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Angriff in LeipzigWeil er Kurdisch sprach

Als Hozan Roj in einer Leipziger Straßenbahn unterwegs ist, eskaliert eine Begegnung mit zwei Männern. Sie zücken Messer. Der Angriff ist kein Einzelfall.

In Deutschland leben weit über eine Million Kur­d*in­nen – hier Teil­neh­me­r*in­nen einer Demonstration in Mannheim im Januar Foto: Uli Deck/dpa
Yasemin Said

Aus Leipzig

Yasemin Said

Hozan Roj lehnt sich vor und umschließt mit seinen vergipsten Armen die Tasse. Er balanciert sie zu seinem Mund, nimmt einen Schluck. „Willst du noch Tee?“, fragt er und hebt intuitiv die Hand, bevor er sie wieder senkt: „Nimm dir gerne selbst.“ Einen kurzen Moment hatte er vergessen, dass er den Tee gerade nicht einschenken kann.

Roj sitzt auf einem Drehstuhl in seiner Einzimmerwohnung. Seitdem er Ende Januar Opfer eines Messerangriffs wurde, ist er ungern draußen und selten allein. Mehrere Stich- und Schnittverletzungen und die „hundertprozentige Durchtrennung des Gelenks“ stehen auf dem Entlassungspapier des Krankenhauses. Roj hätte den Daumen seiner linken Hand fast verloren.

Rojs Geschichte ist nicht der einzige Vorfall von antikurdischem Rassismus der letzten Wochen. Als in Nordostsyrien die kurdische demokratische Selbstverwaltung Rojava von Truppen der syrischen Armee angegriffen und Kobanê von der Türkei bombardiert wird, organisieren Kur­d*in­nen weltweit Demonstrationen und Solidaritätsaktionen. Diese Sichtbarkeit kurdischen Widerstands trifft jedoch auf Gegenwehr. In mehreren Städten, darunter Halle, Hannover und Antwerpen, werden kurdische Personen angegriffen.

Vor dreieinhalb Jahren ist Hozan Roj nach Deutschland gekommen. Er ist in den kurdischen Gebieten in Iran aufgewachsen, möchte nicht erzählen, wo genau und möchte auch seinen echten Namen nicht nennen, aus Angst vor weiteren Angriffen. „Ich bin mir der Gefahr bewusst“, sagt er, „ich habe mir das in Deutschland trotzdem anders vorgestellt.“

„Wir haben uns auf Kurdisch unterhalten“

Ruhig erzählt Roj von der Nacht, als es zu dem brutalen Angriff kommt. Er ist mit einem Freund unterwegs. Beide stehen an der Haltestelle am Hauptbahnhof von Leipzig, unterhalten sich über Rojava. „Wir haben über die Angriffe gesprochen, haben uns auf Kurdisch unterhalten“, erzählt er. Als Roj sich von seinem Freund verabschiedet und in die Bahn gestiegen sei, habe er die Blicke von zwei jungen Männern gespürt.

Sie redeten auf Deutsch laut miteinander, beleidigten Kurd*innen, hätten ihn provozieren wollen, sagt Roj. Er stockt kurz, als er erzählt. „Es waren viele sexistische Kommentare“, sagt er, „die will ich jetzt nicht wiederholen.“ Es sei gegen kurdische Frauen gegangen, das kurdische Volk, das man vernichten wolle. Irgendwann sei Roj aufgestanden und paar Sitze weiter gelaufen. Die beiden Männer seien ihm gefolgt, fingen an, ihn zu berühren. Erst leicht an der Schulter, dann etwas stärker, so erzählt es Roj.

Sie forderten ihn auf, mit ihnen auszusteigen, mehrmals. „Nein, ich muss hier nicht raus“, habe er immer wieder gesagt, bis plötzlich einer der beiden Männer sein Messer zeigt. „Du hast ein Messer?“, habe Roj gefragt, dann habe auch der Zweite ein Messer gezeigt, das in seinem Schuh steckte. „Komm raus hier, ich bring dich um“, habe er gesagt.

