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Warnungen auf der Schulleiterkonferenz„Omas gegen Rechts“ an Schulen unerwünscht

Erst gibt es ein Gespräch mit dem Schulamt, dann sperren Schulen in Bad Hersfeld die „Omas gegen Rechts“ aus den Klassenzimmern aus.

Aus Berlin

Celine Hog

Nach einem anonymen Anruf ist für die Ortsgruppe der „Omas gegen Rechts“ in Bad Hersfeld erst einmal Schluss mit ihrer Arbeit an Grund- und weiterführenden Schulen der Stadt. Die Schulen haben die Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Schulamt Bebra, nach einem Projekttag zu Demokratie, vor die Tür gesetzt.

Die Mitglieder leiteten zuvor unter dem Motto „Vorlesen für Toleranz und Vielfalt“ Vorlesegruppen in Grundschulen in der Stadt. Schließlich organisierten sie Ende März 2026 für die neunten Klassen einer Gesamtschule den Projekttag, an dem sie über Rechtsextremismus aufklärten. Über diesen wurde auch in der Presse berichtet – mit weitreichenden Folgen für die „Omas gegen Rechts“, wie Petra Gromann, Mitgründerin der Gruppe, der taz mitteilt. Nach der Berichterstattung erreichte das Schulamt eine Beschwerde. Diese reagierte laut Gromann sofort und drastisch: Es dürfe keine weiteren Projekttage der Bürgerinitiative mehr geben.

Einen Monat später kam nach Angaben der Mitgründerin das nächste Verbot. Nachdem auf einer Schulleiterkonferenz vor der Zusammenarbeit mit den „Omas gegen Rechts“ gewarnt worden sei, wurden schließlich auch die Vorlesegruppen untersagt. Bis heute sei den Omas keine Begründung für den Ausschluss genannt worden. Auch die Anfrage sämtlicher politische Ver­tre­te­r*in­nen im Landkreis sowie des Kultusministeriums hätte keine Antworten gebracht. Daher beschloss die Organisation nun Monate später, sich mit dem Vorfall an die Lokalpresse und damit an die Öffentlichkeit zu wenden. 

Gegenüber der taz sagte Dirk Beulshausen, Mitarbeiter des Schulamtes, es hätte keinen angeordneten Ausschluss der Gruppe gegeben. Sowohl nach dem Projekttag, als auch nach der Schulleiterkonferenz sei lediglich auf das Neutralitätsgebot hingewiesen worden. An Schulen sei eine ausgewogene Behandlung politischer Sichtweisen erforderlich, ein Anspruch auf Zugang zu Schulen gäbe es für Aktionsbündnisse nicht, so Beulshausen. „Die Schule selbst darf nicht zur unkommentierten Bühne politischer Mobilisierung werden“, heißt es weiter.

Parteipolitisch neutral ja – aber nicht wertneutral

Auf eine Anfrage der Landtagsfraktion der Grünen habe der Kultusminister nun klargestellt, dass „zivilgesellschaftliche Akteure wie die ‚Omas gegen Rechts‘ grundsätzlich in den Unterricht eingebunden werden können – solange sie in einer Rolle als Unterrichtsgäste auftreten“, wie es in einer Mitteilung der Fraktion heißt. Eine parteipolitische Neutralität sei wichtig, nicht jedoch eine wertneutrale Einstellung gegenüber der liberalen Demokratie. Die Fraktion fordere das Kultusministerium dazu auf, eine zu enge Auslegung des Neutralitätsgebots zu verhindern und den „Omas gegen Rechts“ sowie ähnlichen Ak­teu­r*in­nen Zugang zu gewähren. „Das Neutralitätsgebot darf nicht als Vorwand dienen, um demokratisches Engagement gegen Rechtsextremismus aus unseren Schulen herauszuhalten.“

Ob Schulbesuche der Bundeswehr oder Vorträge der AfD – wann Neutralität an Schulen aufhört, wird immer wieder heiß diskutiert. Teilweise mit Folgen für die betreffenden Akteur*innen. Erst im vergangenen Jahr, vor der vorgezogenen Bundestagswahl 2025, wurde ein Lehrer in Sachsen-Anhalt abgemahnt, da er in einer Klasse vor der AfD gewarnt hatte. Zuletzt wurde schließlich kurz vor Start des Gerichtstermins die Abmahnung vom Schulamt wieder entfernt.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version des Artikels stand das Wort Neutralitätspflicht statt Neutralitätsgebot. Das haben wir geändert.

