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Landtagswahl in Rheinland-PfalzTriumph für die einen, Nahtod für die anderen

Anna Lehmann

Kommentar von

Anna Lehmann

In Rheinland-Pfalz endet die sozialdemokratische Ära nach 35 Jahren. Nach der Schande von Stuttgart strudelt die SPD der Bedeutungslosigkeit entgegen.

Die beiden Spitzenkandidaten Alexander Schweitzer (SPD) und Gordon Schnieder (CDU) gemeinsam auf dem Podium Foto: Michael Brandt/dpa

A ls den Kampf seines Lebens hatte der SPD-Spitzenkandidat Alexander Schweitzer den Wahlkampf bezeichnet. Er hat ihn wohl verloren. In Rheinland-Pfalz endet eine sozialdemokratische Ära nach 35 Jahren, in München geht das Rathaus nach 42 Jahren an die Grünen. Das Ergebnis ist eine Zäsur für die Bundespartei. Nach der Schande von Stuttgart strudelt die SPD der Bedeutungslosigkeit entgegen.

Aber mal ehrlich: Selbst ein Wahlsieg wäre für die SPD in Wahrheit nur eine Atempause gewesen. In Rheinland-Pfalz stand ja nicht die Sozialdemokratie zur Wahl, sondern ein Ministerpräsident, der sich als Mann der Mitte, als Umarmer und Landesvater präsentierte.

Die Probleme der Mutterpartei sind nun umso drängender: Sie ist für viele Menschen nicht mehr die politische Kraft, der sie zutrauen, das Land zukunftsfest zu machen und die Verhältnisse zum Besseren zu verändern. Was weniger am Inhalt, aber vor allem am Personal und Charme liegt: Die SPD ist eine verkopfte Kaderpartei ohne Street-Credibility.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Die Sozialdemokraten haben schon lange den Draht zu ihrer einst wichtigsten Wäh­le­r:in­nen­ba­sis verloren: den Arbeiter:innen. Die neue Ar­bei­te­r:in­nen­par­tei heißt AfD, und das in einer Zeit, in der sozialdemokratische Themen wie soziale Sicherung ganz viele Menschen umtreiben. Die SPD muss sich fragen, ob sie ihrer einstigen Stammklientel nach rechts folgt oder sich als linke Volkspartei neu erfindet.

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Für den Wahlgewinner Gordon Schnieder und die CDU ist die Wahl ein Triumph: Im achten Anlauf haben sie es geschafft, die SPD aus der Mainzer Staatskanzlei zu werfen. Dennoch haben die Christdemokraten das von Parteichef Friedrich Merz ausgerufene Ziel, man wolle künftig 10 von 16 Ministerpräsidenten stellen (bei der CDU muss man das Amt nicht gendern), verfehlt. Zur Erinnerung: Vor zwei Wochen verlor Manuel Hagel hauchdünn gegen den Grünen Cem Özdemir.

Das Verständnis für den Kurs des Kanzlers, der Reformen immer wieder aufschiebt, um die Wäh­le­r:in­nen und den Koalitionspartner zu schonen, ist in den eigenen Reihen aufgebraucht. Bis zur Sommerpause soll es nun zu einem Reformgewitter kommen: Ende März legt die Finanzkommission Sparvorschläge bei der gesetzlichen Krankenversicherung vor, im Frühsommer will die Rentenkommission Ergebnisse präsentieren.

Eine um ihre Deutungshoheit kämpfende und nun gestärkte CDU will dafür sorgen, dass Rente und Gesundheit weniger solidarisch finanziert werden. Wie regiert eine strauchelnde SPD? Blockiert sie alles oder dreht sie die Reformen hin zu mehr Solidarität? Das ist so ungewiss wie die Zukunft der Partei. Es wird hakelig in der Koalition. Links der Mitte bleibt viel Raum. Auch das zeigt das Ergebnis von Mainz.

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Anna Lehmann
Leiterin Parlamentsbüro
Schwerpunkte SPD und Kanzleramt sowie Innenpolitik und Bildung. Leitete bis Februar 2022 gemeinschaftlich das Inlandsressort der taz und kümmerte sich um die Linkspartei. "Zur Elite bitte hier entlang: Kaderschmieden und Eliteschulen von heute" erschien 2016.
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27 Kommentare

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  • Um mal eine andere Überschrift der taz aufzunehmen...



    Es ist ziemlich schniederträchtig, wie auch die taz sich an dem Überbietungswettbewerb der deutschen Medien im Niederschreiben der SPD beteiligt.

  • "Was weniger am Inhalt, aber vor allem am Personal und Charme liegt: Die SPD ist eine verkopfte Kaderpartei ohne Street-Credibility."



