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Das bisschen HaushaltSchuld allein ist nicht die SPD

Anna Lehmann

Kommentar von

Anna Lehmann

Der SPD-Finanzminister saniert den Haushalt mit Krediten und Geld für Klimaschutz. Doch die Union verhindert, dass Vermögende einen Beitrag leisten.

I m Haus von Lars Klingbeil versteht man die Welt nicht mehr. Da hat man es trotz Wirtschaftsflaute, Trumpistischer Zollpolitik und Kriegen geschafft, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen – und dann hagelt es nur Kritik. Daran, dass der SPD-Finanzminister ein Viertel der Ausgaben auf Pump finanziert und den Klimafonds als Notgroschen missbraucht. Das ist berechtigt. Aber die Schuldigen sitzen nicht nur im Finanzministerium, sondern vor allem in München und im Konrad-Adenauer-Haus.

Über eine halbe Billion Euro will die Bundesregierung im nächsten Jahr ausgeben, mehr als je zuvor. Ausgabentreiber ist die Landes- und Bündnisverteidigung. Um Russland abzuschrecken und die Nato-Quote von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung zu erfüllen, wächst der Verteidigungsetat 2027 auf 150 Milliarden Euro, der Großteil finanziert durch Kredite. Das ist bequem, weil die Schuldenbremse für alle Ausgaben, die ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreiten, nicht mehr gilt. Aber auch solche schnellen Schulden kosten sofort Geld, für Zinszahlungen muss der Bund demnächst über 40 Milliarden Euro ausgeben.

Sicherheit ist wichtig. Doch es ist überhaupt nicht einzusehen, dass die Rüstungsindustrie Preise in jeder beliebigen Höhe aufrufen darf, etwa 12 Milliarden Euro für acht Fregatten, aber Wohngeldbezieher:innen, Pflegebedürftige, gesetzlich Versicherte, Behinderte akzeptieren sollen, dass bei ihnen gespart wird.

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Das liegt vor allem an der Union, die verhindert, dass die mit Staatsgeld gepamperten Rüstungskonzerne einen Teil ihrer Übergewinne wieder an die Allgemeinheit zurückgeben. Genauso strikt ist die Union dagegen, dass die 5.000 Überreichen in Deutschland, denen die schier unfassbare Summe von rund 3 Billionen Euro gehört, einen klitzekleinen Anteil davon abgeben, damit Deutschland durch die Krisen kommt. Eine Vermögensabgabe in Höhe von 2 Prozent für diese Gruppe brächte etwa 10 bis 30 Milliarden Euro. Aber Beine machen will die Union nur den anderen. Die SPD macht da mit – das ist schon schlimm genug.

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Anna Lehmann

Anna Lehmann Leiterin Parlamentsbüro

Schwerpunkte SPD und Kanzleramt sowie Innenpolitik und Bildung. Leitete bis Februar 2022 gemeinschaftlich das Inlandsressort der taz und kümmerte sich um die Linkspartei. "Zur Elite bitte hier entlang: Kaderschmieden und Eliteschulen von heute" erschien 2016.
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35 Kommentare

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  • Wenn man glaubt dass an diesem Artikel ein Körnchen Wahrheit ist, dann glaubt man daran dass unser real existierende Kapitalismus gescheitert ist.



    Denn diese assoziale Art zu handeln, die hier angeprangert wird, ist seit den 70er Jahren in Mode und schaukelt sich immer weiter auf. Es ist systemimmanent dass die Machthaber/innen reicher werden und darüber bestimmen wer Reichtum und Macht haben kann.

    Wie kann man diesen Kreislauf unterbrechen? Wann und wie kann man die Macht der Masse nutzen und lässt sich nicht mehr spalten?

    • @realnessuno:

      Die Art von Kapitalismus, die wir im Augenblick haben, ist gescheitert bzw. dabei, ganz schlimm zu scheitern. Genauer gesagt führt er im Augenblick dazu, dass eine westliche Demokratie nach der anderen von rechtsextremen Kräften gekapert wird.



      Aber ein gerechterer Kapitalismus, bei dem die Gewinne der Unternehmen gerecht verteilt werden und die reichsten nicht mehr schneller reicher werden als die ärmsten und vor allem nicht schneller als die Mittelschicht könnte stabil sein.

  • Die Kredite verschaffen über die Zinszahlungen den Reichen bald



    30 Milliarden Euro jährlich mehr.



    Das Geld wird von den Armen geholt.



