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Journalisten auf GrönlandDeutscher Humor zündet nicht

Der deutsche Extra-3-Satiriker Maximilian Schafroth wollte in Grönland eine US-Flagge hissen – nicht witzig, fanden die Grönländer. Zu Recht.

Schlechter Witz: Der deutsche Komiker Maxi Schafroth versucht am 28.1. 2026 in der Stadt Nuuk eine amerikanische Flagge zu hissen Foto: Ina Fassbender/afp
Leon Holly

Aus Nuuk

Leon Holly

Wenn ich als Deutscher ins Ausland reise, kommt es öfter vor, dass ich mich dort für meine Landsleute schäme. Auf meiner aktuellen Grönlandreise aber hat der Landsleutescham eine neue Stufe erreicht.

In der Hauptstadt Nuuk, wo ich derzeit weile, hat der Extra-3-Comedian Maximilian Schafroth am Mittwochnachmittag versucht, auf einem zentralen Platz eine US-Flagge an einem Fahnenmast hochzuziehen, bis er von Passanten daran gehindert wurde. Schafroth musste ein Bußgeld zahlen. Unter Grönländern sorgen Videos von dem gescheiterten Flaggenaufzug für Empörung in den sozialen Medien.

Ein foreshadowing dieser Heimatscham habe ich noch vor dem Vorfall am frühen Mittwochnachmittag erlebt. Ich war gerade mit einigen Leuten im Stadtzentrum unterwegs, und eine Grönländerin aus Nuuk wollte gerade ansetzen, um uns etwas zu erzählen. In dem Moment gingen Schafroth und sein NDR-Kamerateam auf eine Gruppe Kinder und junger Jugendlicher zu, um sie in lautem US-akzentuierten Englisch zu fragen, ob sie die USA nicht auch toll fänden. Wer das denn sei, fragte die Frau im Weitergehen. „Ich kenne den Mann nicht“, entgegnete ich wahrheitsgemäß (durchaus beschämt), „aber offenbar ist das ein deutscher Comedian, der einen Ami mimt.“

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Deutsche Satire ist nicht lustig

Die Menschen in Grönland finden also gerade raus, was viele Deutsche schon länger wussten: dass deutsche Satire nicht lustig ist. Und dass einige ihrer Vertreter wohl auch kein Gespür für den richtigen Witz zur richtigen Zeit am richtigen Ort haben. „Wenn du unsere Werte nicht respektierst, wieso bist du dann in Nuuk?!“, schrieb der Influencer Orla Joelsen in einem Post auf X, der über eine Million mal gesehen wurde. Schafroth hat sich mittlerweile bei den Grönländern entschuldigt. Er habe eingesehen, dass der Gag nicht funktioniert hat.

Das hätte ihm in der Tat auch vorher einfallen können. Ich selbst bin seit ein paar Tagen als Reporter in Nuuk unterwegs und wusste schon im Vorhinein, wie gestresst und verunsichert die Bevölkerung seit den Invasionsdrohungen aus Washington ist. Als in Nuuk am Samstagabend großflächig der Strom ausfiel, dachten viele im ersten Moment, die USA bombardierten jetzt doch das Land. Erst etwas später erfuhren sie, dass nur ein Sturmschaden nahe dem Wasserkraftwerk für den Blackout verantwortlich war.

Journalistenschwärme auf der Insel

Zudem schwärmen seit Wochen und Monaten Journalisten nach Grönland. Viele Bewohner, besonders in der 20.000-Einwohner-Hauptstadt, fühlen sich dadurch geradezu belagert – zumal ihnen oft immer wieder die gleichen Fragen gestellt werden. Um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, muss man erst mal Vertrauen aufbauen. Gespräche mit Politikern oder Experten sind schwer zu bekommen angesichts der Aufmerksamkeit aus der ganzen Welt.

