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Nach den Wahlen in GroßbritannienEnglands Mamdani

Daniel Bax

Kommentar von

Daniel Bax

Zack Polanski und die britischen Grünen gehören zu den Gewinnern der Kommunalwahlen. Warum sind die Reaktionen in Deutschland darauf so verhalten?

So sehen Sieger aus: Zack Polanski mit Zoe Garbett (links), die im Londoner Bezirk Hackney zur Bürgermeisterin gewählt wurde Foto: Reuters / Chris J Ratcliffe

J üdisch, schwul, bekennender Veganer und mit einer auffälligen Zahnlücke ausgestattet: Der britische Grünen-Parteichef Zack Polanski wirkt wie ein unwahrscheinlicher Wahlsieger. Doch er und seine Partei, die Grünen, sind die großen Gewinner der jüngsten Kommunal- und Regionalwahlen in Großbritannien. Während fast alle anderen Parteien im Vergleich zur letzten Kommunalwahl-Runde vor einem Jahr an Stimmen verloren, haben die Grünen um sieben Prozent zugelegt und sich damit fast verdoppelt.

Der größte Wahlgewinner sind zwar die Rechtspopulisten von Reform UK: Sie konnten landesweit eine Rekordzahl von über 1.300 neuen Sitzen in Stadt- und Gemeinderäten erobern, während die regierende Labour-Partei nahezu die gleiche Anzahl verlor. Auf der anderen Seite machten Labour aber die Grünen erfolgreich von links Konkurrenz.

Das klassische Zweiparteiensystem in Großbritannien scheint am Ende. Zwar benachteiligt das britische Mehrheitswahlrecht mit seinem The-winner-takes-it-all-Prinzip traditionell die kleineren Parteien. Aber wie überall in Europa, werden inzwischen auch in Großbritannien die etablierten Parteien zwischen den linken und rechten Polen zerrieben. Denn neben Labour haben auch die Konservativen wieder ein Debakel erlitten.

Ihren Erfolg verdanken die britischen Grünen zum großen Teil dem schillernden Mann an ihrer Spitze. Der 43-jährige Polanski ist so etwas wie Englands Zohran Mamdani, das britische Pendant zum neuen, linken und charismatischen Bürgermeister von New York. Der Sohn einer Schauspielerin und eines Angestellten kam erst spät zur Politik: Nach Theater-Studium, ersten Schritten als Schauspieler und als Hypnotherapeut in London, worüber sich die britischen Boulevardblätter gerne lustig machen, wechselte er nach einer kurzen Phase bei den Liberaldemokraten 2017 zu den Grünen.

Hoffnungsträger im Trenchcoat

Seit 2021 sitzt er für sie in der Londoner Stadtversammlung. Im September 2025 löste er die bis dahin amtierende Doppelspitze der Partei ab und wurde ihr alleiniger Vorsitzender. In kurzer Zeit hat er das Profil der Grünen geschärft und die Popularität der Partei gesteigert. Mit Dreitagebart, Kurzhaarschnitt und Trenchcoat verströmt er in flotten Videos auf TikTok und Instagram lässige Eleganz und erschließt den Grünen ein neues Publikum.

Die Grünen ähneln eher der deutschen Linkspartei, weil sie ökologische mit linken sozialpolitischen Forderungen verbindet

Unter Polanski hat sich die Zahl der Parteimitglieder von 50.000 im vergangenen Juni auf über 227.000 mehr als vervierfacht. Über die sozialen Medien erreicht er junge und urbane Wählergruppen. Für Rückenwind sorgt der linke Journalist und Guardian-Kolumnist Owen Jones.

Mit Zohran Mamdani teilt Polanski aber auch das Schicksal, aufgrund seiner Herkunft angefeindet zu werden. So bemühen sich die Gegner einerseits, seine jüdische Identität kleinzureden, um ihn aufgrund seiner scharfen Kritik an Israel besser des Antisemitismus bezichtigen zu können. Auf der anderen Seite attackieren ihn britische Boulevardblätter mit Karikaturen, die in Sachen Antisemitismus dem Stürmer kaum nachstehen.

Die Grünen profitieren von der Unzufriedenheit mit der Regierung unter Keir Starmer. Mit ihrem Sparkurs, ihrer Law-and-Order-Politik und einer harten Haltung in Migrationsfragen hat die Labour-Regierung linke Wählerinnen und Wähler enttäuscht. Polanski spricht offen davon, Labour als linke Kraft ablösen zu wollen. Als Hauptgegner hat er jedoch die rechtspopulistische, rassistische und wirtschaftsliberale „Reform UK“-Partei von Nigel Farage ausgemacht.

