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Stromausfall im Berliner SüdwestenZu Hause in Blackouthausen

Was tun ohne Strom? Unser Autor hat die Winternacht mit Campingkocher und Kurbelradio duchgestanden und dabei ganz besondere Wärmequellen gefunden.

Eine Kerze steht während des Stromausfalls im Südwesten Berlins in einem Fenster Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Aus Berlin

Stefan Alberti

Der Anruf kommt kurz vor der Zugabfahrt zurück nach Berlin: Stromausfall bei uns im Südwesten der Stadt, berichtet die Gattin am Telefon. Aber das würde sicher bald wieder werden, irgendwer habe erzählt, am Samstagabend um 18.30 Uhr solle der Schaden behoben sein. Auf der Zugfahrt, als das Internet noch geht, nicht wie später zu Hause, ist ganz anderes zu lesen: dass zwar Haushalte in Lichterfelde abends möglicherweise wieder Strom haben, aber nicht der große Rest in Zehlendorf und noch weiter westlich in Nikolassee und Wannsee.

Als sich die S-Bahn Zehlendorf nähert, keimt dennoch Hoffnung auf: Zwei Stationen vorher ist noch alles hell, in den Fensterscheiben der Häuser an der Strecke strahlt die Weihnachtsbeleuchtung. Dann wird es plötzlich links der Bahnlinie duster.

So muss man sich wohl eine Demarkationslinie vorstellen: Nördlich der Brücke über die Bahnschienen völlig normales Leben, ein paar Meter weiter südlich „Dunkeltuten“, wie Franziska Giffey das mal in der Energiekrise im Herbst 2022 ausgedrückt hat, als sie noch Berlins Regierungschefin war. Jetzt ist sie diejenige, die als Wirtschaftssenatorin sagen muss, dass dieser Anschlag – am Sonntagmorgen wird ein Bekennerschreiben vorliegen – noch schwerwiegender ist als der vor knapp vier Monaten in Köpenick im Südosten der Stadt.

Zu Hause ist es heimelig von zwei Dutzend Kerzen und Teelichtern erhellt. Trotzdem ruft das jetzt nach innerer Erbauung – um 18 Uhr ist ja der Vorabendgottesdienst in unserer KIrchengemeinde. Ob da wirklich was los ist? Einfach mal hinradeln an diesem Abend mit mehr Schnee als den ganzen bisherigen Winter. Die Kirche ist tatsächlich offen und von Kerzen erleuchtet, ein paar Leute haben ein Klavier aus einem Seitenraum nahe an den Altar gewuchtet – die Orgel funktioniert ohne Strom ja nicht. Und vom Klavier intoniert die Organistin gleich mal Nummer 450 im Gesangbuch: „Gottes Sohn ist wie Licht in der Nacht“.

Abendessen auf dem Campingkocher

Seelenlabung ist also abgehakt, jetzt muss noch was gegen den ganz profanen Hunger her. Kein Problem, wir haben ja einen Campingkocher mit Gaskartusche – und der ist ausnahmsweise nicht irgendwo, sondern tatsächlich in Reichweite. So kommt auch endlich das Einweckglas mit einer Art Szegediner Gulasch weg, das wir vor über einem Jahr geschenkt bekommen haben. Dazu ein paar angeröstete Speckstückchen, und fertig ist die Lagerfeueratmosphäre. Noch dazu, wo wir einen Kamin haben.

Nach ein paar Dutzend Mal kurbeln kommen aus dem Radio tatsächlich Musik und Nachrichten raus – auch wenn die nicht so erfreulich sind, weil da wieder von Stromausfall kann bis Donnerstag dauern die Rede ist

Das Skurrile: Eigentlich könnten wir uns das mit dem Campingkocher komplett sparen und einen Kilometer weiter ganz gediegen essen gehen. Es ist ja nicht wie in Marc Elsbergs Schreckenszenario „Blackout“ flächendeckend Stromausfall. Ein paar Schritte aus der betroffenen Zone raus, und man kann Leute treffen, die davon gar nichts mitbekommen haben. Keine 400 Meter entfernt beginnt der Nachbarstadtteil Lichterfelde, der am Abend komplett wieder mit Strom versorgt sein soll. Trotzdem bleiben wir zu Hause.

