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„Earthrise“, der Aufgang der Erde hinter dem Mond. Durch diese Aufnahme 1968 hat die Menschheit ihren Blick auf sich geändert Foto: Bill Anders/NASA/epa

Bemannte RaumfahrtWo wir uns selbst erkennen

Dieses Frühjahr schickt die Artemismission vier Astronaut:innen Richtung Mond, erstmals seit über 50 Jahren. Aber braucht es wirklich Menschen im All?

W enn alle Tests klappen, werden Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen noch dieses Frühjahr in eine Raumkapsel steigen. Innerhalb von zehn Tagen werden sich die vier Astronaut:innen 400.000 Kilometer von der Erde entfernen, so weit wie seit über 50 Jahren kein Mensch mehr. Sie werden den Mond umrunden, jenen Himmelskörper, den die alten Griechen mit der Göttin Artemis verbanden, der Zwillingsschwester des Apollon. Nach ihm war das Programm benannt, mit dem die Menschheit 1969 erstmals den Mond betrat.

Artemis soll sie nun zurückbringen. Ein erster möglicher Starttermin, der für diese Woche angesetzt war, wurde abgesagt, weil eben noch nicht alle Tests geklappt haben. Das nächste mögliche Zeitfenster ist nun Anfang März.

Seit jeher verspricht der Weltraum Antworten auf die großen Fragen: Woher kommen wir? Was erwartet uns? Sind wir allein? Wenn die vier Astronaut:innen also zum Mond aufbrechen, wird der Trubel groß sein. Wie damals werden Bilder um die Welt gehen, nicht über Millionen Schwarz-Weiß-Fernseher, sondern in Farbe und von Handy zu Handy. Es wird darum gehen, wie wichtig das alles für die Zukunft der Menschheit ist – die Mondumrundung, die geplante Mondstation, der Blick vom Mond auf die Erde, der Mars, überhaupt die Ressourcen da oben.

Und doch gibt es Expert:innen, die meinen, der Mensch habe im All eigentlich nichts verloren. Satelliten sagen das Wetter voraus und ermöglichen unsere Navigation. Teleskope zeigen, wie Sterne entstehen und vergehen. Roboter erkunden fremde Welten, lange bevor die ersten Astronaut:innen ihre Fußspuren hinterlassen. Menschen im All dagegen sind teurer, klimaschädlicher und können sterben. Ist es da wirklich sinnvoll, sie in Raumkapseln auf eine Rakete mit explodierendem Treibstoff zu setzen und in den Weltraum zu schießen?

Das erste Wettrennen ins All

Die Weltraummächte haben seit jeher ambitionierte Pläne. Während des Kalten Kriegs wurde der Weltraum zur Bühne, auf der sich entschied, wessen System überlegen war: Kapitalismus oder Kommunismus. Die Sowjets legten vor mit dem ersten Satelliten, dem ersten Tier, dem ersten Menschen im All.

Die USA zogen nach – und vorbei, als Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betrat. Im Dezember 1972 verließ mit Apollo 17 die sechste und bisher letzte bemannte Mission den Mond. Das erste space race war vorbei. Und damit fürs Erste die Zeit, in der die Raumfahrt ausschließlich für Überlegenheit stand.

Rund zwei Jahrzehnte später einigten sich die Raumfahrtbehörden der USA, Russlands, Europas, Japans und Kanadas auf den Bau der Internationalen Raumstation (ISS). Sie fliegt heute in 400 Kilometern Höhe um die Erde, seit dem Jahr 2000 ist sie dauerhaft bewohnt. Mehr als 290 Menschen aus 26 Ländern haben dort gelebt und gearbeitet, so auch drei der vier Artemis-Astronaut:innen.

Die US-Amerikanerin Christina Koch wird mit Artemis 2 als erste Frau zum Mond fliegen Foto: Josh Valcarcel/NASA/imago

Die ISS ist ein schwebendes Labor, in dem ehemalige Feinde gemeinsam forschen. Allerdings nicht mehr lange. In den nächsten Jahren wird die ISS abgesenkt, 2031 soll sie kontrolliert abstürzen. Den Raumfahrtagenturen ist sie zu teuer. Private Unternehmen sollen an ihrer Stelle eine neue Raumstation betreiben.

