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Laute Frauen in der BahnDer Sekt-Vierer

Ostern in der Bahn: Ein Mann findet die älteren Frauen mit Piccolo zu laut. Klar, die kümmern sich ja auch einmal nur um sich selbst statt um andere.

Ob durch Sekt, Bier, Luft – alkoholisierte Mitreisende können nerven Foto: Action Pictures/imago

S chrecklich war die Fahrt mit dem ICE – sagt Marius, Ende zwanzig, am Bahnsteig zu seinen Freunden. Es sei die unangenehmste Gruppe aller typischen Reisegruppen überhaupt an Bord gewesen. Direkt neben seinem reservierten Platz saß angetrunken, ruhestörend und einfach belastend: eine Gruppe älterer Frauen mit Prosecco. Seine Freunde schauen ihn mitleidig an.

Really?! Das ist sie? Die unangenehmste Gruppe Zugfahrender sind Frauen, die Prosecco trinken? Nicht Fußballfans mit Bier, kein grölender Junggesellenabschied, keine nervigen Geschäftsmänner oder FDP-Fraktionsfahrt? Gut, FDP-Fraktionen sind wohl eher etwas aus der Vergangenheit, aber alle anderen Gruppen sind lebendiger wiederkehrender Gast im Deutsche-Bahn-Universum.

Was den Typ genau gestört hat, war die Lautstärke. Verständlich. Ich bin Reisetyp „Kopfhörer im Ruhebereich“, und wenn das nicht klappt, bin ich auch mal genervt. Zwischen einer nervigen und einer unangenehmen Situation gibt es allerdings wichtige Unterschiede. Nervig können auch schreiende Kleinkinder sein, wenn man gerade versucht, ein Nickerchen zu machen.

Unangenehm sind vor allem solche Mitreisenden, die ganz schnell zu einer Bedrohung werden können. Das sind – in unterschiedlichen Gefährdungsgraden – für alle Geschlechter: Männergruppen. Besonders dann, wenn Alkohol im Spiel ist. Laute Frauengruppen sind meist einfach nur laut. Aber genau das ist so ungewohnt, dass es Marius unangenehm ist. Laute Frauen in der Öffentlichkeit.

Ostern ist das erste verlängerte Wochenende des Jahres mit dem Potenzial auf gutes Wetter: ideale Bedingungen für einen Kurztrip für alle, die weder Eier verstecken noch suchen müssen. Und so bin ich sicher, dass auch dieses Wochenende zwischen Frankfurt und München oder Berlin und Hamburg wieder Frauen an Vierern sitzen, quatschen und dabei die ein oder andere Flasche köpfen. Es könnte sogar sein, dass sie dabei laut lachen. Ich hoffe, es ist so. Ladys, lasst krachen! Freun­d*in­nen­schaft ist gesund.

Und wer auch immer ihr seid, was auch immer ihr tut: Ich sehe euch da sitzen und höre den Korken knallen in der Sekunde, in der der Zug den Bahnhof verlässt, und denke mir: Das habt ihr euch verdient. Wer so froh ist, wo wegzukommen, musste dringend los. Wer eine Fahrt mit der Deutschen Bahn als Grund zum Feiern sieht, hatte es bitter nötig.

Ich merke in dem Moment, in dem ihr einsteigt, dass ihr entkommt. Keine Ahnung, ob das eure Jobs sind, Ehemänner, Kinder oder Enkelkinder, die euch veranlassen, die Stadt zu verlassen – vermutlich alles zusammen, und wisst ihr was: Ihr hättet schon früher fahren sollen und noch ’ne Flasche mehr einpacken. Gönnt euch!

Was für Marius die unangenehmste Gruppe aller stereotypen Reisegruppen ist, sind Frauen, die einfach mal ’nen Scheiß darauf geben, wie er sich gerade fühlt. Dann sind das aus seiner Perspektive auch noch ältere Frauen. Die könnten seine Mutter oder Großmutter sein, verhalten sich aber so gar nicht mütterlich oder großmütterlich. Sie kümmern sich um ihren eigenen Spaß und nicht um das Wohl anderer.

