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Linkspartei zum Iran-Krieg„Mögen sie in der Hölle schmoren“

Dem getöteten Führungspersonal des Mullah-Regimes weint Linken-Chef Jan van Aken keine Träne nach. Er warnt jedoch vor einem Bürgerkrieg.

„Fest an der Seite der Menschen im Iran“: Linken-Bundeschef Jan van Aken Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Die große Sorge ist Jan van Aken anzusehen, als er am Montagmittag im Berliner Karl-Liebknecht-Haus vor die Presse tritt. Seine Gedanken und sein Mitgefühl seien bei den Menschen in „all den Orten, wo gerade Bomben fallen“, sagt der Parteivorsitzende der Linken. Ob in Teheran, Tel Aviv oder anderswo in der Region. Und er stellt klar: Seine Partei stehe „fest an der Seite der Menschen im Iran, die seit Jahrzehnten für mehr Demokratie kämpfen“.

Die Botschaft, die van Aken aussenden will: Die deutliche Kritik der Linken an dem Angriff der USA und Israels auf den Iran darf nicht als Entsolidarisierung mit den vom Mullah-Regime Unterdrückten verstanden werden. „Wir können hier in Deutschland gleichzeitig an der Seite der Demokratiebewegung im Iran stehen und an der Seite des Völkerrechts“, sagt er. „Das schließt sich nicht aus.“

So findet der Linken-Chef deutliche Worte zur Tötung von Ajatollah Ali Chamenei und anderem Führungspersonal der Islamischen Republik. „Man soll sich nie über den Tod eines Menschen freuen – und trotzdem, denke ich, ist es gut, dass die weg sind“, sagt er. Und: „Mögen sie in der Hölle schmoren.“ Die Zukunft von Iran sei jedoch völlig offen. „Der Versuch, von außen Demokratie herbeizubomben, ist ein ganz schwieriger“, so van Aken. Das hätte sich bereits im Irak und in Libyen gezeigt, wo die Folge jeweils ein jahrelanger Bürgerkrieg gewesen sei. Dort seien nicht die De­mo­kra­t:in­nen gestärkt worden, sondern „die, die dort vor Ort die Waffen haben“.

Diese Befürchtung hat van Aken auch für den Iran. „Im schlimmsten Fall gibt es einen Regimewechsel, aber keine Demokratie, sondern andere bewaffnete Milizen oder andere Autokraten, die dort kommen.“ Trotzdem habe er weiter die Hoffnung, dass die Demokratiebewegung am Ende doch gewinnen könne, „aber es sieht im Moment nicht sehr gut dafür aus“.

Ermittlungen nach dem Weltrechtsprinzip

Von der Bundesregierung fordert van Aken zuvorderst, dass keine Abschiebungen mehr in den Iran stattfinden dürfen. Außerdem müssten flüchtende Ira­ne­r:in­nen in Deutschland Schutz bekommen. Zudem sollten die deutschen Justizbehörden nach dem sogenannten Weltrechtsprinzip selbstständig Ermittlungen über Gräueltaten des Mullah-Regimes aufnehmen. Das habe zum einen eine abschreckende Wirkung, zum anderen könne es dazu beitragen, dass nach einem Regimewechsel im Iran die Täter nachträglich noch zur Verantwortung gezogen werden können.

Es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, dass dieser Angriff völkerrechtswidrig war

Jan van Aken, Linken-Chef

Scharf kritisiert van Aken Kanzler Friedrich Merz (CDU) und die schwarz-rote Bundesregierung, die nicht bereit seien, den Angriff auf den Iran als das zu benennen, was er ist. „Es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, dass dieser Angriff Israels und der USA völkerrechtswidrig war“, sagte er. Dass die Regierung taktisch mit dem Völkerrecht umgehe und doppelte Standards anwende, sei „ein großer Fehler“. Denn es schütze die Schwachen vor den Starken. „Wenn wir kein Völkerrecht haben, dann haben wir nur noch das Recht des Stärkeren“, so van Aken.

