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Sozialkürzungen Merz leert die Sparschweine meiner Kinder

Gastkommentar von

Katharina Schwedt

Die schwarz-rote Koalition will den Kindersofortzuschlag in Höhe von 25 Euro streichen. Für Alleinerziehende mit Grundsicherung ist das eine Katastrophe.

A ls alleinerziehende Mutter zweier Kinder musste ich in den letzten Monaten viel schlucken. Wie über 40 Prozent der Alleinerziehenden bin ich auf die neue Grundsicherung (ehemals Bürgergeld) angewiesen. Ich stocke auf und dennoch reicht es hinten und vorne nicht.

Das Familienportal des Bundes empfiehlt für zehnjährige Kinder 15 bis 25 Euro Taschengeld im Monat. Genau dieser Betrag soll mit den Reformplänen der Bundesregierung nun wegfallen. Dass Friedrich Merz und die Koalition nun auch dazu bereit sind, die Sparschweine meiner Kinder zu leeren, macht mich fassungslos. Anstatt Maßnahmen zu ergreifen, um Kinderarmut zu verhindern, werden Maßnahmen ergriffen, um Kinderarmut zu fördern.

Katharina Schwedt

ist alleinerziehende Mutter und lebt mit ihren Kindern im Bürgergeldbezug. Sie beklagt, dass sie nicht arm ist, sondern arm gemacht wird. Hier schreibt sie unter Pseudonym, weil sie ihren richtigen Namen zum Schutz ihrer Familie nicht veröffentlichen will.

Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD heißt es: „Wir werden den Anpassungsmechanismus der Regelsätze in Bezug auf die Inflation auf den Rechtsstand vor der Corona-Pandemie zurückführen“. Seit Corona gibt es für jedes Kind seit 2022 20 Euro und seit 2025 25 Euro den sogenannten Sofortzuschlag, umdie Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an Bildung und Gesellschaft zu verbessern. Auslöser dieses Sofortzuschlages war die Covid-19-Pandemie.

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Nun ist ernsthaft geplant, diesen Zuschlag für Kinder zu streichen. Allein den Regelsatz nicht mehr an die Inflation anzupassen, hat der Regierung nicht gereicht. Nun heißt es für uns mit 50 Euro weniger zu leben.

Wer Kinder hat, weiß, was 25 Euro pro Kind bedeuten. Wer arm ist, spürt es jeden Tag. Die Hosen sind zu klein geworden, die Schuhe zu klein oder kaputt, immer wieder fallen Geburtstagseinladungen an und es müssen Geschenke besorgt werden. Ich lebe schon lange im Bürgergeldbezug und hatte immer viele Ideen, um zu sparen. App-Coupons, Berliner Tafel, Gewinnspiele. Doch alles kann man so nicht ausgleichen.

Die Angst vor dieser Regierung war berechtigt

Zwar gibt es für bedürftige Kinder etwas Geld für die Schulausstattung pro Halbjahr, aber allein das deckt weitaus nicht die gesamten Kosten. Verabschiedung einer Erzieherin, Klassenkasse, das Eintrittsgeld fürs Freibad, die Kinderreise in den Ferien sind immer wieder zusätzliche Ausgaben. Und dann wird noch das Fahrrad vom Schulkind geklaut und die Hausratsversicherung ordentlich hochgestuft.

Ich bekomme keinen Unterhalt und kann mit einer halben Stelle nicht den kompletten Familienbedarf decken. Ein Kind hat Pflegegrad eins und wöchentlich fallen Therapiebesuche an, sodass höchstens eine halbe Stelle geht. Schon während des Bundestagswahlkampfes im Frühjahr 2025 hatte ich Sorge, dass Friedrich Merz und die Koalition uns das Leben schwerer machen. Jetzt weiß ich, die Sorge war berechtigt.

Dass die Anpassung an die Inflation flachfällt, auch wenn die Stromkosten gestiegen sind, war absehbar. Sollte ich aus irgendwelchen Gründen einen Termin beim Jobcenter verpassen, drohen nicht nur mir, sondern auch meinen Kindern, jetzt auch noch Kürzungen bis hin zur Einstellung aller Zahlungen.

Auch bei der akribischsten Familienplanung kann es doch leicht passieren, dass Eltern in einer Überlastungsschleife stecken, ein Termin vergessen wird oder ein Brief verloren geht. Glaubt die Bundesregierung tatsächlich, dass diesen Menschen mit einer Räumung ihrer Wohnung mehr geholfen ist als mit sozialarbeiterischer Betreuung, um Briefe durchzugehen, das Leben zu strukturieren.