Das nächste Prestigeprojekt ist nun, erneut Menschen auf den Mond zu bringen. Dafür haben sich die oben genannten Weltraumbehörden, nur diesmal ohne die russische, zusammengetan und das Artemis-Programm ins Leben gerufen. Und auch die Russen streben Richtung Mond, ebenso die Chinesen, Inder und diverse kommerzielle Akteure. Je nach Vorstellung soll der Erdtrabant eine Mine, eine Forschungsstation oder eine kosmische Tankstelle für Astronaut:innen auf dem Weg zum Mars werden.

Ist der Mensch mit an Bord, hat das alles aber einen Preis. Die Kosten für die bemannte Raumfahrt seien mehr als zehnmal höher als für die robotische Erkundung, schreiben die Astronomen Martin Rees und Donald Goldsmith in ihrem Buch „The End of Astronauts“.

Sie sind der Meinung, der Mensch habe im All nichts verloren. Trotzdem habe die Nasa seit ihrer Gründung 1958 etwa 60 Prozent mehr Geld in die bemannte Raumfahrt investiert als in die Erkundung des Alls mit Robotern. Anders als Roboter benötigen Menschen Luft, Nahrung und Wasser sowie Schutz vor tödlicher Strahlung. Im All müssen sie mit Übelkeit, Orientierungslosigkeit und potenziellen langfristigen medizinischen Folgen der Schwerelosigkeit umgehen.

Vieles von dem, was die Menschheit im All erreichen möchte, können Maschinen effizienter

Sie riskieren Krebs und andere körperliche Schäden durch hochenergetische Partikel von der Sonne und aus dem tieferen Universum. Beim „Challenger“-Unglück starben 1986 sieben Astronaut:innen durch die Explosion des Raumschiffs 73 Sekunden nach dem Start. Als die „Columbia“ 2003 beim Wiedereintritt in die Atmosphäre auseinanderbrach, starben erneut sieben Astronaut:innen.

Nützt oder schadet der Mensch mehr?

Zudem warnen die Astronomen Rees und Goldsmith davor, dass eine menschliche Präsenz auf dem Mars die Suche nach außerirdischem Leben erschweren könnte. Je mehr wir unsere DNA dort verbreiten, desto schwieriger wird es festzustellen, ob gefundenes Leben einheimisch ist oder von uns mitgebracht wurde. Und dass wir gerne unsere Probleme mit ins All nehmen, kündigte sich schon mit den ersten Mondlandungen an. Die Apollo-Astronauten ließen damals 96 Säcke Abfall auf dem Mond zurück. Bisher hat sie niemand wieder eingesammelt.

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Vieles von dem, was die Menschheit im All erreichen möchte, können Maschinen effizienter. Insbesondere die Erkundung des Weltraums ist schon lange in Roboterhand. Bevor die Weltraummächte Menschen auf Mondspaziergänge schickten, waren Roboter dort, um das Terrain zu erkunden. Auf dem Mars sind seit Jahren Rover unterwegs, um Gestein zu analysieren und nach früherem Leben zu suchen. Die Erkundungssonde „Voyager 1“ ist seit 1977 im All und mittlerweile 25 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, weit außerhalb unseres Sonnensystems. 48 Jahre im All – das hätte kein Mensch überlebt.

Trotzdem hat die Menschheit den mutigen Pionier:innen im All viel zu verdanken. Auf der Internationalen Raumstation stehen sie Tag für Tag in Weltraumlaboren, um die von den Weltraumbehörden, Universitäten und Unternehmen beauftragten Experimente durchzuführen. Was die Arbeit im All so einzigartig macht, ist die Mikrogravitation, also der Zustand annähernder Schwerelosigkeit. Sie ermöglicht Forschung unter Konditionen, die es auf der Erde schlicht nicht gibt.

Flammen nehmen statt der typischen Kerzenform eine Kugelform an, Legierungen lassen sich ohne den störenden Einfluss der Schwerkraft untersuchen. Und auch Proteinkristalle können wesentlich leichter hergestellt werden. Sie sollen helfen, Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson, die durch fehlerhaft gefaltete Proteine im Gehirn ausgelöst werden, zukünftig besser zu behandeln.