Roj kann sich bis zu dem Moment, als das Messer gehoben wird, die Bahn stehen bleibt und die Fahrgäste anfangen zu filmen, detailliert erinnern. „Ich weiß dann nicht mehr, wo genau mich was getroffen hat. Ich bin nach hinten gefallen, habe versucht, die Schläge und Stiche mit meinen Armen abzuwehren“, sagt Roj.

Allein für das letzte Jahr wurden 217 Vorfälle von antikurdischem Rassismus registriert

Er flüchtet aus der Bahn, die Täter folgen ihm, er kehrt zur Bahn zurück, als er sie nicht abschütteln kann. Kurz bevor die Polizei kommt, habe einer der Angreifer seinen Geldbeutel gefordert. „Die wollten, dass es nach einem Raub aussieht“, sagt er. „Aber die hatten ja ein Problem damit, dass ich Kurde bin. Die wollten nicht mein Geld.“

Die Polizei habe Roj gegenüber erwähnt, dass sie einen der Täter gefasst hätten. Es handele sich um einen 21-jährigen Mann mit syrischer Staatsbürgerschaft. In der Pressemitteilung wird noch von einer „Auseinandersetzung in einer Straßenbahn“ gesprochen und darin steht auch, dass der Täter nach einer kurzen Vernehmung wieder auf freiem Fuß ist. Roj spricht von versuchtem Mord und davon, dass die Täter versucht hätten, seinen Bauch mit dem Messer zu treffen. Die Daunenjacke sei zum Glück dazwischen gewesen.

Auf der Couch in Rojs Wohnung sitzt Baran Kawa, ein Freund von Hozan Roj, auch er will seinen echten Namen nicht nennen. „Wir werden im Krieg in Nordsyrien getötet und Roj wird hier in Deutschland angegriffen“, sagt Kawa. Beruflich sei Kawa als Kurde schon diskriminiert worden. Es gebe laut Kawa „kein Bewusstsein für ausländischen Faschismus“. In einer Facebook-Gruppe für Arabisch-sprechende Personen in Leipzig hätte eine Person sehr öffentlich den Tod von Kur­d*in­nen befürwortet.

wochentaz

Dieser Text stammt aus der wochentaz. Unserer Wochenzeitung von links! In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

Roj erzählt, dass auch der zweite Täter mittlerweile der Polizei bekannt sei. Die Polizei selbst äußert sich auf taz-Anfrage weder zum Tathergang noch zum Stand der Ermittlungen.

Um auf die Bedrohungslage der Kur­d*in­nen in Deutschland hinzuweisen, hat sich 2023 die Informationsstelle Antikurdischer Rassismus, kurz IAKR, gegründet. Im Jahresbericht 2024 schreibt sie, dass dieser auch als eine Mahnung gesehen werden soll, denn die kurdische Diaspora sei in Deutschland ernstzunehmenden Problemen ausgesetzt. Allein für das letzte Jahr wurden 217 Vorfälle von antikurdischem Rassismus registriert.

Anfang der Woche schreibt Roj dann, dass die Polizei sich bei ihm gemeldet habe. Man hätte ihn gefragt, ob er sich sicher sei, dass der zweite identifizierte Täter die richtige Person sei. Roj sei verwirrt von diesem Anruf gewesen. „Warum dauert das so lange?“, fragt Roj. Man müsse doch das Gesetz ändern, wenn die Täter danach einfach frei sein könnten. „Die haben versucht, mich umzubringen, ich gehe seitdem nicht mehr raus, ohne mein Gesicht zu verstecken. Das ist doch nicht normal.“

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38 Kommentare

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  • Liebe taz, ist das eine Nachricht : "Nur weil er kurdisch sprach"? In den 70ern waren kurdische Menschen in Berlin bei türkischen Menschen - mehr oder weniger, ob sie aus der südlichen Türkei, der Schwarzmeerküste, aus Anatolien... kamen - verhasst. Ich habe mit beiden Gruppen zu tun gehabt, nicht als Gruppen, sondern als schutzsuchende Menschen aus beiden Ethnien. Noch in dieser ihrer Not-Situation mussten wir (deutsche / berliner Menschen) aufpassen, dass sie sich nicht gegenseitig an die Gurgel sprangen, wobei beide sich jeweils der anderen Seite überlegen, "besser" glaubten qua Geburtsrecht.

