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Verteidigungsetat im BundeshaushaltSo viel Geld

Die Bundeswehr soll 2027 über 140 Milliarden Euro verfügen. Aus dem Kernhaushalt bekäme sie dann jeden fünften Euro. Die Zinslast wird indes weiter steigen.

Am Ende ihres Berichts werden die Rechnungsprüfer deutlich: „Es wird darauf ankommen, die vom Parlament zur Verfügung gestellten Mittel wirksam und verantwortungsvoll zu verwenden“, heißt es in einem Schreiben des Bundesrechnungshofs an den Haushaltsausschuss des Bundestags. Die Rechnungsprüfer verweisen in ihrem Bericht zum Verteidigungshaushalt 2027 auf die Rüstungsinflation: Die erhöhte Nachfrage und der begrenzte Wettbewerb sorgen für starke Preisanstiege in der Branche.

Diese Nachfrage spiegelt sich auch in dem hohen Wehretat wieder, den der Bundestag derzeit auf den Weg bringt. Ende November soll das Parlament den Haushalt für das kommende Jahr beschließen. Beim Verteidigungsbudget handelt es sich um den zweitgrößten Posten nach dem für das Arbeitsministerium. Laut Entwurf sollen die Ausgaben für die Bundeswehr im Vergleich zum laufenden Jahr noch mal um 30 Milliarden Euro ansteigen und dann insgesamt 140 Milliarden Euro betragen.

Etwa 110 Milliarden Euro stammen dabei aus dem Kernhaushalt, der insgesamt etwa 555 Milliarden Euro umfassen soll – damit kommt jeder fünfte Euro aus dem regulären Budget der Bundeswehr zugute. Hinzu kommen knapp 30 Milliarden Euro aus dem Sonderschuldentopf für die Bundeswehr, der 2022 in Folge des Ukrainekriegs eingerichtet wurde.

Ein Blick in die Bücher verdeutlicht die Summen, mit denen hier hantiert wird: Wegen eines Planungschaos zwischen einer niederländischen Werft und dem Bundesverteidigungsministerium war schon länger klar, dass ein zentrales Großprojekt der Marine, der Bau von Fregatten der Klasse 126, kaum umgesetzt werden kann.

Zwei Milliarden Euro Steuergeld wurde versenkt

Als Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) das Vorhaben im Juni stoppte, waren bereits etwa 2 Milliarden Euro an Steuergeldern in den Schiffbau geflossen und damit versenkt worden. Hinzu könnten noch Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe kommen, mit denen die Werft Anfang Oktober die Bundesregierung konfrontierte.

Die Ausgaben im militärischen Bereich stehen damit in hartem Kontrast zu den Einsparungen in anderen Feldern. Zum Vergleich: Die Kürzungen beim Wohngeld, die etwa eine Millionen Haushalte in Deutschland betreffen könnten, sparen laut dem Gesetzentwurf bei Bund und Ländern für das Jahr 2027 jeweils 740 Millionen Euro ein.

Die Einsparungen für den öffentlichen Haushalt entsprechen damit etwa dem Wert einer Meko-Fregatte, die die Marine anstelle der gescheiterten F126 bekommen soll. Nach Bundeswehr-Angaben soll die erste Tranche von vier Schiffen insgesamt 6,3 Milliarden kosten.

Die Zinslast wird steigen

Die Bundesregierung kontert Vergleiche wie diese mit ihren Haushaltsregeln: Seit März 2025 ist die Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben faktisch ausgesetzt. Die Kosten für Rüstungsgüter können also durch neue Kredite gedeckt werden und stehen vordergründig nicht in direkter Konkurrenz zu anderen Ausgaben.

Diese Argumentation ignoriert jedoch, dass für diese immer höheren Schulden auch immer höhere Zinsen anfallen, die den Handlungsspielraum für künftige Ausgaben einengen. So soll laut dem Bundestag die Zinslast von etwa 42 Milliarden Euro im Jahr 2027 auf 81 Milliarden Euro im Jahr 2030 ansteigen.

