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SozialstaatsreformBürgerfreundlich heißt nicht automatisch gerechter

Anna Lehmann

Kommentar von

Anna Lehmann

Auf den ersten Blick kann man sich über die parteiübergreifende Einigkeit bei der Reform freuen. Doch der Druck auf den Sozialstaat wächst weiter.

Scheint zufrieden mit der Einigung: Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) Foto: Omer Messinger/getty images

J etzt bitte mal nicht meckern! Dass sich Vertreter:innen von Union und SPD sowie aus Bund, Ländern und Kommunen in einer Kommission in wenigen Monaten auf eine „Sozialstaatsreform“ einigen konnten und alle außer der AfD das Ergebnis gut finden, ist in diesen Zeiten der Polarisierung viel wert. Die Union spricht von einer guten Grundlage. Die SPD lobt: „Wir drehen das große Rad.“ Grüne und Linke finden die Richtung richtig, ebenso Wohlfahrtsverbände.

Und in der Tat: Wenn die vorgeschlagenen 26 Maßnahmen der Sozialstaatskommission umgesetzt werden, wird für viele Menschen vieles einfacher. Das Kindergeld etwa soll automatisch ab Geburt ausgezahlt werden. Bislang bekam das Baby lediglich die Steuernummer ungefragt zugeschickt. Wer zusätzlich zum – schmalen – Gehalt noch Leistungen wie Wohngeld oder Kinderzuschlag bezieht, soll nur noch eine Behörde anschreiben müssen, und zwar digital von zu Hause aus.

Perspektivisch soll es ein zentrales Sozialportal geben, einen One-Stop-Shop, das Kaufhaus für den Sozialstaat. Die Grünen planten in der letzten Legislatur mal Ähnliches mit der Kindergrundsicherung, nun vollendet womöglich die schwarz-rote Koalition, was der Ampel nicht gelang. Geht doch.

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Aber dass fast niemand meckert, liegt natürlich auch daran, dass es, anders als der Name „Sozialstaatsreform“ suggeriert, nicht um eine grundlegende Reform des Sozialstaats geht. Der Name ist ein kleiner Etikettenschwindel, denn im Kern handelt es sich um eine Verwaltungsreform. Sie ist wichtig und nötig, schließlich geben Bund, Länder und Kommunen jährlich mehr als 260 Milliarden Euro für Systeme der sozialen Teilhabe und Förderung aus. Bei so viel Geld darf man erwarten, dass es effizient verteilt wird und ankommt, was derzeit nicht der Fall ist. Stattdessen verzichten viele Menschen darauf, zu beantragen, was ihnen eigentlich zusteht, weil es zu kompliziert und zeitraubend ist.

Doch wenn der Staat bürger:innenfreundlicher wird, ist damit noch kein Kind besser vor Armut, niemand wirksamer vor Obdachlosigkeit geschützt.

Der Name Sozialstaatsreform ist ein Etikettenschwindel, denn im Kern handelt es sich um eine Verwaltungsreform

Die grundsätzlichen Fragen der Gerechtigkeit und Verteilung bleiben unberührt. Während der Druck auf Arbeitnehmer:innen derzeit steigt, können sich Unternehmen auf Entlastungen freuen. Im Kern geht es dabei um den systemimmanenten Konflikt zwischen Arbeit und Kapital.

Die Union ventiliert vor ihrem Bundesparteitag und im Landtagswahlkampf munter Vorschläge, um Beschäftigtenrechte zu schleifen, etwa die Abschaffung des Rechts auf „Lifestyle“-Teilzeit oder die Streichung von bezahlten Krankentagen. Die Ideen aus dem Mittelstandsflügel der Union haben für Kopfschütteln gesorgt und werden wohl in der Versenkung verschwinden, aber sie folgen der grundsätzlichen Stoßrichtung, wie sie auch Friedrich Merz als CDU-Vorsitzender vorgibt.

