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Frauen mit JagdscheinenSie ballern, und das ist gut so

Kommentar von

Maike Rademaker

Die Zahl junger Frauen mit Jagdschein wächst. Dahinter verbirgt sich ein seit Langem nötiger Generationenwechsel.

Ein Bild aus vergangene Tagen: die Jägerin Kerstin herrmann aus Dammendorf bei Chossewitz bei der Hubertusjagd im Oktober 1999 Foto: Hohlfeld/imago

J etzt ballern auch noch die Frauen im Wald rum: Die Zahl der Jagdscheininhaber ist auf rund 470.000 gestiegen, ein absoluter Rekord – und es sind zunehmend Frauen darunter. Das ist gut so. Denn es geht nicht um die Frage, ob Frauen mit ihrer angeblich geringeren Aggressivität und größeren Mütterlichkeit (ach, Bambi) hier schießen oder nicht schießen. Dahinter steht ein Generations- und Kulturwandel, der dringend notwendig ist. Frauen sind hierbei ein wichtiger Bestandteil dieses Wandels.

Die Jägerschaft, das waren viel zu lange zu viele ältere Männer, oft mit Adelstitel und viel Geld. Sie verteidigten mit Macht ihre Privilegien: Waffen besitzen, morgens auf dem Hochsitz sitzen, Trophäen jagen, Wohnzimmerwände mit Geweihen pflastern. Wer den komplexen Jagdschein machen wollte – das sogenannte grüne Abitur –, brauchte dafür viel Zeit und viel Geld.

Verteidigt wurde und wird dabei ein komplett überaltertes System aus jahrezehntelangen Pachten und unreformierten Gesetzen, das vor allem eines schützt: viel Wild. Aber der dringend notwendige Umbau unserer Wälder zu mehr Klimaresilienz funktioniert nicht ohne ein passendes Jagdmanagement, also weniger Wild. Mit dem Wegsterben der alten Jagdpatriarchen und der Emanzipation jüngerer Jagdgenerationen öffnen sich endlich die Türen für moderne Jägerinnen und Jäger. Frauen knacken hier eine der letzten Männerdomänen.

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Den Jagdschein kann man mittlerweile in kurzer Zeit machen, der Aufwand ist überschaubar, die Kosten sind es auch. Das lockt junge Jägerinnen und Jäger, wie beispielsweise in dem kleinen Ökologischen Jagdverband (ÖJV). Der Verein, der übrigens lange von einer Frau geleitet wurde, wächst. Der ÖJV jagt mit einem klaren Bewusstsein dafür, dass der Wald nicht nur eine Kulisse für Jagdwild ist, sondern ein Ökodienstleister, der entwickelt und geschützt werden muss. Wenn es nicht möglich ist, das Management über Gesetze zu verbessern, dann muss es eben bottom-up geschehen: mit mehr jungen Jägerinnen und Jägern.

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46 Kommentare

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  • Ok Ok - may be. But

    Mal vom Hut mit Gams/🐗/Bart des Propheten



    Auf die 👣 - dh auf Mutter Erde/Vater Sand 🙀



    Na da/dort - Wo die ganze Ballerei stattfindet📯



    Genau Genau - die Jagdbezirke/reviere🦌🐗🐦‍⬛



    & meinen 👨‍🌾lichen Altvorderen mal ab - wa!



    Es begab sich nämlich zu der & vor der Meisten



    Zeit - daß icke zwecks praktischer Ausbildung



    Beim RegierungsPräsi Kassel - gut bewaldetes Nordhessen, in der Jagd&Domänen Verwaltung



    landete & dem passionierten Waldläufer. -



    Mund&Nase offen standen.



    Geld isses was zöhlt. Erst zahln 💰 dann ballern!



    Mit Egon Bahr gesprochen: laßt euch nichts anderes erzählen. Die ganzen, hier auch auf dufte Reingeschmeckten, sind doch bei 💡 besehen lediglich Tarnung Jagdtouris Staffage.



