Zehn Fragen zum Coronavirus: Wie heftig wird es?

Ist Panik angebracht? Sind Atemschutzmasken sinnvoll? Oder sollte man besser Aktien kaufen? Und was sagt der Bundesgesundheitsminister?

Arbeiter der Schutzmasken herstellt hält eine Maske in den Händen

Sind Atemschutzmasken eine sinnvolle Investition? Maskenherstellung in China Foto: Wang Quanchao/imago

1. Das Coronavirus macht sich in Europa breit. Müssen wir alle sterben?

Nein, nach den bisher bekannten Zahlen stuft das Robert-Koch-Institut das Coronavirus zwar tödlicher als die Grippe ein. Mehr als 80 Prozent der Infizierten weisen aber nur milde Symptome auf. Rund 15 Prozent erkranken schwer, 1 bis 2 Prozent sterben. In Deutschland sind noch keine Todesfälle aufgetreten.

Wie heftig sich die Symptome auswirken, hängt nach bisherigem Wissensstand stark vom Immunsystem ab. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Das könnte daran liegen, dass Frauen generell ein besseres Immunsystem haben. Betroffen sind zudem vor allem Menschen mit Vorerkrankungen. Jeder zweite der untersuchten Patienten, bei denen der Krankheitsverlauf schwer verlief, litt an einer chronischen Erkrankung, vor allem des Herz-Kreislauf-Systems oder der Hirngefäße. Auch langjährige Raucher scheinen stärker gefährdet zu sein.

Die Zahl der infizierten Kinder ist sehr viel geringer als die der Erwachsenen. Auch scheinen bei Kindern Symptome milder zu sein.

2. Wie erkenne ich, ob ich Corona habe?

Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber – zu diesen Symptomen kann eine Infektion mit dem Coronavirus führen. Einige Betroffene leiden auch an Durchfall. Bei einem Teil der Patienten kann das Virus zu einem schwereren Verlauf mit Atemproblemen und zu Lungenentzündung führen.

Wer die oben genannten Symptome aufweist, muss jedoch nicht gleich in Panik ausbrechen. Insgesamt sind in Deutschland 27 laborbestätigte Fälle des Coronavirus bekannt. Die meisten Personen sind bereits wieder gesund und aus der Klinik entlassen. Die Wahrscheinlichkeit, von dem Coronavirus betroffen zu sein, steigt bei Reisen in bestimmte Länder oder Kontakt mit infizierten Personen.

3. Frage ich bei Symptomen meinen Arzt oder Apotheker?

Wer einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatte, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollte sich unverzüglich an das zuständige Gesundheitsamt wenden – auch wenn keine der oben genannten Symptome auftreten. Personen, die sich in einem ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben, wird geraten, unnötige Kontakte zu vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben.

China, Iran, Italien und Südkorea – welche Provinzen dieser Länder als Risikogebiete gelten, kann auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts nachgelesen werden. Das RKI rät dringend dazu, Kontakt zu einer Ärztin zu suchen, wenn darüber hinaus Krankheitszeichen auftreten. Dabei gilt: Nicht einfach hingehen, sondern erst anrufen. Um weitere Ansteckungen zu vermeiden, sollten Sie sich im Verdachtsfall nicht zu anderen Patient*innen ins Wartezimmer setzen, sondern zunächst telefonisch mit Ihrer Ärztin Kontakt aufnehmen. Ob ein Hausbesuch sinnvoll ist, kann dann individuell abgesprochen werden.

4. Muss ich die Öffentlichkeit meiden?

Nein. Zum jetzigen Zeitpunkt besteht die Strategie der Bundesregierung primär darin, Infektionsfälle möglichst frühzeitig zu erkennen, Infizierte isoliert zu behandeln und alle Kontaktpersonen unter Quarantäne zu stellen. Wer nicht erkrankt ist oder mit einer infizierten Person Kontakt hatte, muss andere Menschen nicht meiden.

Viel wichtiger: Hygienenormen beachten. Das Einhalten der Husten- und Nies-Etikette, eine gute Händehygiene, Abstand zu Erkrankten – wie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen schützen diese Maßnahmen vor einer weiteren Verbreitung des Virus.

Sollte sich das Coronavirus jedoch zu einer echten Pandemie entwickeln und in Deutschland weiter ausbreiten, könnten weitere Maßnahmen notwendig werden. Laut RKI-Präsident Lothar Wieler müsste dann die Mobilität reduziert werden, damit sich die Kontakte zwischen Menschen verringern. Sollte ein solches Szenario eintreten, könnten weitere Großveranstaltungen sowie Reisen abgesagt werden. Arbeitnehmer*innen würden – falls möglich – dazu angehalten, vermehrt im Homeoffice arbeiten.

