piwik no script img

Linkspartei nach der Berlin-Wahl Die Linke muss sich ändern, wenn sie regieren will

Ambros Waibel

Kommentar von

Ambros Waibel

Das Verhalten der Linkspartei erinnert in gewisser Weise an die Unfähigkeit von Bundeskanzler Merz. Sicher ist: Sie muss schmerzhafte Entscheidungen treffen.

D ie Linkspartei in Berlin hat derzeit das gleiche Problem wie Friedrich Merz. Der war einst sozusagen per Parteiplebiszit als Kanzler für CDU-pur gekürt worden und kann seitdem nicht liefern. Bei der Bundestagswahl 2025 kam die CDU zusammen mit der CSU auf 28,6 Prozent, die Union wurde stärkste Fraktion im Bundestag. Das war es dann aber auch.

Ganz ähnlich wie bei der Linken in Berlin, die zweifelsohne die Wahlen zum Abgeordnetenhaus gewonnen, neue Wäh­le­r:in­nen­schich­ten erschlossen und durch ihre Spitzenkandidaten Elif Eralp eine identitätspolitische Repräsentanz im Angebot hatte wie keine andere Partei in Berlin.

Darin ähnelt der Sieg der Linken auch dem von Manuela Schwesig (SPD) in Mecklenburg-Vorpommern, mit dem entscheidenden Unterschied, dass sich Schwesig von ihrer antiukrainischen Haltung gelöst hat und damit nach eigener – natürlich kalkulierter – Aussage, auf Stimmen aus dem sogenannten Friedenslager verzichtet hat. Das Wahlergebnis von 35 Prozent und eine konkrete, geräuschlose Regierungsoption sind ein Erfolg, von dem die Linken in Berlin derzeit nur träumen können.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.

taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Dann schauen wir mal

Denn Schwesigs Cleverness, den sie gleich am Wahlabend zeigte, fehlt der Linken und ihrer Spitzenkandidatin. Po­li­ti­ke­r:in­nen werden nicht gewählt, damit sie genau das umsetzen, was sie und ihre Partei so über die Jahre von sich gegeben haben. Sondern sie werden gewählt, damit sie regieren – und dann mal schauen, was geht. Dass sie dabei oft wie Sprechpuppen klingen, sei es hanseatisch wie einst Scholz oder populistenschwäbisch wie Özdemir, wird ihnen viel eher verziehen als das Herumeiern von Merz.

Bei der Linken in Berlin kommt verschärfend hinzu, dass es sich um eine Szenepartei handelt. Was in der Szene an Personal und Diskurs noch strahlt, wirft plötzlich sehr dunkle Schatten, wenn die Machtfrage gestellt wird, also bislang Allmächtige und Besitzende um ihrer Pfründen fürchten müssen.

Eine Szenepartei muss dafür einen Plan haben und den schmerzhaften Schritt gehen, diejenigen, die am meisten an den Erfolg geglaubt und möglicherweise auch am meisten für ihn geackert haben, rauszuschmeißen, wenn sie ihr schaden. Diese Leute standen gut in der Kneipe oder an manchem Wahlstand, aber das Scheinwerferlicht vertragen sie nicht.

Dass die Linke diese Lektion aus der Causa Andrej Holm vor zehn Jahren nicht gelernt oder schlicht vergessen hat, ist bedauerlich. Mit dem fachlich fähigen Holm als Baustaatssekretär sähe der Berliner Mietwohnungsmarkt möglicherweise nicht ganz so kaputt aus, wie er heute ist. Aber der Mann mit SED- und MfS-Vergangenheit war als Person in dieser Position nicht haltbar.

Was auch immer bei den laufenden Gesprächen zwischen Linken, Grünen und SPD herauskommt: Die Linke wird auf Dauer einer Legislaturperiode ohnehin nicht darum herumkommen, einen Teil ihrer Basis zu verraten. Wenn sie das nicht will oder kann, wäre sie nicht die erste Partei, die aus der Opposition heraus mehr bewirkt als in Regierungsverantwortung.

Ambros Waibel

Ambros Waibel taz2-Redakteur

Geboren 1968 in München, seit 2008 Redakteur der taz. Er arbeitet im Ressort taz2: Gesellschaft&Medien und schreibt insbesondere über Italien, Bayern, Antike, Organisierte Kriminalität und Schöne Literatur.
Mehr zum Thema

28 Kommentare

  • doofi

    Wie heißt die Partei eigentlich?

