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Aus für Verbrenner-Aus Merz, der Auspuff-Vater

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Der Kanzler will mit dem Einkassieren des Verbrenner-Aus der Autobranche helfen. Er macht damit genau das Gegenteil – und das Klima ist ihm egal.

F riedrich Merz wird in die Geschichte als Anti-Klimakanzler eingehen – und womöglich ist der Mann auch noch stolz darauf, weil er eine falsche Vorstellung von den Folgen hat. Dass das Handeln der Regierung nicht reicht, damit die gesetzlich festgelegten Klimaziele erreicht werden, ist ihm offensichtlich völlig egal.

Und nicht nur das. Unter seiner Führung wird die Energiewende geradezu abgewürgt. Jüngste Volte: Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Macron treibt Merz die Abkehr vom Zulassungsstopp für Autos mit Verbrennermotor voran, das ab 2035 EU-weit gelten soll. Das ist ein klimapolitischer Offenbarungseid. Fahrzeuge in Deutschland stoßen nach wie vor zu viele klimaschädliche Emissionen aus. Das nicht zu ändern, sondern zu verlängern, treibt die Erderhitzung weiter voran.

Geradezu tragisch: Merz gibt den Anti-Klimakanzler, weil er Wirtschaftsinteressen den Vorrang geben will. Aber Klimaschutz und Wirtschaft sind keine Gegensätze, gerade die Autobranche ist ein Paradebeispiel dafür. E-Autos sind nicht nur klimafreundlicher als Verbrenner-Autos. Sie sind auch wirtschaftlich die Zukunft, weil sie technologisch den Verbrennern weit überlegen sind. Die chinesische Regierung hat das längst begriffen, die deutsche immer noch nicht.

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Mit der Abkehr vom Verbrenner-Aus korrigiert die Regierung keinen Fehler aus der Vergangenheit, wie etwa CDU-Bundesverkehrsminister Steffen Bilger behauptet. Stattdessen lotst die Regierung die Autobranche in eine Sackgasse ohne Wendekreis. Die Ma­na­ge­r:in­nen der deutschen Autokonzerne sind nicht fähig oder wegen kurzfristiger Renditen und damit verbundener Boni nicht willens, die Weichen ihrer Industrie konsequent in die richtige Richtung zu stellen. Stemmt die Regierung sich mit ihnen gegen die E-Mobilität, indem sie fossile Geschäftsmodelle künstlich verlängert, wird die deutsche Autobranche noch weiter in die Krise getrieben.

Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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2 Kommentare

  • PfoteMila

    Ein weitere Fehler von Herrn Merz!



    Merkt eigentlich die Union nicht, dass bei all den vermurksten Reformen vor allem die unsägliche Energiepolitik von ihm aber vor allem die der Lobbyistin Frau Reiche den Leuten komplett auf Unverständnis stößt?



    Entweder das wird sofort korrigiert und Frau Reiche geht mitsamt ihres Teams und ihrem Energiepaket oder die CDU wird demnächst einstellig.



    Das Verbrenner-Aus (das es ja nie gab) geschenkt. Für die Verbrenner - egal wie effizient sie auch sein mögen - wird an den Stadtgrenzen heissen: "Wir müssen draußen bleiben". Mittlerweile tut mir auch die Automobilindustrie bei soviel irrsinnigem Lobbyismus nicht mehr leid. Selbst Schuld.

  • Flix

    Eine Entscheidung, so sie denn auch umgesetzt wird, die sehr wenigen nutzt und sehr vielen schadet, ein typischer Merz also.



    Wer sich derart gegen wissenschaftliche Erkenntnisse und ökonomische Vernunft stellt, hat in verantwortlicher Position — egal wo — nichts verloren.