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Merz-Vorstoß für die UkraineÜberflüssig und gefährlich

Eric Bonse

Kommentar von

Eric Bonse

Der Kanzler will einen besonderen Status für die Ukraine in der EU. Der Plan würde nichts besser, aber vieles schwieriger machen.

Deutsch-ukrainische Regierungskonsultationen am 14. April in Berlin: der ukrainische Präsident Selenskyj mit Bundeskanzler Merz Foto: Presidential Office of Ukraine/Sven Simon/imago

K anzler Friedrich Merz schießt gern aus der Hüfte. In Berlin hat man sich an seine unüberlegten Alleingänge längst gewöhnt. Aber in Brüssel? Dort kommen die Vorstöße aus dem Off gar nicht gut an. In der EU muss man sich mit den Partnern absprechen, sonst fällt man auf die Nase.

Diese Erfahrung musste Merz bereits 2025 machen, als er ohne eingehende Konsultationen forderte, auf das in Belgien eingefrorene russische Vermögen zuzugreifen. Belgiens Premier Bart De Wever stellte sich quer; es war Merz’ erste große Niederlage auf EU-Ebene. Nun prescht der Kanzler schon wieder vor: In einem Brief an die EU-Spitzen schlägt er vor, der Ukraine einen Sonderstatus zu verleihen und ihr eine „assoziierte Mitgliedschaft“ in der EU anzubieten. Auch das ist eine Überraschung – nicht einmal Insider waren informiert.

Das Letzte, was man in Brüssel von Merz zum Thema Ukraine gehört hatte, war ein lautes Nein: Einen Blitz-Beitritt, wie ihn sich Präsident Wolodymyr Selenskyj zum 1. Januar 2027 wünscht, werde es nicht geben. Denn der EU-Vertrag und die Beitrittsregeln lassen das auch gar nicht zu.

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Nun will Merz den Vertrag ignorieren und die Regeln aushebeln. Er gibt sich kreativ und schlägt vor, dass Selenskyj künftig an allen EU-Gipfeln und seine MinisterInnen an den Ministerräten teilnehmen sollen. So könne man die Ukraine besser an die EU heranführen, meint Merz.

Nichts besser, vieles schwieriger

Dabei ist das nicht neu. Selenskyj ist bei den Gipfeltreffen schon jetzt meist der erste Redner. Seine MinisterInnen nehmen an allen wichtigen EU-Treffen teil. Die Ukraine verfügt längst über einen Sonderstatus, wie auch der 90 Milliarden Euro schwere Hilfskredit zeigt. Diesen Sonderstatus mit einem neuen Label zu versehen – „assoziiertes Mitglied“ –, macht nichts besser, aber vieles noch schwieriger. Zum Beispiel das Verhältnis zu den anderen EU-Kandidatenländern auf dem Westbalkan. Sie warten seit 20 Jahren – und fühlen sich durch die privilegierte Behandlung der Ukraine übergangen.

Problematisch würde auch die militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine werden. Bisher ist die EU nicht zur Hilfe verpflichtet. Merz will Selenskyj nun aber europäische Sicherheitsgarantien geben und das Beistandsversprechen aus dem EU-Vertrag aktivieren. Das würde alles ändern.

Die EU-Länder wären plötzlich gehalten, Kyjiw beizustehen, wenn der Krieg mit Russland eskaliert. Was das konkret bedeutet, weiß niemand – das Nachdenken darüber hat gerade erst begonnen. Merz hat wieder einmal aus der Hüfte geschossen – die Folgen sind noch gar nicht abzusehen.

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Eric Bonse
EU-Korrespondent
Europäer aus dem Rheinland, EU-Experte wider Willen (es ist kompliziert...). Hat in Hamburg Politikwissenschaft studiert, ging danach als freier Journalist nach Paris und Brüssel. Eric Bonse betreibt den Blog „Lost in EUrope“ (lostineu.eu). Die besten Beiträge erscheinen auch auf seinem taz-Blog
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44 Kommentare

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  • Und wieder kommt der Vorschlag aus Germany, mit allen Mitteln will Merz durchsetzen dass die Ukraine in die EU kommt und nichts ist mit europäischen Multilateral. Was mir auffällt und wegen dem wir niemals eine führende Rolle in der EU einnehmen dürfen, können sind die Reparationszahlungen die man aus der EU weiterhin von uns fordert. Die deutsche Kriegsschuld lässt uns und die anderen nicht ehrlich und unabhängig miteinander umgehen.



