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Deutschlands OlympiabewerbungTeure Politur für die Nation

Der Deutsche Olympische Sportbund hat am Samstag über die Olympiabewerbung entschieden: München macht's. Der olympische Traum hat schon einiges gekostet.

Die Meldung war nicht wirklich zum Lachen. Es wurde dennoch viel geschmunzelt über die Nachricht, dass sich im Gewässer, das für die Olympischen Ruderwettbewerbe 2032 im australischen Bundesstaat Queensland Krokodile tummeln sollen. „Würden Sie hier rudern wollen?“, fragte die BBC ihre Follower auf Instagram zu einem Video, in dem jede Menge bissiger Reptilien zu sehen waren.

Doch schnell war wieder Schluss mit lustig. Die BBC nahm das Video von der Seite, nachdem der australische Politiker Matt Canavan von der Liberal National Party sich beschwert hatte, dass es sich bei dem Fluss in dem Video nicht um den Fitzroy Rover in Queensland handle, sondern um ein Gewässer gleichen Namens in Western Australia. Die BBC hatte sich um 3.500 Kilometer vertan. Canavan bezichtigte den Sender, Lügen zu verbreiten. Und schon war aus einer harmlosen Meldung ein Politikum geworden.

So ist das, wenn es um Olympische Spiele geht. Alles, was mit den fünf Ringen zu tun hat, ist derart mit Bedeutung aufgeladen, dass sich auch an kleinsten Details große Debatten auftun können. Eine falsche Bebilderung in sozialen Medien kratzt da schnell mal am Nationalstolz. Dass auch im richtigen Fitzroy River regelmäßig Krokodile gesichtet werden, egal. Es geht ums große Bild der Nation, das der Welt bei Olympischen Spielen gezeigt wird. Das soll möglichst makellos sein.

Vor fünf Jahren hat die australische Küstenmetropole Brisbane den Zuschlag für die Spiele 2032 erhalten. Auch in Deutschland hatte man Interesse an der Austragung dieser Spiele. Doch die Bewerbung aus Rhein und Ruhr hatte es verpasst, sich bei der zuständigen Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) rechtzeitig in Stellung zu bringen. Deutschland war raus.

Neue Bewerbung mit langem Anlauf

Das soll sich ändern. Die Ausrichtung von Olympischen und Paralympischen Spielen ist als Staatsziel in Deutschland längst festgeschrieben. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD ist die Unterstützung einer deutschen Olympiabewerbung ausdrücklich erwähnt. Auch in der Begründung für das eben vom Deutschen Bundestag verabschiedete Sportfördergesetz ist vom Nutzen einer Olympiabewerbung die Rede.

Olympische Spiele in Deutschland sollen als Katalysator für sportliche Erfolge dienen

Der Sport soll Deutschland im internationalen Wettbewerb zu Glanz verhelfen. Erklärtes Ziel in der Begründung zum Gesetzestext ist Platz fünf in der Nationenwertung bei Olympischen Sommerspielen. Platz zehn bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris galt als Desaster. Der deutsche Sport soll schleunigst besser werden und der Nation zur Ehre gereichen.

Olympische Spiele in Deutschland sollen dabei als Katalysator für sportliche Erfolge dienen. Der für eine Bewerbung zuständige Dachverband, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), verspricht sich von Olympia im eigenen Land noch einmal einen kräftigen Schub für die Spitzensportförderung. Die steht schon jetzt unter besonderem Schutz.

Für die Leistungssportförderung im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2027 sind so viele Mittel vorgesehen wie nie zuvor – 361,7 Millionen Euro. An den Kosten für eine deutsche Olympiabewerbung sind noch einmal 6 Millionen Euro extra eingeplant. Leistungssport und Olympische Spiele als Investment in den Nationalstolz. Gespart wird woanders.