Schon nach der Bombardierung der iranischen Atomanlagen durch die USA und Israel im vergangenen Jahr hatte die Linkspartei aufgrund des Herumeierns der Bundesregierung beim Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags ein Gutachten in Auftrag gegeben, ob diese Militäraktion als völkerrechtswidrig einzuschätzen sei. Der Befund des Wissenschaftlichen Dienstes fiel eindeutig aus: „Die Völkerrechtsordnung wird in ihrem normativen Geltungsanspruch infrage gestellt, wenn Rechtsregeln moralisch ‚nachjustiert‘ und die juristische Argumentation durch Aspekte der ‚Moral‘ oder der ‚Legitimität‘ aufgeladen bzw. überlagert werden.“ Genau dies erleichtere es Aggressoren, Völkerrechtsbrüche oder Angriffskriege jenseits des Rechts zu legitimieren.

„Der Wissenschaftliche Dienst hat in seinem Gutachten bereits die Völkerrechtswidrigkeit der präventiven US-amerikanischen und israelischen Militärschläge im letzten Jahr bestätigt“, konstatiert der verteidigungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Ulrich Thoden. Diesmal sei der Fall noch eindeutiger. Die Bundesregierung müsse daher „das völkerrechtswidrige Vorgehen der USA und Israels klar verurteilen“, fordert Thoden. „Sie darf die Angriffe weder direkt noch indirekt über US-Militärbasen wie Ramstein in Deutschland unterstützen“, sagt er der taz.

Das sieht die DFG-VK, Deutschlands älteste Friedensorganisation, genauso. In einer am Montag veröffentlichten Erklärung fordert sie die Bundesregierung zu diplomatischen Initiativen auf, um den Krieg schnellstmöglich zu beenden. Außerdem solle es einen Stopp der Waffenexporte an die USA und Israel sowie generell in die Krisen- und Kriegsregion des Nahen und Mittleren Ostens geben. „Es ist kein Widerspruch, ein Ende des iranischen Regimes zu fordern und gegen den völkerrechtswidrigen Militärangriff der USA und Israels zu sein“, sagt der DFG-VK-Bundessprecher Thomas Carl Schwoerer. „Wir stehen empathisch an der Seite aller zivilen Opfer dieses Krieges.“

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45 Kommentare

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  • Die Linkspartei macht es sich außenpolitisch in dieser Frage genauso bequem, wie beim Ukraine Krieg-"Solidarität mit die Ukraine, aber ohne Waffenlieferungen, Solidarität mit der iranischen Bevölkerung, aber ohne militärische Hilfe von Aussen ".

    Wenn dann laut Krankenhausberichten dieses gerade erst begonnene Jahr 2026 bereits 36.500 Regimegegner/innen im Iran ermordet wurden, dann kommt nicht viel von dieser " Solidarität" im Iran an.

  • „Es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, dass dieser Angriff Israels und der USA völkerrechtswidrig war.“



    =



    1.. Es gibt auch keinen Zweifel daran das der Iran bereits angereichertes Uran bis zu einem Grad von 60% besitzt.



    =



    2..Für eine "signifikante Menge" die laut IAEO für eine Kernwaffe ausreicht (ca. 25 kg hochangereichertes Uran), ergeben sich bei 25 kg und einem vorhandenem Anreicherungsgrad von 60%



    ca. 85 Tage um atomwaffenfähiges Uran herzustellen.



    =



    3..,Der Westen verhandelt mit dem Iran bereits seit über 20 Jahren – konkret seit dem Bekanntwerden des iranischen Atomprogramms im 2002/2003 über dessen Ausgestaltung und eine Begrenzung der nuklearen Aktivitäten - ohne Erfolg.



    =



    4..Klar sein dürfte auch das die Arbeiten im Iran am Atomprogramm tief unter der Erde ausgeführt werden die nicht mehr durch herkömmliche Bomben erreichbar sind. Auch ballistische Raketen werden vom Iran bereits unterirdisch produziert - genauso wie Abschussrampen.



    =



    Wäre super wenn van Aken auf den realen Sachstand eingeht - auf Fakten die durch das Völkerrecht nicht berücksichtigt werden.



