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Überraschende HalbjahresbilanzDeutsche Bahn macht Gewinn

Teurer Sprit und Rabattaktionen treiben Reisende auf die Schiene – trotz mieser Pünktlichkeit. Erstmals seit Langem schreibt die Bahn schwarze Zahlen.

Nach sechs verlustreichen Jahren gelingt der Deutschen Bahn der Sprung in die Gewinnzone. Im ersten Halbjahr stieg das Konzernergebnis im Kerngeschäft auf 147 Millionen Euro, nach einem Verlust von 760 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Zuletzt konnte der Konzern Mitte 2019 ein Plus verkünden, danach ging es tief in die roten Zahlen.

Dabei sind die Züge der DB nach wie vor sehr unpünktlich unterwegs. Zwischen Januar und Juni kamen gerade einmal 59 Prozent der Fernverkehrszüge zur rechten Zeit ans Ziel. Der Grund: Baustellen, der Wintereinbruch im Januar und Februar sowie die Hitzewelle im Juni, erklärt das Unternehmen. Im Nahverkehr sah es mit über 88 Prozent Pünktlichkeit schon besser aus.

Trotzdem bleiben die Kunden der Bahn treu. 960 Millionen Reisende nutzten im ersten Halbjahr die Züge im Fern- und Nahverkehr, 17 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem die hohen Spritpreise trieben die Passagierzahlen auf den Pendlerstrecken nach oben.

Auch die Rabattaktionen im Fernverkehr wirken. Allein 600.000 Fahrgäste haben das Last-Minute-Angebot bisher genutzt. Das Familienticket konnte rund 200.000 Mal verkauft werden.

DB Cargo und DB InfraGO im Minus

Trotz der positiven Geschäftszahlen gibt es auch innerhalb des Konzerns noch einige Baustellen. Die Gütersparte DB Cargo hat den Weg aus den Miesen zum Beispiel noch nicht gefunden. Mit 66 Millionen steckt auch die Infrastruktursparte InfraGO im Minus. Dagegen entwickelt sich der Nahverkehr weiter zur Goldgrube. 89 Millionen Euro Plus erwirtschaftete der Regionalverkehr in den ersten sechs Monaten.

Auch innerhalb des Konzerns gibt es noch einige Baustellen

Aber auch die Verschuldung des Konzerns steigt wieder an. Das führt die Bahn auf die hohen Investitionen ins Netz zurück. Die eigenfinanzierten Netto-Investitionen steigen im ersten Halbjahr um 89 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro an. Zusammen mit den Bundesmitteln steckte die Bahn 8,7 Milliarden Euro ins Netz und die Stationen.

Unterdessen läuft das konzerninterne Sanierungsprogramm auf Hochtouren. Bahnchefin Evelyn Palla will vor allem die Leitungsebenen im Bahntower entrümpeln. Die Kostensenkungen durch den Personalabbau in der Konzernleitungen hätten schon zum verbesserten Ergebnis beigetragen.

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4 Kommentare

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  • "Trotzdem bleiben die Kunden der Bahn treu."



    Schöner Euphemismus für eine manchmal sogar dramatische Zwangslage.



    Bei wissen.de



    "Wahrig Synonymwörterbuch



    treu



    treugesinnt, ergeben, anhänglich, zuverlässig, getreu, getreulich, loyal, fest, beständig, treu und brav"



    Mir fällt, wie anderen Nutzern auch, auf, dass auf bestimmten Strecken kaum noch Senior:innen mit Einschränkungen und Hochbetagte unterwegs sind. Vielleicht hängt es mit der nicht mehr unverbrüchlichen Verlässlichkeit der Stützen unserer Daseinsvorsorge und -fürsorge zusammen, mit defekten sanitären Anlagen und mit kaputten (Auf)Zügen.



    Dort wäre auch ein Teil des aktuellen Gewinns gut investiert.



    "Aufzüge und Rolltreppen sind für viele Menschen unverzichtbar, um zum Zug zu gelangen. Doch im Bahnhofsalltag sind sie regelmäßig für Stunden außer Betrieb. Eine Datenanalyse des WDR zeigt, wo es die größten Probleme gibt."



    Quelle:



    www1.wdr.de/nrw/st...lltreppen-100.html

  • Damit, dass Mehdorn dauernd Gewinne eingefahren hat, hat die ganze Katastrophe angefangen. Dass man sich jetzt darüber freut, dass wieder Gewinne gemacht werden, finde ich sehr merkwürdig.

    Denn Gewinne bei der Bahn sind meistens mit schlechter Qualität und Pünktlichkeit erkauft.

    Man sollte sich erst freuen, wenn die Bahn wieder zu 95% pünktlich ist.

    Dass jetzt Gewinne gemacht werden, zeigt, dass man dort die falschen Prioritäten setzt.

    • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Stimmt schon, das ist kein Wert an sich. Die Bahn soll nicht in erster Linien Geld verdienen, sondern ordentliche Leistung fürs Gemeinwohl erbringen, also pünktlich Leute und Waren von A nach B bringen. Wenn sie das schafft, ohne das der Steuerzahler noch zusätzliche Milliarden reinschießen muss, gerne.



      Aber die Baustellen Pünktlichkeit/Service, Infrastruktur, aus dem Ruder gelaufenen Großprojekte und Probleme bei der Stellenbesetzung haben sich meines Wissens nach nicht in den letzten Monaten in Luft aufgelöst.

  • Wie viele Milliarden Euro könnte die DB AG einsparen, würde sie ihre Prestigeprojekte einstampfen. Sogar Stuttgart31 könnte die Umnutzung noch billiger sein als der Weiterbau.