    Was sofort bei den einschlägigen Übersichten auffällt - die ja dott nicht so ganz plane Pläne ich sage nur Knüll & Co - ist aber so derart zerklüftet mit zerfledderten Jagdbezirken übersäht, daß dir glatt schwindelig werden könnte! Wenn ja, wennste nicht a weng vorgebildet, weißt was den Ballermännern so Sache ist: ein nütürlich völlig selbstloses allein hehren Zielen … bitte selbst einsetzen… dreist gelogen isses eh - Anliegen ist!



    “Wieso will der denn dess noch?…ff

  • Ich bin sehr für Tierschutz.



    Allerdings sind "Jäger" nicht das entscheidende Thema, wenn es um Tierschutz geht. Das Thema ist die Massentierhaltung.



    Jagd ist sogar ziemlich nahe an der Natur - schliesslich "jagen" viele Tiere andere Tiere.

  • Hier mal Auszüge aus dem Buch "Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen".

    Jäger als Ersatz für Großraubwild, Jäger als Bekämpfer von Wildschäden und Seuchen, Jäger als Naturschützer und Biotop-Pfleger, Waidgerechtigkeit... Ein Jäger, der diese Gründe für die Jagd anführe, würde lügen.

    "Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen...



    es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche"

    Und aus dem Buch "Die Leidenschaft des Jägers".

    "Die wirkliche Jagd ist ohne vorsätzliche Tötung nicht zu haben. Leidenschaftlich Jagende wollen töten. Jagd ohne Mord ist ein Begriff, der sich selber aufhebt."

    Dieses Töten aus Lust soll jetzt auf einmal ok sein, nur weil Frauen den Abzug drücken?

  • Der massive Mangel an Empathie und Liebe für die Tiere im Wald, vorwiegend Rehe, Hasen, Wildschweine, macht mich sprachlos.

    Die süßen Viecher sollen abgeknallt werden um die Wälder klimaresilienter zu machen?

    Kriegen gewisse Linke den Absprung aus dem anthropozentrischen mickrigen Weltbild nicht gebacken? Welche Arroganz!

    Hat es gewissen Linken noch nicht gereicht ihre nicht gelebten Anarcho-Trips auf Wölfe zu projizieren und diese in Deutschland als Bürgerschreck zu installieren? Mitte 2026 werden es etwa 4000 sein, die höchste Wolfsdichte weltweit. Bedeutet über 5000 zerfetzte Rinder, Mutterkühe, Kälber, Schafe, Pferde und Ziegen. Die weitaus größere Zahl von Waldtieren noch gar nicht gerechnet.



    Laut grünen NGOs greifen Wölfe auch keine Menschen an. Das hat der Wolf wohl nicht mitgekriegt, der letzten Sommer einem Sechsjährigen schwere Bisswunden an Achsel, Brust, Rücken und Gesicht zufügte und sich nur von mehreren Erwachsenen vertreiben ließ.

    Sowohl auf männliche als auch weibliche Jäger (und lokale Wölfe) kann der Wald, die Tiere in ihm und alle Menschen, die Tiere lieben, verzichten.

    Jäger:innen? Nein danke!

    Nieder mit der Jagd!

    Der Wald gehört den Tieren!

  • Nicht nur beim Abknallen von Tieren, sondern auch in den Sparten von zB Militär, Serienmord und illegalen Autorennen sind Frauen unterrepräsentiert.



    Fragt sich nur ob es erstrebenswert ist in solchen Bereichen einen weiteren Aufwuchs durch die berechtigte Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit herbei zu führen.



    Vielleicht gibt es auch einige 'klassisch männliche' Domänen, bei denen weniger ein geschlechtergerechter Aufwuchs, als vielmehr ein generelles Schrumpfen zum allgemeinen Vorteil gereichte?