    =



    Wenn 2 Jahrzehnmte Verhandlungen nicht ausreichen das Problem zu lösen - was dann?

  • Das Dilemma ist doch, dass das Völkerrecht bei den Kriegen und kriegerischen Interventionen seit 45 nie eine Rolle gespielt hat. Der Koreakrieg,, die Berlin Krise, der Einmarsch der Russen in Tschechien, der Vietnamkrieg, der Einmarsch der Russen in Afghanistan, der Libyen Krieg, das alles waren Völkerrechts Verletzungen. Der Frieden und die Ruhe in Europa basierte auf den amerikanischen Truppen, die in Europa standen. Es geht wie immer bei Großmächten um Macht und die Durchsetzung eigener Interessen. und solange Europa ein vielstimmiger Chor ist, wo jeder sein eigenes Lied singt, verlegt man sich auf moralische Appelle. Man hat über 30 Jahre verhandelt und ob jetzt die amerikanischen Machtinteressen und der Krieg wirklich zu einem besseren Ergebnis führt, kann nur die Geschichte zeigen. Nur mit Völkerrecht hatte das früher nichts bei den anderen Konflikten und auch heute nicht zu tun. Das war immer eine europäische Illusion, die sich gut unter dem Dach amerikanischer Macht entwickeln ließ.

  • Ich stelle mir gerafe vor, wie die Reaktionen derer wohl ausfielen, die jetzt die rechtswidrige Tötung iranischer Führer bejubeln, wenn es dem Iran gelänge, diese "Gefäilligkeit" zu erwidern, indem die Regierungscefs der beiden Angreiferstaaten ebenso erfolgreich angegriffen würden. Was den einen an Völkerrechtsbruch recht ist, kann den anderen nach der Logik der Angreifer doch nur billig sein. Oder?

  • Die Prinzipien: Recht durch Macht. Moral, nur wenn sie gerade passt.

    Würde man unsere demokratischen und humanistischen Ansprüche ernst nehmen, müsste man nun auch Trump vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen..

    Unsere Regierung nennt jedoch weder Ross noch Reiter – das Ergebnis ist keine Haltung, sondern demokratische Orientierungslosigkeit ohne Format.



    Jan van Aken drückt es ganz gut aus, diesen Mördern in Teheran weint man keine Träne nach.



    Trump jedoch in hoffentlich naher Zukunft auch nicht.

  • Wäre schön, wenn Aken auch so klare Worte für das russische Regime fände.

    • @Suryo:

      Das sind keine klaren Worte, das ist romantisches Gewäsch.



      Zu sagen man solle sich nicht über den Tod anderen Menschen freuen (was richtig ist) nur um dann die Tötung zu verherrlichen ( "sollen in der Hölle schmoren" ) macht einen unglaubwürdig.



      Ist der Mann Christ? Was soll dann der Bezug zur Hölle.



      Zumal ein Großteil der Menschen die es wirklich betrifft was da passiert keine Christen sind - #AlterWeißerMann (Dschahannam, hätte man erfahren können wenn man denkt bevor man spricht).



      Wer heutzutage in solchen Kulturfettnäpfchen tritt hat in der Politik nichts verloren (was natürlich auf die meisten deutschen Politiker zutrifft) oder sollte zumindest keine öffentlichen Reden schwingen.



      Genau wegen solcher Menschen ist die Linke für mich politisch nicht ernst zu nehmen.

      • @Das B:

        "In der Hölle schmorren" ist eine säkularisierte Redewendung. Deswegen ist es völlig egal, ob Herr van Aken irgendeiner Religion angehört oder nicht. Er drückt damit verständlicherweise aus, dass diese Verbrecher für ihre Grausamkeiten büßen sollten. Und zu sagen, dass man sich eigentlich nicht über den Tod von Menschen freuen sollte, es hier aber gut ist, dass diese Menschenschinder nicht mehr am Leben sind, drückt einfach nur den moralischen Zwiespalt aus, in dem er sich wohl befindet. Und ich denke, den teilt er mit vielen Menschen, die versuchen solche Tötungen ethisch einzuordnen.

