piwik no script img

Bundesvorstand der AfD-JugendHelmut heißt nicht Helmut

Helmut Strauf ist jung, hat in der AfD Bayern aber mächtige Unterstützer. Eigentlich kommt er aus dem Saarland – und verheimlicht seinen echten Namen.

Vorne rechts: „Helmut“ Strauf, links neben ihm Daniel Halemba, rechts Franz Schmid. Bei der Gründung der Generation Deutschland am 29. November in Gießen Foto: Dokunetzwerk Rhein-Main

Aus München und Saarbrücken

Aline Pabst

Es ist spät geworden bei der Gründungsversammlung der neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen, als Helmut Strauf endlich auf die Bühne darf. Kaum jemand kennt den VWL-Studenten, der nach eigenen Angaben „schon immer Patriot“ war, aber erst Anfang 2025 der AfD beitrat. Dennoch kandidiert er an diesem Novemberabend für den letzten verbliebenen Sitz im Bundesvorstand der Generation Deutschland (GD). Der damals 20-Jährige wirkt entsprechend nervös – trotz der lautstarken Unterstützung durch Delegierte seines Landesverbands Bayern. Dass er zu ihnen gehört, zeigt er deutlich: Neben dem obligatorischen Seitenscheitel trägt Strauf eine Trachtenjacke, was einige Zuschauer des Youtube-Livestreams lächerlich finden. „CSU-V-Mann“, spottet einer im Chat.

Teile seiner Rede, in der Strauf über angebliche „2.000 Jahre deutscher Geschichte“ fabuliert, gehen später online viral. Deutschland habe sich von Linken „moralisch erpressen lassen, ein zum Scheitern verurteilter Vielvölkerstaat zu werden“, wettert er außerdem. Seine Lösung: „millionenfache Remigration“ und „abschieben, abschieben, abschieben“.

Bei der Kampfabstimmung tritt Strauf gegen den wesentlich erfahreneren Landtagsabgeordneten Florian Köhler an. Auch Köhler stammt aus Bayern, fiel bei seinen Parteikollegen aber in Ungnade, weil er sich gegen die Aufnahme früherer NPD-Mitglieder in seinem Bezirksverband sperrte. Strauf gewinnt knapp. Seitdem gilt er als Nachwuchshoffnung der bayerischen AfD. Er kandidiert auch für den Bezirksausschuss Bogenhausen bei der bayerischen Kommunalwahl am 8. März.

Was Helmut Strauf allerdings weder in Gießen noch in den folgenden Monaten erwähnt: Er ist eigentlich Saarländer, hat selbst Migrationshintergrund – und heißt überhaupt nicht Helmut.

Mit Eisernem Kreuz zum Mottotag

Nachdem Strauf auf wiederholte Anfragen nicht reagierte, ging die taz entsprechenden Leserhinweisen nach. Demnach wurde er als Luca Maurice Strauf im Nordsaarland geboren, wo er 2023 Abitur machte. Personen aus seinem Umfeld erinnern sich an ihn als „eher eigenbrötlerischen“ Schüler, der damals schon einen „Hang zu Militarismus“ zeigte: Laut dem Steckbrief in seiner Abizeitung tauchte er bei einem Mottotag in der Schule mit Anzug und Eisernem Kreuz auf und hatte eine Vorliebe für Marschmusik. „Helmut“ wird dort zwar als sein dritter Vorname genannt – das sei aber laut Bekannten nur ein Witz gewesen, „weil er eben wie ein Helmut aussieht“.

Seine Provokationen schienen damals harmlos. „Rückblickend betrachtet hätten wir wohl aufmerksamer sein sollen“, sagt ein ehemaliger Mitschüler der taz. Strauf sei „kein dämlicher Mensch“ und war schon als Schüler politisch interessiert: Er habe sogar für seine eigene „Partei der Idealisten“ eine Website aufgesetzt. Diese sei aber inzwischen gelöscht – ebenso wie seine alten Social-Media-Profile.

Sein aktueller Facebook-Account wurde dagegen erst kurz nach seiner Wahl in den Bundesvorstand der AfD-Jugend eingerichtet. Auf Instagram und X – wo er den Namen „L. M. Helmut Strauf“ angibt – meldete er sich nur wenig früher als „@strauf_muenchen“ an. Es drängt sich der Eindruck auf, dass Strauf seine saarländischen Wurzeln verheimlichen will. Nur: Wieso?