  • Ehrlich gesagt war es auch nicht sehr schlau, das ganze als Raub zu "tarnen", wenn es denn so war. Bei Verwendung eines Messers ist die Mindeststrafe 5 Jahre - da könnte man durchaus einen Haftbefehlt mit begründen.

  • Leipzig?



    Die einzige NGO der syrischen Demokratiebewegung sitzt in Leipzig: Adopt a Revolution. Sie berichtet in den newslettern:



    "Unsere Partner*innen berichten zudem von Plünderungen in Städten, die inzwischen unter Kontrolle der syrischen Übergangsregierung stehen. Betroffen sind nicht nur zivilgesellschaftliche Zentren, sondern auch Behörden, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen. Über das Ausmaß lässt sich derzeit kaum etwas sagen, da keine unabhängigen Medien in die Gebiete gelassen werden. Auch Übergriffe auf kurdische Geschäfte und Häuser wurden gemeldet. In Raqqa ist bislang keine reguläre Armee stationiert, sondern Stammesmilizen und bewaffnete Gruppen mit unklarer Zugehörigkeit." (23.1.26)



    und:



    Die Stadt Kobanê wird weiterhin von islamistischen und türkischen Truppen belagert, von Versorgung abgeschnitten. (30.1.26)



    "Ein geeintes Syrien (...) kann nur durch einen inklusiven politischen Prozess, Kompromissbereitschaft und gesellschaftliche Teilhabe wachsen."



    adoptrevolution.org/



    adopt fördert mehrere lokale Projekte. Bitte unterstützen Sie dies.

  • Hass und Gewalt gehen auch hier in beide Richtungen.

    Ein Kollege , Syrer, hat die kleine Flagge die an seinem Spiegel hing aus dem Auto genommen, aus Angst .

    Der Laden eines Bekannten , ebenfalls Syrer, wurde von Kurden zerlegt am



    Rande einer der Demos.

    Die Konflikte aus der Heimat werden hier weitergeführt,. Mit Gewalt.

    Und das, obwohl jeder einzelne hierher gekommen ist, um Schutz zu suchen. Es mögen immer wieder einzelne sein, aber hier würde ich mit eine entscheidende Distanzierung von Gewalt wünsche, und ein Bekenntnis zu Frieden und miteinander.

  • Immer wieder wird in kurdischen Telegram-Kanälen von Angriffen auf Kurd_innen in Deutschland berichtet. So in der Massenunterkunft Berlin Tegel. Das stellt das Gefühl in Sicherheit zu sein infrage.



    Solidarität mit Rojava und allen Humanisten!

  • Das ist schrecklich, alarmierend!



    Es gab einmal eine Demokratiebewegung in Syrien, die wollen all das nicht. Keine ethnonationalistische Aggression und Entrechtung der Kurd_innen, sondern eine Demokratische Republik Syrien.



    Schauen Sie rein: noch lieferbar, auf deutsch: editionfaust.de/pr...ichten-aus-syrien/



    Es sollte also eine Entwicklung dahin geben, dass alle Verschiedenen in einer öffentlich-bürgerrechtlichen Struktur zusammenleben können, ohne Angst voreinander zu haben. Ohne Angst verschieden sein. Von Verwandtschaft unabhängig gemeinsam die Zukunft gestalten.

  • Mit dem Begriff Antikurdischer Rassismus adressiert man Opfer und Täter und stellt klar, dass es sich um ein Thema handelt, dass die deutsche Migrationsgesellschaft direkt betrifft (und nicht etwa bloß das Zusammenleben von sunnitischen Arabern und Kurden in Syrien) und mit dem wir uns auseinandersetzen müssen..