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45 Kommentare

  • Janix

    Der Name "gegen Rechts" ist m.E. unglücklich, denn es gibt auch rechts-mitte, und das ist auch gut so.



    "gegen Rechtsextremismus", das wäre es. Weniger schmissig, aber treffend.

    Dennoch muss ich den Beutelspacher Konsens mal verteidigen gegen evtl. Missverständnisse. Die Schule soll nicht indoktrinieren, sondern zum eigenständigen Denken und Meinen bringen. Lehrers dürfen sehr wohl eine Meinung einnehmen, aber nicht für eine andere die Sechsen zücken.



    Und eine gute Schule verfährt so (ich spreche aus Erfahrung von damals).



    Ich sehe da durchaus Raum für Omas statt nur Thomas.

    • Martin Rees

      @Janix:

      "Der Name "gegen Rechts" ist m.E. unglücklich, denn es gibt auch..."



      Da ist was dran, aber Bezeichnungen sollten "griffig" sein.



      Lokales aus November 2025:



      www.nordstadtblogg...nd-und-mit-erfolg/



      /



      Quelle indem vorangehend 2020:



      "20 Jahre Bündnis gegen Rechts: „Der Feind der Demokratie steht rechts – und er ist mittlerweile staatsgefährdend“



      Alle wissen, was "Dortmund gegen Rechts" hier meint, wenn wir uns darüber unterhalten, es ist eben durchaus ziemlich "griffig".

  • Land of plenty

    Ich verstehe nicht, wie es zu diesen Ausladungen, Vorleseverboten und Ausschlüssen kommt.



    "erreichte das Schulamt eine Beschwerde".



    und die Begründung bleibt okkult?



    Weder werben die Omas gegen Rechts für eine bestimmte Partei, noch wollen sie die Schüler_innen hinterrücks suggestiv überwältigen.



    Projekttage zu Demokratie werden vermutlich bundesweit verschieden gestaltet. Und ich kenne das auch, dass eine Person als Gast auftreten kann.



    Der Beutelsbacher Konsens wirkte sich an den Schulen auch noch bis in die Gegenwart so aus, dass der Rahmen politischer Ideen de facto eingeengt wird auf das was mit dem Repräsentativmodell des Parteienparlamentarismus kompatibel ist. Alle anderen Ideen werden nicht behandelt, d.h. es kommt auf die Lehrer/in an, ob er/sie sie kurz anspricht: egalitäre Entscheidungsverfahren, Eigentum ja nein, Wirtschaft ohne Wachstumszwang?



    Da betreiben die Schulen entlang der FDGO schon eine sehr starke Normalisierung.



    Währenddessen werden alle, von jung bis alt durch Tiktok- und co. überwältigt und auf einzelne Spuren gelenkt.



    Ruth Wodak: eine Diskursanalyse rechtspopulistischer und antisemitischer Denkfiguren ist anspruchsvoll zu vermitteln.

  • Sam Spade

    Der Beutelsbacher Konsens ist längst nicht mehr zeitgemäß. Anstatt aktive Demokratieförderung an Schulen zu betreiben, wird deutschen Lehrern ein Korsett unter dem Deckmantel des Neutralitätsgebots übergestülpt.

    Deutschland sollte sich glücklich schätzen, das private Initiativen sich im Kampf gegen Rechtsextremismus engagieren und ihre Freizeit dafür opfern, die Jugend über die Gefahren aufzuklären.

    In Norwegen kennen wir ein derartiges Neutralitätsgebot in dem Sinne nur hinsichtlich der Religion, nicht aber in Bezug auf politische Themen.

    Der Unterricht ist in dieser Hinsicht eher praxisbezogen. Während meiner Schulzeit gab es in der 10 Klasse eine Diskussionsrunde zwischen einem Norweger der während der deutschen Besatzungzeit als freiwilliger in der deutschen Wehrmacht diente und einen jüdischen Norweger der als Fluchthelfer tätig war.

