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Steuerpläne von Lars Klingbeil Etikettenschwindel mit Ansage

Anna Lehmann

Kommentar von

Anna Lehmann

Die Steuerentlastungen fallen sehr bescheiden aus. Und die, die es wirklich nötig hätten, zahlen ohnehin gar keine Steuern.

V ersprochen ist versprochen. Man werde Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen entlasten, proklamierte die SPD vor der Bundestagswahl. Und jetzt macht Finanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil ernst und legt einen Gesetzentwurf vor, demzufolge etwa eine Familie – sie Elektrikerin, er Erzieher – mit zwei Kindern am Jahresende rund 640 Euro zusätzlich zur Verfügung hat. Hurra? Na ja.

Wirksam werden die Steuererleichterungen erst in zwei Jahren, und ein Gutteil davon wird durch steigende Sozialbeiträge und die Inflation wieder aufgefressen werden. Letztere auszugleichen und die Grenzen für das steuerfreie Einkommen anzupassen, dazu ist der Finanzminister grundgesetzlich sogar verpflichtet. Was Klingbeil hier vorlegt, ist ein Etikettenschwindel, aber der kommt mit Ansage. Denn obwohl bei den Einzelnen am Ende gar nicht so viel ankommt, kosten Steuersenkungen viel Geld. Deshalb haben sich Union und SPD in den Koalitionsverhandlungen vorsorglich auf eine Obergrenze von 10 Milliarden Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren geeinigt.

Klingbeil hält sich exakt an diese Vorgabe und verteilt innerhalb der Einkommensteuer etwas um. Dass der SPD-Chef es geschafft hat, die Reichensteuer für Topverdienende zum Missfallen der Christdemokraten etwas anzuheben, ist löblich, aber kein Grund, ihm den Robin-Hood-Orden zu verleihen. Schließlich betrug der Spitzensteuersatz unter CDU-Kanzler Helmut Kohl anfänglich sogar 56 Prozent.

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Die CDU bleibt Antworten schuldig

Hinzu kommt, dass diejenigen, bei denen das Geld wirklich knapp ist, gar nichts von Klingbeils Steuerreform haben: Etwa ein Viertel der Ar­beit­neh­me­r:in­nen zahlt keine Steuern. Ihre Einkommen liegen unter der Freibetragsgrenze; das heißt, sie verdienen gerade mal das Existenzminimum. Die CDU, allen voran Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, ist vor allem empört, weil Klingbeil gutverdienende Menschen nicht stärker entlastet. „Heul nicht, Katherina“, mag man ihr zurufen. Denn erstens gibt die CDU keine Antworten, wie sie das finanzieren will, und zweitens widersetzt sie sich allen Vorschlägen, die Menschen ganz praktisch Luft verschaffen könnten, etwa einer Entlastung bei den Energiepreisen.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob der Staat momentan überhaupt Steuergeschenke machen sollte, braucht er doch Geld, um Deutschland gegen die Bedrohungen von außen zu wappnen, die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen und die Weichen für eine fossilfreie Wirtschaft zu stellen. Auch das hat die SPD versprochen, und davon hätten alle Bür­ge­r:in­nen etwas.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Anna Lehmann

Anna Lehmann Leiterin Parlamentsbüro

Schwerpunkte SPD und Kanzleramt sowie Innenpolitik und Bildung. Leitete bis Februar 2022 gemeinschaftlich das Inlandsressort der taz und kümmerte sich um die Linkspartei. "Zur Elite bitte hier entlang: Kaderschmieden und Eliteschulen von heute" erschien 2016.
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35 Kommentare

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  • Kabelbrand Höllenfeuer

    Diese minimalen Steuersenkungen kann man sich eigentlich sparen, die nächste Mieterhöhung und die steigenden Lebensmittelpreise fressen die sowieso wieder auf.