Geöffnete Kassen

Wenn es um den Spitzensport geht, wird erstaunlich wenig gefeilscht. Hamburg, Berlin, München und die Region Rhein/Ruhr mit Köln – alle vier deutschen Bewerbungen, die ins nationale Rennen um die Rolle als Gastgeber für das Megaevent gegangen sind, haben bei ihren Kampagnen die sonst so wichtige Haushaltsdisziplin hintangestellt. So sind Millionenbeträge in Bewerbungen für die Rolle eines Bewerbers geflossen.

In Hamburg weiß man seit dem gescheiterten Bürgerschaftsreferendum im Mai, dass das Geld, das für die Kampagne investiert wurde, schlicht perdu ist. In Berlin hatte man mit Kosten von 6 Millionen allein für die Erstellung einer Bewerbung beim IOC geplant. Das Geld kann man sich nun sparen, nachdem die Hauptstadt die Bewerbung für die Spiele zwei Tage vor der entscheidenden Abstimmung bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB in Baden-Baden zurückgezogen hat.

Der Rückzug kam nach dem bescheidenen Urteil der Evaluierungskommission des DOSB, die die Berliner Olympiabewerbung im Vergleich zu den beiden anderen schlechter bewertet hatte. Zudem hatte Elif Eralp, die die olympiaskeptische Linkspartei zum Sieg bei der Abgeordnetenhauswahl geführt hatte, das Thema Olympia in Berlin mal eben als erledigt bezeichnet.

In München und der Region Rhein/Ruhr mit Köln als Aushängeschild gingen Referenden positiv aus. Das Land Nordrhein-Westfalen hat 11,5 Millionen Euro ausgegeben, um Bürgerentscheide in Köln und den anderen Bewerberkommunen im Land durchzuführen. Auch im Wissen um eine mögliche Niederlage bei der finalen Abstimmung des DOSB am Samstag galt das in der Landesregierung als sinnvolle Investition.

Klandestine Geschäfte

In der bayerischen Landeshauptstadt hat man sich gerade gefreut, dass der Internationale Leichtathletikverband Word Athletics die Weltmeisterschaften 2031 an die Stadt vergeben hat. Für die hatte sich die derzeit klamme Kommune beworben, obwohl sie sich das eigentlich gar nicht leisten kann. Als den Verantwortlichen die Ausrichterverträge vorlagen, hat das zuständige Referat für Bildung und Sport darauf hingewiesen, dass World Athletic alle Risiken auf die Ausrichterstadt abwälzen will. Das erinnert an die Knebelverträge, durch deren Unterzeichnung sich Olympiastädte dem IOC-Regime zu unterwerfen haben.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet hat, sollen sich auch das Referat für Arbeit und Wirtschaft sowie die Stadtkämmerei kritisch zu den WM-Verträgen geäußert haben. Am Ende sind sie ohne Veränderungen unterschrieben worden. Der Ruf Münchens als Ausrichterstadt großer Sportereignisse sollte nicht gefährdet werden. Klar, man will die Olympischen Spiele. Es geht um ein Ereignis von nationaler Tragweite. Da sind Dinge möglich, die sich aus buchhalterischer Sicht eigentlich verbieten.

Die Beratungen zu den Verträgen mit World Athletic in den Gremien des Münchner Stadtrats fanden übrigens unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. An verschlossene Türen wird man sich gewöhnen müssen, wenn bald eine deutsche Olympiabewerbung offiziell ins Rennen beim IOC geschickt wird. Nach welchen Maßstäben die Bewerbungen für die nächsten vakanten Sommerspiele 2036 aus aller Welt in der im IOC zuständigen Future Host Commission bewertet werden, bleibt intransparent.

Bis März 2027 müssen alle Bewerberstädte einen ausführlichen Fragenkatalog beantworten, der neben konkreten Planungen für Sportstätten und ein Olympisches Dorf, einem nachvollziehbaren Finanzierungskonzept und staatlichen Garantien auch erklären soll, welches Erbe die Spiele in den Ausrichterstätten hinterlassen sollen. Die ganz große Nummer also.

