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Menschheit ohne Wasser Wir verdursten und vertrocknen

Nick Reimer

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Nick Reimer

Das Ozonloch schloss sich, weil es ein FCKW-Verbot gab. Jetzt wird das Wasser knapp, aber die Menschheit lernt offenbar nicht dazu.

E ndlich eine gute Nachricht: Das Ozonloch schließt sich. Beim Generieren von Wohlstand kam die Menschheit auf den Einsatz von Fluorchlorkohlenwasserstoffen. Die aber zerfraßen die schützende Ozonschicht in der Atmosphäre, die menschliches Leben erst ermöglicht. Trotzdem erklärten Industrie und ihre Lobbyvertreter in den 90er-Jahren den Zusammenbruch des Wirtschaftssystems, falls ein FCKW-Verbot kommt.

Zusammengebrochen ist bekanntlich nichts, nach Messung der Weltorganisation für Meteorologie war das Ozonloch dagegen im vergangenen Jahr kleiner als im Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2010. Wie nah die Katastrophe war, zeigt Australien: Die Ausdünnung der Ozonschicht ist über der Antarktis am weitesten fortgeschritten und Down Under ist ihr nun einmal am nächsten. Zwei von drei Australiern erkranken mindestens einmal im Leben an Hautkrebs, manche mehrmals. Das wurde in den 1990er-Jahren hierzulande auf den Plakatwänden angekündigt: Neben den spielenden Kindern wartet der Tod.

Dass wir dem doch noch von der Schippe gesprungen sind, zeigt: Es ist möglich, dass sich menschliche Vernunft durchsetzt. Natürlich ist es viel einfacher, FCKW im Kühlschrank und als Treibgas im Haarspray durch klimafreundliche Stoffe zu ersetzen als beispielsweise Kohlendioxid. Dieselbe Weltorganisation warnt nun aber vor etwas, was ohnehin für alle sichtbar ist: Die weltweiten Süßwasserreserven gehen dramatisch zurück. Durch die Erderwärmung gerät das Gleichgewicht jenes Elements unter Druck, aus dem wir zu 60 Prozent bestehen. Es geht quasi ans Eingemachte.

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Sicherlich werden AfD-Wähler auch nicht zu den Bündnisgrünen wechseln, wenn sie ihre Swimmingpools nicht mehr befüllen können. Angesichts von ausgetrockneten Seen, ausgedorrten Auen oder dem Niedrigwasser auf unseren Flüssen dürfte aber allen klar sein: Hier stimmt etwas nicht. Es gibt keine Alternative zum Klimaschutz – und je eher wir damit anfangen, umso mehr können wir vom schönen, unbeschwerten Leben erhalten.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Nick Reimer

Nick Reimer

Seit 1998 bei der taz (mit Unterbrechungen), zunächst als Korrespondent in Dresden, dann als Wirtschaftsredakteur mit Schwerpunkt Energie, Klima und Landwirtschaft, heute Autor im Zukunftsressort.
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13 Kommentare

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  • Thomas Böttcher

    Auf dem Grabstein des Kapitalismus wird irgendwann einmal stehen.

    “ZUVIEL WAR NICHT GENUG"

  • realnessuno

    Zu viel Konsum, zu wenig Bildung....



    "Vernunft" benötigt glückliche Bürger, das Gefühl sich entscheiden zu können.



    Hier wird von der Politik nur "die industrie" gefördert. Also: Keine Vernunft in Sicht. Dafür mehr Überwachung und Kontrolle.

  • Gerald Müller

    Knappheit ist kein absoluter sondern ein relativer Begriff - Knappheit bedeutet dass die Nachfrage größer ist als das Angebot. Schauen wir uns doch mal das Bevölkerungswachstum der Erde an. Im Jahr 1900 hatten wir 1.6 Mrd Menschen, im Jahr 2026 8.3 Mrd. Und das Wasserangebot hat nicht zugenommen. Der Bedarf auch pro Person hingegen schon. Das Ozonloch spielt da m.M. nach eine geringe Rolle. Das sollte man - muß man berücksichtigen wenn man von Wasserknappheit redet. Und ich habe nicht mal die ariden Staaten berücksichtigt. Jordanien hatte 1950 etwa 438.000 Einwohner, 2026 11.6 Millionen! Und der Jordan-Fluß hat sein Abflußvolumen nicht verzwamzigfacht sondern das ist gleich geblieben.