  • Leo Onlin

    Die Linke hat sich bereits verändert. Von einer post-SED zu einem linken Gemischtwarenladen. Zuletzt war viel TamTam aber wenig Substanz zu merken. Innerparteiliche Skandale lassen bestimmt nicht lange auf sich warten, wenn relativ unerfahrene Personen plötzlich zu viel Macht kommen. Mal schauen, wer zukünftig die Faden in der Linken ziehen wird.

  • Michael M

    Ein linker realpolitischer Artikel kn der taz - love it

  • udo123

    Seltsam, die Linke soll sich ändern, aber die Grünen, CDU und SPD lassen es zu ,das das leben in Berlin unbezahlbar wird und wundern sich dann, wenn die Linke die Wahl gewinnt?

    Verkehrte Welt, die CDU, SPD und die Grünen müssen sich ändern, damit ihnen nicht auch noch der letzte Wähler*innen wegläuft.

    Die Menschen Wählen extrem Links und oder Rechts weil ihnen die Worthülsen der etablierten Parteien auf den Keks gehen.

    Parteien welche bis jetzt an der Macht waren, kennen nur CO2 Steuer, Zuckersteuer, die Schaumwein- Steuer und es gibt immer mehr abgaben, aber was bekommen die Wähler von den Etablierten Parteien, immer mehr Reiche Menschen (Millionäre, Milliardäre, welche kaum Steuer Zahlen), bei immer mehr Wohlstandsverlust durch hohe Energie Preise und Mieten für hart Arbeitende Menschen.



    Die Regierenden rechtfertigen diesen permanenten Griff in die Taschen der Steuerzahler scheinheilig als „Lenkungseffekte“ für das Gemeinwohl oder den Klimaschutz und verweisen auf angebliche staatliche Gegenleistungen.



    Das Gefühl bleibt, dass der Staat sie gnadenlos melkt, ohne dass bei den hart arbeitenden Menschen noch irgendetwas Sinnvolles ankommt.

    • Haberwu

      @udo123:

      Ja, Sie haben völlig recht. Aber es geht nicht nur um die "hart arbeitenden" Menschen, sondern auch um die Kranken, Erwerbslosen, Wohnungslosen, Alten, Pflegebedürftigen, Rentner.innen, Aufstocker.innen und Alleinerziehenden

    • Encantado

      @udo123:

      "Seltsam, die Linke soll sich ändern, aber die Grünen, CDU und SPD lassen es zu ,das das leben in Berlin unbezahlbar wird und wundern sich dann, wenn die Linke die Wahl gewinnt?"



      Genau. Denn wenn sie auf ihren absoluten Positionen beharrt und keinerlei Kompromisse eingeht, wird sie von ihren Positionen absolut nichts umsetzen können und bei der nächsten Wahl wieder verschwinden. So einfach ist das.



      Absolute Positionen funktionieren in der realen Politik nicht.

    • rero

      @udo123:

      Dass das Leben in Berlin so ( teuer) ist, wie es ist, haben wir den Linken genauso mit zu verdanken wie den anderen Parteien.

      Weil die Linke fleißig mitregiert hat.

      Am wenigsten hat sie n den letzten 25 Jahren übrigens die CDU regiert.

      Ja, die Linke muss sich allein ändern.

      Die anderen haben die Wahl nicht gewonnen.

      Und „Gucken, was geht“ können die anderen Parteien.

      Konnte bis vor kurzem auch noch die Linke in Berlin.

      Auch die Linke wird den Steuerzahlern in Berlin weiterhin kräftig in die Tasche greifen.

      Die Vergesellschaftung will ja finanziert werden.

      Die „hart arbeitenden Menschen“ fühlen sich typischerweise bei der AfD wohler.

      Das ist die neue Arbeiterpartei, wie die Umfragen belegen.

      Stimmt, unteranderem weil ihnen die Worthülsen der anderen Parteien auf den Keks gehen.

      Von denen bietet die Linke ebenfalls mehr als genug.

      Schon allein den Nahostkonflikt zu einem von zwei großen Wahlkampfthemen zu machen, ist eigentlich nur eine einzige Worthülse.

      Denn als Landesregierung hat sie damit quasi nichts zu tun.

      Aber Sie sehen, mit Worthülsen gewinnen die Randparteien ihre Wahlen.

  • Sole Mio

    Sie wird sich auch automatisch, so wie jede Partei zuvor, schon dadurch dass sie regiert ändern.



