Israelisches Militär im Westjordanland: Auch Deutscher unter beschossenen Diplomaten
Das israelische Militär hat eingeräumt, Diplomaten im Westjordanland beschossen zu haben. Sie seien von der vorgesehenen Route „abgewichen“.
Auch deutscher Vertreter unter im Westjordanland beschossenen Diplomaten
In der von der israelischen Armee im Westjordanland beschossenen Diplomatengruppe war auch ein deutscher Diplomat. Zudem sei ein Fahrer aus dem Vertretungsbüro Ramallah vor Ort gewesen, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch in Berlin mit. Zugleich verurteilte es „diesen unprovozierten Beschuss“. (afp)
Israel räumt Beschuss von Diplomaten in Westjordanland ein
Israelische Soldaten haben im Westjordanland Schüsse in Richtung einer Gruppe von Diplomaten abgefeuert. Es habe sich um „Warnschüsse“ gehandelt, weil die Diplomaten von der vorgesehenen Route „abgewichen“ seien, erklärte die israelische Armee am Mittwoch. Sie äußerte zugleich ihr „Bedauern“ über den Vorfall. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und mehrere europäische Staaten verurteilten den Vorfall und forderten sofortige Aufklärung von Israel.
Nach dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 startete das israelische Militär eine Offensive in Gaza, 2024 folgte der Vorstoß gegen die Hisbollah im Libanon. Der Konflikt um die Region Palästina begann Anfang des 20. Jahrhunderts.
„Die Delegation wich von der genehmigten Route ab und betrat ein Gebiet, in dem sie sich nicht aufhalten durfte“, erklärte die israelische Armee. „In dem Gebiet operierende Soldaten gaben Warnschüsse ab.“ Es seien keine Verletzten gemeldet worden, die Armee „bedauert die entstandenen Unannehmlichkeiten“.
Kurz nach Bekanntgabe der Schüsse wurde internationale Kritik laut: „Wir fordern Israel auf, diesen Vorfall zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kallas in Brüssel. „Jegliche Bedrohung des Lebens von Diplomaten ist inakzeptabel.“
„Wir fordern die israelische Regierung auf, sofort zu klären, was passiert ist“, erklärte Italiens Außenminister Antonio Tajani im Onlinedienst X. Er fügte hinzu, dass es sich bei einem der Diplomaten um einen Italiener handele, dem es „gut“ gehe.
Auch Spaniens Außenministerium verurteilte den Beschuss auf Diplomaten „scharf“. Ein spanischer Diplomat habe sich ebenfalls in der Gruppe befunden, ihm gehe es „gut“. „Wir stehen in Kontakt mit anderen betroffenen Ländern, um eine gemeinsame Antwort auf das Geschehene zu geben, das wir aufs Schärfste verurteilen“, teilte das Ministerium der Nachrichtenagentur AFP mit.
Auch ein belgischer Diplomat befand sich nach Angaben des belgischen Außenministers Maxime Prévot in der Gruppe von „etwa 20 Diplomaten“, die für einen offiziellen Besuch in das Westjordanland gereist war. „Diese Diplomaten absolvierten einen offiziellen Besuch in Dschenin, der jedoch mit der israelischen Armee koordiniert worden war, in einem Konvoi von etwa 20 klar identifizierbaren Fahrzeugen“, erklärte Prévot im Onlinedienst X.
Zuvor hatte die palästinensische Autonomiebehörde erklärt, der Vorfall habe sich in der Stadt Dschenin ereignet. Sie veröffentlichte zugleich ein Video, dass zwei Soldaten zeigt, die mit Gewehren auf eine Menschengruppe zielen.
Die im Westjordanland regierende Autonomiebehörde verurteilte „das abscheuliche Verbrechen der israelischen Besatzungstruppen, die während eines Besuchs im Raum Dschenin eine im Staat Palästina akkreditierte diplomatische Delegation gezielt mit scharfer Munition unter Beschuss nahmen“. (afp)
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