      • @Das B:

        Diesen Widerspruch sollte man eigentlich nachvollziehen und aushalten können. Die Welt, der Krieg, die Dummheit der Menschen...alles Komplex und oftmals widersprüchlich.



        Ich sehen das genauso. Natürlich wünscht man i.d.R. niemanden den Tod. Diese Männer allerdings haben Hektoliter von Blut und Leid auf ihr Konto geladen. Sollen sie schmoren...

      • @Das B:

        Kulturfettnäpchen weil der man das Wort Hölle in seinem Sprachgebrauch hat? Dazu kann ich nur sagen: Was zur Hölle?

        Bin auch kein Christ und benutze das Wort mehrmals täglich genauso wie Oh mein Gott oder um Gottes Willen.....und jetzt?



        Sich daran jetzt aufzuhängen und die Linke deswegen für unwählbar zu erklären ist einfach nur lächerlich und ich frage nochmal: was zur Hölle?

      • @Das B:

        Du liebe Zeit, kommen Sie mal runter. Ob Van Aken Christ ist oder nicht, ist ja wohl seine persönliche Sache.



        Bin in Punkto Koran jetzt nicht so versiert, aber von 'Hölle' ist m.W. dort auch die Rede - und wenn nicht, so what.

        • @TerryX:

          Wenn man kein Christ ist (was ich annehme) sollte man sich nicht dort am Wortschatz bedienen.



          Auch wenn es ihnen schwer fällt: kulturelle Aneignung gibt es in allen Bereichen - es ist immer respektlos.



          Thats what.



          Ich habe für sie in Klammern geschrieben was das Äquivalent zur Hölle im Koran ist.

      • @Das B:

        Aus christlicher Sicht kommen böse Muslime aber in die einzig wahre Hölle der einzig wahren Religion, des Christentums ;)

  • Wenn man Veränderung des Bestehenden will, aber keine positive Perspektive erkennen kann oder will, dann bleibt nur noch die Zerstörung einschließlich Selbstzerstörung. Darin sind sich anscheinend alle Seiten einig und wer für Frieden eintritt, gilt als Träumer.

  • Da ist die Linkspartei mal auch bei diesem Thema für mich nachvollziehbar unterwegs. Mensch kann den Mullahs den ewigen quälenden Gedanken an alle ihre Opfer wünschen und doch auch an die zentrale Wichtigkeit von Völkerrecht in unserer Welt denken.

    • @Janix:

      für mich überhaupt nicht.

      - entweder man ist gegen das Regime und zeigt Alternativen auf wie dieses unter Beachtung des völkerrechts entfernt werden kann,



      - oder man lässt dieses Geschwätz (wir sind gegen das Regime aber wir sind auch gegen völkerrechtsverletzungen). ganz aus

      Sehr unglaubwürdig, das alles

  • Seltsames Statement von Van Aaken: Die extralegale Tötung des Staatsoberhauptes des Iran Chamenei zu bejubeln und dann aber das Völkerrecht einzufordern. ...irgendwie passt das logisch nicht zusammen.

  • "Weltrechtsprinzip" - meiner Meinung nach ein Zeichen deutscher Arroganz, weil es ja total selektiv angewendet wird. Und es ist auch kontraproduktiv, denn ähnlich wie die Anklage von Putin vor dem IStGH erschwert es jede Friedensinitiative und erfordert zur Umsetzung einen totalen Sieg der "deutschen" Seite.

  • The good old Völkerrecht. Das stumpfeste aller Schwerter.

    Immerhin, für ein Statement von Van Aken, vergleichsweise vernünftig für den Vorsitzenden der am meisten, sagen wir mal, antizionistischen Partei.

    Eben mal ARD und den schrecklichen Klapproth geschaut. Da schwitzt wirklich aus jeder Pore:

    Der Krieg gegen die Mullahs ist falscher als falsch. Verhandeln, verhandeln, verhandeln. Mit den Mullahs, mit Putin und mit dem Teufel.

    Und jetzt noch von der Thann: Die Bedrohung durch den Iran ist Netanjahus Thema.