    Mit der SPD als Komplizin.



    CDU und SPD sind nicht mehr wählbar, genauso wie die anderen Parteien aus diesem Politikersumpf.

    • @Hartmut Wolff:

      Solange die so im Interesse der Reichsten regieren, statt endlich das zu tun. was alles lösen würde, nämlich die Milliardäre und Superreichen 30-100 Mrd. € stärker steuerlich zu belasten, haben Sie recht.

  • Von der CDU hat man ja nichts anderes mehr erwartet, aber bei der SPD sollte doch noch etwas anderes drin sein. Dass das nicht der Fall ist, wir immer wieder deutlich.



    Das Problem ist dabei, dass das Verhalten der SPD die Spaltung in der Gesellschaft noch verstärkt. Was soll man denn wählen, wenn man zu der eigentlichen SPD-Klientele gehört?



    Es bleibt wirklich nichts mehr, und die Folgen davon wird die SPD zu spüren bekommen. Aber dann bitte nicht aufschreien. Ihr habt es so gewollt.

  • Schuld alleine ist die SPD nicht, aber sie ist der Hauptschuldige. Die von den Finanzen mit Abstand größten Ministerien, Arbeit/ Soziales und Verteidigung sind SPD geführt, nimmt man dann die SPD-geführte Agentur für Arbeit dazu herrschen 3 SPDler über den Großteil des Bundeshaushaltes. Aber ausgerechnet diese 3 Stellen sind für ihren unfähigen Umgang mit Geld bekannt, hier wird auch nicht gespart, immer rein mit dem Geld. Hier bewahrheitet sich immer wieder der Spruch von FJS über den Hund und Knochen !

    • @Günter Witte:

      Und wenn es die Bankenrettungen wären, die Geschenke an Fossil, Auto und Co., die immer dreisteren Geschenke an Groß-Erben, Sehr-Vermögende und andere, die sich ihren Lebensunterhalt nicht (mehr) verdienen wollen?



      Ohne die SPD gleich zu verlobhudeln, ist es diese neoliberale Verweigerung bei Wirtschaft und Steuern, die uns die Schulden einbrockt.



      Dass wir Verteidigung schon brauchen und auch das haben verludern lassen, aber schwerreiche Rheinmetall-Aktionäre dabei gar nicht brauchen, wäre ansonsten eine mögliche gemeinsame Meinung.

  • taz: *Schuld allein ist nicht die SPD*

    Solange das Damoklesschwert AfD über unseren Köpfen schwebt, kann die Merz-Union machen was sie will, weil die (S)PD es nicht wagt einen Koalitionsbruch zu riskieren, weil es das Volk damit der AfD ausliefert. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn die (S)PD ist seit Gerhard Schröder außer 'Rand und Band' und hat mit einer sozialen Arbeiterpartei ohnehin nichts mehr zu tun.

    taz: *Eine Vermögensabgabe in Höhe von 2 Prozent für diese Gruppe brächte etwa 10 bis 30 Milliarden Euro. Aber Beine machen will die Union nur den anderen. Die SPD macht da mit ...*

    Mit der Union wird es niemals eine Vermögens-/Übergewinn- und Erbschaftssteuer geben, dafür werden die Lobbyisten der Reichen und ihre neoliberalen Journalisten schon sorgen. Und die (S)PD macht das bösartige Spiel immer noch mit, anstatt sich endlich mal gemeinsam mit 'Die Linke' diesem kapitalistischen Wahnsinn – der Mensch und Natur ausbeutet und die CO2-Werte immer mehr ansteigen lässt – entgegenzustellen.

    Wenn ich im obigen Bild diesen Seeheimer (= konservative Flügel der SPD-Fraktion) schon sehe, dann weiß ich als früherer SPD-Wähler, dass ich diese Partei nie wieder wählen werde.

    • @Ricky-13:

      Sie schreiben "Solange das Damoklesschwert AfD über unseren Köpfen schwebt, kann die Merz-Union machen was sie will, weil die (S)PD es nicht wagt einen Koalitionsbruch zu riskieren, weil es das Volk damit der AfD ausliefert. "

      Das Gegenteil ist richtig: Schon 30 SPD-Abgeordnete hätten es in der Hand, die Union dazu zu zwingen einer Besteuerung der Milliardäre und Superreichen in Höhe von 4% zuzustimmen, was ca. 100 Milliarden € zusätzliche Steuern gäbe, weil Milliardäre und Superreiche zusammen ein Vermögen von ca. 3.400 Mrd. $ besitzen.