    /



    Neulich las ich, dass die bisher übliche und geschätzte häufige Präsenz in der Nachbarschaft und an der Haustür auch den Zwängen zum Opfer fiel bzw abgeschafft wurde.



    "So will die SPD Ressourcen sparen



    Vor knapp 25 Jahren zählte die SPD im Freistaat noch rund 94.000 Mitglieder. Inzwischen sind es nur noch 49.000. Inaktive Ortsvereine können Ämter wie Vorstände, Kassierer oder Beisitzer nicht mehr besetzen. Deren Verwaltungsaufgaben fallen dann auf hauptamtliche SPDler zurück. Werden die Ortsvereine aufgelöst, spart das Kapazitäten bei den Hauptamtlichen, so die Argumentation."



    Bei br.de 2024



    Die finanziellen und die personellen Ressourcen schrumpfen allenthalben.

  • Was würde ein Helmut Schmidt, Willy Brandt, Konrad Adenauer, Helmut Kohl wohl zu der aktuellen Politik und dem Weg den sie eingeschlagen hat sagen?

    Den Weg den diese aktuell geht entspricht nicht mehr dem Willen der Mehrheit des Volkes.

    Man muss sich nur einmal die Richtung der Wählerwanderungen ansehen.

    Auch wenn es hier kaum jemandem gefallen wird. Wir müssen bei den Themen Soziales , Gesundheit, Bildung wieder zu einigen der Werte der 80er/90er Jahre zurück.

    Ansonsten haben wir bald ein großes rechtes Problem.



    Die AFD hat sich hinter der Brandmauer eine Festung gebaut und braucht nur abwarten und hoffen, dass alle anderen Parteien so weiter machen.

    • @Sole Mio:

      Ich würde gerne zu den Spitzen-Steuersätzen unter Schmidt und Kohl zurück und zum Sozialflügel der Union. Aufstiegschancen für Ärmere wie in den 1970ern. Dann auch gerne eine schavanige Bildungspolitik, die Leistung mitdenkt und Chancen dazu schafft.



      Den unverhohlenen R*ssismus der 'Bild' schon damals und Teilen der Union, den braucht niemand mehr, sondern Solidarität und Zuversicht. Zuversicht, dass wir im Hier und Jetzt und nach vorne guckend unsere Stärken gemeinsam einsetzen.

      • @Janix:

        Die Regierungen der letzten Jahrzehnte haben sich in allen Richtungen verrannt.

        Es wäre allerhöchste Zeit zur Besinnung zu kommen, eine „Inventur“ mit Kassensturz zu machen und das komplette System neu aufzustellen.

        Der Staat verwaltet sich selbst kaputt.

        Erst wenn diese Punkte geklärt sind und neue Strukturen stehen, dann kann über Steuererhöhungen, Rentenkürzungen und längere Lebensarbeitszeit diskutiert werden.

        Das ist meiner Ansicht nach die erste PFLICHT des Staates gegenüber uns allen, die täglich ihren Beitrag leisten!

        Auch eine Minderheitsregierung wäre für mich eine Option.

  • Es wäre sehr sehr wichtig, dass sich die 3 sozialdemokratischen Parteien unter der Überschrifft oder auf Basis des - Instituts solidarische Moderne - zu gemeinsamen strategischen Debatten finden, um gegen denRechtsruck neue zukunftsfähige und strategisch sowie auch populär funktionierende Diskurse zu verständigen. Die Angst der Menschen vor Zukunftsfähigkeit muss eine Idee von globaler demokratischer & nachhaltiger Kultur entgegen gebaut werden und Sicherheit anders dekliniet werden, als alleine millitaristisch und extraktivistisch - neokolonial.Der Angst vor Migration muss die Realität entgegen gehalten werden:wie sie gelingt & dass sie gebraucht wird.Und schliesslich muss für Migration und Menschenrechte gezeigt werden, wie eine passende Politik, auch die Ängste der Bürgerinnen mit denken könnte. Willkommenszentren von Frontex Geld in der EU an der Grenzen, in denen menschenrechtlich gefördertr& gesiebt wird: Interpol könnte Kriegsverbrecher und Mafia rausholen und menschenrechtlich die Migration legal befördern,die sowieso nötig ist.Über UN Strukturen muss weiter demokratisiert werden etwa durch Demokratie in die Ökonomie & #debt4climate = Entschuldung fürs gemeinsame Klima!

    • @R.L.:

      Jede Partei, die mit dem von ihnen vorgeschlagenen Programm antritt, scheitert an der 5%-Hürde. Es gibt eine absolute Mehrheit gegen weitere unkontrollierte Einwanderung. Die absolute Mehrheit der Europäer wollen Einwanderung, die von den Einwanderungsländern nicht den Migranten bestimmt wird.

