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Infrastruktur für FahrräderStrampelstadt am Neckar

In Tübingen gibt es eine beheizte Fahrradbrücke, viele Radwege und viele Radfahrende. Warum gelingt die Verkehrswende dort besser als anderswo?

Nanja Boenisch

Aus Tübingen

Nanja Boenisch

Das Tandem fährt sich meistens mühelos, beim Anstieg auf der Ann-Arbor-Brücke wird es dann doch kurz anstrengend. In bis zu 10 Metern Höhe schlängelt sich Tübingens längste Fahrradbrücke über die Gleise Richtung Westen. Sie ist 365 Meter lang, die Steigung liegt bei höchstens 6 Prozent, sagt Jakob Stein, etwas außer Atem. Wäre sie kürzer, hätte sie steiler gebaut werden müssen.

Stein sitzt hinten auf dem Tandem, Baujahr 2008, burgunderrot; die Reporterin der taz darf vorne auf dem Liegeradsitz mitfahren. Er ist Entwicklungsingenieur bei einer Fahrradfirma und beim ökologischen Verkehrsclub VCD in Tübingen aktiv. Es ist ein milder Frühlingsabend in der Universitätsstadt. Auf den blau markierten Fahrradwegen nahe der Brücke radeln Kinder mit Schul- oder Sporttaschen, Erwachsene mit Rucksäcken oder Fahrradtaschen in den Feierabend.

Die Brücke, benannt nach Tübingens Partnerstadt im US-Bundesstaat Michigan, ist der erste Überweg über die Schienen, die die Stadt durchtrennen. Und sie ist ein Symbol dafür, wie Tübingen zur Fahrradstadt wurde, Hügeln und historischem Kopfsteinpflaster zum Trotz.

Zwischen 2020 und 2025 investierte Tübingen pro Ein­woh­ne­r:in mehr Geld in den Radverkehr als jede andere deutsche Stadt, baute Radwege, Fahrradstraßen und vier Fahrradbrücken mit Fahrbahnheizung, passte Kreuzungen und Ampeln an, schränkte den Autoverkehr teilweise ein und errichtete gegenüber dem Hauptbahnhof eine Fahrradtiefgarage mit rund 1.100 Stellplätzen, Dusche, Servicestation und Café. Ein Großteil des Geldes dafür kam aus Fördermitteln von Bund und Land.

2008 wurden knapp 20 Prozent, 2023 immerhin 30 Prozent aller Wege im innerstädtischen Verkehr mit dem Fahrrad zurückgelegt. In der Landeshauptstadt Stuttgart, rund 30 Kilometer nördlich von Tübingen, waren es 2023 nur 9 Prozent; in der Fahrradhochburg Münster 47 Prozent. Im Tübinger Gemeinderat hat die Fraktion Alternative Liste/Grüne, die den inzwischen parteilosen Oberbürgermeister Boris Palmer unterstützt, die meisten Sitze.

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„Fahrradfahren ist durch die bessere Infrastruktur viel entspannter geworden, langsam entwickelt sich ein richtiges Radwegenetz“, sagt Jakob Stein. Vor der Neuen Aula der Uni hat er das Tandem auf den Gehweg gelenkt und Halt gemacht. Trotzdem sei noch nicht alles perfekt. Nur ein paar Hundert Meter weiter, auf der Schnarrenbergstraße zum Beispiel: Rechts parken, links fahren Autos, dazwischengequetscht verläuft ein Radfahrerschutzstreifen. Die Straße führt aus Richtung Altstadt einen Hang hoch zu den Unikliniken.

„Schutzstreifen sind eine Unart“, sagt Stein, die Hände auf den Lenker gestützt. Sie verleiten Autofahrende dazu, zu eng zu überholen. Weiter nach links ausweichen können die Autos nicht, weil ihre Spur dort durch einen Grünstreifen von der Gegenrichtung abgetrennt ist. Radfahrende führen dann gerne weit rechts auf dem Schutzstreifen, seien dann aber wiederum besonders weit in der Dooring-Zone – also in dem Bereich, in dem aufschwingende Türen der parkenden Autos zur Gefahr werden.

Sollte man Parkplätze gegen Radwege tauschen?