5. Wie sinnvoll sind Atemmasken?

In Japan tragen die Menschen Atemschutzmasken, um andere nicht anzustecken. In China stülpen sich die Menschen den Mundschutz übers Gesicht, um nicht selbst angesteckt zu werden. Ersteres taugt zur Virenabwehr nur bedingt, Letzteres so gut wie gar nicht.

Trotzdem sind Atemmasken auch hierzulande ausverkauft oder werden online zu horrenden Preisen angeboten. Bei Amazon gibt es etwa 5 Masken der Kategorie FFP3 für 150 Euro.

Das Robert-Koch-Institut bezweifelt die Schutzwirkung im Alltag. Meist würden hierzulande Papiermasken verkauft, die überhaupt keinen Nutzen haben. Höherwertige Masken würden von Laien häufig nicht korrekt genutzt. Werden sie etwa beim Radfahren oder schnellem Gehen aufgesetzt, sind sie durch das heftige Atmen schnell so durchnässt, dass sich die Masken zu wahren Virenschleudern entwickeln.

Damit es zu keinem ernsten Engpass kommt, empfehlen Experten, dass Atemschutzmasken dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben.

6. Welches Desinfektionsmittel taugt?

Eigentlich fast alle. Als besonders wirksam erweisen sich Rezepturen mit mehr als 62 Prozent Alkohol. Je höher der Alkoholgehalt, desto wirkungsvoller. Das in Krankenhäusern verwendete Sterillium Virugard etwa enthält 99 Prozent Äthanol. Es reichen aber auch schon die angebotenen Mittel aus, auf deren Packung „begrenzt viruzid“ steht: Alle Arten von Coronaviren sind „behüllte Viren“ und reagieren damit recht empfindlich auf Chemikalien.

Viel wichtiger als das genaue Produkt ist die korrekte Anwendung. Viele Verbraucher schmieren sich die Mittel nur nachlässig in die Hände. Die Empfehlung lautet: Eine reichliche Portion in die hohle Hand geben und mindestens 20 Sekunden in beide Hände bis zum Gelenk einreiben.

Die Weltgesundheitsorganisation hält diese Mittel für überflüssig: Gründliches, langes und häufiges Händewaschen „mit Wasser und Seife“ habe den gleichen Effekt.

Jens Spahn und Horst Seehofer bei einer Pressekonferenz.

Muss die Bundeswehr eingesetzt werden? Gesundheitsminister Spahn und Innenminister Seehofer Foto: Kay Nietfeld/dpa

7. Was macht eigentlich Jens Spahn?

Die Bundesregierung hat am Mittwoch einen Krisenstab für die Corona-Epidemie eingerichtet. Gesundheitsminister Spahn stellte dessen Schwerpunkte am Donnerstag zusammen mit Innenminister Horst Seehofer in Berlin vor. Dabei präsentierte sich der 39-Jährige, der seit dieser Woche auch um den Posten des CDU-Vize kämpft, als Krisenmanager. „In dieser neuen Lage müssen wir zeigen, dass wir alles tun als Bundesregierung, um unsere Bürger bestmöglich zu schützen“, sagte Spahn.

Eine erste Entscheidung des Krisenstabs: Nicht nur Flugreisende aus China, sondern auch aus Südkorea, Japan, dem Iran und Italien müssen künftig sogenannte Aussteigerkarten ausfüllen. Darauf sollen sie ihren Aufenthaltsort in Deutschland eintragen. Stellt sich heraus, dass ein Passagier infiziert war, können so seine Mitreisenden schneller gefunden und informiert werden. Auch für den grenzüberschreitenden Zug- und Busverkehr wünschen sich die beiden Minister diese Praxis, mangels Rechtsgrundlage appellieren sie hier auf die freiwillige Mitarbeit der Verkehrsunternehmen.

Panik möchten Spahn, Seehofer und ihr Krisenstab allerdings nicht schüren. Nicht jedes Husten dürfe zu einem Corona-Verdacht führen, sagte der Gesundheitsminister. Ob Großveranstaltungen abgesagt werden, solle jeweils im Einzelfall abgewogen werden. Und ob wegen der Epidemie jetzt die Bundeswehr eingreifen müsse? Innenminister Seehofer wiegelte ab: „Das können wir schon mit unseren Kräften schultern.“

8. Lohnt es sich, Aktien zu kaufen, wo die jetzt so billig sind?

Wegen des Virus rauschen die Börsen gerade in den Keller. Seit Wochenbeginn wurden weltweit rund 3 Billionen Euro an Aktienwert „vernichtet“. Allein der deutsche DAX und der europäische EuroStoxx50 haben je etwa 7,5 Prozent verloren. Vor allem die Aktien von Airlines und Reiseanbietern schmieren ab.

