+++ Corona News vom 22. Mai +++: 99 Prozent weniger Passagiere

Pandemie stürzt Lufthansa in „größte Krise aller Zeiten“. Forscher weisen Virus in Muttermilch nach. Die Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Geparkte Flugzeuge der Lufthansa

Kein Höhenflug: Sowohl Umsätze als auch Passagierzahlen der Lufthansa sind drastisch eingebrochen Foto: Boris Roessler/dpa

Den Live-Ticker bearbeiten Klaudia Lagozinski und Anselm Denfeld.

Forscher weisen neues Coronavirus in Muttermilch nach

15.26 Uhr: Virologen haben das neue Virus erstmals in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei erkrankt, teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Groß von der Universität Ulm mit. Es sei aber noch unklar, ob das Kind sich über die Muttermilch angesteckt habe. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal „The Lancet“. Die Virologen hatten die Muttermilch von zwei Frauen auf Erbgut (RNA) des neuen Coronavirus untersucht, die sich im Krankenhaus zusammen mit ihren Neugeborenen ein Zimmer teilten. Als eine der Frauen Krankheitssymptome entwickelte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen isoliert und beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Zimmernachbarin bemerkte erst später Symptome, wurde dann aber – ebenso wie ihr Kind – auch positiv getestet.

In den Muttermilch-Proben der zuerst erkrankten Frau fanden die Wissenschaftler keine Hinweise auf das Virus. Das Ergebnis in den Proben der zweiten Mutter war dagegen positiv. Woran das liegt, sei derzeit noch nicht klar, sagte Münch. Nach 14 Tagen sei kein Virus mehr in der Muttermilch nachweisbar gewesen und die Mutter sowie ihr Kind erholten sich. „Unsere Studie zeigt, dass Sars-CoV-2 bei stillenden Frauen mit akuter Infektion in der Muttermilch nachweisbar sein kann. Aber wir wissen noch nichtob die Viren durch das Stillen auf den Säugling übertragen werden können.“ (dpa)

351 neue Coronavirus-Tote in Großbritannien

15.10 Uhr: In Großbritannien steigt die Zahl der an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen um 351 auf 36.393. Die Gesundheitsbehörden registrieren insgesamt 254.195 Menschen, die sich mit dem Erreger angesteckt haben. (rtr)

UN verurteilen Zwangsräumung von Slums in Kenia

15.09 Uhr: UN-Menschenrechtler haben die Zwangsräumung von Hunderten Häusern in informellen Siedlungen in Kenia inmitten der Pandemie scharf kritisiert. Das Zerstören von Häusern Tausender Menschen, ohne eine alternative Unterkunft bereitzustellen, sei ein schwerer Verstoß des Rechts auf eine Unterkunft, teilte das UN-Menschenrechtsbüro mit. Dies inmitten einer Pandemie zu tun, verstoße zudem gegen etliche Menschenrechtsnormen und verschärfe die möglichen Auswirkungen der Corona-Krise.

In dem ostafrikanischen Land wurden bislang 1.161 Fälle von Covid-19 bestätigt. Um die Ausbreitung einzudämmen, verhängte die Regierung bereits nach wenigen Fällen scharfe Maßnahmen. Das Tragen von einer Maske in der Öffentlichkeit ist Pflicht. (dpa)

Kretschmer für Aufnahme russischer Corona-Patienten

14.34 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich für eine Aufnahme russischer Covid-19-Patienten in Deutschland ausgesprochen. „Es wäre ein starkes Zeichen der Europäischen Union, wenn wir auch Patienten aus Russland bei uns behandeln würden“, sagte der CDU-Politiker dem „Spiegel“. Sachsen hatte 14 Patienten aus Italien und Frankreich aufgenommen. (dpa)

Passagierrückgang von mehr als 99 Prozent

13.56 Uhr: Vom Höhenflug in massive finanzielle Turbulenzen: Noch im vergangenen Jahr verbuchte der Lufthansa-Konzern Umsatz-Rekorde. Doch die Krise hat den Luftverkehr im Eiltempo in seine „größte Krise aller Zeiten“ gestürzt, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr es formuliert. „Die Passagierzahlen liegen aktuell bei maximal einem Prozent des Vorjahresniveaus“, berichtete Spohr Anfang Mai bei der virtuellen Hauptversammlung der Lufthansa. „Oder anders formuliert: der Passagierrückgang beträgt 99 Prozent.“

Für 80.000 der 138.000 Mitarbeiter von ihnen bedeutet die Krise Kurzarbeit. Wegen der Einreiseverbote und Einschränkungen in vielen Ländern ist außerdem ein Großteil der Flotte am Boden. Von 760 Maschinen sind nur rund 60 im Einsatz. Ab Juni soll nun die erste Phase eines „Neustarts“ beginnen und der Flugplan, der auf das Niveau des Jahres 1955 zusammengeschnurrt ist, wieder „spürbar“ ausgeweitet werden. Spohr rechnet mit einer „sehr langsamen Anlaufphase“ – erst für das Jahr 2023 erwartet die Lufthansa demnach, dass die globale Nachfrage „ihr neues Gleichgewicht gefunden hat“. (afp)

