live Der große taz-Kongress: Das war das taz lab 2026
Bei über 100 Veranstaltungen haben wir Tacheles geredet. Der taz-Festtagsticker zum Nachlesen.
Inhaltsverzeichnis
- Jan van Aken: „Es ist genug Geld da, es ist nur falsch verteilt“
- Aktuell im Livestream: Lieben Sie Ulf Poschardt?
- Wie viel will die Klimabewegung?
- Aktuell im Livestream: Was ist übrig von der Linken?
- Ricarda Lang: Schluss mit Progressiv-Gequatsche?
- Aktuell im Livestream: Ronen Steinke und Deniz Yücel über Meinunugfreiheit
- „Nicht jede Frau ist eine gute Nachricht“
- Aktuell im Livestream: Luisa Neubauer
- „Wenn man die Mieten nicht bezahlen kann, um bei der taz ein Praktikum zu machen, ist das ein Problem“
- Faschismus im Silicon Valley
- Als Nächstes im Livestream: Die neue autoritäre Linke
- Völkerrecht am Scheideweg
- Peertube, die Livestream-Alternative zu youtube
- Die Hauptbühne im Livestream
- Gibt es noch Tickets?
ABBA läutet den Abend ein
19.40 Uhr: Unter dem Klang von ABBAs Dancing Queen laufen Scharen von taz-Mitarbeitenden in die Kantine ein. Bei der glamourösen Abschlussgala soll nicht nur das Ende des diesjährigen taz labs eingeläutet, sondern auch sein Erfinder geehrt werden. Nach 17 taz labs gibt Kurator Jan Feddersen den Staffelstab weiter. Mit Torte, Festreden auf Feddersen, Musik und guter Laune wird nun bis in den Sonntag gefeiert. Sicher ist: Spätestens nächstes Jahr sehen wir uns bestimmt alle wieder – zum 18. taz lab.
Damit beenden wir den Ticker für heute. Vielen Dank fürs Mitverfolgen!
Empfohlener externer Inhalt
taz lab 2026 im Livestream
Eralp: „Mit mir und mit uns ziehen alle Berlinerinnen und Berliner ins Rote Rathaus“
18:33 Uhr: Auch wenn die Sonne nicht mehr auf den orangenen Küchentisch scheint und der Wind kräftiger wird, ist der Andrang riesig. Grund dafür ist die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, die bei der Abgeordnetenhauswahl im Herbst antreten wird. Heute erst Parteitag der Linken, nun sitzt sie im Besselpark bei der taz. Eralp will Berlins Bürgermeisterin werden. Im Panel „Sind Sie die Mamdani Berlins, Frau Eralp?“ will Parlamentsredakteur Stefan Reinicke wissen, ob sie sich mit New Yorks linkem Bürgermeister vergleicht. Beide sind, für politische Verhältnisse, relativ jung und links. Den Vergleich lehnt sie trotzdem kategorisch ab, weil sie sich nicht gerne mit Männern vergleiche. „Es geht ja nicht um meine Person, sondern darum, dass wir eine grundsätzlich andere Politik brauchen“, sagt sie. Die Stärke ihrer Partei im Wahlkampf um das Rote Rathaus sieht sie darin, dass sie keine Klientelpolitik mache. „Mit mir und mit uns ziehen alle Berlinerinnen und Berliner ins Rote Rathaus“, sagt sie. (tik)
Lang: Diskussion um Begriff „woke“ nervt
18:14 Uhr: Kurz vor Beginn der Diskussion „Wie woke darf Politik sein?“ mit Ricarda Lang und Karin Prien hört man draußen an der Bildschirmwand: „Das wird doch bestimmt so eine Scheindebatte, oder? Vielleicht holen wir uns noch drei Bier?“ Dann viel liebvoller Applaus zu Beginn der Diskussion.
Für die Bundesministerin Karin Prien ist woke „Achtsamkeit und Kulturkampf in der Realität“. Die Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang ist „genervt von den Debatten um den Begriff“ und erinnert an den Umgang mit Frauke Brosius-Gersdorf. Man könne hier nicht mehr nur von Scheindebatten sprechen.
Die Bundesministerin entgegnet, sie habe sich vorgenommen die Gräben der letzten Jahre nicht zu akzeptieren, sondern die ganzen Trigger-Themen liegen zu lassen. Sie habe keinen Kulturkampf umgesetzt, als sie bei Amtsantritt die Gender-Sprache im Ministerium abgeschafft habe, sondern nur den deutschen Sprachgebrauch angewandt. Ricarda Lang räumt ein, angesichts der Radikalisierung der Gesellschaft könne man sich nicht hinstellen und sagen, nur die Regierung unter Merz habe zur Verdoppelung der Umfragewerte einer offensichtlich rechtsextremen Partei beigetragen, sondern auch die politische Linke. Dennoch bespiele bisher nur die politische Rechte diesen Diskurs des anti- woken Populismus. (bsz)
„Klima-ist-teuer“-Narrativ habe sich durchgesetzt
17:45 Uhr: „Man ist schon frustriert, dass Klimathemen keine größere Rolle spielen und immer wieder von anderen Themen verdrängt werden“, sagt der grüne Bundestagsabgeordnete Johannes Wagner. Bei der Podiumsdiskussion „Immer mehr Klimakatastrophen. Na und?“ am orangenen Tisch diskutiert er mit Christoph Hesse, dem ehemaligen Leiter der Initiative LocalZero, und Violetta Bock, Bundestagsabgeordnete der Linken, über die Zukunft der Klimabewegung.
Bock kritisiert vor allem das Greenwashing und die fehlende Betrachtung sozialer Fragen in der deutschen Politik. Für sie sei Klimapolitik immer auch Klimagerechtigkeitspolitik. In anderen Ländern, beispielsweise Brasilien, sei man in dieser Hinsicht schon weiter. Wagner glaubt, dass auch in Deutschland soziale Fragen eng mit Klimathemen verknüpft seien: „Natürlich machen wir Klimapolitik für Menschen und nicht für die Eisbären“, sagt er. Diese Verbindung gerate jedoch zunehmend aus dem Fokus. Mit Debatten um Migration und Wirtschaftsfragen würden Menschen von sozialen und klimarelevanten Fragen abgelenkt. Konservative und „Klima-ist-teuer“-Narrative hätten sich durchgesetzt.
Christoph Hesse glaubt, man müsse dort ansetzen, wo nach Klimakatastrophen die Aufmerksamkeitsökonomie abflache, wie zum Beispiel im Ahrtal. „Wir müssen in diese Räume gehen und kollektives Gestalten wieder groß machen“, erklärt er. (feh)
Wie weiter in Syrien?
17:43 Uhr: „Wie kann irgendetwas aufgebaut werden, wenn gleichzeitig diese Verbrechen passieren?“ fragt die Autorin und Journalistin Ronya Othmann. Gemeint sind die Massaker an den alawitischen Minderheiten unter dem Interimspräsidenten Ahmed al-Scharaa. Nach einem Online-Panel mit syrischen Journalist*innen am frühen Nachmittag geht es auf der Blauen Bühne wieder um Syrien, diesmal um die Zukunft und die Hoffnung auf einen demokratischen Übergang.
Ronya Othmann widerspricht mehrmals der Politikwissenschaftlerin und Journalistin Kristin Helberg, die es ebenso schwierig findet, Vertrauen in al-Scharaa zu setzen, die aktuellen Entwicklungen jedoch als einen ersten Schritt in die richtige Richtung sieht. Othmann bezeichnet dies als „Unsinn“, der weder das Vorgehen gegen Minderheiten noch die islamistische Ideologie des Interimspräsidenten berücksichtige.
Der Jurist und Nahost-Experte Naseef Naeem ordnet hingegen die rechtlichen Entwicklungen ein und warnt davor, auf der verabschiedeten Übergangsverfassung demokratische Hoffnungen zu bauen: Worte wie Demokratie oder Volkssouveränität kämen darin nicht vor. Es sei schwierig, sich Versöhnung und Demokratie vorzustellen, wenn man sich die Gewalt der letzten Jahre vor Augen führe, so Helberg weiter. „Syrien ist ein Land voller Opfer, aber niemand hat sich dafür entschuldigt.“ (jg)
Jan van Aken: „Es ist genug Geld da, es ist nur falsch verteilt“
17:49 Uhr: Jan van Aken, noch Parteivorsitzender der Linken, hat angekündigt, nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren. Beim Panel „Rot-Rot-Grün und alles würde gut?“, stellt er sich gemeinsam mit Katharina Dröge (B90/Grüne) in der taz-Kantine noch einmal den Fragen der taz. Gestellt werden diese von den beiden Parlamentsredakteur:innen Anja Krüger und Tobias Schulze.
Die beiden Politiker:innen sind sich in vielem einig. Zum Beispiel, wenn es darum geht, Bürger:innen vor Energie-Preisschocks zu schützen und Mineralölkonzerne ins Visier zu nehmen. Einer Meinung sind sie aber nicht immer. „Es gibt Themen, wo wir uns natürlich hart streiten. Das ist zum Beispiel die Außenpolitik“, sagt Dröge. Sowohl im Nahostkonflikt als auch in Bezug auf die Ukraine gibt es tiefe Gräben zwischen den Parteien.
