Corona-Epidemie in Deutschland: Der Disput der Virologen

Der eine hat tolle News aus der Forschung im besonders vom Virus betroffenen Kreis Heinsberg. Der andere zerreißt diese Neuigkeiten in der Luft.

Aufnahme eines menschenleeren Städtchens.

Forschungsobjekt: die Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg Foto: Oliver Berg/dpa

BERLIN taz | Es war der Gründonnerstag der Naturwissenschaftler. Virologen, Infektiologen, Hygieniker, Pharmakologen, Epidemiologen – bald keine der zahlreichen digitalen Pressekonferenzen am letzten regulären Arbeitstag vor dem Osterwochenende kam ohne sie, ihre neuesten Forschungsdaten, Einschätzungen und Prognosen zur Verbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung, seiner Gefährlichkeit, aber auch seiner möglichen Beherrschbarkeit durch das Gesundheitswesen aus.

Aus gutem Grund: Nach Ostern will die Bundesregierung bekannt geben, ob und in welchem Umfang die seit bald drei Wochen andauernden, drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert werden. Diese politische Entscheidung wird – auch – von den Daten der Wissenschaftler beeinflusst werden. Doch diese Daten sind, dies vorweg, noch unvollständig und vor allem: unterschiedlich interpretierbar.

Klingt unbefriedigend? Nicht unbedingt. Der Reihe nach.

Zunächst das Neue: Am Donnerstagmorgen trat in Düsseldorf der Virologie-Professor Hendrik Streeck vor die Presse und stellte, wie er betonte, „Zwischenergebnisse, deren Verallgemeinerung sehr schwierig ist“ zu dem Forschungsprojekt „Covid-19 Case-Cluster-Study“ vor. Diese Studie hatten Streeck und ein interdisziplinäres Team des Universitätsklinikums Bonn in den vergangenen Wochen durchgeführt in der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg.

Heinsberg gilt als so genannter Corona-Hotspot und ist einer der am frühesten und stärksten von der Pandemie erfassten Gebiete in Deutschland. Streeck und seine Kollegen untersuchen dort zurzeit rund 1.000 Einwohner in 400 Haushalten; sie testen diese Menschen per Rachenabstrich einerseits auf akute Infektionen, mittels Blutuntersuchungen aber auch darauf, ob die Personen bereits eine Infektion durchgemacht haben und folglich immun sind.

Der Zwischenstand, den Streeck nun am Donnerstag präsentierte, und den die Politik bei ihren anstehenden Entscheidungen zumindest im Hinterkopf haben dürfte, beruht auf den Auswertungen der Ergebnisse von 509 untersuchten Personen, also etwa der Hälfte aller Probanden.

Eine super Botschaft, könnte man meinen

Für die Gemeinde Gangelt seien die Daten „repräsentativ“, so Streeck; bundesweit allerdings besäßen sie wenig Aussagekraft, jede Region sei zu verschieden. In Gangelt aber, so viel sei klar, hätten 15 Prozent aller Einwohner eine Infektion mit dem Virus – bemerkt oder unbemerkt – bereits durchlaufen und seien nun für mindestens 6 bis 18 Monate immun. Sie seien damit weder ansteckend, noch könnten sie angesteckt werden. Eine super Botschaft, konnte man meinen, zumindest auf den ersten Blick.

Virologe Hendrik Streeck mit Ministerpräsident Armin Laschet vor der Verkündung seiner Ergebnisse Foto: Federico Gambarini/dpa

Dann aber erklärte Streeck: Die so genannte Herdenimmunität, also die Rate durchgemachter Infektionen in der Bevölkerung, ab der Virologen davon ausgehen, dass die Epidemie verschwindet, weil Ansteckungen kaum noch möglich sind, liege mit 60 bis 70 Prozent natürlich und weitaus höher als die für Gangelt festgestellten 15 Prozent. Also keine Entwarnung.

Doch immerhin: die Zuwachsraten der Neuinfektionen wiesen eine fallende Kurve aus, was zusätzlichen Mut mache und auf eine verlangsamte Verbreitung des Virus schließen lasse. Auch habe man herausgefunden, dass Kinder kaum ernsthaft erkrankten. Noch eine gute Nachricht also. Und bei Erwachsenen habe die Zahl der übertragenen Erreger offenbar einen Einfluss auf den Schweregrad der Erkrankung, sagte Streeck. Heißt so viel wie: Wer konsequent Abstand hält und, sollte er dennoch angehustet werden, entsprechend nur wenige Erreger aufnimmt, kann auf einen milderen Verlauf hoffen.