Die Kommission wählt aus den Interessenten die nach ihren Maßstäben Besten aus und schickt sie in die nächste Phase des Bewerbungsprozesses. Wer es auf diese Shortlist geschafft hat, wird nun bei der Schärfung des Konzepts beraten. Ende 2028 treten dann die Bewerber, die als würdig gelten, in einen „Targeted Dialogue“ mit dem IOC, um letzte Fragen zu klären. Mitte 2029 entscheidet dann die IOC-Vollversammlung über den Gastgeber für 2036.

Offiziell ihren Hut in den Ring geworfen haben bislang die katarische Hauptstadt Doha, das indische Ahmedabad, Südafrika mit Kapstadt, Durban und Johannesburg sowie Santiago de Chile und Istanbul, das sich seit 2000 bereits fünfmal vergeblich um die Spiele bemüht hat. Dazu gibt es Interessenbekundungen aus Ägypten, Ungarn, Italien, Südkorea und Kanada. Eine Bewerbung aus Indonesien wurde bereits vom IOC abgewiesen, nachdem das Land sich geweigert hatte, Sportlerinnen und Sportler aus Israel zur Turn-WM 2025 ins Land zu lassen.

Auch angesichts dieser großen Liste an Konkurrenten hat man im DOSB früh festgelegt, dass die deutsche Bewerbung im Falle eines Scheiterns im ersten Anlauf für die Spiele 2040 oder 2044 noch einmal ins Rennen geschickt wird. Eines steht schon vor dem ersten Votum im IOC fest. An der Fauna in den deutschen Ruderrevieren wird die deutsche Bewerbung gewiss nicht scheitern. Weder an der Regattastrecke in Unterschleißheim bei München noch in Duisburg-Wedau sind in der jüngeren Vergangenheit Krokodile gesichtet worden.

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41 Kommentare

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  • Minderleister

    Gab es schon mal Olympische Spiele, von denen langfristig die Allgemeinheit per Saldo profitiert hat, und nicht nur irgendwelche Privatunternehmen? Investitionen in Infrastruktur etc. kann man ja prinzipiell auch ohne diesen Umweg, der mich an die viel zitierte Teflonpfanne als Abfallprodukt der Raumfahrt erinnert, vornehmen. Ich bin jedenfalls froh, dass Berlin aus dem Rennen ist. Da hat dessen negatives Image bei manchen Leuten auch mal etwas Positives bewirkt.

  • Machiavelli

    Sollte es münchen werden könnte man im Zuge dessen ein paar S-Bahn Ringe bauen und so dad Umland erschließen das würde es ermöglichen das mehr Menschen und Unternehmen nach München ziehen.

    • Minderleister

      @Machiavelli:

      Super Idee, weil es ja jetzt bereits so viele für Normalverdiener wie Polizisten, Krankenschwestern oder Handwerker erschwingliche Wohnungen in München gibt! Machiavelli war zwar Zyniker, aber das muss man ja nicht unbedingt in jedem Fall übernehmen.

    • Martin Rees

      @Machiavelli:

      ❗Eine schnelle Eingemeindung wäre eigentlich noch leichter, die "Betroffenen" wohnen dann von jetzt auf gleich in München.



      /



      Doch Vorsicht ist geboten:



      die-stadtgestalter...nte-eingemeindung/



      /



      München als Flächengroßstadt und Mega-Metropole wie Berlin, die haben auch innerhalb und außerhalb vom S-Bahn-Ring...🤔



      ?Falsche Wohnsitzwahl als Menetekel...

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Machiavelli:

      Super Idee. Wir machen eine der reichsten und teuersten Regionen des Landes noch reicher und teurer 😁

  • Martin Rees

    "Doch die Bewerbung aus Rhein und Ruhr hatte es verpasst, sich bei der zuständigen Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) rechtzeitig in Stellung zu bringen. Deutschland war raus."