Es gibt deshalb im Bundestag Stimmen, die ein Ende der Sonderschuldenregel für Verteidigungsausgaben fordern. Deutlich kommt diese Kritik bislang vor allem aus der Opposition. „Die schuldenfinanzierten Schattenhaushalte wie das Sondervermögen dürfen allenfalls temporären Ausnahmesituationen vorbehalten sein“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Linken, Ulrich Thoden.

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Er kritisiert „laxe Preiskontrollen“, die für massive Gewinne bei den Rüstungsunternehmen sorgen würden. Thoden fordert eine Übergewinnsteuer für die Waffenhersteller „oder besser noch einen Preisdeckel, der die Gewinne der Rüstungsunternehmen von vornherein nach oben begrenzt“.

Ein Problem hierbei wäre, dass die Nachfrage nach Waffen weltweit so stark gestiegen ist, dass die Staaten bei den Rüstungsherstellern Schlange stehen. Es ist üblich, dass sich die Kunden in den Orderlisten nach vorne kaufen. Deutschland mit seinen nahezu unbegrenzten Ausgabemöglichkeiten genießt dabei wohl längst den Status eines Premiumkunden.

Der SPD-Abgeordnete Andreas Schwarz begleitet als Haushälter für Verteidigungsausgaben seinen Minister Pistorius dabei durchaus kritisch: „Es geht darum, wofür das Geld ausgegeben wird und ob wir das Richtige beschaffen. Das sind wir der Truppe und dem Steuerzahler schuldig“, sagt er der taz.

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54 Kommentare

  • Normalo

    Der allerletzte Satz trifft ins Schwarze: Wird eigentlich das Richtige beschafft (und sind die Verfahren dazu mit ihren teilweise jahrzehntelangen Entwicklungszyklen noch zeitgemäß)?

    Leider endet der Artikel mit dieser Frage, statt Antworten darauf zu suchen und ergießt sich ansonsten einmal mehr in der fundamentaloppositionellen Banal-Feststellung, dass Kriegsgerät Geld kostet, das man auch anders ausgeben könnte (Antwort ist auch immer dieselbe: Ja, könnte man natürlich, aber damit riskiert man halt in einer Welt, in der das Recht des Stärkeren neue Höhenflüge unternimmt, zunehmend die Fähigkeit, überhaupt noch über irgendwelches Geld und andere Dinge frei verfügen zu können). Besonders niedlich finde ich, wenn der linke Narrativ plötzlich von "Schuldenmachen, bis der Arzt kommt" auf ein geradezu lindnersch anmutendes "Wehret der Zinslast!“ umschwenkt, sobald der Quell der Schuldenlast mal keine wohlfahrtsstaatlichen Geschenke mehr sind...

  • Agarack

    "Thoden fordert eine Übergewinnsteuer für die Waffenhersteller „oder besser noch einen Preisdeckel, der die Gewinne der Rüstungsunternehmen von vornherein nach oben begrenzt“."

    Hat diese Partei eigentlich auf irgendein politisches Problem eine Antwort, die sich ohne die Worte "Deckel", "Übergewinn", "Enteignung" oder "Steuer" zusammenfassen lässt?

    Der Ruf nach mehr Effizienz bei Rüstungsausgaben und einen sorgfältigeren Umgang mit dem Etat ist durchaus plausibel. Teuer wird die zur Verteidigung notwendige Aufrüstung aber so oder so, da versucht wird, innerhalb sehr kurzer Zeit Rückstände aufzuholen, die im Grunde über Jahrzehnte gepflegt wurden. Dass es dabei auch zu Unvorsichtigkeiten kommen kann, ist ein Problem, das benannt und bekämpft werden muss, aber nicht hundertprozentig vermeidbar ist.

    Ich möchte im Übrigen darauf hinweisen, dass ich es fast schon ein bisschen ulkig finde, dass ausgerechnet ein Taz-Kommentar auf die Haushaltsbelastung durch hohe Zinszahlen hinweist, da ich bei Kommentaren zu praktisch allen anderen Haushaltsbereichen hier oft diesen Hinweis vermisst habe.

    • Machiavelli

      @Agarack:

      Das ist doch immer so Staatsschulden sind super wenn es um die eigenen Projekte geht. Wenn es um Dinge geht die man nicht haben will sind sie Gift.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Agarack:

      "Teuer wird die zur Verteidigung notwendige Aufrüstung aber so oder so, da versucht wird, innerhalb sehr kurzer Zeit Rückstände aufzuholen, die im Grunde über Jahrzehnte gepflegt wurden."