Was beide Parteien gleich beträfe, sei die politische Hoffnungslosigkeit vieler progressiver Menschen, so Dröge. „Wir müssen ganz konkrete Vorschläge machen, wo die Menschen sehen, okay das kann funktionieren“, sagt van Aken darüber, wie progressive Kräfte wieder positive Zukunftsnarrative stricken sollten, um wieder mehrheitsfähig zu werden. Wichtig dafür seien Steuern, so der Konsens der beiden Politiker:innen. „Die Lösung für fast alles ist die Vermögenssteuer. Es ist genug Geld da, es ist nur falsch verteilt“, sagt van Aken und räumt damit den lautesten Beifall des Panels ab. (tik)
Was man von Victor Orbán lernen kann
17:43 Uhr: Obwohl der Tag sich dem Ende zuneigt und der Besselpark langsam leerer wird, platzt der grüne Küchentisch aus allen Nähten, als die taz.eins-Ressortleiterin Anna Klöpper mit der Politikwissenschaftlerin Eszter Kováts darüber spricht, was die gesellschaftliche und politische Linke von Orbáns Abwahl lernen kann. (lv)
Geraubter Stolz
17:30 Uhr: Später am Nachmittag wird es wieder transatlantisch. Die US-Star-Soziologin Arlie Russell Hochschild spricht mit Mareike Barmeyer und Gina Bucher über die „emotionale Gefangennahme“ der weißen Arbeiterklasse durch Donald Trump. Hochschild, die jahrelang in den abgehängten Regionen der USA geforscht hat, warnt davor, die Wähler:innen der Rechten einfach abzustempeln. „Beschuldigt nicht die Opfer, sondern geht auf sie zu.“
Die Demokratische Partei, die historisch die Stimme der Arbeiterklasse war, hat sich zunehmend marginalisiert und von ihrer einstigen Basis entfernt. Während die politische Linke schrumpft, füllt die Rechte das emotionale Vakuum mit einer Erzählung von Wiedergutmachung und neuem Nationalstolz. Wer verstehen will, wie die USA in dieses „Mess“ geraten sind, muss laut Hochschild den Schmerz und die Scham derer ernst nehmen, die sich vom politischen Diskurs ignoriert fühlen. (pc)
Schnaps und Konfetti für Ostdeutschland
17:10 Uhr: „Wir haben keine Becher mehr“, stellt Chefredakteurin Katrin Gottschalk fest. Auch am Nachmittag könne man also bestens ein Schnapsformat beginnen. Und das geht so: Drei Moderierende, sechs Gäst*innen und flaschenweise Schnaps.
Bei „Wetten dass … die Demokratie gewinnt?“ auf der gelben Bühne im Park kommen nach und nach mehr Gäst*innen auf die Bühne. Unter den Bäumen lauscht das Publikum dem Panel anlässlich der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im Herbst.
Zuerst begrüßt Katrin Gottschalk Cathleen Hoffman und Silvio Witt. Der ehemalige Oberbürgermeister von Neubrandenburg Witt spricht offen über seinen Rücktritt zum 1.Mai 2025. „Eine Kapitulation war es nicht“ sagt er und erzählt, wie er über Jahre hinweg versucht hat, rechte und konservative Kräfte in der Region zurückzudrängen. Doch irgendwann sei ihm die Kraft ausgegangen.
Trotz schwerer Themen ist die Stimmung vor der gelben Bühne keinesfalls hoffnungslos. Im Gegenteil: Es regnet Konfetti. Denn Rachel Hanf, die Mitorganisatorin des ersten CSDs in Grevesmühlen, hat heute Geburtstag. Die 20-Jährige ist schon seit fünf Jahren politisch aktiv. „Uns wurden einige Steine in den Weg gelegt“, berichtet sie. Aber: „Keiner macht was. Da habe ich gesagt: Dann muss ich halt ran.“ Das Publikum ist tief beeindruckt von der jungen Aktivistin, die dieses Jahr den CSD in Wismar organisiert. Auch Alicja Orlow, Robert Fietzke und Marcel Böge berichten moderiert von Anne Fromm und Konrad Litschko von ihrer Arbeit in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Am Ende des Panels kann das Publikum eine Außenwette einbringen. (kr)
Geschmückte taz
17:03 Uhr: Fragen Sie, die Sie heute vor Ort sind, sich auch, was es mit diesen merkwürdigen Linien am Gebäude auf sich hat? Die Antwort: Zur Feier des Tages wurde die Fassade des taz-Gebäudes mit unlesbaren, aber nicht unleserlichen Zeichen geschmückt. Was genau es damit auf sich hat, können unsere Gäste bei der Face-to-Trace-Performance im direkten Gespräch mit dem Berliner Künstler Axel Malik erfahren (lv)
Journalismus, jetzt auch auf Social Media
16:50 Uhr: Auf der pinken Bühne geht es um die Frage „Was ist Newsfluencing?“. Der Großteil der unter 20-Jährigen bezieht seine Nachrichten heute online – viele davon auch über soziale Plattformen. Auf die Frage, wer überhaupt keine Nachrichten über Social Media konsumiert, gehen nur zwei Hände hoch.
Die eingeladenen Newsfluencer:innen Tessniem Kadiri, Sophia Sailer und Chris Müller moderieren alle Nachrichtenformate auf Social Media. Doch mit dem ihnen aufegedrückten Label können sie sich grötenteils nicht identifizieren. „In erster Linie bin ich ein ausgebildeter Journalist“, erklärt Müller, der unter anderem seine Recherchen auf YouTube präsentiert.
Mit dem Begriff „Newsfluencing“ geht häufig ein Vorwurf aus dem klassischen Journalismus einher: Newsfluencer würden Menschen beeinflussen und seien nicht neutral. Tessniem Kadiri, die einen TikTok-Kanal des WDR moderiert, hält diese Kritik für irreführend: „Wenn du eine klare Meinung äußerst, performst du wahrscheinlich besser. Das kann manchmal eine Gefahr sein“, sagt Kadiri. Dennoch könne man nicht pauschal behaupten, Content Creator würden ihre Meinungen schlechter kennzeichnen oder seien grundsätzlich weniger neutral. Die Journalistin Sophia Sailer stimmt ihr zu: „Außerdem muss man sagen: Es gibt keine komplett neutrale Berichterstattung.“ Jede Journalistin und jeder Journalist betrachte die Welt aus einer bestimmten Haltung heruas. Newsfluencer:innen würden diese Haltung oft sogar transparenter machen als klassische Redaktionen. (aho)
Dröge und van Aken in der rot-grün-roten Maske
16:53 Uhr: Katharina Dröge und Jan van Aken halten in der Maske noch einen kleinen Schnack. Es wird gelacht. Wird hier rot-grün-rot vorbereitet? (jvb)
Ulf Poschardt auf instabilen Brücken
16:45 Uhr: Es ist eng vor der Podcastbühne. Ob Ulf Poschardt, Herausgeber der Welt-Gruppe, beim taz lab spricht, hat intern für „mannigfaltige Diskussionen“ gesorgt, wie Kurator Jan Feddersen einräumt. Dort moderiert er die Veranstaltung mit den Podcast-Hosts Dominik Steffens und Benjamin Scherp.
Auf dem rein männlich besetzten Podium fliegen direkt die Giftpfeile Richtung „Blasenlogik“. Die taz sei zwar großartig, wenn sie Unerwartetes tue, aber mittlerweile oft „schwer auszuhalten“, wenn sie nur noch das eigene Milieu spiegele, sagt Poschardt. Er diagnostiziert eine „Totalverblödung“ und warnt, dass das Land noch dieses Jahr gegen die Wand fahre, wenn sich nichts strukturell ändere.
Warum ist er überhaupt hier? „Wegen Jan“, sagt Poschardt knapp. Er sehe jeden Versuch als sinnvoll an, aus der eigenen Blase herauszutreten, auch wenn er moralisches Argumentieren als „verlogen“ ablehnt. Die Brücken, die hier heute gebaut werden sollen, hält er für instabil: Wer Wirtschaftsnachrichten lese und nicht nur das Feuilleton, merke schnell, dass die Realität eine andere Sprache spreche. Vier Fünftel dessen, was heute auf dem taz lab verhandelt wird, würde er am liebsten abschaffen. (pc)
Kann Stillen feministisch sein?
16:35 Uhr: Ist Breast tatsächlich best?, fragt am Küchentisch Moderatorin Nora Belghaus die Stillberaterin Christiane Stange am grünen Küchentisch. Der Journalistin Lisa Kreuzmann wird diese Frage gesellschaftlich nicht umfangreich genug beantwortet.
90% Frauen geben vor der Geburt ihres Kindes an Stillen zu wollen. Lisa Kuhzmann argumentiert, dass sich viele unter Druck gesetzt fühlen und findet, zu einer freien Entscheidung gehört auch, sich über alle Möglichkeiten ausreichend informieren zu können.
Eberhard Schäfer bringt ein, das Stillen dazu beitragen könnte, traditionelle Geschlechterrollen zu verfestigen, weil der Vater zum Stillen in der Regel nicht gebraucht wird. (taz)
Die Wahrheit ist ja…
16:27 Uhr: Die pralle Sonne strahlt auf die lila Bühne, wo taz-Redakteure beim Panel „Alles Satire – oder: was jetzt?“ laut darüber nachdenken, was Satire überhaupt ist, wo ihre Grenzen liegen und wie es eigentlich mit dem Humor in der taz aussieht. Passend zum Ressort ist die Stimmung aufgeheitert, wie auch beim Publikum.