    In der Verantwortlichkeit sieht die Welt anders aus und ist voller Kompromisse. Dabei bleibt mit der Zeit einiges der „DNA“ auf der Strecke

  • Fran Zose

    Ja, die Linke müsste sich ändern; allein mir fehlt der Glaube, dass sie dazu bereit ist. Auf mich macht es nicht grade den Eindruck; eher scheint man möglichst schnell jedwede Diskussion um die dubiosen Kontakte von Kocak beenden zu wollen und eine zumindest auf mich recht unglaubwürdige Geschichte dazu zu akzeptieren. Ich meine der Mann hat schon in seiner Zeit im Berliner Abgeordnetenhaus gegen den Begriff Clankriminalität gekämpft, sprich sollte hier eine gewisse Expertise haben, und will dann nichts bemerkt haben? Wer außerhalb der Linken soll das glauben? Und dann bleiben noch die Beziehungen zu den ausgewiesenen Terrorunterstützern. Kann man da wirklich glaubhaft für Antifaschismus eintreten? Aber es ist natürlich einfacher alles als eine Kampagne der bösen Presse und der politischen Gegner hinzustellen.

    • Haberwu

      @Fran Zose:

      Der Begriff "Clankriminalität" ist rassistisch. Im Übrigen sollte es leine Sippenhaft geben. Es sind ja nun nicht ganze Familien kriminell, das müsste schon im Einzelfall nachgewiesen werden. Ind Terrorunterstützer? Weil Leute Gerechtigkeit einfordern auch für Palästinenser? Weil sie die Kriegsverbrechen in Gsza, im Westjordanland und Libanon anprangern? Weil sie das Recht auf einen eigenen Staat oder einen gemeinsamen mit gleichen Rechten für alle Bewohnerinnen fordern?

    • Abdurchdiemitte

      @Fran Zose:

      Ich bin dafür, die Causa Remmo bzw. die Kontakte der Linkspartei ins kriminelle Millieu - und bisher ist ja nur der ‚Fehltritt‘ eines eines einzelnen relevanten Linken-Politikers (Ferat Kocak) bekannt - von der Frage nach antisemitischen Tendenzen innerhalb der Linken zu trennen.



      Das sind sachlich zwei verschiedene Paar Schuhe, Fairness und Seriosität in der Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner gebieten es, die Sachverhalte differenziert zu betrachten und sie nicht in einen Topf zu werfen. Genau DAS aber macht die Berliner CDU mit ihrem Versuch, eine Regierungsbildung unter Führung Frau Eralps und der Linkspartei zu torpedieren.



      Daher ist auch zu fragen, welche Motive Issa Remmo hatte, die dubiosen Chatverläufe mit Kocak ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen und wer außer den Remmos - etwa als Revanche für die ‚Kränkung’, auf der Berliner Linken-Wahlfeier schnöde der Tür verwiesen worden zu sein (?) - davon noch profitieren könnte.



      Doch nicht etwa die Berliner CDU? Aber nein, ein Schelm, wer Böses dabei denkt!😉

      • Encantado

        @Abdurchdiemitte:

        "Das sind sachlich zwei verschiedene Paar Schuhe..."



        Eine Frage des Blickwinkels. Je mehr Paar Schuhe die Partei hat, desto mehr stellt sich die Frage nach dem metaphorischen Schuhschrank, wenn Sie verstehen was ich meine.



        "Daher ist auch zu fragen, welche Motive Issa Remmo hatte, die dubiosen Chatverläufe mit Kocak ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen (...)



        Doch nicht etwa die Berliner CDU? Aber nein, ein Schelm, wer Böses dabei denkt!"



        Nein, kein Schelm. Aber z. B. jemand, der - unabsichtlich oder nicht - Verschwörungstheorien unters Volk streut und von den erhobenen Vorwürfen ablenkt.

      • rero

        @Abdurchdiemitte:

        Das kann man nicht trennen.

        Weil der Neuköllner Verband mit seinen antisemitischen Attitüden dort genau das aus der Levante stammende Milieu bedient, in dem Vater Remmo durchaus eine Größe ist.

        Vermutlich ist es nicht zuletzt das, was die Remmos meinen, wenn sie sagen, dass sie bei der Linkspartei ihre Werte finden.

        Seit wann neigen Sie denn zu Verschwörungstheorien.

        Was wollen Sie denn großartig nach den Motiven fragen, wenn die naheliegend sind.

        Die Veröffentlichung war die Retourkutsche für den Rausschmiss des Vaters bei der Wahlparty.