Noch weniger Teilhabe

Gerade Kinder von Alleinerziehenden werden unter der neuen Grundsicherung leiden, und ich habe Angst davor. Arm und alleinerziehend – diese Kombi ist nicht selten. Auch meine beiden Kinder gelten als armutsgefährdet. Je mehr Kinder, desto höher ist die Empfängerquote der Bür­ger­geld­emp­fän­ge­r*in­nen in Bezug der jeweiligen Familienform in der Gesellschaft insgesamt.

Mit der Einführung der neuen Grundsicherung wurde auch das sogenannte Schonvermögen herabgesetzt. Ein Polster für Ausgaben, die der Regelsatz nicht hergibt (und das sind sehr viele) und eine finanzielle Basis für meine Kinder, wenn sie erwachsen sind.

Wird nun der Sofortzuschlag gestrichen, bedeutet das noch weniger Teilhabe für meine Kinder. Unser ganzes Leben, die steigenden Preise, die Eintritte für soziale und kulturelle Teilhabe, der Wocheneinkauf, die Stromkosten machen da nicht mit. Der Regelsatz für Kinder sieht 8,82 Euro monatlich als Beherbergungs- und Gaststättenleistung zu.

Klar sind eine heiße Schokolade und ein Stück Kuchen zum Überleben nicht notwendig, doch will ich mein Kind nicht ausschließen, wenn die Freunde nach dem Schwimmtraining im Schwimmcasino noch zusammensitzen.

Für einen kleinen Urlaub gehe ich an das Schonvermögen ran, ebenso für eine neue Waschmaschine oder eben für ein Fahrrad, einen Roller oder Inline-Skates, möglichst gebraucht, knapse ich etwas ab. Ein höheres Kindergeld belohnt alleine die Mittelschicht. Familien mit Grundsicherung als Einkommen wird es vom Regelsatz gleich wieder abgezogen.

Keine Rocher-Pralinen bei der Tafel

Merz und Co zeichnen immer wieder das Bild, Bür­ger­geld­emp­fän­ge­r*in­nen würden faul rumsitzen und sich, während andere schuften, goldene Ferrero-Rocher-Pralinen reinpfeifen.

Care-Arbeit wird eben nicht als Arbeit gesehen. Friedrich Merz will mehr Wohlstand für Deutschland, dafür sollen alle mehr und länger arbeiten. Meine Arbeit beginnt schon um 6 Uhr mit Frühstückmachen, Streitschlichten und Zähnenachputzen und endet frühestens um 20 Uhr, wenn die Kinder ins Bett gehen. Und natürlich gibt es bei der Tafel keine Rocher-Pralinen.

Es ist zwar müßig, immer wieder die steuerpolitische Schieflage zu beanstanden. Genauso wichtig ist es aber, klar zu benennen: Ungerecht ist nicht der Sofortzuschlag für arme Kinder, sondern, dass Vermögen nicht besteuert wird und Unternehmensteuern im Sinne der Profitlogik gekürzt werden.

Während die Familienministerin Karin Prien am Tag der Familie feierlich verkündete, Familien seien für viele Menschen, der wichtigste Anker und man würde deshalb Familien in den Mittelpunkt der Politik stellen, weiß ich nicht, wie wir mit 50 Euro weniger im Monat klarkommen sollen.

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29 Kommentare

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  • Klassenkasse, Geschenke für die Erzieherin... ok, das sind Peanuts, die Bürgergeldempfänger:innen tragen müssen, aber (zumindest hier) sind Klassenfahrten und Schulbücher total kostenlos, Schulranzen werden stark bezuschusst. Das sind Ausgaben, die kleine intakte Familien mit zwei kleinen Einkommen selbst zahlen.

  • Auch hier gilt, Augen auf bei der Partnerwahl.



    Kann oder will der/die Vater/Väter nicht zahlen?



    Unterhaltsvorschuss?



    Familie?



    Wo und in welchem Beruf Teilzeit?



    Fragen über Fragen.