Maschinen sammeln Daten. Menschen erzählen, was diese Daten bedeuten

Laut dem Astronauten und ehemaligen ISS-Bewohner Tim Peake kratzt die medizinische Forschung im All gerade erst an der Oberfläche ihres Potenzials. Auch in der Entwicklung von Impfstoffen und für das Verständnis von körperlichen Alterungsprozessen könne die Forschung im All uns enorm weiterbringen.

Viele dieser Experimente können auch Roboter übernehmen. Roboterarme können präziser pipettieren als Wissenschaftler:innen, und inzwischen gibt es vollautomatisierte Cloudlabore, auf die Experimentierende online zugreifen und eine Roboterbelegschaft von überall her anweisen können, ihre Versuche auszuführen. Auch kommen Astronaut:innen oft nicht aus der Forschung, sie sind Pilot:innen oder Ingenieur:innen mit einer Neigung zur Wissenschaft.

Doch besitzen sie etwas, das kein Roboter hat: einen menschlichen Körper, den sie der Wissenschaft zur Verfügung stellen können. Eine Nasa-Studie verglich den Astronauten Scott Kelly, der 340 Tage im All war, mit seinem eineiigen Zwillingsbruder Mark Kelly. 93 Prozent von Scott Kellys Genen normalisierten sich innerhalb von sechs Monaten nach der Landung. Die verbleibenden 7 Prozent deuten auf mögliche Langzeitveränderungen hin, die mit dem Immunsystem, der DNA-Reparatur und der Knochenbildung zusammenhängen. Dies sei Ausdruck der Art und Weise, wie Körper auf ihre Umgebung reagieren, und vergleichbar mit Bergsteiger:innen und Taucher:innen, so die Nasa.

Wenn wir zum Mars wollen, ist das wichtig. Wenn nicht, ist es erst mal egal. Aber der menschliche Körper im All stellt auch Wissen für uns auf der Erde bereit. Ganz grundsätzlich altert der Körper im Weltraum schneller. So können Forscher:innen Alterungsprozesse quasi im Zeitraffer beobachten. Und was Astronaut:innen gegen das schnelle Altern hilft, könnte auch älteren Menschen auf der Erde helfen.

Von oben sieht die Welt anders aus

Doch der entscheidende Punkt ist: Trotz all der Robotererfolge haben Sie ziemlich sicher von Neil Armstrongs Mondlandung gehört, nicht aber von „Venera 3“, „Pioneer 10“ und „New Horizons“. Das waren die ersten Sonden, die Venus, Jupiter und Pluto erreichten. Durch die emotionale Verbindung zu unseren Mitmenschen erhalten Astronaut:innen weitaus mehr Aufmerksamkeit, als es Maschinen je könnten. Und mit der Aufmerksamkeit kommt das Interesse an der Raumfahrt insgesamt.

An Heiligabend 1968 verfolgten nach Schätzungen eine Milliarde Menschen die Liveübertragung der Apollo-8-Kapsel. Es war der erste bemannte Flug zum Mond, und die Astronauten Frank Borman, Jim Lovell und William Anders, waren die Ersten, die die Rückseite des Monds sahen. Vom Raumschiff aus sollten sie Fotos von der Mondoberfläche machen.

Bei der vierten Umrundung schaute Anders aus dem kleinen Fenster der Raumkapsel und sah plötzlich, wie die Erde über dem Mondhorizont aufging. Blau und weiß, zerbrechlich, schwebend im schwarzen Nichts. Er griff zur Kamera, um ein Bild zu schießen, das nach dem strengen Zeitplan der Mission gar nicht hätte entstehen sollen. Das Foto, das er machte, wurde „Earthrise“ genannt – Erdaufgang. „Wir sind den ganzen Weg gekommen, um den Mond zu erforschen“, sagte William Anders später, „und das Wichtigste ist, dass wir die Erde entdeckt haben.“

Das Bild beeinflusste eine ganze Generation. Innerhalb von zwei Jahren entstand die moderne Umweltbewegung, wurde der erste Earth Day gefeiert, gründeten die USA die Umweltbehörde EPA. Alle drei Ereignisse werden von Historikern mit „Earthrise“ in Verbindung gebracht. Ein Mensch im All hatte ein Foto gemacht, und die Welt veränderte ihren Blick auf sich selbst.