Gleichzeitig sind altbekannte „sichere Häfen“ wie Gold oder zehnjährige Bundesanleihen bei Investoren gefragt. Quiagen, ein Biotechn-Unternehmen, das gerade ein neues Coronavirus-Testkit in China ausgeliefert hat, legte genauso kräftig zu wie der Medizintechnikanbieter Drägerwerk, der Atemschutzmasken verkauft.

Aber: Investieren sollte wirklich nur der, der genau weiß, wie es mit dem Virus weitergeht – also eher niemand. Gerade für Börsennovizen ist Vorsicht angesagt: Vor wenigen Wochen waren der DAX oder die Wall Street noch auf Rekordjagd. Da hofften die Börsianer, alles werde schon nicht so schlimm. Derzeit sind die Corona-Folgen kaum absehbar, die „Märkte“ schwanken zwischen Euphorie und Panik. Wer auf Aktien-Prickeln aus ist und Geld übrig hat, kann gerne zocken. Für alle anderen gilt: Vorsicht ist die Mutter der Coronakiste.

9. Braucht die Wirtschaft ein Konjukturpaket?

Niemand kann die konjunkturellen Folgen des Virus abschätzen. Aber: Die deutsche Wirtschaft ist exportorientiert, deshalb sind erste Dellen bereits spürbar. Laut einer Umfrage spürt hierzulande bereits ein Viertel der Mittelständler die Auswirkungen. China ist der weltweit größte Absatzmarkt für Autos und für die deutschen Hersteller immens wichtig. Dort wurden in den ersten 16 Februartagen insgesamt nur 4.900 Pkws verkauft, die Verkäufe brachen um über 90 Prozent ein.

Ein weiteres Problem sind die globalen Lieferketten: Wenn 1 von 8.000 Teilen fehlt, aus denen ein Auto zusammengebaut wird, stoppen die Bänder. Das gilt auch zum Beispiel für Medikamente, für die viele Grundstoffe in China hergestellt werden. Viele Ökonomen erwarten deshalb, dass sich das ohnehin maue Wirtschaftswachstum in Deutschland und Europa weiter abschwächt. Besonders düster sind die Aussichten für Italien, in dessen Wirtschaftszentrum im Norden sich das Virus ausgebreitet hat.

Natürlich denken EU-Kommission und Bundesregierung längst über Hilfsprogramme nach. „Wir prüfen derzeit verschiedene Szenarien und Hilfen“, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen in Berlin. Je nachdem, wie stark das Virus sich verbreite, gebe es unterschiedliche Möglichkeiten zum Gegensteuern. Neben klassischen Stützungsmaßnahmen wie Steuersenkungen oder besseren Abschreibungsregeln prüft die Bundesregierung vor allem, wie sie einzelnen Unternehmen oder Branchen helfen kann, die besonders vom Virus betroffen sind.

Beispiel Tourismus: Der am Mittwoch eingesetzte Krisenstab der Bundesregierung arbeitet gerade an einer Einschätzung zur Tourismusmesse ITB, die ab Mittwoch mit Tausenden Besuchern aus aller Welt in Berlin beginnen soll.

Touristen mit Atemschutzmasken auf einer Brücke in Venedig.

Kann man noch nach Italien reisen? Touristen in Venedig Foto: Photoshot/picture alliance

10. Wohin kann man noch in Urlaub fahren?

Es versteht sich von selbst, dass die laut Robert-Koch-Institut zu Risikogebieten erklärten Regionen nicht bereist werden sollten: in China die gesamte Provinz Hubei sowie die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou. Im Iran die Provinz Ghom. In Italien die Provinz Lodi in der Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien. In Südkorea die Provinz ­Gyeongsangbuk-do.

Neue No-go-Areas können schnell hinzukommen. Dann kann es passieren, dass ein Gebiet plötzlich nicht mehr verlassen werden kann, weil es keine Verkehrsverbindungen mehr gibt oder es schlicht abgesperrt wurde. Oder aber, dass eine zweiwöchige Quarantäne eingeplant werden muss.

Sehr sicher dürften dünn besiedelte Gebiete sein und relativ sicher solche mit einem gut ausgestatteten Gesundheitssystem. Gesundheitsempfehlungen bei Auslandsreisen gibt das Auswärtige Amt (AA) auf seinen Länderseiten im Internet.

(Felix Lee, Sven Hansen, Georg Sturm, Tobias Schulze, Kai Schöneberg)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

wir pausieren vorübergehend die Kommentarfunktion: Wir freuen uns darauf, bald wieder von Euch zu hören.

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Bis dahin wünschen wir Euch eine gute Zeit!
Eure taz