    Wenn man sieht mit was für einer Dominanz, finanzieller Großzügigkeit sich deutsche Politiker, auch von der Leyen durchsetzen, ist das keine gute Vertrauensbasis. Europa ist ein großartiger Gedanke, aber eine vorsätzliche Umsetzung zu einer Zweckgemeinschaft im Kampf gegen Putin's Russland, aber keine freie konstante Völkervereinigung. Die Forderungen machen die korrupte Ukraine und die Feinde der europäischen Gemeinschaft stark. Die Ukraine darf während des Kriegs nicht die EU aufgenommen werden, da werden die Europäer zu Kriegsbeteiligten gegen Russlands.



    Ich finde die rote Linie wurde bereits weit überschritten, Milliarden für den Ukraine Krieg, aber keinen Cent für Gespräche (was andere für uns machen müssen) zu einem absoluten Frieden!

    • @Realistin:

      ""-- freie konstante Völkervereinigung""-- kommt Ihnen Ihre Interpretation im Umkehrschluss nicht selbst seltsam vor?



      =



      Während der rund einmonatigen Besatzung durch russische Einheiten unter dem Befehl von Generaloberst Alexander Tschaiko wurden Einwohner in Butcha in ihren Häusern, Kellern oder auf der Flucht erschossen, oft mit auf dem Rücken gefesselten Händen. Zivilfahrzeuge wurden beschossen und ganze Familien getötet.



      =



      In Butscha wurden 458 Leichen exhumiert und geborgen. Fast alle Toten waren Zivilisten, von denen über 400 gezielt erschossen, gefoltert oder erschlagen wurden.



      =



      ""-- russische Völkerverständigung in Syrien"" oder Ausbildung zum Folterer und Massenmörder



      =



      Der russische Massenmörder & Folterer an wehrlosen Zivilisten Generaloberst Alexander Tschaiko wurde von der britischen Regierung und Organisationen wie Human Rights Watch sanktioniert da seine Einheiten in Syrien wahllose Angriffe auf zivile Infrastruktur -- darunter Schulen und Krankenhäuser -- durchgeführt hat.



      =



      Massentötungen und Gräueltaten an Zivilisten in Butscha und in der Region Kiew kennzeichnen die Blutspur von Tschaiko. Die EU hat ihn deshalb auf ihre Sanktionsliste gesetzt.



      =

  • ""Nun will Merz den Vertrag ignorieren und die Regeln aushebeln""



    =



    Merz will keine Aufnahmeregeln der EU aushebeln - mit Sicherheit nicht - Merz schlägt eine vorübergehende „assoziierte Mitgliedschaft“ der Ukraine in der EU vor. Damit soll das Land schrittweise an zentrale Institutionen angebunden und mit Sicherheitsgarantien versehen werden, ohne dass ein Stimmrecht gewährt wird, da ein regulärer Vollbeitritt kurzfristig als unrealistisch gilt.



    =



    Die Ukraine gehört in die EU - siehe Pistorius der zusammen mit der Ukraine neue Waffensysteme bauen wird.



    =



    Darüber hinaus teilt Merz die Haltung der TAZ - beide kritisieren die langwierigen Aufnahmeverfahren in die EU - die TAZ kritisiert diesen Umstand sehr scharf - Merz ist da zurückhaltender und schlägt eine Kompromislösung vor weil bürokratische Prozesse jahrelangen Stillstand für Beitrittskandidaten bedeuten und diese Hängepartien Misstrauen schürt.



    =



    Die TAZ thematisiert regelmäßig die Frustration von Ländern wie Montenegro oder Moldau, beide gefährdet durch Russland wie die anderen Westbalkanstaaten, die trotz Reformbemühungen jahrelang in der Warteschleife hängen. Nun macht Merz einen wichtigen Kompromisvorschlag. -



    =

    • @zartbitter:

      @zartbitter



      Wer hat noch gerade die Gesprächsbereitschaft von Putin bezüglich eines Treffen mit Selenskyjs und Gerhard Schröder boykottiert ?