Symbolträchtige Siege in ganz England

Zwar blieben die Grünen hinter den eigenen, hochgesteckten Erwartungen zurück, was mit an fragwürdigen Standpunkten zu Israel und Palästina lag, die von der britischen Boulevardpresse ausgiebig skandalisiert wurden. Doch sie fuhren symbolträchtige Siege ein. Sie gewannen Sitze in den nordenglischen Ballungszentren Manchester, Sheffield und Leeds sowie den Universitätsstädten Oxford, Cambridge und Exeter.

Und in London: Im nordöstlichen Stadtteil Hackney, in dem Polanski mit seinem Partner lebt, schlug seine Parteifreundin Zoë Garbett ihren Konkurrenten von der Labour-Partei, und auch im benachbarten Waltham Forest errang die Partei eine Mehrheit. In Hackney und im südlich der Themse gelegenen Lewisham stellen die Grünen nun ihre ersten beiden Bürgermeister jemals.

Früher hätten die deutschen Grünen ihrer britischen Schwesterpartei zu so einem Erfolg euphorisch gratuliert, doch sie halten sich mit Glückwünschen zurück. Denn sie ähnelt programmatisch eher der deutschen Linkspartei, weil sie ökologische mit linken sozialpolitischen Forderungen verbindet. Polanski fordert höhere Steuern für Milliardäre und will den Kampf für Klimaziele sozialverträglich gestalten, er bezeichnet sich selbst als „Öko-Populisten“.

Maßnahmen gegen hohe Mieten sind für ihn genauso wichtig wie der Ausstieg aus der Atomenergie, die Legalisierung von Cannabis und eine liberale Flüchtlingspolitik. Im Wahlkampf besuchte er die französische Hafenstadt Calais, von der aus regelmäßige Flüchtlinge mit Booten über den Ärmelkanal ablegen, und prangerte dort die britische Asylpolitik an.

Außenpolitisch kritisierte er die Haltung der Starmer-Regierung zum Krieg im Gazastreifen, den er als Genozid bezeichnet. Zuletzt kokettierte er mit einem Austritt Großbritanniens aus der Nato. Sein Erfolg weist Parallelen zum Comeback der deutschen Linkspartei auf, die dennoch wenig Grund hat, seinen Erfolg zu feiern. Denn die britischen Grünen gehören immer noch zur grünen Parteienfamilie und saßen bis zum Brexit mit ihr im EU-Parlament, nicht in der linken Fraktion.

Die nächsten Wahlen zum britischen Unterhaus stehen regulär erst 2029 an, also in drei Jahren. Doch Polanski gibt jetzt schon selbstbewusst die Devise aus, das Zweiparteiensystem sei „tot und begraben“, und die „neue Politik“ der Wettstreit zwischen den Grünen und Reform UK. Für diesen Wettstreit hat er nun eine Basis geschaffen, auf der die Partei aufbauen kann.

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Daniel Bax
Redakteur
Daniel Bax ist Themenchef im Regieressort der taz. Er schreibt über Politik, Kultur und Gesellschaft in Deutschland und hat bisher zwei Bücher veröffentlicht: “Angst ums Abendland” (2015) über antimuslimischen Rassismus und “Die Volksverführer“ (2018) über den Trend zum Rechtspopulismus. Sein neues Buch "Die neue Lust auf Links" über das Comeback der Linkspartei ist gerade im Goldmann Verlag erschienen.
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19 Kommentare

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  • Bei der Brexit-Abstimmung 2016 stimmten die Wähler in Wakefield mit einer deutlichen Mehrheit von 66,3 % für den Austritt aus der EU -- bei einer Wahlbeteiligung von 71,22%.



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    Andy Burnhams Entscheidung, für das Parlament in Wakerfield zu kandidieren ähnelt daher einem Tanz auf dem Vulkan:



    Makerfield ist ein Wahlkreis, der mehrheitlich für den Brexit gestimmt hat, und Reform UK ist dort Labours wichtigster Rivale.



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    Das bedeutet ein extrem hohes Risiko für Burnham, Pläne für eine Annäherung an die EU auch nur vorsichtig anzudeuten - was derzeit aber die Mehrheitsmeinung innerhalb der Labourpartei ist. =



    Bereits jetzt argumentieren die Anhänger von Farage mit dem Vorwurf des ""Verrats""- was darauf hindeutet, das die Reformpartei die Kommunalwahl in Wakerfield zu einer erneuten Abstimmung über den Brexit machen möchte.

