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Enorme Gewinne für Ölkonzerne Bitte abschöpfen!

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

BP und andere Ölkonzerne bereichern sich maßlos an den Folgen des Irankriegs. Diese Profite müssen mit einer Übergewinnsteuer zurückgeholt werden.

B P, Shell, ExxonMobil und andere Ölkonzerne bereichern sich in der anhaltenden Energiekrise infolge des Irakkriegs massiv. Sie sind Krisenprofiteure in einem Ausmaß, das Regierungen in der EU und weltweit nicht hinnehmen dürfen. Denn die opulenten Gewinne gehen auf Kosten von Industrie, Gewerbe und privaten Verbraucher:innen, die der skrupellosen Preispolitik der Konzerne schutzlos ausgeliefert sind, wenn Regierungen tatenlos zusehen.

In Indien oder Portugal zum Beispiel unternimmt der Staat etwas, indem er die exorbitanten Profite mit einer Übergewinnsteuer abschöpft. Das ist richtig. Zwar signalisiert Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), dass er grundsätzlich für eine Übergewinnsteuer ist – aber es passiert nichts.

[Link auf Beitrag 8484937]Klingbeil will eine europäische Regelung – aber auf europäischer Ebene bewegt sich gar nichts. Und es ist nicht zu erkennen, dass der deutsche Finanzminister irgendetwas unternimmt, um das zu ändern. Er lässt leicht einnehmbares Geld einfach liegen, statt es für Entlastungen der Bür­ge­r:in­nen heranzuziehen.

In anderen Kriegen ging das auch

Ein von Geg­ne­r:in­nen einer Übergewinnsteuer oft vorgebrachtes Argument, dass so eine Abgabe nicht möglich sei, weil unklar ist, was denn überhaupt ein Übergewinn ist, zieht nicht. Es gibt genug historische Erfahrungen mit Steuern, die in Kriegs- und Krisenzeiten extreme Profite von Unternehmen abschöpften.

Auch in der EU. Sie hat 2022 mit diesem Instrument auf die Energiepreiskrise nach der russischen Totalinvasion in die Ukraine reagiert. Die Lage ist jetzt nicht ganz so dramatisch wie damals, aber sie kann es durchaus werden, wenn die Sperrung der Straße von Hormus andauert.

Eine Übergewinnsteuer dient nicht nur dazu, zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Sie wirkt auch preisdämpfend. Denn maßlose Preiserhöhungen lohnen sich für die Unternehmen nicht, wenn der Profit vom Staat abgeschöpft wird. Das ist auf jeden Fall besser als ein neuer Tankrabatt. Und der kommt bei weiter steigenden Spritpreisen ganz sicher wieder auf die Tagesordnung.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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15 Kommentare

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  • Ist ein hoher Benzinpreis denn nicht politisch gewollt, um die Bürger in die öffentlichen Verkehrsmittel und auf das Fahrrad umzuleiten? Wo ist das Problem?

  • Die Abzocker werden auch weiterhin abzocken, auch wenn die Welt in Flammen steht. Und irgendwann werden sie in Raumschiffen leben und nach Leben Ausschau halten, wo man wieder irgendwo abzocken kann.

  • Das Problem bei solche Steuern ist, dass man damit nur Zugriff auf einheimische Firmen hat. Einen Übergewinn - d.h. mehr Gewinne ohne vorherige Investitionen - kann man nur für eine ganze Firma berechnen. BP, Shell und ExxonMobil als Ganzes kriegt man damit nicht.

    Und egal wie man das macht wird das - wie alle Steuern - natürlich auf den Preis raufgeschlagen.

    Und btw: Wer auch noch massiv an den steigenden Kraftstoffpreisen "bereichert" ist der Staat. Immerhin ist ein großer Prozentsatz des Benzinpreises Steuer...

    • @Generator:

      Der Staat bereichert sich? Interessante These, was macht der Staat denn mit dem Geld, schüttet der das auch an reiche Investoren aus, so dass es in Steuerparadiesen verschwindet oder wird etwa etwas ganz ungeheuerlich linkes damit getan und die dt Infrastruktur und Wirtschaftsförderung gefördert? Und womöglich sogar Sozialmassnahmen finanziert oder Lehrer und Beamte bezahlt....

  • Zum besseren Verständnis wäre es zweckmäßig, von Gewinnen zu sprechen, die auf den Konten von Aktionären und Investoren und nicht auf den Konten von Unternehmen (Firmenschildern, Pförtnerhäuschen, Firmenkantinen, Vorstandsetagen …) landen. Das würde die Diskussionen über Übergewinne versachlichen. Und die panischen Berichterstattungen relativieren, wenn bei Unternehmen die Gewinne im Vergleich zum Vorjahr oder zum letztem Quartal um 20, 30 % zurückgegangen sind. Die reflexhaften Rufe nach politischen Maßnahmen sind nicht nur in solchen Fällen vielfältig, um die Gewinne auf das gewohnte oder ein höheres Niveau anzuheben: Abbau des Kündigungsschutzes, verlängerte Wochenarbeitszeit, Rente mit 70, Attestpflicht ab 1. Krankheitstag, Bürokratieabbau, Subventionen, Aufweichung von Umweltauflagen und Klimazielen ....



    Dabei geht es nie um das Gemeinwohl, sondern ausschließlich um das Wohl der Aktionäre und Investoren.

  • Irgendwie nerven die Forderungen ein wenig.



    Sie sind mir zu wohlfeil.