Keine der Personen, mit denen die taz sprach, hat darauf eine Antwort – oder kann sich erklären, wieso er bei der AfD mit falschem Vornamen auftritt. Er müsse doch wissen, dass die Wahrheit irgendwann als Licht komme und „sein gesamtes Kartenhaus einstürzt“, zumal sein Auftritt in Gießen in seinem alten Bekanntenkreis bereits die Runde gemacht habe.

Radikalisierung in Burschenschaft

Nicht nur dort herrscht blankes Entsetzen über Straufs völkische Parolen. Das Bündnis gegen rechts Wiesbaden hat gegen Strauf und zwei weitere Redner der Gründungsversammlung Anzeige wegen Volksverhetzung erstattet. Begründung: Mit „millionenfacher Remigration“, wie Strauf sie fordert, könnte „die gewaltsame Deportation von Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte aus der Bundesrepublik Deutschland gemeint sein“.

Davon wäre möglicherweise auch Straufs eigene Familie und sogar er selbst betroffen. Denn: Laut taz-Informationen stammt sein Großvater aus der Türkei. Bekannte nennen ihn „ein Paradebeispiel für gelungene Integration“. Dagegen behauptet der Jungpolitiker auf X, dass Multikulti „sowieso nicht mit außer-europäischen Kulturkreisen“ funktioniere. Seine Herkunft scheint Strauf lieber verschweigen zu wollen: Entsprechende Kommentare sollen bei Instagram gelöscht worden sein. Seine Familie äußerte sich auf taz-Anfrage nicht.

Wie konnte sich Strauf in kurzer Zeit so radikalisieren? Sein Umfeld gibt der Saarbrücker Burschenschaft Germania die Schuld, der sich Strauf 2023 nach Beginn seines Studiums an der Saar-Uni angeschlossen habe – ursprünglich nur, weil sie ihren Mitgliedern billige Zimmer zur Verfügung stellt. Germania ist ebenso wie die Burschenschaft Ghibellinia zu Prag in Saarbrücken eine pflichtschlagende Verbindung. Bei beiden gab es in der Vergangenheit auffällige personelle Überschneidungen zur AfD Saar und der inzwischen aufgelösten Jungen Alternative (JA): So ist der Ex-Landtagsabgeordnete Rudolf Müller „Alter Herr“ der Germania.

Beide Studentenverbindungen waren lange im selben Dachverband organisiert, traten aus der skandalträchtigen Deutschen Burschenschaft (DB) aber schon vor Jahren aus. Vor allem Germania war in der Folge bemüht, sich öffentlich vom rechtsextremen Image der DB abzugrenzen. Dennoch belegen Fotos, dass – neben AfD-Funktionären aus dem gesamten Bundesgebiet – auch Saarbrücker Burschenschafter am „Burschentag“ der DB im Mai 2024 in Eisenach teilnahmen.

Strauf ist dort in Germania-Farben zu sehen und in Begleitung zweier Ghibellinen: Nicolas Benyoucef war bis zu ihrer Auflösung Anfang 2025 Vorsitzender der JA Saar und ist laut Recherchen des Saarländischen Rundfunks tief im rechten Milieu verankert. Leon P. ist im Umfeld der christlichen Rechten aktiv. Weitere Bilder zeigen P. und Strauf im September 2024 bei einer Demo radikaler Abtreibungsgegner in Köln.

„Burschentag“ der Deutschen Burschenschaft im Mai 2024 in Eisenach. Von links: Nicolas Benyoucef, „Helmut“ Strauf, Leon P Foto: Dokunetzwerk Rhein-Main

Kurze Zeit später taucht Strauf dann plötzlich in Bayern auf. Auf Fotos der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München (Firm) posierte er am Volkstrauertag (17. November 2024) in den Farben der Münchener Burschenschaft Cimbria mit anderen Burschenschaftern und AfD-Politikern. Von 2023 bis Mitte 2024 hielt Cimbria den Vorsitz der DB. Auffällig: Mit dem AfD-Politiker Sebastian Wolz stand zu dieser Zeit ein Saarländer an ihrer Spitze. Davor war der Betriebswirt Mitglied bei Fiducia Saarbrücken, der Schülerverbindung der Germania. Ob er bei Straufs Umzug von Saarbrücken nach München eine Rolle spielte, ist unklar: Weder Germania noch Cimbria antworteten auf taz-Anfragen.

