Wolfgang Niedecken über Coronaleugner: „Merken die eigentlich gar nichts?“

Der BAP-Sänger Wolfgang Niedecken hält „Querdenker“ für Scheinriesen – bei FFF läuft er aber gerne mit. Im neuen Album seiner Band geht es auch um Populismus.

BAP-Sänger Wolfgang Niedecken

„Ich schreibe die Stücke aus der Perspektive eines fast 70-Jährigen“: Wolfgang Niedecken Foto: Wolfgang Borrs

taz am wochenende: Herr Niedecken, Ende August stand eine Querfront aus Coronaleugnern, Reichsbürgern und Nazis auf den Stufen des Reichstags. Sie warnen in Ihrem Song „Ruhe vor ’m Sturm“ vor diesen Entwicklungen und raten zur Wachsamkeit. Wie sollte die Zivilgesellschaft in Coronazeiten also reagieren?

Wolfgang Niedecken: Vor allem sollte sie nicht resignieren! Aber überbewerten sollte man diese Demos auch nicht. Diese selbst ernannten „Querdenker“ sind Scheinriesen. Die Friedensbewegung Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger, das war eine Bewegung. Heute kommen Leute zusammen, die sich aus sehr unterschiedlichen Gründen nicht verstanden und gehört fühlen. Die können einem ja teilweise leidtun. Wenn jemand mit einer Regenbogenflagge fünf Meter entfernt von einer geschwenkten Reichskriegsflagge durch Berlin marschiert, fragt man sich: Merken die eigentlich gar nichts?

Es ist ein großes Sammelbecken, das sich da formiert. Die letzte Demonstration in Berlin mit ihren Bildern dürfte ihnen Auftrieb geben.

Die werden aus der ganzen Republik zusammengekarrt, damit es imposant aussieht. Aber ich will damit natürlich nicht sagen, die Coronaleugner seien ungefährlich. Sie gefährden unser aller Gesundheit.

Sie haben auf der BAP-Facebookseite an die Adresse der Coronaleugner geschrieben: „Ich lasse es nicht zu, dass ihr mit eurer Propaganda unsere Seite zumüllt.“

Ja, unsere Facebookseite war Anfang August plötzlich voll mit Fremdposts. Einer dieser „Querdenker“-Chefideologen, dessen Namen ich erfolgreich verdrängt habe, hat seine Videos ohne Ende auf unserer Seite posten lassen. Wir haben die zunächst gelöscht, dann ging es anscheinend automatisiert per Bot weiter. Wir wussten nicht mehr so richtig, was wir machen sollen. Die Facebook-Gruppe #ichbinhier hat uns dann Gott sei Dank geholfen. Das ist eine Initiative, die Leute unterstützt, wenn sie einem Shitstorm ausgesetzt sind. Die machen tolle Arbeit!

Wie sehr betrifft die Pandemie Ihr Leben persönlich?

Vor allem betrifft es uns als Band. Wir können nicht auf Tour gehen, wir können nicht vorausplanen. Wir haben auch überlegt, ob wir jetzt überhaupt dieses Album veröffentlichen sollen – aber „Alles fließt“ musste jetzt einfach raus. Wir werden wohl erst aus diesem ganzen Dilemma rauskommen, wenn Medikamente oder ein Impfstoff gefunden werden. Das wird wahrscheinlich noch dauern.

„Ruhe vor ’m Sturm“ scheint das zentrale Stück des Albums zu sein. Darin klingt bei Ihnen an, als könnte das Zeitalter des Populismus noch Schlimmeres hervorbringen: „Dä Himmel stockfinster, naachschwazze Samt/ Et weed immer schwöler/ Ne Bletz zuck un dann/ Dä Donnerschlag, als wööd jet jesprengk“, singen Sie.

Das ist der erste Text, den ich für das Album geschrieben habe. Darin habe ich so ziemlich alles verarbeitet, was passiert ist, seit Trump sein Amt angetreten hat. Nachdem Trump gewählt wurde, sagte meine Tochter passend: „Ich habe gehofft, es wäre nur ein Sozialexperiment, das irgendwann aufgelöst wird.“ Es war aber leider kein Sozialexperiment.

Man könnte sagen: Trump-WählerInnen wollen eine Figur als Präsidenten, in der sie sich selbst wiedererkennen können, mit all ihren Makeln, der Schlichtheit, den Vorurteilen. Sie waren selbst kürzlich in den USA unterwegs...

... ich war zuletzt 2017 dort, als wir für Arteden 5-Teiler „.. auf Bob Dylans Spuren“ gedreht haben. Da habe ich sehr viel gelernt. Es gibt nämlich auch viele Trump-Wähler, auf die das nicht zutrifft. Ich war beispielsweise in Minnesota, wo Dylan geboren ist. Dort, wo die Menschen in der Schwerindustrie gearbeitet haben. Das war sicheres Demokratenland. Bis alles den Bach runtergegangen ist. 2016 haben viele Leute dort Trump gewählt, auch wenn der Bundesstaat knapp an Clinton ging. Ich würde sagen: Die Leute, die Trump dort gewählt haben, sind sehr einfache Leute, die sich die Niedertracht, mit der jemand wie Trump agiert, gar nicht vorstellen können. Die haben sich verarschen lassen.

Was, wenn Trump wiedergewählt wird?

Dann wird das, was er in seinen ersten vier Jahren angerichtet hat, einem wie ein lauer Furz vorkommen. Ich traue diesem Autokraten wirklich alles zu.

Klingt „Ruhe vor ’m Sturm“ deshalb ähnlich düster wie der frühe BAP-Signature-Song „Kristallnaach“?