Der Kanzler findet, dass Beschäftigte zu wenig arbeiten und zu oft krankfeiern und möchte das Arbeitszeitgesetz am liebsten abschaffen. Und tatsächlich haben sich Union und SPD im Koalitionsvertrag bereits auf die Abschaffung des Achtstundentags geeinigt. Für Unternehmen, die natürlich finden, dass das bei Weitem nicht ausreicht, senkt die Koalition Steuern und Preise. Der Verband der „Familienunternehmer“, der auch für schwerreiche Unternehmerdynastien spricht und dafür laut Lobbyregister des Bundestags mehr als 9 Millionen Euro im Jahr ausgibt, fordert die Regierung zu weiteren „deutlichen“ Kostensenkungen auf.

Wo bleibt die SPD?

Und wer hält dagegen? Die SPD jedenfalls nicht. Als sie im vergangenen Jahr für den SPD-Parteivorsitz kandidierte, nannte Bärbel Bas das zutreffend „Klassenkampf von oben“. Als sie ein paar Monate später die Arbeitgeber angriff, erntete sie einen wahren Shitstorm und hält sich seitdem zurück.

Es war die Linkspartei, die vergangene Woche eine Aktuelle Stunde im Bundestag beantragte zum Thema „Aushöhlung von Beschäftigtenrechten verhindern“ und zudem Zahlen aus dem von Bas geleiteten Arbeits- und Sozialministerium anfragte. Demnach arbeitet inklusive Überstunden rund die Hälfte der Beschäftigten bereits heute mehr als 40 Stunden pro Woche. Das Bild von der „faulen“ Arbeitnehmer:in ist als Kulturkampf verbrämter Klassenkampf.

Wenn sich die Sozialdemokraten wirklich als Anwälte der „Fleißigen“ in diesem Land begriffen, wie es Co-Chef Lars Klingbeil immer wieder betont, dann würden sie dieser neoliberalen Erzählung erstens deutlich widersprechen und zweitens ihr Konzept für eine Reform der Erbschaftsteuer energischer bewerben. Beides tun sie nicht. Die Quittung dürften sie bei den Landtagswahlen bekommen. Aber dann bitte nicht meckern.

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Anna Lehmann
Leiterin Parlamentsbüro
Schwerpunkte SPD und Kanzleramt sowie Innenpolitik und Bildung. Leitete bis Februar 2022 gemeinschaftlich das Inlandsressort der taz und kümmerte sich um die Linkspartei. "Zur Elite bitte hier entlang: Kaderschmieden und Eliteschulen von heute" erschien 2016.
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60 Kommentare

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  • „Mottenkiste der Merz-Koalition“



    Begriffe wie „Demokratie“, „Basisdemokratie“, „Antisemitismus“, „Krankfeiern“, „Bürokratieabbau“, „Digitalisierung“ oder „Abschieben“ werden täglich durch die politische Arena gereicht. Die Liste ließe sich beliebig verlängern: Teilzeitarbeit, angeblicher Missbrauch von Krankheitstagen, eingeschränkte Zahnarztleistungen, Arbeitspflicht – bis hin zur faktischen Zwangsarbeit. Alles altbekannte Narrative, frisch entstaubt aus der Mottenkiste.



    Ende der Siebzigerjahre wurden mutmaßliche RAF-Mitglieder international per Interpol gesucht. Heute sitzen nachweislich rechtsextreme Akteure in Parlamenten, genießen Immunität und beziehen staatliche Bezüge. Das ist das Land, in dem wir leben.



    Guten Morgen, Deutschland.

  • Die Berufung der Sozialstaatskommission war ein Affront: Statt Reformen im Bundestag zu verhandeln besser noch eine Nationalversammlung aus allen relevanten Teilen der Gesellschaft einzuberufen, wurde ein Gremium eingesetzt, obwohl der Sozialstaat seit Agenda 2010/Hartz IV 2003 unter Demokratieabbau in Betrieben leidet. Die Spaltung zwischen gut abgesichertem Stammpersonal und prekär Beschäftigten wuchs, während Arbeitgeber nach Einführung des Euro statt eigener Innovationskraft zunehmend Sozialbudgets nutzten und Lohnsubventionen abgreifen – zulasten Arbeitnehmern, Renten und EU Binnenkaufkraft, entgegen EU , OECD und WTO Regeln. Parteien, Gewerkschaften und Arbeitsagenturen wirken dabei als verdeckte Komplizen, während sich Teile der Wirtschaft in Skandale wie den Dieselabgasbetrug flüchteten, aufgedeckt nicht in Deutschland, sondern von der US Umweltschutzbehörde. Eine echte Sozialstaatsreform müsste Arbeitnehmer, Rentner schrittweise in Stand vor Agenda 2010 zurückversetzen: Tarifbindung, betriebliche Mitbestimmung, auskömmliche Renten und ein europäischer Stabilisierungsmechanismus (ESM) nicht nur für Banken, Versicherungen sondern insbesondere für die EU Arbeitswelt.

  • Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas, SPD ist für mich momentan die beste Politikerin im gesamten Bundestag. Bodenständig, fachlich versiert und eine Frau mit Mut und Rückgrat. Sie macht wirkliche sozialdemokratische Politik und traut sich auch an wirkliche Reformen ran. Und sie legt sich auch sich auch mit Beamten an, die horrende Pensionen bezahlt aus Steuergeldern zum Nachtteil der arbeitenden Menschen mit mickrigen Renten beziehen.

  • »Die ganze Geschichte der öffentlichen Wohlfahrt ist eine der Disziplinierung des Proletariats. Die Wohlfahrt durfte - und darf - nur so weit bemessen sein, wie sie den Zwang der Lohnarbeit nachgehen zu müssen, nicht unterläuft. Mit Verweis auf den Pöbel, ließ sich die Wohlfahrt zuverlässig als Drohung einsetzen: Ihr Arbeitslosen ruht euch bloß nicht aus, sonst werden wir euch alle Mittel entziehen, und ihr sinkt hinab zum Pöbel. Die Wohlfahrt definiert sich seit jeher darüber, wem was zusteht - und wem nicht. Ohne Feindbild - das Prekariat, der Pöbel, das Lumpenproletariat - ist sie im Kapitalismus nicht zu haben.« (Felix Klopotek)



    Es geht darum, die Kosten der Wohlfahrt möglichst gering zu halten, damit das Proletariat nicht aufmuckt oder gar kommunistisch wird. Was übrigbleit wird nach oben umverteilt.

  • Der Artikel will die "grundsätzlichen Fragen der Gerechtigkeit und Verteilung" nicht aus den Augen verliert wissen und verpasst es selber die größte und wichtigste Verteilungsfrage überhaupt anzusprechen.

    Weltweit haben 90% der Weltbevölkerung immer noch wesentlich weniger als die oberen 10% zu denen ach die Deutschen gehören. Noch immer sterben Millionen an Hunger und Unterversorgung und haben sehr viel geringere Lebenserwartungen.

    Internationalismus scheint ein angestaubter Begriff zu sein und Sozialismus wird mehr und mehr nur national definiert. Da wirkt die gerade mit jedem Thema vermengte Teilzeitdebatte irgendwie dekadent.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Bei 'Sozialismus national definiert' bekomme wahrscheinlich längst nicht nur ich ein GANZ mieses Gefühl...!

  • Alles mit der System- und Verteilungsfrage zu verquirlen, ist ein Erfolgsrezept, damit gar nichts passiert. Hier wird es einfacher gemacht, Leistungen zu bekommen. Das hilft allen. In meinem Referendariat in einem Bezirksamt in Hamburg habe ich mehr als einen Menschen getroffen, der mit den Formularen nicht zu recht kam und deswegen finanziell noch mehr auf dem Zahnfleisch ging als notwendig.

    Ob die Leistungen anders aussehen sollten, kann man gerne auch debattieren. Aber erst mal das auszahlen, was schon vereinbart ist. Allein um zu sehen, wie viel es denn am



    Ende ist.

  • Der Kanzler begibt sich auf ganz dünnes Eis, wenn er den Bürgern Vorschriften bezüglich ihrer individuellen Lebens- & Arbeitsplanung machen will. Hier entscheidet JEDER freie Bürger noch über seine Prioritätensetzung selber. Ober hat Herr Bundeskanzler schon wieder Arbeitslager im Hinterkopf ?



    Herr Merz sollte aufpassen, wenn er nicht mitsamt seiner " christlichen " Mischpoke vom Hof gejagt werden möchte !