    Aus erster Hand zu erfahren, wie verführerisch und trügerisch rechte Ideologie sein kann und dann vom Gegenpart deren Auswirkungen geschildert zu bekommen, hat mehr Wirkung erzielt als dutzende theoretische Unterrichtsstunden.

    Wäre wohl im Deutschland von heute undenkbar eine ähnlich gelagerte Diskussion an einer Schule zu führen.

    • rero

      @Sam Spade:

      Was Sie schildern, wird in Deutschland genauso praktiziert.

      Hier geht es nicht um Zeitzeugen, sondern um eine NGO, die ihre Agenda runterspielt.

      Heute sind es die Omas gegen Rechts, morgen die Opas gegen Links.

      Ich kann mir vorstellen, dass die NGOs sich ggf. reinklagen könnten.

      Ich würde auch nicht wollen, dass die Schule meiner Kinder zum NGO-Markt wird.

    • Marcelo

      @Sam Spade:

      Sie haben keine Ahnung wie es in deutschen Schulen so zugeht. Zeitzeugen wurden und werden immer in die Schule eingeladen! Bei Omas gegen Rechts ist es eine Gruppe die nicht nur gegen Rechtsextremismus ist sondern auch gegen eine Partei und das geht halt nicht in Schulen. Opas gegen Links werden ja auch nicht in Schulen eingeladen!

    • PeWi

      @Sam Spade:

      Sehr interessant, was Sie da aus Norwegen berichten. Aber ich glaube, eine solche Diskussion wäre in Deutschland schon nach dem Historikerstreit nicht mehr möglich gewesen, auch wenn das Empörungstremolo vielleicht nicht ganz so schrill geklungen hätte wie heutzutage.

      • gleicher als verschieden

        @ PeWi:

        Zeitzeug*innen, die als Betroffene darüber berichten, wie ,,verführerisch und trügerisch die rechte Ideologie’‘ sein kann, wären und sind in deutschen Debatten seit Jahrzehnten willkommen, nach meiner Wahrnehmung, es sind nur zu wenige.

        Es haben nur die wenigsten den Mut/ die Reife, sich zu outen.



        D. Wellershoff war eine vorbildliche Ausnahme.



        G. Grass, W. Jens oder andere schafften es leider nicht:

        Zu sagen, dass man sich irrte und dass es einem Leid tut.

        Dagegen hätte auch keiner dieser Historiker aus keinem dieser beiden Historikerstreite etwas einzuwenden gehabt, egal auf welcher Seite (Nolte vs. Habermas).

        Die Scham der Täter*innen, in Ost und West, wurde und wird nicht genug verbalisiert und erreicht die Jugend nicht.

    • gleicher als verschieden

      @Sam Spade:

      Ich habe für Menschen, die sich eingearbeitet haben, nichts Neues beizutragen, möchte hier aber anmerken, dass der Beutel_Konsens nicht zwingend als überholt angesehen, sondern - in einer FUNKTIONIERENDEN Demokratie HANDWERKSZEUG - interpretatorisch sachgemäß erstritten werden muss.







      Grundlage ist die demokratische Verfassung, sie muss vermittelt, notfalls verteidigt werden. Dabei gibt es ein ,,Überwältigungsverbot'": Man darf nicht EINE Sichtweise oder Herangehensweise als ideal darstellen, sondern muss eine komplexe, problem- und lösungsorientierte, gemeinsam mit den Schüler*innen erarbeiten. Man könnte es auch als ,,dialektische Herangehensweise'' bezeichnen. Im Beutel_Konsens ist hier die Rede vom ,,Kontroversitätsgebot". Dabei geht es nicht um plattes ,,Pro und Contra", sondern darum, die eigene Sichtweise immer auch zu reflektieren und in Frage zu stellen, um zu einem angemesseneren Ergebnis zu gelangen. Man könnte an dieser Stelle auch Kant zitieren. Ganz im Kant'schen Sinne könnte man Kant selbst in Frage stellen.

      Als Pauker*in muss man nichts verschweigen, wenn man nach der eigenen Meinung befragt wird. Man muss sie dann nur als EINE unter den möglichen darstellen.