Die Bürgermeisterin der Gemeinde Sermersooq, die Nuuk einschließt, veröffentlichte am Donnerstag ein Statement auf Englisch, das sich an internationale Journalisten richtet. „Sie müssen sich bewusst machen, welchen immensen Schaden Sie den Menschen hier beiläufig zufügen“, schrieb Avaaraq Olsen mit Blick auf die Satireaktion. Sie wies ferner darauf hin, dass man Kinder nicht ohne das Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten filmt, was eigentlich auch in Deutschland zu den absoluten Basics journalistischer Praxis gehört.

Trotz allem soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass die Grönländer nur passive Opfer sind. Im Gegenteil haben sie in der Krise eine beeindruckende Renitenz und Widerstandskraft an den Tag gelegt, wobei eine ihrer Waffen gerade der Humor ist. In einem viralen Clip des dänischen Senders DR P3 nehmen sie dabei nicht nur Trump aufs Korn, sondern gleichzeitig auch sich selbst, und ihr schwieriges Verhältnis mit Dänemark nicht so ernst.

Selbst „der Ami in Grönland“ kann unter den aktuellen Umständen funktionieren, wenn man es denn richtig macht. So war der kanadische Comedian Mark Critch vor Kurzem in Nuuk unterwegs, verkleidet als Donald Trump. Dieser Trump trifft auf seiner Reise verschiedene Menschen, die er von einem Deal überzeugen will – mit wenig Erfolg, versteht sich. Hier geht der Witz ganz klar auf Kosten des bullys. Zudem wussten Critchs Gesprächspartner vorab genau, worauf sie sich einließen.

Nachdem der Grönlandgag von Extra 3 also nicht gezogen hat, muss jetzt vielleicht ein anderer Dreh her. Vom Flughafen der Hauptstadt Nuuk kommt man recht fix in die USA, etwa nach New York. Von dort ist es auch nicht mehr so weit nach Minneapolis. Wie wäre es, wenn ein Comedian sich mal daran versuchen würde, dort vor dem Hauptquartier der Abschiebebehörde ICE die Grönlandflagge zu hissen. Obwohl, vielleicht lassen wir die Arktisinsel und ihre Bewohner mal aus dem Spiel und nehmen lieber die Pride- oder die Black-Lives-Matter-Flagge.

Das hätte sicherlich einen gewissen Unterhaltungswert. Es wäre allerdings nicht ganz so ungefährlich wie ein Witz auf Kosten der Grönländer.

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67 Kommentare

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  • Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Ich finde Leute wie Maxi Schafroth oder auch Friedemann Freise nicht lustig, sondern einfach nur anstrengend. Daher zappe ich auch konsequent weg, wenn ich die sehe, nachdem ich mir in der Vergangenheit einige Beiträge dieser Leute angesehen habe. Extra3 hingegen finde ich eigentlich grundsätzlich lustig. Ich mag Herrn Ehring.



    Speziell dieser Gag des Herrn Schafroth erscheint mir bedenklich instinktlos. Aber man muss auch honorieren, dass das selbstkritisch erkannt und um Entschuldigung gebeten wurde. Damit sollte das eigentlich erledigt sein. Dennoch werde ich mir auch weiterhin keine Beiträge von Herrn Schafroth anschauen.

  • msn will erfahren haben, daß die benutzte Fahnenstange nicht herrenlos gewesen sei und das Produktionsteam von der örtlichen Polizei eine Geldstrafe aufgebrummt bekam: www.msn.com/de-de/...ehisst/ar-AA1VlgWF

    Wer viel fragt, geht also nicht immer viel irre ...

  • Das eine solche Aktion von den Menschen in Grönland, die in Angst leben, dass ihr Land besetzt wird, als völlig deplatziert angesehen wird, ist mehr als logisch. Satire war und ist nicht dafür da, die Schwachen auch noch zu beschämen, sondern die Starken lächerlich zu machen.



    Wenn Herr Schaffrot einen solchen Grundsatz nicht kennt, dann ist er kein Satiriker, sondern ein Clown ohne Gefühl. Wer die Rechnung für den Stunt bezahlt hat ist nebensächlich - zeugt aber auch vom intellektuellen Unvermögen des Zahlenden!