    Was wohl auch gut war, wenn Vorgaben und Stand der Vorbereitung hätten in Einklang gebracht werden müssen mit Erfordernissen an Infrastruktur und Sicherheit.



    Das kann sich bis 2044 ändern; der Kölner sieht, dass noch (viel?) Wasser den Rhein abwärts fließt und mit Gleichmut ist dem nicht verlegenen Rheinländer auch das Motto zu entlocken:



    "Et hätt noch immer jot jejange"



    Quasi eine Binsenweisheit mit Paragraphen-Attitüde...

    • zartbitter

      @Martin Rees:

      ""Der Bau von olympischen Dörfern und Stadien zerstört lokale Ökosysteme .........""



      =



      95 Prozent der Wettkampfstätten in Paris, olympische Spele



      2024 in Frankreich, waren bereits vorhandene Gebäude oder temporäre Anlagen, um den Ressourcenverbrauch zu minimieren.



      =



      Olympisches Dorf: Das neu errichtete Viertel wurde nachhaltig aus kohlenstoffarmem Beton gebaut und anschließend in ein dauerhaftes Wohnquartier umgewandelt.



      =



      Alle Wettkampfstätten waren komplett mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.



      =



      Im Großraum Paris wurden über 180 Kilometer neue Radwege für eine dauerhafte grüne Mobilität geschaffen.



      =



      Stätten wie das neue Wassersportzentrum wurden mit großen Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung ausgestattet.



      =



      Zuläufe der Seine wurden aufwendig umgebaut und die nachhaltige Reinigung des Seine Wassers voran getrieben um Austragungsorte für die Wasserspiele zu schaffen.



      =



      Die Wahrheit ist das sie anti - links die Argumente verdrehen. Transformation ist fast ausschliesslich nur durch Investitionen möglich. Sie argumentieren das die Spree dreckig bleibt - und verweigern starrsinnig Neubauwohnungen für die Berliner die mehr als dringend gebraucht werden.

      • Minderleister

        @zartbitter:

        Die Wahrheit ist, dass man das alles auch ohne den teuren Umweg über Olympia machen kann, wenn man wirklich will. Erinnert mich an die berühmte Teflonpfanne als Abfallprodukt der bemannten Raumfahrt.

  • Ricky-13

    Der Bau von olympischen Dörfern und Stadien zerstört lokale Ökosysteme. Millionen anreisende Fans und Athleten verursachen extreme Transportemissionen ("CO2-Fußabdruck"). Darüber hinaus verursacht Olympia regelmäßig Milliarden-Euro-Defizite für die Ausrichterstädte. Speziell gebaute Sportstätten - sogenannte "weiße Elefanten" - verfallen nach den Spielen ungenutzt, auch wenn Politiker immer vorher etwas immer anderes behaupten. Am Ende der Spiele tragen Steuerzahlende über Jahrzehnte die finanziellen Altlasten der Großevents. Der "Gewinner" der Spiele ist ohnehin nur das IOC. Das IOC generiert über Medienrechte und Sponsoren regelmäßige Rekordeinnahmen (etwa 7,7 Milliarden US-Dollar im Zyklus bis 2024).

    „Dem Sport ist zu aller Zeit und vor allem von allen Regierungen aus gutem Grund immer die größte Bedeutung beigemessen worden: er unterhält und benebelt und verdummt die Massen.“ [Thomas Bernhard (1931 - 1989), Schriftsteller]

    • Lowandorder

      @Ricky-13:

      “Es lebe der Sport!“



      www.youtube.com/watch?v=lIOGZOlm3MI - Rainhard Fendrich -



      & o temporas o mores - wenn ich lese



      “…Für die Leistungssportförderung im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2027 sind so viele Mittel vorgesehen wie nie zuvor – 361,7 Millionen Euro - Däh



      Noch in den 60er ging‘s knipiger zu - wa!