Geht es nach Stein, könnten für mehr Sicherheit ruhig ein paar Parkplätze auf der Schnarrenbergstraße gestrichen werden. Das ist jedoch umstritten – durch das Klinikpersonal seien die Parktaschen tagsüber stark ausgelastet, sagt Johannes Schaal. Schaal ist seit 2022 Verkehrsplaner der Universitätsstadt, mit Schwerpunkt Radverkehr. Aktuell sieht seine Planung so aus, dass der Radweg verbreitert und der Grünstreifen in der Mitte der Straße umgestaltet wird. Das löse das Dooring-Problem nicht, sagt Jakob Stein, aber immerhin mache die Verwaltung was.

Am Fuß des Hügels lehnt einen Tag später Gernot Epple auf dem Gehweg an einem Ampelmast, ein Fuß auf der Pedale seines roten Rennrads. Epple schwäbelt sanft und ist beim ADFC Tübingen der Ansprechpartner für Verkehrspolitik. Auch in der Vergangenheit habe es Gegenwind gegen neue Radinfrastruktur gegeben, wenn der Autoverkehr Privilegien opfern musste, sagt er. „Aber wir haben nun mal das Glück, dass wir eine rot-grüne Mehrheit im Gemeinderat haben.“

Und wenn die politischen Verantwortlichen nicht pro Radverkehr sind? Bei Radentscheiden wie in Frankfurt am Main sei es Bür­ge­r:in­nen oder Initiativen gelungen, das Thema voranzutreiben, sagt Uta Burghard, Radverkehrsforscherin an der Hochschule Karlsruhe. Aber auch dann brauche es Personen auf politischer Ebene, die den Entscheid oder vereinbarte Maßnahmen umsetzen.

Städte und Gemeinden hätten noch „oft Nachholbedarf bei der Frage, wen sie mit ihren Radverkehrsmaßnahmen erreichen“. Menschen mit niedrigem Einkommen etwa hätten manchmal schlicht kein eigenes Fahrrad. Die baden-württembergische Landesregierung hat im Jahr 2016 eine Radstrategie auf den Weg gebracht, darin zum Beispiel seien einkommensarme Menschen und ihre Hürden auf dem Weg zur Fahrradmobilität nicht wirklich mitgedacht worden.

Menschen mit niedrigem Einkommen hätten manchmal schlicht kein eigenes Fahrrad

Und: Viele Kommunen sind klamm. Fördergelder vom Land oder vom Bund, zum Beispiel aus dem Nationalen Radverkehrsplan, können sie aber oft erst beantragen, wenn sie personelle Ressourcen, etwa einen Radverkehrsbeauftragten haben. Sonst fehle die Kapazität für Konzepte oder Anträge, sagt Burghard. Laut der Landesregierung haben in Baden-Württemberg zwischen 2020 und 2025 rund 450 Kommunen Fördermittel für rad- oder fußverkehrsfreundliche Maßnahmen abgerufen – etwa 40 Prozent der 1.101 Einzelgemeinden.

Tübingen hat seit einigen Jahren außer Johannes Schaal noch zwei weitere Verkehrsplaner. Wenn Städte den Radverkehr verbessern wollen, gelinge das, wenn Mit­ar­bei­te­r:in­nen der Stadt das Radfahren „genauso selbstverständlich mitdenken, wie es beim Autoverkehr seit Jahrzehnten praktiziert wird“, sagt Schaal. „Oft können kleine und kostengünstige Maßnahmen eine große Wirkung haben“, zum Beispiel eine neue Beschilderung.

Manche Lösungen wirken gebastelt

Auch in Tübingen war der Radverkehr nicht immer so tief in der Stadtverwaltung verankert, erzählt Gernot Epple. Als sich Boris Palmer, bekannt für pragmatische Kommunalpolitik genauso wie für rassistische Aussagen und Eigenwilligkeit, 2006 erstmals zur Wahl des Oberbürgermeisters stellte, versprach er, viel für den Radverkehr zu tun. Palmer war damals noch grünes Parteimitglied, die Fahrradinfrastruktur in Tübingen schlecht, sagt Epple. Trotz der schlechten Bedingungen fuhren schon vergleichsweise viele Menschen Rad, besonders Studierende, die günstig und umweltfreundlich unterwegs sein wollten.