  • Privatkundig

    Ich verstehe die SPD bei diesen CDU/CSU Steuerspielchen nicht mehr. Wohngeld wird gekürzt, anstatt Wohnungen zu bauen; Kindergeld soll bereits in frühem Jugendalter nicht mehr gezahlt werden; Unterhaltsvorschuss soll nur noch bis zum jungen Jugendalter vom Jugendamt vorfinanziert werden; Inklusion soll gekürzt werden etc.; Alles Kürzungen, die gerade ärmere Familien und ärmere Kinder betrifft und Familien in schwierigen Lebenslagen, wie Alleinerziehende und Verwitwete Eltern und mit ihnen die Kinder aus diesen Lebenslagen. Wenn ich hinzurechne, welchen Versorgungsabbau bei der gynäkologischen Versorgung von Frauen und Schwangeren hinzu kommt, dann sind doch die paar Kröten mehr schnell mit höheren Ausgaben in anderen Bereichen aufgefressen.



    Da wundert sich der Kanzler, dass Frauen immer weniger den Mut haben bzw. die Lebenslage es erlaubt Kinder zu bekommen?



    Und auf der anderen Einkommensseite wird das Ehegattensplitting ganz unabhängig davon, ob Kinder vorhanden sind -wovon besonders Männer profitieren und je einkommensstärker um so mehr- wie eine heilige Kuh verteidigt. Immobiliengewinne werden weiter nicht versteuert etc.. Was ist das für eine Politik?

  • nihilist

    Besser als nix, und besser als großzügige Entlastungen am oberen Ende ohne Gegenfinanzierung, wie sie sich die Union herbeifantasiert hat.

  • Bolzkopf

    Leider gerhört Etikettenschwindel zu den etablierten Werkzeugen aktueller Politik.

    Mit dem Ergebnis, dass Bürger und Bürgerinnen gar nicht mehr wissen was sie glauben sollen und was nicht.

    Und in der Folge den Rattenfängern und Lautenschlägern auf dem Leim gehen werden.

  • Günter Witte

    Eine Steuerreform, vor allem für kleine und mittler Einkommen, haben wir gar nicht gebraucht, was es braucht ist eine grundlegende Reform bei den Abgaben ! Der Staat muss endlich seiner Pflicht nachkommen und die Kosten für alle Unversicherten übernehmen und nicht, weil es einfacher ist, alles auf die Arbeitnehmer abwälzen. Es sind die immer höheren Beiträge für Krankenkassen, Pflege und Rente die dafür sorgen das jedem Arbeiter immer weniger bleibt. Das Geld dafür ist heute schon da, bei 80 Milliarden Euro Subventionen im Jahr die Deutschland ausgibt sind sicherlich die benötigten Summen vorhanden.

  • Dr. McSchreck

    Vielleicht sollte man auch einrechnen, dass wer das Existenzminiumum verdient und daher keine Steuern zahlt, trotzdem das Recht hat, alle steuerfinanzierten Leistungen in Anspruch zu nehmen. Wie auch eine Familie mit einem Geringverdiener komplett krankenversichert ist.

    Mich stört, dass immer nur auf die eine Seite der Rechnung geschaut wird und nie darauf, was man für sein Geld bekommt - und das ist bei Geringverdienern sehr viel für sehr wenig.

  • Jalella

    Hätten die Menschen in der Schule statt so wichtiger Erkenntnisse, dass "manche" ein Pronomen ist, gelernt, wie das Steuersystem funktioniert, käme es gar nicht zu solchen Augenwischereien.

    Wer glaubt bitte schön, dass in der Regierung irgendjemand die unteren Einkommen entlasten wollte? Dann hätte man ja simpel die Mehrwertsteuer gesenkt, oder vor allem die auf Lebensmittel gestrichen.

    Die Mittelschicht bekommt moderat ein paar Euro mehr heraus. Aber schon nicht so viel wie die "Mittelschicht", die 250.001 im Jahr verdient. Denn die zahlen einen erhöhten Steuersatz "ab 250.000" ja nur für den einen Euro drüber und nehmen Senkungen darunter voll mit.

    Bildungsmisere ist ein großes Problem. Das weiß ich genau, denn in meiner Schulzeit habe ich auch sehr viele extrem wichtige Sachen nicht gelernt. Volkswirtschaft, Steuersystem, Medienkompetenz in einem Mediensystem, in dem Nachrichten vor allem Profit erwirtschaften sollen etc.

    • Grenzgänger

      @Jalella:

      Hinweis: von einer MWSt-Senkung profitieren nicht nur die unteren Einkommensgruppen!