Vernetzt mit dem verurteilten Halemba

Der wohl prominenteste Burschenschafter unter Straufs Unterstützern ist Daniel Halemba von der Teutonia Prag zu Würzburg. 2023 kam es zu einer Hausdurchsuchung im Verbindungshaus. Dabei stießen die Ermittler in Halembas Zimmer unter anderem auf einen USB-Stick mit Reden von Adolf Hitler und Joseph Goebbels. Kürzlich sprach ihn das Amtsgericht Würzburg aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf der Volksverhetzung frei, verurteilte ihn aber wegen Geldwäsche und Nötigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 30.400 Euro. Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben Rechtsmittel eingelegt.

2023 zog Halemba mit nur 22 Jahren in den Bayerischen Landtag ein, nachdem er sich erst knapp ein Jahr vorher mithilfe seiner burschenschaftlichen Kontakte in einem fremden AfD-Kreisverband überraschend als Kandidat hatte aufstellen lassen. Seine Gegenkandidatin sprach später gegenüber T-Online von einem „Putsch“. Auch Halemba war zu dem Zeitpunkt nahezu unbekannt. Sein schneller Aufstieg weist Parallelen zu Straufs Werdegang auf.

Der Vorgang schlug parteiintern hohe Wellen. Juristische Schützenhilfe erhielt Halemba von dem Rechtsanwalt und heutigen Landtagsabgeordneten Rene Dierkes. Er ist Vorsitzender des AfD-Kreisverbands München-Ost – zu dem auch Strauf gehört. Dierkes warb vor der Gründungsversammlung für Strauf: Dieser zeige „leidenschaftliches Engagement für unser Land und unsere Partei“, schwärmte er. „Genau diese Sorte junger, motivierter und gebildeter Patrioten soll die neue Jugendorganisation vertreten!“

Dierkes ist erst der zweite Landtagsabgeordnete in Bayern, von dem bekannt ist, dass er vom Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet wird, obwohl dafür hohe Hürden gelten. Der erste war Franz Schmid – der Strauf als Mentor öffentlich protegiert. Der Bayerische Rundfunk bezeichnet den 25-jährigen Kinderpfleger als „jungen Hardcore-Rechten“, der enge Kontakte zur Identitären Bewegung und dem rechtsextremen Vorfeld pflegt.

Strauf macht Fulltime-Job für AfD-Jugend

Schmid war Vorsitzender der JA Bayern und ab 2022 auch Teil des Bundesvorstands. Bei der Wahl in Gießen schickte er dagegen Strauf vor. Laut Firm, der Fachinformationsstelle für Rechtsextremismus, gleiche Straufs Engagement für die AfD derzeit einem „Fulltime-Job“, da er seit Wochen durchs halbe Land reise und die Gründung mehrerer GD-Landesverbände begleitete. Die Vermutung: Als politisch wenig vorbelasteter Neuling solle er „aufgebaut“ werden, zumal es der AfD in Bayern an geeignetem Nachwuchs mangele. Dass „Helmut“ gar nicht aus Bayern stammt, überrascht Firm.

Mitte Dezember wurde unter Ausschluss der Medien der bayerische GD-Landesverband gegründet. Vorsitzender wurde Franz Schmid, Strauf erster Stellvertreter. Als Nächstes könnte der Student bei der bayerischen Kommunalwahl am 8. März über den Listenplatz 2 in den Bezirksausschuss München-Bogenhausen einziehen. Auf der AfD-Wahlliste für den Stadtrat München steht er zwar nur auf Listenplatz 15, aber da in Bayern nicht nur Listen, sondern auch Personen gewählt werden können, hat er dennoch Chancen.