  • Alex_der_Wunderer

    Auch hier sei denn Schulleitern und Lehrkräfte im allgemeinen, einmal zu ihrer Erweiterung ihrer Kenntnisse zur Demokratie und einem besseren Verständnis dieser, die Fachliteratur und die auf YouTube abrufbaren, kompetenten Vorträge von Prof. Jan-Werner Müller, geb. 1970 in Bad Honnef, jetzt an der Princeton Universität tätig, wärmsten zu empfehlen.



    Die Literatur und die Vorträge bieten sich auch als hervorragendes Material für politische Projektarbeit an, um adäquate , politische Bildungsarbeit an den Schulen zu leisten.



    Im übrigen, wie lautet nochmal der Bildungsauftrag , gerade auch explizit an staatlichen, öffentlichen Schulen und Bildungseinrichtungen - genau Demokratie lernen , verstehen und leben ❗️

  • Willi Müller alias Jupp Schmitz

    Quo vadis TAZ?



    Das Thema im Zusammenhang mit Verteidigung gegen Demokratiezersetzung ist schon skandalös als solches.



    Wenn ich jetzt die ersten 4 Kommentare lese, wird mir schlecht ob des WRIGHTWINGDRIFTINGS.



    ❗️„Das Neutralitätsgebot darf nicht als Vorwand dienen, um demokratisches Engagement gegen Rechtsextremismus aus unseren Schulen herauszuhalten.“❗️

    • Martin Sauer

      @Willi Müller alias Jupp Schmitz:

      Niemand will das " demokratisches Engagement gegen Rechtsextremismus aus unseren Schulen herauszuhalten."

      Die Omas gegen Rechts machen in Schulen Politik gegen die AfD, also gegen Rechts aber auch gegen eine Partei. Und das ist nun mal in Schulen nicht erwünscht. Ich möchte auch nicht das Opas gegen Links in Berliner Schulen Parteipolitik gegen die Die Linke in machen.

      Ein Lehrer darf sich auf jeden Fall Zb. gegen Rassismus, gegen Grundgesetzverstösse, Menschenrechtsvertösse äusern, aber er darf nicht sagen man solle nicht die AfD wählen. Oder man solle die Grünen wählen.

      So haben es die Kultusminister der Länder im Beutelsbacher Konsens vereinbart. Ja und diese Vereinbarung gilt auch für Omas gegen rechts oder Opas gegen Links.

      www.bpb.de/lernen/...elsbacher-konsens/

      • Wonko the Sane

        @Martin Sauer:

        Übrigens steht sogar in dem von dir verlinkten Text das Gegenteil von dem, was du hier behauptest.

  • amigo

    Man traut seinen Augen kaum, wenn man das liest: Ausgerechnet die „Omas gegen Rechts“ werden in Bad Hersfeld nach Intervention des Schulamts aus den Klassenzimmern ausgesperrt! Zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie, Toleranz und gegen Rassismus soll plötzlich an unseren Schulen unerwünscht sein?



    ​Was kommt als Nächstes? Werden demnächst auch Grundgesetz und Menschenrechte vor der Schultür abgegeben, nur weil sie manchen politisch unbequem sein könnten? Es ist völlig unfassbar, wie hier vor rechter Hetze eingeknickt wird, anstatt Schülern zu zeigen, wie wichtig Haltung und Mut in einer Demokratie sind.



    ​Da muss man sich doch ernsthaft fragen: Ist die AfD etwa klammheimlich schon an der Macht, dass eine friedliche Initiative von Seniorinnen, die sich für Vielfalt einsetzt, als Bedrohung eingestuft wird? Diese Entscheidung ist eine bildungspolitische Bankrotterklärung und ein gefährliches Signal an unsere Jugend!

  • T 1000

    Neutral wäre ja auch, wenn man (nur so als Beispiel) Deportationen aus dem Klassenzimmer heraus erst mal nur zur Kenntnis nimmt und danch dann ergebnisoffen mit den restlichen Schüler*innen das Pro und Contra bespricht.

    • Land of plenty

      @T 1000:

      und genau das würde wertebezogen in reinen Zynismus enden.

