Lufthansarettung durch den Staat: Stoppt das Billigflieger-Unwesen!

Nach der Fleischbranche muss es auch bei der Luftfahrt drastische Reformen geben. Mehr Ökologie würde auf lange Sicht auch den Airlines nutzen.

Flugzeug am Nachthimmel mit Mond

Wenn der Staat schon retten muss, dann soll er wenigstens ökologische Reformen durchsetzen Foto: Kai Pfaffenbach/Reuters

Die Lufthansa ist nicht allein: Weltweit kehren die Staaten ins Luftfahrgeschäft zurück. Was „Rettungspaket“ heißt, ist in fast allen Fällen eine Investition des Staates in Firmenanteile. Die Regierungen sollten diesen neuen Einfluss auf die Airline-Industrie künftig koordiniert nutzen, um die Branche ökologischer und sozialer zu machen – zumindest da, wo diese Werte in der Politik eine Rolle spielen. Sie könnten dabei auch das Billigflieger-Unwesen eindämmen. Damit würden zwar die schlimmsten Albträume der Manager wahr. Doch gerade in der Transportbranche führen marktgetriebene Entwicklungen nicht zu übergreifenden Zielen wie den Klimaschutz.

Für ein Land, das sich dann doch irgendwie als Klimavorreiter sehen möchte, wäre es ohnehin inakzeptabel, nur passiver Mitinhaber einer Firma zu sein, die als Geschäftszweck Unmengen Kerosin verbrennt. Auch Billigfluglinien wie die irische Ryanair hängen jetzt am Tropf des Staates. Sie sind für Lohndumping und intransparente Preise bekannt – Missstände, denen die Regierungen bisher vermeintlich hilflos gegenüberstanden. Die Verschiebungen durch die aktuelle Krise machen aber auch hier Reformen möglich.

Fliegen würde dadurch etwas teurer werden. Daher ist hier Mut nötig, um etwas zu bewegen. Doch die Billigflieger sind nur auf dieselbe fragwürdige Weise sozial wie das Billigschnitzel. Sie sind bei vermeintlich Umweltbewussten extrem beliebt. Das führte zu einem Paradox – aus Angst vor dem Urlauber als Wähler hat die Politik gerade die größten Kohlendioxidschleudern kaum infrage gestellt. Wegen Corona konnte er aber bereits die Fleischbranche härter anfassen. Jetzt wäre der Luftverkehr dran.

Für die Lufthansa muss eine ökologische Ausrichtung nicht schlecht sein. Früher oder später holt der Klimawandel auch die Konkurrenz ein. Wer früh umsteuert, hat dann einen Vorteil. So ein Mechanismus hat in den 70er Jahren bei Toyota die Grundlage des späteren Erfolgs gelegt: Die Japaner mussten früh auf Luftreinhaltung achten. Wer die Wirtschaft hart anfasst, tut ihr also zuweilen sogar einen Gefallen.

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