  • Gut dass die Bejagung von Schal- und anderem Schadwildwild jetzt geschlechtsneutraler und hoffentlich breitenwirksamer durchgeführt wird. Generell sollten viel mehr Menschen in Deutschland sich naturnah mit gesundem und artgerechtem Wildbret versorgen können. Eine Demokratisierung des Jagdrechts ist eine der ältesten Freiheitsforderungen, die schon 1848 ganz weit vorne stand.



    Niemand verwehrt den Tierfreunden und Veganern ihre Freizeitvergnügungen und Ernährungsweisen, bitte seid doch ebenso tolerant gegenüber Andersdenkenden- und -essenden!



    Und auch wenn ich selber nicht jage, bin ich froh dass es die Jagd gibt, mit den paar Exemplaren zugegebenermaßen selbstgerecht auftretenden Jägern bin ich stets nach kurzer Diskussion gut klar gekommen, einfach auf das freie Betretungsrecht von Wald und Flur und die entsprechenden Waldgesetze verweisen, dann ist Ruhe und man wünscht sich einen schönen Tag, sowie ein frohes Weidwerken....

  • Noch keinem hier wurde widersprochen, dass Jagd auf Tiere scheiße ist, egal welches Gender schießt. Auch der Mordvorwurf wurde akzeptiert. Außer ich mache es:

    Jagd ist scheiße. Widerspruch = Massenmordbeteiligung.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Neulich hörte ich die Biologin und Spezialistin Frauke Fischer aus Würzburg zu Ökologie, KI und "invasiven Arten". Da differenziere ich dann selbst auch schon zunehmend, wenngleich Marderhund, Goldschakal etc auf den ersten Blick ganz putzig wirken.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Mord ist die heimtückische Tötung eines Menschen aus niederen Beweggründen. Anders gesagt: diese Gleichsetzung ist so ungefähr das Maximum an Menschenverachtung, was man so formulieren kann.



      Ich respektiere ja Ihren Selbsthass, aber dass "Jagd scheiße ist" erklären Sie doch bitte gelegentlich dem Baumbestand, oder generell allem, was irgendwie wie ein noch halbwegs intaktes Ökosystem aussieht. Wenn ich keine Wölfe, Luchse und Bären will, brauche ich irgendein anderes Regulativ. Biologische Populationen funktionieren so, tut mir ja auch leid.



      Dass es dagegen unter Jäger:innen genügend gibt, die sich jedes beliebige Schimpfwort redlich verdienen: das ist leider vollkommen richtig.

  • Klar, sobald Frauen an die Gewehre kommen, wird alles besser. :)

    Ist es nicht eher so, dass man dafür geschlechtsunabhängig eine bestimmte Neigung / Interesse / Geld haben muss? Nur ist es heute vielleicht leichter an den Jagdschein zu kommen.

    Wer sind überhaupt die jungen? GenZ?

    • @fly:

      Anekdotische Evidenz: Ich kenne tatsächlich eine Jägerin, GenZ, durchaus nicht unwoke, die sich weitgehend vegetarisch ernährt mit der einzigen Ausnahme: Wild, das sie selbst geschossen und Fisch, den sie selbst gefangen hat. Wäre jetzt nicht meine Herangehensweise, aber ich finde sie konsistent und auch sicher nützlich im Hinblick auf industrielle Tierhaltung.

  • Fragt mal, was für Parteien die aufstrebenden Jungjägerinnen wählen...

    Solange nicht auch in der rot-grünen Klientel ankommt, dass Jagd zu 100% Hege ist und Hege zu 90% aus anderen Aktivitäten als "Bambis Abknallen" besteht (und alles zusammen ein verdienstvolles Hobby ist), wird die Jägerschaft emehheitlich konservativ und entsprechend "standesbewusst" bleiben. Zugegeben: Ernstgenommene Hege ist auch viel mehr Arbeit als ein paar Bürgergarten in der Stadt. Da gerät der Idealismus dann schon mal an seine harten Grenzen... ;-)

    Der "ÖJV" ist übrigens im Kern eine knallharte Lobbyorganisation der Fortswirtschaft. Möge er klein bleiben.