Internet gibt es nicht, aber irgendwie ploppen auf dem Handy Nachrichten aus dem Chat unseres Triathlonvereins Weltraumjogger auf: Angebote von Stromaufladen bis hin zum mehrtägigen Übernachten für bis zu vier Personen. Der Gottesdienst hat ja schon für innere Wärme gesorgt, aber so was legt emotional noch ein paar Grade drauf.

Und irgendwo muss doch dieses Kurbelradio sein, das es mal als Werbegeschenk eines Bekleidungsversandhauses gab. Tatsächlich, hinten im Schrank. Und das klappt wirklich. Schlauer wäre es zwar gewesen, den Akku von diesem Ding immer mal wieder zu füllen, aber so ist das eben mit dem ganz persönlichen Katastrophenschutz – auch an Konserven bleibt uns jetzt nur noch eine Dose Linsensuppe, eine große immerhin. Und die Nachfüllflasche für die beiden Öllampen für kuschelige Gartenatmosphäre ist ebenfalls alle.

Stromausfall in Berlin

Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben mutmaßlicher Linksextremisten zum großen Stromausfall im Südwesten Berlins ist authentisch. Das teilte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Sonntag Mittag mit.

Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde mehr als ein Dutzend wichtige Leitungen beschädigt. Nach Angaben der für Energie zuständigen Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) wurden Brandsätze direkt unter den Kabeln platziert, die dann mit großer Hitze die Kabel zerstörten.

Der Anschlag sorgt für einen großen Stromausfall, von dem zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Unternehmen betroffen waren. Inzwischen konnten 7.000 Haushalte und 150 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Menschen sitzen dort im Dunkeln und in kalten Wohnungen, außerdem ist das Internet gestört.

Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin so schwerwiegend und die Reparatur so kompliziert, dass voraussichtlich erst am Donnerstag wieder alle Haushalte mit Strom versorgt werden können.

Zahlreiche Schulen und Kitas im Bezirk bleiben aufgrund des Stromausfalls bis einschließlich Mittwoch geschlossen. Es gibt Notbetreuung für Grund­schü­le­r:in­nen an anderen Schulen. Für die Kitas kann am Montag noch keine Notbetreuung angeboten werden, die Senatsverwaltung für Bildung bittet dafür um Verständnis. (dpa/taz)

Unsere Vorratshaltung könnte besser sein

Nach ein paar Dutzend Mal kurbeln kommen aus dem Radio tatsächlich Musik und Nachrichten raus – auch wenn die nicht so erfreulich sind, weil da wieder von „Stromausfall kann bis Donnerstag dauern“ die Rede ist. Glücklicherweise halten die aufladbaren Fahrradleuchten noch als Leselampen durch – irgendwas Nettes, die packende Hörspielfassung von „Blackout“ mit Christoph Maria Herbst käme jetzt nicht so gut.

Ein Polizeibeamter steht an der Brandstelle am Teltowkanal. Die „Vulkangruppe“ hat sich per Bekennerschreiben zum Anschlag bekannt Foto: Michael Ukas/dpa

Sonntagmorgen: Es hat noch mehr geschneit, aber die Scheiben sind nicht zugefroren. Weil wir um unsere Wasserleitungen fürchten, geht eine SMS an einen befreundeten Monteur. Der gibt Entwarnung, solange wir regelmäßig Wasser durchlaufen lassen. Falls wir uns ausquartieren, sollen wir die Rohre leer laufen lassen. Hoffentlich hat er recht.