      • Elise Kauert

        @Grenzgänger:

        Das stimmt tatsächlich nur so halb. Eine pauschale MWSt-Senkung würde faktisch wie eine Ausgleichsmaßnahme wirken. Dazu kann man sich als Gedankenbeispiel folgendes überlegen: Würde der Staat (mit eigener Währung) allen Menschen eine Milliarde Euro geben, dann wäre das Verhältnis von Arm und Reich wesentlich besser als es jetzt ist. Wer jetzt 10 Millionen Euro hat hätte im Beispiel auch nur 1.010.000.000 Euro und damit kaum nennenswert mehr als derjenige der 1.000.000.000 Euro hat.

  • DiMa

    "Etwa ein Viertel der Ar­beit­neh­me­r:in­nen zahlt keine Steuern."

    Diese Aussage ist schlichtweg falsch. Grundfreibetrag (rund 12.500 EUR) plus Arbeitnehrmerpauschbetrag (1.250 EUR) plus Sozialabgaben bedeutet bei einer ledigen Person, dass eine Einkommensteuer ab etwa 15.000 EUR brutto p.a. gezahlt wird. Selbst wenn man jetzt Kinderfreibeträge und Ehegattensplitting mit berücksichtigt, ist die Angabe, dass ein Viertel der Arbeitnehmer keine Einkommensteuern bezahlt vollkommen unrealistisch.

    • Bolzkopf

      @DiMa:

      Sie zünden die Kerze am falschen Ende an.



      Nicht die untersten Einkommensschichten zahlen keine Steuern sondern die obersten.

    • Barnie

      @DiMa:

      Na dann bitte erzählen sie uns welche Zahlen realistisch sind.

      • DiMa

        @Barnie:

        Wenn eine Angabe offensichtlich unplausibel ist, dann ist es nicht meine Aufgabe, die richtige Zahl zu ermitteln.

        Das DIW benennt in einem Mitteilung in etwa die im Artikel genannte Quote, darin sind jedoch die Rentner mit enthalten. Rentner sind gerade keine Arbeitnehmer.

        Die Tatsache, dass mehr als 1/4tel der Arbeitnehmer mehr als 15.000 bis 18.000 Eur verdienen dürfte, sollte einleuchten.

  • Hans Dampf

    Wen soll man den wählen, wer kann es denn überhaupt noch?



    Diese Regierung versteht man nicht mehr. Das Volk fühlt sich weder von CDU/CSU, noch von der SPD vertreten. Die einen sind nur noch frustriert, die anderen wütend. Und genau dieses Wütenden sammelt gerade die AfD mit großem Erfolg ein, wie wir am Wochenende leider erleben werden. Deren Erfolg liegt leider auch viel am Versagen der letzten und dieser Regierung.

  • Jens Köster

    Letzten Endes geht es um das Einkommen der Haushalte. Ich bezweifle sehr, dass ein großer Teil des beschäftigten Viertels, der keine Steuern zahlt, ausschließlich von diesem Geld lebt. Vermutlich sind hier viele Studenten dabei, die neben Bafög oder elterlichem Support etwas dazu verdienen, oder Menschen in Partnerschaften, in denen das Haupteinkommen vom Partner verdient wird. Vielleicht auch Aufstocker, die eh Hilfen beziehen. Eine Aussage, wie im Artikel verlangt nach einer Erläuterung der Zahlen, sonst kann man damit nicht viel anfangen.



    Grundsätzlich ist es aber bitter, dass über die kalte Inflation und höhere Sozialabgaben de facto die Schrumpfung des Nettos weitergeht. Und auch wenn in der taz das keiner hören will: auch das Viertel, das Steuern zahlt, leidet darunter.

    • Gerhard Krause

      @Jens Köster:

      Den Kommentaren ist Unglauben darüber zu entnehmen, dass etwa ein Viertel der Arbeitnehmer: innen keine - gemeint dürfte Lohnsteuer als Vorauszahlung zur Einkommenssteuer bzw letztlich Einkommenssteuer sein - Steuern zahlen würden. Die Kritik, dass genauere Zahlen undoder die evidenzbasierte Herleitung der Aussage fehlen, ist sicherlich berechtigt. Allerdings werden bei der etwas kurzsichtigen Kritik zwei Dinge "vergessen": das besagte Viertel unterstellt, handelt es sich für Betroffene nicht immer um einen ungewollten Schicksalsschlag, sie arbeiten absichtlich nur in diesem Umfang; im Übrigen handelt es sich um eine politische Aussage. Der politische Inhalt der Aussage zielt auf darauf, wer, d.h. wieviele Menschen, in welchem Umfang profitieren und lässt weiterdenken, ob und wer stärker für die Gesellschaft steuerlich eintreten könnte.