      Besonders teuer wird es aber, weil man versucht, die Waffen der letzten Jahrzehnte + Drohnen zu kaufen, statt sich erst mal Gedanken zu machen, was der moderne Krieg erfordert. Es ist völlig absurd, 1000 Exemplare eines Panzers zu kaufen, dessen Konzept 55 Jahre alt ist.

      Wichtig wäre auch, wie im Artikel gefordert, mehr Koordination innerhalb Europas. Auch das würde Geld sparen, erfordert aber weniger deutsche Überheblichkeit.

      Und schließlich könnte man die Rüstungsindustrie Vergesellschaften. Den viel gerühmten freien Wettbewerb gibt es in diesem Sektor so gut wie nicht und wir würden mit unserem Geld keine Aktionäre füttern.

      • Machiavelli

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Am Leopard 2 ist nur der Name 55 Jahre alt. Die Leopard 2A8 sind im Grunde neue Panzer. Der wird übrigens in Koordination mit anderen europäischen Nationen gekauft. Wo sie deutsche Überheblichkeit bei Rüstungsprojekten sehen weiß ich nicht. An den gescheiterten Projekten mit Frankreich sind beide Seiten schuld, militär-technisch macht diese Kooperation eh keinen Sinn.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Machiavelli:

          "Die Leopard 2A8 sind im Grunde neue Panzer."

          Definitiv nein. Die Grundkonstruktion ist gleich. Sie lässt sich auch nicht verändern. Daran ändert auch das Tuning der letzten Jahrzehnte nichts. Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Es käme ja auch niemand auf die Idee, einen Golf I als modern zu bezeichnen, nur weil ihn jemand mit modernen Teilen getunt hat.

          Worin die deutsche Überheblichkeit besteht, konnte man eben beim Flugzeug gut sehen. Obwohl Frankreich die deutlich größere Erfahrung hat, wollten die deutschen Konzerne "gleichberechtig" reinreden. Richtig wäre gewesen, dem mit der größeren Erfahrung die Führung zu überlassen.

          • Machiavelli

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Die Grundkonstruktion ist bei jedem Panzer gleich abgesehen von Merkava und einigen wenigen Ausnahmen. Der nächste Panzer der Bundeswehr wird auch nicht groß anders aussehen in der Hinsicht.

          • Normalo

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Welche größere Erfahung? Beide Länder haben ihre besten Flugzeuge - Tornado und Typhoon - gemeinsam gebaut. Überheblich ist aus meiner Sicht eher, wer mal a priori beansprucht, Alles besser zu können als der Andere und nur Juniorpartner akzeptiert.

            @Machiavellis richtige Bemerkung würde ich in Bezug auf FCAS noch etwas spitzer formulieren: Es ging nicht darum, wer bessere Flugzeuge entwickeln kann, sondern wer am Drücker sitzt, wenn die Anforderungsprofile auseinandergehen. Das war bei diesen Projekten immer schon so, und deshalb hat in der Vergangenheit KEINE Seite von Beginn an hegemoniale Ansprüche gestellt. Ich wüsste z. B. auch nicht, dass Nexter bei der Fusion irgendwie vor der manifesten Expertise von KMW (Leclerc war vielleicht ein großartiger General, aber der gleichnamige Panzer und seine Vorgänger sind/waren sicher KEINE weltweiten Spitzenprodukte) zurückgesteckt hätte.

          • Machiavelli

            @warum_denkt_keiner_nach?:

            Macht aber infustriepolitisch keinen Sinn man will ja im Zuge dieses Projekts eigene Kapazitäten entwickeln und wenn Deutschland 50% bezahlt und vermutlich mehr flugzeuge dann auch kauft macht es erst recht keinen Sinn. Generell haben Frankreich und Deutschland zu unterschiedliche Anforderungsprofile.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Gegen Verteidigungsausgaben, die zielgerichtet und koordiniert auf die Verteidigung Deutschlands und unserer Verbündeten in Europa ausgerichtet sind, wäre nichts einzuwenden. Praktisch sieht es aber so aus, dass einfach eingekauft wird, was so zu kriegen ist. Ohne Sinn und Verstand. Dazu kommt, dass man auch noch sonst wo "präsent" sein will. So wird einfach nur Geld verbrannt.