Sofern die Wähler ihn auf dem Stimmzettel finden. Laut taz-Informationen wurde sein Wahlvorschlag unter dem Namen „Luca Maurice Helmut Strauf“ eingereicht. Die Stadt München will das nicht bestätigen: „Wir bitten um Verständnis, dass wir personenbezogene Daten aus den eingereichten Wahlvorschlägen nicht weitergeben dürfen“, erklärt die Verwaltung auf Nachfrage. Es käme jedoch häufiger vor, dass bei Kandidaten zunächst falsche Vornamen angegeben werden – beispielsweise, weil sie unter ihrem Spitznamen bekannter sind. Auf den Stimmzetteln sei aber nur der offizielle Name erlaubt, deshalb würden alle Einreichungen mit dem Melderegister abgeglichen und Rücksprache mit den Parteien gehalten, bevor die korrigierten Wahllisten veröffentlicht werden. So geschehen Anfang Februar. Auf Listenplatz 15 ist dort „Strauf Luca“ zu lesen.

Luca Strauf hat sich gegenüber der taz nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Hinweis: In einer vorherigen Version haben wir Florian Köhler versehentlich als Frank Köhler bezeichnet. Wir haben das korrigiert, d. Red.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema
Fotomontage eines wochentaz-Titels und dem Buchcover „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit

10 Wochen taz + Sachbuch „Autoritäre Rebellion“

Zeiten wie diese brauchen Seiten wie diese: unabhängig, konzernfrei und mit klarer Kante gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsruck. Teste jetzt die taz und erhalte das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit als Prämie.

  • Das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit als Prämie
  • Die wochentaz jeden Samstag frei Haus + digital in der App
  • Die tägliche taz von Mo-Fr digital in der App
  • Zusammen für nur 28 Euro

10 Wochen taz + Buch „Autoritäre Rebellion“

Jetzt bestellen

33 Kommentare

 / 
  • Interessante Laufbahn. Natürlich inklusive Jankerl und Burschenschaft. Ich bin leider durch Verwandtschaft gezwungen, ähnliche Leute zu kennen. Mit Jankerl und Burschenschaftshintergrund. Die können total freundlich sein. Der gute Nachbar von nebenan. Der treusorgende Familienvater und Ehemann. Was die Leute ja immer nicht glauben wollen, weil sie denken, auch die Nazis damals seien Monster gewesen. Nein, die Banalität des Bösen sieht anders aus.

    Übrigens ist eine typische Eigenschaft solcher Burschenschaftler die ihnen innewohnende Vetternwirtschaft. Die Burschenschaften funktionieren ja genauso: da werden Seilschaften gebildet, bei denen die "alten Herren" den "jungen Füchsen" lukrative und einflussreiche Praktika und Jobs vermitteln. Was man so alles bei Familienfesten dann bestätigt findet wenn man den entsprechenden Gesprächen lauscht. Erinnert auch nicht umsonst an die momentanen Vorwürfe der AfD gegenüber.

    Und die sind übrigens lange nicht alle in der AfD. Meine persönlichen Erfahrungen liegen eher im Bereich cdU/csU. Aber wo ist da schon genau der Unterschied?

  • Wenn man sich die Knaben so anschaut, dräut der Gedanke ... so jung und schon so alt - sowohl optisch also auch im "Hirn".

    Das kommt schon sehr amthormäßig rüber.

  • Helmut hin oder her, ne'n teutsches Stammbuch muss bei Eintritt inn' e teutsche Partei schon schön auf' n Tisch. Bei St[r]auf is auch an einer Stelle wat zuviel & am Ende, da fehlt duch wat - wa 😇



    Komisches Käutzchen

  • „Luca Maurice Helmut Strauf“



    ----



    Hmmm, schämt sich da, in DE-Mezzogiorno, jemand, der aus dem Saarland kommt & jetzt Bayer spielt, wg. seines südländischen Vornamens?



    Können wir von 2 Seiten sehen:



    Als Song, der seine Sozialisation umreißt:



    "My name is Luka, I live on the second floor, ...."



    Oder als Verbindung "zu einer ehrenwerten alten süditalienischen Tradition"!



    Im konkreten Fall scheint mMn. der 2. Gedanke zutreffender zu sein! :-)

  • Helmut heißt nicht Helmut?



    -----



    "Wir wollen die Vornamen! Die wahren Vornamen!"



    Wer war denn das? :-(



    Btw. L.M.Helmut? Wäre das nicht besser L.M.H., bzw. L.M.A.A angesagt?