In Palmers ersten Jahren dann sei erst mal „radikal nichts“ für den Radverkehr passiert. Es folgte Kritik von Verbänden wie ADFC und VCD, dann eine Zeit schlechter Kommunikation zwischen Verwaltung und Bevölkerung, wenn es um Maßnahmen für die Radinfrastruktur ging. Inzwischen sei das besser, die Verwaltung dem Radverkehr grundsätzlich wohlgesinnt, die Pla­ne­r:in­nen in Tübingen recht mutig und kreativ, meint Epple. Weil Palmer selbst gerne S-Pedelec, ein bis zu 45 Stundenkilometer schnelles E-Bike fährt, seien auf den Tübinger Radwegen zum Beispiel S-Pedelecs erlaubt. Ein entsprechendes Verkehrsschild wurde einfach neu eingeführt.

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„Das wirkt dann manchmal ein bisschen gebastelt, mit allen Vor- und Nachteilen.“ Epple steigt aufs Rad und fährt auf der Wilhelmstraße Richtung Altstadt. Wenn er bremst, signalisiert er ein „Stopp“ mit der Hand. An seinem Helm klemmt ein kleiner Rückspiegel, sein rotes Radtrikot passt farblich zum Rahmen seines Rennrads.

Nahe den Fachwerkhäusern der Altstadt zeigt Epple einen blauen Radweg auf der Fahrbahn. Der führt so links um eine Bushaltestelle herum, dass Radfahrende nicht hinter einem haltenden Bus warten müssen. Eine unorthodoxe Lösung, findet er. Es komme immer wieder zu Konflikten mit Busfahrer:innen, die den Radweg queren müssen. Trotzdem helfe die Markierung. Seit es mehr sichtbare Radwege und mehr Rad­le­r:in­nen gibt, führen die Tübinger Au­to­fah­re­r:in­nen „vergleichsweise diszipliniert“, sagt Epple.

Im Tübinger Gemeinderat habe sich außerdem eine „Kultur des Miteinanders“ etabliert. Auch konservative Parteien wie die CDU unterstützen den Radverkehr, Beschlüsse würden häufig einstimmig gefasst. Ein Vorbild für andere Städte?

Vielerorts erhitzen Verkehrswendemaßnahmen schnell die Gemüter. In Dresden etwa erhielt Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn 2024 wegen eines testweise eingerichteten Radwegs Morddrohungen. Bei den Kommunalwahlen 2025 in Bonn und Aachen machte die CDU offensiv Kampagne gegen die fahrradfreundliche Politik der jeweiligen Vorgängerregierung – und gewann in beiden Städten knapp.

Dass es so etwas in Tübingen bisher nicht gegeben hat, könnte auch an der Stadtgeschichte liegen, sagt Epple am Rande der Altstadt. Dort sitzen an diesem Abend vor allem junge Leute draußen vor Restaurants und Kneipen. In Tübingen, dem historischen Zentrum des Protestantismus, war Protz verpönt, sagt Epple. Und anders als das nahegelegene Stuttgart oder Reutlingen hatte Tübingen kaum Industrie, die der Stadt zu Reichtum verhalf. Dementsprechend breiteten sich auch Symbole des Reichtums – wie teure Autos – weniger aus.

Reich ist Tübingen noch immer nicht, seit Kurzem gilt eine Haushaltssperre für die Stadtpolitik. Verkehrsplaner Johannes Schaal ist deshalb froh, dass die großen Projekte zur Radförderung schon geschafft sind. Trotzdem habe er noch viel auf dem Zettel: Schulwegsicherheit, Radabstellanlagen, Lückenschlüsse im Radnetz. Je mehr Leute Fahrrad fahren, desto höher seien die Ansprüche an seine Verkehrsplanung, sagt Schaal.

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17 Kommentare

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  • rero

    Könnte man Palmer nicht nach Berlin abwerben?

    Jarasch hat als Verkehrssenatorin in Richtung Verkehrswende ja nun gar nichts geschafft.

    Die Brücken werden aber hoffentlich mit 100 % Ökostrom beheizt.

    Ansonsten würde es mir angesichts der Klimaerhitzung gruseln.