  • Politisches Handeln als Varietéveranstaltung? Da greift die Regierung aber tief in den Zylinder, zeigt weiße Kaninchen, damit die zu schluckende Kröte drin verborgen bleibt. Sie streicht den Kindersofortzuschlag und führt dafür u. a. die Neugestaltung des Inflationsausgleichs im neuen Grundsicherungsgeld an. Dem Artikel folgend suggeriert sie, der Zuschlag sei eine Corona-Soforthilfe gewesen, nein. Eine Vorgängerregierung hat ihn meines Wissens in SGB II u. XII als dauerhaft „eingeschrieben“. Sein Ende kann nicht mit dem von Corona u. der Kindergrundsicherung begründet werden. Das sieht das Gesetz nicht vor, deshalb muss es auch geändert werden. Damit ist aber nicht der ursächliche Grund des Zuschlags „wie weggezaubert“. Der Zuschlag wurde gewährt, weil er die finanzielle Deckungslücke bei der Versorgung der Kinder erkannte, die er mildern sollte, bis zur Einführung einer endgültigen Lösung. Dass es die Lösung fürs Problem nicht gibt, zaubert das Problem aber nicht weg. Warum wohl gibt es keine gesetzl. Regel zur Beendigung des Zuschlags? Jetzt tut man so, als bräuchte man den Zuschlag nicht mehr. Hokuspokus ist das. Tatsächlich verschwinden mtl. Euro 25 für jedes Kind.

  • Bevor man nach dem Staat ruft, sollte man zunächst mal diejenigen heranziehen, die eigentlich verantwortlich sind. Da der Vater der beiden Söhne sicher nicht Herr Merz ist, leert zunächst mal dieser Vater die Sparschweine seiner Kinder, indem er keinen Unterhalt zahlt.

    Warum die Mutter keinen Unterhaltvorschuss benantragt hat - die Kasse würde es ggf. beim Vater einfordern - bleibt auch offen, aber insoweit leert evtl. auch sie die Sparschweine ihrer Kinder.

    Ganz am Ende kommt dann vielleicht Herr Merz, den ich nicht gerade mag, der hier aber unrichtigen Vorwürfen ausgesetzt wird.

  • Es läuft vieles falsch in diesem Land. Keine Frage.

    Aber zwei Punkte sind schon merkwürdig. Warum wird kein Unterhalt gezahlt? Der deutsche Staat ist im Gegensatz zu dem gering vorhandenem Eifer Steuern bei den Reichen einzutreiben geradezu bissig wenn es darum geht Unterhalt bei den Vätern einzutreiben. Da werden auch fiktive Zahlen einfach angenommen.

    Und das zweite, Eltern sind die verplantesten Menschen überhaupt. Hier Kindergarten, da Schule, da Sport, da Spieldate, da Musik, da Kinderturnen, Arzt Termin usw.



    Also 50 Termine für die Kinder können wahrgenommen werden. Der Termin beim Amt nicht? Der Termin bei der Familienkasse kann ja auch wahrgenommen werden.

    Nicht dass es so ist. Aber immer das so hinzustellen als ob es zuviel verlangt ist, sich beim Amt zu melden finde ich einfach lächerlich. Es geht hier immer ums wollen. Und wenn man Geld haben will, dann ist das nicht zuviel verlangt.



    Schließlich muss jeder der arbeiten geht ja auch dort sein damit er was kriegt.

  • Dass man einen solchen Beitrag heute, im Juli 2026 in und über Deutschland lesen muss - es ist eine unsägliche Schande.



    Doch gibt es Leute, die stolz auf dieses Land sind.



    Ich nicht.

  • ist das eine Katastrophe.



    Und wieder bin ich verwundert, was in diesem Land alles als eine Katastrophe bezeichnet wird.



    Wir leben in einem verdammt reichen Land. Und viele Menschen haben echt keine Ahnung was eine Katastrophe ist oder bedeutet.

    • @Jörg Fischer:

      „Wir leben in einem verdammt reichen Land."



      Verdammt. Zu Katastrophen.

  • Prien meint natürlich die kaufkräftigen Familien mit Vermögen und nicht die Verlierer, die durch das kapitalistische System überhaupt erst entstehen. Die Verachtung ggü. Menschen mit niedrigem Einkommen ist bei der CDU beispiellos. Deren gierige Lobbyisten profitieren von der Verarmung, das ist die Hauptsache für die Politikerdarsteller. SPD und Grüne tragen diesen Kahlschlag genau so mit

    • @Marlon22:

      Die Not entsteht hier aber nicht durch das kapitalistische System sondern weil der Vater sich nicht kümmert und nicht zahlt.

  • Falls diese Regierung einen Leitspruch benötigt, wäre ich für: „Den Armen nehmen, um es den Reichen zu geben.“ Wobei der sich selbst zur Mittelschicht zählende Multimillionär Merz das sicher anders sieht.

  • Ja, diese Regierung unter Beteiligung der (S)PD fährt Deutschland in jeder Hinsicht an die Wand.

