Koalitionspläne für Wochenarbeitszeit: Effektiv mehr Zeit
Der DGB kritisiert die geplante Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit. Doch die Vorteile der Koalitionspläne für die Arbeitnehmer überwiegen.
S PD und Union wollen an der täglich erlaubten Arbeitszeit rütteln: Statt einer Regelarbeitszeit von acht Stunden täglich soll es eine wöchentliche Höchstarbeitszeit geben. Nach der europäischen Arbeitszeitrichtlinie, auf die sich der Koalitionsvertrag auf Seite 18 bezieht, wären dann bis zu 13 Stunden möglich – solange zwischen den Arbeitstagen mindestens 11 Stunden Ruhe und einmal die Woche mindestens 24 Stunden Ruhezeit gewährleistet sind. „Höchst bedenklich“ sei das, meint die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi. Warum eigentlich?
Dass viele davon profitieren würden, ihre wöchentliche Arbeitszeit auf weniger Arbeitstage zu verteilen, stößt bei den Gewerkschaften offenbar auf taube Ohren. Während die einen geregelte Arbeitszeiten bevorzugen, würden sich andere freuen, wenn sie ihre wöchentliche Arbeitszeit innerhalb von drei, vier Arbeitstagen abstottern könnten – und dann mehr Werktage komplett frei hätten, wo vormittags die Arztpraxen und Supermärkte weniger voll sind als am späten Nachmittag. Auch müssten diese Menschen an weniger Tagen pendeln und effektiv weniger Zeit „auf Arbeit“ verbringen. Sie hätten mehr Zeit für sich, ihre Kinder oder ihre pflegebedürftigen Eltern, statt alles in den Abend zu pressen.
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Immer wieder ist zu hören, dass längeres Arbeiten ungesund sei. Was genau mit „länger arbeiten“ gemeint ist, bleibt oft ein Rätsel. Bei genauerem Hinsehen beziehen sich die meisten Studien auf die wöchentliche Arbeitszeit – nicht darauf, wie viele Stunden pro Tag verrichtet werden. Was passieren würde, wenn Menschen an drei Tagen 12 bis 13 Stunden arbeiten und statt zwei ganze vier Tage die Woche frei hätten, ist noch kaum erforscht. Warum sollte man es denjenigen, die das aus den genannten Gründen bevorzugen, weiter verbieten?
In einer perfekten Welt würden Arbeitnehmer mehr Geld bekommen, müssten weniger arbeiten und hätten Arbeitsbedingungen, die ihre Gesundheit nachhaltig schützen. All das sind wichtige Debatten. Doch machen flexiblere Arbeitszeiten die Welt wirklich schlechter?
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