      Denn ohne diese 30 SPD-Abgeordneten hätte der Haushalt keine Mehrheit. Und die CDU würde einen Teufel tun, mit der AfD zusammenzuarbeiten. Merz sowieso nicht, weil er wüßte, dass er dann weg vom Fenster ist. Spahn würde es vielleicht versucht, aber er würde damit die Fraktion spalten und als Junior-Partner der AfD enden. Und bei Neuwahlen würde die CDU enorm verlieren, die AfD gewinnen und daher die CDU wieder als Juniorpartner enden. Die SPD würde aber enorm gewinnen, da 80% der Bevölkerung dafür ist, Milliardäre und Superreiche höher zu besteuern und dies alle Probleme lösen würde.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        **Das Gegenteil ist richtig: Schon 30 SPD-Abgeordnete hätten es in der Hand, die Union dazu zu zwingen einer Besteuerung der Milliardäre und Superreichen in Höhe von 4% zuzustimmen ...**

        Das wäre vielleicht mit echten SPD-Politikern vor der Schröder-Zeit möglich gewesen, aber mit den (S)PD-Politikern danach - und erst recht mit der jetzigen Klingbeil-SPD - wird das nichts werden. Das sind alles nur noch Berufspolitiker die an ihrem lukrativem Posten hängen. Die machen keine Experimente, wo sie am Ende vielleicht ihr schönes Abgeordnetengehalt verlieren könnten.

        Und wer sagt eigentlich, dass Merz dann nicht doch mit der AfD händchenhaltend eine neue Koalition eingeht? Jens Spahn hätte – wie Sie schon richtig sagen – damit ohnehin keine Skrupel. Dann wäre wieder die 'uralte braune Soße' in Deutschland auf dem Tisch, die man als Demokrat sicherlich 'nicht mit auslöffeln' möchte.

  • Das größte Problem ist nicht am Tisch, wenn es um den Haushalt geht: Es ist die AfD und der von ihr ausgelöste Rechtsruck in der Gesellschaft, der zu verzerten Verhältnissen in den Parlamenten führt.



    Die SPD trägt das hier mit und sie gräbt sich wieder mal ein Stück weiter ihr eigenes Grab. Das ganze Vorhaben bewirkt wenig, kostet viel und verursacht langfristig Probleme.



    Der Staat muss vermögende Menschen besteuern und damit wäre das Problem nicht gelöst, aber ein ganzes Stück milder. Dann wäre Regierungshandeln auch nicht Handeln im Krisenmodus.



    Da das BIP sehr schwächelt und Donald Trump kein Freund mehr Deutschlands ist, muss die Regierung sich was überlegen.

    • @Andreas_2020:

      Sie vertun sich. 80% der Menschen in Deutschland sind für eine erheblich höhere Besteuerung von Milliardären und Superreichen. Und damit ließen sich die Probleme sogar lösen. Denn nur 3% würden zusätzlich über 100 Milliarden bringen, da diese insgesamt über ein Finanzvermögen von 3400 Mrd. $ verfügen.



      Die AfD ist zwar dagegen, aber man darf eben nicht glauben, dass die AfD-Wähler dasselbe wollen wie die AfD. Auch die meisten AfD-Wähler wollen eine höhere Besteuerung von Milliardären und Superreichen.



      Das Denken in Rechts und Links und Rechtsruck und Linksruck führt in die Irre. Die Menschen wollen nicht linke oder rechte Politik. Die meisten AfD-Wähler wollen, dass Politik wieder vermehrt für die kleinen Leute gemacht wird. Und deshalb wählen Sie eine Partei, bei der sie hoffen, dass die das erreicht, weil die das erzählt. Aber das ist natürlich falsch, weil die AfD eine noch neoliberalere Politik machen würde als die etablierten Parteien. Die Menschen glauben es nur, genauso wie sie Trump geglaubt haben, dass er eine Politik für die kleinen Leute machen würde.