  • Philippo1000

    Der Finanzminister ist zuerst einmal für sein Ressort zuständig.



    Die Einsparungen von rund 600 Euro sind real .



    Wie sich hingegen die Inflation und die Löhne in 2027/2028 entwickeln ist derzeit noch ein Blick in die Glaskugel.



    Es ist kein Geheimnis, dass Klingbeil mehr Belastungen für Reiche wollte, das ist mit Merz, aus naheliegenden Gründen, aber nicht zu machen.



    10 Mrd. Steuererleichterungen sind kein Pappenstiel.



    Dass es in Deutschland Menschen gibt, die aufgrund ihres geringen Einkommens keine Lohn- bzw. Einkommenssteuer zahlen müssen ist gut. Auch gut ist, dass diese Gruppe, durch Anhebung des Grundfreibetrags größer wird.



    Eine Maßnahme, die bei der Diskussion gerne unter den Tisch fällt.



    Ich bin außerdem gespannt, wie die Erleichterungen bei der Steuererklärung aussehen werden. Das gehört nämlich nicht zu meinen Hobbys...

    • EchteDemokratieWäreSoSchön

      @Philippo1000:

      Sie meinen "das ist mit Merz, aus naheliegenden Gründen, aber nicht zu machen."

      Natürlich ist das mit Merz zu machen. Genauso wie eine Lockerung der Schuldenbremse mit Merz zu machen war.

      Wenn sich die SPD (oder auch nur 30 SPD-Abgeordnete) auf den Standpunkt stellen, dass sie keinen Haushalt verabschieden, in dem nicht die 5000 Milliardäre und Superreichen (>100 Mio. $ Finanzvermögen) um mindestens 50 Mrd. € höher besteuert werden als im Augenblick (das sind lediglich 1,5% von deren Vermögen), was glauben Sie, was Merz dann machen wird?



      Neuwahlen ausrufen? Danach wird die CDU bestenfalls Juniorpartner der AfD sein. Oder mit SPD, Grünen und Linken eine Koalition bilden müssen - wie jetzt in Sachsenanhalt.



      Oder im Bundestag mit der AfD zusammenarbeiten? Das würde die Fraktion zerreissen, ebenfalls dazu führen, dass die CDU/CSU nur noch Juniorpartnter ist und Merz wäre nicht mehr Kanzler.

      Also, was wird Merz machen? Er wird genauso in den bitteren Apfel beißen , wie er das bei der Schuldenbremse getan hat.

      Zumal selbst ein großer Teil der CDU/CSU-Wähler dafür sind, Milliardäre und Superreiche (>100 Mio. $ Finanzvermögen) stärker zu belasten.

      • Günter Witte

        @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Deutschland hat nicht das Problem wo das Geld herkommt, Deutschland hat nur das Problem das es völlig ineffizient ist. In allen Bereichen, Gesundheit, Sozial, Infrastruktur, Militär, Verwaltung geben wir (viel) mehr Geld (pro Einwohner) aus als andere Länder, haben aber unter dem Strich (viel) weniger. Es sind die Kosten, die unser "Staat" kostet, die alles zum scheitern bringen.

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Es gibt nur eine Lösung, um aus dieser Sackgasse herauszukommen. Die 5000 Milliardäre und Superreichen (>100 Mio. $ Finanzvermögen) müssen etwas höher besteuert werden: Um 1,5-3,5% ihres Vermögens. Da das Vermögen allein dieser 5000 Personen 3400 Mrd. $ beträgt, ergäbe das 50-100 Mrd. € pro Jahr. Damit ließen sich alle Probleme, die der Staat hat, einen vernünftigen Haushalt aufzustellen, lösen.