    Sonst nix.

    • @Jim Hawkins:

      Hola 🏴‍☠️ - to veel 📺 is ungesund!

      Und falls es sich in Wahrheit um Klamroth



      handelt - fein.



      Fällt mir doch sogleich Walter Moers & sei kleines Arschloch ein! 🙀🥹😂



      de.wikipedia.org/w...s_Kleine_Arschloch

  • Ich kenne nur wenige andere Parteien, die so viele Doppelstandards haben, wie die Linke -- wenn das Konzept ist, vielen fast alles zu versprechen, ohne die Zuasmmenhänge zu berücksichtigen, dann entstehen daraus Bruchstücke für eine autoritäre Zukunft.

  • Naja, bei Deutschland hat das herbei Bomben eines Machtwechsels und eines Wandels zur Demokratie ja auch funktioniert. Allerdings hätten es Trump und Netanjahu bei den damaligen Staatsmännern bestenfalls zum Spucknapfleerer gebracht.

    • @Alberta Cuon:

      Da waren aber Truppen im Land die das überwacht haben.

      • @Captain Hornblower:

        Eben.



        Sag mal - D-Day wirds nicht geben…



        Aber was dann?Ein Dwighty - ein Monty nicht in Sicht

      • @Captain Hornblower:

        Die Aufklärung heute ist eine andere als 1945! Heute kannst du mit Drohnen und Satelliten weit mehr Aufklärung erreichen. Eine Notwendigkeit von Bodentruppen aus 1945 abzuleiten ist nicht zielführend, anhand der völlig veränderten Waffentechnik. Dann kann man auch die Römischen Feldzüge zurate ziehen.

  • Besonders ekelhaft ist in diesem Kontext, wie sich die Unionsparteien mittlerweile ganz offen als aktive Feinde von Menschen- und Völkerrecht präsentieren.

  • Was soll ich sagen …anschließe mich •

  • Also prinzipiell hat er ja Recht.



    Ich glaube keiner, selbst die wenigen "Fans" von Merz glauben daran, dass dies alles nicht völkerrechtswidrig ist.



    Aber man muss halt ehrlich sein, das Völkerrecht wird jetzt halt nicht mehr so ernst genommen (wenn es das je wirklich so wurde) wie wir gerne hätten.



    Nur das zu beklagen hilft halt auch nicht.



    Und Van aken hat halt keine Ideen was man außer Realpolitik dem entgegen setzen kann. Wunschvorstellungen und Moralisieren wird halt nichts bringen.

    • @Duplozug:

      May be. But



      Kannste natürlich mit Wiglaf Droste auch



      “Rückgrat einer Salatschnecke“ nennen - wa!

  • Ich kann dem Kommentar vielfach zustimmen. Gut das die weg sind, schlecht dass das Recht gebrochen wurde. Das Völkerrecht ist aber halt nicht in Stein gemeisselt und da immer drauf zu bestehen in jeder Lage, klingt als wäre man Jurist oder Beamter. Also jemand der nicht an erster Stelle mit gesunden Menschenverstand vorgeht, sondern nach niedergeschriebenen Regelwerk. Was in manchen Situationen gut sein mag, in anderen nicht.



    Das hier ist jetzt eine Situation in der ich da wohl eher nicht drauf rumreiten würde.

    • @Rikard Dobos:

      Der Zweck heiligt also die Mittel?

    • @Rikard Dobos:

      nicht in Stein gemeißelt, weil wir auf Papier schreiben - Schwarz auf Weiß mit Brief und Siegel.

      Gesunder Menschenverstand ist überhaupt keine Größe, mit der sich etwas anfangen lässt. Rechtsbrüche werden nicht dadurch vertretbar, weil ich mit dem Ziel des Bruchs konform gehe (so kann man jeden Angriffskrieg rechtfertigen und jeden kleinen Rechtsbruch - lässliche Sünden nach Meinungsbild). Juristerei ist kein Selbstzweck, Völkerrecht dient uns allen.



      Dass Konventionen und Gesetze nicht perfekt sind und fortgeschrieben werden, ist eine lahme Binse.

