 80 Millionen Bürgern"



            Zwei schöne Zahlen die eine möglichst große Distanz darstellen sollen - wir wissen aber beide, Bürger sind nicht gleich Wähler.



            Wahlberechtigt sind um die 56 Millionen.



            Davon haben 49 Millionen ihre Stimme abgegeben.



            Davon waren knapp 500.000 ungültige Stimmen die nicht gezählt wurden und weitere knapp 2,5 Millionen entfielen auf Parteien, die unter 5% blieben.



            Somit sind wir irgendwo bei 46 Mio Stimmen die am Ende wirklich in den Topf gingen und davon sind 13 Mio 28%.



            Nicht 22% wie Sie behaupten.



            28%.



            So kommen Sie denn auch recht nah an die finalen 28,52%, die die Union bei der Bundestagswahl geholt hat.



            Bundestagswahlen repräsentieren den Willen der Wahlberechtigten, nicht den aller Einwohner.

          • @Alex_der_Wunderer:

            Ca. 10, 3 Millionen CDU Wähler &



            ca. 3 Millionen CSU Wähler unterstützen mit ihrer Stimme die Unionsparteien - wollen also gegenüber 80 Millionen Menschen die unsoziale, politische Richtung angeben und legen auch noch eine AfD Politik hin.



            UNGEHEUERLICH ❗️

            • @Alex_der_Wunderer:

              Nein, das ist nicht UNGEHEUERLICH, das ist unser Wahlsystem.



              Es gibt (zarte) Versuche es zu ändern - Überhangmandate, Ausgleichsmandate, wählen ab 16, wählen für Ausländer, etc... - aber so lange es so ist, ist das der Modus der gilt 🤷

              • @Astrid Sehnefeld:

                @Astrid Sehnefeld



                Schon richtig gut und wirklich bemerkenswert, wie Sie sich detailliert mit den Zahlen bezüglich der letzten Bundestagswahl auseinandergesetzt haben, machen ja längst nicht alle Wähler 👍



                Was aber doch echt oft von uns Wählern keine Beachtung bezüglich unseres Wahlsystem findet, ist doch die Tatsache - fast egal wie wir wählen, unsere von uns legitimierten Parlamentarier können von den zur Kanzlerwahl aufgestellten Kandidaten wählen, der sich im Vorfeld die Mehrheit unter den Parlamentariern gesichert hat.



                Also haben wir Wähler nur Einfluss auf die 5 % Hürde der Parteien und auf die Anzahl der Sitze der gewählten Parteien im Bundestag. Also hätte rein theoretisch bei der letzten Kanzlerwahl auch Robert Habeck zum Bundeskanzler von den Parlamentariern gewählt werden können...

    • @JFlorian:

      Wo das hinführt?



      Schnurstracks in eine Regierungsbeteiligung der Faschisten.

  • taz: *Reformpaket der Bundesregierung - Friede den Palästen, Krieg den Hütten*

    Friedrich-"BlackRock"-Merz ist ja schließlich nicht als christlicher Heiland gekommen, um „den Armen Brot zu geben“. Merz will als '€DU-Kanzler' nur seinen reichen Aktienfreunden helfen, damit die noch reicher werden können.

    Und die einstmals soziale Willy-Brandt-Partei hat seit der Schröder-Zeit das 'S' in SPD in den Wandschrank eingesperrt. Die (S)PD hofft aber immer noch, dass ihre Wähler auch in den nächsten Jahren das 'unsoziale Spiel' mitmachen, deshalb kommt die (S)PD auch ständig mit irgendeiner Reform vorbei, die allerdings nur wieder eine Unions-"Reform" ist; also den Reichen und Mächtigen sehr gut gefällt.

    Der lachende Dritte ist die AfD, denn der kleine Bürger wird auch weiterhin sein Hirn nicht einschalten und endlich mal eine linke soziale Partei wählen, sondern durch seine größer werdende Frustration immer mehr 'nach rechts abbiegen'.

  • "Friede den Palästen" stand eigentlich als Abkürzung für eine andere Partei. Die SPD tut wirklich alles, um sich überflüssig zu machen.