Ich bin aktuell nicht in der Lebensphase für den Sekt-Vierer. Aber ich hoffe, das kommt noch. Dann wird Marius ältere Frauen und Queers of Color die unangenehmste Gruppe nennen.

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Simone Dede Ayivi
Simone Dede Ayivi ist Autorin und Theatermacherin. Sie studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim. Aktuell arbeitet sie zu den Themen Feminismus, Antirassismus, Protest- und Subkultur.
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52 Kommentare

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  • Wie viele sich hier über den Alkoholkonsum in der Bahn wundern, dabei ist das doch neben Berufspendlern und Urlaubern doch der Hauptgrund warum Leute Bahn fahren: weil sie dabei saufen dürfen! :D unangenehm finden das nur nüchterne Menschen....was dieses Geschlechterding hier wieder soll verstehe ich nicht, jede Besoffene Gruppe ist aus nüchterner Sicht nervig.....diesen ewigen Geschlechterkampf finde ich mittlerweile auch nur noch nervig.



    Prost die Damen

  • Na dann Prost! Ich mag zwar keinen Prosecco und keine Sauftouren, aber der pikierte Gegenwind im Kommentarbereich könnte mich glatt verleiten, mich einer Gang älterer Damen anzuschließen und den Großraumwagen aufzumischen. Kommt eine mit?

  • Man kann nicht ständig argumentieren, wie potentiell gefährlich Männer als Gruppe sind, ohne von den Rechten die PKS mit der Gefährlichkeit von Ausländern um die Ohren gehauen zu bekommen.



    Unabhängig davon, dass das nicht dem linken, universalistischen Menschenbild entspricht, kann man dieses Spiel gegen Rechte nicht gewinnen. Diejenigen, die das leider am ehesten und stärksten spüren werden, sind genau die, denen sich die Autorin zugehörig fühlt.

    • @swordeli:

      Das eine lässt sich wissenschaftlich fundiert entkräften, das andere hingegen nicht.



      .



      Männer sind statistisch gefährlicher als Frauen, Ausländer sind NICHT häufiger kriminell.



      .



      Nur weil aus der PKS falsche Schlüsse gezogen werden, sollte nicht auf das Benennen von Fakten verzichtet werden.

  • Warum baut Simone Dede Ayivi zu Anfang ihrer Geschichte einen "Strohmann" auf? Eine erfundene Geschichte von "den jungen Problem-Männern und "den anderen". Marius soll hier die "Problemmänner" repräsentieren, während "die anderen" von ein paar beschwipsten, lauten aber harmlosen Frauen repräsentiert werden. Warum braucht sie diesen Umweg? Geht es darum Verantwortung für die unübersehbaren Zustände im öffentlichen Personenverkehr auf einen mutmaßlich durchschnittsdeutschen jungen Mann namens Marius zu verlagern? Warum beschränkt sie sich nicht auf die Probleme, die sie selbst wahrnimmt? Ein komischer Artikel, der irgendwie den Anschein erweckt, als habe die Autorin Skrupel ihr eigenes Erleben direkt und ohne Umschweife klipp und klar zu benennen.

    • @Rosa Roxanne:

      Weil der Marius die Frauen als die "unangenehmste" Gruppe bezeichnet, denen man im öffentlichen Raum begegnen kann.



      .



      Das ist unbewusste Misogynie.



      Weil nichts ist "schlimmer" als Frauen, die sich "daneben" benehmen. Früher wurden so "Verhaltensauffälligkeiten" schnell als Hysterie bezeichnet.



      .



      Die Reaktion des jungen Mannes ist ein Überbleibsel dieser Tradition, wenn auch ein (vermutlich) unbewusstes.