Krankenkassen wollen Geld für Tests vom Staat zurück

13.56 Uhr: Die Krankenkassen pochen angesichts der geplanten Ausweitung von Corona-Tests darauf, dass der Staat die Kosten mitträgt. „Im Rahmen der Pandemiebekämpfung die Tests auszuweiten, erscheint auf jeden Fall sinnvoll“, sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Als staatliche Aufgabe müssten Tests in diesem Rahmen auch vom Staat finanziert werden. (dpa)

Polizei warnt vor neuer Corona-Betrugsmasche

13.39 Uhr: Die Polizei hat vor einer neuen Betrugsmasche mit angeblichen Tests auf das Coronavirus gewarnt. In den vergangenen Tagen hätten die meist älteren Opfer in mehreren Teilen Deutschlands ein seriös anmutendes Schreiben einer angeblichen „Bundesstelle für Seuchenschutz“ bekommen, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim in Lingen. Diese Behörde gebe es gar nicht, betonte er. Die Angeschriebenen werden dazu aufgefordert, sich mit einem Test-Set auf Covid-19 zu testen. Laut Auskunft des Einwohnermeldeamtes gehörten sie zu einer Risikogruppe, heißt es in dem Schreiben weiter. Notfalls müsst der Test zwangsweise durchgeführt werden. Für das angebliche Test-Set würden dann per Nachnahme 97,50 Euro kassiert. „Die Polizei warnt eindringlich davor, Päckchen, die nicht bestellt worden sind, gegen Nachnahme anzunehmen“, erklärte der Sprecher. (dpa)

Kommunalwahl in Frankreich soll nachgeholt werden

13.20 Uhr: Die wegen der Pandemie verschobene zweite Runde der Kommunalwahlen in Frankreich soll am 28. Juni nachgeholt werden. Dieser Wahlgang wird in rund 5000 Gemeinden stattfinden, rund 16 Millionen Menschen sind zur Wahl aufgerufen. Bei der Kommunalwahl wird über die Machtverhältnisse in den Kommunalparlamenten und Rathäusern abgestimmt. Sollte sich die gesundheitliche Situation im Land verschlechtern, könne der Wahltermin aber wieder verschoben werden. Die erste Runde fand am 15. März inmitten der Pandemie statt, einen Tag später kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron strenge Ausgangsbeschränkungen an. Damals fiel die Wahlbeteiligung auf ein Rekordtief. Eigentlich hätte die zweite Runde eine Woche später stattfinden sollen – dieser Wahlgang wurde allerdings verschoben. In allen Gemeinden, in denen bei der ersten Runde keine absolute Mehrheit erreicht wurde, steht nun dieser zweite Wahlgang noch aus. (dpa)

73 Prozent der Deutschen erwarten keine Gehaltseinbußen

13.08 Uhr: Trotz der Coronakrise erwarten 73 Prozent der Deutschen einer Umfrage zufolge keine Änderung ihres Einkommens in den kommenden sechs Monaten. Jeder sechste Haushalt geht von einem Anstieg bis Ende des Jahres aus, berichtet der „Spiegel“ vorab unter Berufung auf eine gemeinsame Studie des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE, des Marktforschungsinstituts Nielsen und des Ökonomie-Lehrstuhls der Goethe-Universität Frankfurt. Jeder Zehnte hingegen erwarte weniger Geld. (rtr)

Malaysias Ministerpräsident in häuslicher Quarantäne

13.02 Uhr: Malaysias Ministerpräsident Muhyiddin Yassin begibt sich nach einem Kontakt mit einem infizierten Beamten für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Ein Test bei Muhyiddin sei bisher negativ ausgefallen, berichtet sein Büro. (rtr)

Estland lockert zum Juni Beschränkungen

12.50 Uhr: In Estland können die Menschen bald weitere Freiheiten genießen. Die Regierung beschloss, zum 1. Juni die Beschränkungen zu lockern. Restaurants, Bars und Cafés dürfen dann auch nach 22 Uhr wieder geöffnet haben und alkoholische Getränke verkaufen. In den Lokalen gilt dabei wie überall in Estland die sogenannte 2+2-Regel, wonach nicht mehr als zwei Personen zusammen sein dürfen und sie einen Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen Personen einhalten müssen. Auch Kinos können von 1. Juni an wieder Filme zeigen und öffentliche Veranstaltungen wie Aufführungen, Messen und Festivals sind wieder zulässig. Dabei gilt in Innenräumen, in denen nur bis zu 50 Prozent der Plätze gefüllt sein dürfen, eine maximale Teilnehmerzahl von 500. Im Freien liegt die Grenze bei 100. (dpa)