    • Sole Mio

      @Gerald Müller:

      Wir sind eindeutig zu viele Menschen auf diesem Planeten und gehen nicht ordentlich mit unseren Ressourcen um.

      Länder wie China, die pro Kopf sehr wenig Grundwasser zur Verfügung haben gehen komplett sorglos damit um. Dort werden immer noch säurehaltige und radioaktive Abwässer aus der Gewinnung von Kupfer und seltenen Erden unaufbereitet ins Grundwasser versickern gelassen. Die Menschen in diesen Regionen müssen darunter leiden, haben ein brutales Krebsrisiko. Mensch und Tier die dort auf die Welt kommen leiden massiv unter Missbildungen und Krankheiten und haben keinerlei Chance dem zu entgehen!

      Was wir versuchen beispielsweise mit E-Mobilität an unserer Umwelt gut zu machen, wird dort mit den Füßen getreten!

      Und viele von uns stehen da und applaudieren noch!

    • Sandro Heitz

      @Gerald Müller:

      Sie dürfen Wasserknappheit nicht nur auf den Verbrauch von Trinkwasser pro Kopf beziehen. Absinkende Grundwasserspiegel oder Dürren sind Probleme für die Landwirtschaft, die Industrie, den Wald und natürlich auch für die Natur allgemein.

    • Thomas Böttcher

      @Gerald Müller:

      Zur Zeit haben wir weltweit eine zu niedrige Binnennachfrage und weltweit Absatzproble. Also kann das nicht an der Höhe der Weltbevölkerung nicht liegen. Was ihren Jordanfluß angeht:

      „Der Jordanfluß hat sein Abflussvolumen seit 1950 dramatisch verringert. Während die jährliche Wassermenge bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts noch bei rund 1,2 bis 1,4 Milliarden Kubikmetern (MCM) lag, ist das Abflussvolumen im Unterlauf (südlich des Sees Genezareth) bis heute auf unter 5% der ursprünglichen Menge geschrumpft. Aktuell erreichen oft nur noch etwa 30 bis 100 Millionen Kubikmeter pro Jahr das Tote Meer."

      Das macht aber die ganze Situation eher noch schlimmer.

      • Gerald Müller

        @Thomas Böttcher:

        Der Abfluß des Jprdan ist nicht natürlicherweise geschrumpft, sondern wegen der ständig steigenden Wasserentnahme

        • Thomas Böttcher

          @Gerald Müller:

          „Und der Jordan-Fluß hat sein Abflußvolumen nicht verzwanzigfacht sondern das ist gleich geblieben."

          Dann hab ich ihr geschriebenes halt fehlinterpretiert.

          Der Klimawandel kommt mit 10% Anteil noch obenauf.

    • Troll Eulenspiegel

      @Gerald Müller:

      Der Vergleich mit dem Ozonloch, war die Sensibilisierung der Bevölkerung, bitte sparsam zu leben und am besten die Produkte zu vermeiden. Die Menschen waren eher bereit dazu, den Konsum zu minimieren, als heute. Auch in Sachen Waldsterben oder Atomenergie waren die Menschen bereit, dagegen vorzugehen.

      Heute sind Wasserknappheit oder der Klimawandel egal geworden. Menschen wollen ihren Konsum nicht mehr einschränken. Und eine Besserung ist nur dann in Sicht, wenn wir radikaler als die Vulkangruppe unseren Lebensstil ändern.

      Aber wer will das schon?

      • Wirrwicht

        @Troll Eulenspiegel:

        Ach, dass alte Spiel "die Menschen hier, die Menschen da". Eine anonyme Gruppe als Entschädigung für das eigene Verhalten hernehmen. Sehr bequem.

      • Hugo

        @Troll Eulenspiegel:

        Die Erzählung beginnt beim Ozonloch bei Ronnies Hautkrebs und seiner Freundschaft mit Maggie. Leider nix Romantisches mit Verzicht und Einsicht.

    • Gerhard Krause

      @Gerald Müller:

      Wer sagt Ihnen denn, dass kein Wasser hinzugekommen sei?

      • nihilist

        @Gerhard Krause:

        Wo soll das Wasser denn herkommen? Regen wird nicht in Fabriken produziert, dem Wasserangebot ist die Nachfrage egal.