  • Zu der doch recht großen Wählerwanderung von der SPD zur CDU: ich denke, die Wähler in RLP haben mit der CDU das aus ihrer Sicht kleinere Übel gewählt. Natürlich spielte dabei der erbärmliche Zustand der Bundes-SPD eine entscheidende Rolle. Pech für Schweitzer und die RLP-SPD.



    Das Paradoxe an der Wahlentscheidung bürgerlicher Wähler ist doch, dass ihnen die CDU offensichtlich erfolgreich Sicherheit und eine Fortsetzung ihres bisherigen Lebensstils und Wohlstandes verspricht. Dass CDU (noch mehr als die SPD) damit auch für den Status Quo bzw. Stillstand steht - was insofern brandgefährlich ist, weil uns die Einschläge der globalen Polykrise (in der die Bedrohung der Energiesicherheit durch den Irankrieg nur eine Facette ist) immer näher rücken - realisieren diese Wähler nicht. Denn sowohl Angst als auch Selbstgefälligkeit machen blind.



    Die Linke kann diesen Umstand offenbar nicht in Wahlerfolge (in den westlichen Flächen-Bundesländern)) ummünzen. Und wer so richtig auf den Putz hauen will, wählt gleich AfD. Schauen wir also, was im Herbst bei den Wahlen in den ostdeutschen Bundesländer passiert. Ich fürchte Schlimmes.

  • Eine "verkopfte Kaderpartei", die durch das Jahrzehnt großer Koalition die Grundbedingungen der eigenen Existenz in der Zwickmühle aus "Realismus" und Geltungsanspruch zermahlen hat. Und alles Reservoir irgendwie linken sozialmarktwirtschaftlichen Anspruchs und Wahlvolks gleich dazu.



    Was Hartz IV wirklich gekostet hat. Die Sozialdemokratie.

  • Frau Lehmann m.e. taumelt die SPD mehr als dass sie „strudelt“!

    • @Rufus:

      Man könnte es auch trudeln nennen. Aber beides endet häufig mit einem harten Aufschlag am Boden.

  • Die neue Ar­bei­te­r:in­nen­par­tei heißt AfD...

    kann man so sehen! Die AfD gewinnt ca. 10%, die SPD verliert ca. 10% Wählerstimmen, das weisst ganz stark darauf hin.

    • @Donni:

      Wobei Wahlanalysen zeigen, dass SPD-Wähler in RLP in starkem Maße zur CDU wanderten. Also eine typische „das-kleinere-Übel“-Entscheidung (weil sie der CDU eher zutrauen, den gesellschaftlichen Status Quo zu bewahren bzw. dass sich hierzulande bloß nix ändert).



      Die AfD hingegen konnte erfolgreich bisherige Nicht-Wähler mobilisieren. Das zeigt, wie weit Unzufriedenheit und Wut auf die etablierte Politik in der Bevölkerung schon fortgeschritten sind. Gefährliche Entwicklungen, weil Oppositionsparteien mit einem mehr rationalen Politikangebot (Grüne, Linke) davon nicht profitieren können.

  • Die Regierung ist Schwarz und rot, statt wie vorher rot und schwarz

    Die Politiker vergleichen sich während einer Koalition

    Und die blauen lachen sich halbtot....

  • "Es ist ein Schnieder, der heißt Tod" (sehr altes Lied).



    Ernsthaft: Müssen es immer gleich die rhetorisch ganz hochgedrehten Worte sein?



    Und bei aller meiner Sympathie für linke Politik für die Vielen und für die Zukunft: Rheinland-Pfalz hat so abgestimmt wie der Großteil Deutschlands: deutlich rechts und zunehmend so. Leider. Die Mehrheit links der Mitte müsste auch dort erst noch hergestellt und im täglichen Kampf erworben werden.

  • Alles halb so tragisch: Die Landtagswahl war nämlich die von Rheinland-Pfalz. Da hat die SPD noch treue AnhängerInnen. Mit fünfundzwanzigkommaebbes Prozent spielt sie aller Voraussicht nach in diesem Bundesland noch eine Rolle. Der Abgesang kann für andere Landesverbände aber gelten, teils wegen unaufhaltsamer Wählerwanderungsdynamik zur FDPisierung der SPDen dort. Baden-Württemberg wird sie in 5 Jahren vielleicht fehlen? Im Bund hat sie es schwer, weil Merz kassiert, was gegen Ende der Merkel-Groko Merkel der SPD erlaubte: Hartz-IV ersteht dadurch wieder auf als Mertz-IV, und es wird wieder Jahre dauern, bis das Bundesverfassungsgericht Einspruch erheben kann, weil es ja erstmal zu eine Klage dort kommen muss. Die SPD hat bis dahin im Bund dann vielleicht auch ausgespielt? Vielleicht kommt ja bis dahin Volt auf 5,1%, als kleiner Trost. Und Links hält sich vielleicht auch über Wasser, Haustür für Haustür ...

