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Deutschlands Rolle im Irankrieg Vorbild Spanien

Daniel Bax

Kommentar von

Daniel Bax

Deutschland könnte mehr tun, um Trump in die Schranken zu weisen. Kanzler Merz muss ein Machtwort sprechen und den USA die Überflugsrechte verwehren.

D er Irankrieg geht in eine neue Runde, es klingt wie ein Déjà-vu: Die USA greifen Iran an, Iran rächt sich mit Angriffen auf US-Verbündete in der Region. Die Straße von Hormus ist erneut blockiert, der Ölpreis schnellt wieder in die Höhe und US-Präsident Trump droht Iran mit Angriffen auf dessen zivile Infrastruktur. Er kündigt damit ähnliche Kriegsverbrechen an, wie sie Russland in der Ukraine begeht.

Zu lange hat sich Kanzler Friedrich Merz bemüht, gegenüber Trump gute Miene zu machen. Dabei hat er dessen Krieg gegen Iran schon vor Monaten als planlos und falsch kritisiert. Doch dieser Erkenntnis müssen nun Taten folgen – denn je länger dieser Krieg andauert, desto mehr schadet er der deutschen Wirtschaft und auch dem Rest der Welt. Allein schon deshalb wäre es angebracht, sich aus der Rolle des willfährigen Partners und der eigenen, selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien.

Deutschland könnte mehr tun, um Trump in die Schranken zu weisen, als nur Kritik zu üben. Wie Spanien könnte es den US-Kampfjets die Überflugrechte durch deutschen Luftraum verweigern. Es könnte juristische und politische Schritte gegen US-Basen auf deutschem Boden einleiten, um zu verhindern, dass von dort aus völkerrechtswidrigen Angriffe koordiniert werden – dazu hat Karlsruhe die Bundesregierung in seinem Ramstein-Urteil sogar ermahnt. Und es könnte sich aktiver für eine diplomatische Lösung des Konflikts einsetzen. Dabei müsste Deutschland geschlossen mit anderen Staaten der EU auftreten.

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Trump würde darauf sicher mit einem Tobsuchtsanfall reagieren. Aber ein Machtwort ist die einzige Sprache, die er versteht. Statt in Duldungsstarre zu verharren, würde Merz damit ein Zeichen setzen. Das würde ihm vermutlich auch in Umfragen gegenüber der AfD nützen. Kanzler Gerhard Schröder hat es schließlich auch nicht geschadet, einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA eine Absage zu erteilen.

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Daniel Bax

Daniel Bax Redakteur

Daniel Bax ist Journalist und Autor und schreibt über Politik, Kultur und Gesellschaft in Deutschland. Er arbeitet als Themenchef im Regieressort der taz und hat mehrere Bücher veröffentlicht: “Angst ums Abendland” (2015) über antimuslimischen Rassismus und “Die Volksverführer“ (2018) über den grassierenden Rechtspopulismus. Sein aktuelles Buch "Die neue Lust auf Links" über das Comeback der Linkspartei ist Ende 2025 im Goldmann Verlag erschienen. Impressum: Daniel Bax c/o taz, die tageszeitung. taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Friedrichstr. 21, 10969 Berlin
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21 Kommentare

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  • Merz muss ein Machtwort sprechen? Oh, da zittert the Donald sicherlich.

  • Ich empfehle einen Blick in die UN-Charta (Artikel 53, 77 und 107).



    Danach hat die US als Siegermacht gewisse Sonderrechte.



    Mit Machtwort ist nicht. Zumal Deutschland überhaupt keine Machtmittel hat, die Besatzungstruppen im Land zu irgendetwas zu zwingen.

  • „Machtwort?“



    Es ist nicht verständlich, von ihm so etwas zu verlangen, während man diejenigen kritisiert, die ständig das drauf haben, wie in Nordkorea, Russland oder China.



    „Macht“ ist etwas Negatives, Spaniens Präsident zeigt Haltung, die Friedrich Merz leider nicht hat.

    • @Okay:

      Spaniens Präsident hat einen Korruptionsskandal am Hals und steht stark unter Druck. Deshalb macht die Regierung gerade antiisraelische und amerikanische Stimmungsmache. Das Rezept nutzen ja auch alle arabischen Diktaturen, wenn es innenpolitisch mal wieder schwierig wird um die eigene Bevölkerung abzulenken.