    Wer bei den Kindern spart, beerdigt die Gesellschaft auf lange Sicht.

    Das Ziel der Merz Regierung ist klar: Oben abzocken was geht, unten alle „verrecken“ lassen.

  • Ein Land, das auf Kosten der Kinder spart, gehört langfristig zu den Verlierern. Das Problem ist jedoch: Die Betroffenen sind noch zu jung, um sich dagegen zu wehren. Die Boomer-Generation hat durch Egoismus auf Kosten der Geburtenrate vor ca. 50 Jahren begonnen, diese Entwicklung weltweit zu forcieren. Ihre SprecherInnen, die größtenteils dem obersten Dezil der Vermögensverteilung angehören, sind nicht bereit, sich finanziel für wesentliche Verbesserungen zu engagieren, sondern sehen sich als die wesentlichen "Leistungsträger". Viele Mitglieder der ärmeren 90% der Bevölkerung sind jedoch offenbar nicht willens oder in der Lage, sich einen adäquaten Anteil vom gemeinsamen Kuchen zu sichern, sondern wählen in ihrer Naivität sogar Parteien, die die Ungleichheiten eher verschärfen würden als für einen gerechten Ausgleich zu sorgen. Man könnte jetzt natürlich sagen, wer konservativ gewählt hat, ist selbst schuld, dass die Vermögenden weitgehend verschont bleiben und die Zeche von den Ärmeren gezahlt wird.

    • @Aurego:

      Selbst die ärmeren 30% wählen gegen ihre Interessen, da sie glauben die noch ärmeren würden ihnen etwas wegnehmen und da müsste gekürzt werden, denn unter ihnen gibt es immer noch jemanden auf den sie treten können.

    • @Aurego:

      Ihr Beitrag hat einiges Gutes, aber das ewige Pauschalisieren der Boomer, um einen Sündenbock zu haben, hilft auch nicht weiter.



      Sie werden schon noch merken, dass in nicht mehr allzu langer Zeit ein Großteil der Boomer mit einer Minirente in Rente geht. 480 Euro Auszahlung bei mir, als literarische Übersetzerin tätig gewesen. Jahrgang 1960.



      Und was glauben Sie, allein wie viele Übersetzer:Innen in unserer Boomer-Generation gibt es wohl, die jetzt in Rente gehen? Und wie viele der jungen Leute verdienen über die IT sich eine goldene Nase, ohne etwas abgeben zu wollen?



      Nein, mit Ihrer einseitigen Analyse erreichen Sie nur noch mehr Spaltung.



      Es gibt in allen Generationen solche und solche. Alles andere ist Populismus.

      • @Dreja:

        Ich habe oben kurz die SprecherInnen der Boomergeneration erwähnt. Das sind die mit den 6-stelligen Jahreseinkommen und 7-stelligem Nettovermögen, zu denen ich selbst - das gebe ich offen zu - auch gehöre. Das sind die "Kleinvermieter", die Leute wie Ihnen die Wohnung vermieten, Ihnen aber etwas von Leistung, Arbeiten bis 67 oder noch länger, von privater Vorsorge usw. erzählen. Die meisten von denen sind nicht besonders begabt, viele hatten einfach nur Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und eine üppig honorierte Stelle bekommen zu haben. Genau diese Leute schüren aber einen gewissen Sozialneid gegenüber denen, die weniger Glück im Leben hatten und sich als Geringverdiener gerade so über Wasser halten. Sie gönnen Leuten wie Ihnen nichts, betrachten jede finanzielle Unterstützung von Ärmeren, Arbeitslosen und Rentnern als "Umverteilung", weil sie nicht anzuerkennen bereit sind, auf andere zum Erreichen des eigenen Wohlstands angewiesen gewesen zu sein.



        Ich erreiche nicht noch mehr Spaltung. Die Spaltung ist längst da. Die Grenze liegt zwischen denen, die nicht arbeiten müssen, weil die Kapitalerträge zum Leben reichen und denen, die trotz Arbeit zu wenig haben.

        • @Aurego:

          Das Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, nein, es war meist ein knallharten Auslese zum Teil 70 Bewerber auf eine Lehrstelle, ein hoher Anteil der Boomer die in Rente gehen, werden auf Grundsicherung angewiesen sein. Leider wird hier wie so oft von den in der Bubble lebenden Akademiker-Schicht, auf den Test geschlossen. Bei den Boomern haben nicht mal 15% studiert, der Rest hatte ein "Scheißarbeit, am Band, auf dem Bau, bei Aldi an der Kasse, Frisiersalon,..... nichts, mit dem man hohe Rentenansprüche erwarb.