    • Comerade Aardvark

      @rero:

      In Berlin würde auch ein diesbezüglich engagierter Bürgermeister an den Bezirken scheitern.

    • FriedrichHecker

      @rero:

      Palmer wird nicht nach Berlin gehen - der weiß, wie beliebt besserwisserische Schwaben dort sind. 😁

      Außerdem ist die Tübinger "Verkehrswende" sehr eng auf die Stadtgrenzen beschränkt. Pendler werden in Tübingen ziemlich konsequent nicht mitgedacht, stadtübergreifende Öffis kommen hinter Rad-, Auto- und Fußgängerverkehr auf den letzten Platz, innerstädtische nicht weit davor. Macht in einer kleinen schwäbischen Studentenstadt wie Tübingen Probleme, die sich noch bei der Kehrwoche unter den Teppich kehren lassen - in Berlin wäre das schon spannender...

      • Janix

        @FriedrichHecker:

        Tübingen ist schon nicht nur der Hölderlinturm, da gibt es 108 km² Stadtgebiet. Und bei übergreifenden Öffis müssten sich die Umlandgemeinden mit ihrer Auto-itis auch mal stärker bereit finden, was Tübingen die Platzvergeudung durch Parkplätze ja auch stärker ersparen würde.

        Gleichwohl ist Berlin eine andere Nummer und nicht Palmers "hood". Da wird ja auch bereits bei ein bisschen Radweg eine Springer- und CDU-Kampagne hochgezogen, als käme der Bolschewik persönlich.

        • FriedrichHecker

          @Janix:

          Solange die Tübinger Bürgerschaft beispielsweise die Stadtbahn Neckar-Alb per Urnenvotum abschießt und die Tübinger Kreistagsabgeordneten (dank der Ausgleichsmandate sind das ziemlich genau 50%) parteiübergreifend das Geld lieber für andere Dinge sls ÖPNV ausgeben, braucht niemand mit dem Finger auf die Umladgemeinden zeigen...

          • Janix

            @FriedrichHecker:

            Tja, wir sind vermutlich beide für eine gute wie autofreie Verzahnung.



            Manche Tübis werden die Kosten nicht gerecht verteilt vermuten, manche finden ÖPNV schon immer doof, manche hassen Baustellen. Oder M'r brauchet koi Bähnle ett, mr brauchet Grumbiere. Ich weiß es nicht.



            Sich ab der Stadtgrenze aufs dort abgeschlossene Rad zu schwingen ist dabei bei moderater Gesundheit auch immer eine Option.

  • Axel Schäfer

    Ein weiterer nicht beeinflussbarer Faktor ist das mildere Wetter im Südwesten. Wenn es sich dort noch angenehm radeln lässt überlegt man sich in Norddeutschland angesichts vom Sauwetter vielleicht ob man nicht doch das Auto nimmt.

    • Janix

      @Axel Schäfer:

      Tübingen liegt kurz vor der Alb, selbst der tiefste Punkt am Neckar hat über 300 Höhenmeter. Karlsruhe ist das also nicht. (Und ob man die Süd- oder Nordseite hat, macht etwas aus).



      Die Steigung in der Tübinger City vom Neckar zu Uni bzw. Schloss selbst ist wohl mehr als die in manchen norddeutschen Gemeindegebieten komplett.



      Und die Autobesessenheit rund um Stuttgart wabert eigentlich auch nach Tübingen hinein.



      Palmer & die Grünen haben da inzwischen schon auch etwas geleischded.

  • Janix

    Dass es Tübingen nicht zu sehr zu Kopfe steige: Auch in Münster, draußen, gab es schon Plakate der CDU ausgesprochen pro Fahrrad. Auch Konservative können das eigentlich.

    Topografisch würden viele sagen, im steilen Tübingen könne mensch doch nicht radeln - doch. Und nicht nur die Studis.

    Palmer ist bei aller Sprachkritik ein grün durchwirkter Macher, und der Stadtrat zieht ebenfalls Sachen auch mal durch, die das Leben verbessern und Autos durch Besseres ersetzen.

  • Offebacher

    Als Studentenstadt hat Tübingen nun mal mehr Radfahrer und Radfahrerinnen pro Kopf der Bevölkerung als alternde Industriestädte. Und dazu kommt mit Boris Palmer ein fähiger (Kommunal-)Politiker, dem pragmatische Praxis wichtiger ist als ideologische Theorie.