Die Reisen ins All hinterlassen Spuren. Auf dem Mond, aber auch in uns Foto: ZUMA Press/imago

Dieses tiefe Gefühl der Verbundenheit, das Astronaut:innen beim Anblick der Erde empfinden, nennt man den Overview-Effekt. Matthias Maurer, deutscher Astronaut und 2021 auf der ISS, beschrieb es in einem Pressegespräch so: „Der Planet ist meine Heimat. Nicht mein Dorf, meine Stadt, mein Bundesland, Deutschland, Europa, sondern die ganze Welt.“

Doch die Menschen im All erzählen nicht nur Geschichten von Einheit und Zusammenhalt. Die Geschichte der Raumfahrt ist auch eine Geschichte der Propaganda und der Überlegenheit. Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin wurde zum Beweis für die Stärke des Kommunismus stilisiert. Die Mondlandung galt als ein Triumph des US-amerikanischen Systems über den sowjetischen Gegner. Auch heute noch dient jede erfolgreiche Mission den beteiligten Nationen als Demonstration technologischer und wirtschaftlicher Macht.

Kurz vor Weihnachten 2025 unterzeichnete Präsident Donald Trump ein Dekret, in dem er die Prioritäten der US-amerikanischen Weltraumpolitik ausformulierte. Ziele sind die Rückkehr zum Mond, die Festigung der US-Führungsrolle in der Raumfahrt, die wirtschaftliche Entwicklung des Monds und die Vorbereitung der Reise zum Mars. Führende republikanische Politiker:innen und Nasa-Chef Jared Isaacman betonen, dass man in diesem neuen space race China schlagen und niemals Zweiter sein werde. Von dem beinahe 70 Jahre alten Hangover, als die Sowjets vor den Amerikanern 1957 den ersten Satelliten ins All schossen, haben sie sich wohl nicht erholt.

wochentaz

Dieser Text stammt aus der wochentaz. Unserer Wochenzeitung von links! In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

Manche Astronauten sind sich dessen bewusst und versuchen, eine andere Geschichte zu erzählen. Sie geben Interviews, besuchen Schulen, schreiben Bücher, oft noch Jahre, nachdem sie im All waren. Wie Matthias Maurer erzählen sie von der Zerbrechlichkeit der Erde und von der Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit.

Alexander Gerst, der bekannteste deutsche Astronaut, nahm 2018 kurz vor seiner Rückkehr zur Erde eine Videobotschaft auf. Sie war an seine noch ungeborenen Enkelkinder gerichtet. „Ich muss mich für meine Generation entschuldigen“, sagte er, schwebend im Aussichtsmodul der ISS, die Erde im Hintergrund. „Im Moment sieht es so aus, als ob wir euch den Planeten nicht gerade im besten Zustand hinterlassen werden.“ Er sprach von der Klimakrise, von gerodeten Wäldern, verschmutzten Meeren. Die Erde sei ein „zerbrechliches Raumschiff“, und er hoffe, dass „wir noch die Kurve kriegen“. Das Video wurde millionenfach geteilt.

Vermutlich ließe sich vieles von dem, was wir im Weltall wollen, auch ohne Menschen erreichen. Aber es sind diese Botschaften, die Roboter nicht senden können. Maschinen sammeln Daten. Menschen erzählen, was diese Daten bedeuten. Eine Maschine hätte „Earthrise“ nicht geschossen, weil der Zeitplan das Foto nicht vorsah. Es ist ein Produkt menschlicher Rührung.

Zwar sind die Geschichten, die von und durch Astronaut:innen erzählt werden, nicht immer gut. Manchmal handeln sie von Macht und Überlegenheit. Aber manchmal handeln sie auch davon, dass wir alle auf demselben kleinen blauen Punkt leben. Dass Grenzen, von oben betrachtet, verschwinden.

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33 Kommentare

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  • Schöner Artikel.

    Vielleicht wird es mal eine Kurzzeitsiedlung auf dem Mond geben, aber sicher wird es nie eine Fortführung der Menschheit im Weltall geben, wenn die Erde unbewohnbar sein sollte.