  • Der stellvertretende Premierminister David Lammy bezeichnet Andy Burnham als „große Bereicherung für das Parlament“, nennt den Streit um die Parteiführung jedoch ein „Eigentor“ für Labour.



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    Während Verbündete Starmers angedeutet hatten, er könnte womöglich bereit sein, sein Amt niederzulegen – vorausgesetzt, Andy Burnham gewinnt die Nachwahl in Makerfield im kommenden Monat und es tritt kein anderer Herausforderer auf den Plan –, bestand Lammy darauf, dass dies keineswegs in Erwägung gezogen werde.



    ==



    „Es wird keinen Zeitplan für einen Rücktritt geben“, erklärte Lammy, der als Justizminister und stellvertretender Premierminister fungiert. „Lassen Sie mich das ganz deutlich sagen: Keir Starmer bleibt der widerstandsfähigste Mensch, den ich kenne. Ich habe gestern zweimal mit ihm gesprochen. Er besitzt Charakterstärke und verfügt über große Erfahrung im politischen Kampf. Es wird keine Zeitpläne geben.“



    ==



    Die Kritiker von Starmer sind seltsame politische Laien mit dem seltsamen Zug Burnham als den neuen möglichen PM ohne Parteiverfahren auszurufen - der aber nur unter der Bedingung PM werden könnte wenn er die Kommunalwahl in Makerfield im Juni gewinnt.



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    • @zartbitter:

      Es kann Burnham auch verbrennen, gewiss. Aaaber:



      Beim ersten Mal blockte die Parteiführung. Diese angeblichen "Laien" haben nun schlicht den nötigen Druck aufgebaut, dass auch mal wieder ein linkerer Labourführer die vorhandene Mehrheit auch noch stärker und selbstbewusster nutzt als Starmer und so die diversen UK-Ressentiments sozioökonomisch kleinkriegt.

      • @Janix:

        nix Parteiführung.



        Es gibt nicht nur Regeln im Straßenverkehr - sondern auch dafür wenn der Verdacht entsteht, das der Vorsitzende der Labour - Partei unter Umständen nicht mehr das Vertrauen der Partei besitzt. Dafür braucht es 80 Labourabgeordnete (von 400 - also lediglich 20%) um eine Parteiversammlung zur Abstimmung einzuberufen.



        Ansonsten - es geht einzig allen gegen die Farage Anhänger aus der Reformpartei - das ist der Konflikt.



        =



        Farage weiss jetzt ganz genau was er weiter machen muss um Laböur zu diskretitieren und der Partei ein weiteres Bein zu stellen - Farage versucht jetzt alles - mit erhöhtem Aufwand - Burnham in Makerfield zu besiegen.



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        Was hat Labour davon -- egal wie die Wahl ausgeht? Lediglich unnötiges Chaos und die nicht geringe Chance das Burnham verbrannt wird.



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        Labour hat eigene Regeln nach denen gespielt wird - entscheidend ist eine Abstimmung in einer Parteiversammmlung - ausserdem fehlt da jemand wichtiges in der Diskussion über Burnham und Wes Streeting mit dem Namen Angela Rayner die ihre Steueraffäre bereits hinter sich gelassen hat.



        =



        Was weiterhin fehlt: Eine Diskussion über die europäischen Ziele der britischen Labourkandidaten -

  • Was soll denn immer der Quatsch mit der Nato? Ist es ein tolles linkes Ziel Europa einer expansionistischen rechten Fascho-Diktatur zu überlasse und die ukrainischen Demokraten einfach unter deren Joch fallen zu lassen? Ganz früher gab es da mal eine internationale Solidarität zwischen Demokrat*innen.



    Ansonsten klingt das Programm ja okay, aber das ist für mich völlig indiskutabel!

    • @spaltarsch:

      Die NATO ist nicht nur nett. Sie hatte kein Problem mit den Diktaturen Türkei, Spanien und Griechenland in ihren Reihen.



      Internationale Solidarität der Arbeiterklasse muss sich gar nicht auf diese NATO beziehen. Leicht kann eine weitere Umverteilung zum militärisch-industriellen Komplex die Folge sein.



      Die USA sind derzeit auch noch mal besonders bizarr unterwegs.