      • @Alex_der_Wunderer:

        "--Gesprächsbereitschaft--"



        =



        Die SPD signalisiert Zustimmung für den Vorschlag von Merz für eine Teilmitgliedschaft der Ukraine in der EU. Merz habe erstmals Details zur Idee einer "assoziierten Mitgliedschaft" der Ukraine in der EU geliefert, sagte SPD-Fraktionsvize Siemtje Möller der Nachrichtenagentur AFP. Es sei zu begrüßen, dass der Bundeskanzler "diesen Weg jetzt angestoßen hat".



        =



        Putin unterfüttert seine Schröderpropaganda mit dem Angriff von hunderten Drohnen, Gleitbomben und Raketen gegen die ukrainische Zivilgesellschaft und richtet furchtbare Zerstörungen in ukrainischen Städten an.



        =



        Leider habe ich anscheinend ihren Kommentar nicht so richtig verstanden - Entschuldigung - liegt wohl an mir -- bitte um Erklärung warum Sie fortlaufende furchtbare Massenmorde Putins gegen Zivilisten als russische Gesprächsbereitschaft interpretieren.

        • @zartbitter:

          @zartbitter



          Eventuell, vielleicht nehmen Sie bitte die Aufzählung der bereits bestandenen Gesprächsangebote einmal von Marin Rees vom 22.05.2026 10.10 h bitte zur Kenntnis.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Niemand weil niemand mit Verstand mehr auf diese Masche der Russen reinfällt. Russland kann jederzeit Frieden haben, aber diese Verhandlungsangebote dienen einzig und allein dem Ziel Unterstützung für die Ukraine zu schwächen während Russland langsam die Zeit davon läuft.

  • EIne glaubwürdige Schutzgarantie durch einen Player der Russland in die Schranken weisen kann ist genau das, was die Ukraine braucht um zu einen Frieden zu kommen.

    Aber Merz macht hier die Rechnung ohne den Wirt und spricht für die EU. Vor der Öffentlichkeit. Stümperhaft. Mal wieder.

    • @metalhead86:

      richtig, das sind wieder mal nur warme Worte ohne Konsequenz von Merz.



      Aber in dem Punkt, dass die EU Schutzgarantien geben könnte, wäre die Ukraine in der EU, das sehe ich überhaupt nicht. Es gibt keine EU, es gibt einzelne Staaten und militärisch wird sich keiner engagieren, genau deshalb wir auch niemand die Ukraine in die EU aufnehmen. Merz brauchte mal wiede rknackige Worte, mehr nicht.

      • @nutzer:

        Wir brauchen Schutz von der Ukraine gegen Russland. Die Ukraine hat die stärkste Armee Europas und hat bewiesen, dass sie die russische Armee effektiv bekämpfen kann.

        • @Machiavelli:

          @Machiavelli



          Oder wird da mit der Ukraine nur



          " gespielt " um sich gegen eine, sich weiter ausbreitende Europäische Union zu verteidigen und gegen diese Entwicklung, die nicht nur aus der Sicht von Russland, den eigenen imperalistischem Staat bedroht. So soll Druck auf die Europäische Union aufgebaut werden denn die Imperialistischen Staaten wollen weiterhin ihre Machtposition schützen.

  • Er wird in die Geschichte eingehen.



    Als "Möchte gerne Kanzler hat aber irgendwie nicht so geklappt" Version.

    Fritze Fritze.



    Nur noch peinlich.

  • Solange man nicht einige Veränderungen in der EU vornimmt, sollte man am besten keine neuen Mitglieder aufnehmen. In dem Zusammenhang ganz wichtig: Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips und Sanktionsmöglichkeiten gegen Mitglieder bis hin zum Ausschluß. Wie man immer wieder erlebt - Polen, Ungarn - reicht ja schon ein Problembär um die ganze Gemeinschaft zu lähmen. Und die Ukraine wäre auch ohne Krieg ein kapitaler Bär. Der Korruptionsindex läßt grüßen.

    • @Mustardmaster:

      Deshalb steht ja auch nicht zur Debatte, die Beitrittskriterien aufzuweichen.