    Und ja, es ist toll, wenn Menschen bis zum Mond fliegen, denn wie der Autor schon schrieb, wer erinnert sich an die automatisierten Sonden, aka Roboter? Niemand. Die Mondlandung damals ist bei vielen (im Westen) Bestandteil der Geschichte. Vielleicht könnte eine erneute Landung jüngere Menschen weltweit begeistern. Leider sind die Programme, trotz Kooperationen, doch sehr national ausgelegt.

    Raumpatrouille Orion, in einer fernen Zukunft, ohne Grenzen, die Menschheit als Ganzes…. (aber dann doch nur weiße Schauspieler).

  • Ja, der Mond. Danke für den Artikel. 😞



    „Dass Grenzen, von oben betrachtet, verschwinden."



    Hmmmh, sie verschwinden nicht. Es ist es wie mit dem halben Mond..



    --



    „Seht Ihr den Mond dort stehen?



    Er ist nur halb zu sehen



    Und ist doch rund und schön.



    So sind wohl manche Sachen,



    Die wir getrost belachen,



    Weil unsre Augen sie nicht sehn."



    (aus „Abendlied" von Matthias Claudius)



    --



    „Was wär' die Erde ohne Mond? - Unbewohnt." (Eigenzitat)

    • @Mondschaf26:

      Und was droht ihm, dem Mond, schon balde?



      Förderturm, Stollen, Abraumhalde!🌝



      Und das kann dann vielleicht schnell sein:



      Das Aus für den hellen Mondschein!🌚

  • Warum?



    Weil der Mond da ist und der Mars und die anderen Planeten.



    Interstellare Raumfahrt wird wohl für eine einzige Generation unmöglich sein, man sieht sich nicht wieder.



    Wenn ich könnte, wäre ich dabei.

    • @Thomas Rödel:

      Für Qualifikationen steht der Weg offen:



      "Als erste Uni Deutschlands bietet die Bergakademie Freiberg einen Studiengang zum Weltraum-Bergbau. "Space Resources – Weltraumtechnologien" widmet sich dem Abbau von Rohstoffen auf Mond und Mars sowie deren nachhaltiger Weiterverarbeitung. Der auf sieben Semester angelegte Bachelor-Studiengang ist direkt gekoppelt an das Artemis-Programm der Nasa.

      Als erste Universität in Deutschland bietet die TU Bergakademie Freiberg in Sachsen ab dem kommenden Wintersemester 2024/25 einen Studiengang "Space Resources – Weltraumtechnologien" an. Wie die älteste Montanuniversität der Welt mitteilte..."



      Quelle mdr.de



      Weiter dort:



      "Module kommen aus den Feldern Astro-/Geo- und Geoingenieurswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Chemie und Materialwissenschaften, Robotik, Automation und KI, Recht, Wirtschaft und Ethik."

  • Erst ab Apollo 11 bis 17 waren Landplätze auf dem Mond. Falls jemand Interesse hat, den Müll einzusammeln, hier die Geodaten:



    Apollo 11Sea of Tranquility0.67408° N, 23.47297° E 1969



    Apollo 12Ocean of Storms3.01239° S, 23.42157° W 1969



    Apollo 14Fra Mauro Highlands3.64510° S, 6.60040° W 1971



    Apollo 15Hadley Rille 26.09738° N, 3.63376° E 1971



    Apollo 16Descartes Highlands8.97349° S, 15.50000° E1972



    Apollo 17Taurus-Littrow Valley20.19080° N, 30.77195° E1972

    • @HAHABerlin:

      In der Tat ein "Problemchen", aber auch grundsätzlich ist der Weltraumschrott und der damit verbundene Kessler-Effekt eine Hürde.



      Kaskadeneffekt & Schneeballeffekt.



      "Weltraumschrott



      "In 100 Jahren könnte es zu gefährlich sein, ins All zu fliegen"



      Sie sind oft winzig klein - und haben die Wirkung von Granaten: Eines Tages könnten Weltraumschrott-Partikel die Raumfahrt unmöglich machen. US-Experte Donald Kessler erklärt, was sich dagegen tun lässt."