  • Wiederholt er das auch mit der russischen Flagge in Kiew?

  • MAXI - forever - leider war der Clip ein Jahr zu spät angedacht.



    Es sei Ihnen verziehen.



    In freudiger Erwartung auf die nächsten brillanten Schaffensperioden, von Maxi Schafroht.

  • Mit deutscher Satire hat das nichts zu tun.

    Wenn man zu feige ist den Aggressor hoch zu nehmen, aber trotzdem Aufmerksamkeit braucht, dann verspottet man die Opfer.

    Und Kinder zu verarschen und zu filmen ist abstoßend.

    Aber wie immer gibt es keine echten Konsequenzen, das Geld fließt ja trotzdem.

  • Was für ein Depp. Vermutlich kann er froh sein das er keine Tracht Prügel bekommen hat.

  • Na wenns noch nicht deutsch genug war, in Sachen Humor mal wieder konsequent daneben zu liegen, isses das spätestens dann, wenn die sich Empörung zuvorderst an der Verwendung von Rundfunkgebühren entzündet.



    Dem Extra3 Team würd ich raten, jetzt schnell einen öffentlichen Brief zu schreiben, in dem man sich in aller Form entschuldigt und nochmal klarstellt, dass Grönland selbstverstädnlich schwedisch bleibt.

    • @Deep South:

      "dass Grönland selbstverstädnlich schwedisch bleibt."

      Das wäre allerdings ziemlich witzig :-)

    • Lukas Toedte , Autor*in ,

      @Deep South:

      Hm wenn dann dänisch! Was aber zu kurz kommt in der Debatte ist, dass die meisten Grönländer:innen Inuit sind und von Dänemark ebenfalls kolonisiert, brutal unterdrückt, zwangsassimiliert, -umgesiedelt und -sterilisiert wurden. Ich wünsche den Menschen dort Ruhe, Freiheit und Autonomie.

    • @Deep South:

      Haha, der letzte Satz war gut ...

  • Maxi Schafroth ist die bayrische Vergeltung für den Länder-Finanzausgleich.

  • Das ist kein "deutscher Humor", sondern allenfalls der Humor einer Einzelperson finanziert durch den ÖRR. Der deutsche Humor ist mittlerweile sehr ausdifferenziert und auch talentiert. Als Inhaber eines deutschen Passes und privater Witzeerzähler möchte ich nicht mit solchen Leuten in einen Topf geworden werden - da bin ich in der Tat humorlos.

  • Dafür zahlt man ihn doch gern, den Rundfunk"beitrag"...

  • Schaffroth ist aktuell der einzige wirklich lustige deutsche Comedian imho.



    Comedy ist immer ein Spiel mit dem Feuer - wer jegliches Risiko meidet wird, genau, ein langweiliger Comedian.



    Das Schaffroth jetzt (von links..!!?) ein Shitstorm entgegen kommt ist genau der Grund dafür, warum es keine guten deutschen Comedians mehr gibt.

    Er hats kapiert, dass es ein fail war, er hat sich entschuldigt. Was wollt ihr noch? Zum Lachen in den Keller gehen?

  • Das ist in der Tat der Unterschied zwischen schein-witzigen heute-show-Abklatschen "von oben" und Qualitäts-Journalismus: sich Zeit und Mühe zu nehmen für Verständnis, Analyse und Absurditäten.

    Da hätte er gleich eine Reichskriegsflagge hissen können: Wollt ihr die denn lieber, ich hätte da Connections? Selbst das wäre wohl noch besser gewesen, als nur Vances Auftritt mit einem Dreh mehr nachzuspielen und dafür das Flug-CO2 rauszuhauen.

  • Mich würde interessieren wer son Schei..... bezahlt?

    • @Jörg Fischer:

      Wir alle , mit unseren GEZ Gebühren

    • @Jörg Fischer:

      Sie, ich und die anderen Konsument:innen.