  • Nun, die oberen 0,5% werden nicht nur in Deutschland immer reicher und die die knapp unter den 0,5% sind möchten aus bald



    dazugehören.



    Das sorgt dafür das Mittel unter Unterschicht ausbluten.



    Indirekt oder manchmal auch ganz direkt wird dafür gesorgt



    das sich die beiden bekriegen und die Oberschicht ihre Ruhe hat



    und beim Geld scheffeln nicht behelligt wird.



    Das läuft nicht nur in Deutschland so und jetzt versucht man noch den letzten Tropfen rauszupressen.



    Und kommt mir jetzt nicht mit der Neiddebatte, ich habe kein Problem damit das einige mehr verdienen als andere.



    Es geht auch nicht um den klein oder mittleren Arbeitgeber um die Ecke. Es geht um die ganz großen und ihre Büttel.



    Das ist ungesund für die Menschheit im Allgemeinen.

  • "Ich darf mich nicht aufregen!"



    Nachdem viele Kommunen in den letzten Jahrzehnten nach und nach ihr Tafelsilber (sprich: Wohnungen, die sich im kommunalen Besitz befanden) veräußert haben (die Linken hatten da auch keinerlei Skrupel), darf ich mich, will ich mich nicht darüber aufregen, dass Schwarz-Rot will die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen in Bundesländern verbieten will.



    Dass es gerade unter der jetzigen Regierung keine Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer geben würde, war ja wohl von Anfang an klar. Die ist auch unter den vorherigen Regierungen nicht gekommen.



    Nein, ich will mich nicht aufregen! Davon haben mir meine Ärzte dringend abgeraten. Die finden es ganz toll, dass ich mit 77 Jahren noch drei mal pro Woche arbeiten gehe, es also nicht beim Jammern belasse und mein eigenes Schicksal in die Hand nehmen.

    www.khd-research.n...silber-Verkauf.pdf

  • "Bei den Reformen gibt Friedrich Merz den Ton an, der wie ein sauertöpfischer Lehrer dem faulen Volk Disziplin beibringen will."



    Falls ich ma auf nen Mittwoch oderso ne Kotzeritis mit Porzellanthronbesetzung krieg, werd ich meine neue Hausärztin, welche ned so einfach zu finden war und ihre Praxis auf dem halben Weg zur Arbeit betreibt, dazu animieren, für die Bundesregierung, i.V. F. Merz, den Betrag, welche sie einem privatversicherten BK in Rechnung stellen würde, auf meiner eigenen Zahlungsaufforderung ans Bundeskanzleramt (ca. 20 km einfach, Wartezeit, sonstige Auslagen) mit ihrem Bankdatum zu vermerken. Und wenn ich durch meine vulnerable Anwesenheit die Hausarztpraxis lahmlege, gleich noch ne Schadensersatzforderung*lol*.

  • Unsere kaputte Gesellschaft

    Psychisch scheint unsere Gesellschaft erschöpft zu sein, wenn wir uns vor allem mit Dingen beschäftigen, die uns Bestätigung geben sollen, wie großartig wir sind. Es erinnert an einen Dackel, der von seinem Herrchen gelobt wird, wenn er genau das tut, was von ihm erwartet wird.

    Wenn man Menschen wie Merz, Söder, Klingbeil oder Waigel anschaut, ob sie Lachen, ernst blicken oder Witze machen – es ist wie eine Fassade.

    Früher wirkten Figuren wie Putin oder Trump wie Satire. Heute prägen sie die politische Realität. Humanismus und Völkerrecht scheinen an Bedeutung zu verlieren, während Ausbeutung, Machtmissbrauch und Kapitalinteressen oft wichtiger erscheinen als Menschlichkeit.

    Politikwissenschaftler, Soziologen und Ökonomen haben längst beschrieben, wie vieles besser funktionieren könnte. Dennoch gehen viele Verantwortliche ihren Weg weiter, oft nicht aus Überzeugung, sondern aus inneren Zwängen.



    Es wirkt wie eine Sucht: Sie wissen, dass ihr Handeln schadet, können aber nicht ausbrechen. Sie brauchen Hilfe – doch wie könnte Hilfe zur Selbsthilfe aussehen?