  • Gut ist einzig, daß mal offen gesagt wird, daß Frauen genau so Waffen- und Schiessgeil sind wie Männer.

    • @Alberta Cuon:

      Das Schießen und Töten gehört dazu, ist aber nur ein kleiner Teil der Aufgabe eines Jägers. Informieren Sie sich.

  • Hallo Maike Rademaker,



    wenn ich Sie richtig verstehe, ist in Ihrer Argumentation das Töten schwächerer Lebensformen (Wildtiere) ein legitimer Akt der Selbstermächtigung und trägt noch dazu zur Überwindung patriarchaler Machtstrukturen bei. Dies ist alleine aus ethischer, philosophischer und politischer Sicht ein problematischer Ansatz, da Gewalt reproduziert und Machtstrukturen verschoben werden (Frau gegen Sau). Gleichzeitig löst das keine der realen Probleme (zB ungleiche Bezahlung).

    Aus ökologischer Perspektive gibt es längst Konzepte des Wildtiermanagments, bei denen ein übermäßiges "Abballern" zur Bestandsregulierung nicht notwendig ist. Forst- und Naturschutz gehen auch anders.

    Für den "Generations- und Kulturwandel", den Sie als Ziel anführen, wäre es doch viel wirksamer, mehr Frauen/ FLINTA wären in Politik, in "Männerberufen," Führungspositionen, im Kulturbetrieb, meinetwegen auch bei der Bundeswehr oder im Schützenverein, wenn sie denn unbedingt ballern möchten. Genau in diesen Bereichen könnte weibliche Aggressivität viel mehr bewirken.

  • Im Großen und Ganzen trägt die wachsende Zahl an Jägern nicht zu einer Ökologisierung des Jagdwesens bei. Auch der wachsende Frauenanteil bringt m.E. keinen "frischen Wind" in die Sache, weil eine Neuausrichtung der Jagd z.B. im Zusammenspiel mit dem Wolf nach ökologischen Kriterien einfach nicht stattfindet - und da trägt ganz sicher auch nicht die teils sehr kurze Ausbildung der Jägerinnen zu bei.

    • @Axel Donning:

      "Im Großen und Ganzen trägt die wachsende Zahl an Jägern nicht zu einer Ökologisierung des Jagdwesens bei."

      Kann man so sehen, muss man aber nicht. Es trägt auf jeden Fall nicht zur Ökologisierung des Jagdwesens bei, wenn man die Jagd ausschließlich denen überlässt, die sich als Einzelner eine Revierpacht leisten können. Es ist nämlich auch ein Trend, dass nicht mehr Einzelne, sondern Zweier-, Dreier-, oder Vierergruppen ein Revier pachten, weil sie sich als Einzelne (mehr oder weniger Berufstätige) weder Pacht plus Wildschadensregulierung leisten noch die Zeit zum häufigen Ansitzen nehmen können. Und damit braucht es eben mehr Jagdscheininhaber, wenn man Feld gerade nicht den "Traditionalisten" überlassen will...

    • @Axel Donning:

      Warum sollte ich den Wolf das Reh fressen lassen wenn ich es selbst gerne auf dem Teller hätte? Darüber hinaus dürfte es für das Reh deutlich angenehmer sein geschossen zu werden als lebendig von einem Wolf aufgerissen zu werden. Im übrigen bin ich als Mensch ebenfalls ein Teil der Natur und muss mich nicht hinausdefinieren lassen.

  • Ob nun Frauen oder Männer, die Jagd, besser Bestandskontrolle, gehört ausschließlich in staatliche Hände und nicht in die von Hobbymördern (Ja, Mord, denn alle Mordmerkmale sind erfüllt.).