Auf dem Weg zur taz geht es über den Teltowkanal in Sichtweite an jener Kabelbrücke vorbei, an dem Brandstiftung all das ausgelöst hat. Gruselig. Hätte da jemand rund um die Uhr stehen und eine offenbar überaus neuralgische angreifbare Stelle überwachen müssen? Nachher ist man immer schlauer – so wie bei der nicht vorhandenen Vorratshaltung bei uns zu Hause.

Jetzt sollen dort Experten ran, um die Stromversorgung im Südwesten wieder komplett hinzukriegen. Vielleicht schaffen sie es ja doch schon vor Donnerstag.

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45 Kommentare

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  • Wieso sollen das denn ausgerechnet Linksextremisten gewesen sein?



    Ist es nicht die AfD, die ständig parlamentarische Anfrage nach sensibler Infrastruktur usw. stellt? Darüber würde sich doch bereits in Thüringen mokiert.

    • @Nansen:

      Weil es ein Bekennerschreiben gibt und die Handlung ziemlich klar typisch linksextremismus ist. Gewalt gegen Dinge um die Reichen zu treffen.

  • Wo sind die Distanzierungen von links?

  • Schräge, unglückliche Aktion.



    Vermutlich will man auf die kompetenzfreie, unhumane, autoritäre, gewaltvolle, unsoziale Politik, der aktuellen Regierung Merz - gegenüber vielen Mitmenschen aufmerksam machen.



    Gewalt erzeugt ja oftmals Gegengewalt...



    Linke Humanisten werden die Tat nicht befürworten können.

  • Ich finde es einigermaßen erstaunlich, dass es offenbar in dieser Zeitung keine ernsthafte und kritische Auseinandersetzung mit dem Sinn und Unsinn dieser und vergleichbarer Aktionen gibt. Dass ich sowas in der SZ finde, hier aber nicht, zeigt mir eigentlich ein ums andere mal, wie einseitig die Wahrnehmung und Auseinandersetzung in der taz geführt wird. Das große journalistisch-reflexive Schweigen.

    Aber auch hier in den Kommentaren (hier sowie unter diversen anderen Artikeln) wird eher am eigentlichen Thema vorbeigeschrieben und über irgendwelche Nebenschauplätze gestritten; oder es wird - wie so oft - relativiert, indem entweder die Aktivist:innen gar keine "echten" Linken sein könnten, man nicht alle Linken in einen Topf werfen solle oder man gar mutmaßt, dass, selbst mit Bekenner:innenschreiben, es vielleicht doch ein Anschlag von Rechts sein muss - klar, weil das passt sonst nicht anders ins linke Weltbild. Linke Selbstkritik geht offenbar - hier und auch in vielen anderen Fällen - offenbar nicht anders. Sonst könnte man ja nicht auf Seiten "der Guten" stehen.

    Das ist linker Aktivismus, der vor allem die Rechten stark macht.

  • Stromausfall und als Erstes, was man macht: Dienst an Gott? Muss man auch erst mal drauf kommen. Vielleicht hilft ja Berlin wirklich nur noch beten.

  • Eine verantwortungslose und hochkriminelle Tat, ohne Zweifel.



    Ich traue die Tat Extremisten zu, typischerweise Linksextremisten, da sie ja schon ähnlich gehandelt haben und ein Bekennerschreiben vorliegt. Aber es ist zu bequem, sich darauf zu verlassen, dass sie es waren. Genauso gut können es russische Beauftragte gewesen sein oder Rechtsextremisten, die es den Linken in die Schuhe schieben wollen.

    Erschreckend finde ich, dass es nicht möglich ist einen Ausfall kurzfristig durch Umleitungen zu kompensieren. Wie müsste ein Netz aussehen, dass mit Reserveleitungen ausgestattet ist? Wie aufwändig ist so etwas?

    • @Achsachbloß:

      Wäre es nicht die Linksextreme Vulkangruppe, wie lang würde es dauern bis die sich davon distanzieren, wenn man es ihnen nur in die Schuhe schieben würde.