      Über Korruption in der Ukraine zu ätzen, ist übrigens wohlfeil, wenn zu Hause Cum-Ex-Eskapaden und milliardenschwere Maskendeals aufgrund spontaner Amnesie nicht weiter verfolgt werden. Wäre die Ukraine so aufgestellt, hätte sie den Krieg schon lange verloren.

  • Merz hat wieder einmal aus der Hüfte geschossen – die Folgen sind noch gar nicht abzusehen.



    -----



    Mir ist klar, das ich mich wiederhole, doch unser "Sauerland-Fritz" macht ja auch immer das "GLEICHE"! :-(



    Er kann's nicht!



    Btw. Was vor einem Jahr eine Vermutung war, ist HEUTE manifest!



    Er hat mMn. nicht NUR ein Kommunikationsproblem. Ihm fehlt Wissen, Erfahrung & er nimmt die Möglichkeit sich "gut" beraten zu lassen & daraus zu lernen wohl auch nicht wahr!



    Ps. Tut mir leid, so etwas schreiben zu müssen, aber wegen dieses BuKa kann & will ich "selbst denken" nicht abschalten! :-(

  • Man kann es auch andersherum sehen: Wenn die Ukraine faktisch schon "assoziiertes Mitglied" ist, was schadet es dann, das auch beim Namen zu nennen? Europa sollte ausreichend "Familie" sein, dass es durchsichtige Camouflage à la "Ein-China-Politik" nicht braucht.



    Das gilt auch für die Beitrittskandidaten: Wer nicht einsieht, dass die EU dem einzigen unter ihnen, der gerade militärisch um die



    Freiheit seiner Bürger und sein Überleben als souveräner Staat kämpft, einen Sonderstatus einräumt, hat vielleicht auch sonst ein Problem mit europäischen Werten.



    Wie kalt erwischt die Rest-EU jetzt von diesem - faktisch wenig ändernden - Vorstoß ist, kann man auch geteilter Meinung sein. Ihn nicht wenigstens insgeheim mit Macron, v. d. Leyen und den übrigen Hauptunterstützern der Ukraine abgestimmt zu haben, wäre sicher ein schwerer Fehler. Dass der Rest jetzt zumindest überrascht TUT, ist schon deshalb verständlich, weil die mögliche Verpflichtung der gesamten(!) Union zur Hilfe, auch wenn der EU-Vertrag NICHT vorschreibt, dass sie in Form von Truppen erfolgen muss, ihnen ein Stück Bequemlichkeit rauben würde.



    Im Übrigen: Ja, Fritz bleibt Fritz, und der Fritz ist kein geborener Integrator.

    • @Normalo:

      Dem ist nichts hinzuzufügen.



      Merz' Idee ist ausnahmsweise mal brauchbar, er bleibt aber ein Trampeltier und die EU ein Riesentanker.

      • @nihilist:

        ""-- die EU -- ein Riesentanker.""



        =



        Ihre Interpretation sollte nicht darüber hinweg täuschen das die Europäische Union immer noch "geschockt" ist - und zwar von den Bemühungen Victor Orbans die Demokratie in Ungarn restlos zu killen und nicht nur damit die demokratische Politik der EU auszuhebeln und auf den Kopf zu stellen. - Orbans defacto Allianzen mit dem Massenmörder aus Russland und den seltsamen Bemühungen der oder des Irren aus dem weißen Haus die EU zu bekämpfen und zu spalten setzte dem noch die Krone auf.



        =



        Es liegt nicht am Riesentanker sondern an dem dringenden Reformbedarf der EU: Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips und Anpassung der EU gemeinsame Realpolitik gegenüber den Feinden im Kreml und im Weißen Haus zu gestalten stehen ganz oben auf der Liste der dringensten leider noch unerledigten Aufgaben.

  • Es ist doch inzwischen allen – außer Merz selbst – längst klar: Herr Merz kann Kanzler nicht, Außenkanzler auch nicht. Er sollte sich bei seinen schlechten Umfragewerten an seinen eigenen Ratschlag an den „Klempner der Macht“ halten.

  • Reden konnte der ungehemmte Honoratiorensohn in der Opposition. Jetzt bräuchte er die Prise Scholz oder Schmidt: nachdenken, die Folgen von Reden in der Regierung bedenken.