    Und die 5000 würde das noch nicht einmal ärmer machen! Sondern nur etwas langsamer reicher. Denn deren Vermögen wächst mit 5-20% pro Jahr. Alleine seit 2024 um 400 Mrd. $. Wenn man davon also 50-100 Mrd. € als Steuern einzieht, würden die weder arm, noch würde die Wirtschaft zusammenbrechen. Wenn man das nicht macht, wird es aber nicht mehr lange dauern, bis dieser Staat und diese Gesellschaft zusammenbricht. Am nächsten Sonntag könnte in Sachsen-Anhalt dieser Zusammenbruch beginnen.

    • Herbarius Zunichten

      @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Man könnte natürlich auch weniger Geld ausgeben .....

  • Frauke Z

    "Etwa ein Viertel der Ar­beit­neh­me­r:in­nen zahlt keine Steuern."



    Woraus geht das hervor?



    Der Anteil scheint mir doch sehr hoch zu sein.



    Die meisten Erwachsenen in Deutschland, die keine Einkommensteuer zahlen, sind Rentner oder noch viel eher Rentnerinnen.

    • Jalella

      @Frauke Z:

      Man zahlt - ohne auf spezielle Pauschbeträge einzugehen - in Deutschland erst ab ca. 20.000€ Jahresbruttolohn Einkommensteuer. Das ist ein Hungerlohn, von dem niemand leben kann. Z.B. niemand, der für unseren nicht armutsfesten Mindestlohn arbeitet. Diese Menschen zahlen zum Glück (noch!) keine Steuern. Alleinerziehende können oft nur Teilzeit arbeiten und liegen dann auch gerne in diesem Bereich.

      Und da wir einen sehr großen Anteil an armen Menschen haben, die von ihrer Arbeit nicht leben können, zahlen die keine Steuern, haben nichts von der angeblichen Steuerentlastung, müssen aber weiter mit den ständig steigenden Mieten und Lebensmittelpreisen fertigwerden. Was denen wohl ein Mietendeckel und eine Senkung der Mehrwertsteuer das Leben erleichtern würde!

      Aber die Regierung wollte ja die Armen nicht entlasten, denn Merz und Kumpane wissen das alles auch.

      Gezeichnet: Club Deutscher Unternehmer (CDU)

    • Astrid Sehnefeld

      @Frauke Z:

      Nein das kommt schon hin. Ich bin in der Finanzverwaltung tätig.



      Rund 28 % der Beschäftigten und etwa 30 % aller Erwachsenen leisten keinen Beitrag zur Einkommensteuer.



      Die größte Gruppe darunter bilden Rentner, gefolgt von Geringverdienern, Minijobbern, Auszubildenden, Studierenden und Arbeitslosen.

      • DiMa

        @Astrid Sehnefeld:

        Rentner sind keine Arbeitnehmer (Ausnahme Pensionäre), Studierende und Arbeitslose auch nicht, über die geringfügig Beschäftigten/Minijobber kann überhaupt keine Aussage getroffen werden, weil das nichts über ein etwaiges Haupteinkommen aussagt.

      • Frauke Z

        @Astrid Sehnefeld:

        @alle: Hier geht einiges durcheinander.



        Zwischen 20 % und 28 % ist ein großer Unterschied.



        Renten sind immer noch zu einem hohen Satz steuerfrei, d.h. Rentner, die keine Einkommensteuer zahlen, leben nicht unbedingt unter dem Freibetrag, sondern profitieren von der Übergangsregelung aus den ursprünglich zu 100 % steuerfreien Renten - oder haben sogar noch eine solche komplett steuerfreie Rente (egal wie hoch).



        Und da es viele Rentner in D gibt, viele davon mit höheren steuerfreien Anteil von vor ca. 10 Jahren als aus den letzten Jahren, muss der Anteil der Arbeitnehmer ohne Einkommensteuer deutlich unter den 30 % der Erwachsenen ohne Einkommensteuer liegen.

    • T-Rom

      @Frauke Z:

      Das stimmt schun ungefähr. Studien nennen einen Anteil von mindestens 20% der Arbeitnehmer / innen, die keine Einkommenssteuer zahlen müssen.