      2017 bei spiegel.de



      Weiter dort:



      "Der damalige Nasa-Mitarbeiter Donald Kessler hat bereits im Jahr 1978 vor solch einem Szenario gewarnt: Durch einen Schneeballeffekt, erklärte er, würde sich die Zahl von Weltraumschrott-Trümmern im All langsam aber stetig erhöhen - so lange bis niemand mehr die Erde verlassen kann, ohne von rasend schnellen Trümmerteilen abgeschossen zu werden.



      Aktuell kreisen allein 18.000 Teile Weltraumschrott, die mehr als zehn Zentimeter groß sind, um die Erde - aber selbst deutlich kleinere Trümmer können massive Schäden an Raumfahrzeugen anrichten..."



      Vielleicht adressiert hier eine zukünftige gesetzl. Regelung die Folgen der privatwirtschaftlich organisierten Aktivitäten einer Tech-Bros-Elite mit ihren Utopien.

    • @HAHABerlin:

      „Houston we have a problem..." (Diese eine Lücke)

  • Wir sind durch die Evolution für die Existenz in einer ganz dünnen Schicht (weniger als ein tausendstel des Erddurchmessers) an der Erdoberfläche geschaffen (durch die Evolution): Erdgravitation, Erdatmosphäre, Sonnendistanz und filternde Atmosphäre, nicht zuletzt Strahlenschutz durch die Magnetosphäre.

    Roboter hingegen können wir für alle denkbaren Umweltbedingugen schaffen, wie man z.B. an den speziell an die Marsatmosphäre mit ihrer 1/1000 Dichte angepassten Nasa-Drone sieht.

    Im KI-Zeitalter kann mir niemand erklären, warum bemannte Raumfahrt irgendeinen Sinn hat, außer für die Unterhaltungsindustrie und Milliardäre mit Zukunftsängsten.

  • Wenn ich meine Nase zur Haustür hinausstreckte und behauptete, ich hätte die Welt gesehen, so würde man mich auslachen.



    Und genauso verhält es sich mit der sogenannten "Raumfahrt". Wir haben es gerade mal zum Mond geschafft und behaupten, Raumfahrt zu betreiben.



    Ist es dem geneigten Leser eigentlich klar, dass die Reise bis zum nächsten Sonnensystem Generationen dauern würde. Generationen, die ununterbrochen unterwegs wären und niemals zurückkehren könnten. Nun gut, vielleicht gibt es am Ende ja doch sogenannten "Wurmlöcher", die die Reise verkürzen. So recht vorstellen kann ich mir's aber nicht.



    Woher wir gekommen sind - wohin die Reise geht. Fragen, die man stellen kann. OK - aber mir reicht es schon, dass ich einen guten Job habe, ein gutes Einkommen und Freunde und Familie. Das alles ist meine Heimat und vollkommen ausreichend.

    • @Il_Leopardo:

      Ein kleiner Querverweis: „Wie fremd uns die Steinzeit wirklich ist" taz.de/Archaeologie/!6151399/



      „So recht vorstellen kann ich mir's aber nicht." Aber interessant find ich das schon. (scnr)



      Wie sagte ein alter Freund? „Beim Komfort gibt's kein zurück."

  • Ich interessiere mich für Astronomie und Co. als auch für Technik. Daher möchte ich bemannte Raumfahrt, auf dem Mond und dem Mars, unabhängig davon ob es der Menschheit etwas bringt. Denn es bringt MIR Freude! :)

  • Wenn man will, dass die Menschheit langfristig überlebt, muss man ins All. Wie das Ende der Dinosaurier beweist, reicht ein dicker Felsbrocken und dann wars dann.



    Man goole einfach man nach Apophis. Der fliegt am Freitag, den 13. April 2029, in einer Entfernung von nur etwa 32.000 Kilometern an der Erde vorbei. Das ist verdammt nah.

    • @Donni:

      Lebendgebährende Warmblüter waren im Vorteil.

    • @Donni:

      Der Einschlag, auf den Sie sich beziehen, ist 66 Millionen Jahre her. Oder anders: Solche großen Einschläge sind sehr, sehr selten.