    Das Kartellamt hat mW noch nie irgendetwas im Sinne der Verbraucher verhindert oder ermöglicht.

    Es sind doch nur Beruhigungspillen für ein Volk, das unter Sozialabbau, hohen Mieten, extrem hoher Steuerlast und einer hausgemachten Inflation leidet. Man täuscht



    Ich glaube, das verfängt nicht mehr.

    Echte Veränderungen wären nötig, sie werden von der politischen "Elite" im Auftrag der Lobbyisten verhindert, verzögert oder, wie im Fall der Klimaschänderin, rückgängig gemacht.



    Und echter Protest gegen die ewigen Kriege der US-Amerikaner, die ursächlich für die jetzt beginnende Weltwirtschaftskrise waren und bleiben.



    Ich sehe nirgends Protest auf der Straße, so wie damals bei der Zerstörung des Iraks durch die USA.



    Wo ist die Friedensbewegung, die Gewerkschaften, das engagierte Bürgertum?

    Dafür zerreissen sich die Leute jetzt das Maul über Nebenkriegsschauplätze, die ihnen von der Rechten als Futter vorgeworfen werden.

    So wird das nichts.

    • @hsqmyp:

      Ich finde diese Art der Pauschalkritik wohlfeil. Bezogen auf das Kartellamt auch dürftig. Zwei Beschwerden von Mineralölkonzernen haben ausgereicht, um die Prüfungen auszubremsen.



      www.deutschlandfun...-pruefung-100.html



      Hier müssten die Gesetze so verändert werden, damit es nicht zu Verzögerungen bei der Aufklärung kommt.



      Das Kartellamt hat sehr wohl in vielen Fällen etwas im Sinne der Verbraucher getan. Nur zwei Beispiele von vielen: Preisabsprachen von Reifenherstellern wurden erst kürzlich mit Bußgeldern belegt.



      www.bundeskartella...26_Maxxis_CST.html



      www.bundeskartella...018_Edelstahl.html



      Um konkret zu werden: Die erwischten Unternehmen machen häufig über Jahre Millionen Gewinne mit ihren Verstößen gegen das Kartellrecht. Sie werden aber nicht bestraft, sondern zur Zahlung von Bußgeldern verurteilt. Es sind leider nur Ordnungswidrigkeiten, wie das Falschparken. Hier müsste ein Unternehmensstrafrecht geschaffen werden!



      Meckerei über Behörden und Eliten ist übrigens rechte Folklore.

  • Die ganzen Mineralölkonzerne haben eine Umsatzrendite von 5-6% im langjährigen Durchschnitt. Das ist nicht außergewöhnlich hoch. Die Masse an verkauften Produkten macht es.

    Ich finde es immer etwas merkwürdig, wenn man sich über die vermeintlich zu hohen Gewinne der Mineralölkonzerne aufregt. Gleichzeitig nimmt der Staat über Steuern und Abgaben ein Vielfaches des Gewinn der Konzerne pro Liter Benzin ein.

    Industrie, Gewerbe und private Verbraucher:innen werden durch den staatlichen Anteil an den Energiepreisen viel mehr belastet als durch die paar Prozent Gewinn, den die Mineralölkonzerne machen.

    • @gyakusou:

      Das genau ist der Trugschluß, den viele ziehen. Der Gewinn der Konzerne geht nur !!! an die nicht gerade mittellosen Investoren, der Allgemeinheit kommt davon nichts, gar nichts zugute. Hingegen ist eine Steuer eine Grundlage, ein "Gewinn" für den Staat - von dem wir ALLE profitieren. Das ist ein gewaltiger Unterschied und deswegen ist die Infragestelleung der Abgaben völlig daneben. Oder will man, dass sämtliche Einnahmen nur einigen Superreichen zugute kommen?

      • @Perkele:

        Natürlich kommen die Steuern der Allgemeinheit zugute – ändert aber nichts daran, dass sie zunächst mal Industrie, Gewerbe und privaten Verbraucher:innen deutlich belasten, bei Benzin, Gas, Öl usw.

        Ob Minealölkonzerne jetzt 2, 3 oder 5 Cent Gewinn pro Liter Benzin machen, ist dagegen ziemlich irrelevant was die Belastung für die Allgemeinheit angeht.

    • @gyakusou:

      Der Unterschied ist nur, dass Sie etwas von den Abgaben zurückbekommen (in Form des Gemeinwesens), die der Staat u.a. auf die Treibstoffe erhebt.



      Die Gewinne der Ölkonzerne sind rein privat, die bringen Ihnen nichts.



      Da fühlt es sich etwas schräg an, zu sagen, der Staat soll weniger, Abgaben erheben, damit die Konzerne die gewinne behalten können.

      • @nutzer:

        Lustigerweise bekommen auch die Ölkonzerne etwas von den Steuern, nämlich über EEG-Subventionen insbesondere für Offshore-Windparks.

  • Nun ja, was so eine Wahlkampftruppe für die AgD so alles bewirkt.



    Schade dass es keine Parteien wie die ehemals stolze spD oder die ehemals integre csdU mehr gibt....

  • Alles Aktiengesellschaften. Also quasi vergesellschaftet. Einfach jeder ein paar Aktien kaufen und den Gewinn zurückholen. Eine Shellaktie kostet nur soviel wie drei Schachteln Zigaretten...

    • @Petzi Worpelt:

      und jetzt setzen Sie einmal die Dividende pro Jahr ins Verhältnis zu Ihren Tankkosten....