    • @Jörg Fischer:

      Wir werden leider nicht gefragt, sondern man nimmt es uns einfach weg. Gäbe es für die Zwangsgebühren wenigstens eine adäquate Gegenleistung, wäre es noch egal....

      • @Erfahrungssammler:

        Ich bekomme für den Rundfunk- und TV-Beitrag reichlich Gegenleistung. Da zahle ich gern. Gaaanz gaaaanz viele Programme ohne Werbung. Und ohne „Komiker:innen" aus Bayern. (Dieter Hildebrandt war für mich Schlesier.)

  • Manchmal schaue ich mir EXTRA 3 an, aber immer in höchster Alarmbereitschaft mit der Fernbedienung in der Hand.



    Sobald Christian Ehring in der Ankündigung für den nächsten Programmpunkt bei "Ma..", hat mein Daumen schon reagiert und der Sender ist weg.



    Die Impertinenz von dem "Komiker" ließe sich nur noch steigern, wenn Ralf Schumacher ihm erklären würde, wieviel sein Auto wert ist.

    • @Erfahrungssammler:

      Er ist der einzige Grund, warum ich mir extra3 noch angucken kann.



      Geschmäcker sind wohl verschieden...!

  • Satire darf nunmal nicht alles. Generell dürfen Witze nicht alles.



    Geht es gegen die Obrigkeit, okay. Geht es gegen benachteiligte Menschen ist es einfach nicht okay. Das sollte eigentlich einfach sein, dieser Etikette zu folgen.

    Die Repressionen der USA an Grönland wegen dummen Gebietsansprüchen sind nunmal Unterdrückung. Menschen aus Grönland sind irritiert, traumatisiert und findes es beängstigend, Teil der imperialen Weltpolizei sein.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Satire darf nunmal nicht alles.



      Das wissen Sie, das weiß ich, aber die Satiriker des ÖRR sind da ganz anderer Meinung.

      Geht es gegen die Obrigkeit, okay. Welchen empfehlen Sie? Viele sind doch da angestellt.

  • Fremdschämen für "meine" Landsleute? Was hat die Nationalität damit zu tun? Täglich schäme ich mich fremd für sogenannte "leader" aus Wirtschaft und Politik. Egal wo sie herkommen. Wenn hier ein (meist) witziger Humorist/Kabarettist mal übers Ziel hinausschießt... Mut bedeutet manchmal Übermut. Entschuldigt hat er sich auch, sogar aufrichtig. Also alles ok in meinen Augen.



    Und wenn hier jemand überheblich verkündet "Extra drei" nicht zu kennen, was soll ich mit dieser Information anfangen? Das es schlecht ist diese Sendung zu kennen, oder dass man zu den ganz Schlauen gehört wenn man diese Sendung nicht kennt?

    • @Matthias Patzak:

      Geht mir ähnlich.

  • Es tut mir leid, aber der in der Überschrift suggerierte 'deutsche Humor', war nie Ziel oder Bestandteil der Clips von 'extra 3', im Gegenteil.



    Extra 3' zählt m.E. zu den wenigen guten politischen Satire-Sendungen im deutschen TV. Dieses Magazin mit Haupt-Moderator Christian Ehring hebt sich wohltuend von anderen Möchtegern-Satire bzw. Comedy-Sendungen ab.



    Auch Maxi Schaffroth gelingt es meist in seinen satirischen Clips, bissigen und hintersinnigen Humor gut und realistisch rüberzubringen. Er ist beileibe auch kein Comedian, sondern bedient das Genre des Satirikers überwiegend bravourös, u.a. moderierte er auch den 'Nockerberg' auf Bayern 3.



    Dass die Grönlandaktion völlig daneben lief, hat er ja auch eingestanden. Ich gehe davon aus, dass diese Panne innerhalb des Moderatoren- und Produktions-Teams aufgearbeitet wird, um ähnliches zukünftig auszuschließen.