  • Elon Musk gibt ja i.a. viel Unsinn von sich, aber mit einer Einschätzung hat er fundamental recht. Die Menschheit muss von unserem hübschen bequemen Planeten mal runter, wenn sie als Spezies langfristig überleben will. Derzeit gilt, ein singuläres katastrophales Ereignis, egal ob hausgemacht oder extern, und das wars. Letztendlich ist es eine ganz ordinäre Risikoabwägung. Man kann Bedenken haben, etwas zu tun, aber in dieser Frage hätte ich eher Bedenken es nicht zu tun.

  • Hunger bekämpfen ist wichtiger, aber Weltraumforschung trotzdem richtig.



    Ich wüsste ein paar Personen, die ich gerne ins Weltall befördern würde. Ganz voran ein eingebildeter Blondschopf aus der USA.



    Im Ernst, Weltraumforschung ist richtig und wichtig, muss aber im Einklang mit den verfügbaren Mitteln stehen.

    • @Hans Dampf:

      Was wir an Mitteln für die Raumfahrt hätten wenn Russen, Chinesen und Amerikaner statt Schwanzvergleich im Militär zusammen Raumstationen (Plural) unterhielten...

  • Eine kluge Einsicht der ehemaligen Astronauten: Menschen haben im All nichts zu suchen.

    Maschinen und Roboter können das viel besser zu einem Bruchteil der Kosten.

    • @Bauer Gerry:

      Es ist immer leicht, selbst etwas zu „erleben“ und es dann anderen ausreden zu wollen.

      Erinnert mich an Neubauers Bali-Reise und jetzt der Bericht aus der Arktis, oder war es Antarktis: Ich nehme mir das Recht raus, hier meine Neugierde zu befriedigen. Euch steht das aber nicht zu.

  • "Laut dem Astronauten und ehemaligen ISS-Bewohner Tim Peake kratzt die medizinische Forschung im All gerade erst an der Oberfläche ihres Potenzials. Auch in der Entwicklung von Impfstoffen und für das Verständnis von körperlichen Alterungsprozessen könne die Forschung im All uns enorm weiterbringen."



    All diese Versprechungen zu Segnungen der Wissenschaft und zum Weiterleben der menschlichen Spezies im All nähren auch die latent immer noch gehegte Hoffnung, wir müssten hier aktuell nicht alles im Turbotempo zum Guten wenden, und zwar unverzüglich.



    Eine Vision vor den neuen Musk-Elaborationen zu Energie für KI:



    praxistipps.chip.d...nkraftwerks_181471



    Und nich ein Wermutstropfen für extraterrestische "Signalaktivitäten":



    "Wieso man Aliens nicht einfach zuwinken sollte



    Vor 50 Jahren haben die Menschen eine Botschaft an Außerirdische ins All geschickt. Das war etwas leichtfertig."



    Bei sueddeutsche.de 2024



    Zu einem riskanten und vielleicht vorschnellen Projekt am Arecibo Observatorium in Puerto Rico.

  • Natürlich muss der Mensch das All erforschen. Dazu gehört auch die bemannte Raumfahrt. Und natürlich müssen Menschen wieder auf dem Mond landen, später vielleicht auf dem Mars. Diese beiden sind erst einmal die einzigen Himmelskörper, die überhaupt erreichbar sind und auf denen es eine Chance gibt, mit geeigneten Maßnahmen eine Weile zu überleben.



    Diese Ausflüge ins All werden uns auch dabei helfen, die Besonderheit der Erde noch besser zu erkennen und sie - vielleicht - besser vor Habgier und Profitwahn zu schützen.

    • @Aurego:

      "...die Besonderheit der Erde noch besser zu erkennen und sie - vielleicht - besser vor Habgier und Profitwahn zu schützen."



      Genau. Es gibt sicher viele Gründe, den Mond und den Mars zu erkunden. Aber derzeit arbeiten dort, an vorderster Front sozusagen, zwei der vermutlich habgierigsten Menschen der Welt. Neben ihrer Habgier wird auch noch ihre unersättliche Ruhmsucht der zweite Grund sein. Wegen ihrer ausgeprägten, an vielen anderen Stellen gezeigten Philanthropie sicher nicht....



      Und es wird nicht besser. Die Phase, in der der Weltraum zum Schlachtfeld wird, haben wir gerade erstmal betreten.