      Eingedenk der Regatta-Strecken & 🐊 🐊



      Karl-Heinz Hopp aus dem Rom-GoldAchter:



      “Bei den Olympischen Sommerspielen 1964 in Tokio stand der passionierte Reiter im deutschen Aufgebot der Modernen Fünfkämpfer.“ & Däh -



      Wurde ihm beim Einkleiden zu sojet Tokio -



      Ein 🧳 - verwehrt - schließlich habe er ja 1960 bereits einen bekommen! 🙀🧐



      Mein Mitschüler und ockspreußisches plietsches Flüchtlingskind - lief zur Abreise mit einem Papp📦 auf!;) Ein 🧳 fand sich!🫵



      Es lebe der Sport - 🐊🐊 inne Wedau? 👀 Nö

      • Ricky-13

        @Lowandorder:

        Panem et circenses (Brot und Spiele)

        "Die Bevölkerung soll damit von politischen Missständen, Korruption und dem Verlust demokratischer Mitsprache abgelenkt werden", sagte schon Juvenal, ein Satiriker des alten Roms.

        Daran hat sich bis heute auch nichts geändert. Nur das Brot wird immer härter in Deutschland, seit Friedrich Merz unser "Kanzler" ist.

        • Lowandorder

          @Ricky-13:

          Yes. …anschließe mich

  • Der dreckich Katz

    Ach, bis 2044 haben wir westaustralische Klimaverhältnisse in Duisburg. Dann fühlen sich da auch Krokodile wohl.

  • Günter Witte

    Bei Ausgaben von 15 Milliarden Euro im Jahr für Kunst und Kultur sind die paar Millionen für Sport geradezu lächerlich.



    Das Olympische Spiele auch eine positive Entwicklung für eine Stadt, Region sein können sieht man an München 1972. Der Ausbau der Infrastruktur, Olympisches Dorf als Wohnungen für Studenten, Sportstätten die bis heute genutzt werden, alles war nur positiv für München.

    • pumble

      @Günter Witte:

      Nur dass Olympia halt nicht ein paar Millionen kostet, sondern eher ein paar Milliarden. In Paris sind es für die öffentliche Hand 6,6 Milliarden geworden. Billiger wird es hier garantiert nicht.



      Aber wir schaffen ja gerade den Sozialstaat ab, dann ist ja Geld da.

      • Günter Witte

        @pumble:

        Bei 1,4 Billionen Euro Sozialbudget im Jahr wird der Sozialstaat abgeschafft ?

    • fourorty

      @Günter Witte:

      Das war aber vor über 50 Jahren. Heute sieht das meist ganz anders aus, Gewinner ist meist hauptsächlich das IOC.

      • Günter Witte

        @fourorty:

        Beim Geld sicherlich. Nur weis ich bei München das dort ein neues Olympisches Dorf geplant ist, die danach wieder als Wohnungen für Studenten genutzt werden. Würde die Wohnungssituation in München ein wenig entspannen.

        • Zeit und Raum

          @Günter Witte:

          warum erst ein olympisches dorf bauen?



          billiger wirds, wenn man von anfang an wohnungen baut.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Günter Witte:

      Wir reden nicht von Millionen, sondern von Milliarden. Die Millionen sind nur für die Präsentation der Bewerbung.

      Sollte der Zuschlag dann auch nach D gehen (wie viele Koffer mit Geld das braucht, wird nicht öffentlich werden), so müssen noch viele Milliarden locker gemacht werden, um die Spiele auch auszurichten.

      Und was den Nutzen für die Stadt angeht. Wir haben nicht mehr 1972. Die heutige politische Lichtgestalt der Münchner Bewerbung hat sich mit dem FC Bayern (zur Erinnerung: das ist ein Konzern, der Fußball verkauft) und dem verurteilten Betrüger Ulli Hoeneß vor die Presse gestellt. Dort wird der Nutzen hinfließen, nicht an die einfachen Menschen in München. Die müssen das nur zahlen und die anderen Lasten tragen.