    Die Auflösung sollten wir dann den "Volks- & Parteigenossen der "Arbeitgeber für Ferwandte" überlassen! :-)

  • Ich glaube, das zeigt sehr gut, wie rechtsextreme Kreise, Burschenschaften und andere Zirkel die AfD in eine rechtsextreme Kämpferpartei transformieren.



    Viel müssen sie nicht mehr tun, aber den einen oder anderen alten-AfDler kriegen sie noch zufassen und diese 'gemäßigten' sägen sie dann ab.



    Die AfD ist aber kein Opfer, schon unter Lucke hatte sie aufgrund ihrer bürgerlich-neoliberalen Ausrichtung ein Menschenbild, was ökonomisiert war, der Fokus auf die alte DM-Mark sorgte für konfusen Patriotismus.



    Dass es aber nun in immer stärker nach Rechts und damit auch zu einem Verbot kommen kann, ist trotzdem bedenkllch, weil dieser Jugendverband Mitglieder hat und Funktionäre in Parlamente schicken kann.



    Deren Rechtsextremismus hat Konsequenzen und er wird immer gefährlicher. Alleine deren sinnentleerte Sicht auf die Deutsche Geschichte gefährdet die Fortschritte aus der NS-Forschung und dem Wert eine liberalen, freiheitlichen Demokratie.



    Dass sie dann nicht offen über ihre wahre Identität sind, wundert mich nicht. In einem völkischen AfD-Klub will niemand einen Typen mit türkischen Vorfahren, weil es denen ja um ein rassistisches Weltbild geht. Also besser sich in Helmut umbenenen.

    • @Andreas_2020:

      Und es gibt einen breiten rechten Flügel der cdU/csU, der nicht anders aussieht und agiert. Jankerl und Burschenschaft findet man da ebenfalls häufig.

  • Soll ja vorkommen, dass Menschen Probleme mit ihrem ursprünglichen Namen haben.



    de.wikipedia.org/wiki/Horst_Kasner

    • @Mondschaf26:

      Kazmierczak hat doch viel mehr Charakter als Kasner.

  • Ei ei ei. Wer hier ein Helmut ist, bestimme immer noch ich?

    Ich erkenne allerdings so manche Marotte meines Vaters und seiner Schwestern mit hier nicht näher definierter Migrationsgeschichte wieder. Stets in breitem rheinischen Dialekt sprechend, hat mich sogar die jüngste Schwester mal gefragt ob es in Duisburg keine Probleme mit "Ausländern" gäbe.

    Wenn jetzt allerdings Menschen mit Migrationsgeschichte diese Verwirrungen der eigenen Identität ausbaden sollen, sind wir schon wieder am Anfang der Geschichte angelangt. Ich dachte, das wäre vorbei. Leider nein.

  • der zweite von links :)

  • Liebe taz,



    ich finde der Artikel äußerst informativ, aber den verwendeten Vornamen eines Politikers so zum Thema aufzubauschen, nicht hilfreich. Tessa Ganserer wurde von Beatrix von Storch öffentlich vorgeführt, weil ihr "bürgerlicher" Vorname nicht dem von ihr verwendeten entsprach. Straufs Motivation können wir auch kritisch hinterfragen ohne unsere Achtsamkeit füreinander zu entwerten.

    • @DieLottoFee:

      Es geht nicht um Helmut, sondern um die türkischen Vorfahren ... Eine rassistische AfD, die Remigration fordert, kommt mit der Wahrheit, multiethnische Genetik unseres Volkes natürlich nicht zurecht. Kurz: Diesen Rassisten geht es nicht um Helmut, die wollen Massendeportationen machen, deswegen wird das für die zum Problem. Ob der nun mit dem Degen in der Burschenschaft hantiert oder nicht. Die Gene sind einfach nicht in Ordnung - jedenfalls in deren kruder Sichtweise.

    • @DieLottoFee:

      Entweder Menschen haben das Recht die eigene Identität zu bestimmen oder nicht und dann ist es völlig egal ob AFD oder Grüne ob im Kontext einer Änderung der sexuellen Identität oder Negierung eines Migrationshintergrundes.

      • @Machiavelli:

        Da stimme ich Ihnen grundsätzlich zu. Jedoch liegt hier der pikante Fall vor, dass Jmd. der einen Migrationshintergrund als Makel ansieht und die „Remigration“ von „nicht-Deutschen“ propagiert, selber einen Migrationshintergrund hat, und diesen zu verschleiern sucht. Er darf sich gerne als „echter Deutscher“ - was immer das sein mag - fühlen, aber dann sollte er die hohe Messlatte für die Aufnahme in dieses „Volk“ doch bitte auch bei sich selbst anlegen.