      Richtig sie würden ziemlich schnell kund tuen, dass sie es nicht waren.



      Daher spricht alles dafür das es die Linksextreme Vulkangruppe war

    • @Achsachbloß:

      Die heutige Süddeutsche hätte etwas dazu. Kurzfassung: in jener Ecke wäre eine Überbrückung in der Mittelspannung besonders schwer.

  • Auch in "Blackout" waren es selbsternannte Weltverbesserer, die loslegten. Oder war es doch ein putinrussisches Warmlaufen mit oder ohne nützliche I*ioten?

    Gleichwohl, werauchimmerdaswar, das macht mensch nicht. Es gibt tausend andere Protestformen, die präziser wären. Ich will jetzt auch nicht lesen, was die da schrieben.

    Stefan Alberti merkt selbst an, dass in diesem Fall einmal kurz aufs Fahrrad/ in die S-Bahn zum stromreichen Stadtteil seine Sorgen vorerst weitgehend lösen kann. Bzw. den Wollpullover und die Decke aus dem Schrank holen. Kühlschrank findet gerade schon draußen statt. Zum Glück wurde die taz-Redaktion nicht attackiert.



    Leider brauchen wir mehr der vielbeschworenen Resilienz, also wohl Dezentralität.

  • @Sonnenhaus,



    "Dann gehen solche Störversuche inenrstaatlich oder vom Ausland ausgehend ins Leere. Dann wird es echt schwer für die Autokraten, Diktatoren und Oligarchen wie Trump, Putin und wie sie alle heissen. Lasst uns unabhängig werden von Reiche, Eon, RWE, Blackrock, und allen anderen die mit unserer zentralen Energieversorgungsabhängigkeit Milliarden "verdienen". Sie alle haben in Wahrheit massenhafte Kündigungen verdient."

    100 Prozent Zustimmung!

  • Schade, dass das hier nur ein Randthema ist. Das war und ist ein perfider Angriff gegen normale Bürger. Die Befürworter, die das ganz toll finden, haben ja alle eine schöne warme Wohnung und geben jetzt tolle Tipps ab.



    Was sagt eigentlich die Linke dazu?

    • @Helium60:

      Z.B. das:“ Eralp verurteilt den Anschlag aufs Schärfste und distanziert sich von dem einer ökoanarchistischen Kleingruppe zugeordneten Bekennerschreiben deutlich: „Nichts ist links an dem, was hier getan wurde“, sagt sie und verweist darauf, dass auch ein Flüchtlingsheim vom Stromausfall betroffen sei.“



      Was beabsichtigen Sie mit Ihrer Frage?

    • @Helium60:

      Die Linke sagt dazu, was alle vernünftigen Menschen dazu sagen.



      Man sollte nicht die Linke mit jedem in einen Topf werfen, der von sich behauptet, irgendwie "links" zu sein.



      Sonst könnte man auch die cdU/csU immer mal fragen, was sie zu den - nebenbei bemerkt deutlich zahlreicheren und bedrohlicheren - rechten Terroranschlägen sagen.



      Wobei man die tatsächlich dazu fragen sollte, denn die redet den rechten Terror entgegen aller Statistiken ja immer klein.

      • @Jalella:

        Merkwürdiger Kommentar. Ist das präventives Hufeisenwerfen zwecks Anzünden einer Nebelkerze?

  • OK, wir schaffen es auch ohne russische Drohnenangriffe ohne Strom dazustehen. Dit is Berlin.

  • Tja, Idioten gibt es leider überall. Frau Spranger hält das Bekennerschreiben für authentisch. Was heisst das? Das die Verfasser des Bekennerschreibens auch diejenigen sind, die die Kabel in Brand gesteckt haben. Wahrscheinlich stand in dem Bekennerschreiben was drin, was nur die Täter oder Täterinnen wissen konnten.