      Konkret halte ich die NATO gegen Putin jedoch für richtig und nötig.

  • "...um ihn aufgrund seiner scharfen Kritik an Israel besser des Antisemitismus bezichtigen zu können." War klar, dass Herr Bax nicht einen Artikel schreiben kann ohne 'Israelkritik" ins Spiel zu bringen.

    Aber ohne diese hätte er dem Mann auch wohl kaum einen Artikel gewidmet.

    Im übrigen können auch jüdische Menschen Antisemiten sein. Genau so wie Frau Weidel als homosexuelle Frau auch die Ehe für alle ablehnen kann usw.

    Im Vorfeld der Kommunalwahlen nächste Woche ist Polanskis Partei in eine Reihe antisemitischer Skandale verwickelt gewesen. In einem Vorfall wurde die Kandidatin Tina Ion dabei entdeckt, dass sie unter dem Social-Media-Namen „thereal.anne.frank“ Beiträge veröffentlichte, in denen sie sagte, dass „jeder einzelne Zionist“ getötet werden sollte.



    Zusätzlich wurden die Kandidaten Sabine Mairey und Saiqa Ali, die beide für Sitze im Londoner Stadtbezirk Lambeth kandidieren, am Donnerstag von der Metropolitan Police festgenommen – „unter dem Verdacht der Aufstachelung zum rassistischen Hass online“, eine Straftat gemäß dem britischen Public Order Act, wegen Online-Beiträgen.

    Schade, dass Herr Bax dazu keine Zeilen findet.

    • @Pawel_ko:

      Sie können von Herrn Bax halten was sie wollen, aber warum thematisieren Sie nicht antisemitische Angriffe auf Herrn Polanski?

      novaramedia.com/20...-of-zack-polanski/

      • @Anna Bell:

        Jeder Antisemitismus ist zu bekämpfen. Egal von wem und gegen wen er sich richtet.

        Ich habe dies nicht thematisiert, weil dies bereits im Artikel steht.

        Im Gegensatz zu den gravierenden antisemitischen Vorgängen in der Partei von Herrn Polanski. Hätte da aber rein gehört wenn Herr Bax nicht wieder ein einseitiges Bild hätte darstellen wollen

  • Ich halte den Vergleich mit der Linken aus Deutschland für verkehrt. Während Polanski klare Standpunkte vertritt und sich unbeirrbar dafür einsetzt, werden bei der Linken hierzulande die Antideutschen hofiert und palästinensische Stimmen aus der Partei geworfen. Bei der Verteidigung der Menschenrechte darf es kein "ja aber" geben. Bei Polanski gibt es darüber keinen Zweifel, ganz im Gegensatz zur Linken.

    Die Grünen aus GB sind gerade deswegen so stark, weil sie aus Überzeugung handeln und die Menschen ihnen vertrauen. Die Linke arbeitet hingegen daran, sich als einen möglichst angenehmen Koalitionspartner für SPD und die deutsche Grüne darzustellen. Kein wunder, dass die Linke hierzulande nur noch stagniert, obwohl die sich zuspitzenden Verhältnisse eine Steilvorlage bieten und geradezu nach einer starken linken Partei schreien. Leider ist die Linke nicht in der Lage, einen Schwung zu entwickeln, sondern dümpelt nur so vor sich hin. Anstatt klare Kante zu zeigen, streitet man sich darum, wie viel Kohle man mit Mandat einsacken darf und Bartsch lässt es sich beim Lobbyistentreffen von Elnet gutgehen.

    • @Schöneberg:

      Natürlich gibt es die: was ist mit Ukrainer*innen und anderen Osteuropäer*innen? Die dürfen einfach der ruzzischen Folterdiktatur zum Fraß vorgeworfen werden, oder warum das Nato-Bashing?

  • Die britischen Grünen haben ganz gezielt um muslimische Stimmen geworben und Labour dabei alle ehemaligen Arbeiterhochburgen abgenommen. Die machen primär Gaza + Identitätspolitik also perfekt für Herrn Bax vermutlich. Für das Rezept muss Deutschland allerdings noch ein bis zwei Jahrzehnte warten. Die Engländer sind da demographisch schon etwas weiter. Wird interessant sein zu sehen an welchem Streitpunkt sich die Bewegung in England dann selbst zerlegen wird. Die Konfliktlinien klassischer Grüner und ihrer neuen muslimischen Wählerschaft sind ja relativ einfach zu finden.