    Was bleibt noch, um eine wirklich humane Gesellschaft zu gestalten?

  • Sollte das so kommen, dass man am ersten Tag zum Arzt muss, wird der Krankenstand steigen.



    Denn statt bei leichter Krankheit nach 1, 2 Tagen wieder zu arbeiten, wird der Arzt mich, um sein Wartezimmer vor Ueberfuellung zu schuetzen, den Rest der Woche krankschreiben.



    Und da die Regierung mit dieser neuen Regelung den Arbeitnehmern pauschal die Faehigkeit abspricht, selbst zu entscheiden ob in den ersten 2 Tagen ein Gang zum Arzt notwendig ist, wird der Grossteil der Arbeitnehmer sich nicht in der Lage sehen zu beurteilen, ob man trotz Krankschreibung bis zum Ende der Woche schon frueher Arbeiten gehen koennte.

    Und die die tatsaechlich Blaumachen wollen, tun das dann nicht einen Tag, sondern mit Attest den Rest der Woche - der Gang zum Arzt muss sich ja rentieren.

    Ich traue Politikern ja sehr viel Bloedheit zu, aber soweit ihnen solchen Unfug zuzutrauen, gehe ich dann doch nicht. Ich denke, dass ist ein Ersatzablenkungsmanoever zur Empoerung, jetzt wo die Fussballer rausgeflogen sind muss diese Regelung herhalten, um von anderen Schandtaten abzulenken.

    • @elektrozwerg:

      Diese Politiker, die fast alle vom Arbeitsalltag in Firmen keine Ahnung haben, glauben wirklich, dass sie ein faules Volk regieren, dem man mal so richtig in den Hintern treten muss, damit es wieder ordentlich ranklotzt.

  • Immerhin!



    Das ist der erste Artikel von etwa 10 zum Thema, in dem der 8 Stunden Tag erwähnt wird. Interessant, angesichts der Tatsache, das das in den letzten Wochen der Hauptaufreger war.



    Von Arbeitskämpfen vor 100 Jahren war die Rede, die nun revidiert werden sollten,



    Schon richtig, allerdings wurde das Detail übersehen, dass es um die 48 Stunden Woche ging, Samstag sollte ganz normaler Arbeitstag bleiben. Damals hat die SPD dafür gekämpft,



    Samstags gehört Vati mir war der Slogan der SPD in den 70ern.



    Nur wurde das Ansinnen wieder abgelehnt und die SPD konnte sich mit der Meinung durchsetzen, dass sowas die Sozialpartner klären müssen.



    dir Erhöhung der steuerlichen Grundfreibeträge nutzt den Geringverdienern,



    Eine höhere Besteuerung hoher Einkommen wollte die Union nur mittragen, wenn stattdessen der Soli abgeschafft würde,



    Dagegen hat sich die SPD bereits in den Koalitionsverhandlungen gewehrt, immerhin bedeutet er 12Mrd. Einnahmen im Jahr, gut dass das beibehalten wird.



    So, wie es aussieht, wird Merz Idee vom Ende der telefonischen Krankschreibung so nicht kommen.



    Das ist natürlich sinnvoll.



    Grundsätzlich gilt bei umfangreichen Reformen vielleicht erstmal abwarten.

  • Sehr treffende Überschrift! Besser kann man das, was die Regierung als Reformen verkaufen will, nicht charakterisieren.

  • Es gibt eine Partei in Deutschland, deren Programm sich mit fast allen Punkten Ihrer Liste nahezu vollständig deckt.

  • Von der Union ist nichts anderes zu erwarten.



    Es ist zu befürchten dass es mit der SPD weiter den Bach runtergeht, es sei denn, dass sich SPDler*innen der Basis, die sich noch daran erinnern können was Sozialdemokratie mal war, sich gegen Herrn Klingbeil und Konsorten auflehnen und mit Parteiaustritt drohen.

    Anders wird das nix.



    Die Linke wäre sicher bereit noch ein paar Ex-Sozis aufzunehmen. Das gleiche gilt für Abgeordnete, die sich dem linken Flügel der SPD zugehörig fühlen.

    Ich bedauere diese Entwicklung außerordentlich