    Das Ganze erinnert ein wenig an den Bau der Maginot-Linie in den 30er Jahren. Dort wurde auch ohne wirklichen Effekt Geld verbrannt. Obwohl. Dahinter steckte wenigstens noch eine Art Plan. Wenn auch ein Veralteter.

  • Tom Tailor

    "Deutlich kommt diese Kritik bislang vor allem aus der Opposition. „Die schuldenfinanzierten Schattenhaushalte wie das Sondervermögen dürfen allenfalls temporären Ausnahmesituationen vorbehalten sein“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Linken, Ulrich Thoden."

    Was im Umkehrschluss nichts anderes bedeutet, dass der russische Krieg gegen die Ukraine keine "temporäre Ausnahmesituation" mehr ist sondern "Normalzustand". Ist es das was uns der Herr Thoden sagen möchte?

  • T-Rom

    Diese massiven Ausgaben für Rüstung bringen Deutschland nicht voran. Nichts wird dadurch besser und kein konkretes Problem wird gelöst. Man verpulvert Geld im Nichts, und bestenfalls in Altmetall, was aktuellen und zukünftigen militärischen Herausforderungen nicht gewachsen ist.



    Die Ausgaben bringen wahrscheinlich noch nicht einmal die Qualität der Bundeswehr voran, wenn man da die konkreten Fähigkeiten mit den Ausgaben vergleicht. Andere Länder haben da mit geringerem Budget deutlich fähigeres Militär. Milliarden für nicht realisierte Fregatten, Segelschulschiffe und Digitalfunk den man nicht auf die Reihe bringt.

  • PeterArt

    "Zwei Milliarden Euro Steuergeld wurde versenkt." Und wäre es besser gewesen, schlechtem Geld noch gutes hinterherzuwerfen? Es wäre ein klassischer Fehlschluss, bei solchen Entscheidungen die versunkenen Kosten ins Kalkül zu ziehen.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @PeterArt:

      "Und wäre es besser gewesen, schlechtem Geld noch gutes hinterherzuwerfen?"

      Macht man doch. Man kauft weiter gute, alte Fregatten. Nur wo anders.

      Außerdem muss man VORHER schauen, ob der Auftragnehmer auch in der Lage ist, den Auftrag zu erfüllen.

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Dass man 140 Mrd. € ausgibt, ist schon schlimm. Aber noch schlimmer ist, dass das zum großen Teil sinnlos ist.

  • Don Geraldo

    Schon vor diesem enormen Zuwachs gab Deutschland mehr für die Verteidigung aus als Frankreich und nur etwas weniger als Großbritannien.



    Aber im Gegensatz zu diesen beiden Nato-Staaten hat Deutschland keine Flugzeugträger, keine Atom-U-Boote und auch keine Spezialtruppen, die mit eigenen Flugzeugen jeden Ort der Welt erreichen können, um dort Staatsbürger zu beschützen. Von Militärstützpunkten in aller Welt und einer dazu passenden Flotte ganz zu schweigen.

    Wo ist eigentlich das ganze Geld für die Bundeswehr gelandet?

    • nihilist

      @Don Geraldo:

      Pensionen, ein riesiger Bürokratie-Wasserkopf und viele ins Nichts führende teure Projekte. Das trägt zwar alles zur Verteidigung nichts bei, treibt aber die Kosten in die Höhe.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Don Geraldo:

      "Wo ist eigentlich das ganze Geld für die Bundeswehr gelandet?"

      In den Taschen der Rüstungsindustrie. Und natürlich verschlingt die Bürokratie auch ihren Teil.

      • Machiavelli

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Hauptsächlich Löhne wir sind ein hochlohnland.

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Machiavelli:

          Die Personalkosten machen mit knapp 25 Milliarden nur einen kleinen Teil aus. Wieviel davon der Wasserkopf ausmacht, ist leider nicht rauszufinden.