    • @Rosa Roxanne:

      Strohmann passt. Da wird harmloser FDP Liberalismus bemüht um libertäre Verhaltensweisen zu rechtfertigen, die andere Menschen beeinträchtigen. Und dieses Libertäre Getue wird einem dann auch noch als Feminismus untergejubelt.

  • Respekt und Toleranz. Darum gehts. Immer. Wer du bist und wer "die Anderen" sind, ist dabei völlig egal. Alles andere sind selbstgerechte und höchst unerwachsene Ausreden. Und das eine besoffene Hooligangruppe oder "im Zug noch schlimmer sein könnte, ja mei geschenkt. Der Vergleich ist ähnlich gelungen, wie das "schreiende Kleinkind".

    • @Deep South:

      Ganz mein Reden! Danke.

  • Ein generelles Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln wäre der ganzen Sache dienlich. Ich habe während meiner Zeit in Deutschland nie so richtig verstanden, warum die Gesellschaft hierzulande den Intoleranten im öffentlichen Raum soviel Toleranz einräumt.

    Gilt für Alkoholkonsum, Rauchen in der Aussengastronomie bei Anwesenheit von Kindern etc. Es ist auch unerheblich, ob es sich dabei um weibliche oder männliche Protagonisten handelt, ob es Jugendliche oder Erwachsene, Kegelclubs oder Fußballfans sind die über das Ziel hinausschiessen.

    Im öffentlichen Raum darf man etwas Rücksicht erwarten, fehlt diese dann wird das Miteinander schnell zum Stressfaktor. Sei es im Verkehr, im Schwimmbad, im Park oder einfach auf der Straße.

    In vielen Situationen in der Öffentlichkeit macht sich einfach der mangelnde Respekt vor dem Gegenüber bemerkbar.

    Trifft besonders gegenüber Kindern zu. In diesem Punkt habe ich hier in Deutschland ein rücksichtsloses Verhalten von Erwachsenen erlebt, welches ich in der Form vorher nicht gekannt habe.

    • @Sam Spade:

      Es könnte so angenehm sein.



      Früher ging ich zur Entspannung gegen Stress im öffentlichen Raum zum Spazieren oder Laufen in Wälder... Dort ist es mit der Ruhe mittlerweile auch vorbei. Besonders am ersten Mai. Erich Kästner hat's beschrieben:



      www.deutschelyrik....anthropologie.html

    • @Sam Spade:

      Danke!

    • @Sam Spade:

      Nie verstanden? Weil das die Kultur ist. Wir sind hier leider nicht in Japan. Wobei die dortige Kultur natürlich ach erhebliche Schattenseiten hat. Aber als soziophoben Autisten der Ruhe möchte, wäre Japan oder zumindest Tokyo ein Traum für mich.

      • @Eulennest:

        Das japanische Tatemae ist bloße Fassade und wirkt doch sehr oberflächlich. Wer sich dort nicht in den Kollektivismus einordnet, was oftmals gleichbedeutend ist mit unterordnen, wird in einer Stadt wie Tokyo der einsamste Mensch der Welt sein.

        Seit den achtziger Jahren, als die Norweger den Japanern den Lachs für ihr Sushi schmackhaft machten, unterhält meine Familie geschäftliche Verbindungen nach Japan. Kein Land ausserhalb Europas habe ich seitdem öfters bereist und mit keiner Mentalität habe ich so gefremdelt, wie mit der japanischen.

        Die deutsche Kultur gilt als ziemlich rau, schon bei Montaigne nachzulesen, und ungehobelt, aber als herzlich und aufgeschlossen. Von letzterem ist bei den Japanern nichts zu spüren. Ich als Norweger empfinde die japanische Kultur sogar eher als rückständig, besonders in Hinsicht auf das Frauenbild.

        Ich würde die deutsche Kultur daher nicht schlechter machen wollen, als sie ist. Hat auch seine Gründe, das ich viele Jahre in Deutschland gelebt habe. Nur das mit der mangelnden Kinderfreundlichkeit, in vielen Bereichen, stellte ein ernsthaftes Problem dar.