    Vielleicht hat er ja nicht mal begriffen, was er da vorschlug.

    Wir brauchen die Ukraine (sie könnte die Bundeswehr retten und uns vor jähen Rheinmetall-Aktienkursen bewahren, um damit zu beginnen), und die braucht uns. Korruption scheint auch inzwischen bis in die höchsten Kreise angegangen zu werden.



    Mit der EU spielt mensch aber nicht, und Deutschland muss immer sich abstimmen, sich abstimmen, sich abstimmen. So ginge Führung. Nicht schwätzen: schaffen.

    • @Janix:

      Eben!



      “ Jetzt bräuchte er die Prise Scholz oder Schmidt: nachdenken, die Folgen von Reden in der Regierung bedenken.

      Vielleicht hat er ja nicht mal begriffen, was er da vorschlug.…“ Korrekt •

      Auf hochdeutsch “Wo nichts ist - hat der Kaiser sein Recht verloren!“ Wollnichtwoll

      unterm——-



      🤖 Der Spruch drückt aus, dass selbst die höchste Macht (symbolisiert durch den "Kaiser") oder ein rechtmäßiger Gläubiger leer ausgehen müssen, wenn bei einer Person finanziell oder materiell nichts zu holen ist.

      Ursprünglich stammt das Sprichwort aus dem Bereich des Steuerrechts und der Zwangsvollstreckung. Es drückt die praktische Erkenntnis aus, dass rechtliche Ansprüche (wie das Recht des Kaisers auf Steuern) in der Realität verpuffen, wenn der Schuldner zahlungsunfähig oder vermögenslos ist.

      kurz - "Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen." Komplett überbewertet!



      Grüßgott bei Black Rock - zu mehr langts halt nicht? Gellewelle&Wollnichtwoll •

  • Merz tut als Kanzler genau das, was er sein ganzes Leben als Politiker getan hat. Er haut gerne mal einen raus, ohne sich darüber Gedanken zu machen. Und wer hätte auch erwartet, dass sich jemand mit 70 noch ändert.

  • Was denkt sich der Typ? "Ich bin Friedrich der Große und wenn ich einen Vorschlag mache, sagen alle: 'Geile Idee, machen wir!'"?

  • So eine Idee kann nur aus Deutschland kommen — statt eine Entscheidung zu treffen wird eine Ausnahme, ein Sonderfall daraus gemacht.



    Wo das hinführt sieht man am Steuersystem durch das keiner mehr richtig durchblickt, dass teuer in der Verwaltung ist und ausgenutzt werden kann, wenn man es „zu bedienen“ weiß.



    Blödsinnige Idee, das jetzt in die EU-Mitgliedschaft einuubringen.

  • Vielleicht ist der Kanzler auch schlecht beraten und gebrieft.



    Die Substrukur im inneren Zirkel ist für die spätere Außenwirkung mitentscheidend.



    Bei diplo.news:



    "Jemand muss Führungsrolle übernehmen



    Wir müssen innerhalb der EU zusammenarbeiten. Und wenn das mit Ungarn oder anderen nicht gemeinsam geht, brauchen wir einen Nukleus an Führungsleuten, die sagen, wir übernehmen jetzt inhaltlich und faktisch die Führung. Who takes the Lead in der Europäischen Union heute? Einen Nukleus als treibende Kraft brauchen wir unbedingt. Ideal wären Deutschland, Frankreich und Polen, was aber auch immer schwieriger wird.



    Unser Bundeskanzler müsste jetzt überlegen, mit wem er am erfolgreichsten zusammenarbeitet. Wenn es da nicht funktioniert, muss er auch außerhalb der EU-Institutionen eine Art Parallelorganisation haben. Das muss man taktisch klug und in der passenden Zeit machen. Aber man braucht so eine Driving Force..."



    Titel



    "Horst Teltschik: Jemand muss endlich die Führungsrolle übernehmen



    Der ehemalige Berater von Helmut Kohl hält Gespräche mit Putin für unverzichtbar und stellt sein Buch „Die 329 Tage zur deutschen Einigung“ vor"



    Putins angedeutete Verhandlungsbereitschaft ist ein Signal.