    Aber extra 3 mit völlig humorlosen Filmchen wie der 'Schuh des Manitou' und ähnlichen Nonsens zu vergleichen, wie hier im Forum passiert, tut schon der armen Seele weh.

    • @Klaus Waldhans:

      @ Klaus Waldhans



      👍👍



      Aus meiner Seele gesprochen - thx

  • Man sollte sich vielleicht auch bewusst machen, dass der Extra-3-Satiriker ja nicht auf eigene Tasche samt Team nach Grönland gereist ist. Mich macht so etwas in der Tat wütend. Da ist ja nicht einer alleine beteiligt, sondern dahinter steht eine ganze Abteilung, die das quasi samt Finanzen abgesegnet hat. Und niemand von denen, kommt auf die Idee oder traut sich, zu sagen, dass das Mist ist.



    (Wohlgemerkt, ich bin gegen dieses ewige Freelancertum und selbst vorfinanzieren, weil man dann in der Regel fast ewig auf Kante genäht lebt und arbeitet, aber an manchen Stellen - wie hier - tut es vielleicht ganz gut.

  • Ganz klar misslungen, aber mir erscheint es sehr offensichtlich, dass hier klar die anmaßenden USA-Bullies aufs Korn genommen werden sollten. Das war doch nicht anti-Grönland.

    Aber wie immer, wenn etwas zu ernst und als wirklich reelle Gefahr gesehen wird, dann findet man es niemals witzig.

    Also die Lage vir Ort völlig falsch eingeschätzt , überheblich und ignorant dran gegangen. Kann und muss man draus lernen.

    Pauschal-Bla wie „Deutsche Satire funktioniert nicht“ ist genau so ein Müll wie alle Pauschalaussagen. Gibt es immer noch Leute, bei denen das nicht angekommen ist?

    Es war nicht die Eigenschaft der deutschen Nationalität, die das hier verbockt hat. Überheblichkeit und Ignoranz des/der Verantwortlichen wohl schon eher.

    • @GoJoRow:

      Es war also nicht die Eigenschaft der deutschen Nationalität dies das verbockt hat, sondern Überheblichkeit und Ignoranz. Was sind denn Eigenschaften die im Ausland den Deutschen zugeschrieben werden? Überheblichkeit und Ignoranz gehören da ziemlich sicher dazu. ich erinnere nur an Baerbock, die der ganzen Welt erklären wollte was gut für sie ist, ob die das wissen wollten war unwichtig, oder Steinmeier der z.B. den Amis erzählt hat was sie wählen sollen nnd warum. oder auch Wadephul und Merz die den Israelis sagen was diese machen sollten weil sie es ihrer Meinung nach selbst nicht so genau wissen.

  • Mal abgesehen von der Geschmacklosigkeit:



    Wer bezahlt das ?



    - Flug nach Grönland und zurück, mit Kamerateam



    - Unterbringung und Verpflegung



    Werden hier unsere Gebührengelder verjuxt ?



    Kein Wunder, wenn sich die Zuschauer empören.

    • @Stechfliege:

      Wenn ich bedenke, wie oft auf Frau Baerbock geschimpft wurde, weil sie eine Friseurin auf ihren Ausflügen mitgenommen hat...



      Herr Schaffroth braucht mindestens zwei, einer allein kann das Gestrüpp gar nicht in den Griff kriegen.

  • Das bräsige "Deutscher Humor (bzw Satire) ist nicht lustig" ist aber auch zu platt und eindimensional.

  • Auch bei deutschen Themen schalte ich aus wirklich tiefer Fremdscham sofort weiter, wann immer beim Durchzappen zufällig diese Gestalt auf dem Bildschirm aufploppt. Hätte man nicht eine bessere Kinderstube als sieJoschka Fischer in jungen Jahren gehabt hat, wäre man versucht, diesen zu zitieren.