  • Die Reaktionen auf die deutschen Grünen sind ja auch verhalten.

  • Naja, vielleicht sollte man auch erst mal abwarten, was von den Wahlkampf-Forderungen und Visionen übrig bleibt. Im Gegensatz zu den Grünen in Deutschland mussten die Grünen in Großbritannien noch nie liefern und sie werden schnell feststellen, dass Wunschvorstellungen wie "Privatisierungen" und Milliardärsbesteuerungen oder gar ein NATO-Austritt bei TikTok und Instagram vielleicht ganz lustig rüberkommen, aber in der Realpolitik ohne eigene absolute Mehrheit nur Träumereien bleiben mangels Partner, die das mitmachen.







    Insofern ist die Ähnlichkeit zu den LINKEN in Deutschland schon vorhanden, die kämpferisch auch immer alles mögliche und unmögliche einfordern, bei regionalen Regierungsbeteiligungen aber nichts davon umsetzen können (oder plötzlich nicht mehr wollen).







    Es bleibt zu hoffen, dass die britischen Grünen sich auf grüne realpolitische Kernkompetenzen besinnen und eben nicht, wie die deutschen LINKEN, die Klimapolitik nur irgendwie in den sozialistisch angehauchten Klassenkampf zu integrieren versuchen. Sollten sie auf Enteignungen und ähnliches setzen, werden sie ganz schnell aufgerieben und am Ende ist gar nichts erreicht. Wäre schade.

    • @Sisone:

      "...Wunschvorstellungen wie "Privatisierungen" ..."

      Sorry; das Gegenteil (Vergesellschaftungen) natürlich

  • Warum sind die Reaktionen in Deutschland darauf so verhalten?

    Weil es britische Kommunalwahlen sind. Und Hackney ist kulturell, ökonomisch und politisch irrelevant im Vergleich zu New York City.

  • ""Mit ihrem Sparkurs, ihrer Law-and-Order-Politik und einer harten Haltung in Migrationsfragen hat die Labour-Regierung linke Wählerinnen und Wähler enttäuscht""



    =



    Jeremy Corbyn war der linke Labour Kandidat der 2019 die Wahlen haushoch verloren hatte - Labour verlor 59 Mandate und kam nur noch auf 203 - so wenig Abgeordnete wie seit mehr als 80 Jahren nicht mehr. Nach dieser Schlappe kommt in UK wohl niemand mehr auf die Idee soweit links zu wählen - darüber hinaus war Corbyn ein Freund von Putin (!!!) und zur Brexitfrage hatte er auch keine relevante Meinung.



    =



    Starmer wird momentan zwischen links und rechts zerrieben - wobei die Brexeteers für den Sparkurs verantwortlich sind - siehe extreme Einbrüche UK`s im BIP.



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    Richtig ärgerlich sind die Labour Abgeordneten die unfähig zu sein scheinen 80 Mitglieder von den 400 Labourabgeordneten ausfindig zu machen für eine Versammlung der Partei um einen neuen Vorsitzenden zu wählen - wobei niemandem klar zu sein scheint das dafür ein Gegenkandidat benötigt wird - der sich



    momentan nicht zeigen möchte.



    =



    Ein grüner Kandidat ohne Koalitionsabsichten ist auch keine Lösung - für eine Regierung wären derzeit 3 Parteien nötig.

    • @zartbitter:

      Corbyn, meine Kritik, sah die EU nur als Kapitalisteninstrument (was sie auch ist, aber nicht sein muss). Dass Putin nicht links ist, hätte er rascher erkennen dürfen.



      Corbyn hätte aber diese Wahlen auch gewonnen, vergleichen Sie mal die Prozente und absolute Stimmen beider Wahlen. Die Tories waren fällig.



      Zuvor hatte er Labour als Partei wiederbelebt. Und beides gegen den härtesten Widerstand von Rechtslabour, der notorischen englischen Kampfpresse und hochbezahlten PR-lers.



      Ohne ihm gleich den Heiligenschein zu verabreichen: Der hätte die Mehrheit noch konsequenter zu nutzen gewusst und sich vorher auch nicht unnötig die Hände gebunden (Steuern). Echt schade. Doch manche wollten auch Labour genau so kupiert sehen.

  • Oder Polanski ähnelt den Grünen von früher, die ein betont antikoloniales und kapitalismuskritisches Programm hatten. Gratulieren darf mensch ihm, zumal im für kleine Parteien schwierigen UK.