        Schnappsnasen im Zug sind hier offenbar kein Problem, Kinder im Restaurant schon.

        • @Sam Spade:

          Zur Kinderunfreundlichkeit: sieht man auch schön an dem Artikel, in dem die Autorin schreiende Kleinkinder, die keine Impulskontrolle haben als nervig, Frauen, die keine Rücksicht nehmen, aber als Vorbild ansieht.

  • Was wäre dagegen einzuwenden, wenn man sich in der Öffentlichkeit, insbesondere auch in beengten Räumen, am §1 der StVO orientieren würde, und das Ganze dann geschlechtsübergreifend?

  • Die Autorin stellt sehr gut den Unterschied zwischen dem Bedrohungspotenzial von alkoholisierten Männern und Nervpotenzial beschwippster Frauen heraus. Bin 100 pro dabei. Lieber neben den Frauen sitzen als in der Nähe der Gröler.



    Und sehr originell, die Piccolo-Runden als Kampf gegen das Patriarchat zu deklarieren. Und aufrufen, fleißig mitzukämpfen.



    Bin mir aber sicher, dass die Geschäftsfrauen, Ehefrauen, Mütter und Großmütter dass nächste Mal auf der Fahrt von Berlin nach Frankfurt sehr genervt sind, wenn sie neben der Partyrunde sitzen. Ohne Alkohol intus bröckeln die Barrikaden.

  • Was einem in der Bahn immer wieder auffällt, wie viel (trotz sinkender Statistiken) von nahezu jeder Bevölkerungsgruppe gesoffen wird.



    Die Hausfrauengruppe mit Sekt, die Kumpeltruppe auf Tour mit Bierkasten, die Jugendlichen mit Wodka Red Bull.



    Frauen sind trotz Pegel eventuell nervig, aber nicht gefährlich. Was man von Fußballfans oder anderen großen Männergruppen leider nicht behaupten kann. Vielleicht mal mit Ausnahme von Großbritannien ist in kaum einem Land Spaß derart eng mit dem Genuss alkoholischer Getränke verbunden. Ist bedenklich, aber wohl nur langfristig zu ändern (was ja wohl auch langsam geschieht), vielleicht sollten wir Deutschen mal an unserer Spaßkultur arbeiten, muss ja was geben zwischen Askese und ständigem Gelage. Aber es geht durchaus auch mal ganz ohne.

  • Ich erinnere mich an die Fahrt nach Paris, auf der der Prosecco-Damen-Vierer den kompletten Großraumwagen des ICE "unterhielt" und genausowenig Rücksicht nahm wie alle männlichen Kegelclubys und adoleszenten Videogucker und Manspreader usw. Meine damals 11-jährige Tochter bat mich, sie zu bitten, leiser zu sein - ich hab mich nicht getraut, die Anführerin war echt einschüchternd - dafür schäm ich mich noch heute.



    Warum man*frau dieses egozentrische Verhalten feiern soll, weil's Frauen sind, ist mir schleierhaft. Und auch junge Männer dürfen genervt sein.



    Ich liebe übrigens den TGV, da benehmen sich die Leute und gehen sogar zum Telefonieren zwischen die Abteile.

    • @hierbamala:

      Ja, das kann ich bestätigen. Im TGV sitzt allerdings auch ein anderes Publikum als im durchschnittlichen Zug der DB.

  • Der ganze Artikel baut letztlich darauf auf, das ein Endzwanziger Namens Marius einen flapsigen Kommentar gegenüber seinen Freunden fallen lässt, der gar nicht für fremde Ohren bestimmt war.



    Ob und wie ernst Marius das nun gemeint hat und ob es sich dabei um eine ernst gemeinte Aussage, oder der Situation geschuldeten Übertreibung handelt- das wissen wir selbstverständlich nicht.

    Dennoch können wir ja den Umstand nutzen, um über unsere Lieblingsstörer/innen Gruppierungen zu diskutieren.