    Zudem finden immer wieder Entgleisungen solch designierter Machtmenschen statt... z.B. Bedrohung von Spaziergängern, rumballern in der Nähe von Menschen (z.B. Reitern oder Hundegassigängern). Viel zu oft findet man sie mit Waffe auch angetrunken an.



    Auch Rettungshunde !mit Kenndecke! wurden schon erschossen.



    Ich spreche aus Erfahrungen.



    Ist scjön, eenn man die Natur genießen möchte und es ständig in der Nähe knallt.



    Besonders toll, wenn man mit seinen Kindern rausgeht.



    Diese Machtgeilen Waffenträger denken nämlich, sie wären Hilfspolizisten und ihnen gehört die Natur.



    Das gehört generell verboten.

    • @Mc Nair:

      Angetrunkene Jäger mit Waffe? Auch noch häufig? Wo denn? Es reicht schon betrunken am Steuer und der Jagdschein ist weg.

    • @Mc Nair:

      "die Jagd, besser Bestandskontrolle, gehört ausschließlich in staatliche Hände und nicht in die von Hobbymördern"



      Aha, wer führt denn dann diese Tätigkeit für "den Staat" aus?



      Der Staat sind wir. Die gleichen Menschen.



      Aber allein an der Wortwahl 'Hobbymörder' ist ersichtlich wie Sie zu dem Thema stehen. Ihre Meinung sei Ihnen gegönnt, ausgewogen ist sie nicht.

    • @Mc Nair:

      Wenn Leute etwas als Hobby tun, sollte man das denen nicht verbieten um gleichzeitig die Tätigkeit teuer bezahlt durch den Staat erledigen zu lassen.



      Die genannten Auswüchse beseitigt man nicht automatisch indem man die Jagd nur noch Staatsbediensteten erlaubt. Die „machtgeilen Waffenträger“ machen das dann nicht als Hobby, sondern werden auch noch dafür bezahlt.

      • @MK:

        Richtig, machtgeile Waffenträger gibt's auch bei Polizei und Bundeswehr🤷



        Eine Verschiebung ins Beamtentum ist kein Allheilmittel

    • @Mc Nair:

      100% Zustimmung, auch aus ähnlichen Erfahrungen heraus. Wer meint, seine Komplexe durch Waffenbesitz und Töten von Tieren als Freizeitbeschäftigung ausleben zu müssen, gehört in Behandlung aber nicht auf dem Hochsitz.

  • Mir ist beim Lesen des Artikels ganz spontan eine andere, ebenfalls männliche Domäne eingefallen, dem ein Zuwachs von Frauen ebenfalls gut tun würde: die Bundeswehr.

  • Der Vorwurf "oft mit Adelstitel" ist ein nicht totzukriegendes und ausgelutschtes Stereotyp, das mehr über die Autorin und ihre Ahnung von der Jägerei aussagt.

    Das Gros der Jäger und Jägerinnen sind eben nicht Pächter, sondern sind Angehörige normaler Berufe, darunter auffallend viele Handwerker. Und die gehören selten dem Adelsstand an.

    Sie beteiligen sich mit einer Jahrespacht und übernehmen Hege und Pflege. Das heißt in dieser Jahreszeit auch Wildtierfütterung, zeitig Nistkästen aufbauen, verletzte Eulen in die Falknerei bringen, das Wildbret vermarkten, Lebensräume bedrohter Arten sichern, Wildschadensersatz leisten, z.B. gegenüber Bauern, wenn die Wildschweinrotte arg gewütet hat, Wildseuchen überwachen, Hochsitze instand halten, Wktildäcker pflegen.

    Das grüne Abitur, der Jagdschein, gilt neben der Fluglizenz wohl als die am schwierigste Prüfung nach eben diesem Abitur. Ja, es werden immer mehr Frauen - anders ließe sich die Jägerei heute auch nicht mehr verstehen. Es gibt einige bekannte YouTube-Kanäle von Jägerinnen.