Laschet schlägt Familienbonus von 600 Euro pro Kind vor

12.50 Uhr: Nordrhein-Westfalen setzt auf eine finanzielle Entlastung von Familien. Die Landesregierung schlage für Deutschland einen Familienbonus in Höhe von einmalig 600 Euro pro Kind vor, sagt Ministerpräsident Armin Laschet. Dies diene auch zur Förderung des privaten Konsums. In NRW wolle er auf jeden Fall einen Punkt für Familien setzen, betont Laschet. Wie dies aussehen werde, hänge davon ab, was letztlich im Programm des Bundes steht. (rtr)

Sterblichkeit in den Niederlanden

12.42 Uhr: In den Niederlanden starben in der vergangenen Woche weniger Menschen als üblich. Das Statistikbüro des Landes verzeichnete 2850 Todesfälle, etwa 200 weniger als zu dieser Jahreszeit erwartet werden. In den Wochen zuvor lag die Mortalität wegen der Pandemie dagegen höher als sonst. (rtr)

Corona-Regeln im Sozialwesen werden gelockert

12.37 Uhr: Im Zuge der nächsten Öffnungen am kommenden Montag lockert Niedersachsen einige Beschränkungen im sozialen Bereich. So darf die Tagespflege für Ältere und Pflegebedürftige sowie für Menschen mit Behinderung dann maximal die Hälfte der Plätze wieder belegen, ein Hygienekonzept vorausgesetzt. Auch Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Tagesförderstätten dürfen die Hälfte der Plätze öffnen, wie das Sozialministerium in Hannover ankündigte. Außerdem können Menschen, die soziale, pädagogische oder psychologische Unterstützung brauchen, wieder die entsprechenden Beratungsstellen aufsuchen. (dpa)

Justiz befürchtet Überlastung durch Flugticket-Erstattungen

12.33 Uhr: Die Frankfurter Justiz fürchtet eine nicht zu bewältigende Klagewelle, weil Fluggesellschaften stornierte Flüge nicht rechtzeitig erstatten. „Wir erwarten, dass sich Luftverkehrsunternehmen rechtstreu verhalten und gesetzliche Verpflichtungen zur Rückerstattung von stornierten Tickets erfüllen“, erklärte der Vize-Präsident des Amtsgerichts Frankfurt, Frank Richter. Am Mittwoch hatte das Verbraucherportal „Flightright“ angekündigt, im Namen von rund 20.000 Passagieren bei den Gesellschaften Lufthansa und Ryanair ausstehende Gelder einzuklagen. Zusammengenommen gehe es um rund 20 Millionen Euro. (dpa)

NRW will digitale Endgeräte für alle Schüler

12.22 Uhr: Die nordrhein-westfälische Landesregierung will als Reaktion auf die Krise die Digitalisierung der Schulen vorantreiben. Das Land strebe an, gemeinsam mit den Kommunen die Schulen in die Lage zu versetzen, „alle Schüler, deren Familien die finanziellen Mittel hierfür fehlen, mit digitalen Endgeräten und geeigneter Software auszustatten“, heißt es in einem heute vorgestellten Papier der Landesregierung mit Vorschlägen zur Stärkung von Konjunktur und Wachstum. Für die Digitalisierung von Landesverwaltung, Kommunen, Schulen und Hochschulen will das Land dem Papier zufolge bis 2025 zusätzlich 600 Millionen Euro investieren. (dpa)

Sterbefallzahlen aktuell über Vorjahresdurchschnitt
Rosen auf einem Grab

Die Sterbefallzahlen sind im Vergleich zu den Vorjahren in Deutschland leicht angestiegen Foto: Leo Correa/AP

12.04 Uhr: Nach vorläufigen Ergebnissen sind in der 17. Kalenderwoche (20. bis 26. April 2020) in Deutschland mindestens 17.974 Menschen gestorben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sind die Sterbefallzahlen damit im Vergleich zur Vorwoche (13. bis 19. April) um 882 Fälle gesunken, sie liegen jedoch noch immer etwa 3 % über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Im Vergleich zu den einzelnen Jahren liegen die Sterbefallzahlen dieser Woche in einer Spannweite von 5 % über den Zahlen von 2016 und 1 % über denen von 2019. Die erhöhten Sterbefallzahlen zeigen sich seit der 13. Kalenderwoche (23. bis 29. März). In der 15. Kalenderwoche war die Abweichung mit 2 251 Fällen beziehungsweise 13 % über dem vierjährigen Durchschnitt am größten.