      • @Šarru-kīnu:

        Wenn Spanien sich deutlicher gegen den Völkermord in Gaza und den illegalen Angriffskrieg gegen Iran positioniert, ist das keine "Stimmungsmacher", sondern simple Rechtstreue. Dass die spanische Regierung davon auch innenpolitisch profitieren könnte, mag ja sein, macht ihre Haltung aber nicht weniger richtig (sich aus egoistischen Motiven nicht an einem Verbrechen zu beteiligen ist immer noch besser als sich aus anderen, nicht weniger egoistischen Motiven ein weiteres Mal zum Komplizen zu machen).

  • Die USA sind ein NATO-Partner und ein befreundetes Land. Wieso sollte man die Überflugrechte beschränken?



    Damit keine verletzten Soldaten mehr eingeflogen werden können?

    • @Dirk Osygus:

      Weil Deutschland keine logistische Hilfestellung für einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg leisten sollte (ohne den die USA auch keine verletzten Landsknechte ausfliegen müsste). Gegen Deutschland läuft bereits ein Verfahren wegen Beihilfe zum Völkermord - man muss sich also nicht an den nächsten Verbrechen beteiligen, erst Recht nicht aus Nibelungentreue mit einem Staat, der schon lange nicht mehr als Freund oder Partner auftritt.

    • @Dirk Osygus:

      Wie wär's denn damit: es gibt keine verletzten oder getötete Soldaten, wenn kein Krieg stattfindet. Wenn die USA völkerrechtswidrig Kriege führen, dann müssen wir dem nicht noch Hilfestellung leisten. Im Gegenteil: wir MÜSSEN das Völkerrecht anerkennen und einhalten. Dazu gehört Haltung und Rückgrat und beides ist in DIESER Bundesregierung extreme Mangelware.

  • Natürlich müsste die deutsche Regierung handeln. Aber unsere Transatlantiker werden immer dafür sorgen, dass man treu und brav den USA hinterher dackelt. Völlig egal, wer dort wie regiert.

    Das diese "Treue" zur USA jegliche Sprüche von Führung und Gewicht in der Welt als lächerlich demaskiert, fällt den Handelnden nicht auf.

  • Um ein Machtwort sprechen zu können, ist Macht erforderlich.

  • Jein!



    Sicher hat Schröder damals die bessere Wahl getroffen.



    Merz ist seinem Amt, wie bekannt, nicht gewachsen.



    Sein Herumlavieren zwischen "machen für uns die Drecksarbeit" und Kritik à la "hat keine Strategie" entlarvte ihn selbst als strategielos.



    Trump muss selbst so lange auf die Herdplatte fassen, bis es weh tut.



    "Wir brauchen keinen starken Mann, wir sind selber stark genug",



    so sollte es jedenfalls sein.



    Derzeit sind wir es nicht.



    Deutschland ist eben nicht unabhängig von den USA,



    es nützt kein "Machtwort", wenn die Macht fehlt.



    Abgesehen davon ist die Hoffnung auf ein Amerika nach Trump noch nicht ausgeträumt.



    Es ist gut, an der Idee einer Zusammenarbeit festzuhalten, auch wenn ein Einzelner uns seine schräge Pfeifencombo, derzeit ein anderes Liedchen spielt.



    Wer Diplomat sein will, muss über das jetzt und hier hinaus denken.



    Merz ist das Paradebeispiel eines Undiplomaten.



    Mit seinem Lob der amerikanisch israelischen Angriffe auf Iran, hat er die lange bestehenden diplomatischen Bande zu Iran zerschnitten.



    Da ist nichts mehr zu wollen.



    In Einfalt und populistischen Sprüchen ähneln sich die Beiden.



    Seien wir froh, dass Merz nicht " der starke Mann" ist !

  • Merz und ein Machtwort? Soll das ein Witz sein?

  • Eher lässt Merz freiwillig die AfD regieren, als dass er Trump widersprechen würde. Auf sein Drängen hin hat die EU Trumps Zolldeal akzeptiert, bei dem die USA 15% pauschal verlangen und im Gegenzug 0% kassiert werden.

    Er ist so sehr Transatlantiker, wie er Unterstützer Israels ist und ordnet in beiden Fällen selbst nationale Interessen unter.

  • Kanzler Schröders Deutschland befand sich auch nicht in einem Krieg mit Russland. Dieser Krieg ist wichtiger als der Privatkrieg von President Trump gegen den Iran. Die Spiele von Russland oder Iran sollte man nicht weiter mitspielen, sondern sich auf den aktuellen Krieg gegen Russland konzentrieren. Ob mit Aufrüstung oder mit Diplomatie, da bin ich nicht weiter festgelegt.