    Toll ist auch ein Dokumentation des BR, die die Jagdschule von Diana Seyfried portraitiert: www.youtube.com/watch?v=o280rAj0vuk

    • @rakader:

      Mir scheint es tatsächlich so zu sein, dass die weit verbreiteten Vorurteile "progressiver" Zeitgenossen auf klassenkämpferischen Motiven beruhen - immerhin hört man sie nicht in ähnlichem Maße über die Angler, obwohl die bisweilen weit weniger waidmännisch unterwegs sind (catch and release ist in Europa immer noch verbreitet, obwohl der Fisch häufig qualvoll verendet).

      Wo ist der Unterschied? Weil eine Angelrute harmloser aussieht als eine Doppelläufige? Weil ein Karpfen nicht so süß ist wie ein Rehkitz oder ein Karnickel? Oder doch, weil mat mit der Jagd eher den Grafen mit Gutshaus und ausgedehntem Waldbesitz verbindet als den netten Nachbarn, der sich am Wochenende mal ein Ruderboot mietet und ein paar Forellen angelt? Ich vermute letzteres.

  • Zutreffende Beobachtung

    Zitat: "Die Zahl junger Frauen mit Jagdschein wächst.“

    Dies ist eine wohl zutreffende Beobachtung, anzutreffen in vielen politischen Biospären…

  • Niemand braucht einen Jagdschein. Lasst die Tiere in Ruhe!

  • Danke - auch fürs Fotto 🦌 📯🦌🌳🌲🪾



    Als alter Waldgeher - ich liebe Karikaturen:



    www.akzentehome.de...-kein-schwein.html



    &



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    & soweit kommt’s noch 📯🦌📯! Wollnichwoll



    share.google/HNCWj1j7YOermS0Lv

  • Jagdmanagement und Ökodienstleister? Man kann aber auch wirklich alles schönreden! Eine Drückjagd ist dann wohl Teambuilding für Schalenwild?

  • Ich konnte einige Einblicke in die "Jagd-Szene" bekommen. Es gibt da riesige Unterschiede - das geht von modernen, fortschrittlich denkenden JägerInnen bis zu gruseligstem Pseudo-Traditionalismus, gepaart mit Rassismus und systemischer, massiver Überschätzung des eigenen Wissens und komplett fehlender Selbstreflektion - und das quasi Tür and Tür.



    Mich persönlich haben diese Einblicke abgeschreckt und ehrlich gesagt habe ich vor einem Teil der Jägerschaft ganz einfach Angst.



    Wie gesagt: Meine Erfahrungen, absolut nicht objektiv, aber so erlebt und zu einem Teil wirklich schockierend.

    • @Jeff:

      MMn. sind Ihre Erfahrungen sehr wohl objektiv, wenn auch wahrscheinlich nicht auf alle zutreffend.

  • Man kann erzählen, was man will, aber Menschen, die mit Waffen auf Tiere schießen aus "einer Tradition heraus" haben in unserer Gesellschaft nichts zu suchen. Wenn man Tierbestände aus welchen Gründen auch immer dezimieren muss, soll das tierschutzgerecht geschehen mit Betäubungsschuss und anschließender Injektion mit einer tödlichen Substanz. Zudem verfügen soviele Menschen über Waffenscheine, dass mein Vertrauen in die ausstellenden Behörden bezüglich gründlicher Hintergrundprüfung nicht sonderlich ausgeprägt ist.



    Zudem sollte man die Jäger gegenüber Haustier-Besitzern schadenersatzpflichtig machen, auch für den immateriellen Schaden, wenn sie "aus Versehen" Haustiere töten. Die Sachkunde kann ja nicht so groß sein, wenn 10000tausende Haustiere jährlich den JägerInnen zum Opfer fallen. Diese Gesellschaft hat sich ja auf den Standpunkt gestellt, dass Tiere im juristischen Sinne "eine Sache" sind. Daher ist es ja in dieser Logik nur folgerichtig, dass man eine solche Sachbeschädigung hoch bestraft. Eine Sache ist ja dann mehr Wert, als ein Tierleben.

    • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

      "Man kann erzählen, was man will, aber Menschen, die mit Waffen auf Tiere schießen aus "einer Tradition heraus" haben in unserer Gesellschaft nichts zu suchen."

      Warum? Können Sie das über die Behauptung hinaus begründen?

      "Zudem sollte man die Jäger gegenüber Haustier-Besitzern schadenersatzpflichtig machen"

      Das ist bereits gegeben. Durch die Jagdhaftpflicht.

      Bitte informieren Sie sich besser, bevor Sie unbelegte Non-Facts verbreiten. Das macht ihre Ablehnung nicht glaubwürdig.

    • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

      Bei den vielen Haustieren, die Sie ansprechen handelt es sich wohl überwiegend um Katzen. Die töten nach Schätzungen in Deutschland jährlich 200 Millionen Vögel. soll man jetzt die Haustier-Besitzer dafür schadenersatzpflichtig machen, die sich diese Tiere zu ihrem Privatvergnügen halten?



      Ich finde es richtig, wenn die Jäger den Bestand an verwilderten Katzen etwas dezimieren. Hauskatzen in der näheren Umgebung des eigenen Hauses sind davon nicht betroffen.

      • @Thomas2023:

        Tja, die vielen, vielen Katzenvideos zeigen ihre Wirkung, alle wollen die kleinen Vogelkiller.

        SPEKTRUM: "Die traurige Stunde der Gartenvögel"

        "Die Vögel, die übrig bleiben, werden schließlich mit einer extrem hohen Zahl an Fressfeinden konfrontiert: Freigängerkatzen, von denen es in Deutschland mehrere Millionen gibt und zu denen noch weitere Millionen verwilderte Hauskatzen kommen. Im Siedlungsbereich leben mitunter Hunderte Katzen pro Quadratkilometer, wie eine britische Studie ermittelte – weit mehr, als unter natürlichen Bedingungen möglich wäre. Kein Wunder, dass Katzen als größte Einzelursache für Vogelopfer in Deutschland gelten."



        www.spektrum.de/ko...rtenvoegel/2307261

    • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

      Kann man dann auch die Haustier-Besitzer schadensersatzpflichtig machen für die 200 Millionen Vögel die von Katzen jedes Jahr ALLEINE in Deutschland gewildert werden ?(www.vogelwunderwel...l-fressen-katzen/)

    • @Hatespeech_is_not_an_opinion:

      Die Killer aus Passion haben in einer Gesellschaft, wie sie Ihnen und mir gefallen würde, nichts zu suchen.



      In "unserer" Gesellschaft sind sie lediglich eine dazu passende Erscheinungsform.

  • Betrifft auch Euren Beitrag zu MINT und Frauen: taz.de/Mathe-Natur...-Technik/!6149057/



    ~~~~~~~~~~~~~~~



    Kurz: Super! Bitte helft, 'männlichen Logiken' Grenzen aufzuweisen! Hier Beispiel 1) für männliche Logik: "Um Havarien im SUEZ-Kanal, wie bei Evergreen, zukünftig zu vermeiden, muss der Kanal so Breit wie Lang werden! Punkt !! Macht das!" Beispiel 2) "Um den kleinsten Geheimnissen des Universums auf die Spur zu kommen, brauchen wir unbedingt einen Hadronenspeicherring in Größe des Erdumfangs. Los jetzt..." Und viele weitere 'männliche Logiken', die zum Teil auch verherrende... Ihr ahnt es ?!? Ich bin ein wenig ratlos und hilfsbereit. Danke für Eure Abeit/Zeit. Olaf Eitner.

  • "Den Jagdschein kann man mittlerweile in kurzer Zeit machen, der Aufwand ist überschaubar, die Kosten sind es auch. Das lockt junge Jägerinnen und Jäger"



    Kosten sind allenfalls relativ überschaubar.