    Aber steckt dahinter wirklich eine linke, spinnerte Unweltgruppe oder ist das ein False-Flag-Manöver ("Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!") von der anderen, rechten, spinnerten Seite?

    • @Offebacher:

      Höckes Helfer.

      Diese Gruppe scheint das tatsächlich ernst zu meinen, kann man ein wenig recherchieren, war nicht die erste Aktion.



      Die Dummheit des Menschen und so...

  • Nur der Folklore Bericht ist offen zum kommentieren.

    Also, erstmal alles Gute und möge die Wärme mit euch sein.

    Dann aber auch die Frage, warum es eher nebensächlich abgehandelt wird. Jedenfalls würde es, wenn eine rechte Gruppe die Anschläge verübt hätte, wahrscheinlich in der TAZ ganz anders aussehen. Dann wären die Schlagzeilen, Demokratie in Gefahr, Terrorisierung der Bevölkerung etc.

    Ob Vulkan oder nicht, es ist ein Angriff auf die Zivilbevölkerung und deren Infrastruktur, nicht ein Zeichen gegen irgendwas.

    • @fly:

      „Jedenfalls würde es, wenn eine rechte Gruppe die Anschläge verübt hätte, wahrscheinlich in der TAZ ganz anders aussehen."



      Würde. Wahrscheinlich..



      In jedem Falle peinlich -



      Ihr Konjunktivismus.



      --



      „Nur der Folklore Bericht ist offen zum kommentieren."



      Ich finde es reicht... Ansonsten - Mal genau hinschauen:



      taz.de/Berlin/!p4649/

    • @fly:

      Volltreffer!



      Sie haben vollkommen recht, ist mir genau so auch aufgefallen. Hier wird wohl differenziert, wie Gewalt von extrem rechts oder links zu bewerten ist.

    • @fly:

      Angriff auf die Zivilbevölkerung? Der Stromausfall hat bestimmt auch ein paar "Reiche" getroffen, und beim Kampf gegen den Klassenfeind nimmt man halt auch gerne Kol­la­te­ral­schäden in Kauf. Jedenfalls so lange, wie andere diese Opfer bringen müssen und nicht man selbst.



      Allerdings dürften die "echten Reichen" seit ein paar Jahren über PV-Anlage mit Hausspeicher relativ autark sein. Trifft dann also doch das Proletariat. Aber egal, geht ja auch nur darum, ein Zeichen zu setzen.



      Im Ernst: Wir haben bald Landtagswahlen in D, solche Aktionen geben den rechten Parteien wieder einen kleinen Tick mehr Aufschwung.

      • @Desdur Nahe:

        Kleine info am rand:



        Im winter bringt der pv speicher in etwa gar nichts. Da tagsüber nicht nennenswert geladen wird ist er einfach leer.

        • @Herr Nachbar:

          Das ist nicht richtig. In netzgebundenen Systemen wird der Speicher vom Netz geladen, wenn von der PV nichts kommt. Speicher sind auf jeden Fall eine gute Idee, wenn das Netz schwächelt.

      • @Desdur Nahe:

        Das war ein terrorister Angriff auf die Zivilbevölkerung und das betrifft mehr normale Menschen als reiche!

    • @fly:

      zwei köpfe ein gedanke.

      ich vermisse unisono im demokratischen spektrum der politik und medien ein entschlossenes signal die terroristen zur atrecke zu bringen und vor gericht zu stellen. die lücke für rechte schwurbler und medien, die sich dadurch auftut kann man mit dem suchbegriff "stromausfall berlin" auf youtube bewundern....

      • @NilsBln:

        "die lücke für rechte schwurbler"



        Schwurbler? Mindestens knapp 100.000 Betroffene dürften das "Geschwurbel" gerade als reale Erfahrung empfinden.



        Ich habe keine Ahnung, wie diese Kriminellen auf die Idee kommen konnten, dass Terror gegen die Zivilgesellschaft irgendwie der linken Sache helfen könnte.