      • @hierbamala:

        Juristerei hat aber nur einen Sinn, wenn es keine Veto-Macht gibt, die alles blockieren kann aus Eigeninteresse. Dies ist bei der UN der Fall, weshalb das Völkerrecht schon immer Schall und Rauch war, da die UN durch das VETO-Recht einzelner Nationen bereits selber Völker ungleich behandelt.

    • @Rikard Dobos:

      “Gut das er weg ist.”

      Wir sind die Guten und duerfen sowas.

      Deutesches Wesen …

    • @Rikard Dobos:

      "Das hier ist jetzt eine Situation in der ich da wohl eher nicht drauf rumreiten würde."

      Das ist doch das Problem. Meine Güte. Wenn man nicht immer darauf besteht, dann kann man es gleich sein lassen. So funktioniert nun mal Recht. Russland und Nordkorea finden das Völkerrecht "im Prinzip" bestimmt auch ganz klasse, aber halt nicht, wenns grad nicht so ins Bild passt.



      So funktioniert das nicht.

    • @Rikard Dobos:

      "Nicht herumreiten" ... so wird eine massive Verletzung des Völkerrechts inzwischen verharmlost. By the way: Beim Krieg gegen den Irak 2003 hat man den Staatschef Saddam Hussein noch gefangen genommen und ihm einen Prozess gemacht. Heute "eliminiert" (so die meistgebrauchte Formulierung) man den (religiösen) Führer des Iran gezielt und kein Hahn kräht danach! Der US-Verteidigungsminister hat gestern übrigens in einer Rede angekündigt, dass es endlich "keine politisch-korrekten Kriege" und "Rules of engagement" für die US-Truppen mehr geben würde und - by the way - nicht die USA diesen Krieg angefangen hätten. Ich persönlich bin bei all dem nicht bereit, in eine "Pro + Contra" Diskussion zum Überfall auf den Iran einzutreten.

  • Ich stimme Jan an Aken vollkommen zu.

    Außerdem: Die Mörder in Teheran werden vernichtet - denen in Moskau rollt Trump den roten Teppich aus.

  • Sollte sich der Iran nicht bedingungslos ergeben, um das Blutvergiessen zu stoppen? Jedenfalls war das doch die Forderung der Linken an die Ukraine - wenn man beim Iran das jetzt anders sieht, muss sich die Linke auch Doppelmoral vorwerfen lassen.

    • @stiller:

      Das hat die Linke niemals von der Ukraine gefordert aber okay.....

    • @stiller:

      Nein, diese Argumentation ist leider gelinde gesagt unterkomplex. Es geht nicht nur um die Form (ein Land greift ein anderes Land an), sondern eben auch um den Inhalt (wer greift wen aus welchen Gründen und mit welchen Folgen an). Die Ukraine ist eine Demokratie, der Iran ein autoritäres Regime. Wer diesen Unterschied nicht macht, kann's auch sein lassen.

    • @stiller:

      Diese Forderung vermisse ich ja auch.

      Zumal ein Kampf gegen die USA und ihre Verbündeten noch aussichtsloser ist.

    • @stiller:

      Das stimmt. Die finden bestimmt nen alten Bundeswehr General a.D. der sagen wird: die Iraner haben keine Chance zu gewinnen. Also muss man das Blut vergießen sofort stoppen.



      Und ach ja, wir müssen unbedingt die USA an den Verhandlungstisch bringen. Die Europäer sind ja die, die da bremsen....oh Moment...

    • @stiller:

      Das war nicht die Forderung der Linke an die Ukraine.

    • @stiller:

      Vorallem im Krieg mit zwei Atommächten. Hat Alice schon einen Brief geschrieben?

    • @stiller:

      Hat die Linke etwa gefordert Waffen an den Iran zu liefern?



      Mit Sicherheit würde die Linke eine Kapitulation der Regierung in Teheran einem fortgesetzten Krieg bevorzugen.

      Deine Stichelei ist arg konstruiert. Aber deine Meinung zu dies und jenem kam schon rüber, keine Sorge.