      Bis weit in den mittleren Einkommensbereich hinein domonieren die Sozialabgaben die Steuer- und Abgabenlast.

      • Frauke Z

        @T-Rom:

        Solche Studien würden mich konkret als Zitat interessieren.



        Habe noch einmal nachgeprüft:



        Ca. 20 Mio. Erwachsene (von 70 Mio. in D) zahlen keine Einkommensteuer.



        Davon sind bereits über 3 Mio. Arbeitslose, also keine Erwerbstätigen.



        Weiterhin gibt es über 21 Mio. Rentner (ebenfalls nicht erwerbstätig), deren Rente zu unterschiedlichen, jedoch durch die Bank hohen Anteilen steuerfrei ist.



        Wie viele davon vollständig steuerfrei sind, ist ein bisschen komplizierter. Aus den vorhandenen Zahlen lande ich jedoch unter 10 % der Erwerbstätigen, deren Einkommensteuerlast 0 ist.

    • Hans Dampf

      @Frauke Z:

      Fazit: Als Rentner ist man "ärmer"



      "In Deutschland zahlen etwa 72 Prozent der Beschäftigten Lohn- oder Einkommensteuer, während rund 28 Prozent wegen eines zu geringen Verdienstes gar keine Einkommensteuer entrichten" Quelle:Verdi



      Dass es bei Rentnern rund 42% sind, die keine Steuern zahlen, liegt an den oft sehr geringen Renten. Quelle: stat. Bundesamt

    • Worgt Michael

      @Frauke Z:

      Es gibt genug Teilzeit -und prikär - Beschäftigte oder einfach AN mit geringen Lohn, dann stimmt die Angsbe .

  • Tiene Wiecherts

    Also auch die taz stimmt in den Chor ein, zugunsten der Rüstung den arbeitenden Menschen in die Taschen zu greifen.



    Besser wäre es wohl, nach einer Alternative zur Hochrüstung zu suchen oder wenigstens zu benennen, dass die europäischen Nato-Staaten schon heute vier Mal soviel für Rüstung ausgeben wie Russland.



    Konventionell ist Europa Russland haushoch überlegen, aber das Schüren von Ängsten ist halt eine schöne und effektive Möglichkeit, aus den Taschen der Arbeitnehmer in die fetten Geldbeutel der Rüstungs-Aktionäre umzuverteilen.

    • Machiavelli

      @Tiene Wiecherts:

      Angepasst an Kaufrkaft geben beide Seiten etwa gleich viel aus. Plus Russland hat Kampferfahrung was man mit einem Faktor 1.5-3x berücksichtigen muss. Außer in der Luft hat Russland bei jedem System mehr. Daher liegen sie falsch.

    • DerLurch

      @Tiene Wiecherts:

      Na auf die Antwort bin ich echt gespannt. Weil bisher der Verzicht auf Rüstung nicht dazu geführt hat, dass sich alle dann lieb haben.



      Was wäre denn die Alternative?

      Und dieses gegenseitige Hochrechnen bringt einfach nichts. Mit einer Million Dollar kaufen wir ein tolles teilautonomes und TÜV-Zertifiziettes System, was sogar dem Arbeitsschutz gerecht wird. Für den Preis setzt Russland 1000 Menschen aus entlegenen Teilrepubliken mit je einer Kalaschnikow aufs Schlachtfeld. Solange es einem egal ist, wie hoch der Blutzoll ist, bringt rechnen nichts.

  • Axel Schäfer

    Die es nötig haben werden, da ihre Ausgaben in der Regel in den notwendigsten Konsum gehen, mit 7-19% Mehrwert-/Umsatzsteuer belastet.

    Das mit den "Steuersenkungen" ging ja bislang meist mit Erhöhungen der Sozialabgaben oder anderen Nicklichkeiten einher, damit man im Regelfall einen Reallohnverlust hat.



    Aber keine Sorge, das Geld ist ja nicht weg. Deutsche Milliardäre empfehlen dieses System.

    • Jalella

      @Axel Schäfer:

      Was wohl politisch passieren würde, wenn an in der Schule Steuersystem und Volkswirtschaft gelehrt würde, frage ich mich. Aber dann denke ich: kein Wunder, dass man die Bevölkerung von diesem Wissen möglichst fernhält.