  • Neudeutsche Rüstungsagenda: Aktuelle Haushaltspolitik treibt Inflation über Neuverschuldung statt durch Steuern finanziert an zugunsten Besitzbürger zulasten Arbeitnehmer, Rentner Kaufkraft. Diese sozaibrutale Dynamik wird von SPD-Finanzminister Klingbeil befeuert, während Kanzler Merz Früchte erntet, ohne Gegenleistung. Haupttreiber ist beispiellose Aufrüstung, die bis 2030 gigantische 190 Milliarden €/30 % Bundeshaushalts erreichen soll. Dieser deutsche Sonderweg bricht mit defensiven NATO-Doktrin. Diplomatie gilt in einer Welt in Unordnung als zu kompliziert. Unterstützt durch Segen der EKD-Denkschrift 2025 zur atomaren Teilhabe, setzt Berlin auf wehrhaften Welthandel, globale Militärinterventionen Auslandsinvestitionen zu schützen. System erinnert an asymmetrische Kreditkarussell Brandts Ostenspannungspolitik. Finanziert wird weltweite Kapitalsicherung heute durch Binnenkaufkraftabbau: Allein neue Aktienrente entzieht Rentenkassen 38 Milliarden €/anno. Verwaltet durch öffentlich-rechtlichen KENFO Fonds mit Stiftungszweck Entsorgung Hinterlassenschaften der Atomindustrie wird dieses Kapital global angelegt deutschen Rüstungsexport über unbeischerte Kredite vorinanziert zu bürgen

  • Die SPD macht da mit - was auch sonst?



    Es war gut, dass in Erfurt viele Menschen gegen die "afd" demonstriert haben.



    Ich möchte behaupten, dass eine Mehrheit der Demonstrant*Innen Demokrat*Innen sind.



    Demokratie ist der Versuch, die Interessen Vieler in einem gemeinsamen Ergebnis zusammen zu bringen.



    Der Staat hat kein Geld, obwohl Putin unsere Freiheit bedroht?



    ...



    Da ist es ganz gut, dass sich Viele darauf verständigt haben, dass der Staat Kredite aufnehmen kann um seine Bevölkerung vor Gefahren von außen zu schützen.



    DIE Gefahr von innen ist der Rechtsextremismus.



    Klar ist es gut, dass 10 - 30000 Menschen demonstriert haben.



    Wenn ab Tag 1 nach den Demonstrationen aber Alle wieder auf "die da oben" eindreschen, macht man und frau und natürlich auch * , sich in der Kritik mit den Rechtsextremen gemein.



    Die Rechten machen es sich einfach: wähl doch "afd"!



    Wer allerdings Lösungen will, die über stumpfe: Probleme? Schuld sind immer die Anderen! hinaus will, der*die hat es schwer.



    Wer brauchen keinen Klassenkampf wir brauchen klasse Kämpfer*Innen für die Demokratie!



    Es geht nicht mehr darum, ob Farbe A 2% mehr erhält, sondern die (absolute) Mehrheit der Rechtsextremen zu verhindern.

  • Neue deutsche Rüstungsagenda: Aktuelle Haushaltspolitik treibt Inflation über Neuverschuldung statt durch Steuern finanziert an zugunsten Besitzbürger, zulasten Arbeitnehmer, Rentner Kaufkraft. Getrieben wird diese unsoziale Dynamik von SPD-Finanzminister Klingbeil, während Kanzler Merz Früchte erntet, ohne Gegenleistung. Entwicklungstreiber ist beispiellose Aufrüstung, die bis 2030 gigantische 190 Milliarden €/30 % BIP erreichen soll. Dieser deutsche Sonderweg bricht mit defensiven NATO-Doktrin. Diplomatie gilt in einer Welt in Unordnung als zu kompliziert. Unterstützt durch Segen der EKD-Denkschrift 2025 zur atomaren Teilhabe, setzt Berlin auf wehrhaften Welthandel, globale Militärinterventionen Auslandsinvestitionen zu schützen. System erinnert an asymmetrische Kreditkarussell Brandts Ostenspannungspolitik. Finanziert wird weltweite Kapitalsicherung heute durch Binnenkaufkraftabsenkung: Allein neue Aktienrente entzieht Rentenkassen 38 Milliarden €/anno. Verwaltet durch öffentlich-rechtlichen KENFO Fonds mit Stiftungszweck Entsorgung Hinterlassenschaften der Atomindustrie werden diese Summen global angelegt, deutschen Rüstungsexport über Kredite vorzufinanzieren und zu verbürgen.