  • Es ist ein durchgehend patriarchales Sparen auf dem Rücken von Frauen, die die nun vermehrt anfallenden Care Arbeiten gratis leisten sollen und dafür auch noch weniger Geld erhalten. Das ist ein autoritärer Deform Vorschlag, der eine Rebellion bräuchte. Dass gerade die patriarchale Gewalt hochschiesst ist nur eine logische Konsequenz dieser reaktionären anti-feministischen Welle. Bleibt einzig zu hoffen, dass sich eine breite Gegenbewegung gegen diese zerstörerische Vorgabe bildet. Die Generartion, die die Fridays for Future schuf und die Älteren drumrum, die wissen , wodrum es geht und dass wir längst ein anderes BIP brauchen, ein sozial-ökologisches, welches Demokratie in die Ökonomie bringt und so Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft auf solidarischer Verteilung der Lasten der Transformation und Teilen statt Herrschen ! als Modell für das Miteinander erkennt!

    • @R.L.:

      Für diese Art sozialistischen Traums müssten Sie die Wirtschaft mit ins Boot holen. Aber freiwillig wird das niemals gehen. Weder ein ökologischer umbau noch eine andere Lastenverteilung. Das ist der Fehler dieses Systems. Und dieser Fehler muß noch nicht mal verteidigt werden, weil den meisten wohl klar ist, das jede Art von Experiment die immens große Gefahr des Scheiterns und des totalen Zusammenbruchs beinhaltet. Die DDR lässt immer noch grüßen

  • Da frag ich mich doch : für wen macht eigentlich Bärbel Baas Politik ?

  • Es ist der Einzelfall, der das Dilemma auf den Punkt bringt. Es ist aber auch so, dass ein geweiteter Blick die großen Linien zeigt.



    Wie weit muss der Staat gescheiterte Beziehungen unterstützen. Der Typ zahlt keinen Unterhalt. Ist das das Problem, oder dass der Staat hier im Fallbeispiel 50€ für die Kinder streicht?



    Ist es das Problem, dass der Staat (angeblich) Unternehmenssteuern senkt (welche denn, ich kann mich da an nix erinnern), oder dass der Staat an gewinnorientierten, gesunden Unternehmen Interesse hat, denn nur die können ja überhaupt Steuern bezahlen! Alle Steuern, alle, kommen aus der Wirtschaft, mittelbar oder unmittelbar. Das sollte man immer im Blick haben, bevor man sich über "die Unternehmen" beklagt.

    • @Tom Farmer:

      Ja, all das ergibt sich aus GG Art. 20.

      • @Aurego:

        Aha, der Staat muss gescheiterte Beziehungen unterstützen, und der Unterhaltspflichtige zahlt nicht, ergibt sich aus Artikel 20, GG.



        Ihre Interpretationsgabe in Ehren. Aber da sind Sie allein auf weiter Flur mit derlei Präzisionsherleitung.

    • @Tom Farmer:

      Da steht nichts davon, dass der Vater keinen Kindesunterhalt zahlt. Lediglich die Mutter bekommt keinen Unterhalt von ihm.

  • Früher war "Sparschwein" ein positiv besetzter Begriff.

    "Sparschwein" stand für Zukunft, für Chancen, für Träume und dafür dass sich Arbeit lohnt.

    Heute wissen wir, dass es die Spar"schweine" sind die dem kleinen Mann ständig und ohne Unterlass in die Tasche packen und die Beute bei den Reichen ins, ja, ja ... genau: Ins Sparschwein stecken.

  • Ich dachte, als Alleinerziehende hat man Anspruch auf Unterhalt/Unterhaltsvorschuss. Könnte mal jemand erklären, wie der Anspruch verfällt?

    • @SGouldo:

      gar nicht. Die Frage stellt sich, warum Merz hier schuld sein soll, schuld ist in erster Linie mal der Vater der beiden Kinder, der nicht zahlt - in zweiter Linie die Mutter, die sich dann nicht an die Unterhaltsvorschusskasse wendet.

    • @SGouldo:

      In der Grundsicherung gibt's keinen Unterhaltsvorschuss und eventueller Unterhalt wird zu 100% angerechnet.

    • @SGouldo:

      Der Anspruch verfällt doch nicht. Aber für die Geltendmachung ist der andere Elternteil der Ansprechpartner. Und eigentlich nicht der Staat oder die aufgeblähte Helfer-Industrie.