          Aber BW hat z.Z. ca. 220 Generale und Admirale. Oder anders ausgedrückt. Auf nicht mal 900 Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere kommt ein Lamettaträger. Das kostet.

    • Machiavelli

      @Don Geraldo:

      Die britischen Streitkräfte sind in einem erbärmlichen Zustand.

  • Gerald Müller

    Ach, schon wieder ein Preisdeckel gefordert von der Linken. Der mal wieder davon zeugt dass die LInke auch von Verteidigung keine Ahnung hat. Das eigentliche Problem ist doch dass mit dem Geld ein Haufen Sachen gekauft werden sollen die schlicht überholt sind., die auf einen modernen Gefechtsfeld höchstens noch Schrottwert haben. Schwere Kampfpanzer, F35, all das kostet Unsummen und wird von Drohnen oder Raketen die einen Bruchteil kosten sofort zerstört. Das Geld wird schlicht verschleudert. man müsste erstmal nachdenken wie ein moderner Krieg aussieht (siehe UA), was dafür benötigt wird, in welchen Zeitrahmen diese Dinge gebaut bzw entwickelt werden können, und dann einen langfristigen Ausgabeplan erstellen der effektiver und deutlich billiger wäre als das was jetzt passiert. Natürlich müsste man auch sofort Sachen anschaffen etwa Drohnen und lasergesteurte Artillerie. Dazu kommt dass der moderne Krieg im Aesentlichen von einer großen Zahl an Infanteristen geführt wird, das bringt die Wehrpflicht wieder ins Spiel usw. Also, Ulrich Thoden, ein wenig Fachwissen führt dazu dass man die Ausgaben fachlich und faktisch kritisieren kann, und nicht einfach einen Deckel fordert.

    • Machiavelli

      @Gerald Müller:

      Sowohl Ukraine als auch Russland setzten weiterhin auf Kampfpanzer und Kampfflugzeuge, Russland plant die beschaffung tausender T-90. Drohnen werden beides auf Jahrzehnte nicht ersetzen und auch dann werden sie nur die menschlichen crews ersetzen.

      • Gerald Müller

        @Machiavelli:

        Soweit ich informiert bin wurden insbesondere die neuesten russischen Programme T-14 zurückgestellt eben weil diese KPz nicht mehr einsetzbar sind. und, die T-14 wurden nicht ein einziges Mal an der Front eingesetzt. und wo bitte fliegen Su 35, Ka 52 usw an der russischen Front? Im Hinterland nämlich, wo die Su 35 Gleitbomben abwerfen. Dafür braucht man aber keine Su 35, das können und machen auch die TU-95, Baujahr ab 1952. Die UA setzt F16 ebenfalls nur im Hinterland zur Drohnenbekämpfung ein. Ich bleibe dabei, KPz und superteure Flieger haben im Wesentlichen Schrottwert und die Beschaffung hilft insbesondere den Rüstungsfirmen und ewig-gestrigen Militärs und Politikern. Und Herrrn Pistorius, ebenfalls kein intellektueller Überflieger . Aber, wie Robert Habeck in seinem bleibenden Beitrag zur Wirtschaftswissenschaft mal gesagt hat: Das Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anders.

        • Machiavelli

          @Gerald Müller:

          Der T-14 kam nie über Prototyp Status hinaus, Russland plant aber tausende neuer T-90M3 zu produzieren, die T-80 Produktion wieder aufzunehmen, etc.. Kampfhubschrauber ja aber da geht Deutschland einen günstigen weg mit den neuen. Das ist eine waffengattung die stirbt bald aus.

          Bei Kampfflugzeugen ist der Ukrainekrieg eine Ausnahme für Russland wegen der saturation an flugabwehr das ist aber eine Ukraine spezifische Situation, Der Westen wird absehebar nicht soviele haben. Deswegen versucht russland da auch steigerungen vei der produktion. Im Westen müssten Kampfflugzeuge viel mehr leisten was bei den Russen Artillerie und Raketen leisten die wir beides nicht haben.

          Drohnen sollen eine mobile kriegsführung mit Panzern, schützenpanzern ermöglichen und Kampfflugzeuge bei angriffen im feindlichen Hinterland unterstützen das ist der Plan dem alle verfolgen. Der nächste Krieg wird nicht aussehen wie der ukraine krieg genauso wie der 2. WK nicht aussah wie der spanischen Bürgerkrieg.