Die aktuelle Entwicklung der Sterbefallzahlen ist auffällig, weil die Grippewelle bereits seit Mitte März als beendet gilt. Es ist deshalb naheliegend, dass die leichte Übersterblichkeit in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie steht. Eine Übersterblichkeit nach der hier verwendeten Definition liegt dann vor, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahresverlauf mehr Menschen sterben, als nach den Fallzahlen vergangener Jahre zu erwarten gewesen wäre. (dpa)

Scholz will Kaufkraft stärken

12.03 Uhr: Finanzminister Olaf Scholz setzt dem „Spiegel“ zufolge bei dem Konjunkturpaket der Regierung insbesondere auf Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft. So sollen Eltern für jedes Kind einmalig 300 Euro erhalten, berichtet das Magazin vorab. Erwogen würden auch Konsumgutscheine für alle. Darüber hinaus sollen Gastwirte und Kulturschaffende vom Bund einen Ausgleich für entgangenes Einkommen erhalten, heißt es weiter. Auch Hilfen für Unternehmen seien geplant, etwa günstigere Abschreibungen und Investitionszulagen. Das Konjunkturpaket solle eine Größenordnung von bis zu 150 Milliarden Euro haben. (rtr)

Peking gibt erstmals kein Wachstumsziel aus

11.26 Uhr: Wegen der Pandemie gibt die chinesische Regierung erstmals seit Jahren kein Wachstumsziel für die Wirtschaft aus. Das Land stehe als Folge der Krise vor „enormen“ ökonomischen Herausforderungen, erklärte Regierungschef Li Keqiang zum Auftakt der Tagung des Nationalen Volkskongresses in Peking. Angesichts „großer Unsicherheit“ werde sich Peking auf die Stabilisierung des Arbeitsmarkts konzentrieren. Li kündigte in seinem Regierungsbericht zudem ein neues Sicherheitsgesetz für Hongkong an, das dort für Unruhen sorgen dürfte. Wegen der Pandemie war die Jahrestagung der 3.000 Delegierten um zwei Monate verschoben und zudem von den üblichen zwei Wochen auf eine Woche verkürzt worden. Die meisten Delegierten in der Großen Halle des Volkes trugen Atemschutzmasken. Staatschef Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang verzichteten jedoch darauf. Der Kampf gegen das Virus steht im Mittelpunkt der Tagung. Diese begann mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Todesopfer der Pandemie. (afp)

Ryanair-Tochter kündigt Schließung von Basis in Wien an

11.22 Uhr: Die Ryanair-Tochter Laudamotion hat die Schließung ihres Standorts in Wien angekündigt. Laudamotion bedauere „zutiefst den Verlust von mehr als 300 Arbeitsplätzen“, teilte die österreichische Billigfluggesellschaft mit. Die Schließung soll demnach bereits kommende Woche erfolgen. Hintergrund ist, dass die Gewerkschaft Vida Lohneinbußen für die Beschäftigten bei Laudamotion abgelehnt hatte. Das Einstiegsgehalt für das Kabinenpersonal hätte der Gewerkschaft zufolge unterhalb des Mindestlohnes gelegen. Laudamotion ist wie zahlreiche Fluggesellschaften weltweit schwer von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. (afp)

Hilfsprogramm für Kultureinrichtungen verdoppelt

11.12 Uhr: Die Bundesregierung hat die finanziellen Hilfen für kleinere und mittlere Kultureinrichtungen verdoppelt. Die Mittel für das Soforthilfeprogramm „Neustart“ für Umbau- und Ausstattungsmaßnahmen seien zunächst um zehn Millionen Euro auf zwanzig Millionen Euro erhöht worden, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit. Das Programm habe „ins Schwarze getroffen“. „Die Nachfrage ist überwältigend, schon jetzt haben uns fast 1.000 Anträge erreicht“, sagte Grütters. Ziel sei es, Kultureinrichtungen bei der Wiedereröffnung zu helfen. Die Mittel aus dem Programm dienen den Angaben zufolge dazu, Corona-bedingte Umbaumaßnahmen in Kultureinrichtungen umzusetzen. Gefördert werden Investitionen zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Das Programm richte sich an Museen, Ausstellungshallen und Gedenkstätten, Veranstaltungsorte von Konzert- und Theateraufführungen sowie an soziokulturelle Zentren und Kulturhäuser. (epd)

Griechenland verlängert Ausgangssperre in Flüchtlingslagern

11.06 Uhr: Die griechische Regierung hat die Ausgangssperre für die Flüchtlingslager im Land anders als zunächst geplant nicht aufgehoben, sondern bis zum 7. Juni verlängert. Die Ministerien für Zivilschutz, Gesundheit und Migration hätten die Verlängerung der vor zwei Monaten verhängten Ausgangssperre vereinbart, teilte das Migrationsministerium in einer kurzen Erklärung ohne Erläuterung der Gründe mit. In den völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln wurden bislang keine Infektionen festgestellt. Auf dem Festland infizierten sich hingegen Dutzende Bewohner von drei Flüchtlingseinrichtungen.