  • Demokratie lebt vom Wandel. Insofern sicher Aufbruchstimmung in RLP.



    Alle Partner einer neuen Regierung müssen verstehen, dass die Summe der Wähler sich Kurswechsel in vielen Bereichen der Politik wünscht.



    Wenn die SPD als voraussichtlicher Juniorpartner der neuen Regierung das akzeptiert, wird sie überleben; wenn nicht wird keine Brandmauer der Welt verhindern, dass die AFD immer stärker wird.

  • Hervorragende Wahlanalysen hier bei der Taz. Vielen Dank!

  • Links der Mitte bleibt viel Raum. Auch das zeigt das Ergebnis von Mainz.

    Echt jetzt?



    In RP ca. 40% für linke Parteien, wem will denn da die SPD was abnehmen, zumal der die Wähler Richtung AfD abhauen.

  • Wenn man den Wahlforschern glauben darf, waren die Wähler mit ihm zufrieden, jedoch nicht mit der Partei im Bund.

    Und ja, es sind Wähler von ihr zur AFD, Aber warum!

    Und links der Mitte bleibt tatsächlich viel Raum. Bin gespannt wie dieser gefüllt werden soll

  • Das Baden-Württembergische Wahlergebnis der SPD ist keine Schande, sondern ein Debakel.



    18 bis 20% AfD sind eine Schande.



    Wie soll sich die SPD als neue linke Volkspartei erfinden, wenn links gar kein Volk mehr ist?



    Für die AfD reicht es, sichtbare Probleme anzusprechen, keine brauchbaren Lösungsvorschläge zu machen und Menschen abzulehnen und abzuwarten, um 20% zu bekommen.



    Armes Deutschland.



    Zu allem Überfluss wurde das letzte Sondervermögen grösstenteils für irgendwelche Wahlgeschenke verkauft. Das muss sich niemand mehr wundern, wenn das Vertrauen in die Politik, freundlich formuliert, nachlässt.

  • Ich finde es interessant, wie unterschiedlich das abschneiden in bawü und rlp bewertet wird.

    In bawü heiß es noch die spd sei zerrieben worden und das Programm sei nicht schuld…

  • "Links der Mitte bleibt viel Raum."

    Damit ist alles gesagt.

  • Mensch muss kein Genosse sein, um der SPD schon auch soziale Taten zugute zu halten. In Rheinland-Pfalz zumal. Nur so konnte in diesem strukturschwarzen Lande zumindest bei Landtagswahlen so lange regiert werden.



    Demokratie ist dabei, auch mal einen Wechsel zu haben. Ob "Gordon" das verdient hat oder seine Partei, ist dann noch offen. Er muss schon mehr bieten, als nicht J. Klöckner zu sein.

  • SPD Rheinland Pfalz, ein Opfer der Bundes-SPD



    Eine Partei die man eher mit den Worten Bürgergeld, Asylpolitik und Steuererhöhungen in Verbindung bringt, statt mit Leistungsträgern wie Arbeiter, Angestellte, Selbstständige, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihnen diese Wähler verloren gehen. Eine Partei die nur von Steuererleichterungen unter 4000 brutto redet, also von fast jedem Facharbeiter und vielen Angestellten noch mehr Steuern nehmen will, braucht sich nicht wundern, wenn er auch diese Wähler verliert.



    Dass die AfD wieder einen Durchmarsch gemacht hat, wundert mich nicht, sie wird auch weiterhin weiter zunehmen. Weil die etablierten Parteien die Belange der Bürger einfach immer noch nicht ernst nehmen, rennen viele dummerweise zu den Rattenfängern.



    Die SPD bewegt sich mehr und mehr in Richtung FDP, was die Wählerwanderungen betrifft.

    • @Hans Dampf:

      Guter Kommentar, das sehe ich ähnlich.

      Für eine Netto-Lohn Erhöhung von 100 Euro, (Mittleres Einkommen von ca. 3800 Brutto) muss der Arbeitgeber ungefähr 225 Euro aufbringen.



      Steuern & SV Abgaben (AN-Anteil)80,00 €



      Sozialversicherung (AG-Anteil)38,00 €



      Umlagen (U1, U2, U3) & Berufsgenossenschaft7,00 €

      Es fließen 125 Euro in Form von Steuern, Sozialversicherungen und Umlagen an den Staat bzw. die Sozialkassen.



      Tendenz steigend.



      DA wundert es mich nicht, dass sich die Arbeitnehmer von der SPD nicht mehr vertreten fühlen. Gerade in Ländern wie Ba-Wü.