      • Josef 123

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Ich möchte Ihnen Ihren Moniker ans Herz legen. Dann kommen Sie automatisch drauf, wo der Nutzen für die Stadt, die Region und ganz Bayern liegen könnte. Berlin wird wieder rummotzen, warum der Bund in seine marode Infrastruktur nichts investiert. Könnte es da einen Zusammenhang geben? Grübelgrübelundstudier.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Josef 123:

          Wie gesagt. Die Zeiten haben sich geändert. Die Ausrichter der Spiele der letzten Jahre konnten froh sein, wenn sie auf 0 rauskamen. Der "Nutzen" fließt in dem durch und durch korrupten System namens Olympia längst nur noch in sehr wenige Taschen.

          Und in Infrastruktur müssen Länder immer investieren, wenn sie nicht abgehängt werden wollen. Das darf nicht von einem Ereignis abhängen.

          Ich habe übrigens jetzt nicht schon nachgeschaut, welche Verbesserungen im ÖPNV den Münchnern versprochen werden, weil mich mehr interessiert, was dann wirklich kommt. Aber vielleicht können sie dann endlich direkt vom Hauptbahnhof abfliegen 😁

          • Josef 123

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Ja, deshalb macht man es ja, damit Stoibers Traum endlich zu seinem 95. Geburtstag Realität wird :-)



            Die Landebahn wird schon geplant, ganze Stadtviertel werden abgerissen werden, ähnlich wie in Rom anlässlich des Baus des Petersdoms. Naja, Oberhäupter unter sich :-)

  • dervogelmann

    ... mir wären viele schöne neue Radwege in NRW lieber, für all das Geld. Und eine ganze Handvoll neuer Bus-Wartehäuschen, anstatt OLYMPIA.

    • Josef 123

      @dervogelmann:

      Ihnen schon, der überwältigenden Mehrheit in NRW nicht. So ist das Leben.

      • nihilist

        @Josef 123:

        Das hat ja nun der DOSB für die Minderheit in NRW entschieden. Auch so ist das Leben.

        • Josef 123

          @nihilist:

          Wie meinen?:

          "20.04.2026

          Klares „Ja“ der Menschen für die Spiele /



          Die Wahlergebnisse der Ratsbürgerentscheide /



          Die Menschen in KölnRheinRuhr haben abgestimmt und das Ergebnis ist eindeutig: In allen 17 beteiligten Kommunen haben sich die Bürger*innen am 19. April 2026 mit großer Mehrheit für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ausgesprochen. Am höchsten war die Zustimmung mit 76,29 Prozent in Aachen, allein neun Städte erzielten eine Zustimmung von mehr als 70 Prozent.



          Das für den weiteren Bewerbungsweg relevante Gesamtergebnis aller beteiligten Städte liegt bei 66 Prozent Zustimmung."

  • Janix

    München leistet sich lieber die weltgrößte offene Drogenszene aka Wiesn. Auch Berlin war schon mal dran und hat kein Geld. Hamburg könnte eher Bauruinen ansprechen, und mit dem Stichwort sind wir auch bei Köln.



    Wo ein gescheiterter DOSB-Geschäftsführer noch OB werden konnte, weil er u.a. auf Drogenkranke in der City kaum verhohlen drosch und auch die Grünen-Gegenkandidatin keine Verwaltungserfolgserfahrung hatte.

    Wäre es nicht ökologischer, einen Ort einmal mit allen Stadien zuzupflastern? Griechenland ist durch Prometheus' Gabe inzwischen vielleicht arg heiß, sonst Olympia und früher/später im Jahr, wofür mensch nur noch eine sinnvolle Zwischennutzung finden könnte. Sonst etwas erreichbar von Ballungszentren.