Auf den nahe der Türkei gelegenen Ägäis-Inseln leben statt der vorgesehenen 6.100 mehr als 38.000 Flüchtlinge. Die griechische Regierung hat daher zugesagt, 2.000 Asylsuchende aus den überfüllten Lagern auf den Inseln auf das Festland zu verlegen. Griechenland hat in anderen Bereichen mit Lockerungen der Beschränkungen begonnen. Am 4. Mai wurden Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Vergangene Woche öffneten archäologischen Stätten unter freiem Himmel wieder, die Lokale im Land folgen am Sonntag. Am 15. Juni soll die Touristen-Saison offiziell beginnen. Bislang wurden 2.853 Corona-Infektionen in Griechenland nachgewiesen, 168 Infizierte starben. (afp)

USA: Zahl der Arbeitslosen steigt weiter an
Menschen warten vor einem Arbeitsamt in Salt Lake City

Schlangestehen vor einem Arbeitsamt in Salt Lake City, Utah Foto: Rick Bowmer/AP

10.52 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt weiter an. In der Woche bis zum 16. Mai haben mehr als 2,4 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt, wie die US-Regierung gestern mitteilte. Seit der Zuspitzung der Pandemie in den USA im März haben nunmehr bereits mehr als 38 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren – so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die USA befinden sich wegen der Pandemie in einer schweren Wirtschaftskrise. In der Vorwoche hatte es noch knapp drei Millionen Neuanträge gegeben. Analysten hatten nun mit weniger Anträgen gerechnet, da viele US-Bundesstaaten begonnen haben, die verhängten Ausgangsbeschränkungen wieder zu lockern. Viele Geschäfte, Fabriken und Restaurants dürfen wieder unter Auflagen öffnen, was sich langsam positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken dürfte. Bislang sei aber angesichts der weiterhin hohen Zahl von Neuanträgen nicht erkennbar, dass Arbeitgeber in jenen Bundesstaaten ihre Angestellten in großem Maße wieder zurückholten, erklärte der Nordamerika-Analyst Paul Ashworth des Beratungsunternehmens Capital Economics. (dpa)

Verband sieht zahlreiche Einzelhändler in Existenznot

10.43 Uhr: Ein Drittel der Einzelhändler abseits des Lebensmittelhandels sind dem Branchenverband HDE zufolge massiv in ihrer Existenz bedroht. Die Branche leide weiter „massiv an schwachen Umsätzen und unter geringen Kundenfrequenzen, die weit unter Vorjahresniveau liegen“, beklagt der Verband. Die vom Aus bedrohten Händler brauchten rasch weitere Finanzhilfen des Staates. „Die Bundesregierung muss dringend mit einem Rettungsfonds mit nicht-rückzahlpflichtigen Finanzhilfen nachlegen. Ansonsten werden viele Arbeitsplätze verloren gehen“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. (rtr)

Steinmeier dankt Muslimen für verantwortliches Verhalten

10.41 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Muslimen für umsichtiges Verhalten zur Eindämmung der Pandemie gedankt. In einer heute veröffentlichten Grußbotschaft zum Ende des Fastenmonats Ramadan schrieb Steinmeier, die Einschränkungen im religiösen Leben würden viele Muslime sicher als bedrückende Erfahrung erleben – „eine Erfahrung, die auch Christen und Juden teilen“. „Ihnen allen, die diese strengen Regeln eingehalten und dazu beigetragen haben, dass wir Erfolge im Kampf gegen das Virus erzielen konnten, gilt heute mein großer Dank!“, schrieb der Bundespräsident. (epd)

Tokio meldet nur noch drei Neuinfektionen

10.31 Uhr: In Japans Hauptstadt Tokio sind die täglichen Neuinfektionen auf den niedrigsten Stand seit Ausrufung des Notstands gefallen. Wie der japanische Fernsehsender NHK meldete, sank die Zahl der an einem Tag bestätigten Neuinfektionen auf drei Fälle. Insgesamt zählt die Millionen-Metropole damit bisher 5.136 Infektionsfälle. Ministerpräsident Shinzo Abe hatte am Vortag erklärt, dass der eigentlich noch bis zum 31. Mai geltende Notstand in Tokio möglicherweise am Montag aufgehoben werden könnte. (dpa)

Britische Studie will Impfung an Tausenden Menschen testen
Ein Proband bekommt eine Impfung

Weltweit wird an Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus gearbeitet Foto: Oxford University/AP

10.18 Uhr: Britische Forscher wollen einen experimentellen Impfstoff gegen das neue Coronavirus an 10.000 testen. „Die klinischen Studien kommen gut voran und wir beginnen jetzt Studien, um zu bewerten, wie gut die Impfung bei älteren Erwachsenen Immunreaktionen auslöst und um zu testen, ob sie eine größere Bevölkerung schützen kann“, sagte Andrew Pollard von der Oxford Vaccine Group. Die Forschergruppe der Universität Oxford teilte mit, im April sei an mehr als 1.000 Personen geprüft worden, ob der Impfstoff-Kandidat sicher ist. Jetzt solle er 10.260 Menschen in ganz Großbritannien gespritzt werden, darunter Senioren und Kinder.

Weltweit experimentieren Forscher mit mehr als einem Dutzend möglichen Impfstoffen gegen das Virus Sars-CoV-2, vor allem in China, den USA und Europa. Die meisten jetzt erprobten Stoffe zielen darauf ab, das menschliche Immunsystem auf ein Protein einzustellen, dass sich auf der Oberfläche von Sars-CoV-2 befindet. Falls das Virus dann tatsächlich im Körper auftaucht, wird es vom Immunsystem sofort angegriffen. Oxford Vaccine nutzt dafür ein harmloses Virus, das bei Schimpansen eine Erkältung auslöst. (dpa)

Studie: Deutsche wollen in der Krise kontaktlos bezahlen

10.11 Uhr: Die Menschen in Deutschland versuchen in der Krise, Zahlungen mit Bargeld so oft es geht zu vermeiden. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben, die heute veröffentlicht wurde. Drei Viertel der Befragten gaben an, lieber mit einer Karte, einem Smartphone oder einer Smartwatch zu bezahlen. Zugleich wünschen sich 7 von 10 Befragten (71 Prozent) mehr Möglichkeiten, um kontaktlos bezahlen zu können. „Es gibt kaum ein Verhaltensmuster, das durch Corona ähnlich stark verändert wurde, wie das Bezahlen an der Kasse“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Der Trend hin zum kontaktlosem Bezahlen wird quer durch alle Generationen gefordert. So unterstützen 76 Prozent der 16- bis 29-Jährigen, 72 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 75 Prozent der 50- bis 64-Jährigen eine entsprechende Ausweitung. Auch unter den Menschen ab 65 Jahren wünscht sich eine deutliche Mehrheit mehr kontaktlose Bezahlmöglichkeiten. (dpa)

Aktuelle Zahlen aus Russland

9.58 Uhr: Russland verzeichnet 150 weitere Tote im Zusammenhang mit der Pandemie und damit den höchsten Tagesanstieg bisher. Die Gesamtzahl der Toten erhöhte sich damit auf 3.249, wie die Behörden mitteilen. Die Zahl der bestätigten Infektionen wuchs um 8.894 auf 326.448 Fälle. (rtr)

Hotels, Cafes und Restaurants öffnen weiter

9.30 Uhr: Seit Montag haben Restaurants in fast allen Bundesländern geöffnet. Ausnahmen gelten für Bayern, wo vorerst nur Biergärten und Außenbereiche aufmachen dürfen, und Sachsen-Anhalt. Hotels und Ferienwohnungen in Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen oder Thüringen können bereits wieder Übernachtungsgäste empfangen. Von Montag an gilt das auch für Bremen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Für Mecklenburg-Vorpommern gilt weiterhin ein Einreiseverbot bis zum 25. Mai, Hotels und Ferienwohnungen sind aber von Montag an für Übernachtungsgäste aus dem Bundesland geöffnet. In einzelnen Ländern dürfen Gäste vorerst nur in Ferienwohnungen unterkommen, etwa in Brandenburg. Bis Ende Mai sollen Unterkünfte in allen Bundesländern gebucht werden können. (dpa)

Historischer Umsatzeinbruch im britischen Einzelhandel

8.43 Uhr: Die Umsätze im britischen Einzelhandel sind im April so stark eingebrochen wie noch nie. Die Erlöse seien im Vergleich zum Vormonat um 18,1 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt ONS heute mit. Dies ist das stärkste Minus seit Beginn der Erhebungen 1988. Der Rückgang fiel stärker aus, als Analysten befürchtet hatten. Bereits im März hatte die Krise Großbritannien mit Wucht getroffen. Allerdings traten die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus erst im Laufe des Monats im Kraft. Daher waren die Umsätze im März nur um 5,2 Prozent im Monatsvergleich gesunken. Im April blieben viele Geschäfte geschlossen. (dpa)

Australien verlängert Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe

8.33 Uhr: Kreuzfahrtschiffe dürfen auch die nächsten Monate nicht in Australien anlegen. Die Grenzschutzbehörde teilte mit, dass das Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 100 Passagieren um weitere drei Monate bis zum 17. September verlängert werde. Auch Rundreisen auf Kreuzfahrtschiffen in australischen Gewässern sind weiter untersagt. Australien hatte die Restriktionen am 27. März in Kraft gesetzt. Zu der Zeit hatten sich 28 internationale Kreuzfahrtschiffe in Australien befunden, doch alle habe die Gewässer des Landes inzwischen verlassen. Australien zählt 7.081 bestätigte Infektionen mit dem Virus, wovon nur noch 509 akut erkrankt sind. 101 Menschen starben. (dpa)

Indien meldet höchsten Tagesanstieg bei Infektionen

08.29 Uhr: Indien verzeichnet mit rund 6.000 bestätigten Neuinfektionen den größten Tagesanstieg bei den Corona-Fällen bisher. Das Land mit 1,3 Milliarden Bürgern meldet eine Zunahme um etwa fünf Prozent auf 118.000. Ministerpräsident Narendra Modi hat die Ausgangssperre bis Ende Mai verlängert, die Auflagen in Regionen mit weniger Infektionen aber zuletzt gelockert. (rtr)