    Uch persönlich muss ja ehrlich dazu sagen- laute Gruppen haben mich schon seit 3 Jahren nicht mehr in der Bahn genervt und Aggressivität dort schon viel länger nicht mehr erlebt. Also alles halb so wild eigentlich.

    Mich stört eher die spießige Verklemmtheit vieler Bahnmitreisende/r heute, denn früher habe ich mich gerne in der Bahn unterhalten und heute starrt jeder nurnoch auf sein Smartphone

    • @R. Mc'Novgorod:

      Wie finden Sie antisemitische Judenwitze?



      Oder rassistische Witze über Ausländer?



      Alles nur ein Scherz?



      .



      Selbstverständlich ist es sehr wahrscheinlich, dass der Marius das nicht wirklich ernst meinte, zumindest nicht "bewusst".



      .



      Rassismus, Antisemitismus und Sexismus sind oft genug unbewusst. Das Problem sind eben nicht nur sie Andrew Tates und Rechtsextreme... sondern auch "flappsige" Kommentare", "Scherze" und unterbewusste Stereotype.

  • Was mich stört, ist der folgende Satz: "Es sei die unangenehmste Gruppe aller typischen Reisegruppen überhaupt an Bord gewesen."



    Ja, auch eine Piccolo-Gruppe mit angeschickerten Damen mittleren Alters kann in der Bahn nervig sein, keine Frage. Aber wenn man diese Gruppe als "die unangenehmste" bezeichnet - der Superlativ stammt von diesem Marius - ist man wahrscheinlich Nachts oder an einem Fußball-Bundesliga-Wochenende Bahn gefahren. Oder auch Europapokal unter der Woche, das kann auch ein "tolles Erlebnis" sein...

    • @Katharina Reichenhall:

      Und selbst wenn es nur scherzhaft gemeint war. In diesem "Witz" verbirgt sich unterbewusste Misogynie.



      .



      Das ist wie mit Witzen über Fettleibigkeit, Behinderungen, Juden, Ausländer.

  • Wie erwartbar - die Netti⛓️⛓️s



    di Modderatistas nach Gusto aka



    Gutsherrenart - Kritik wird en nicht schön empfunden weil mit Wahrheit ist verbunden!



    Ja - das lernt ich als Knirps schon gern



    Auf dem Hühnerhof



    “Da fuhr die Sau 🐽 ihn 🐓🚰 wütend an



    Was hat er denn getan?



    Die Wahrheit hat er nur gesagt



    Und die hört keiner gern“



    ©️Robert Reineck



    Und auf den Stutz - peilich ist der Welpenschutz •



    a 🥱 Lovando



    Ja wie? Kegelgruppen Richtung Sauerlandstern



    Weibl. - noch nie erlebt? Mach Bosse 🙀🧐



    & Volkers 🫦 Standard “Schlimmer geht immer“



    Nur - weil der Heranwachsende den Mund was voll nimmt - stellens pro domo -



    Nen Persilschein - hach die sind ja so geknechtet - endlich frei!!



    Sowas von verständnisvoll - Freifahrt aus?!

    Sach mal so: noch 3tsd Jährchen weibliche



    Püllekensfahrten 🍾🍾ala Sauerlandstern - Dann reden wir weiter. Wollnichwoll



    Aber ok - wenn einem nix peinlich ist!



    Hauptsache - Frauen! Gellewelle&Wollnichtwoll

    Na Mahlzeit

  • "Was für Marius die unangenehmste Gruppe aller stereotypen Reisegruppen ist, sind Frauen, die einfach mal ’nen Scheiß darauf geben, wie er sich gerade fühlt. Dann sind das aus seiner Perspektive auch noch ältere Frauen. Die könnten seine Mutter oder Großmutter sein, verhalten sich aber so gar nicht mütterlich oder großmütterlich. Sie kümmern sich um ihren eigenen Spaß und nicht um das Wohl anderer."