„Satire ist, wenn ich einem Arschloch zu verstehen gebe, dass es ein Arschloch ist, ohne zu sagen, dass es ein Arschloch ist“, erklärt taz-Wahrheits Redakteur Michael Ringel. „Der Witz in Satire liegt darin, dass sie weh tut“, sagt indes Doris Akrap, die Leitung der Medienseite der taz. Mitsuo Iwamato, wochentaz-Redakteur, würde sich wünschen, dass die Wahrheit in alle Richtingen gleichermaßen schießt, ohne doppelte Standards zu pflegen. (tik)
Die Versäumnisse der US-Demokraten
16:21 Uhr: „Hillary Clinton war 2016 keine geeignete Konkurrentin für Trump. Ihr fehlte es an Wärme und Nahbarkeit“ sagte Holger Stark, stellvertretender Chefredakteur der Zeit, glich zu Beginn des Panels „Trump oder: Waschen wir unsere Hände in Unschuld?“.
Wie es passieren konnte, dass Trump erneut zum US-Präsidenten gewählt wurde, erklärt der Jouranlist mit der Ansprache der Arbeiterklasse: Trump konnte sich – trotz seines Reichtums – erfolgreich als deren Vertreter inszenieren. Statt auf Identitätspolitik setzt er auf Themen wie Migration und steigende Lebenshaltungskosten. Darüber hinaus gelingt es ihm, Menschen zu entertainen – in Starks Worten: „Der Typ hat den Laden im Griff“.
Die politische Linke hingegen konnte keine vergleichbare Mobilisierung erreichen. Es mangele an klaren, alltagsnahen Botschaften und einer überzeugenden Ansprache breiter Wählerschichten, wie die der Arbeiterklasse. Vor diesem Hintergrund stellt sich die entscheidende Frage: Gelingt es den Demokraten, für die nächste Wahl eine Kandidatin oder einen Kandidaten zu finden, der diese Lücke schließen kann? (kb)
Der Staat und seine Fürsorgepflicht
16:05 Uhr: Auf der pinken Bühne stellen sich Psychotherapeut Lukas Maher, Psychologin Emelie Dürrwächter und Moderatorin sowie taz lab-Redakteurin Lenja Vogt die Frage: „Wie geht’s dir?“
Das Gespräch startet mit einer großen Frage: Wie gehe ich mit der aktuellen politischen Lage und dem Weltschmerz um? Die beiden Speaker*innen sind sich einig: Social Media verstärkt diese Gefühle und gegen Ohnmacht helfen Gespräche mit dem Umfeld und Therapie. Einigkeit herrscht auch in einer anderen Frage: Psychotherapie ist politisch. Maher sieht Kürzungen von Psychotherapie als eine autoritäre Sparpolitik. „Ein Staat hat eine Fürsorgepflicht seinen Bürger*innen gegenüber“.
Zum Schluss diskutiert das Publikum fleißig mit. Suchen junge Menschen zu sehr Zuflucht in Diagnosen, über die sie sich identifizieren? Fehlt es der Psychotherapie an kultureller Kompetenz und hat sie einen utopischen Neutralitätsanspruch? (wh)
Aktuell im Livestream: Lieben Sie Ulf Poschardt?
16:00 Uhr: Seine Einladung zum tazlab kommentierte der WELT-Herausgeber Ulf Poschardt auf Instagram mit dem Hinweis: „Sie lieben mich.“ Im Podcast „based“ der Journalisten Dominik Steffens und Bejamin Scherp, die live im Frizzforum aufnehmen, geht es um Meinungen, vielleicht ja auch Liebe, aber hören und schauen Sie doch einfach selbst. (ab)
Kaufen Sie dieses Panel!
15:50 Uhr: Außenwerbung ist übergriffig – diese Meinung vertritt der Initiator von Berlin Werbefrei Fadi El-Ghazi. „In unserem Leben ist Werbung allgegenwärtig, und unsere Freiheit zu entscheiden, was wir sehen wollen, wird dadurch eingeschränkt.“
Nachdem ein paar Orangen vom „Küchentisch“ an die Zuhörenden verteilt werden, erklärt El-Ghazi im Gespüräch mit Moderator Dieter Schwengler, dass die Initiative nicht jegliche Werbung verbieten will. Es geht vielmehr um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen gestalterischen Aspekten, dem Informationsinteresse der Bevölkerung und den Interessen der Wirtschaft. Momentan ist das anders: Unternehmen, die es sich leisten können, bestimmen, was wir den ganzen Tag sehen. Und das, was wir sehen, prägt unsere Gedanken und unseren Alltag, so El-Ghazi. (la)
Wie läuft es eigentlich mit der Seitenwende?
15:37 Uhr: Seit dem 17. Oktober 2025 erscheint die taz unter der Woche nur noch digital. Und wie finden die Leser*innen das? Das fragen taz Geschäftsführer Andreas Marggraf und Chefredakteurin Katrin Gottschalk die taz lab Besucher*innen auf der Juwelen-Agora. Vor allem viele ältere Leser*innen sind gekommen und teilen ihre Meinung: „Also ich lese seitdem die taz deutlich weniger“ erzählt ein älterer Leser. Ein anderer berichtet, seit dem sogar mehr zu lesen und die Vorlesefunktion für sich entdeckt zu haben. „Und wie finden sie die wochentaz?“ fragt Chefredakteurin Katrin Gottschalk das Publikum und hört sich die Rückmeldungen gespannt an. (kr)
Dating-Dystopien: Wenn die Matrix glicht
15:35 Uhr: Es ist das „wohl wichtigste Panel des Tages“, wie Moderatorin Anastasia Zejneli (taz) die Runde mit den Influencerinnen Elli Edich, Ena Soukou und Vici einläutet, die auf Social Media jeweils aus ihrem Dating-Leben berichten. Die schnellen Urteile fallen schon beim Aufwärmen: Wer auf Dating-Apps ein Gruppenfoto als Erstes zeigt oder sich oben ohne präsentiert, wird meistens direkt mit nach links geswiped.
Ena Soukou stellt trocken fest, dass viele Männer schlicht „Angst vor mir haben“ und dass ein Großteil der Dates ohnehin nicht „content-würdig“ sei. Respekt steht bei ihr trotzdem obenan: Während sie jemanden datet, spricht sie online nicht darüber. Die Besonderheiten des Lebens als Dating-Influencerin zeigen sich auch bei Vici: Während eines Dates machte sich ihr Gegenüber über ihre Arbeit lustig, um kurz darauf von einem Fan unterbrochen zu werden, der sie um ein gemeinsames Foto bat. Elli Edich berichtet von einem Mann in der U-Bahn, der angeblich genau in dem Moment ein Video von ihr in seiner Timeline hatte, als sie sich ihm gegenüber auf einen Platz setzte. Solche „Glitch-in-the-Matrix“-Momente sind ein Grund für das ungebrochene Interesse an Dating-Stories. Ellis Fazit: Die Leute sind „hooked“, weil sie sich in den Situationships und Red Flags der anderen selbst wiedererkennen. (pc)
„In der Ideologie des Regimes haben sie gewonnen“
15:28 Uhr: „Die Stimmen, die besonders laut nach einem militärischen Eingriff gerufen haben, kamen vor allem aus dem Ausland“, sagt die Autorin Daniela Sepehri. Sie hat Familie im Iran und spricht mit dem Journalisten und Autor Ali Sadrzadeh über die aktuelle Lage im Nahen Osten, taz-Redakteur Andreas Fanizadeh moderiert.
Sadrzadeh war schon bei der iranischen Revolution 1979 als Berichterstatter vor Ort. Heute sitzt er auf der Blauen Bühne beim Panel „Der Iran und die Linke“, und sagt: „Die Herrschenden im Iran wollen die Lage so schnell wie möglich beenden.“ Sepehri widerspricht: „Das Regime sieht sich gestärkt. In der Ideologie des Regimes haben sie gewonnen, weil sie gegen die größte Armee der Welt kämpfen“, sagt sie. Sie sieht die größten Verlierer dieses Konfliktes in der iranischen Zivilgesellschaft. (tik)
Keine Lust auf Atombomben
15:18 Uhr: Eigentlich will Barbara Junge diese Debatte gar nicht führen. Das Motto des tazlabs erklärt, warum sie es trotzdem tut: um Tacheles zu reden. Aber ist das nun mit Blick auf Frankreichs Bereitschaft seine Atombomben einem europäischen Schutzschirm zur Verfügung zu stellen und Litauens Forderung eine europäische Atombombe herzustellen eine reale oder eine Gespenster-Diskussion?