    • @Martin Rees:

      Putins angedeutete Verhandlungsbereitschaft ist kein Signal, sondern mal wieder eine Nebelkerze und der Versuch bei den Eurpäern Verunsicherung und Spaltung zu säen. Was hingegen ein Signal ist sind seine täglichen Angriffe die sich nach wie vor auch gezielt gegen Zivilisten richten, was allein schon ein Kriegsverbrechen ist.



      Was also konkret meinen sie mit ihm, womöglich gar ohne Beteiligung der Ukrainer, besprechen zu wollen?

      • @Ingo Bernable:

        www.deutschlandfun...r-ukraine-102.html



        Hier steht:



        "Besuch in Peking



        Putin signalisiert Verhandlungsbereitschaft über Ukraine



        Russlands Präsident Putin hat bei seinem China-Besuch Verhandlungsbereitschaft in der Ukraine-Frage signalisiert. Chinas Staats- und Parteichef Xi sagte, beide Seiten würden eine politische Einigung als den richtigen Weg sehen, um die Ukraine-Krise zu lösen."



        Und zeit.de im Februar:



        "Krieg in der Ukraine:



        Selenskyj zeigt Bereitschaft zu direkten Gesprächen mit Putin



        Gespräche zwischen Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj hat es seit Beginn des Krieges nicht gegeben. Selenskyj hält das jetzt für denkbar, wenn es der Ukraine hilft."



        /



        tagesspiegel.de 21.5.26



        "Für Friedensgespräche mit Putin: EU erwägt Altkanzlerin Merkel als Unterhändlerin



        Die EU möchte ihre Kanäle nach Moskau wieder öffnen. Washington hat nichts dagegen. Deshalb wird jetzt diskutiert, wer Europa in möglichen Friedensverhandlungen mit Putin vertreten könnte."



        (...)



        "In der EU gibt es laut dem Bericht Vorbehalte, ob Putin sich überhaupt auf Verhandlungen mit einem von der EU entsandten Unterhändler einlassen würde. Der Kremlchef..."

        • @Martin Rees:

          Trump und seine Stardiplomaten habe ja wiederholt mit Putin verhandelt. Das Ergebnis ist bekannt. Man kann es immer wieder anbieten, aber man sollte nicht zu viel davon erwarten im Moment.

        • @Martin Rees:

          Dass Putin eine solche "Verhandlungsbereitschaft signalisiert" ist ja nun wirklich nichts Neues. Solange das inhaltlich aber effektiv bedeutet, dass er die faktische Kapitulation der Ukraine, die Zerschlagung von deren Militär und die Übereignung von Territorium verlangt, dass die russischen Truppen bislang nicht einmal besetzt haben ist das eben keine Verhandlungsgrundlage, sondern eine Nebelkerze.



          Deshalb nocheinmal die Frage: Was sollte ein EU Unterhändler ihrer Meinung nach in Moskau konkret auf den Tisch legen um Putin zu einem echten und nachhaltigen Frieden zu bewegen? Wobei zu berücksichtigen wäre, dass die russische Ökonomie inzwischen derart stark auf Kriegswirtschaft umgestellt ist, dass ein plötzlicher Frieden nicht ohne massive innenpolitische Verwerfungen möglich wäre. (Merkel wäre übrigens mit dem Klammerbeutel gepudert wenn sie sich darauf einlassen sollte ihr politisches Erbe mit einem derart absehbaren politischen Debakel zu verbrennen.)

          Die Gesprächsangebote auf höchste Ebene von Selenskyj unter der Bedingung der Einhaltung der Ukrainischen Verfassung gibt es schon sehr lange, bislang ohne, dass Putin darauf eingegangen ist.

          • @Ingo Bernable:

            Offensichtlich gibt's ja auch im Kreml nicht nur die Meinung Putins.



            www.tagesspiegel.d...sein-15553927.html



            Die Diskussion um die bevorzugte Assoziation der EU mit UA zeigt eine ganz andere Konfliktlinie auf, Merz' Strategie wird nicht aufgehen.



            Warten wir ab:



            "Die „Financial Times“ beruft sich auf namentlich nicht genannte Insider. Offenbar wollen sich die EU-Außenminister in der kommenden Woche in Zypern Treffen um zu beratschlagen, wer in der Ukraine-Frage für eventuelle Gespräche mit Putin in Frage käme.