  • Sonnenhaus

    Das hätten die Alliierten nach dem Ende des deutschen Angriffskriegs im letzten Jahrhundert wohl anders gesehen. Schließlich sollte eine Entnazifizierung erfolgen, um in Zukunft Gleiches oder Ähnliches zu verhindern. Nie wieder ist jetzt und war auch damals schon.



    Ist wohl einfach zu lange her, als dass wir den Sinn und die Notwendigkeit von Aufklärung zu Rechtsradikalität auch in Schulen noch nachvollziehen können. Bereits die Reaktion der Schulen zeigt bedenkliches Verständnis und ist doch ein Fingerzeig zu Wahlerfolgen der AfD gerade auch bei jungen Menschen. Diese Aufklärung wird heute leider als niederschwellinge politische Agitation verstanden, obwohl es um ein grundlegendes Verständnis zu Menschlichkeit und demokratische Freiheitsrechte der Bürger geht. Und natürlich sehen viele darin auch eine Konkurrenz zu sich oder anderen, die auf der Suche nach mehr Absatz oder Anwerbung von Personal sind. Nur verkennen viele wohl dabei den grundsätzlichen Werteunterschied, um z.B. auch in Zukunft die Ausbreitung der Rechtsradikalen und einen Umbau unserer Demokratie zu vermeiden.

    • Martin Sauer

      @Sonnenhaus:

      Niemand verbietet Lehrern oder Organisationen Schüler gegen Rechtsradikalität aufzuklären. Die Omas gegen Rechts klären aber nicht nur gegen Rechtsradikalität auf sondern auch gegen die AfD. Und das ist parteipolitisch und in Schulen nicht erwünscht.

      Zb. ist es so, vermietet eine Schule die Mensa für eine Veranstaltung der Linke, darf sie der AfD das nicht verweigern. Unterstützen damit Schulen jetzt Rechtsradikale. Nein sie können einfach allen Parteien den Zugang verbieten.

      • Wonko the Sane

        @Martin Sauer:

        Wenn eine Partei sich rassistisch und antidemokratisch positioniert, dann ist es weder laut Neutralitätsgebot noch laut Beutelsbacher Konsens irgendwie verboten, das in der Schule einseitig zu thematisieren - es ist sogar geboten.

        Der Vergleich zur Linken ist wohl vor allem einer simplen Vorstellung von Politik als eine Art Geometrie geschuldet, aber inhaltlich vollkommen unangemessen. Die Linke stellt sich in keiner Weise gegen die Verfassung oder die Menschenwürde.

  • Mimi Panini

    Ich bin selbst Lehrerin unter anderem für das Fach Biologie. Bei mir Fragen jedes Schuljahr mehrere Gruppierungen an ob sie mein Unterricht besuchen dürfen und ein Projekttag oder eine informationsstunde halten dürfen. Das sind oft Tierrechtsgruppen aus der Umgebung, Landfrauen... Grundsätzlich keine schlechten Anliegen dennoch sage ich in aller Regel ab da ich kaum überprüfen kann wen ich mir da ins Klassenzimmer hole.

    • Herma Huhn

      @Mimi Panini:

      Eine Gruppe, die man nicht kennt, und die ohne Aufforderung auf einen zugekommen ist, nicht einzuladen, ist aber auch etwas vollkommen anderes als eine Gruppe, die schon seit längerer Zeit gut mit den Schulen zusammenarbeitet, auf Druck von Rechts wieder auszuladen.

  • Karl Murx

    Politische Aktivist*innen haben an Schulen nichts zu suchen. Punkt.

    • Wonko the Sane

      @Karl Murx:

      Politischer Aktivismus gehört zur Grundsubstanz der Demokratie und gehört deshalb selbstverständlich auch in die Schule.

      • Marcelo

        @Wonko the Sane:

        Aktivismus ist kein Grundsubstanz der Demokratie!

        • test_name

          @Marcelo:

          Das sehen die Aktivisten anders.