          • warum_denkt_keiner_nach?

            @Machiavelli:

            "...Russland plant aber tausende neuer T-90M3 zu produzieren, die T-80 Produktion wieder aufzunehmen..."

            Gibt es dazu zuverlässige Quellen oder sind das Vermutungen? Russland hat seine Pläne sicher nach den Erfahrungen des Krieges angepasst...

            • Machiavelli

              @warum_denkt_keiner_nach?:

              Die russischen Pläne dazu wurden geleakt, dazu kommen Ankündigung in den russischen Medien. Russland investiert auch weiterhin große Summen in die Modernisierung von T-72 etc. Die kann über Satelittenaufnahmen verifiziert werden. Russland hat erst vor einigen Monaten einen großen Panzerangriff gefahren, der scheiterte, aber konnte nur mit Mühe aufgehalten werden.

              • warum_denkt_keiner_nach?

                @Machiavelli:

                "...dazu kommen Ankündigung in den russischen Medien..."

                Diese und auch die anderen Angaben sind ein paar Jahre alt. Seit dem hat sich der Krieg verändert...

                • Machiavelli

                  @warum_denkt_keiner_nach?:

                  Haben Sie den Beweise das Russland nicht länger auf panzer setzt? Die Modernisierung von Panzern in Russland läuft derzeit weiter, das zeigen die Satelliten Aufnahmen der Fabriken und Lager.

          • YeahYeah

            @Machiavelli:

            Vor allen Dingen: am Ende braucht es trotzdem Stiefel auf dem Boden. Und damit auch Fahrzeuge etc.

  • metalhead86

    Quintessenz: Wer am Unterhalt spart renoviert am Ende für ein Vielfaches. Altbekannt und trotzdem immer wieder ignoriert.



    Betrifft aber tatsächlich nicht nur den Verteidigungsbereich. Mindestens Verkehr und Bildung sind davon auch betroffen.

    • Heho

      @metalhead86:

      Ist schon richtig, nur dass unsere Regierung sich leider den alten, völlig überteuerten Kram andrehen lässt. Um beim Renovieren zu bleiben: die freuen sich über ne "neue" Kohleheizung 🤦🏻‍♀️

      • Machiavelli

        @Heho:

        Was für alten Kram den? Patrias, Boxer, Leo2A8 alles Neu, IRIS-T, F-35 etc. Deutschland kauft moderne Waffen und solche, die auch der Rest Europas kauft, was die Interoperabilität erhöht.

  • Hans Dampf

    140 Milliarden für die Bundeswehr, aber keine 4 Milliarden um die Schulen in jeder Hinsicht zu modernisieren. Die Jugend hat recht, wenn sie auf die Straße geht.

    • Tom Tailor

      @Hans Dampf:

      Könnte daran liegen das Bildungspolitik im Gegensatz zur Verteidigung Ländersache ist.

    • PeterArt

      @Hans Dampf:

      Was mit der öffentlichen Infrastruktur passiert, wenn man nicht ausreichend verteidigungsfähig ist, können Sie täglich in der Ukraine studieren.

      • T-Rom

        @PeterArt:

        In der Ukraine kann man vor allem studieren, wozu Kriege alles führen und warum man diese um (fast) jeden Preis versuchen muss, zu vermeiden. Bzw im Vorwege zu verhindern.

        • rero

          @T-Rom:

          Ja.



          Rückblickend war es ein besonderer Fehler, dass die Ukraine ihreAtomwaffen abgeschafft hat und auf Unter anderem von Russland die zugesicherte Integrität ihrer Grenzen vertraute.

          Die Ukraine hätte den so im Vorfeld vermeiden können.

          Aber wollen wir der Ukraine wirklich ihre Abrüstungsbereitschaft vorwerfen?

        • TerryX

          @T-Rom:

          Sie haben die Historie des dortigen Krieges aber schon irgendwie mitbekommen, oder?