      Sie glauben doch nicht im Ernst, dass sich der Mensch im Weltall gesitteter verhält als auf Erden, nur weil er mal einen Blick von außen auf die "blaue Murmel" werfen darf...

    • @Aurego:

      "natürlich müssen Menschen wieder auf dem Mond landen"



      .



      Warum? Ego? Wir waren schon mal da, das reicht doch.



      .



      Und den Mars können wir uns erstmal abschminken. Den erreichen wir wegen den gesundheitlichen Folgen vermutlich erst, wenn wir künstliche Gravitation im Raumschiff erschaffen können. In dem Artikel werden mögliche dauerhafte gesundheitliche Schäden in 2 nur Zeilen erwähnt. Bei einer bemannten Marsmission wären auch, durch eine Rückkehr, reversible ein massives Problem.

      • @sociajizzm:

        Wir müssen dorthin, um uns weiterzuentwickeln.



        Für eine künstliche Gravitation kann man ja schon mal versuchen, Zentrifugalkräfte bei einer rotierenden Wohnkapsel auszunutzen.



        Die gesundheitlichen Schäden werden nicht das Problem sein, zumal jede(r), die/der mitfliegt, dieses freiwillig tut.

    • @Aurego:

      Weder ist die bemannte Raumfahrt "natürlich", noch notwendig, wie der Autor es schon beschrieben hat. Debattieren darf mensch aber gerne. Wie ausgerechnet dieser Forschungsbereich vor Habgier und Profit schützen soll, frage ich mich allerdings stark.

    • @Aurego:

      Das ist wider unsere Natur und natürlich auch nicht notwendig. Maschinen und Roboter können das besser, zu einem Bruchteil der Kosten. Menschen haben im All nichts zu suchen.

      • @Bauer Gerry:

        Dann dürften Sie auch weder Auto fahren noch mit einem Flugzeug fliegen. Sorry, aber das ist doch Quatsch! Welche "Natur" sollte das denn sein?

      • @Bauer Gerry:

        Wie Umberto Eco im "Name der Rose" schon so schön anmerkte: Es gibt die "Versuchung gemäß der Natur" und die "Versuchung wider die Natur". Oder auch die "alten" Griechen warnten schon eindringlich vor zu hohen Höhenflügen. Der Mensch wird immer alles tun, was er tun kann, vermutlich weil es in seiner "Natur" liegt, den "natürlichen" Selbsterhaltungstrieb zu überwinden.



        Man könnte auch fragen, was der Mensch z.B. auf einem 8848 Meter hohen, absolut lebensfeindlichen Ort zu suchen hat.

        • @Vigoleis:

          Genau, die alten Griechen hatten noch das Bild von Ikaros vor Augen, der mit seinen mit Wachs angeklebten Federn zu nah an der Sonne unterwegs war. Tja, da war sein Vater Daidalos wohl nicht clever genug. Selbst damals gab es schon besseren Klebstoff.

          • @Aurego:

            Sorry, aber Sie wissen schon, dass Ihre Antwort ziemlicher Blödsinn ist. Für Sie zur Erläuterung: Im griechischen Mythos geht es nicht um die Stiftung Warentest und die Qualität von Klebstoffen, sondern um die Gefahren menschlichen Größenwahns. Wie ich schon schrieb: Der Mensch hat alles getan, was er technisch tun konnte, und wird dies weiter tun, auch gegen berechtigte ethische u.a. Einwände. Und sei es zum eigenen Verderben...

      • @Bauer Gerry:

        "Das ist wider unsere Natur und natürlich auch nicht notwendig."



        Ersteres wurde auch bei der Eisenbahn gesagt, und wirklich notwendig zum Leben ist auch Vieles nicht, was das Leben "lebenswert" macht.

      • @Bauer Gerry:

        Ganz im Gegenteil. Es ist der Kern der menschlichen Nataur, alles zu entdecken und zu erkunden, was möglich ist. Ohne diese Natur hätten wir uns nicht von Bäumen und Höhlen aufgemacht, die Welt zu besiedeln und vom Feuer über das Rad bis hin hin zu Kernspaltung, Nanotechnik, KI etc. zu erforschen. Und ohne diese Natur gäbe es weder Roboter, noch eine Technik, die Roboter ins Weltall bringt.