    • @Alex_der_Wunderer:

      "Ober hat Herr Bundeskanzler schon wieder Arbeitslager im Hinterkopf ?"

      Hatte er denn schon mal welche im Kopf?

      Oder ein anderer Bundeskanzler?

    • @Alex_der_Wunderer:

      Warum ist das jetzt kritisch zusehen wenn Merz sich in das Leben der Menschen einmischt und bei den Grünen nicht?

      • @Marcelo:

        Weil es der Allgemeinheit in Merzens Fall schadet und im Fall der Grünen nützt. Und ja, Habeck hat ursprünglich einen sozialen Ausgleich für grüne Politik gefordert, der dann nur von "Finanz"minister Lindner (FDP) blockiert wurde.

        • @Earth & Fire :

          Bei den Grünen hätte es der Allgemeinheit auch mehr geschadet und weniger genützt.

          • @Marcelo:

            Nochmal: die Grünen haben immer einen sozialen Ausgleich gefordert (Klimageld etc.) . Ob es taktisch klug war, Lindner nachzugeben, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

            • @Earth & Fire :

              Mir geht es nicht nur um den einen Punkt sondern um alle. Außerdem wenn das Klimagerät nicht klappt sollte man alles andere was damit zusammen hängt nicht trotzdem machen

      • @Marcelo:

        @Marcelo



        Ups, habe ich da jetzt etwas überhört ?



        Was möchten denn die neoliberalen Grünen aktuell von uns ?

        • @Alex_der_Wunderer:

          Die neoliberalen Grünen sind seit dem Ende der Ära Habeck weg. Eben ist Linkspartei kuscheln angesagt, teilweise bis zur eigenen Unkenntlichkeit. Einzig im Bereich Ukraine und Antisemitismus sind die Grünen noch standhaft.

          • @Georg Sonntag:

            @Georg Sonntag



            Macht Banaszak sich doch gerade mit seinem neoliberalen Ansinnen, die Lebensarbeitszeit zu verlängern - voll zum August.

  • Die Erbschaftssteuer (auch Vermögenssteuer) ist doch eine komplette Mogelpackung. Es ist eine reine Landessteuer. Und sie fällt vor allem in wirtschaftlich starken Bundesländern an. Bayern hat bereits 2023 gegen den Länderfinanzausgleich geklagt. 2030 läuft er aus und muss neu verhandelt werden. Die Menschen, insbesondere in AfD Hochburgen, werden von diesem Geld nichts sehen und nichts spüren. Warum sollte die SPD politisches Kapital dafür opfern?

  • Der Staat gehört 1x auf links gedreht.



    Es gibt zu viele Gesetze und Verordnungen die vieles verkomplizieren und verteuern.



    Das Beschaffungsamt der Bundeswehr ist ein Paradebeispiel. Ebenso die Bauverordnungen, der Staat hat es doch tatsächlich geschafft dass das Planen oft teurer ist, als das Bauen selbst.



    Genehmigungsverfahren sind so kompliziert, dass die Ämter oft selbst kaum noch durchblicken. Manche Akten zu Genehmigungen haben weit über 1000 Seiten. Ein Amtsleiter sagte mir mal, dass die Personen, die Entscheiden sollen oft die Komplexität die daraus entsteht gar nicht mehr überschauen können.

    Und ja! Arbeiten im Niedriglohnbereich muss auch wieder auskömmlich werden. Vielleicht nicht nur durch die Erhöhung des Mindestlohns, der dann Lohnerhöhungen aller Mitarbeiter nach sich zieht und damit die Preise weiter erhöht, sondern durch einfachere Hebel, wie Steuersenkungen, etwas höheres Kindergeld, eine Mindestrente für Langzeitarbeitende in diesem Bereich.

    Und dann, wenn diese Weichen gestellt sind, müssen natürlich auch die, die Arbeit verweigern auch zur Arbeit.



    Dafür die, die nicht arbeiten können auch besser versorgt werden!

  • Angewiesen sein



    möchte ich auf den deutschen Staat nie.

    • @Johann63:

      Auf welchen Staat denn dann? Es wird immer genörgelt, aber mir fällt kein Staat mit einem besseren Gesamtpaket ein.