    Es ist zwar richtig, dass es sich bei den dahinterstehenden (ethnischen oder religiösen) Konflikten auch um „Import“ aus den jeweiligen Herkunftsländern handelt, jedoch erscheint der Begriff Konfliktimport als zu schwiemelig, um zu markieren, dass es eben keine externen Konflikte sind, die etwa durch Abschiebung der Täter einfach zu lösen wären. Im Gegenteil, die aus solchen Konflikten hervorgehenden Straftaten müssen HIER gelöst wrtddn, weil wir nun mal eine Migrationsgesellschaft sind und diese Probleme damit auch die der gesamten deutschen Gesellschaft..



    Lediglich die AfD und rückwärts gewandte Teile der Unionsparteien haben es noch nicht begriffen, dafür aber schon der alte Geheimrat Goethe, der die Ignoranz, die vermeintliche Nicht-Befasstheit des deutschen Michels, seinerzeit treffend entlarvte: „Wenn fern in der Türkei die Völker aufeinanderschlagen …“.

    • @Abdurchdiemitte:

      Ja! eben.

    • @Abdurchdiemitte:

      Sorry, aber nein das ist mir zu Plump, dass die deutsche Gesellschaft sich die Probleme der migrantischen Community zu eigen machen soll und damit Deutschland für die Problemlösung verantwortlich gemacht wird.

      Das hat dann nun wirklich nichts mit AfD oder rechtsgewandter Union zu tun, sondern ist wirklich blankes wegsehen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.



      Solche Konflikte sind keine Probleme der gesamten deutschen Gesellschaft. Deutschland muss damit ein Umgang finden ja, weil hier Straftaten passieren, aber Deutschland muss hier keine Konfliktlösung betreiben. Wer Mist baut, der muss dann halt gehen.

    • @Abdurchdiemitte:

      Wieso ist es bitte kein externer Konflikt der nicht durch Abschiebung gelöst werden könne, wenn hier lebende syrische Staatsbürger syrische Kurden aufgrund deren Kurdischseins überfallen? Es ist ein Skandal, wenn arabischer Syrer die hier vorgeblich Schutzsuchen offen den Tod anderer Syrer fordern; seien es Kurden oder wie auf der Demo vor dem Roten Rathaus letztes Jahr Kurden. Man muss nicht der AfD nahe stehen um zu der Meinung zu gelangen, dass diese Menschen hier nichts zu suchen haben und abgeschoben werden sollten.

  • Es ist leider so, dass die Grauen Wölfe z.B. eine rechtsextreme Türkische Gruppe bei uns nicht verboten ist, diese haben auch viel Angriffe auf Kurdische Leute zu vernatworten. Das hier Syrische Leute den Krieg aktiv betreiben wollen, ist fatal. Es ist Rojava das einzige Projekt, welches als Ziel eine nicht nationalistische , sondern basisdemokratische Zusammenlebens Idee vertritt:dass das von Frauen aus geht ist logisch, denn Kriege basieren auf Nationalismen sie sind aber das wirksamste Mittel, wie Herrschende das Patrriarchat in Gesellschaften hinein pressen und zementieren. Deswegen war der Angreiffer auch besonders sexistisch aufgeladen. Das soll nicht bedeuten, dass es auch von den Kurdischen SDF im Krieg teils Ungerechtigkeiten gegen arabische Communities ausgeübt haben können, denn: die Kurden haben zunächst mal auch eine lange patriarchale Geschichte &im langen Krieg passieren viele Gewalten. Die Phantasmen ethnischer Nationalismen gerade Arabischer Herrschaft sind besonders absurd, wenn sie gegen die Ideen der Aufstände der arabischen Frühlinge millitaristisch nach rechts& islamistisch gewendet werden.Die Internationale Solidarität gilt jedoch den Menschenrechten aller

    • @R.L.:

      ja, voll.



      "Die Phantasmen ethnischer Nationalismen gerade Arabischer Herrschaft sind besonders absurd, wenn sie gegen die Ideen der Aufstände der arabischen Frühlinge millitaristisch nach rechts& islamistisch gewendet werden."