Die Politikwissenschaftlerin Jana Puglierin sieht uns in einem zweiten globalen nuklearen Zeitalter. Es sei zu Modernisierung von Nuklearwaffen in Russland und USA gekommen, alle Rüstungskontrollverträge sind ausgelaufen und auch China als neuer Akteur hat in den letzten Jahren nuklear stark aufgerüstet. Gleichzeitig wird zunehmend auch mit dem realen Einsatz von Atomwaffen wie durch Russland im Angriffskrieg gegen die Ukraine gedroht. Wir sähen ein globales nukleares Säbelrasseln. Politikwissenschaftler Tobias Bunde pflichtet dem bei, und sieht uns alle heute in einer Welt leben, in der wir tatsächlich nuklear bedroht werden. Dem könnten wir nur mit einer eigenen nuklearen Abschreckung entgegnen, welche die Mitgliedschaft in der NATO nicht mehr garantiere. (bsz)
Ein berliner Junge bei Gilda con Arne
15:09 Uhr: „Wer von uns ist liebevoll und wer von uns ist rabiat?“ fragt Gilda Sahebi ihren Co-Host Arne Semsrott zu Beginn der Live-Podcast Aufnahme von „Gilda con Arne“. Der antwortet: „Ich denke ich bin liebevoll und du bist (kurze Spannungspause) beides.“
Zu Gast ist Engin Çatık, seit Januar 2025 Schulleiter der Friedrich-Bergius Schule, die häufig als „Problemschule“ bezeichnet wird. Viral ist die Schule aufgrund eines Brandbriefs gegangen, den das Kollegium im November 2024 geschrieben hat. „Ich bin Berliner Junge“ stellt er sich vor.
„Migration ist nicht die Ursache, da spielen ganz viele Faktoren eine Rolle“ betont er immer wieder im Gespräch. Eine Familie kann die schlimmen Erfahrungen, die viele Schüler*innen heute machen, nicht alleine auffangen, sagt er. Schule spiele dabei eine wichtige Rolle. Viele der Schüler*innen kommen aus armutsbelasteten Familien. Dadurch haben sie viele Steine im Rucksack und es sei wichtig, die Jugendlichen darin zu unterstützen, diese Steine nach und nach auszupacken. „Ich bin nicht der Meinung, dass mehr Repression zu Erfolg führt. Ich leite ja keine Kaserne, sondern eine pädagogische Einrichtung.“, so Çatık. (kr)
Luna Möbius: „Mit TikTok hätte ich besser Mathe gelernt, als in der Schule“
15:05 Uhr: Verbote müssen nicht immer schlecht sein. Aber gilt das auch für TikTok? Das diskutieren Luna Möbius, Gian Brunschwiler, Silke Müller und Martha Helene Radtke unter dem Titel „TikTok verbieten?“.
TikTok ist nachweislich für die Entwicklung von jungen Menschen schädlich. Ein klares Argument dafür, TikTok zu verbieten, oder? Luna ist anderer Meinung: „Ob ich mit 12 oder mit 25 Hasskommentare von meinem Account löschen muss, da hilft mir auch ein Social-Media-Verbot nicht.“ Zumal: Spiegelt sich in sozialen Netzwerken nicht vor allem unsere Gesellschaft selbst und würde ein Verbot die Probleme nicht nur verlagern? (la)
Nicht alles gefaked: Reality-TV im Realitätscheck
15:03 Uhr: Sich in einer queeren Dating-Show wirklich verlieben? Dass das möglich ist, zeigen Lucia Schöber und Seleya Ludwig. Die beiden lernten sich 2024 bei „Princess Charming“ kennen und sind seitdem ein Paar.
Die beiden diskutieren zusammen mit Lina Westphal, die ebenfalls die deutsche Reality-TV Welt durch ihre Teilnahme an „Are you the One“ im Jahr 2023 kennt, unter dem Titel „Alles nur Trash?“ über Authentizität im Fernsehen.
Lina vertritt eine klare Position: „Die meisten kommen zu diesen Formaten mit dem Ziel, danach einen Durchbruch als Influencer zu erreichen.“ Sie führt fort: „Diejenigen, die schon öfter an den Formaten teilgenommen haben, vergessen häufig, dass sie eigentlich Z-Promis sind. Ihr Bezug zur Realität geht verloren.“Lucia und Seleya stimmen dem grundsätzlich zu. Gleichzeitig betonen sie Unterschiede zwischen den Formaten: Während bei „Are You The One?“ Gespräche über gesellschaftliche oder politische Themen keinen Raum hätten, sei dies bei „Princess Charming“ zumindest teilweise möglich gewesen. Dennoch, so ihr Fazit, bleibe es „ein kapitalistisch ausgerichtetes RTL-Format“. (kb)
Wie viel will die Klimabewegung?
14:53 Uhr: Sollten sich Klimabewegungen mehr auf ihr Kernthema fokussieren? Darum geht es am grünen Küchentisch, moderiert von taz-Klimaredakteur Jonas Waack. Der Journalist Bernward Janzing setzt dazu den Impuls: Er sieht in der aktuellen Klimabewegung, dass sich die Repräsentant*innen zu allen Reizthemen positionieren müssten, „überall wo eine Kamera drauf gerichtet wird.“ Das sei nicht zielführend. Die Sprecherin von Fridays for Future Carla Reemtsma widerspricht: Klimafragen seien auch Machtfragen, da sie von großen Ungleichheiten geprägt seien. „Das ist global eine Ungerechtigkeitskrise, und das ist auch in Deutschland eine Ungerechtigkeitskrise.“ Klimaforscher Stefan Rahmstorf betont, dass ein ideologisches Verständnis da nicht zielführend sei. „Das Thema Klima gehört nicht in eine bestimmte politische Ecke – das ist ein Überlebensthema für die Menschheit.“ Luke Hoß, Bundestagsabgeordneter für Die Linke, sieht hier wiederum eine Frage der Zielgruppen: Wen wolle man erreichen? Und wie viele Menschen wären nicht dabei, wenn auch die Themen nicht so breit gesetzt würden? (jg)
Berichte aus Gummibärland
14:52 Uhr: Mit neun Jahren kommt Ira Peter ins „Gummibärland“ – so nennt sie Deutschland, das Land, aus dem ihr Onkel früher Päckchen voller Gummibären in ihre damalige Heimat Kasachstan schickte. Nur: Als sie selbst ankommt, ist ihr Leben längst nicht so süß wie erträumt.
„Meine Herkunft wurde ab der fünften Klasse zum Balast“, liest Peter auf der Lila Bühne aus ihrem Buch „Deutsch genug? Warum wir endlich über Russlanddeutsche sprechen müssen“. In ihrem Sachbuch verwebt sie ihre ganz persönliche Geschichte in eine Analyse über die rund 2,5 Millionen in Deutschland lebenden Russlanddeutschen. In der Schule begann Peter sich mit den anderen „deutschen“ Kindern zu vergleichen. Und mit dem Vergleich kam auch die Scham über ihr Anderssein, ihre Familie, und deren Geschichte: 1936 wurden ihre Großeltern von Wolhynien nach Nordkasachstan deportiert,1992 kam ihre Familie nach Deutschland. Der Schulabschluss ihrer Mutter wurde wie von vielen anderen Russlanddeutschen damals nicht anerkannt und so wuchs Peter mit einer Mutter auf, die sich schwer tat in Deutschland anzukommen und deren „Seele“ noch lange Zeit in Kasachstan festhing. (aho)
Journalist*innen erzählen, wie man ins Gefängnis kommt
14:46 Uhr: Die Zuschauer*innen fluten den Workshopraum im Frizzforum, in dem taz-Redakteure*innen von ihren investigativen Recherchen erzählten. Zunächst führte Konrad Litschko aus, wie er es geschafft hat, Maja T. im ungarischen Gefängnis zu besuchen. „Es ist immer goldwert, rauszufahren und die Leute zu besuchen“, sagt er. Das Publikum hat viele Fragen an die Journalist*innen, sei es wie eine Instrumentalisierung durch Quellen versucht wird oder der Umgang mit anonymen Tipps aussieht. Im Raum lassen sich Videos auf dem Beamer nicht abspieln, da springt eine Person aus dem Publikum kurzerhand auf und will helfen. Das WLAN spielt aber nicht mit, Applaus gibt's trotzdem. (fh)
Eva Illouz: Der Anspruch der Linken bleibt
14:40 Uhr: Für Eva Illouz ist der grundlegende Anspruch einer politischen Linken immer noch das Herstellen von Gleichheit nach objektiven Kriterien, also die gerechte Verteilung der Güter und Ressourcen einer Gesellschaft. Der Journalist Paul Mason stimmt zu und ergänzt, es sei in letzter Zeit zur Auflösung des Proletariats als integralem Bestandteil der politischen Linke gekommen. Illouz führt fort, dass sie nach dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Frankreich und weltweit einen kompletten Zusammenbruch der Linken infolge ihrer katastrophalen Reaktion auf die Ereignisse in Israel und Gaza gesehen habe. Das Publikum applaudiert heftig. Mason ist der Meinung, die englische Linke habe schon immer eine Unfähigkeit gezeigt, bestimmte Verbrechen wie die des Stalinismus benennen zu können. Heute seien die Antisemiten, die der Parteivorsitzende der Labour Party Corbyn aus der Partei geschmissen hat, sogar noch radikaler antisemitisch bei der Grünen Partei Großbritanniens aktiv. (bsz)
Nicht nur die AfD ist konservativ
14:32 Uhr: Im Podcastraum des Frizzforums begrüßt taz-Redakteur Dennis Chiponda seine Gäst*innen Katjab Dietrich und Frank Kliem zur Live-Aufnahme von „Mauerecho“, einem Podcast der taz panterstiftung.