  • Das untere und durchschnittliche Gehaltsgefüge reicht nicht mehr annähernd aus, um die tatsächlichen Lebenshaltungskosten und existenziellen Bedürfnisse zu decken.



    Dies betrifft Menschen jeden Alters, vom Kindesalter bis ins hohe Alter und Pflege.



    Die Menschen sind nicht verantwortlich für dieses systemische Versagen.



    Es braucht Lösungen und Antworten, die die neoliberalen Kräfte aller Parteien zu verhindern wissen, denn allen Beteiligten ist insgeheim längst klar, dass eigener Wohlstand nur noch auf Kosten anderer zu realisieren ist.

    • @Ratio:

      Das ist definitiv falsch!



      Man kann sich seinen Wohlstand selbst erarbeiten!



      Komme selbst aus keinen wohlhabenden Verhältnissen. Es gab in meiner Jugend kaum Geld für eigene Kleidung. Entweder wurde innerhalb des der Verwandtschaft getauscht oder Second Hand gekauft. Brot kam aus dem Werksverkauf (2./3. Wahl) und wurde eingefroren.



      Stück für Stück haben wir uns etwas erarbeitet. Fast 20 Jahre lang in den Urlauben und Ferien ein altes Haus saniert. Sogar im Dachstuhl Schnee geräumt.



      Aber wir haben es geschafft.

    • @Ratio:

      @Ratio



      Das Stichwort - " Auf Kosten anderer "



      Genau so läuft der Hase, jeder müsste mindestens 4 - 5 Leute für sich arbeiten lassen, dann wird auch wieder eine Angleichung der finanziellen Situation der Bevölkerung stattfinden können. Nur jeder sieht sofort, es gibt da, bei der Lösung eine kleine Aufgabe zu bewältigen 😁

      • @Alex_der_Wunderer:

        Keine Angst, wenn unser gesellschaftliches Gefüge weiter kippt, so werden bald 4 - 5 Securitys nötig sein, um den SUV zu bewachen.

  • Grundproblem bleibt die Vermögensungleichheit, wie oft dokumentiert. Selbst sehr gute Tarifsteigerungen können die Ungleichheit nicht mehr aufheben : Erben und Vermögende können locker hohe Mieten, ZahnImplantate und Studiengebühren abfedern, Arbeitnehmer nicht. Selbst Doppelverdiener scheitern. Das Ganze geht eher Richtung Feudalismus, Aufstiege aus der Klasse unterbleiben. Wenn die AFD dieses Jahr aufsteigt, strukturell macht dauerhaft erhält werden die bürgerlichen Parteien reagieren müssen. Das wird schwierig.

    • @Hildebrand Felixflash:

      Daher müssen die Steuern der arbeitende Bevölkerung ja runter! Aber dann hat der Staat kein Geld mehr.

      • @Marcelo:

        Der Staat erzeugt und vernichtet sein Geld täglich selbst. Er braucht also keine Steuereinnahmen: politischeoekonomi...ben-taetigen-kann/



        Steuern haben andere Aufgaben, u.a. sorgen sie für die Nachfrage nach der staatlichen Währung und für Rückverteilung von Vermögen.



        Und eine Senkung der Einkommensteuer wird die Vermögenskonzentration nicht verlangsamen sondern zusätzlich beschleunigen. Das einzige was wirklich hilft, ist ein Maximalvermögen. Also eine Vermögensteuer für natürliche Personen mit Steuersatz 100 % und einem hohen individuellen Freibetrag (Maximalvermögen), z.B. in Höhe von 1.000 * BIP pro Jahr und pro Kopf. Nur so retten wir Demokratie und Rechtsstaat.

        • @Earth & Fire :

          Das hilft der Bevölkerung null! Das hilft nur dem Staat! Eine Vermögungssteuer haben wir als arbeitende Bevölkerung nichts! Das Geld was die Kommunen dafür einnehmen wird der Bürger nichts von haben! Das einzige was hilft ist, Steuern runter! Dann muss der Staat halt mehr schauen wofür sie Geld ausgeben, vielleicht hören dann die unnötigen Ausgaben auf

          • @Marcelo:

            Eine hohe Vermögensteuer würde der Bevölkerung insofern helfen, als dass es mit ihr keine Überreichen mehr gäbe, die durch Abgeordnetenbestechung und Parteispenden die Demokratie und den Rechtsstaat aushöhlen und dem Klima extrem schaden.