      Das ist so tragisch. Ich bin 2011 nach Tunesien gereist zu einem Treffen, wie es weitergeht.



      Es gibt schon lange viel Säkularität. Aber in den arabischen und islamischen Ländern ist vieles unorganisiert, spontan. politisch etwas diffus. In Umfragen sagen 70% der unter30jährigen: Religion ist Privatsache. Ich finde es unübersichtlich. In Syrien geht die Gewalt (z.b. gegen Drusen) von Stammesverbundenen aus. Urbanität in Damaskus, Aleppo.

  • Es ist üblich, dass Verdächtige nach einer Körperverletzung auf freiem Fuß bleiben. Womöglich gaben die Syrer einen anderen Tatablauf zu Protokoll.



    Es darf jetzt keine politische Instrumentalisierung dieses Vorfalls geben. Solche Debatten spalten nur die Gesellschaft und



    sind schädlich für Demokratie und Vielfalt. Der üblicherweise von Rechts-Konservativen vorgebrachte Ruf nach härteren Strafen ist billiger Populismus, denn Erstens reichen die Gesetze aus und Zweitens muss proaktiv mehr gegen Hass und Gewalt getan werden. Mehr Geld für Integrationskurse ist sehr gut angelegt.

    • @Zugpferd:

      Normalerweise haben viele Bahnen Kameras - ob das dort auch so ist, weiß ich nciht. Außerdem sollen ja Fahrgäste gefilmt haben, die Beweissituation könnte also sehr gut sein, wer Angreifer und wer Opfer ist.

  • Die aus mehreren Kommentaren hier deutlich spürbare klammheimliche Freude darüber, dass es sich um nichtdeutsche Täter handelte, ist eklig und allzu durchsichtig.

    Dahinter steht unausgesprochen: "Wussten wir ja schon immer, dass *Die* nicht demokratiefähig sind."

    Es ist wenig überraschend, dass Geflüchtete nicht die besseren Menschen sind, und natürlich muss man die Täter zur Rechenschaft ziehen.

    Ich wäre zudem sehr für ein Verbot der Grauen Wölfe. Ich verstehe nicht, dass Deutschland sich bis jetzt nur zu einer Einstufung der PKK als Terrororganisation durchringen konnte und damit verbunden zu einer Aufrechterhaltung des Verbots der Partei und anhängender Vereine.

    • @Klabauta:

      Na, wenn das für Sie das Wichtigste ist, dann geben Sie diesen Leuten wohl indirekt sogar recht.

    • @Klabauta:

      Es geht um ritualisierte Textbausteine, nicht um Tätergruppen.



      „Demokratiefähigkeit“ kommt hier nicht vor – außer in Ihrer Interpretation.



      Wo bleibt eigentlich der AfD-Bezug? Der fehlt noch zur Vollständigkeit. 😉

  • Ich höre da im Hintergrund die Polizei nach dem Attentat durch den NSU in der Keupstrasse - "das sind die Ausländer untereinander, was sollen wir da ermitteln.."

  • Und ich habe immer geglaubt, Rassismus wäre ein Alleinstellungsmerkmal von uns Deutschen. So jedenfalls habe ich immer unsere Linken verstanden.



    Aber so kommt es, wenn man mehr die Symptome bekämpft, denn die Ursachen.

    • @BS:

      ?? nö.



      Wir sind nicht Ihre Linken. Da müssen Sie sich verwählt haben.

    • @BS:

      Da haben Sie „unsere“ Linken aber ganz schön missverstanden - aber so kommt es, wenn man sich nicht richtig informiert und ausschließlich darauf aus ist, seine Feindbilder zu pflegen.



      Aber es sei Ihnen unbenommen, denn schliesslich ist das hier nur eine Meinungsseite..



      Und spezifisch antikurdischen Rassismus kann man deutschen Rassisten möglicherweise auch nicht unterstellen, denn in ihrem Rassismus gegen Migranten sind sie erstaunlich undifferenziert.