Dietrich, die Oberbürgermeisterin von Weißwasser in Sachsen, berichtet von ihrer Arbeit in der Kommunalpolitik. In ihrem Landkreis ist die AfD die stärkste Kraft und hat ein Gender-Verbot für die Stadtverwaltung durchgesetzt. Wichtig sei aber auch, so Dietrich, dabei nicht nur auf die AfD, sondern auch auf andere konservative Kräfte zu schauen, denn: „Da haben mehr abgestimmt als nur die AfD, sonst hätten sie es ja nicht durchbekommen.“
„Gibt es überhaupt eine Brandmauer?“ fragt darauf hin Moderator Dennis Chiponda. Kliem, Vizepräsident der brandenburgischen Feuerwehr, steigt in die Diskussion ein und sagt: „Vielleicht machen wir es uns auch zu einfach, wenn wir von einer Brandmauer reden.“ Er findet, wir sollten uns eher fragen: „Wie distanziert sich jede*r in seinem konkreten Leben und Arbeitsbereich von den Themen und Inhalten der AfD?“ (kr)
Liebevolles Gedrängel
14:25 Uhr: „Wie in der S-Bahn: Erst aussteigen lassen und dann einsteigen“, sagt ein Besucher im ersten Stock des Frizz Forums. Die Schlange geht die Treppe hinunter, es ist richtig voll, kurz wird ein kleines bisschen gedrängelt, aber natürlich ganz liebevoll. (kr)
Caren Lay über Wohnraumdebatte: „Aber dann passiert nichts“
14:22 Uhr: Ähnlich wie bei Wohnungsbesichtigungen gibt es am Panel „Wohntst du noch oder suchst du schon?“ auf der gelben Bühne reichlich Interessent:innen. Anders als bei der Wohnungssuche ist das hier ein gutes Zeichen. „Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit sagen im Wahlkampf alle. Aber dann passiert nichts“, sagt die Bundestagsabgeordnete Caren Lay (Die Linke). Gemeinsam mit dem Filmemacher Florian Opitz und Andreas Krüger von der Belius Stiftung diskutieren sie, wie man die Mietenkrise der Hauptstadt überwinden könnte. „Umverteilung ist die Quintessenz von fast jedem Film, den ich gemacht habe“, sagt Opitz, der sich in seinen Filmen immer wieder mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Missständen, besonders in Berlin, auseinandersetzt.
Neben den Speakern steht ein Whiteboard, auf dem parallel zur Debatte eine live-Illustration des Graphic Recording Artists Christoph Kunst entsteht. (tik)
Gewalt ist keine Lösung, aber was ist es dann?
14:10 Uhr: Die Antifa steht unter Druck, wie gut deswegen, dass es beim tazlab ein gleichnamiges Panel gibt. Sven Richwin, Anwalt der inhaftierten Maya T., ist Teil der Diskussion. Es habe keinen Zeitpunkt des Verfahrens gegeben, in dem Maya konkreter Gewalttaten beschuldigt wurde. Trotzdem wird sie immer wieder in Verbindung mit dem gewaltsamen Vorgehen einer unbestimmten Gruppe gebracht. Auch Nele steht in Düsseldorf im Zusammenhang mit dem Budapest-Komplex vor Gericht. Ihre Schwester Lili Aschoff ist heute hier auf der Bühne. Sie berichtet, wie sie den Prozess ihrer Schwester wahrnimmt und welche Erfahrungen sie mit deutschen Gefängnissen gemacht hat.
Hitzig wird die Debatte zwischen Clara-Sophia Müller und Torsten Franz, den weiteren Panelistas. Die Kampfsportlerin Müller hat den Eindruck, dass eine Entwicklung hin zu mehr Militanz und Gewalt in Teilen der linken Szene festzustellen ist, die sie mit Verfolgungsdruck und schwindendem Vertrauen in den Staat erklärt. Linke Gewalttaten entstünden, weil man sich in einem historischen Moment wähnt und dadurch Taten legitimiert. Torsten Franz sieht das anders. (la)
Steffen Mau: „Konflikt hat Nachrichtenwert“
14:05 Uhr: Bevor es losgeht bittet taz-Redakteur Jan Feddersen erstmal um Applaus für den Jingle vor jedem Panel, der folgt prompt. Und dann geht es los: Im Panel „Polarisierung – na und?“ spricht er mit den Soziologen Steffen Mau und Nils C. Kumkar über die vermeintliche Polarisierung unserer Gesellschaft. „Konflikt hat Nachrichtenwert. Er wird in den Massenmedien überbetont“, sagt Soziologe Nils C. Kumkar. Steffen Mau betont: Streit und Auseinandersetzung gehören in der Politik dazu. „Der politische und diskursive Raum sind deutlich polarisierter als die Gesellschaftsmeinung. Radwege in Peru, da kann Deutschland sechs Wochen darüber diskutieren. Dabei ist es eigentlich ein Marginalthema“. All das, worüber man sich bereits einig sei, würde von diesen Diskussionen überschattet. Auch Jan Feddersen spricht bei den Fahrradwegen von einem „medialen Schauermärchen“.
Von Peru geht es dann in die USA und schließlich zur AfD. Steffen Mau nennt die AfD „politische Wegelagerer“, die ihre Wählerstimmen vor allem über Aufregerthemen gewinnen würden. Auch Nils Kumkar ist der Meinung, dass die Partei ihr Elektorat vor allem über Aufregung zu mobilisieren versucht. (feh)
Aktuell im Livestream: Was ist übrig von der Linken?
14:00 Uhr: In den vergangenen Jahren sind einige linke Überzeugungen ins Wanken geraten, während rechte Kräfte an Macht gewannen. Und doch gibt es auch für Linke Potenziale – über die taz-Redakteuer Nicolas Potter jetzt auf der roten Bühne und im Stream mit der Soziologin Eva Illouz und dem Journalisten Paul Mason spricht. Servicehinweis: das Gespräch findet auf Englisch statt. (ab)
Schreiben gegen die innere Furcht
13:55 Uhr: Knapp eineinhalb Jahre nach dem Sturz des Assad-Regimes ist die Freiheit in Syrien noch immer ein zerbrechliches Gut. Im Gespräch mit Julia Völcker erzählen drei syrische Journalistinnen von einem Leben im permanenten Ausnahmezustand.
Raneem Khallouf, die aus Damaskus berichtet, findet drastische Worte für ihre Arbeit: „Wenn ich diese innere Angst nicht hätte, müsste ich meine Artikel nicht unter einem Pseudonym veröffentlichen.“ Trotz des politischen Umbruchs ist die Unsicherheit so groß, dass sie ihren Klarnamen bis heute schützt. In den neuen Machtstrukturen ist die weibliche Repräsentation zudem weiterhin minimal. Die Gefahr, dass erneut ein Regime über die Köpfe der Menschen hinweg spricht, ist allgegenwärtig. „Auch wenn ich unter einem Pseudonym schreibe, mache ich so deutlich, dass es auch andere Stimmen in Syrien gibt.“
Alaa Al-Robai sagt, man müsse zusammenarbeiten, um Männern und Frauen sowie marginalisierten Gruppen ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen. Sie geht auch auf mentale Gesundheit als „Luxusgut“ in Syrien ein und darauf, wie sehr die Angst vor politischer Verfolgung die journalistische Arbeit einschränken kann.
Auch Elaaf Al-Ali aus Idlib kennt das Doppelleben unter Decknamen gut. Zwar wird ihr aktuelles Medium „Syria TV“ als unabhängig wahrgenommen, doch bei „harten Themen“ stößt auch sie auf Einschränkungen. Ihr Ziel und das ihrer Kolleginnen ist die Stärkung einer echten Journalistinnenvereinigung, um eine wirklich unabhängige Medienlandschaft aufzubauen. (pc)
Judith Simon: KI macht nicht alles besser
13: 53 Uhr: „Wie nutze ich die Zeit die ich mit der Effizienz von KI gewinne? Im Moment wird immer alles schneller.“ Judith Simon erklärt im Gespräch mit Barbara Junge dass KI nicht immer alles gleich besser macht und manchmal sogar gefährlich ist. Sie argumentiert, dass KI zugunsten eines kapitalistischen Systems genutzt wird, dass wir Opfer von Prognosen werden können.
Wo ist es ein Segen, dass es KI gibt? Überall da wo wir tatsächlich Mustererkennung brauchen. Generative KI lehnt Judith Simon aber grundsätzlich ab. (taz)
Einfach feige: der DFB
13:48 Uhr: In der von Andreas Rüttenauer moderierten Podiumsdiskussion „Ist doch nur Fußball – Wie umgehen mit WM-Gastgeber USA?“ stellt Fußballpublizist Dietrich Schulze-Marmeling fest, dass andere Länder Deutschland für die kritische Fanszenen beneiden würden. Die Haltungslosigkeit des DFB würde er dagegen hassen. „Das ist einfach feige“, dass die Verbände aus dieser Kette der Haltungslosigkeit auch nicht rausfinden wollen. Fan-Aktivist Martin Endemann stellte fest, das „System FIFA funktioniert perfekt.“ Die WM in den USA finde ohne wirklichen Widerspruch statt. (fh)
„Deutschland steht schon ziemlich scheiße da, was die soziale Gerechtigkeit angeht“
13:45 Uhr: Die Bildungsforscherin und Content Creatorin Lisa Niendorf, Journalistin und Bildungsreporterin Lea Schönbron und Schulleiter Florian Schmidt diskutieren gemeinsam mit Moderatorin Viktoria Isfort über gerechte Bildung, auf dem Panel „Klassenraum 2.0“.