    Könnte der große Dieter Hildebrandt lesen, daß für solch dümmlich-primitiv agierende Comedians bei Wikipedia die Berufsbezeichnung "Kabarettist" angegeben ist, würde er sich nicht nur einmal im Grab umdrehen, sondern so rotieren, daß er im Sommer als Deckenventilator Verwendung finden könnte.

    Das Hissen der US-Flagge auf Grönland in der jetzigen Lage und die diesbezügliche Belästigung von Kinder auf der Straße würde in anderen Firmen als dem deutschen Fernsehen zu einer fristlosen Kündigung führen.

    • @Josef 123:

      Daumen hoch, zumindest zu den ersten zwei Absätzen.

    • @Josef 123:

      Die ewige Schämerei der Deutschen kann einem ganz schön auf den Wecker gehen. Fast möchte man sagen: Es ist zum Schämen...

      • @Jochen Laun:

        Darum geht es mir in erster Linie garnicht, sondern: Hier werden auf Kosten eh schon verunsicherter Menschen und Kinder Scherze gemacht, um diese dann in einer TV-Sendung der Lächerlichkeit preiszugeben (wozu sollte diese Aktion sonst gut sein?). Und das hält man dann für witzig.

        Über sowas kann ich seit Kindergartentagen nicht mehr lachen (und das hat sich über all die Jahrzehnte gehalten), wenn mit eigenen Komplexen vollgestopfte Typen sich auf Kosten anderer, tatsächlich oder vermeintlich Schwächerer, meinen profilieren zu müssen: Behinderte nachäffen, Menschen anderer Hautfarbe beleidigen, Mädchen als Vielfraß oder Klappergestell verhöhnen usw.

        Bei dem Schaffen (soweit man das so nennen will) manches sogenannten Comedian kann ich mir gut vorstellen, daß sie genau aus dieser Art von Pausenclown hervorgegangen sind.

      • @Jochen Laun:

        Zugegeben, es ist lästig - aber wie minimiert man denn die Gründe dafür?

  • Normalerweise ist Schaffroth ja auf Parteitagen und irgendwelchen abseitigen Messen und Events unterwegs um irgendwen und irgendwas bloß zu stellen, was es da bei den Grönländern, die ja eher in der Opferrolle gedrängt wurden, zu tun gäbe ist mir auch schleierhaft.



    Eine grönländische Flagge in Washington hissen, das wäre was gewesen...

    • @Axel Schäfer:

      Oder die russische in Kiew, die ukrainische in Moskau, die israelische im Gazastreifen, die palästinensische in Tel Aviv usw. Hach, was haben wir uns amüsiert vor Ort!

      • @Josef 123:

        Das würde der sich nie trauen.

  • Ein mißglückter Witz, und schon heißt es: Deutsche Satire ist nicht lustig! Echt? Gar nie? Finde ich nicht. Maximilian Schafroth zum Beispiel ist gemeinhin sehr lustig, wenn er nicht gerade Flaggen in Grönland hisst. Aber Satiriker haben es in Deutschland schon immer schwer gehabt, fragt mal den Tucholsky.

    • @Jochen Laun:

      Dieser "Humorist" ist nicht repräsentativ für deutschen Humor, er ist eher ein Grund für deutsches Fremdschämen.

      • @Erfahrungssammler:

        Stimmt, repräsentativ für deutschen Humor sind vielmehr Leute wie Mario Barth, Atze Schröder, etc..



        Hat der gute Maxi aber noch mal Schwein gehabt.



        Und was zum Teufel ist deutsches Fremdschämen? Wie unterscheidet es sich vom französischen oder englischen Fremdschämen?

        • @MC:

          Ich wüsste da schon einige Alternativen, aber schweigen wir von etwas anderem....

    • @Jochen Laun:

      Whoops sorry hilft halt wenig, wenn verstaubter Kolonialismus für Satire gehalten wird. Tucholsky dreht sich im Grab

  • Ich würde meinen, die leider nicht funktionierte Aktion, sollte auf Kosten Trumps gehen [ so in die Richtung angedacht - nicht jeder darf / kann nach seinem Gusto irgendwo ne' Fahne reinrammen und dann ist das Land meins ] .