    Die Implikation, dass es etwas Gutes sei, wenn Menschen sich um ihren eigenen Spaß und nicht um das Wohl anderer kümmern, finde ich ziemlich dystopisch. Wenn man das aufgrund der Identität der benannten Rücksichtslosen gutheißt, dann darf man sich bitte zukünftig nicht mehr über "hyperindividualistischen Neoliberalismus" beschweren.

    Ich persönlich finde es völlig in Ordnung, sich - auch mal überzogen - über rücksichtsloses Verhalten zu ärgern. Egal, wer es an den Tag legt, und auch dann, wenn es noch schlimmere Gruppen gibt. Dafür kein Verständnis zu haben, finde ich, offen gesagt, etwas empathiedefizitär.

    • @Agarack:

      Danke, ja.

  • Da durch Tätigkeit selbst gelegentlich betroffen, hier eine private Einschätzung. Geschlecht spielt kaum eine Rolle. In und von rein männlichen Gruppen wird zwar selten das Argument "Fresse hauen" bemüht, aber dann doch nicht ausgeführt. Ältere Herrschaften beiderlei Geschlechts sind insgesamt viel kooperativer. Die unangenehmsten Gruppen sind Junggesellen- und Junggesellinenabschiede, unabhängig von Alter und Geschlecht. Der Ehestand muss echt scheiße sein, wenn man/frau eines solch groben, kollektiven und alkoholbefeuerten Fehlverhaltens bedarf, um erst einmal in ihn hinein zu gelangen.

  • Ich finde, dass alle erwähnten Gruppen anstrengend sind beim Zug fahren. Es ist öffentlicher Raum und man kommt bei vollen Zügen nicht aus. Ja es stimmt, dass betrunkene Männer eventuell gefährlicher sein können wie sekttrinkende ältere Frauen. Trotzdem verstehe ich den jungen Mann sehr gut und fände rücksichtsvolles Verhalten in der Öffentlichkeit wichtig.

    • @Eudialyt:

      Der anstrengendste Mitfahrgast war für mich ein ca. 5jähriger Konstantin in einem Großraumwagen. Seine Mutter entsprach in etwa der Beschreibung von Simone Hammer geb. Sichel (Andreas Rebers). Zuerst traute sich niemand, den Miniterror abzustellen - seine Erziehungsberechtigte war dermaßen in ihr Buch vertieft, dass sie nichts mitbekam - , ich habe ihn dann mit einem "Versprechen" schlagartig entschärft, dessen Wortwahl ich heute wohl nicht mehr anzuwenden wagen würde.



      Von den anderen Reisenden gab es Applaus, die angestrengt Lesende zog es vor, es zu überhören.



      Aber heutzutage undenkbar.

      • @Erfahrungssammler:

        "Aber heutzutage undenkbar"

        Und das zu Recht!

        Wenn sie sich durch den Lärm eines kleinen Kindes gestört fühlen, dann ist ihr Ansprechpartner der Erziehungsberechtigte neben dem Kind und nicht das Kind selbst. Wenn sie sich mit dem nicht verständigen können, dann ist das ihr Problem und nicht das eines 5-jährigen Kindes.

        Und notfalls verfügt ein Zug ja auch noch über andere Waggons. Sie sehen es gibt bessere Mittel als ein fremdes Kind verbal zu maßregeln und nach ihrer Schilderung zu urteilen, noch in Form einer Drohung. Ein absolutes no go! Kindern droht man nicht, auch dann nicht wenn sie ihre Umwelt terrorisieren und man selbst genervt ist. Denn es sind Kinder und sie als Erwachsener sollten es besser wissen.

        Das die Mitreisenden zudem ihre Entgleisung nicht nur toleriert sondern auch noch beklascht haben, lässt tief blicken, deckt sich aber mit meinen Erfahrungen die ich in Deutschland gemacht habe, als meine Töchter noch klein waren.

    • @Eudialyt:

      Danke für Ihren vernünftigen Kommentar.