        Der Beweis, wer am längeren Hebel sitzt.

        War womöglich Vater Remmo zu Recht aufgebracht, weil er eine mündliche Einladung bekommen hat?

        Ich kann mir nicht vorstellen, dass er ungefragt dort erschienen ist.

        Insbesondere mit dieser Handyepisode, der die Fotografin der ZEIT zufällig beiwohnte, wird das Gesamtbild spannend.

        Eigentlich ist zu fragen, was an der Beziehung zwischen den Remmos und Kocak noch unter der Decke verblieb und ob Kocak vielleicht sogar erpressbar ist.

      • Fran Zose

        @Abdurchdiemitte:

        Beides sind real Probleme der Linken zu denen sich die Parteiführung zu verhalten hat; insofern sehe ich Ihren Punkt nicht. Und bisher verhält sich die Parteiführung leider zu beiden Problemfeldern äußerst schwammig, um es mal vorsichtig zu formulieren. Es wäre doch für die Parteiführung ein Einfaches durch konsequentes Handeln klare Kante zu zeigen, dann könnte sich die CDU noch so aufregen. Aber genau diese klare Kante zeigt die Parteiführung nicht, so dass man ihr zwar nicht per Se Antisemitismus vorwerfen kann, aber doch zumindest dessen wissentliche Inkaufnahme in relevanten Teilen und Strukturen der Partei. Daran ist nun wirklich nicht die CDU schuld; die haben genug eigene Probleme.

        • Haberwu

          @Fran Zose:

          Was OST denn eigentlich Antisemitismus?? Wer kann ernsthaft für sich in Anspruch nehmen, diese Frage glaubwürdig zu beantworten? Es gibt diese Leute - aber dazu gehört weder Herr Schuster, noch Herr Hesel, niemand von der SPD und schon gar nicht von der CDU. Diese Leute instrumentalisieren diesen über die Maßen im eigenen Interesse missbrauchten Begriff, um eine ernsthafte linke Politik -Stichwort Vergesellschaftung - zu verhindern.

      • Pawel_ko

        @Abdurchdiemitte:

        Es ist nicht nur Kocak. Generell hat die Berliner Linke und ihre Jugendorganisation ein Problem, insbesondere Neukölln

        youtu.be/qvkCw4t79...s=zX579B9_96PqRAyv

        Hier ein Beitrag vom RBB (also einem eher neutralen/linken Sender)

        • Westlahn

          @Pawel_ko:

          Jugend-Organisationen von Parteien sind immer "ein Problem" . Für Nachfragen stehen SPD CDU CSU und AfD und bestimmt auch die Grünen zur Verfügung.

    • Andreas J

      @Fran Zose:

      Die CDU hat sich weitaus intensiver mit den sogenannten "Clankriminiellen" abgegeben. Ihre Regierungsfähigkeit wurde ihr dafür nicht abgesprochen. Wir haben eine Bundesregierung die die terroristische Taliban wider salonfähig macht, um Afghanen abzuschieben. Der politische Umgang mit Israel ist völlig daneben. Für 800 Millionen neue Rüstungsexporte nach Israel. Das hat alles null Konsequenzen. Die Vorwürfe sind vor allem Heuchelei gegen linke Politik.

      • Abdurchdiemitte

        @Andreas J:

        Der Frontstadt-Mythos Berlins aus Zeiten des kalten Krieges wirkt in der Landes-CDU unerschütterlich fort. Damit einher geht - wegen des Abhandenkommens des politischen Gegners 1989 - ein irgendwie antiquiert anmutender, sich gleichwohl hartnäckig haltender Antikommunismus, den sich seinerzeit selbst ein Regierender wie Willy Brandt nicht entziehen konnte. Die Rolle der Springermedien in dieser fortlaufenden ideologischen Konstellation muss dabei nicht extra erläutert werden - ich setze sie als bekannt voraus.



        Neuerdings wird sie mit den Vorwürfen ‚Antisemitismus‘ und ‚Terrorunterstützung‘ noch zusätzlich aufgeladen und gegen Die Linke munitioniert.



        Das nur zwecks Ergänzung Ihres zutreffenden Kommentars.

      • Desti

        @Andreas J:

        Wow - was für ein Ritt!

        Das ist ja mit "whataboutism" nicht mal annähernd beschrieben.

        • Andreas J

          @Desti:

          Das ist die Politische Realität in diesem Land und kein "whataboutism".