Die fünfte Zeile von „Kristallnaach“ lautet: „Ruhe vor’m Sturm“, die habe ich bewusst wieder aufgegriffen. „Kristallnaach“ war eher ein surrealistischer Text. Da kamen Bilder von Brueghel und Bosch vor, da tickte die „Franz-Kafka-Uhr“ und „ne Blinde liest nem Taube Strubbelpeter vüür“. Die Leute haben den Song zum Glück trotzdem verstanden. „Ruhe vor’m Sturm“ ist ganz konkret. Die Ruhe vor dem Sturm haben wir jetzt, und wir haben leider nicht mehr furchtbar viele Möglichkeiten gegenzusteuern. Der Song spielt auch auf den Klimawandel an. Während des Lockdowns haben wir gesehen, wie der Planet mit weniger CO2-Ausstoß wieder atmen kann – und wenn wir nach dieser Coronageschichte nicht langsam mal kapieren, dass wir grüner denken müssen, dann werden wir es nie verstehen. Als ich von meinem Hotel aus hierher gegangen bin, habe ich einen Slogan gesehen, den jemand aufs Trottoir gesprüht hat: „Der Klimawandel ist tödlicher als Corona“. Ja, stimmt. So sieht’s aus.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo. Und rund um die Uhr bei Facebook und Twitter.

Fridays for Future hat es in Zeiten von Corona auch schwerer durchzudringen – haben Sie oder hat BAP einen direkten Bezug zu den Klima-Aktivist:innen?

Wir sind mit der ganzen Familie auf der Kölner Demonstration mitgegangen. Ich habe eine große Sympathie für diese Bewegung. Es war in politischer Hinsicht eine der wenigen Freuden der jüngeren Zeit, dass so etwas entstanden ist. Ich glaube nicht, dass diese Bewegung so schnell versandet. Aber ich denke, dass wir uns als Band nicht ungefragt aufdrängen sollten.

Zuletzt gab es die Diskussion, ob FFF nicht an Kraft verlöre, wenn sich einzelne Mitglieder schon jetzt Parteien wie den Grünen anschließen.

Ich halte das bei Fridays for Future für nicht unangebracht, wenn sie sich bei den Grünen organisieren. Ich selbst sollte als Künstler keiner Partei angehören, das ist etwas anderes. Eine Partei erfordert irgendwann Parteiräson, das wäre für Künstler tödlich.

Wenn Sie heute ein Album aufnehmen, was ist dann anders für Sie als zur Frühphase von BAP?

Vor allem springen wir nicht mehr über Tische und Bänke, wir haben mittlerweile eine andere Rolle. Ich schreibe die Stücke aus der Perspektive eines fast 70-Jährigen. Bei den berühmten Kollegen finde ich die Künstler besonders inspirierend, die großartige Alterswerke abgeliefert haben wie Bob Dylan, Leonard Cohen oder Johnny Cash. Mit Johnny Cash konnte ich lange nichts anfangen. In den Neunzigern kam unser damaliger Tourleiter Jäki Eldorado, der auch viel für die Hosen gearbeitet hat, als Erstes mit dem an. Für mich war Johnny Cash erst nach den American Recordings ein ganz Großer. Das ist ein sehr würdiges Alterswerk, von dem epochalen Rick Rubin produziert, mit einer Band, die sich zurücknahm und auf Songdienlichkeit geachtet hat.

Sie sehen „Alles fließt“ als Ihr Alterswerk?

69, seit 1976 Sänger und Gitarrist der Kölner Gruppe BAP. Mit „Alles fließt“ (Universal) erscheint jetzt das 18. Studioalbum von BAP – unter dem Namen „Niedeckens BAP“. 12 BAP-Alben, darunter auch Live-Alben, standen an der Spitze der deutschen Charts. Niedecken war 1992 Mitbegründer der antirassistischen Initiative „Arsch huh, Zäng ussenander“.

Ein nostalgisches Album wollte ich auf keinen Fall machen. In dem Stück „Volle Kraft voraus“ formuliere ich das: „Hätt nix met Nostalgie zo dunn / eher met Therapie / Ne kleine Kurs enn Demut / Dankbarkeit un ‚C’est la Vie‘“. Ich bin dankbar dafür, was ich mit dem bisschen Rockerei alles erleben durfte. Das hätte ich mir nicht träumen lassen, als wir 1980 zum ersten Mal in Berlin gespielt ­haben – das war im Quasimodo unter dem Delphi-Kino am Bahnhof Zoo. Da dachte ich: ein oder zwei Jahre, und ich stehe wieder an der Staffelei. Ich hatte mein ­Leben nicht als Musiker geplant.

Wie sehen Sie heute die Rezeption von BAP? Im Popdiskurs hat BAP ja nie eine große Rolle gespielt.

Nein, dafür waren wir anscheinend nicht cool genug. BAP war auch nie eine Musician’s Band, BAP war eher die Band der Leute. Bei uns gab’s auch nie eine Image-Polizei.

Texte von – zum Beispiel – Hamburger-Schule-Bands werden an Unis verhandelt, BAP-Texte eher nicht. Stört Sie das?

Nein. Dafür habe ich in einem russischen Schulbuch den Text von „Kristallnaach“ entdeckt, und eine Übersetzung ins Hebräische gibt es auch. Aber man muss halt immer einen Umweg machen bei BAP, kölsche Texte muss man erst mal ins Hochdeutsche übersetzen. Das schreckt schon viele ab. Deshalb fange ich jetzt aber nicht an, Hochdeutsch zu singen.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. In den vergangenen Monaten beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Ab wann Spiele wieder vor Publikum stattfinden, ist noch nicht klar.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Jeden Monat die beste Playlist der Welt! Ausgewählt von der taz-Musikredaktion

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben