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Prekäre Arbeitsbedingungen an UnisJetzt verärgert Bär auch noch die For­sche­nden

Erst die Bafög-Absage, nun ein Reförmchen gegen prekäre Arbeitsverhältnisse an Unis. Und wieder steht die Wissenschaftsministerin in der Kritik.

Dorothee Bär hat beinahe Wort gehalten. Nicht beim Bafög – da hat die Bundesforschungsministerin von der CSU gerade die geplanten Erhöhungen wieder infrage gestellt. Dafür bei einem anderen Versprechen aus dem Koalitionsvertrag: Bis „Mitte 2026“ wollten Union und SPD eine Novelle für bessere Arbeitsbedingungen an Hochschulen verabschieden. Auch wenn dieser Zeitplan mit der nahenden Sommerpause realistischerweise nicht mehr zu halten sein wird: Bärs Ministerium hat mittlerweile einen Referentenentwurf vorgelegt. Bis zum kommenden Dienstag können Fachverbände und wissenschaftliche Einrichtungen dazu Stellung nehmen.

Die Betroffenen warten schon lange auf diese Reform. Fünf Jahre nach den #IchBinHanna-Protesten sind immer noch vier von fünf For­sche­r:in­nen befristet beschäftigt, bei den „Nachwuchswissenschaftler:innen“ unter 45 Jahren sind es sogar 90 Prozent. Wer Glück hat und eine Professur ergattert, ist im Schnitt bereits jenseits der 40. Heißt: Eine Karriere in der Wissenschaft bedeutet in den allermeisten Fällen, zunächst viele Jahre beruflicher Unsicherheit in Kauf zu nehmen.

Für diese Zustände machen Kri­ti­ke­r:in­nen das sogenannte Wissenschaftszeitvertragsgesetz verantwortlich, kurz WissZeitVG. Die Sonderregelung zum Arbeitsrecht erlaubt den Hochschulen, For­sche­r:in­nen insgesamt für zwölf Jahre befristet anzustellen – je sechs Jahre vor und nach der Promotion. Begründet wird das damit, dass sich der akademische Nachwuchs in der Zeit für spätere Stellen qualifizieren soll – die sogenannte Qualifizierungsphase.

Schon die Ampel-Regierung wollte das Gesetz nachschärfen und so Kurzzeitverträge und Kettenbefristungen in den Griff kriegen, scheiterte aber mit ihrer Reform. Nun versucht sich Schwarz-Rot am akademischen Prekariat, aber eher halbherzig. Der Bär-Entwurf, der der taz vorliegt, klammert jedenfalls die strittigen Punkte aus.

Bär-Entwurf ignoriert Ex­per­t:in­nen

90 Prozent der Nachwuchswissenschaftler:innen unter 45 Jahren sind befristet beschäftigt.

Eine kürzere Höchstbefristungsdauer nach der Promotion, wie sie die Ampel noch gegen den Willen der Unis plante, fehlt beispielsweise komplett. Damit wüssten Postdocs zumindest etwas früher, ob sie in der Wissenschaft bleiben können oder nicht. Zuletzt forderte sogar der Wissenschaftsrat, dass Betroffene „spätestens zwei bis drei Jahre nach der Promotion“ Klarheit haben müssen. Über die Frage, wann genau die Unis diese Klarheit geben müssen, hatten sich die Ampelparteien zerstritten.

Der Bär-Entwurf indes ignoriert die Frage. Stattdessen sollen die Hochschulen promovierte Wis­sen­schaft­le­r:in­nen – wie bisher auch – bis zu sechs Jahre befristet anstellen können. Entsprechend zufrieden äußerte sich die Hochschulrektorenkonferenz: Ihr Präsident Walter Rosenthal lobte, dass von der „zeitweise diskutierten Verkürzung der Höchstbefristungsdauer in der Postdoc-Phase Abstand genommen wurde“.

Ebenfalls vom Tisch – im Vergleich zum Ampelentwurf – ist die Öffnung des Bereichs für Tarifverhandlungen. Für die Betroffenen sei das „ein Schlag ins Gesicht“, urteilt der Jenaer Soziologe Tilman Reitz vom Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft. Er fordert ein Ende der Sonderbefristung in der Wissenschaft. „Für alle, die nach der Promotion noch in der Wissenschaft bleiben wollen, stellt das jetzige System ein ernsthaftes Problem dar“, sagt Reitz der taz.

Um die Situation der Betroffenen zu verbessern, plant Bär die Einführung von Mindestvertragslaufzeiten vor und nach der Promotion, die drei beziehungsweise zwei Jahre betragen. Auch sollen junge Wis­sen­schaft­le­r:in­nen nicht mehr für befristete Drittmittelprojekte angestellt werden können, solange sie sich noch in der Qualifizierungsphase befinden. Die Regelung soll sicherstellen, dass alle Nach­wuchs­for­sche­r:in­nen für Mutterschutz, Elternzeit oder bei der Pflege Angehöriger mehr Zeit für ihre Qualifizierung erhalten. Auch diese beiden Punkte wollte bereits die Ampel einführen.

Scharfe Kritik

Aus Sicht von Gewerkschaften und Opposition ist das insgesamt zu wenig. Von einer „Minimallösung“ spricht die grüne Bundestagsabgeordnete Ayşe Asar. Sie kritisiert, dass die Bundesregierung die strukturellen Probleme gerade im Postdoc-Bereich ignoriere und damit die Existenzangst zementiere: „Am deutschen Campus herrscht keine Bestenauslese, sondern eine brutale soziale Selektion“, sagt Asar der taz. Wer bis Mitte 40 in permanenter Unsicherheit leben müsse, brauche ein familiäres Sicherheitsnetz und finanzielles Backup. Demnächst wollen die Grünen ein Gegenmodell in den Bundestag einbringen, das unter anderem stärker auf Dauerstellen neben der Professur setzt. Auch das hat der Wissenschaftsrat gefordert.

Ähnlich kritisch äußerte sich die Linkenpolitikerin Nicole Gohlke. So gingen die geplanten Mindestlaufzeiten völlig an der Realität vorbei. „Wenn eine Doktorarbeit im Schnitt fast sechs Jahre dauert, lässt ein Dreijahresvertrag die Forschenden auf halber Strecke im Regen stehen“, sagte Gohlke der taz. Auch die Linkspartei will demnächst ein eigenes Konzept vorstellen. Ein zentraler Punkt darin: Die Qualifizierungsphase soll grundsätzlich mit der Promotion enden.

Selbst der Koalitionspartner scheint mit dem Entwurf nicht zufrieden: „Ich habe durchaus noch Fragen und Wünsche, aber wir stehen ja noch am Anfang des Verfahrens“, sagt die zuständige SPD-Berichterstatterin Carolin Wagner auf Anfrage der taz. Wo genau die SPD noch nachverhandeln will, ließ Wagner zwar offen. In der Vergangenheit kritisierte die Abgeordnete aber die „unerträglich lange Zeit der Unsicherheit ohne verlässliche Perspektiven“. Für die Betroffenen wünscht sich Wagner nun „den Mut des Ministeriums, sich gegen die Lobbyarbeit der Hochschulen und Einrichtungen durchzusetzen“.

Nur der Bund darf steuern

Andreas Keller, Leiter des Vorstandsbereichs Hochschule und Forschung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), hat nicht viel Hoffnung. Bis auf die neuen Mindestvertragslaufzeiten, die nicht nur zu niedrig, sondern auch nicht juristisch bindend seien, bliebe de facto alles beim Alten. Und damit meint Keller: „So wie sich die Hochschulen das wünschen.“

Was den Gewerkschafter besonders ärgert: Im vergangenen Jahr hat das Bundesverfassungsgericht in einem Urteil klargemacht, dass nur der Bund das Arbeitsrecht an Hochschulen regeln darf: „Der Ball liegt beim Bund, aber der Bund möchte diese Kompetenz offenbar nicht ausfüllen“, sagt Keller der taz. Stattdessen bleibe es weiter bei einer „Lizenz zum Befristen“.

Das Bundesforschungsministerium sieht die Verantwortung hingegen bei den Unis: Mit der geplanten Reform setze es lediglich den Rechtsrahmen für Befristungen in der Wissenschaft, heißt es in dem Referentenentwurf. Für bessere Arbeitsbedingungen sei „ein Kulturwandel in der Wissenschaft“ notwendig. Zudem sei das WissZeitVG „nur ein Baustein unter mehreren“.

Auf Anfrage verweist das Ministerium unter anderem auf eine Peer-to-Peer-Beratung durch den Stifterverband, über die Hochschulen Hilfe bei der Erstellung neuer Personalkonzepte erhalten können, sowie auf einzelne Bundesprojekte wie das Professorinnenprogramm und die „Mittelbau-Strategie“. Was sich jedoch konkret hinter der ebenfalls im Koalitionsvertrag angekündigten Strategie verbirgt und wann diese kommt, ließ das Ministerium unbeantwortet.

Dass die Länder einspringen und beispielsweise zusätzliche Gelder für neue Dauerstellen bereitstellen, darf bezweifelt werden. Viele Unis wie beispielsweise in Hessen oder Berlin müssen derzeit mit drastischen Budgetkürzungen klarkommen. Eine positive Entwicklung gibt es aber dennoch: Immer mehr Ministerien ermöglichen mittlerweile neue Personalstrukturen neben der Professur und fordern – wie etwa Brandenburg – von ihren Unis Konzepte für mehr Dauerstellen ein. Teilweise gehen auch einzelne Unis mit gutem Beispiel voran.

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Das beobachtet auch der Jenaer Soziologe Reitz. An seinem Institut beispielsweise sollen demnächst alle Postdocs unbefristete Verträge erhalten, die Stellen sollen auch nicht mehr am Lehrstuhl angesiedelt sein. Dieser Plan ist allerdings noch nicht genehmigt und auch an der Fakultät noch ein Einzelfall. Noch sei der Widerstand an den Unis gegen eine radikale Reform zu groß, so Reitz. Er ist sich sicher: „Ohne eine gesetzliche Regelung werden sich die Arbeitsbedingungen für Wis­sen­schaft­le­r:in­nen nur sehr langsam und sehr punktuell verbessern“.

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22 Kommentare

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  • Schafft alle festanstellungen ab es wird rein nach Leistung behalten. Wenn der Prof mit Anfang 50 nicht mehr viel publiziert fliegt er halt raus und die Stelle wird frei und ein 30 jähriger der 3 Artikel pro Jahr und ein Buch alle 2 Jahre produziert kriegt sie.

    • @Machiavelli:

      Haben wir nicht schon genug Publikationsdruck mit unschönen Seiteneffekten?

  • Ehem. Postdoc hier.



    Der Beibehalt der maximalen Befristungsphase nach der Promotion auf 6 Jahre is RICHTIG. Das ist auch keine „Uni-Forderung, wie der Artikel fälschlich suggeriert. Im Gegenteil wurde die von der Ampel geplante Verkürzung der Befristungsphase nach der Promotion von *ALLEN* betroffenen Gruppen massiv kritisiert, zuallererst von den Postdocs. Das war/ist auch eine völlige Schnapsidee, die nur offenbarte, wie wenig Ahnung u Interesse SPD, Grüne u Gewerkschaften vom Forschungsbetrieb haben.



    Der Kern der Misere ist die mangelnde u Drittmittelbasierte Finanzierung des Systems. Deshalb gibt es zu wenige entfristete Stellen u Professuren.



    *Alle* Befristungshöchstzeiten (ob 4, 5 o 6 Jahre) sollten abgeschafft werden, da sie de facto ein BERUFSVERBOT darstellen. Stattdessen Tarifffreiheit.

    • @Tarquin Winot:

      Im Wort "Tarifffreiheit" befindet sich ein "f" zu viel. Es geht ja hier nicht um Trumps Zölle.

      Das Problem sind weniger die 6 Jahre Befristung als vielmehr die kurzen Laufzeiten von Arbeitsverträgen. Da hangeln sich Jungakademiker von Stelle zu Stelle und müssen sich nach wenigen Monaten wieder Sorgen machen. So ist keine sinnvolle Lebensplanung möglich und das führt für die Betroffenen wiederum langfristig zu enormen finanziellen Einbußen.

      Natürlich muss unsere akademische Landschaft sehr viel besser finanziert werden. Eine Erhöhung der Etats von Universitäten und Forschungseinrichtungen auf das Doppelte wäre geboten, wenn man positive Einflüsse der Wissenschaft auf die Wirtschaft fördern will.

  • Anscheinend ist hier vielen eine Grundproblematik nicht bewusst: Es studieren sehr viel mehr Leute bestimmte Fächer mit dem Ziel, in die Forschung zu gehen, als dort gebraucht werden. In Fächern mit guter beruflicher Perspektive (wie es lange die Ingenieurswissenschaften waren) gab es die Probleme mit prekärer Arbeit nie in dem Maße, weil die Unis mit gutbezahlten Festanstellungen konkurrieren und dementsprechend bessere Bedingungen anbieten mussten. Wenn man jetzt alle Postdocs fest anstellt, wird die Folge sein, dass es schlicht noch weniger Stellen gibt, und der Flaschenhals im System früher ansetzt, nämlich vor der ersten Postdoc-Stelle - die dann für die meisten gar nicht mehr vorhanden sein wird. Dann beschweren sich alle Doktoranden nicht mehr über prekäre Arbeit, sondern gar keine Arbeit. Das Grundproblem wird immer vorhanden sein, um das zu lösen, müsste man wie in der DDR nur noch exakt so viele Leute zum Studium zulassen, wie perspektivisch gebraucht werden - was aber nicht wahnsinnig gut funktioniert hat und zudem mit der freien Berufswahl nicht vereinbar ist.

  • Anscheinend ist diese Ministerin sich nicht bewußt welches Ministerium sie leitet.



    Es hat anscheinend den falschen Namen und ist nur ein Klientel-/Lobistenministerium wie einige andere auch.

    • @nepp:

      Genauso ist es. Es ist dazu da, "verdiente" Parteimitglieder*innen mit einem netten Pöstchen zu versorgen und -in den meisten Ministerien- die Aufträge der Wirtschaftslobby abzuarbeiten. Unser resoluter Kanzler hat keine Kontrolle und scheint sie auch gar nicht zu wollen. Da ist mir ein "Klemptner der Macht" deutlich lieber.

  • „ demnächst alle Postdocs unbefristete Verträge“



    .



    Na fein, dann sind für die nächsten 30x Jahre keine Stellen nach der Promotion für die nächsten Generationen mehr verfügbar. Denn das ist das Grundproblem bei der Diskussion um Befristungen. Die Fluktuation auf den Dauerstellen ist gering und es können nicht jedes Jahr neue Stellen geschaffen werden.



    .



    Wenn nun sogar gefordert wird, dass auch Drittmittelstellen, die auf immer neuen und wechselnden Projekten und Ideen beruhen, nicht mehr befristet sein dürfen, dann würde vieles in der Forschung zum Erliegen kommen.



    .



    Vielleicht ist wirklich am besten und klarsten, Befristungen nur noch bis zur Promotion zuzulassen. Danach wäre dann im Regelfall Schluss, es sei denn, es gäbe zufällig irgendwo eine Dauerstelle. Aber natürlich würden dann viele hochtalentierte junge Leute herunterfallen. Und nein, andere Länder sind auch nicht viel besser. Die Auslese in GB oder den USA ist knallhart.

    • @fly:

      Umgekehrt: Alle Befristungsgrenzen sollten abgeschafft werden, va nach der Promotion. Sie sind de facto ein Berufsverbot. Tariffreiheit wäre gut.

    • @fly:

      "Wenn nun sogar gefordert wird, dass auch Drittmittelstellen, die auf immer neuen und wechselnden Projekten und Ideen beruhen, nicht mehr befristet sein dürfen, dann würde vieles in der Forschung zum Erliegen kommen."

      Mit Verlaub - das ist Quatsch. Drittmittel werben die Forschenden doch entsprechend ihrer Expertise ein. Dass immer neue Promovierende dann im Endeffekt auf diesen Stellen sitzen und sich qualifizieren, aber gleichzeitig Spitzenforschung betreiben sollen, *das* ist es, was zu kurzsichtiger, nur auf schnelle Ergebnisse ausgerichteter Wissenschaft führt. Nicht umsonst stecken Teilbereiche der Medizin, Psychologie, Biologie, WiWi und andere Disziplinen gerade in einer Replikationskrise: Ergebnisse lassen sich nicht replizieren, Erkenntnis ist völlig unsicher, theoretische Fundamente bröckeln, weil alles schnell gehen muss, nur noch Publikationen zählen und im Drei-Jahres-Rhythmus (so lange eben die DFG-Förderung läuft) fertig sein muss.

      Dass nicht jede:r, der promoviert, dann eine Dauerstelle kriegen kann, ist klar. Aber Leute nach der Promotion sechs Jahre und länger hinzuhalten, macht Wissenschaft schlechter und weniger verlässlich, nicht innovativer.

    • @fly:

      Was Fly sagt, leuchtet ein. Es würden so ein Mal ganz viele eine unbefristete Stelle bekommen, und dann ganz lange niemand mehr. Außerdem setzen PostDocs Ihre Karriere ja meistens nicht an der Institution fort, an der sie Ihren PostDoc absolvieren. Bis zur Berufung auf eine feste Stelle dauert es auch hier in Belgien oft bis in die 40er. Allerdings gibt es in Belgien nicht nur Index-Mieten, sondern dank des segensreichen Wirkens der belgischen Arbeiterbewegung auch Index-Löhne. Ein PostDoc bekommt hier in 4 Jahren brutto EUR 100 294,20 / EUR 104 722,17 / EUR 109 288,56 / EUR 121 987,44. Das ist doppelt so viel wie in D-Land. Vielleicht könnte man da mal ansetzen.

    • @fly:

      Fly hat recht. Es gäbe eine Besetzungswelle - dann 30-40 Jahre nur noch wenige Stellen. Drittmittelprojekte wären nicht mehr möglich, da Geld zeitlich begrenzt - meist 2-3 Jahre- fließt und die Stellen oft auf Einstiegstarife ausgelegt sind. Fest angestelltes Personal darf meistens nicht aus Antragsm-Drittmitteln finanziert werden. Die Finanzierung der Hochschulen reicht aber nicht aus, um Forschung ohne zusätzliche Drittmittel zu betreiben.

      Eine Uni könnte wie die Industrie nur eine Zeitvertrag anbieten., hat keine Dauerstelle = der Wissenschaftler muss gehen. Bisher kann ich selbst Anträge stellen und mich mit einer Stelle versorgen. Ich habe das 9 Jahre lange erfolgreich gemacht. Man muss dann eher als Entrepreneur denken, seine Zukunft selbts gestalten. Eigentlich keine schlechte Kompetenz für Wissenschaftler, die Neues angehen wollen.



      Fazit: wenn dauerstellen muss die gesamte Finanzierung des Wissenschaftssystem neu gedacht werden.Alternative: Hochschulen werden arbeitsrechtlich wie Firmen betrachtet, die aus wirtschaftlichen Gründen Mitarbeiter kündigen können, für die keine Projektfinanzierung da ist. Das wäre dann näher am amerikanischen System.

    • @fly:

      Die Auslese vor dem PhD muss härter sein. Im Grunde sollten Unis nur PhDs haben wenn sie schon absehbar eine festanstellung für denjenigen im Auge haben.

      • @Machiavelli:

        Die Mehrzahl der Doktoranden wechselt nach der Promotion in die Wirtschaft.

        • @T-Rom:

          Nicht in den Fächern wo es Probleme gibt. Die meisten Geisteswissenschaftler wollen in die forschung/Lehre und da müsste man anpassen.

  • Man findet soooo viele qualifizierte junge deutsche Forscher, z.B. für KI, jetzt in den USA, der Schaden ist auch kaum noch zu beziffern. Die Unis da schneiden in den Rankings so viel besser ab, und warum?

    Wissen die Leute hier nicht, was da gezahlt wird, wie hervorragend die Bedingungen nicht nur in den USA sind?

    Da auch Vorgängerregierungen nicht aktiv geworden sind: Herzlichen Glückwunsch, die Probleme sind schon ewig bekannt, es wird nichts passieren.

    Da kann man schon etwas wütend werden oder auch traurig, aber ich sehe hier einen zentralen Punkt für die Entwicklung einer Gesellschaft, das ist nicht nur so ein Studi-Doktoranden braucht man doch eh nicht Ding.

    • @ttronics:

      Klar zahlen US unis besser haben massiv Geld dank studiengebühren und Stiftungen.

    • @ttronics:

      Rankings: Zumindest in Großbritannien betreiben die Universitäten aufwändige Ranking-Pflege. Das ist nötig fürs Geschäftsmodel. Das Top-10 Imperial College beispielsweise bildet 65% Ausländer aus, die dafür sehr viel bezahlen. Deswegen würde ich die hohen Ranking-Plazierungen mit zumindest ein wenig Skepsis betrachten.



      Was die hohen Bezahlungen für wirklich gute Leute in Zukunftsbereichen anbelangt: Das geben die Gehaltstabellen des öffentlicher Dienstes nicht her. Damit müssen wir uns wohl abfinden.

  • Immer dran denken: die Fähigsten verlassen zuerst das sinkende Schiff, denn sie haben kein Problem, in der freien Wirtschaft einen gut bezahlten Job zu bekommen. Kaum ein intelligenter Mensch bleibt an der Uni nur des Prestiges eines Titels wegen.



    Auch ich bewege mich schon lange in der Privatwirtschaft (ohne Befristung) und mir geht's gut.

  • Es ist furchtbar wieviele Wissenschaftler für



    Hungerlöhne befristet arbeiten müssen.



    Die meisten Doktoranden sind Ihren



    Doktorvater hilflos ausgeliefert .Das



    Frau Bär ausgerechnet für Bildung und



    Wissenschaft zuständig ist sagt schon Alles ,



    bekanntlich ist sie ja nicht die hellste Kerze am Weihnachtsbaum , wie die meisten Ihrer CSU- Kumpagne .



    Was hat die Frau nochmals studiert ?

  • Offenbar hält man die frisch gebackenen Akademiker nicht für schutzwürdig, denn, so das Klischee, das Gros wird entweder Prof oder geht in die Wirtschaft, wo dann Milch und Honig fliessen.



    Hält man die normalen arbeitsrechtlichen Standards ein, erhöht das die Personalkosten der Unis. Erinnert an das jährliche Ritual im öffentlichen Dienst, in dem die Arbeitgeber immer die Hände ringen, ob unbezahlbarer, zum Zusammenbruch des Staates führender Forderungen der Gewerkschaften. Als ob diese nicht vorhersehbar wären. Alle abhängig Beschäftigten müssen den gleichen Schutz genießen, erstaunlich dass sich dieser Anachronismus immer noch hält und wer verhindert mal wieder, dass dieser Bereich im 21. Jahrhundert ankommt: die Union mal wieder.

  • Es gibt viel mehr Leute, die gerne eine Hochschule-Dauerstelle hätten, als es Planstellen gibt. Als Promovierender sollte man sich darauf einstellen, nicht sein ganzes Leben an der Hochschule verbringen zu können. Zumindest in den Ingenieurfächern ist es praktikabel, nach 10-15 Jahren Wirtschaft an eine Hochschule zurückzukehren.



    Wenn man nun mehr Dauerstellen schafft, so erwarte ich, dass sie schnell besetzt und dann auf Jahrzehnte blockiert werden.