60 Prozent der Kinder aus Akademiker*innenhaushalten gehen auf ein Gymnasium, während es bei Nicht-Akademiker*innenkindern 30 Prozent sind. Oft bei gleicher Leistung, erklärt Lea Schönborn. Das sehe sie nicht nur in ihren eigenen Beobachtungen, sondern auch in Studien. „Kinder, die den Habitus haben, das kulturelle Kapital haben, kommen viel eher aufs Gymnasium.“ Es sei außergewöhnlich, wie früh und stark in Deutschland selektiert wird.
Noch deutlicher zeigen sich diese Unterschiede, wenn es um Studienplätze geht, ergänzt Lisa Niendorf. „Deutschland steht schon ziemlich scheiße da, was die soziale Gerechtigkeit angeht“, sagt Lea Schönbron. (wh)
Über Generationen und politische Lager hinweg
13:34 Uhr: Was tun, um die Mehrheit wieder von progressiver Politik zu überzeugen? – Das ist die große Frage, die sich die demokratischen Parteien gerade stellen müssen. Wenn sie darauf die perfekte Antwort hätte, wäre sie wahrscheinlich noch Parteivorsitzende, schmunzelt Ricarda Lang im Gespräch FUTURZWEI-Chefredakteur Peter Unfried.
Um die „Boomerhaftigkeit“ ihres Vaters abzufangen, sitzt außerdem auch die Politikwissenschaftlerin und Autorin Paulina Unfried als Co-Moderation auf der Bühne. Denn um unsere Demokratie zu schützen, müssen wir nicht nur über politische Lager, sondern auch über Generationen hinweg ins Gespräch kommen. (lv)
Wie funktioniert digitale Unabhängigkeit?
13:28 Uhr: Die Blaue Bühne sieht aus wie ein Vorlesungssaal am Ende des Semesters, wenn es wirklich darauf ankommt. Die Sitzplätze sind voll, Menschen sitzen auf dem Boden, immer wieder geht die Tür auf und mehr Leute kommen hinein, einige müssen stehen. Hier geht es aber nicht darum, was bald in der Prüfung abgefragt wird, sondern darum, wie sich Deutschland unabhängig von Tech-Milliardären aus dem Sillicon Valley macht. „Das schaffen wir nur durch Offenheit und durch Open Source Lösungen“, sagt Schleswig-Holsteins Minister für Digitalisierung Dirk Schrödter (CDU). Gemeinsam mit Markus Beckedahl, dem Gründer des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie und Julia Pohle vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, philosophiert er darüber, wie Souverenität im 21. Jahrhundert aussieht. Beckedahl hat dabei Lob für die taz übrig. „Die taz hat schon seit den Neunzigern open source Lösungen entwickelt“, sagt er. (tik)
Ricarda Lang: Schluss mit Progressiv-Gequatsche?
13:00 Uhr: Grünen-Politikerin Ricarda Lang will mit ihrer Partei das Zentrum einer „progressiven Mehrheit“ bilden. Auf der roten Bühne fragen taz-Chefreporter Peter Unfried und die Politikwissenschaftlerin und Autorin Paulina Unfried sie, wie das geht. (ab)
Trump-Time am Nachmittag
12:59 Uhr: „Die größten Gesten der Macht von Donald Trump stammen von denen, die ihn umgeben. Die, die sich nicht empören, sondern über seine schlechten Witze lachen“ sagt taz-Redakteur Bernd Pickert. Auf der Dachterrasse des Frizz Forums spricht er gemeinsam mit den taz-Redakteur*innen Ulrich Gutmair, Tanja Tricarico und Martina Mescher über die neue wochentaz Kolumne „Gesten der Macht“, die die vier zusammen schreiben.
Sie diskutieren und lesen über die Funktion von Herrschaftsarchitektur, warum es linken Populismus braucht und den Rheinmetall-Chef, der ukrainische Drohnen mit Legosteinen vergleicht. In den Kolumnen, die sie vorlesen und auch im Gespräch wird immer wieder Trump zum Thema. Tanja Tricarico erzählt, dass es in der taz-Auslandsredaktion ein „neues Wording gibt: Trump-Time“. Um 15 Uhr wissen alle Bescheid, dass jetzt gleich wieder etwas passieren könnte. (kr)
Ignorant oder innovativ?
12:58 Uhr: „Die AfD interessiert mich nicht. Mich interessiert das Land“. Der Sozialpsychologe Harald Welzer plädiert in dem gleichnamigen Panel für einen alternativen Umgang mit antidemokratischen Kräften in Deutschland. Welzer weigert sich den Namen der AfD-Partei explizit zu erwähnen.Ist ignorieren die Lösung? „Ja warum nicht. Wir sollten keine sinnlosen Auseinandersetzungen führen, da viel wichtigere Themen zu kurz kommen.“
Sein Lösungsvorschlag: Positive Assoziationen durch Engagement und soziale Bündnisse fördern. Egal wie klein oder groß. (kb)
Warum schreiben politisch ist
12:52 Uhr: Wer kann Autor*in werden? Braucht es dafür Follower*innen und welche Rolle spielt Klassismus in der Buchbranche? Darüber sprechen Debütautorin Louise K. Böhm, Content Creatorin und Buchclub-Host Julia Bischoff und Journalistin Marlene Thaler beim Panel „Read, Rant, und Repeat“. „Eine große Follower*innenschaft setzt keinen starken Text“, meint Louise, die in Hildesheim literarisches Schreiben und Kulturjournalismus studiert hat und als Arbeiterkind auf Instagram über Klassismus in der Buchbranche aufklärt. Schreiben ist für Louise politisch. Sie erinnert an die Debatte um Caroline Wahls Roman „22 Bahnen“ und stellt die Frage, warum diese nicht Menschen die Bühne überlasse, die selbst Armutserfahrungen gemacht hätten. Damit meine sie nicht, dass man nur über das schreiben dürfe, was man selbst erlebt habe. Aber es gehe immer darum den eigenen Bias zu hinterfragen, und mit Betroffenen in Kontakt zu treten, anstatt sich etwas zusammenzufantasieren.
Auch Julia ist davon überzeugt, dass Menschen mit einem Bias schreiben. Deshalb hat sie sich dafür entschieden keine oder kaum noch Romane von Cis-Männern zu konsumieren. Stattdessen liest sie gerne Bücher von Women of Colour. Als Einstieg empfiehlt sie den Panelbesucher*innen „Mädchen, Frau, etc.“ von Bernardine Evaristo. (feh)
„Die Hoffnungslosigkeit nimmt ab“
12:49 Uhr: Am grünen Küchentisch essen Zuhörnde Pommes oder Linsensuppe, als Beilage gibt es ein bisschen Empirie von der Soziologin Antje Daniel. Sie forscht regelmäßig zur Klimabewegung – und der allgemeine Eindruck, es breite sich vor allem Fatalismus aus, halte der Realität nicht stand: „Aktivist*innen paaren Frustration und Angst mit Agency und Handlungsmacht“, sagt Antje Daniel beim Panel „Hurra, die Welt geht unter“. In den vergangenen Jahren hätten zwar die negativen Emotionen der Aktivist*innen zugenommen, „die Hoffnungslosigkeit hingegen nimmt ab.“
Ergänzend merkt die Philosophin Ana Honnacker an, dass ein hoffnungsbesetztes Moment im apokalyptischen Diskurs liege: Das Reden von der Apokalypse sei eines, das das „Ende der Welt ausmalt. Aber genau deswegen, um es zu verhindern.“ Dieser Katastrophismus nutze sich im Klimadiskurs aber schnell ab. Honnacker plädiert deshalb dafür, die Kopplung der „apokalyptischen Imagination, an positive Visionen der Zukunft.“ Das knüpfe an die jüdisch-christliche Apokalyptik an. „Was heißt das, wenn wir das in den säkularen Raum übertragen?“, fragt Honnacker. Darüber diskutieren sie und Antje Daniel mit taz-Redakteur Christian Jakob – und mit dem Publikum, das sich rege mit an den grünen Küchentisch setzt. (lla)
Kulturkampf auf dem Teller
12:39 Uhr: Das Podcaster-Duo Ayşegül und Valentin („don’t read theory“) habe heute eigentlich einfach über Essen reden wollen, aber von der taz sei der Wunsch nach mehr Kontroverse gekommen. Dabei sei Essen an sich ein kontroverses Thema!
Ayşegül bricht dabei die oft romantisierte Sicht auf „interkulturelles Essen“. Statt poetisch über den Duft von Lahmacun zu schwärmen, erinnert sie sich an den salzigen Pökel-Geruch deutscher Metzgereien ihrer Kindheit, der ihr aus den Ablüftungsanlagen entgegenschlug. Diesen Geruch habe sie „auf Lunge geraucht wie eine Shisha dem vollen Bewusstsein, dass dies nach Schweinefleisch roch: etwas, das sie niemals essen würde.