  • Tja, aber einfach mal freundlich um etwas Ruhe zu bitten ist den meisten dann eben doch zu viel. Eigentlich scheitert es doch zu oft daran, dass der Unmut still runtergeschluckt wird und dann im Nachhinein als Aufreger dient. Insofern, lasse feiern und sprich mal freundlich an. Schöne Bahnfahrt!

  • Ist es nicht vollkommen unerheblich, ob es nun Frauen oder Maenner sind bzw ob das Getraenk der Wahl Bier oder Piccolo?



    Muss das immer durch die Geschlechterbrille gesehen werden, um dann, je nach subjektivem Weltbild, das eine schoenzureden oder das andere zu verdammen?

    • @elektrozwerg:

      So empfinde ich es auch. Diese Geschlechterbrille macht mich mittlerweile krank. Irgendwann sitzen wir wieder wie meine Großmutter im Kirchenschiff getrennt, links die Frauen, rechts die Männer. Ist das wirklich so gewollt?



      Hier geht es eigentlich um das Thema Toleranz. Für Marius ist die Generation seiner Mutter das Bedrohlichste, und wenn sie ausrastet und Party feiert, ist das für ihn schlicht unerträglich, die schrillen Stimmen gehen ihm durch Mark und Bein. Für die Autorin sind es hingegen alkoholisierte Männergruppen - egal ob ihr etwas zustößt oder nicht, allein der tiefe Bass und die Alkoholfahne sind für sie eine existentielle Bedrohung.



      Lärmempfinden ist tatsächlich subjektiv: Was wir als störend empfinden, hängt nicht allein von der Dezibelzahl ab, sondern auch davon, ob es uns gefällt oder nicht. Beide sollten sich ein Herz nehmen und sich überlegen, wie viel dieser Entrüstung aus ihnen selbst kommt und wieviel objektiv begründet ist.



      Vielleicht kann man sich aber darauf einigen, dass (sehr) laut zu sein immer da unangebracht ist, wo es die Freiheit anderer erkennbar über Gebühr einschränkt. Die Lösung der Bahn, Ruhewaggons einzurichten, finde ich da sehr passend.

      • @hedele:

        Simone Dede Ayivi schmeißt vor allem die Diskussionsgrundlage in den Raum, daß Muddi und Omma ihre "geselligen" Zugabenteuer als Flucht aus nem trostlosen Alltag nötig haben. Ich würds eher als Errungenschaft der Emanzipation betrachten *lol*.

        • @Hugo:

          Wie heißt es so schön. "I Support women's rights AND especially women's wrongs!".



          .



          Also ja, es ist eine Errungenschaft! Es kann aber auch Flucht sein. Das schließt sich doch nicht aus. 🙃

    • @elektrozwerg:

      Also in dem Artikel wurde ja ein Blick durch die „Geschlechterbrille“ (Marius über Frauen) zum Anlass genommen, um genau diese Sichtweise kritisch zu hinterfragen.

      Stimme natürlich zu, dass es schön wäre, wenn das keine Rolle spielte.

    • @elektrozwerg:

      Man muss eine Gruppe älterer, prosecco-angeschickerter Damen nicht mögen. Sie können laut sein, "nerven" (wie uns neuerdings alles "nervt", was nicht genauso ist wie wir es gerade brauchen), etc. Vielleicht rollen wir unsere Augen in ihre Richtung. Aber eins tun wir nicht - wir fürchten uns nicht. Wir fühlen uns nicht unwohl oder unsicher in ihrer Gesellschaft. Jetzt ersetzen wir die lauten Damen durch laute Männer und Prosecco durch Bier - und, wie fühlen wir uns jetzt?

      • @ANonnyMouse:

        Genauso! Das Gefühl ändert sich nicht zwingend nur auf Grund des Geschlechts des "Gegners". Wir sollten uns endlich von der Vorstellung verabschieden, daß Frauen grundsätzlich weniger körperlich aggressiv sind als Männer - vor allem, wenn sie alkoholisiert sind.