    Ich persönlich finde die politische Lage zu prekär für plakative Aktivitäten vor Ort. Kannste auch hier im Studio drehen und die Grönländer werden nicht unnötig kompomittiert.



    Man kann's aber auch echt ganz lassen.

  • Deutscher Humor ist halt manchmal gewöhnungbedürftig. Ich glaube zB "Der Schuh des Manitou" konnte man ausserhalb Deutschlands auch eher wenigen Leuten vermitteln

    • @T-Rom:

      Auch _innerhalb Deutschlands musste schon viel Karl-May-Nostalgie diese plumpen Schulhofspäße schönfärben.

      Deutscher Humor ist aber auch: Heine, Robert Gernhardt/Otto, Loriot, Dieter Krebs in seinen besseren Zeiten, Georg Schramm, ...



      Wie fast jeder Humor erklärungsbedürftig, weil kulturell eingebettet.

  • ....was bin ich jetzt beruhigt! Es gibt sie also doch noch, Journalisten mit Empathie, die aber auch noch den letzten Inuit verstehen.

    Und dabei habe ich mich schon gefragt, ob denn vielleicht ich mich schämen müsste....denn ich finde die Nummer leider total witzig (mag ein Generationsding sein).

    Ich schäme mich allerdings furchtbar für Friedrich Merz, der, sobald Trump in Davos ein wenig Entgegenkommen in der 'Grönlandfrage' signalisiert hat (gibt es eine Grönlandfrage?!??), sofort fordert, jetzt solle aber sofort das Zollabkommen ratifiziert werden, damit Dtld. Autos in den USA verkaufen kann.

    Das ist furchtbar, und leider aber politisch nicht ganz so 'unkorrekt', wie es Satire aber gerne mal sein darf.

    Kurz zum Verständnis: Extra3 hat nicht die russische Flagge in Kiew gehisst.

    Und Grönland wird in absehbarer Zeit nicht zu den USA gehören.

    Wer das Trump-Spiel nicht versteht, ist als Journalist in Nuuk vielleicht anders als Schafroth eher fehl am Platze!

    • @Kuntakinte:

      Die wenigen hier, die Extra3 entspannt sehen können (ohne jederzeit bereit zu sein, den Stecker ihrer Glotze aus der Dose zu reißen), würden sich vielleicht fragen, wie der Gag laufen sollte, für die die Szene gedacht war. Vielleicht würden sich die Grönländer auf die Schenkel geklopft haben, wenn er fertig produziert und für sie synchronisiert in ihrem Programm gelaufen wäre. Wäre Extra3 ein Exportschlager wie dereinst das Sandmännchen www.nrk.no/kultur/...er-50-ar-1.6849646



      würde es den Shitstorm gar nicht erst gegeben haben. Aber so ...

    • @Kuntakinte:

      Da bin ich beruhigt, dass Foristen hier das besser verstanden haben als der recherchierende Journalist am Ort. Vielleicht hätten Sie den Artikel schreiben sollen.



      ; )

    • @Kuntakinte:

      Evtl. hätte der Gag funktioniert, wemmer den ned in Nuuk sondern in Reykjavik durchgezogen hätte.



      Ob mer davon mal ab unbedingt jetzt nach Grönland reisen muß, wo jetzt jeder hinwill und wo die Einheimischen die ganze Zeit maximal paar verirrte Touris und paar Forscher*innen sehen, bezweifele ich*lol*.

  • ... mit einem wohl 10 Mann(mwd) umfassenden Team für einen idiotischen und fehlgezündeten 60-Sekunden-Witz original nach Grönland gereist. Genau meine Vorstellung vom Finanzgebaren der Öffentlich-Rechtlichen.

    • @TheBox:

      Als ob sie nur dafür nach Grönland gereist wären. Bitte Texte richtig und komplett lesen!