Wie tief der Graben politisch verläuft, zeigen zwei Videos, die das Panel präsentiert: Im ersten pfeffert eine Frau mit sächsischem Dialekt im Netto angewidert einen Tiefkühl-Lahmacun mit dem Kommentar „Dreckscheiße“ zurück ins Fach, nachdem sie das „Halal“-Label auf der Verpackung gelesen hat. Im zweiten Video entfacht Kim Kardashian eine digitalen Debatte, weil sie Lahmacun (falsch ausgesprochen) als „Armenian Pizza“ bezeichnet – was prompt einen stolzen Türken auf den Plan ruft, der vor Nationalflagge und zu lauter Musik die kulinarische Lufthoheit zurückfordert. Der Teller ist ein Schlachtfeld der Identität. Ihr Fazit: Niemand isst einfach nur, ohne gleichzeitig eine Gesinnung mitzuverdauen. (pc)
Ist die Polizei noch ein Freund?
12:32: In der Podiumsdiskussion „Freund, Helfer, Problem“ geht es um den von der Polizei getöteten Lorenz. In dem gefüllten Raum stellt Hubertus Koch klar, es sei „im Interesse der Polizei, den Diskurs zu bestimmen, da sie eine Konfliktpartei“ sei. Nachdem Lorenz von hinten erschossen wurde, sei im Sinne der Polizei alles genau richtig gelaufen, da von der Polizei Falschmeldungen verbreitet worden sind. Er widerspricht damit dem Polizisten und Grünen-Politiker Jan-Denis Wulff, der das Fehler betitelt hatte. Der Aktivist Suraj Mailitafi stellte glaskar fest, „Journalismus hat definitv versagt“, da Falschmeldungen viel zu häufig unkritisch reproduziert worden sind. (fh)
Einfach mal kein Arschloch sein
„Es ist ja auch mal interessant, ein Podium mit zwei Männern zu moderieren“, eröffnet Moderatorin Kathrin Gottschalk süffisant und setzt damit den Ton: In den nächsten 40 Minuten geht es nicht nur um männliche Krisen, sondern vor allem auch um männliche Macht. Das Publikum lacht und klatscht zustimmend.
Einigkeit herrscht schnell: Männer stecken in einer Verunsicherungskrise. Während Frauen wie Männer eigentlich zunehmend Freiheiten gewinnen, bröckeln für viele Männer gewohnte Sicherheiten aufgrund schwindender Dominanz. Mehr Optionen im Leben bedeuten für viele Männer auch Überforderung und nicht Fortschritt.
Mertz sieht genau darin den Reiz rückwärtsgewandter Männlichkeitsbilder für viele Männer. Für sein Buch „Verlorene Jungs“ hat er selbst ein Männlichkeitscamp besucht. Sein Eindruck: Dort wird Dominanz als Ersatz für fehlende Selbstliebe trainiert. Sein Lösungsvorschlag: eine Gesellschaft, in der Männer nicht für Härte, sondern für soziale Kompetenz Anerkennung bekommen. Doch bei aller Empathie für Männer, die orientierungslos von mangelnden Beziehungen in ihrem Leben berichten: „Helfen würde auch, einfach mal kein Arschloch zu sein“, stellt Mertz provokativ fest. (aho)
Bundestalk mal live
12.00 Uhr: Wöchtenlich gitb es auf taz.de den Podcast Bundestalk. Heute haben Sabine am Orde, Martina Mescher, Bernd Pickert und Stefan Reinecke ihn mal vor Publikum aufgezeichnet.
Aktuell im Livestream: Ronen Steinke und Deniz Yücel über Meinunugfreiheit
12.00 Uhr: Aktuell gibt es im Livestream ein Gespräch über falsche oder richtige Grenzen der Meinungsfreiheit mit Deniz Yücel, Elisa Hoven und Ronen Steinke.
Die einen sagen, die Meinungsfreiheit in Deutschland sei in Gefahr, andere finden, ihre Grenzen müssen enger gezogen werden. Und das alles natürlich vor allem dann, wenn der eigenen Meinung widersprochen wird. Wie steht es also um die Meinungsfreiheit? Was passiert mit sogenannten Hate Crime-Fällen, die angezeigt oder den einschlägigen Meldestellen gemeldet werden? Und warum haben diese Fälle in den vergangenen Jahren so zugenommen? Wer bedroht hier wen und was? Sind engere Grenzen des Sagbaren wichtig und notwendig oder birgen sie auch neue Gefahren?
Fragen über Fragen, erörtert mit dem PEN Berlin-Sprecher Deniz Yücel, der Strafrechtlerin Elisa Hoven und dem SZ-Journalisten Ronen Steinke.
Warum trifft Islamismus Minderheiten?
11:55 Uhr: Famta Keser und Maria Kireenko gehören zur Fraueninitiative Pek Koach führt Moderator Ulrich Gutmair ein. Der Verein setzt sich für von Islamismus betroffene Minderheiten ein und kämpft gegen Ideologien der Ungleichheit, „aber auch für viele schöne Sachen“, ergänzt Fatma Keser scherzhaft. Sie empowern Menschen, ihre besonderen Biografien sichtbar zu machen.
Maria Kireenko erinnert an den gestrigen Gedenktag des Genozids an den Armenier*innen: „Dieser Tag wird in der deutschen Gesellschaft nicht wahrgenommen, obwohl die Deutschen diesen Genozid tatkräftig unterstützt haben.“
„Wenn die Bundesregierung das Ziel hat, Menschen abzuschieben, müssen sie Beziehungen zu Islamisten führen“, erklärt Fatma Keser. „Wenn Al-Jolani seinen Bart ein bisschen stutzt und einen Anzug anzieht, haben wir plötzlich das Gefühl, er sei ein gewaltfreier Typ.“ Das sei ein strategisches Ziel des Islamismus. Minderheiten wie Kurden und Drusen werden in ihren Heimatländern verfolgt. Deshalb sei es wichtig, Sichtbarkeit zu schaffen. (wh)
„Nicht jede Frau ist eine gute Nachricht“
11:55 Uhr: Im Weiterdenken-Gespräch unter der Frage „Welche Regierung bilden sie?“ betont Luisa Neubauer, dass die Grünen sich ehrlich machen müssen über den eigenen Machtanspruch. „Von den Liberalen müssen wir ja nicht mehr sprechen, das entspannt die Sache“, Gelächter im Saal. Moderator Peter Unfried sorgt dagegen mit seiner Aussage, dass er die Sozialdemokratie nicht mehr im progressiven Spektrum sieht, für ein Raunen in der Menge.
Auf die Abschlussfrage, „Brauchen wir eine Bundestagspräsidentin und wenn ja, bist du bereit?“, entgegnete Luisa Neubauer, „nicht jede Frau ist eine gute Nachricht“, mit Blick auf Katharina Reiche. Obwohl sie nicht ihren Hut in den Ring warf, lehnte sie es auch nicht kategorisch ab. (fh)
„Um Rechte zu verstehen, müssen wir ihnen zuhören“
11.50 Uhr: Darf Caren Mioska zur Prime-Time im Fernsehen mit Alice Weidel diskutieren, ob Hitler ein Kommunist war oder wird den Rechten damit einfach eine Plattform für ihre Propaganda geboten? Letztere Position vertritt beim Podium „Rasu aus der Bubble“ Jakob Springfeld, „man kann bei solchen Diskussinen eigentlich nur verlieren“.
Wie wir der AfD begegnen sollten, darüber spricht der Journalist Daniel Sagradov mit Autor und Aktivist Jakob Springfeld sowei Content Creator Hannes Kreschel.
Das Publikum hält allerdings dagegen: „Um Rechte zu verstehen, müssen wir ihnen zuhören und mit ihnen reden“, findet eine Zuschauerin. Nur so könne unsere Demokratie langfristig funktionieren. (lv)
„Um die scheiß AfD endlich wieder vom Platz zu verdrängen“
11:38 Uhr: Die Sitzplätze vor dem grünen Küchentisch reichen nicht einmal für die Hälfte der Menschen, die ihm zuhören wollen. „Ich bin dieses kleine gallische Dorf, dieser kleine rote Punkt im Brandenburger Süden“, sagt Lars Katzmarek (SPD). Seit 2024 sitzt er im Landtag, weil er ein Direktmandat in der Lausitz gewann. Gegen die AfD und jegliche Wahrscheinlichkeit. Am Küchentisch erklärt er taz-Redakteur Jan Feddersen, wie er das angestellt hat. Besonders wichtig war für ihn der Haustürwahlkampf, auch, wenn ihm dort nicht nur einmal die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde, hat es gereicht „Um die scheiß AfD endlich wieder vom Platz zu verdrängen“, sagt er.
Einige Besucher:innen des taz-labs sitzen neben ihm am Küchentisch und fragen sich, warum Katzmarek nicht gendern will. Bei seiner Wähler:innschaft sei das gut angekommen, erinnert er sich. (tik)
„Den Frauen war es ein Anliegen, gehört zu werden“
11:30 Uhr: Eine hochschwangere Frau kommt in das Behandlungszimmer der Ärztin Dr. Hamida. Sie hat starke Schmerzen. Aufgrund der Komplikationen in der Schwangerschaft kann es sein, dass sie einen Kaiserschnitt notwendig sein wird. Doch wie die Geburt des ersten Kindes der Frau stattfindet wird, obliegt in Afghanistan der Entscheidung ihres Ehemannes. Die Szene stammt aus dem Dokumentarfilm „Land ohne Frauen“ von Vanessa Schlesier. Sie spricht bei der Podiumsdiskussion in Kooperation mit dem Filmfestival „Doxumentale“ auf der Blauen Bühne mit der Sozialunternehmerin und Autorin Sadaf Zahedi sowie der Journalistin Lina Eikelmann, die das Gespräch moderiert.