            Mehr Geld für die arbeitende Bevölkerung gäbe es mit einer Negativen Einkommensteuer zu 50 % ( de.wikipedia.org/w...ve_Einkommensteuer ). Zudem benötigt ein Staat keine Steuern, um Ausgaben zu tätigen, denn er und seine Zentralbank sind die Schöpfer der Währung ( politischeoekonomi...ben-taetigen-kann/ ). Aber klar, es gibt durchaus auch unnötige und sogar schädliche Ausgaben, z.B. Subventionen für Erdgas, für Agrardiesel, Bürgergeld-Sanktionsbürokratie usw.

            • @Earth & Fire :

              Eine Reichensteuer macht Reiche nicht arm! Hinzu kommt das Geld was von einer Reichensteuer kommen würde geht nicht in die Bundespolitik! Es ist sehr interessant das sie mir die Subventionen aufzählen obwohl es weitaus teurere und schlimmere Geldverbtennung der Politik gibt

              • @Marcelo:

                Wahrscheinlich weil für Sie andere Ausgaben sinnlos sind als für mich...



                Eine Vermögensteuer soll Reiche nicht arm machen sondern nur nicht mehr so Reich, dass sie Politiker, Journalisten und Wissenschaftler bestechen. Auf die Höhe des o.a. Maximalvermögens kann man sich ja demokratisch einigen. Und dass die Vermögensteuer an die Länder geht, ist technisch gesehen egal, denn Steuereinnahmen sind immer eine Geldvernichtung ( politischeoekonomi...ben-taetigen-kann/ ).

      • @Marcelo:

        @Marcelo



        Einfach die Ertragssteuern von juristischen Personen, wie Aktiengesellschaften & GmbH's erhöhen.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Nein!



          Endlich einmal das ganze Staatswesen reformieren und auf neue Beine stellen.

          Dann hätte man auch die Bevölkerung hinter sich!

          • @Sole Mio:

            @Sole Mio



            Ja, nanu - seit wann geht's denn um die Bevölkerung ? 😁

  • Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten könnten dieses Land locker (weiterhin) prägen, wenn sie denn sozialdemokratisch agieren würden.

    Auch im Osten übrigens, wo die sozialen Gegensätze nur noch härter zu sehen sind.

    • @Stavros:

      100%

  • taz: *Und tatsächlich haben sich Union und SPD im Koalitionsvertrag bereits auf die Abschaffung des Achtstundentags geeinigt.*

    CDU, CSU und SPD reiten jetzt 'Seit an Seit' und wollen dem Sozialstaat endgültig den Garaus machen. Nun ja, die SPD ist ohnehin in ein paar Jahren Geschichte und die Union wird wohl ein Anhängsel der AfD werden.

    • @Ricky-13:

      Die SPD hat Glück das sich die Linke in Fragen der Außenpolitik nicht einig sind und das den ein oder anderen Wähler zweifeln lässt.

      • @Captain Hornblower:

        @Captain Hornblower



        Welche Parlamentarier, welcher Parteien sind sich denn in Fragen, bezüglich der Außenpolitik einig ? Außer der Tierschutzpartei vielleicht, aber auch da sind Uneinigkeiten festzustellen.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Bei den Linken ist das aber in Teilen (Gaza) extrem.

  • Es wird Zeit das wir diesen Staat modernisieren und an die Herausforderungen der Zukunft anpassen.



    Grundlage muss sein, das jeder in Deutschland für sich selbst verantwortlich ist. Nur wenn es gar nicht anders geht kann und soll der Staat helfen.

    • @Hank999:

      also 100% Erbschaftssteuer?

      • @drum:

        Den werd ich mir merken, der ist richtig gut und zutreffend.

  • Die Frage ist generell, was man unter "Gerechtigkeit" (in Verteilungsfragen) versteht. Da gehen die Meinungen und Empfindungen bekanntlich ziemlich weit auseinander.