        • Yes

          @Marcelo:

          Ach, und warum garantiert das Grundgesetz dann die Versammlungsfreiheit (Art. 8), schützt Meinungs- und Pressefreiheit (Art. 5), Vereinigungsfreiheit (Art. 9; die Grundlage für NGO, Bürgerinitiativen und politische Organisationen) und gewährt jedem Deutschen in Art. 20 Abs. 4 sogar ein Widerstandsrecht als wohl radikalste Form von staatlich anerkanntem Aktivismus?

          • Marcelo

            @Yes:

            Alles was sie aufzählen gehört zum Grundgesetz und nicht zur Demokratie! Wenn es das so wäre müsste dad jedes demokratische Land der Welt haben, ist aber nicht so!

            Demokratie und Grundgesetz sollte man nicht miteinander vermischen!

            Aktivismus ist ein Werkzeug für Frühwarnsystem im politischen Demokratie mehr nicht.

    • Hans Dampf

      @Karl Murx:

      100% Zustimmung. Egal ob links oder rechts, sie haben an Schulen nichts verloren.

      • Alex_der_Wunderer

        @Hans Dampf:

        @ Hans Dampf



        Darum hier für den Erhalt unserer rechtstaatlichen Demokratie hier unterschreiben :



        www.campact.de

      • la suegra

        @Hans Dampf:

        Das ist ein unhaltbarer hot take.



        .



        Der Beutelsbacher Konsens, Bundesgesetze und die Bildungsgesetze der Länder sagen an keiner Stelle, dass Politik in der Schule nicht stattfinden darf. Sie braucht nur Spielregeln und verantwortungsbewusste Lehrkräfte, die auf die Einhaltung der Spielregeln achten (siehe Überwältigungsverbot etc).

        • Michael M

          @la suegra:

          Wir reden von politischem AKTIVISMUS, nicht von Politik oder politischer Bildung. Gewaaaaaaaltiger Unterschied

  • MarsiFuckinMoto

    Ich bin selber Lehrer und wäre auch vorsichtig mit dem Einladen politischer Gruppen. Denn wenn man diese der EINEN Seite gestattet, kann ich als Schulleitung dies nicht gleichzeitig einer ANDEREN Gruppierung, die das gegensätzliche politische Spektrum besetzt, verbieten, bzw. untersagen. Und ich möchte ehrlich gesagt nicht, dass eine AFD-nahe Organisation mit meinen SchülerInnen einen Lesekreis bildet. Ich gibt genügend Möglichkeiten der politischen Aufklärung, die Bundes- und Landesregierung stellt hierzu zahlreiche Materialien etc., zur Verfügung. Dafür brauche ich nicht die Omas gegen Rechts.

    • T 1000

      @MarsiFuckinMoto:

      Die einen und die anderen: Klingt wieder nach der ermüdenden Komplizin der Menschenverachtung, der guten alten false balance. Oder?

      • rero

        @T 1000:

        Nein.

        Klingt nach einem demokratischen Rechtsstaat, in dem man die Gleichbehandlung ggf. Vor Gericht erstreiten kann.

    • Wonko the Sane

      @MarsiFuckinMoto:

      Wenn Sie Akteure der demokratischen Zivilgesellschaft einladen, müssen Sie auch Antidemokraten einladen? So ein Unsinn. Das steht nirgends, insbesondere die sog. Neutralitätspflicht gibt das nicht her.

      • MarsiFuckinMoto

        @Wonko the Sane:

        Ganz einfaches Beispiel: Ich lade also die „Omas gegen Rechts“ ein, die sich klar AFD-kritisch positionieren. Hier geht es nicht um eine alleinige Haltung gegen Rechtsradikalismus, dies wird mit einer Partei direkt verknüpft (Zurecht, wie ich finde). Wenn ich diese Menschen einlade, sollte ich aber gleichzeitig kein Problem damit haben, wenn zum Beispiel Vertreter der Desiderius-Erasmus-Stiftung mit den Schülern diskutieren möchten. Und wenn es wirklich nur um den Bildungsauftrag „gegen Rechts“ geht: DAFÜR brauch ich nun wirklich nicht die Omas, das kriegt man als Lehrer auch ganz gut alleine hin, SO schwer ist das gar nicht. Reden wir von „Zeitzeugen“ des zweiten Weltkriegs: DAS ist natürlich eine andere Sache, unter diesem Aspekt sind Omas und Opas natürlich immer in bestimmt jeder Schule gern gesehene Menschen. Das ist in dem Artikel aber, glaube ich, nicht gemeint…