      • @Abdurchdiemitte:

        Ein deutscher Rassist in dem von Ihnen gemeinten Sinne hätte wohl kaum erkannt, dass die Sprache, in der sich der Angegriffene und sein Freund unterhielten, Kurdisch war.

      • @Abdurchdiemitte:

        So, so, missverstanden. Waffen für Kurdistan ist kein Problem, weil die sind ja im Freiheitskampf. Bei den Ukrainern ist das natürlich was anderes, da gibt es ja Nazis.



        Nationen sind per se Kriegstreiben, aber ein freies, unabhängiges Kurdistan sollte es schon sein. Als ein junger Mann mal auf einer Veranstaltung für Kurden fragte, wie das da mit dem Geld, also dem Kapitalismus, geregelt ist, machte sich auf einmal in der redseligen Gesellschaft eine unheimliche Stille breit. Er musste ohne Antwort nach Hause gehen. So geht man nicht mit fragenden Menschen um!



        Und ein Genosse sagte einmal, wenn wir an die Macht kommen, direkt Panzer auffahren und sichern. Seit dem ich weiß was die Linken wollen, weiß ich, dass ich nichts weiß. Ich mache mir so meine Gedanken, bei den Linken wird das ja mit "in die rechte Ecke stellen" bestraft. Da stehe ich jetzt, aber mir macht es nichts aus. Lieber sagen was ich denke, als denken was andere sagen.



        Mit solchen Leuten will ich jedenfalls nicht in einen demokratischen Sozialismus. Die sollten mal über ihre Ethik nachdenken, die verwechseln das mit Dünnbrettbohrerei bzw. Rosinenpickerei.

      • @Abdurchdiemitte:

        "Da haben Sie „unsere“ Linken aber ganz schön missverstanden"

        Nein, hat er nicht.

  • Seltsamer Artikel.



    Es ist wichtig, dass die Täter sich auf deutsch unterhalten. Also sind sie Einheimische oder wenigstens gut integriert.



    Dann, nach einer gefühlten halben Ewigkeit, der Hinweis, dass die Täter aus Syrien stammen...



    Falls die Täter noch nicht eingebürgert sind, wäre ich dafür, sie zügig vor Gericht zu stellen und im Anschluss an ihre Strafe des Landes zu verweisen, egal, was ihnen dort blüht.



    Niemand muss nach Deutschland flüchten, um hier Mord und Totschlag zu begehen oder es auch nur zu versuchen.

  • "Warum dauert das so lange?“, fragt Roj. Man müsse doch das Gesetz ändern, wenn die Täter danach einfach frei sein könnten."

    Bei solchen Aussagen lese ich normalerweise in Kommentaren den Hinweis auf "den Rechtsstaat" und das Ganze wird dann auch gerne irgendwie "rechts" gelabelt wenn solche Personen nach Aufnahme der Personalien wieder gehen können und für diese Maßnahmen Unverständnis geäußert werden.

    Im übrigen finde ich es naiv zu glauben, dass jene Menschen, die in ihren Herkunftsländern Krieg gegeneinander führen,diese Differenzen beiseite legen, sobald sie die Grenze überschritten haben, um hier in Deutschland eine neue bunte solidarische Gesellschaft aufzubauen.

    • @Desti:

      das gelingt durchaus vielen. Letzte Woche habe ich einen Film über eine ehemalige israelische Geisel gesehen, deren Kinder geötet wurden und die weiter Frieden mit den Palästinensern möchte.

      Gleiches kenne ich auf anderem - weniger tragischen - Level von einigen Bekannten, die gerade darauf aus sind, hier in Deutschland in Frieden zu leben und die Konflikte nicht hierher zu tragen. Das finde ich eigentlich die einzig akzeptable Haltung, wer kämpfen will, der kann eigentlich auch gleich dort bleiben.

  • Er hat völlig recht: Das ist nicht normal. Es ist das ideologische Beharren auf Grundsätzen, die zu einer früheren Zeit passten, heute aber eine Bedrohung sind.