  • Axel Berger

    Von Anonym auf dasfahrradblog.blogspot.com, Dezember 2024: "Habe was in der NZZ gefunden: Die Stadt Tübingen rechnet mit 17 kWh/m² Stromverbrauch pro Jahr."



    Das liegt sehr deutlich über den gesamten Heizungsbedarf unseres 12-Familien-Hauses. Wir brauchten insgesamt im letzten Jahr 33 kWh/m2. Mit einer Arbeitszahl von 4.47 waren das 7.4 kWh/m2 elektrisch. Die Brücke hat eine elektrische Direktheizung.

    • Janix

      @Axel Berger:

      Eine Fläche im Haus hat Mauern daneben und ein Dach darüber. Das scheint mir bei dieser Brücke nicht der Fall zu sein.



      Ich teile Ihre Frage unten, ob denn ein Wärmepumpenansatz hier nicht machbar war, und sehe gerade auch spontan nicht, warum nicht.



      Auf einer Brücke über Gleisen möglichst kein Tausalz einzusetzen, findet bei mir dabei schon auch Sympathie.

      • Axel Berger

        @Janix:

        Ich kritisiere nicht die Sache an sich sondern den Doppelstandard dahinter. Ein Bestandsbau aus den Sechzigern mit Etagenheizungen muß für ein zentrales System, egal welches, auch Fernwärme, komplett auseinandergerissen werden. Es gibt eben Fälle, wobei die reine Lehre nicht angemessen umsetzbar ist. Bei den "bösen Kapitalisten", also dem alten Facharbeiter, der mühsam eine Eigentumswohnung abzahlen konnte, gilt das nicht. (Nicht ich, aber Miteigentümer an genau so einem Gebäude, das einst von der Neuen Heimat errichtet wurde. Meine sehr alte Mieterin hat immer noch einen Vertrag aus dieser Zeit.)

  • Axel Berger

    Die Brücke benutzt eine elektrische Direktheizung, die klimaschädlichste und fossilintensivste Heizungsart von allen. (Ja, auf den Rechnungen steht "100 % Ökostrom". Das ist rein kaufmännisch. Man sehe sich sich den realen Strommix zu genau den Tagen und Stunden an, an denen die Heizung in Betrieb ist.)



    Es ist nicht nur keine Wärmepumpe, die wäre nicht einmal nötig. Hier geht es nur um Frostfreiheit, nicht Behaglichkeit. Man könnte die Sole aus Bodensonden mit ganzjährig mindestens +5 °C direkt durch Heizschlangen pumpen und bräuchte nur wenige Watt Antriebsenergie.



    Genau das, was der Staat dem Bürger verbieten und unbezahlbar verteuern will, macht es bei seinen "grünen" Schauprojekten selbst.

  • Šarru-kīnu

    Tübingen ist eine der jüngsten Städte des Landes und im Schnitt 12 Jahre jünger als meine Heimatstadt (zweitälteste des Landes). Das Durchschnittseinkommen ist ebenfalls 75% höher und ebenfalls überdurchschnittlich für das ganze Land. Mal sehen was vom Zauber bleibt wenn auch in Süddeutschland bald die Industrie krachen geht.

    • Bernd Mader

      @Šarru-kīnu:

      Ich glaube nicht, daß sich die hohen Einkommen zum überwiegenden Teil aus Arbeitsplätzen in der Industrie speisen.



      Es sind Behörden, die Uni, das Regierungspräsidium und die Unikliniken die viele, gut bezahlte Arbeitsplätze bieten.



      Ein paar leben auch ganz gut davon Wohnungen an Studenten zu vermieten.



      Eine Krise in der Wirtschaft schlägt sich in Tübingen erst verzögert durch.

    • Axel Berger

      @Šarru-kīnu:

      Es passiert dann weniger als man glauben könnte. "Die Gesamtkosten für die vier Brücken liegen bei rund 30 Millionen Euro. Sie werden durchschnittlich mit 70 Prozent mit Bundes- und Landesmitteln gefördert." (Süddeutsche vom 2025-02-20)