Dazu komme: Wer einmal eine Infektion durchgemacht habe, dessen Körper sei – anders als etwa bei dem Aids-Erreger HIV – das Virus ein für allemal los. Auch das fanden die Wissenschaftler heraus. Lediglich etwa 0,37 Prozent der Infizierten in Gangelt starben ihrer Studie zufolge; die Johns-Hopkins-Universität geht dagegen für Deutschland von einer fünffach höheren Quote aus (1,98 Prozent).

Spätestens da konnte man zaghafte Hoffnung schöpfen, dass Licht am Ende des Coronatunnels zu sehen sei.

Noch mehr gute Nachrichten

Aber es kam noch besser: Streeck, der Wissenschaftler, ging sogar so weit, anzudeuten, dass angesichts der nun vorliegenden Daten aus seiner Sicht und möglicherweise mit einer Rücknahme der ersten strengen Auflagen begonnen werden könne, sofern, ja sofern die Bürgerinnen und Bürger weiterhin konsequent die Hygieneregeln (Hände waschen, Husten-Etikette, Zwei-Meter-Abstand) einhielten.

Aber dazu, dachte man, wäre man ja sowieso, gern und immer bereit, wenn, ja wenn denn damit verbunden eine Lockerung in Aussicht sei. Und ganz gewiss würden die Worte des Wissenschaftlers ja von der Politik gehört werden.

Die zaghafte Euphorie hielt sich aber nur exakt eine Stunde.

Die Gegenmeinung des Professor Drosten

Da nämlich wandte sich, in einer anderen digitalen Pressekonferenz, organisiert vom Kölner Science Media Center, Christian Drosten, der Chefvirologe der Berliner Charité und daneben Berater der Bundesregierung, an die Öffentlichkeit. Und er zerstörte nun mit wenigen kleinen, vernichtenden Sätzen, vorgetragen mit der ihm eigenen, charmanten Unaufgeregtheit, das kleine Fünkchen Hoffnung, das sein Kollege Streeck von der Uni Bonn (dort übrigens Drostens Nachfolger) zuvor verbreitet hatte.

Satz eins ging so: „Man kann aus dieser Pressekonferenz (gemeint war die von Streeck) gar nichts ableiten.“ Satz zwei lautete: „Man braucht erstmal ein Papier.“ (Diese Kritik bezog sich auf den Umstand, dass Streeck seine Zwischenergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt hatte, ohne zuvor offenbar der Scientific Community einen Bericht vorgelegt zu haben.) Die weiteren Sätze säten sodann Zweifel an der Seriosität der Untersuchung bezogen auf das Sample, die Testung und die Interpretation der Daten.

Immerhin bei einer Aussage stimmte Drosten Streeck zu: Wer die Infektion überstanden habe, von dem gehe kein Erkrankungsrisiko und keine Ansteckungsgefahr mehr aus. „Da wäre ich schon so mutig zu sagen, ab jetzt kriegt diese Person den grünen Armreif“, sagte Drosten und lachte. Wer immun sei, könne beispielsweise „ohne Vermummung“ an der Rezeption einer Klinik arbeiten.

Bleibt skeptisch: Deutschlands mittlerweile bekanntester Virologe Christian Drosten Foto: Michael Kappeler/reuters

Was Forschung leisten muss, die Drosten befürwortet (und an der er sich beteiligt), konnte man, wiederum eine Stunde später, aus der beim Nachrichtensender Phoenix übertragenen Bundespressekonferenz aus Berlin erfahren.

Dort verlas Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) zunächst wie bald jeden Tag öffentlich die „schnöden Zahlen“ (Wieler über die Forschungsdaten seiner Behörde) zu Gesamt-Infizierten (108.202), Neu-Infizierten (4974) und Todesfällen (2107). Dann aber konnte er vermelden: Das RKI wird ab der kommenden Woche in Zusammenarbeit mit der Berliner Charité und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung aus Braunschweig mit groß angelegten, bundesweiten repräsentativen Untersuchungen beginnen.