            Gehandelt werden neben Draghi und Merkel auch Finnlands Präsident Alexander Stubb und Sauli Niinistö, der Vorgänger Stubbs als finnischer Präsident."



            Bei krone.at



            Es wird sich zumindest eine Personalentscheidung ergeben in den nächsten Tagen, die Inhalte werden sicherlich nicht öffentlich diskutiert werden (können).

            • @Martin Rees:

              Dabei wird nichts herumkommen. Putin braucht den Krieg so sehr, auch wenn die Europäer nach Frieden lächzen, damit sie wieder mit Russland handeln können. Der Krieg wird noch andauern.

  • Mir ist abslolut unklar, was Merz da bezwecken will. Mit Aktionen wie diesem Brief verprellt er immer noch mehr Wähler in Deutschland, die Wahlen in Sachsen-Anhalt und MV scheinen ihm total egal zu sein. Und sein eigenes Ansehen in D wird wohl noch weiter sinken wenn das denn mögilch wäre. Eine militärische Zusammenarbeit mit der UA würde uns an den Rand eines Kriegseintritts bringen, das ist komplett unverantwortlich. Und eine Mitgliedschaft der UA in der EU halte ich ebenfalls für unverantwortlich. Alleine das ungelöste Korruptionsproblem in der UA spricht dagegen. Wir überweisen Kohle in die UA und danach scheint es keinen mehr zu interessieren wo das Geld hingeht. Will wahrscheinlich niemand in Brüssel wissen, da macht man lieber die Augen zu. Währenddessen kaufen ukrainische Oligarchen Häuser für 400M in Monaco, und auch die Frau des Verteidigungsmministers erwirbt eine Villa am Comer See. Da sollte Merz doch mal einhaken. Aber, der scheint sich auf einem anderen Planeten zu befinden, genau wie damals Merkel. Er ist tatsächlich ein Wiedergänger.

  • Was genau so ein Beistandsversprechen bedeutet, weiß niemand, aber dass es *alles* ändern würde, soviel ist klar?



    Und was genau haben die Westbalkan-Länder davon, wenn man die Ukraine jetzt auch am langen Arm verhungern lässt? Gerechtigkeit? Und kann man dann die Jahre anrechnen, die der Ukraine eine NATO-Annäherung in Aussicht gestellt wurde?

  • Steilvorlage für alle, die keine weitere Kriegsbeteiligung in der Ukraine wollen:



    Linkspartei, BSW, AfD



    und (wird leider immer wieder vergessen): Die Mehrheit aller Deutschen, besonders in Ostdeutschland.

  • Hab ich auch sofort gedacht, unnötig und gefährlich; reine Effekthascherei.

  • Wieder einmal bauchgesteuerte Symbolpolitik a la Merz.

  • "Die EU-Länder wären plötzlich gehalten, Kyjiw beizustehen, wenn der Krieg mit Russland eskaliert"

    Der Kommentar spiegelt sehr schön die Mentalität wieder, die in einigen EU Ländern vorherrscht.

    Lasst die Ukrainer bluten, wir helfen materiell. Das die Ukraine seit Jahren dafür sorgt Russlands Kapazitäten zu binden und den EU Staaten die Zeit verschafft sich militärisch vorzubereiten, wird zwar dankbar zur Kenntnis genommen, aber Verpflichtungen im Sinne eines Beistands dann doch lieber nicht.

    Auf solche "Freunde" könnte ich persönlich verzichten, zumal die Beistandsklausel gemäß Artikel 42 Absatz 7 des EUV Vertrags es den Mitgliedsstaaten freistellt über Art und Umfang zu entscheiden. Der Beistand muss also nicht zwingend militärisch sondern könnte auch unterstützend erfolgen.

    Das unterstützend wird bereits von den meisten EU Ländern schon praktiziert, für die würde sich wenig ändern, für die Ukraine viel. Es besteht dann nämlich ein Rechtsanspruch auf Beistand in Form von konkreten Hilfsmaßnahmen.

    Es wäre zudem ein Zeichen des Respekts vor den Leistungen der Ukrainer und eine klare Botschaft an Russland, das die Zukunft der Ukraine in Europa und nicht in Russland liegt.