  • Mag sein, dass die SPD nicht allein die Schuld trägt. Aber wer hätte das behauptet? Fakt ist, dass die SPD in den 28 Jahren seit 1998 24 Jahre in der Regierung war, mehr als jede andere Partei. Entsprechend groß ist ihr Anteil an der Situation des Landes.

  • Die Wenigen bekommens und nicht Du:



    Und schuld daran ist nur die CDU.



    (frei nach R. Carrell)

  • "...für Zinszahlungen muss der Bund demnächst über 40 Milliarden Euro ausgeben."



    "Eine Vermögensabgabe in Höhe von 2 Prozent für diese Gruppe brächte etwa 10 bis 30 Milliarden Euro."



    Enorm. Da wären die "10 bis 30 Milliarden" nach drei bis neun Monaten weg, allein für die Zinsen. Und dann?



    Kann sich jeder selbst ausrechnen, warum auch weniger Reiche, Halb- und gar nicht Reiche einer Vermögensteuer skeptisch gegenüber stehen. Sie wären nach den Superreichen als Nächste dran.

    • @sollndas:

      Da haben die Superreichen echt Glück, dass viele weniger Reichen und sogar Halb- und gar nicht Reichen, so dumm sind, zu glauben, dass man sie nicht besteuern wird, wenn sie dagegen sind, dass man die Superreichen stärker besteuert.

      Das Gegenteil ist richtig. Wenn man es den Superreichen gestattet, z.B. seit 2024 ihr Vermögen um 400 Mrd. $ zu erhöhen und dadurch es an allen anderen Ecken und Enden fehlt, dann wird der Staat sich das Geld im Endeffekt bei den weniger Reichen, Halb- und gar nicht Reichen holen. Sieht man ja jetzt schon bei der Einführung der Einkommenbssteuer für die etwas Reicheren ab 280.000€.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        "so dumm sind, zu glauben, dass man sie nicht besteuern wird, wenn sie dagegen sind, dass man die Superreichen stärker besteuert."

        Die haben einfach Erfahrung; die deutsche Steuerpolitik läuft traditionell nach dem Motto, dessen Ausformulierung Karl Schiller zugeschrieben wird: 'Nehmen Sie jedem Millionär hierzulande 50.000 Mark und Sie haben maximal 10 Millionen. Aber wenn Sie jedem Deutschen 10 Mark nehmen, haben Sie 600 Millionen. Was ist für den Finanzminister lukrativer?'

        • @FriedrichHecker:

          Da hat der Karl schon in den 70ern drei Nullen vergessen bei seiner quantitativen Umschreibung der Anzahl der Millionäre. Ob des jetzt beruhigend ist, wenn die bei der Verteidigung der Akkumulation des Kapitals bei Wenigen im Jahre Fastgarnedmehrwahr genauso bullshit mit Zahlen betrieben wie heutzutage, sei ma dahingestellt...

        • @FriedrichHecker:

          Da hat die neoliberale Propaganda offensichtlich ganze Arbeit geleistet - und den Menschen erfolgreich eingeredet, dass bei Superreichen einfach nicht viel zu holen ist. Vielleicht war das damals so, weil es nur 200 Millionäre in Deutschland gab. Jetzt gibt es aber 2,6 Millionen Millionäre in Deutschland. Wenn man jedem 50.000 € nehmen würde, hätte man 130 Milliarden. Was ist jetzt für den Finanzminister lukrativer? Aber dafür würde ich gar nicht plädieren. Das wäre gar nicht nötig. Wenn man jedem Milliardär und Superreichen (also mehr als 100 Mill. $ Finanzvermögen) nur 2% nehmen würde, also 2 Millionen seiner 100 Millionen, hätte man insgesamt ca. 70 Milliarden, da das Gesamtvermögen bei der Milliarde und Superreichen bei ca. 3.500 Mrd. $ liegt. Und die würden damit noch nicht einmal ärmer - sie würden nur etwas langsamer reicher, da deren Vermögen wesentlich schneller als 2% pro Jahr wächst.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Habe ich doch oben geschrieben: So viel ist von den Superreichen nicht zu holen, reicht nicht mal für die Zinsen.



        Kann sich doch jeder ausrechnen, wer wirklich gemeint ist. Die Linken wettern gegen die Superreichen, und holen es dann von den Kleinsparern. Reaktion darauf: Wehret den Anfängen.