      • Chaos-NRW

        @Andreas J:

        Ihr Kommentar ist ein glänzendes Beispiel für sogenannten Whataboutismus. Es geht hier nicht um Verfehlungen der CDU, sondern um die Linkspartei.

        • Andreas J

          @Chaos-NRW:

          Whataboutismus-Vorwürfe haben bei euch Rechten Konjunktur. Nur mit den Inhalten hapert es gewaltig.

        • Westlahn

          @Chaos-NRW:

          Nein, es geht hier um den Umgang mit solchen Leuten durch eine Partei. Und darum, ob die, die jetzt ganz laut schreien etwas anderes betreiben als ihre interessengeleitete Propaganda, und sei es auch nur aus Wahlergebnis-Schmerz. Denn glaubwürdig waren sie nur, wenn sie dasselbe existierende Problem im eigenen Laden erfolgreich und ebenso laut gelöst hätten. Haben sie aber nicht. Nehmen wir an, die Linke schafft das. Dann wäre das fast ein Alleinstellungsmerkmal unter Berliner Parteien. Denn die anderen blieben mit ihren Kontakten ins Schmierige ja erhalten. ...

        • Andreas J

          @Chaos-NRW:

          Können sie ihren Vorwurf des Whataboutismus auch mit Inhalt füllen, oder dient es bei ihnen wie unter rechten und sogenannten Konservativen, auch nur als hohle Worthülse?

          • Deep South

            @Andreas J:

            Was soll man denn da "mit Inhalt füllen". Es ist grundsätzlich unerwachsen und unsouverän bei absolut berechtigter Kritik reflexhaft auf Andere zu zeigen und zu sagen, "die haben aber auch". Man kehrt immer zuallerst vor der eigenen Hasutür, völlig egal wie vermüllt es beim Nachbarn ist. Wer dazu nicht bereit ist,verliert jede Glaubwürdigkeit, wenns um Moral und Integrität geht.



            Ob man das jetzt Whatbaoutismus, Ausweichmanöver oder wie auch immer nennt ist wurscht. Man will vom Thema ablenken und verweigert es, sich Kritik zu stellen. Und so eine unreflektiertes Argumentation machts überhaupt erst möglich, vom Fehlerverhalten Einzelner auf strukturele Probleme der Gruppe zu schließen.

            Hier mal zur Anregung.

            www.deutschlandfun...kiste-der-100.html

        • Zangler

          @Chaos-NRW:

          Mir geht das Mimimi-„Whataboutism“ von der „Mimi-Mitte“ nach rechts weg aber mal sowas von auf die Nerven!



          Die C*U ist mit ihren Amigo-/Korruptionsskandalen praktisch allein für die berechtigte Politiker:innenverdrossenheit (mit Reiche und den anderen unehrlichen Reichen) und den Aufschwung der Post-Nazis (so nennt man das wohl heute ..., einfach ein Post- davor setzen und dann passt's schon) von der AgD verantwortlich.



          Das ist – richtig – nicht Thema dieses Artikels, sondern die Angriffe dieser Partei und ihres journailleistishen Vorfelds auf die Linke, die Immobiliengeschäfte der eigenen Klientel und befreundeter Bonzen gefährdet – also „spot on“, der Kommentar.



          Ebenso übrigens der Artikel. Die Linke muss regieren und nicht nur Wahlen gewinnen, aber das klappt nur, wenn man die Angriffe erahnt und vorab mit ihnen umgeht. Elif und die ihren müssen sich da professionalisieren. Aber das wird schon.

        • Abdurchdiemitte

          @Chaos-NRW:

          Whataboutism sollte man eigentlich zum Unwort des Jahres erklären bzw. zum Totschlagargument par excellence.



          Im Grunde kann damit jedes Argument - ob plausibel oder nicht - prima ‚einplaniert‘ werden. Die Intention des so Argumentierenden wird als reines Ablenkungsmanöver diskreditiert, mit der tatsächlichen Stichhaltigkeit der Argumente muss sich dann nicht mehr auseinandergesetzt werden.



          Wenn Verbindungen der Berliner CDU zur organisierten Kriminalität nun mal auch Thema dieses Threads - ob das nun plausibel ist oder nicht - und von öffentlichem Interesse sind, warum sollte dessen Erwähnung dann Whataboutismus sein?



          In die Causa Remmo/Kocak bzw. der Arr und Weise, WIE der Fall medial diskutiert wird, spielen schließlich sehr viele Aspekte rein, die hier auch diskutiert werden müssten.