      • Alex_der_Wunderer

        @Wonko the Sane:

        @ Wonko the Sane



        Absolut treffend und vollkommen richtig argumentiert , ein demokratischer Staat braucht und darf sich nicht von rechtsextremistischen Parlamentarier oder Lehrern zerlegen lassen ❗️

  • Rikard Dobos

    Dann dürften ja eigentlich auch die Krankenkassen nicht mehr dahin um Mitglieder zu werben. Denn, auch wenn es gesetzliche Krankenkassen sind, sie sind ja sozusagen als Unternehmen / normale Versicherungen konzipiert die in Konkurenz stehen sollen.



    Oh und natürlich die Tanzschulen, die auch gern mal durch die Klassen gehen.

    • rero

      @Rikard Dobos:

      Ich habe noch nie erlebt, dass Leute von einer Tanzschule oder einer einzelnen Krankenkasse werbend durch eine Schule zog.

      Geht für mich gar nicht.

    • Alex_der_Wunderer

      @Rikard Dobos:

      - Rilard Dobos



      Darum MARSCHIERT die Bundeswehr ja auch durch die Klassenzimmer, um die Zusammenhänge zwischen Politik und Rüstungsindustrien zu erklären, oder ?

  • Marcelo

    Finde ich richtig! Ich finde Oma gegen Rechts sollten nicht in die Schulen weil sie in der Öffentlichkeit nur mit moralischen punkten auftreten und die Fakten nicht angesprochen werden. Sowie sie sind nicht kritikfähig und können keine Sache neutral bewerten. Hat man viel im Fernsehen und im Internet davon gesehen

    • Sven Krüger

      @Marcelo:

      Die Omas gegen Rechts haben in den Grundschulen Lesekreise durchgeführt. Sie haben Kinder unterstützt, die deutsche Sprache besser zu lernen und sie haben 'bildungsferne' Kinder die Welt der Literatur und des Lesens nahegebracht. In Anbetracht der letzten Ergebnisse der Pisa-Studie eine nicht zu unterschätzende Leistung. Da wird nichts indoktriniert oder politisch instrumentalisiert.



      Was den Vortrag in der 9. Klasse betrifft, in dem die Omas gegen Rechts (die Gründerin war übrigens ehemaliges CDU Mitglied und garantiert nicht links, wie viele andere Mitglieder auch) ist es demokratische Pflicht der Schulen über den Rechtsextremismus zu informieren. Und wer kann das besser als Omas gegen Rechts, die vielleicht noch selbst oder deren Eltern unter den Nazis gelitten haben. Natürlich kann und sollte in der heutigen über jede Art von Extremismus gesprochen werden, wenngleich der Rechtsextremismus zumindest in Deutschland die meisten Opfer gefordert hat.

      • Marcelo

        @Sven Krüger:

        Omas gegen Rechts machen Politik gegen eine Partei und das hat in der Schule nichts zu suchen!

        In Schulen kommen regelmäßig Opfer des Rechtsextremismus und somit ist das abgedeckt.

        Jede Form des Extremismus sowie jede Staatsform muss in der Schule neutral und informativ unterrichtet werden.

      • la suegra

        @Sven Krüger:

        Ich frag mich halt, ob die individuellen Omas weiterhin in Schulen kommen dürfen zum Lesenlernen etc., sofern sie ihre Omas gegen Rechts Anstecknadeln und logoverzierte Regenschirme zuhauselassen.

    • Herma Huhn

      @Marcelo:

      WEnn man darauf besteht, dass Menschenverachtung eine Meinung wie jede andere ist, dann scheint die Neutralität durch die Omas gegen rechts tatsächlich verletzt zu werden.



      Aber Schulen müssen nicht jede erdenkliche Meinung gleichwertig neben allen anderen stehen lassen.



      Schulen dürfen und müssen sich auf die Freiheit der Meinungen konzentrieren, die mit unserer demokratisch-freiheitlichen Grundordnung vereinbar sind.