    • @Sam Spade:

      Kundiger helfens mal nem alten Fahrensmann



      - einst EuropaR noch auf Lücke - aufs 🚲 :



      Würde eine EU-Mitgliedschaft nicht bedeuten:



      EU ist Kriegspartei? Gegebenenfalls der! Vorwand für Putin via Polen Baltenstaaten!



      Niemand kann das sehenden Auges wollen



      (psUnser AA-Plappermäulchen Baerböckchen wähnte das ja schon früher! Woll)



      Oder gähnt bei mir nur ne Lücke in der Kenne?

      • @Lowandorder:

        +@Sam Spade Ja, würde mich auch interessieren, wie Sie das sehen - wäre die EU dann juristisch gesehen Kriegspartei?



        .



        Und auch umgekehrt: wenn Beistand nicht notwendigerweise mehr an militärischer Unterstützung bedeutet als jetzt schon geleistet wird - ist sie es nicht informell schon?



        .



        Womit dann, @lowandorder, Baerbock mit ihrem "We are fighting a war against Russia" faktisch Recht (gehabt) hätte?

      • @Lowandorder:

        Halten wir uns an das Völkerrecht dann ist ein Staat Kriegspartei, wenn er aktiv und koordiniert an Kampfhandlungen oder militärischen Operationen teilnimmt.

        Orientieren wir uns an Putin dann kann ein Staat bereits dann Kriegspartei werden, wenn er ukrainische Soldaten ausbildet.

        Wer hier anfängt abzuwägen wird nicht weiterkommen. Ein Vorwand lässt sich immer finden.

        Belassen wir es daher bei den Tatsachen. Im Gegensatz zur Nato ist die EU Beistandsklausel kein militärischer Beistandspakt.

        Jeder EU Staat hat sich rechtlich dazu verpflichtet einen Beitrag zu leisten, über Art und Umfang entscheidet er aber souverän.

        Jedenfalls auf dem Papier. Das Papier geduldig ist und die EU in der Praxis bei Eintritt der Klausel wohl eher koordiniert und geschlossen handeln würde ist eine andere Sache, die sich aus der Klausel jedoch nicht zwingend ergibt.

        Das Verhalten der EU ist auch nicht ausschlaggebend für das Kriegsrisiko in Europa, wohl aber für die Zukunft der Ukraine.

        • @Sam Spade:

          Und wie ordnen Sie Stellvertreterkriege ein?



          .



          monde-diplomatique.de/artikel/!5735432



          .



          Vor allem dann, wenn Staaten gar nicht selbst eingreifen, sondern ihre Proxys 'die Drecksarbeit' (um mal ein Merz-Zitat in einen anderen Kontext zu stellen) machen lassen - völkerrechtlich nicht zu beanstanden?

          • @ke1ner:

            Völkerrechtlich ist die Befehlskette entscheidend. Hat ein Staat die Kommandogewalt dann gilt er als Kriegspartei, auch wenn er sich nicht direkt sondern über sogenannte Proxys an den Kampfhandlungen beteiligt. Der Nachweis der Kommandogewalt ist oftmals aber schwer zu erbringen, wie das Beispiel Iran über Jahre gezeigt hat.

  • Danke …anschließe mich

    Unser aller Lobby-Kanzler



    “…schießt gern aus der Hüfte…“ Schonn



    Aber hüftsteif dabei und dazu - wie er in einschlägiges Hupfdrohlen-Video ausweist!



    & daß dieser typische Sürländer



    Diplomatie nicht kann - beweist schlagend:



    taz.de/picture/845...1200/41202924.webp

    Kanzler Merz mit Selenskyj vor dem Bundeskanzleramt   Foto: Michael Kappeler/dpa danke fürs entlarvende Fotto

    Nassforsch: “Halb zog er ihn halb er ihn aus!“

    Es ist so derart elend - ungelenk kein Ausdruck!



    “Was hälste denn von Stil - nicht viel!“ A. Rebers

    • @Lowandorder:

      Michael Kappler hat den Blick - durch den Sucher.



      Bei der Wahrheit taz.de/Die-Wahrheit/!6180267/



      hat die Moderation mir den Sucher-Bezug nicht durchgehen lassen...