          • T-Rom

            @TerryX:

            Ja, angefangen vom Budapester Memorandum, über die Annäherungen von NATO und der Ukraine, weiter über die Annexion der Krim /Donbas (und wie Merkel und andere westliche Staatschefs versucht haben das Problem unter den Teppich zu kehren) und hin zum Ignorieren des Problems durch Obama.



            Der Überfall Russlands auf die Ukraine ist durch nichts zu rechtfertigen.



            Dennoch gab es viele Situationen wo in dieser Entwicklung historisch falsch abgebogen wurde. Das Resultat ist, das die Ukraine das jetzt ausbaden muss.

        • Machiavelli

          @T-Rom:

          Deswegen rüsten wir auf. Damit Russland nichtmal den Hauch einer Chance sieht.

        • PeterArt

          @T-Rom:

          Recht zynisch der Ukraine gegenüber. Vielleicht sollten Sie diesen Rat lieber der Regierung im Kreml erteilen.

      • Hans Dampf

        @PeterArt:

        Wer nicht in die Jungend investiert verliert auch die Zukunft.

  • StefanMaria

    Ja vielleicht war es kurzsichtig nur auf Pazifismus zu vertrauen. Wenn nun gerüstet werden muss, sollte schon die Kontrolle da sein wofür, also nur defensive Ausrichtung. Und die Wirtschaft muss endlich in die Pflicht genommen werden, mehr Leistung zu bringen und die Gewinne in Allgemeinwohl und eben für die Rüstung bereitzustellen.



    tet

    • Deep South

      @StefanMaria:

      Ich glaube nicht mal, dass wir auf Pazifismus vertraut haben. Wir haben uns halt komplett von den Supermächten Welt abhängig gemacht und die Augen vor den globalen Entwicklungen zugemacht. Wir haben uns von russischer Energie abhängig gemacht und das mit NS2 noch weiter ausbauen wollen, als Putin bereits in der Ukraine war. Wir haben nicht reagiert, als Trump während seiner ersten Amtszeit die NATO in Frage gestellt hat. Wir haben uns weiter vom chinesischen Markt abhängig gemacht, obwohl deren Wirtschaftspolitik offensichtlich aggressiv die westliche Ökonomie angreift. Wir haben uns über billige Energie, Exportüberschuss und einen niedrigen Wehretat gefreut, ohne Warnungen, die es bereist massiv gab ernst zu nehmen.



      Und das alles ist in erster Linie in der GroKo Ära unter Merkel passiert. Wir haben schlicht den autoritären "Zeitenwandel" der Großmächte verpennt. Und das kostet uns jetzt viel Geld und sozialen Frieden.

  • Apropos

    Ist doch chillig. Holen wir alles wieder rein bei den arbeitslosen, rentnern und arbeitern.

  • Philippo1000

    Es ist schon überraschend,



    dass der Ukraine Krieg seit Jahren vor unserer Haustür tobt, es aber Viele weiterhin ignorieren.



    Die Behauptung, dass die aktuellen militärischen Konflikte uns nichts angehen endet an der Zapfsäule.



    Die hohen Energiepreise verteuern übrigens nicht nur Pendlerkosten und



    (Lebensmittel-)Transporte sondern auch Rüstungsgüter.



    Dass Angebot und Nachfrage den Preis regeln sollte keine Neuigkeit sein.



    Der Ausbau der Bundeswehr ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.



    Wer meint, das Geld sollte für Anderes ausgegeben werden, verkennt die Situation.



    Derzeit werden Investitionen nachgeholt, die bereits vor Jahren nötig gewesen wären.



    Hinzu kommt der Beginn eines europäischen Flugabwehrschilds, Drohnentechnik und Cybersbwehr, alles neu zu entwickelnde Bereiche.



    Klar kostet das Geld. Allerdings trägt die derzeitige Investitionspolitik auch Früchte, wie wir am Wirtshhaftswachstum sehen.



    Es ist übrigens richtig, einen Vertrag zu stornieren, wenn der Beauftragte nicht in der Lage ist, den Anforderungen zu entsprechen.

    • T-Rom

      @Philippo1000:

      Hätte man in den letzten 10 Jahren noch mehr Geld für die Bundeswehr ausgegeben - welches der o.g. Probleme hätte man damit verhindert?