    Nach meiner Überzeugung ist es schon sinnvoll, Bürokratie zu vereinfachen. Allerdings, da gebe ich der Autorin Recht, ist das Ding hier offensichtlich kein großer Wurf.



    Um wirklich Bürokratie abzubauen und alle (bedürftigen) Menschen zu erreichen, müsste das Existenzminium abgekoppelt werden von sowohl Bedürftigkeitsprüfungen als auch Verhaltensauflagen.



    Das will "die Politik" (noch) nicht, wir werden ihr da noch ein bisschen Beine machen müssen.

  • 𝄞 Wer soll das bezahlen...♫



    Die Arbeitslosigkeit nimmt zu, die Anzahl Menschen die fürsorgebedürftig sind nehmen zu, Wirtschaft und Industrie sind seit Jahren in einer Rezession, die Exporte werden immer schwächer, die Schulden explodieren.



    Wie soll denn dieser Sozialstaat noch mehr leisten können, wenn das Geld so knapp wird. Klar die Linken sagen einfach "von oben nach unten verteilen" und "tax the rich", doch das sind feuchte Träume - gab es noch nie, wird es nie geben. So wählt der Wähler nicht. Dieser Sozialstaat hat seinen Zenit erreicht, ab jetzt geht es abwärts.

    • @Hans Dampf:

      Ein Staat braucht keine Einnahmen, um Ausgaben zu tätigen, denn technisch gesehen sind seine Ausgaben ein virtuelles Gelddrucken und die Einnahmen eine Geldverbrennung: politischeoekonomi...ben-taetigen-kann/



      Steuern haben andere Funktionen, z.B. begrenzen sie die Vermögenskonzentration und sorgen für die Nachfrage nach der Währung.



      Ängste vor nachfragegetriebener Inflation durch mehr Geld im Umlauf sind gerade in der jetzigen Nachfragekrise und steigender Arbeitslosigkeit unbegründet. Erst bei Vollbeschäftigung sollte der Staat sein Defizit langsam zurückfahren. Und Hyperinflationen können zwar durch mehr Geld noch verstärkt werden, hervorgerufen werden sie aber immer durch einen Angebotsschock ( www.geldfuerdiewel...gen-buch-inflation ). Nur in diesen beiden Fällen sollte eine "Schulden"bremse greifen.



      Übrigens sind auch Staats"schulden" immer eine Gelderzeugung aus dem Nichts ( "Verfahren und Wirkungen bei der Emission von Bundeswertpapieren



      Aktenzeichen: WD 4 - 3000 - 129/20" ).

    • @Hans Dampf:

      So lange die Reichsten immer noch reicher werden ist Geld da.



      Das ist das was in der Mitte und Unten fehlt.



      Warum glauben sie spenden und unterstützen die meisten Milliardäre Rechte und Rechtsextreme Parteien.

      • @Captain Hornblower:

        @Captain Hornblower



        Richtig 👍, die Enteignung der bürgerlichen Mitte durch gierige Industrie- & Wirtschaftsunternehmen muss ein Ende gesetzt werden.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Wie, ohne Kapitalflucht?

          • @Hans Dampf:

            Eine Vermögensteuer oder Erbschaftsteuer wird nicht von Unternehmen erhoben sondern direkt von den Eigentümern. Diese müssen dann nur einen Teil ihrer Unternehmensanteile abgeben bzw. verkaufen. Die Unternehmen nehmen dadurch keinen Schaden, die Führung wechselt ja nicht zwangsläufig. Wenn dann die Eigentümer die Flucht ergreifen, ist es unterm Strich sogar besser für uns, denn dann haben sie keinen Grund mehr, hier zu lobbyieren.

          • @Hans Dampf:

            @Hans Dampf



            In letzter Konsequenz durch Inhaftierung wegen Fluchtgefahr, Freiheit nur gegen entsprechende Kautionzahlungen.

  • Bärbel Bas hat sich offenbar aufs Arbeiten verlegt - im Gegensatz zu Anderen, die vor Allem heiße Luft produzieren.