        • @SeineKaiserlicheUndKöniglicheApostolischeMajestät:

          Die Erde ist rund, Wasser ist nass und Frauen sind, shon aus rein biologischen Gründen, meist deutlich weniger körperlich aggressiv als Männer.



          .



          Ausnahmen bestätigen die Regel.

      • @ANonnyMouse:

        Danke, das bringt es genau auf den Punkt. Gehst Du zur Frauengruppe und bittest um Ruhe, wirst Du wahrscheinlich ausgelacht. Gehst Du zu betrunkenen Männergruppe mit dieser Bitte, ist die Wahrscheinlichkeit, ein paar aufs Maul zu bekommen, sehr hoch. Gilt auch für mich als alten weissen Cis-Mann!

    • @elektrozwerg:

      Ne, ist eben nicht unerheblich. Wurde auch genau erklärt: Weil die betrunkenen Frauen einfach nur laut sind, die betrunkenen Männer durchaus noch mehr werden können als laut.

      • @Norrdlys:

        Das ist doch ne krude Logik. Damit, dass hinter den sieben Bergen noch viel depperte Deppen Alk im Zug süffeln kann man doch nichts relativieren.

      • @Norrdlys:

        Prima "Argument": Andere sind noch schlimmer!!!



        Auch wenn andere noch schlimmer sind, bedeutet das noch lange nicht, dass man die "weniger" schlimmen zu tolerieren habe.

        • @sollndas:

          Ob beides "schlimm" ist, das ist Ansichtssache, über die Diskutiert werden kann. Das ist eine Frage der subjektiven Wahrnehmung. Darüber wird bei den 2 Kommentaren jedoch gar nicht gesprochen.



          .



          Elektrozwerg nimmt subjektiv keinen Unterschied wahr. Norrdlys sagt es gibt einen deutlichen qualitativen Unterschied.



          .



          Das ist in dem Fall ein gültiges Argument.

    • @elektrozwerg:

      Artikel gelesen?

      • @BoLuz:

        Und weil man den Artikel gelesen hat, darf man keine gegenteilige Meinung ausdrucken? Natürlich können betrunkene Männer sehr unangenehm und auch gefährlich werden, aber betrunkene Frauen stören ebenfalls und sind total nervend. Das eine macht das andere nicht besser oder schlechter.

        • @Die_Mitte_machts:

          Jede:r darf betrunkene Frauengruppen und betrunkene Männergruppen nervig finden.



          .



          Das bedeutet aber nicht, dass es egal ist, ob es eine Gruppe von Frauen ist, oder eine Gruppe von Männern.



          .



          Das schreiben Sie doch auch selbst. Und es mag nur ein kleiner Trost sein, aber man kann in dem Moment auch durchaus denken "ja es ist, nervig...aber wenigstens nicht gefährlich". Es ist eben nicht "einerlei".

      • @BoLuz:

        Das heißt Ihrer Meinung nach, man darf keine dem Artikel abweichende Meinung haben?

        • @Birger Gerling:

          Elektrozwerg meint "es ist völlig unerheblich", dabei gibt es einen ganz objektiven Unterschied zwischen betrunkenen Männer und Frauengruppen.



          .



          Und auf diesen wird im Artikel eingegangen. Da kann man sich schon fragen ob jemand den Artikel überhaupt gelesen, darüber nachgedacht und danach kommentiert... Oder nur die Überschrift gelesen, den Rest maximal überflogen hat und die eigene Meinung direkt in die Kommentare geschrieben hat.



          Da sachliche Argumente fehlen darf durchaus letzteres angenommen werden .



          .



          Jede:r darf seine Meinung haben. Das die Erde flach ist, die Dinosaurier erfunden, die Titanic nie gesunken oder eben, dass von Männer und Frauengruppen die gleiche Gefahr, für die eigene körperliche Unversehrtheit, ausgeht. 😉