      Überfall Russlands auf die Ukraine?



      Den planlosen Amgriff der USA / Israel auf den Iran?



      Die damit verbundenen Anstiege des Gas- und Ölpreises?



      Wenn die Anwort auf diese Fragen "Nein" ist, stellt sich schon die Frage worfür all das zusätzliche Geld für Aufrüstung überhaut gut sein soll,

      • Philippo1000

        @T-Rom:

        Natürlich können Sie für sich ein Ja/Nein Schema aufstellen, allerdings ist die Welt etwas komplizierter.



        Wie Sie vielleicht schon gehört haben,



        gilt für Deutschland eine Bedrohungslage.



        Es stellt sich ganz einfach die Frage, ob die Bundeswehr in der Lage ist, Deutschland im Kriegsfall zu verteidigen.



        Viele Fachleute sind der Meinung, dass dies nicht der Fall ist.



        Die bisherige Verteidigungspolitik plante stets mit den USA. Die sind mit trump aber zu einem unsicheren Partner geworden. Daher ist es an der Zeit auf eigenen Füßen zu stehen und die Verteidigung so auszubauen, dass sie tragfähig ist.



        Was die Finanzierung betrifft, wäre eine Streckung der Ausgaben über 20 Jahre natürlich mit weniger Aufwand möglich gewesen.



        Wenn Sie fragen, wozu das Geld da sein soll, frage ich mich, ob Sie die hybriden Angriffe auf Deutschland einfach ignorieren, um ihre Meinung behalten zu können.

        • T-Rom

          @Philippo1000:

          Wir geben - auch im Internationalen Vergleich - ziemlich viel Geld für die Verteidigung aus. Aber unsere militärischen Fähigkeiten sind, vorsichtig formuliert, unterdurchschnittlich. Warum mehr Geld das ändern sollte, ist nicht ersichtlich. Wenn etwas nicht funktioniert, ist "mehr davon" selten die Lösung für Verbesserungen.

          Aber, wie oben dargelegt, ist nicht ersichtlich wie Aufrüstung uns überhaupt helfen kann, den aktuellen und zukünftigen Problemen zu begenen. Vielleicht wäre es besser, die zugrundeliegenden internationalen Probleme anzugehen.

          • Machiavelli

            @T-Rom:

            Das zugrunde liegende Problem ist der russische Militarismus und Imperialismus. Der einzige Weg dieses Problem aus der Welt zu schaffen ist der Ukraine immer mehr Waffen zu geben damit die Träger dieses Problem aus dem Verkehr gezogen werden.

  • Günter Witte

    Das es jetzt diese enormen Ausgaben für das Militär braucht sind, mal wieder, die Fehler der Vergangenheit. Deutschland hat über Jahrzehnte bei der Verteidigung gespart, die Wehrpflicht 2011 ausgesetzt. Danach wurden Kasernen zu Bauland, Waffen verschrottet. Jetzt, durch Wahnsinnige Präsidenten in Amerika und Russland, ist Deutschland wieder selbst in der Verantwortung und muss die Fehler der Vergangenheit über Geld wiederherstellen.



    Nur sind wir jetzt wieder da wie immer in Deutschland: Dank eines total unfähigen Verteidigungsminister + Beschaffungsamt wird hier Geld verschwendet ohne Ende. Im Endeffekt werden wir wieder (viel) mehr Geld ausgegeben haben als andere Länder, dafür aber weniger Verteidigungsfähig sein als diese !

  • Elite123

    Diese Ausgaben sind fatal. Sie werden als Investition deklariert, sind aber konsumptiv.

    Eine Investition bringt einen nachgelagerten Ertrag.

    Bei einem Panzer ist das nicht zu erwarten. Bestenfalls verstaubt er, und schlimmstenfalls vernichtet er Infrastruktur.



    Sie bringen Deutschland nicht voran.

    Wahrscheinlich wäre man besser damit gefahren, ein Zehntel der Ausgaben in die Diplomatie zu stecken.

    • Machiavelli

      @Elite123:

      Und die Diplomaten hätten dann was gemacht? Diplomatie funktioniert nur wenn der andere interesse daran hat. Wenn der andere krieg will wie im Falle Putins gibt es krieg.