Diese sollen, so Wieler, Antworten auf drei drängende Fragen geben. Erstens: Wie viele Menschen in Deutschland haben die Infektion mit dem Coronavirus, bemerkt oder unbemerkt, bereits durchgemacht – und sind insofern immun? Zweitens: Wie hoch ist der Anteil so genannter asymptomatischer Fälle, also Erkrankungen, die unbemerkt verlaufen? Und drittens: Wie viele Menschen sind tatsächlich an der Infektion gestorben – und nicht etwa an einer anderen, parallelen Erkrankung?

Suche nach lebensrettenden Informationen

Mit den Antworten, so Wieler, werde sich nicht bloß der Verlauf und die Schwere der Epidemie besser beschreiben lassen. Auch die Effektivität der getroffenen, strikten Maßnahmen wie social distancing oder Schulschließungen könne so besser bewertet werden. Nicht zuletzt wäre dann klar, wer – weil er selbst andere nicht mehr anstecken könne, aber auch nicht mehr von anderen angesteckt werden kann – problemlos Kontakt haben dürfe zu besonders gefährdeten Menschen mit hohem Erkrankungsrisiko, etwa in Kliniken oder Pflegeheimen. Letztendlich, das machte Wieler klar, kann die Information über eine vorhandene Immunität also lebensrettend sein.

Ob eine Person immun sei, erklärte der RKI-Präsident, könne mit so genannten Antikörpertests gezeigt werden. Dabei wird im Blut untersucht, ob der Körper als Reaktion auf das Virus Antikörper gebildet hat. Als Faustformel gilt: Bei neun von zehn Patienten, die sich mit dem Virus angesteckt haben, bilden sich spätestens im Laufe der zweiten Woche nach der Infektion Antikörper.

Entsprechende Labortests seien erst seit kurzem verfügbar. Die Antikörpertests seien überdies nicht zu verwechseln mit den so genannten PCR-Tests, die seit Monaten in Deutschland in großem Stil eingesetzt werden, aber nur darüber Auskunft geben können, ob eine Person zum Zeitpunkt des Tests akut infiziert ist.

Wieler und die kooperierenden Universitätskliniken planen nun gleich drei große Antikörper-Studien. Die erste, die in der kommenden Woche startet, wird alle 14 Tage rund 5.000 Blutproben von Blutspendern untersuchen; erste Ergebnisse sollen im Mai vorliegen.

Die zweite, mit Beginn Mitte April, soll in vier verschiedenen Orten, die in besonders schwer betroffenen Ausbruchsgebieten liegen, die Blutproben von jeweils 2.000 Menschen mehrfach untersuchen und daneben Daten zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen, Gesundheitsverhalten, Lebensumständen und psychischer Gesundheit erfassen. Auch bei dieser Studie werden erste Ergebnisse im Mai erwartet.

Die dritte Antikörperstudie schließlich will 15.000 Menschen in 150 Regionen untersuchen und soll repräsentative Daten für die Bevölkerung Deutschlands liefern. Diese Studie wird im Mai starten und könnte im Juni erste Resultate liefern. Frühestens.

Die vagen Schlüsse der Politik

Und so ging der Gründonnerstag, der doch eigentlich den Naturwissenschaftlern gehört hatte, mit vagen Aussagen der Politiker zu Ende, die nicht wirklich auf umfangreiche Lockerungen, geschweige denn ein absehbares Ende der strengen Maßnahmen schließen lassen.

Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte: „Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden.“ Die Bundesfamilienministerin Fanziska Giffey (SPD) warnte: „Wir dürfen jetzt nicht alles aufs Spiel setzen.“

Und die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Physikerin ist und deswegen in diesem Text das letzte Wort haben darf, sagte (vermutlich zum Jubel vieler Kinder und zum Verdruss vieler Eltern) auf die Frage nach der Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach den Osterferien: „Ich halte die Schulen natürlich nicht für die Orte, an den man mit den einfachsten Maßnahmen den Abstand sicherstellen kann, den man braucht.“

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. In den vergangenen Monaten beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Ab wann Spiele wieder vor Publikum stattfinden, ist noch nicht klar.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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