  • Franz Strauß legte sich auch den Josef zu. Und Spitznamen auf Plakaten, mit Anführungszeichen markiert, sah ich schon in zwei verschiedenen Orten. Der türkischen Großvater oder dass er kein Bayer ist (Teile des Saarlands waren auch mal bayrisch, meine ich), ist ähnlich irrelevant.



    Seine politische Auffassungen und Worte sind alleine der Skandal. Allerdings ein großer.

    • @Janix:

      Ich danke für die Korrektur bei Strauß ausdrücklich.



      Und bleibe bei meinem Punkte, dass das Politische der Skandal No. 1 bleibt.

    • @Janix:

      Franz Josef Strauß hat sich nicht einen "Josef" zugelegt, seine Eltern haben ihm halt zwei Vornamen, nach seinem Vater, gegeben und er hat ja auch immer alle zwei Namen benutzt. Wie ist es dann bei Politikern die ihren gesamten Namen ändern wie Herbert Ernst Karl Frahm in Willy Brandt ??

      • @Günter Witte:

        Ich hoffe, Sie wissen, warum Frahm das tat, und auch die Infamität Adenauers bei dem Thema kennen Sie?



        Danke, wie gesagt, für die Korrektur, und zugleich ein völlig falsches Beispiel.

    • @Janix:

      Laut Wikipedia wurde Strauß 6 Tage nach seiner Geburt als Franz Joseph Strauß (mit ph statt f) ins Geburtenregister eingetragen ( de.wikipedia.org/w..._Josef_Strau%C3%9F ). Er hat sich den zweiten Vornamen nicht "zugelegt".

      Sehr empfehlenswert ist diese nur 46 Sekunden lange, aber höchst einprägsame Rede von Strauß, die allerdings zur besseren Verständlichkeit ein wenig bearbeitet wurde: www.youtube.com/watch?v=l4PRxu-D7lE

    • @Janix:

      "(Teile des Saarlands waren auch mal bayrisch, meine ich)"



      Ja, und die angrenzende Rheinland Pfalz, zu Anfang des letzten Jahrhunderts.

      • @Mitch Miller:

        Noch der Oggersheimer Kanzler Kohl war gebürtig Bayer.

        Das Saarland ist trotz seiner überschaubaren Fläche ein Herkunftspotpourri, wie eigentlich jedes Flächenland.

  • "Luca Strauf hat sich gegenüber der taz nicht zu den Vorwürfen geäußert."

    Wie sollte er, wenn er dann darauf antworten müsste:



    "wie Strauf sie fordert, könnte „die gewaltsame Deportation von Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte aus der Bundesrepublik Deutschland gemeint sein."

    Wahrscheinlich besauft er sich lieber mit Höcke zusammen.



    Die "Demokratie Verteidigung" in Deutschland muss jetzt langsam mal in die Gänge kommen, sonst werden sich solche Typen vermehren, zu Hauf.



    Ich werde nicht müde für eine Prüfung des Partei Verbot der AfD zu appellieren. Verdammt.

    • @Andreas Flaig:

      Vermehren "zu Hauf" oder "zu Strauf"?

  • Von Saarland nach Bayern eingewandert? Also ein Wirtschaftsflüchtling.

  • Schade um die Energie... Pfosten

  • Sein türkischer Großvater dreht sich im Grabe um!

    • @Il_Leopardo:

      Vielleicht war der auch stramm rechts...und die Türkei hat ja auch ihre Vorstellungen mit den Vornamen bei Einbürgerungen ;)

      • @Chris McZott:

        ... mit Verbindung zu den "Grauen Wölfen". Möglich ist am Ende alles.

  • Jetzt behauptet bestimmt noch jemand und behauptet, dass Rosa Wagenknecht einen anderen Namen hat.

    • @FraMa:

      Die hat tatsächlich ihren Namen geändert: Von Sarah auf Sahra.

    • @FraMa:

      Oder das Heidi Reichinnek in Wirklichkeit nicht Heidi, sondern Ginger Shania heiße.