        • @sollndas:

          Wo haben Sie diesen Unsinn her, dass von den Superreichen nicht so viel zu holen ist? Die Milliardäre und Superreichen haben insgesamt ein Vermögen von 3.500 Mrd. $. Nur 3% davon sind 105 Milliarden $. Das wäre eine ganze Menge und würde wohl alle Probleme in Deutschland lösen. Da bräuchte man weder an die Kleinsparer noch an die Beitragszahler noch an die weniger Reichen noch an Millionäre ran. Es würde reichen, diese 5.000 Personen um 3% höher zu besteuern. Und das würde diese noch nicht einmal ärmer machen. Denn deren Vermögen wächst um mehr als 3% jährlich.



          Wenn man die aber nicht besteuert, dann wird der Finanzminister an alle anderen ran müssen. Sieht man ja im Augenblick: Rentenbeitragszahler, Krankenkassenzahler, und die Personen ab 280.000€ Einkommen. Nur das Vermögen der Milliardäre und Superreichen wird im Augenblick nicht angetastet. Weil man Menschen wie ihnen beigebracht hat: Wehret den Anfängen.



          Eigentlich richtig ist: Entweder Milliardäre und Superreiche oder alle anderen. Denn der Staat hat nun mal Aufgaben wie Verteidigung. Und eigentlich haben die Menschen auch Anspruch auf eine vernünftige Rente, denn dafür haben sie jahrzehntelang gearbeitet.

  • Der krasse Vertrauensbruch der SPD wird nicht dadurch gemildert, das die Union den Klimawandel noch mehr leugnet.



    Im Gegenteil: Es gab sicherlich viele WählerInnen, die die SPD als Korrektiv gewählt haben.



    Aber diese SPD ist kein Korrektiv mehr. Sondern eine soziale und klimapolitische Abrißbirne. Und dafür kann und sollte man sie als Linker auch klar kritisieren.



    Whataboutism hilft hier keinem.



    Nur die Abwahl BEIDER Parteien.

  • Es erscheint schon noch, als könne die CDUCSU nicht anders, und es gibt m. E. sehr viele soziale Wohlhabende. Realiter muss man konstatieren, dass es keinen Sinn mehr macht, Politik "für die (wirtschaftlich) ganz oben" zu machen. Die SPD sollte dies nun begreifen. Lieber "den Laden" selbst neu aufbauen, als so weitermachen.

  • ... und was wäre jetzt zu tun?



    Scheinbar lässt sich eine Mehrheit in unserem Land gerne zugunsten Superreicher und einer Union die Gefallen daran findet auspressen.

  • Ja, natürlich verhindert die CDU, dass Vermögende einen stärkeren Beitrag leisten. Und natürlich wäre das die einzige Chance für eine Politik, mit der wieder mehr Menschen zufrieden sind. Und natürlich würde das die AfD enorm schwächen. Und natürlich hat die CDU damit die Hauptschuld dafür, dass die AfD weiter stärker wird.



    Wenn man Milliardäre und Superreiche (also mit mehr als 100 Mio. € Finanzvermögen) um 30-100 Mrd. € pro Jahr stärker besteuern würde, ließen sich alle Probleme lösen und die Menschen wären wieder zufrieden mit der Politik und zufrieden mit dieser Demokratie. Und es würde die noch nicht einmal ärmer machen, sondern nur etwas langsamer reicher. So ist das Vermögen der Milliardäre und Superreichen seit 2024 um ca. 400 Mrd. $ angewachsen, zum großen Teil ohne eigene Leistung, einfach nur, weil sie Aktien in ihrem Besitz hatten und fast alle Aktien gestiegen sind.



    Aber trotzdem hat die SPD ebenfalls einen guten Teil der Schuld, weil bereits 30 entschlossene SPD-Abgeordnete würden dies erreichen können - einfach weil sie 80% der Bevölkerung hinter sich hätten, s. demokratieingefahr...ratie-und-die-spd/

    • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      "Wenn man Milliardäre und Superreiche (also mit mehr als 100 Mio. € Finanzvermögen) um 30-100 Mrd. € pro Jahr stärker besteuern würde...."

      Eine Steuer die höher ist als das Finanzvermögen? Damit lassen sich gewiss alle Probleme lösen :D

      • @Tom Tailor:

        Das Finanzvermögen der Milliardäre und Superreichen (die pro Person mehr als 100 Mio. € Finanzermögen haben) beträgt insgesamt mehr als 3400 Mrd. $.