    Diese Reform vereinfacht den Zugang für Unterstützungsbedürftige. Das kann gar nicht hoch genug gelobt werden . JedeR, der/die mal in einer sozialen Notlage war, weiß, dass der Weg zur Depression näher liegt, als zum aktiven Handeln.



    Daher ist die Reform insbesondere Eines: sozial!



    Der Vorschlag der SPD zur Änderung des Erbschaftsrechts hat ebenfalls Potenzial.



    Doch die Presse tritt lieber populistische Forderungen einer Gruppe innerhalb der Union breit.



    Dem Fazit des Artikels, dass die SPD an allem Schuld sein soll,



    fehlen die Belege.



    Im Gegenteil sollten sich Journalist*Innen fragen, ob sie tatsächlich über jedes Unionsstöcken springen wollen, oder sich längerfristig mit substanziellen Vorschlägen, wie zum Beispiel der Erbschaftsteuer, beschäftigten wollen.

    • @Philippo1000:

      Von welcher Reform sprechen sie? Es gab eine Kommission, die hat Vorschläge gemacht. Ob überhaupt und was wann davon umgesetzt wird, steht doch in den Sternen. Die Arbeit von Frau BAs ist daher minimal....

      • @Nisse:

        Ich weiß nicht, was Sie beruflich machen und ob Planung darin Platz hat.



        Das ist der Beginn einer umfassenden Verwaltungsreform, die zwei Jahre oder länger andauern wird.



        Wenn Sie es für sinnvoll halten, eine derartige Arbeit erst in Ihrer letztendlichen Fassung zu beurteilen, warum melden Sie sich dann hier zu Wort?



        Es geht um nichts weniger, als der Bündelung der Aufgaben von 4 in zukünftig 2 Verwaltungsbereiche und deren Digitalisierung, bei gleichzeitiger Beibehaltung der Standards .



        Allein die Tatsache, dass Bund, Länder und Kommunen hier an einem Strang ziehen, ist schon ein weiterer beachtlicher Anfangserfolg.



        Vielleicht versuchen Sie mal, die Leistung als solche zu bewerten, ganz ohne Ihre eigene parteipolitische Anschauung.

  • Eine Verwaltungsreform ist doch schon mal ein sehr guter Ansatz; ich hoffe sehr, er möge gelingen. Danach kann man dann auch über eine Sozialstaatsreform reden; man wird es sogar müssen wenn man ihn nachhaltig erhalten will. Wobei über Frage was denn gerecht ist die Meinungen sicherlich sehr weit auseinandergehen werden; vom bedingungslosen Grundeinkommen bis hin zur Arbeitspflicht für alle Leistungsbezieher.

    • @Fran Zose:

      @Fran Zose



      Arbeitspflicht ?



      Es sollte möglichst vielen Mitmenschen die Möglichkeit zur Entwicklung ihrer individuellen Kreativität & Entfaltung gegeben werden, aus denen sich dann der unbändige Trieb " des Schaffens " verwirklichen lassen muss.



      Hier haben wir als Staat und unsere Regierung tatsächlich eine Pflicht zu erfüllen !

      • @Alex_der_Wunderer:

        Sie reden also dem bedingungslosen Grundeinkommen das Wort? Das bedeutet das weniger beliebte Berufe nicht mehr besetzt werden. Oder vielleicht Arbeit ganz eingestellt wird. Toll. Aber es gibt auch Arbeit die unbedingt erledigt werden muss, wie eben Pflege. Und da höre ich von links eben Migration. Echt jetzt? Das ist Rassismus pur. Menschen zu holen weil ich mir zu gut für die Arbeit bin. Dafür bekomme ich dann Grundeinkommen und lasse mich bedienen.

        • @Georg Sonntag:

          Danke. Das wäre auch mein erster Gedanke beim bedingungslosen Grundeinkommen. Ich arbeite im sozialen Bereich und liebe meinen Job. Aber sofort würde ich die Stunden reduzieren, wenn ich Geld fürs Nichtstun bekäme.

          Meine Freizeit und Familie liebe ich nämlich noch mehr 😉

          Und bei uns kann man so schon kaum die benötigten Stellen mit studierten Fachkräften besetzen, trotz Benefits und tollem Lohn.