  • Linksextremistischer Anschlag.



    Es ist bemerkenswert ruhig hier um die linksextremistische Vulkangruppe. Welch ein Wirbel wäre es hier wohl, wenn es eine extrem rechte Gruppe gewesen wäre?



    Immerhin hat man das Wort "Vulkangruppe" hier doch einmal im Bild aufgeführt, ohne auch nur mit einem Satz darauf einzugehen, wer die sind - linksextreme Kriminelle!

  • Nach also - geht doch! Nicht vergessen - Morgen im Büro gleich das Smart phone aufladen und ein paar Batterien für das Radio kaufen.



    Und für das gegenseitige Aufwärmen hätte ich auch noch einen Tip - aber ich verrate nicht welchen.

  • Das tut mir sehr leid für alle Betroffenen, eine ungünstigere Zeit als mitten im Winter bei ordentlich Schnee, kanns kaum geben. Meine Tante war damals davon betroffen als die Strommasten bei Gronau/Ochtrup unter der Schneelast eingebrochen sind. Halben Winter in der ganzen Gegend alles Tod, das war echt Chaos.



    Allerdings war das höhere Gewalt. In eurem Fall jetzt war es ein Anschlag. Ist man da nicht stink Sauer auf die Verursacher?



    (Ich wäre auf 180..)

  • Wie wäre es mit einem Hinweis welche Gruppierung für den Stromausfall verantwortlich ist und welche Motivation diese Leute haben? Ein Artikel der diesen Stromausfall lediglich romantisiert und relativiert ("gediegen Essen gehen") erscheint unangebracht.

  • Als Ergänzung zu diesem Artikel: Die Vulkangruppe*, die den Anschlag verübt hat, empfiehlt gegenseitige Solidarität von einkommensschwachen Menschen sowie von alten Menschen.

    *mit Vorbehalt, weil meine Vermutung liegt nahe, dass es eine russische False-Flag-Aktion gewesen ist, die zur Spaltung der Gesellschaft beitragen soll.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Es ist eine sehr typische Reaktion, bei einem linksetremistischen Anschlag das Thema "false flag" aufzumachen, so kann die linkspolitische Weste immer schön weiß bleiben. Man will einfach nicht wahrhaben, dass Menschen, die für so etwas vernünftiges, wie man selbst, kämpfen, so unvernünftig sein können.

  • Allen mit einer autarken PC-Anlage mit Netzfreischaltung meinen herzlichen Glückwunsch zur einzig wahren sicheren Energieversorgung. Zeigt dieser Ausfall mal wieder deutlich wo wir uns alle hinbewegen sollten; graswurzelhafte Energieversorgung an jedem Standort und das vernetzt. Dann gehen solche Störversuche inenrstaatlich oder vom Ausland ausgehend ins Leere. Dann wird es echt schwer für die Autokraten, Diktatoren und Oligarchen wie Trump, Putin und wie sie alle heissen. Lasst uns unabhängig werden von Reiche, Eon, RWE, Blackrock, und allen anderen die mit unserer zentralen Energieversorgungsabhängigkeit Milliarden "verdienen". Sie alle haben in Wahrheit massenhafte Kündigungen verdient.

    • @Sonnenhaus:

      Ja herzlichen Glückwunsch an Gutverdienende, die jetzt nur über die Unvernunft der armen lachen können. Warum haben die sich nicht auch schon längst eine PV-Anlage auf ihr Dach gezimmert? Zumindest die bslkonkrsftwerke gab es doch letztes Jahr beim Discounter quasi geschenkt. Hoffentlich lernen sie jetzt draus.

    • @Sonnenhaus:

      Ich nehme an, sie meinen eine PV-Anlage. Doch welche PV-Anlage liefert an einem grauen Tag Anfang Januar (zur Erinnerung, die kürzesten Tage, die längsten Nächte und den tiefsten Sonnenstand gibt es in den Tagen rund um den Wineranfang) überhaupt nennenswert Strom?