    Für viele ein Hindernis.



    Auch eine Alternative zum Schießen:



    "Falknerausbildung



    Die Beizjagd darf grundsätzlich nur mit einem gültigen Falknerschein ausgeübt werden. Auch die Haltung von einheimischen Greifvögel zur Beizjagd (Habicht, Wanderfalke und Steinadler) ist nur mit dem Falknerjagdschein erlaubt. Die Falknerprüfung zur Erlangung des Falknerscheins erstreckt sich auf folgende vier Sachgebiete:



    Greifvogelkunde, insbesondere Kenntnisse der Lebensverhältnisse und -bedingungen der Greife und Falken einschließlich des Greifvogelschutzes,



    Haltung, Pflege und Abtragen von Beizvögeln



    Ausübung der Beizjagd, Haltung und Führung von Hunden und Frettchen für die Beizjagd sowie die Versorgung und die Verwertung des gebeizten Wildes,



    Rechtsgrundlagen"



    Quelle jagdschule-ajn.de

    • @Martin Rees:

      Dass man den Jagdschein mal ebenso in kurzer Zeit machen kann, ist ein Gerücht und wird auch durch Marketing nicht wahrer.

      Die Falknerei ist da nur ein Ausschnitt und rein praktisch deutlich anspruchsvoller. Sie ist kein Ersatz für da grüne Abitur, höchstens eine Ergänzung.



      Für den Jäger ist es aber gut Falkner in seiner Umgebung zu wissen, um verletzten oder verlassenen Jungtieren gute Überlebenschancen zu geben..

    • @Martin Rees:

      Schön wär's.

      Der Falknerschein allein reicht nicht, um auf Beizjagd gehen zu dürfen. Je nach Bundesland ist die absolvierte Jägerprüfung oder zumindest ein "kleiner" Jagdschein (ohne Waffenkunde und Schießprüfung) notwendig. Alles in Allem kommt es auf sehr ähnliche Kosten.

      Davon abgesehen ist die Beizjagd ein (für Viele) schönes Hobby aber an sich gänzlich ungeeignet, den Wildbestand nennenswert zu regulieren. Dazu ist der Aufwand pro erjagtes Wild um ein Vielfaches zu groß, und selbst für Adler sind die schädlichsten Wildarten einfach zu schwer gebaut.

      • @Normalo:

        Neulich traf ich in einem Wohngebiet an der Grenze zum Wald einen Falkner, der sein Tier an die "Wohnumgebung" gewöhnen wollte, er hatte nach seiner lehrreichen Erklärung den Auftrag, den benachbarten Friedhof wegen einer "Kaninchenplage" zu bejagen.



        Auch gegen andere "tierische (Mit-)Bewohner" in urbanen Destinationen sind Falken als lebendige (?Wunder-)Waffe bereits als "hilfreich" eingeschätzt worden.



        Bei fr.dr



        "Die Stadt Limburg hat entschieden: Ein Falkner darf die Taubenpopulation reduzieren. Die Entscheidung stößt auf heftige Kritik von Tierschützern.



        Limburg – Die Frage, ob Tauben durch einen Falkner getötet werden sollten, hat in Limburg und darüber hinaus für Aufsehen gesorgt. Nun haben die Bürgerinnen und Bürger ihre Entscheidung getroffen."



        Ob es einen ausreichenden Wirksamkeitsnachweis gab, konnte ich noch nicht erfragen.

        • @Martin Rees:

          Ein Studienkollege hatte den offiziellen Auftrag der Stadt, die Brutkästen der Tauben allabendlich zu kontrollieren und die Eier gegen Gipseier auszutauschen. Einfacher und wirksamer als jeder Falke...

    • @Martin Rees:

      Für die Falknerprüfung muss man bereits vorher einen Jagdschein vorlegen. Insofern nicht Alternative, sondern Zusatzqualifikation.