        30-100 Mrd. € pro Jahr sind also ca 1-3%.

        Damit würden sich in der Tat die allermeisten, wenn nicht alle Probleme lösen lassen und es würde denen nicht einmal weh tun, denn sie würden dadurch nicht einmal ärmer, sondern nur etwas langsamer reicher, da deren Vermögen viel schneller wächst als mit 1-3% pro Jahr. Alleine seit 2024 um 400 Mrd. $ auf 3400 Mrd. $, also um 12%.



        Und die sind zum erheblichen Teil nicht durch eigene Leistung so reich geworden. Sondern einfach, weil Staaten und Zentralbanken seit 2008 60.000 Mrd. $ in die Finanzmärkte gepumpt haben. Dadurch sind die Aktienkurse gestiegen und die, die schon Aktien hatten, sind ohne eigenen Beitrag reicher geworden.

  • In der Tat wir echt gefühlt in jedem 2 Artikel die strukturellen Probleme dadurch gelöst, das vermeintliche Privatvermögen großzügig umzugverteilen.



    Frei nach dem Spruch von Margreth Thatcher: "Hilfe und geht das Geld der Anderen aus"

    Was mich in dem Zusammenhang aber verstärkt sorgen macht ist die Begründung zu deren Abschöpfungslegitimität.

    Der Überreichtum, kurz derjenige hat zu viel weil die anderen zu wenig haben.



    Früher wurde auf linker Seite mit Steuersätzen und klar mathematischen Maßnahmen argumentiert.



    Heute geht's nur noch ums Einsammeln, mit Begriffen tax the rich oder breite Schultern oder noch besser Wir können uns diese Reichen nicht mehr leisten.



    Man gewinnt den Eindruck erst wenn alle das gleiche haben ist es für die linke Seite gerecht genug.

    • @AuchNeMeinung:

      Vorläufig unter Vorbehalt Ihre Aussage akzeptiert, aber Fakt ist doch, dass es genau mit Ihrer Aussage, nur umgekehrt, schon seit Jahrzehnten ausschließlich für die Vermögenden, gut organisiert, nicht nur zu Lasten der Umwelt hervorragend läuft. Wenn alle Menschen vernünftig und rational wären, zumindest die Lebensgrundlagen nicht zu verlieren - ob wir für Vermögende wieder die Leibeigenschaft einführen wollen, darüber können wir ja zumindest im Bundestag sprechen -, bräuchten wir diese Debatten und Schlagwörter nicht.

    • @AuchNeMeinung:

      Bei Ihnen hat neoliberale Propaganda wirklich ganze Arbeit geleistet.

      Es geht darum, dass keine Firma auf Dauer überleben kann, wenn der Chef dauerhaft 120% der Gewinne vor Steuern aus der Firma rauszieht und dann sagt: Das ist jetzt mein Privatvermögen. Wenn Ihr nicht zurecht kommt, dann weil die restlichen Kosten zu hoch sind und die Mitarbeiter zu viel verdienen.

      Genau das passiert seit Jahrzehnten. Nur deshalb haben die 5000 Milliardäre und Superreichen seit 2024 ihr Vermögen um 400 Mrd. $ erhöhen können. Nicht durch eigener Hände Arbeit, nicht durch eigene Leistung, sondern einfach, weil sie es geschafft haben, die Politik dazu zu bringen, dass sie mehr Geld aus dem System ziehen dürfen als ihnen zusteht und als das System auf Dauer verkraften kann.

    • @AuchNeMeinung:

      Ja, die armen Reichen!! Mitleid für die und Häme für die, die wenigstens ein wenig Gerechtigkeit fordern. So ist das recht(s).

  • Wen wundert das? Die csdU war, ist und bleibt die Partei der Reichen und Superreichen. Aus deren Umgebung finanziert sich die Partei massiv. Das ist auch in diesem Fall der Verschonung dieser Klientel der Hintergrund. Solche fruchtbaren Beziehungen setzt man nicht aufs Spiel nur um dem Plebs zu helfen. Wo kommen wir denn dann hin? Und der Plebs? Wählt die trotzdem wieder und lässt sich zudem von einer noch schlimmeren Partei becircen, die denen noch mehr Fell über die Ohren ziehen wird....



    Und die sPD? Wie in den letzten Jahren gesehen: taucht ab und hat Angst vor Machtverlust und der wird auf diese Weise noch schmerzhafter werden.