Söder will Schuldenobergrenze

8.19 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich angesichts der Milliarden-Hilfsprogramme zur Bewältigung der Krise erneut für eine Schuldenobergrenze ausgesprochen. Zwar brauche man Entlastungen und Impulse für die Wirtschaft, doch müsse genau festgelegt werden, in welchem Ausmaß sich die öffentlichen Haushalte verschulden dürften, sagte der CSU-Chef im „Morgenmagazin“ des ZDF. Söder wandte sich unmittelbar vor dem ersten digitalen CSU-Parteitag an diesem Freitag erneut gegen die Pläne von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) für einen Milliarden-Schutzschirm für Kommunen. (dpa)

Eurokurs gibt nach

7.24 Uhr: Der Kurs des Euro ist heute gesunken. Am Morgen wurde die Währung bei 1,0922 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs am Vorabend bei 1,0950 Dollar gelegen hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag noch deutlich höher auf 1,1000 Dollar festgesetzt. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern haben Konjunktursorgen Währungen gestützt, die am Devisenmarkt als vergleichsweise sicher gelten. So konnte der japanische Yen am Morgen zulegen. Japans Notenbank hatte zudem neue Hilfen für eher kleinere Unternehmen des Landes auf den Weg gebracht. Auch der US-Dollar wurde stärker nachgefragt, während der Euro im Gegenzug etwas unter Druck geriet. (dpa)

Polizei verhindert Drogenschmuggel

6.51 Uhr: Die australische Polizei hat einen Versuch vereitelt, die Droge Chrystal Meth in Fläschchen für Handdesinfektionsmittel ins Land zu schmuggeln. Die Beamten hätten etwa zwei Kilogramm des Rauschgifts Anfang Mai in einer Sendung mit Desinfektionsmittel und Schutzmasken aus Kanada sichergestellt, teilt die Polizei mit. (rtr)

FDP-Politiker Ullrich: Steuerzahler in Homeoffice entlasten

6.46 Uhr: Der FDP-Abgeordnete Gerald Ullrich fordert mehr Steuervorteile für die Arbeit daheim. „Homeoffice sollen alle steuerlich geltend machen können“, sagte er in Berlin. „Wer seinen Arbeitstag in die eigenen vier Wände verlagert, verbraucht mehr Strom, Wasser, Heizung und produziert mehr Müll.“ Arbeitnehmer dürften nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Derzeit kann nur derjenige seinen Arbeitsplatz zu Hause steuerlich geltend machen, der dafür ein eigenes Zimmer verfügt. „Dies geht an der Realität der meisten Arbeitnehmer vorbei“, bemängelte Ullrich. „Daher fordere ich, 20 Prozent der Wohnfläche als Homeoffice steuerlich absetzbar zu machen. Das bedeutet beispielsweise, dass Mieter einen Teil ihrer Warmmiete von der Steuer absetzen können.“ (dpa)

Spahn wirft AfD „destruktive Stimmungsmache“ vor

6.45 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisiert den Kurs der AfD-Spitze in der Corona-Krise scharf. „Das Ziel der AfD-Führung ist selbst in einer solchen nationalen Krise nicht Sacharbeit, sondern einzig und allein destruktive Stimmungsmache“, sagt Spahn der Tageszeitung „Die Welt“. „Ich wundere mich, wie unkritisch mit den ständigen Meinungswechseln dieser Partei umgegangen wird“, fügte er hinzu: „Die AfD, die sich jetzt als Corona-Leugner versucht, ist dieselbe AfD, die noch vor Kurzem immer härtere Maßnahmen gegen das Virus gefordert hat.“ (dpa)

Amtsenthebung von Bolsonaro beantragt

6.39 Uhr: Verschiedene Oppositionsparteien haben in Brasilien gemeinsam einen Antrag auf Amtsenthebung von Präsident Jair Bolsonaro eingereicht. Sie werfen ihm unter anderem Verbrechen im Amt vor, die die Ausbreitung der Corona-Pandemie in Brasilien gefördert und damit Menschenleben riskiert haben, wie die Tageszeitung „Estado de São Paulo“ berichtete. Außerdem habe Bolsonaro antidemokratische Manifestationen gegen den Kongress und das Oberste Gericht unterstützt. (epd)

Wenige Neuinfektionen in Deutschland

5.04 Uhr: Das Robert-Koch-Institut meldet 460 Neuinfektionen und damit erneut weniger als 1.000 neue Fälle. Damit steigt die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen in Deutschland auf 177.212, wie das RKI mitteilt. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um 27 auf 8.174 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa 159.000. (rtr)

Spahn will präventive Tests in Pflegeheimen ermöglichen

4.55 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn will bald die Grundlage für mehr Tests auf das Coronavirus in Krankenhäusern und Pflegeheimen schaffen. „Mein Ziel ist es, noch im Mai eine Verordnung vorzulegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht“, sagte der CDU-Politiker der Zeitung „Die Welt“. „Wenn Patienten und Bewohner aufgenommen oder verlegt werden, sollten Sars-CoV-19-Tests die Regel sein.“ Dem Bericht zufolge soll im Fall einer Infektion in einer Einrichtung zudem beim gesamten Personal sowie bei allen Bewohnern und Patienten vorsorglich ein Test gemacht werden. Auch symptomfreie Kontaktpersonen von Infizierten sollten erstmals Anspruch auf Testung haben.