      • @Offebacher:

        Das kann ich Ihnen sagen. Hab ne Pv-Anlage mit 12,5 Kwh Speicher und Notstromfunktion. Hat vor 5 Jahren 32000 Eur netto gekostet. Dann wurden von Rot-Grün rückwirkend die Abschreibungsmöglichkeiten gestrichen. Die Umsatzsteuer auf selbstverbrauchten Strom muss man aber weiter zahlen. Es ist also schwieriger als gedacht. Mit 9 Kwh Reservestrom, die ich eingestellt habe, kommen wir bei einem Grundverbrauch von 250 W (alles aus ausser Kühlen und Internet) auf ca. 36 Stunden eigene Versorgung, die Nachladung bei diesem Wetter ist 0, da eingeschneite Module. Bei Sonnenschein um diese Jahreszeit wären es 6,5 KwH. Das würde reichen.

        • @Metulski:

          Für alle mit eigenem Haus eine Option, allerdings wird es mit dem Heizen problematisch auch eine Wärmepumpe mit guter Jahresarbeitszahl saugt den Speicher in Kürze leer.



          Beim großflächigen Ausfall wie in Berlin ist mit Internet auch Asche weil die DSLAM und Mobilfunkmaste keine Notstromversorgung haben, die paar Watt kann man dann dem UKW Radio gönnen.



          Ich bin auch am überlegen für den Nobetrieb der Ölheizung ein kleines Dieselaggregat anzuschaffen, das Benzinaggregat hält ein paar Stunden aber was fest installiertes für den Notfall wäre schon gut. Wenn man alte Leute im Haus hat will man bei vollen Tanks nicht gerne frieren.

        • @Metulski:

          Danke für die Info. 6,5 KWh bei Sonnenschein im Winter klingt gut, ich drücke Ihnen die Daumen, dass über die Mittagszeit die Sonne bei Ihnen durchkommt. Hier in Offenbach ist alles grau in grau, dafür funktioniert aber Heizung, Strom und Internet.



          Wieso muss man eigentlich auf selbsterzeugten und -verbrauchten Strom Umsatzsteuer zahlen? Selbstverzehrtes Gemüse, Obst und Salat aus dem eigenen (Schreber-)Garten kostet doch auch nichts.

  • Guter realitätscheck



    Hetzt nicht vergessen die Erfahrungen und Misserfolge umzuwandeln in gelernte Lektionen: paar Dosen Ravioli, batteriebetriebener Radio, eine Handvoll batterien und ein Pack Kerzen gibt's beim discounter alles zusammen für keine 50 Euro....

  • Die Linken Gruppen zeigen nur was sie von anderen Leuten halten! Ich dachte die wollen beliebt werden aber mit solchen Aktionen treibt man die Leute nur zur der Partei die sie am wenigsten mögen

    • @Marcelo:

      Links in „die linken Gruppen“ ist ein Verb und wird kleingeschrieben, außer sie meinen die Partei die Linke, die hat aber meines Wissens nichts mit dem Anschlag zu tun.



      Wer behauptet Terroristen wollen beliebt werden? Ich gehe außerdem davon aus, dass diese Personen alle Parteien ablehnen, und selbst wenn nicht erschließt sich mir nicht wieso jemand jetzt afd wählen sollte.

    • @Marcelo:

      Wieder einmal unvergleichlich differenzierend. s/



      "Die Linken Gruppen". Chapeau. Mit solchen Sätzen treibt man das was genau?

    • @Marcelo:

      Das ist ja auch Sinn der Aktionen dieser Fake-"Linksterroristen".

      Es gibt auch linke Brandstiftungen, aber die richten sich gezielt gegen einschlägige Unternehmen.

      • @Ajuga:

        Das waren keine Fake Leute das waren Terroristen aus dem linken Spektrum