    Selbst Sport machen, allein oder gemeinsam, ist toll und viel mehr als Fitness for Schützengraben. Sport gucken ist etwas anderes, teils Opium des Volkes, teils auch harmlose Freude. Bei allem nicht der Platz für politische Schein-Erfolge oder teure Projekte.



    Lasst uns die Orte einfach auch so modernisieren. Wenn auch die Kapitalseite wieder angemessen beiträgt, geht das.

  • Bolzkopf

    Allein die Vorstellung dass unsere olympischen Spitzensportler an ihnen vorbeidefilieren treibt unseren Politkern offenbar den Sabber ins Gesicht. Also zumindest einigen unserer politischen Lichtgestalten.

    Also ob wir nicht genug Probleme hätten die dringend gelöst werden müssen.



    Denn diese Causa kostet ja nicht nur Geld - sie bindet auch erheblich Personale in den Amtsstuben die sicher Wichtigeres zu tun hätten.

    • Josef 123

      @Bolzkopf:

      "Denn diese Causa kostet ja nicht nur Geld - sie bindet auch erheblich Personale in den Amtsstuben die sicher Wichtigeres zu tun hätten."

      Na, dann können wir ja von Glück sagen, daß Berlin raus ist. Dort ist das Personal in den Amtsstuben offenbar ohne Olympia schon restlos überfordert, wenn man den Kommentaren in der TAZ glauben darf.

      • nihilist

        @Josef 123:

        Dafür braucht man keine Kommentare in der taz, wenn man in Berlin (oder auch Köln) wohnt. Die Erfolge bei derlei Großprojekten sind öffentlich nachvollziehbar.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Die Vorstellung, dass ein deutscher Kanzler 2036 pünktlich zum 100. Jahrestag Olympische Spiele eröffnet, ist einfach zu verlockend. Da spielt Geld doch keine Rolle 😉

    Und natürlich auch nicht die Tatsache, dass auch mal andere dran sein könnten.

    • Bolzkopf

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Also mal ehlich ... 2036 ... dann ist der Mann 80 Jahre alt.



      Naja ... darum vergleicht er sich wohl mit Adenauer - denn der hat ja erst im zarten Alter von 87 Jahren abgedankt.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Bolzkopf:

        Das ist ein Missverständnis. Ich meine keinen bestimmten Kanzler. Und den, der dann 80 wäre, bestimmt nicht. Der kann froh sein, wenn er nächstes Jahr um die Zeit noch eine Imbissbude eröffnen kann.

      • Josef 123

        @Bolzkopf:

        Er schreibt nicht von Merz, der ist nach der nächsten Wahl voraussichtlich schon nicht mehr Kanzler. Alice Weidel allerdings wäre dann 57.

      • derzwerg

        @Bolzkopf:

        Wir reden von 2036. Ich denk bei 2036 ehrlich gesagt nicht spontan an irgendeinen Mann von der CDU, wer dann auch immer 80 Jahre alt wird, sondern „dass auch mal andere dran sein könnten.“ Hoffentlich Linke

    • FancyBeard

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Na eigentlich ist aber Deutschland dran. Als einer der reichsten Nationen der Welt sollte man schon alle Jahrzehnte mal ein großes Sportfest für die ganze Welt ausrichten.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @FancyBeard:

        Indien war z.B. noch nie daran. Dort leben die meisten Menschen. Und in Afrika waren die Spiele noch nie. D steht also sehr weit hinten in der Schlange

      • derzwerg

        @FancyBeard:

        Olympia aus reinem Altruismus sozusagen, das ist ja wohl das mindeste

  • pumble

    Vorangetrieben natürlich von genau denen, die uns erzählen, dass dringend gespart werden muss und für den Sozialstaat kein Geld da ist.

    • Josef 123

      @pumble:

      Ross? Reiter?