Der Bundestag hatte vor gut einer Woche ein Gesetz beschlossen, mit dem das Gesundheitsministerium die gesetzlichen Krankenkassen per Verordnung verpflichten kann, Tests grundsätzlich zu bezahlen. Spahn verwies nun auf ungenutzte Testkapazitäten: „Vergangene Woche sind deutschlandweit 425 000 Tests durchgeführt worden. Aber die Testkapazität ist mehr als doppelt so groß.“ (dpa)

Flaggen in den USA auf halbmast
Das Weiße Haus und US-Flaggen auf Halbmast

Rund 95.000 Menschen sind in den USA bisher an den Folgen von Covid-19 gestorben Foto: J. David Ake/AP

3.59 Uhr: Wegen der annähernd 100.000 Toten in der Pandemie in den USA lässt US-Präsident Donald Trump Flaggen überall im Land auf halbmast hängen. An allen öffentlichen Gebäuden und Nationaldenkmälern soll ab heute für drei Tage auf diese Weise der Amerikaner gedacht werden, die wegen des Coronavirus ums Leben gekommen sind, kündigte Trump an. Die führenden Demokraten im US-Kongress, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, hatten Trump zuvor zu dieser Geste aufgefordert, sobald die Zahl der Toten infolge der Pandemie 100.000 erreicht. „Es würde ein nationaler Ausdruck der Trauer sein, den jeder in unserem Land so sehr braucht“, erklärten Pelosi und Schumer. Seit Beginn der Pandemie haben Wissenschaftler der Johns-Hopkins-Universität in den USA mehr als 1,57 Millionen bestätigte Fälle diagnostiziert (Stand Donnerstagabend). Rund 95.000 Menschen kamen ums Leben. (dpa)

Berliner Fernsehturm öffnet wieder

3.30 Uhr: Der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz öffnet nach knapp zweimonatiger Zwangspause heute wieder. Ab 11.00 Uhr sollen die Aussichtsplattform und das Restaurant „Sphere“ wieder für Besucher zugänglich sein, wie die Betreiber mitteilten. Jeweils 50 Menschen dürfen gleichzeitig auf die Plattform oder ins Restaurant, wie ein Sprecher erklärte. Auf der Aussichtsplattform gelte eine Maskenpflicht. Damit sich keine Schlangen bilden, müssen Besucher vorab online Tickets reservieren, der Aufenthalt auf der Aussichtsetage auf 45 Minuten beschränkt. (dpa)

IWF will Ukraine mit 5 Milliarden Dollar helfen

0.48 Uhr: Die Ukraine kann auf eine Finanzspritze in Milliardenhöhe vom Internationalen Währungsfonds (IWF) hoffen. Auf Mitarbeiterebene habe man sich mit der Regierung über einen Bereitschaftskredit in Höhe von 5 Milliarden Dollar bei einer Laufzeit von 18 Monaten geeinigt, teilt der IWF mit. Damit soll dem osteuropäischen Land bei der Bewältigung der pandemiebedingten Wirtschaftskrise geholfen werden. Das IWF-Führungsgremium muss dem noch zustimmen. (rtr)

Steuereinnahmen um ein Viertel niedriger als ein Jahr zuvor

0.14 Uhr: Die Steuereinnahmen des Staates sind im April um gut ein Viertel niedriger ausgefallen als im Vorjahresmonat. Das Aufkommen ohne reine Gemeindesteuern sei um 25,3 Prozent gesunken, heißt es im Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums. Damit hätten sich „erste Auswirkungen der Pandemie“ gezeigt. Deutlich niedriger als vor einem Jahr fielen demnach die Einnahmen aus Umsatz-, Einkommen- und Körperschaftsteuer aus. Besonders enorm war das Minus bei der Luftverkehrsteuer: Sie brach um 95,2 Prozent ein, da der Flugverkehr nahezu zum Erliegen kam. (afp)

Sachsens Schulen sollen wieder regulär öffnen

0.01 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will an allen Schulen des Bundeslandes nach den Sommerferien wieder regulären Schulunterricht anbieten. Derzeit arbeite die Landesregierung an einer Lösung, damit es ab dem neuen Schuljahr keinen Notbetrieb mehr gebe. (rtr)

Hier finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der taz zum Thema finden sich in unserem Schwerpunkt Coronavirus.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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