  • Ich wollte eigentlich schon schreiben, welcher "Deutsche" kurdisch überhaupt am gesprochenen Wort erkennen würde. Da die Angreifer ja deutsch gesprochen haben...



    Aber es ist ja genannt das es Syrer waren.



    Ok, importierter Rassismus.... Ja wirklich? Das gibt es? Jeder Mensch der hier her kommt ist doch immer ein Gewinn und problemlos integrierbar und macht weniger Probleme als alle behaupten. Und das auch noch von Linken Medien.



    Ich würde behaupten dass gibt es noch mehr und häufigere Fälle...

    Und wie sieht da eigentlich die Problemlösung aus? Sollen Syrer einen Kurdenverständniskurs machen?

    • @Duplozug:

      Die Problemlösung wird die Folgende sein:

      Mehr finanzielle Mittel für die Zivilgesellschaft und die Intensivierung des Kampfes gegen Rechts.

      Für wahrscheinlicher halte ich aber, dass eher nichts passiert, die teils gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und Türken sind ja jetzt nicht wirklich neu.

      • @Desti:

        Da bin ich bei Ihnen. Wenn wir nur genug Geld ausgeben, dann wird sich der Rassismus einfach auflösen. Und wenn nicht, noch mehr Geld.

      • @Desti:

        "Die Problemlösung wird die Folgende sein:



        Mehr finanzielle Mittel für die Zivilgesellschaft und die Intensivierung des Kampfes gegen Rechts."

        Finde ich nur noch frech. Oder soll das ironisch gemeint gewesen sein???

        • @Heckenschere:

          Nicht zu vergessen, die Demokratieförderung.

          Ja, das ist ironisch. Vielleicht auch schon sarkastisch.

  • Auseinandersetzung zwischen Kurden und Arabern bzw. Kurden und Türken. Worum geht es? Egal - sollte nicht in Deutschland stattfinden. Junge Männer mit Messern bereichern unsere Gesellschaft nicht.

    • @A. Müllermilch:

      Sollte nicht stattfinden, findet aber statt. Weil es sich um typische Probleme einer westeuropäischen Migrationsgesellschaft handelt, die Deutschland nun einmal ist. Mit allen Problemen, aber auch Chancen, die das mit sich bringt.



      Das Opfer ist in diesem Falk selbst Flüchtling. Er hätte aber auch ein in Deutschland geborener kurdischstämmiger Migrant sein können, ein Kind oder Enkel beiovon Gastarbeitern aus dem Südosten der Türkei.



      Sein einziger Fehler (in den Augen der Täter) war, dass er Kurdisch sprach. Der hier zutage tretende Rassismus gehört auch hierzulande bestraft, man kann ihn nicht lediglich als Konflikt des Herkunftlandes betrachten und sich nicht weiter zuständig fühlen.

  • Und der plottwist nach 4 absaetzen. Doch keine deutschen taeter..

    • @Hannes Petersen:

      Ja. Und? Ist jetzt alles gut?

  • "„Warum dauert das so lange?“, fragt Roj. Man müsse doch das Gesetz ändern, wenn die Täter danach einfach frei sein könnten."

    Meiner Meinung nach eine vernünftige Einstellung (wenn auch vermutlich nicht links, grün oder rot). In Deutschland ist das "eben so". (Ich erinnere an die 18-Jährige, die kürzlich von einem ihr unbekannten Mann vor einen fahrenden Zug mitgerissen wurde, der wenige Tage zuvor Polizisten angegriffen hatte u.v.m..)

    Das Einzige, was meiner Meinung nach möglich ist, dass Menschen wie Herr Hozan Roj politisch aktiv sind und versuchen darauf Einfluss zu nehmen, dass diese Gesetze geändert werden. Ich persönlich denke nicht, dass dies zu unzumutbaren Härten führen würde, aber das kann selbstverständlich auch anders gesehen werden.

    Ich hoffe, Herr Hozan Roj übersteht die Verletzungen gut und zeigt sich bald wieder in der Öffentlichkeit, ohne das Gefühl zu haben, sich verstecken zu müssen.