  • Moralisch wäre das sicher richtig. Deutschland ist aber in einer ganz anderen Lage als Spanien. Deutlich stärkere wirtschaftliche Abhängigkeit, deutlich problematischete Sicherheitslage in Bezug auf das Bedrohungsszenario durch Russland (vor dem uns, zumindest momentan noch, nur die USA realistisch gesehen schützen kann), deutlich tiefere soziale und politische Vernetzungen zwischen uns und den USA und deutlich instabilere innen-bund außenpolitische Situation im Allgemeinen. Abbringen könnte man Trump damit von seinem Krieg ohnehin nicht, eher würde ein solches Vorgehen die schrumpelige Orange in seinem Weltbild noch bestärken und ihn dadurch nur noch entschlossener machen. Man sollte also zumindest gut überlegen, ob uns ein wenig moralische Überlegenheit das alles in unserer jetzigen Situation wirklich wert ist.

  • Ihr Wort in Gottes Ohr, Hr. Daniel Bax.



    Wird leider nicht passieren.

    Merz ist eher der Amtmann Max Stumpf und Trump



    der Gottfried von Berlichingen zu Hornberg.

    Wobei es einen Unterschied gibt - Stumpf erfüllte den



    Wunsch nicht. Merz wohl im übertragenen Sinne doch,



    oder nicht?

  • Ja, sollte Merz machen.



    Nein, wird Merz nicht machen.



    Ja, Schröder hat es gemacht und was wurde er dafür angegriffen.



    Nein, ein Machtwort kann Merz nicht sprechen, dazu würde es Macht benötigen.

  • Es tut mir leid, aber ich kann dem nur widersprechen.



    Die Spanier haben kaum was zu verlieren wenn sie den Amerikanern auf der Nase rumtanzen.



    Ihr nein zu den überflugrechten und dem Verbot ihre Basen zu benutzen ist leicht. Die Amerikaner brauchen sie nicht.. Und wirtschaftlich spielen die USA für die Spanier eine untergeordnete Rolle. Also da ist es leicht sich aufmüpfig zu zeigen.



    Deutschlands Rolle ist nicht vergleichbar.



    1. Sind wir wirtschaftlich viel abhängiger. Jetzt noch mehr Schaden der deutschen Wirtschaft ohne Not aufzubürden. Wenn man möchte das die AfD demnächst regiert, dann sollte man das machen ja.



    2. Wenn Deutschland Rammstein sperrt. Ist dies, dass endgültige Ende der NATO. Und dann ist Deutschland dafür verantwortlich. Anders, als wenn die Amis einfach Grönland annektieren.

    Ich finde nicht, dass wir so mit dem Feuer spielen sollten und uns unnötig noch tiefer in den Abgrund begeben.

    Was nicht heißt, sich nicht schnellstmöglich von den USA unabhängig zu machen. Aber die Taktik der verbrannten Erde halte ich nicht für zielführend.

  • Dass dieser Krieg der deutschen Wirtschaft schadet, ist richtig. Die Hoffnung, dass irgendwelche gegen die USA gerichtete Massnahmen Deutschlands den Krieg beenden könnten, habe ich nicht. Eine Auseindersetzung mit den USA würden die Schäden für die deutsche Wirtschaft nur noch vergrössern. Ist leider so.

    • @Franz Hofer:

      Ja, genau und da war doch noch Ramstein, die Atom Waffen usw. - im Moment sind die ja unsere Verbündeten und Verbündete wird man nie öffentlich angreifen. Die Nato könnte auch schon langfristig und so das sinnvoll ist - sowie im freundlichen Dialog die USA verabschieden, wenn sie nicht mehr will oder kann und auch nicht mehr gebraucht wird. Ggf. wäre die immer weiter erstarkende Ukraine irgendwann dafür doch ein sehr starkes Mitglied.

    • @Franz Hofer:

      Die möglichen Schäden, die ein Erzürnen Trumps mit sich bringen würden wären von kurzer Dauer. Ob es überhaupt zu Problemen kommen würde, daran lässt sich auch zweifeln. Man muss da nur auf Spanien schauen.

      Sich dauerhaft Trump unterzuordnen wird dagegen einen viel größeren Schaden anrichten.