      Fet Rest ist Hetze....

  • Das war kein deutscher Humor, ganz bestimmt nicht.

  • Ja daneben gegangen. Hier die Satire von Comedian Mark Critch in Nuuk:

    www.youtube.com/watch?v=651_MuV9gZA

    Schafroth ist ein großer Künster, der aufgrund seiner kritischen Fastenrede 2025 auf dem Nockerberg von der veranstaltenden Brauerei aus dem Job gemobt wurde. Humor in Deutschland, aber bitte nicht zu sehr der Politik auf die Füsse steigen!

    Dass deutscher Humor zugleich witzig, ernst und kritisch sein kann beweist Schafroth mit eben dieser genialen Fastende 2025.

    Fastenrede

    www.ardmediathek.d...y1hMzZiYjgwZDQ2M2E

    Dass die taz Schaffroth gleich in die USA verbannen will, ist mäßig witzig. Warum kein taz-Interview mit ihm, zumal der NDR den Künstler erst im April live befragen will?

    • @Lindenberg:

      Schaffroth auf dem Nockherberg (leider:) war schon ein wenig bavaro-parochial, doch aus einem Grund und präzise-bissig-katholisch, was es ja auch gibt.



      Ich verstehe kaum, dass das derselbe Schaffroth ist.

  • Was ist "Extra-3"? :) Ich musste das recherchieren ...

    • @AugenhöheStattTribalismus:

      Wenn Sie Extra3 nicht kannten, haben Sie was verpasst. Ehrlich.



      Kennen Sie auch nicht Oliver Welke oder Friedrich Küppersbusch? Die können recherchieren, das einem manchmal schwindelig wird!

      • @Andreas Flaig:

        Ouh, Küppersbusch ist m.E. (Super-)Journalist. Welke eher Possenreißer für einen guten Zweck, dabei zu häufig "von oben". Was Extra3 (das ich seeehr selten sehe) auch zuweilen unterläuft.

  • "Wenn du unsere Werte nicht respektierst, wieso bist du dann in Nuuk?!“ ... wenn ein*e Deutsche*r das im eigenen Land gefragt hätte, wäre das ein riesiger Rassismusskandal.

    Bei aller angebrachten Empörung über die absolut geschmacklose Aktion dieses Satirikers, wäre dies auch ein perfekter Moment darüber zu reflektieren, ob der Rechtsruck in unserer Gesellschaft sich wirklich nur darin begründet das die Leute alle doof sind.

    • @JaKr:

      Nö, ist es ganz evident _nicht.



      Rassismus ist: Du bist genetisch automatisch so, Du kannst nicht dazugehören.



      Das ist: Du bist hier Gast (egal wie Du aussiehst, ...) und spuckst uns ins Gesicht, was soll das, wenn es auch nicht mal witzig ist (ergänze ich mal)?



      Zwei verschiedene Dinge.

    • @JaKr:

      Das wäre deswegen ein Rassismusskandal, weil Deutschland eine ökonomische Weltmacht ist. Vor über 100 Jahren war Deutschland auch an den grauenvollen Kolonialisierungen beteiligt und vor weniger als 100 Jahren in einer historischen Singularität, dem Holocaust, voll schuldig.

      Die einzige Konsequenz und Entschädigung daraus: Deutschland gehört jedem, und somit auch den Ausländern.

      Anders ist es in Grönland, einem kolonialistischen Opfer, welches wir, Europa, erst einmal gegen das imperialistische Regime Trumps helfen müssen. Wenn wir Trump bezwungen haben, sollte es den Grönländern frei stehen, unabhängig zu werden oder nicht.

      • @Troll Eulenspiegel:

        Musste ich vielleicht alles einmal nicht verstehen. War das vielleicht jetzt Ihr Vorname?



        Auch wenn z.B. der jüdische Staat gewiss deutlich gerechter auf vormals deutschem Grunde entstanden wäre (nicht praktikabel, das, aber).