„Den Frauen war es ein Anliegen ihre Geschichte zu erzählen, jemand zu sein, gehört zu werden“, sagt Regisseurin Schlesier, kurz bevor der Filmausschnitt gezeigt wird. Die Situation für Frauen in Afghanistan ist verheerend. Sie haben keinen Zugang zu Bildung, dürfen in der Öffentlichkeit nicht mehr sprechen, zuletzt wurde häusliche Gewalt legalisiert. „Aktuell stirbt schätzungsweise stündlich eine Frau bei der Geburt“, sagt Sadaf Zahedi, die sich für den weltweiten Zugang zu Bildung einsetzt. Alle paar Monate würden die Dekrete der Sharia weiter verschärft, vierjährige Mädchen würden verkauft, sagt Zahedi. Eine Neunjährige, ein Kind, sei vor kurzem infolge einer Schwangerschaft gestorben. „Das hat nichts mit dem Islam zu tun“, sagt Zahedi. „Der Islam würde diese Brutalität nicht so ausleben.“ (lla)
„Ich kann es niemandem recht machen“, sagt Luisa Neubauer
11:26 Uhr: Luisa Neubauer zieht die Massen an, neben jedem besetzten Stuhl stehen die Leute auch am Rand in der roten Bühne. Thema ist zuerst der Instagram Post von Barack Obama, der ehemalige US-Präsident hatte kürzlich der Klimaaktivistin vor Millionenpublikum eine Plattform gegeben. Über die Kritik an der Zusammenarbeit, sagte Neubauer: „Ich kann es niemandem recht machen, also probiere ich es gar nicht erst.“ Obama war einer der eher progressiveren US-Präsidenten, unter ihm fand jedoch auch gezielte Tötung durch Drohnen statt. (fh)
Ansage statt Augenbrauenzupfen
11:20 Uhr: Es gibt „kompromisslos auf die Fresse“, wie Moderatorin Lilly Schröder (taz Berlin) die Musik ihrer Gästinnen beschreibt. Auf dem Panel sprechen die Wiener Rapperin Donna Savage, die zugeschaltete Musikerin und Schauspielerin Nenda sowie Musikmanagerin Katja Kulidzhanova miteinander. Das Thema: eine neue Generation von Female Rappern, die sich den Platz nimmt, der jahrelang männlich besetzt war – mit Straßenrap, harten Beats und eben ohne Kompromisse.
Dabei geht es nicht nur um Kunst, sondern um knallharte Doppelstandards. Donna Savage erinnert sich an ein Rap-Battle vor zehn Jahren: Nachdem sie einen männlichen Gegner besiegt hatte, wurde dieser vom Moderator allen Ernstes gefragt, wie es sich anfühle, gegen eine Frau verloren zu haben. Ein Kommentar, bei dem das Publikum heute hoffentlich „Tomaten werfen würde“, so Donna. Während Männer oft ungefragt gefeiert werden, wird bei Frauen, die auf hohem Niveau abliefern, noch immer „irgendwas zum Kritisieren gefunden“ – und sei es nur das eine abstehende Augenbrauenhaar.
Kulidzhanova bestätigt diesen Druck: Von Frauen werde in der Musikbranche schlicht erwartet, dass sie ihre Positionen schneller räumen. Nenda berichtet von einem männlichen Schauspielkollegen in seinen 40ern, der ihr prophezeite, ihre Karriere sei wegen ihres Alters bald vorbei, während seine guten Rollen erst jetzt kämen. Die Antwort der Runde ist unmissverständlich: „Wir lassen uns absolut gar nichts mehr gefallen.“ Die Randale hat gerade erst angefangen. (pc)
Großer Andrang bei Klaus Lederer und Nicholas Potter
11:20 Uhr: Die Schlange vor der roten Bühne reicht bis in die taz-Kantine. Sie alle wollen dem Gespräch „Die neue autoritäre Linke“, geführt von Klaus Lederer, lauschen. Nicholas Potter, eigentlich taz-Redakteur, ist heute der Talkgast. Er versucht zu erklären, wie demokratiefeindlich diejenigen sind, die sich eigentlich als besonders progressiv bezeichnen. Auch die teilweise Unterstützung der Hamas wird thematisiert. Das rote Dreieck der Hamas werde teils sogar von Teilen der westeuropäischen Linken übernommen. Erklären lässt sich das vielleicht damit, dass diese Kräfte den westlichen Mächten den Kampf ansagen und damit eine revolutionäre Hoffnung bei einigen Linken wecken.(la)
Die Rakete auf dem Dach
11:13 Uhr: Kurz werden noch ein paar Fotos vom Ausblick geknipst, dann geht es los. Der Intro Song des diesjährigen taz labs schallt in voller Lautstärke über die Dachterasse des Frizz Forums. Taz lab Redakteurin Mareike Barmeyer, die die Veranstaltung „Rakete 2000 rabiat – Die liebevolle Leseshow“ moderiert, tanzt und singt fröhlich mit.
Während Mareike Barmeyer aus ihrem Text „Schlampen über 50“ liest, kriegt Jacinta Nandi hinter ihr auf der Bühne einen herzlichen Lachkrampf. Bevor als nächste Lea Streisand anfängt zu lesen, fragt sie: „Sind denn hier Menschen aus Rheinland-Pfalz anwesend?“ Ein paar Hände heben sich. „Ja?“ fragt sie erstaunt. Und sagt dann „Ohjemine!“. Übel zu nehmen scheint ihr den Text aber niemand. Das Publikum lacht als sie berlinernt von ihrem Stipendium in Rheinland Pfalz berichtet, von dem sie sich gar nicht so sicher war, ob sie es denn wirklich haben will. Weiter geht es mit Texten von Eva Mirasol und Insa Sanders. (kr)
Deutliche Mehrheit beim taz lab gegen die Wehrpflicht
11:06 Uhr: „Wer von euch spricht sich für eine Wehrpflicht aus?“ Stille im Publikum. „Und für den freiwilligen Wehrdienst?“ Deutlich mehr Hände gehen nach oben.
In der Podiumsdiskussion „Würdest du dienen?“ trifft der Politik-Influencer Simon David Dressler auf die Reservistinnen Annabell Günther und Leocadie Reimers.Dressler stellt zu Beginn klar: Er würde niemals freiwillig dienen – Deutschland sei für ihn nicht ausreichend schützenswert.
Doch was ist für Dressler schützenswert, möchte Günther wissen. Grundwerte wie Freiheit und Demokratie? Dressler entgegnet, genau diese Werte würden durch Maßnahmen wie Kriegstüchtigkeit und Wehrpflicht schrittweise untergraben werden. Selbst ein demokratischer und freier Staat neige im Kriegsfall dazu, Freiheiten einzuschränken – oft mit dem Versprechen, diese später wiederherzustellen.
Ein gemeinsamer Nenner wird nicht gefunden. Stattdessen setzt sich die Debatte nach der offiziellen Diskussion angeregt im Publikum fort. (kb)
Aktuell im Livestream: Luisa Neubauer
11.00 Uhr: Sie ist schon Stammgast beim taz lab: Die Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer. Mit Peter Unfried spricht sie über die Frage: Welche Regierung bilden Sie? Hier gibt es das im Livestream. (ga)
Als Kriegsgegner an der Front
10.50 Uhr: „Russland führt keinen Krieg für mehr Land. Russland hat genug Land. Es führt einen Krieg der Werte, der Weltanschauungen.“ Im „Online Only“-Format spricht der ukrainische Friedensaktivist Maksym Butkevych mit der Journalistin Yelizaveta Landenberger, wieso er für die ukrainische Armee an der Front war. Das sei für ihn ein logischer Schluss gewesen, er hätte sich gesagt „If I'm called human rights defender I have to defend them.“ Russland führe einen imperialistischen Krieg. Menschen, die sich mit linker Politik identifizieren, müssten das in der Debatte um militärische Verteidigung verstehen.
Mit Blick auf junge Menschen, die sich der Verantwortung entziehen wollen, betont Butkevych die Unterschiede zu einem Leben unter Besatzung: Diese würde aus Menschen Objekte machen, die nur ausführten, was ihnen das Militär auftrage. Die Freiheiten kämen nicht einfach so zurück. „When you loose a democracy, it is really hard to get it back.“ (jg)
Iran?, wie geht’s weiter?
10:52 Uhr: „Ich bin aus Sicht des iranischen Regimes eine Terroristin“, erklärt die iranische Journalistin Mahtab Gholizadeh zu Beginn des Gesprächs über die Lage im Iran auf der Blauen Bühne. Inzwischen lebt sie im Exil in Berlin und berichtet unter anderem für die taz und den Tagesspiegel über die Lage im Iran. Durch ihre persönlichen Kontakte in ihr Heimatland ist sie über die katastrophale wirtschaftliche und humanitäre Situation vor Ort gut informiert.
Doch wie kann sich daran etwas ändern, fragt die Moderatorin Gemma Terés Arilla. Allein mit Diplomatie komme man nicht weiter, meint Gholizadeh: „Wir fordern die europäischen Länder auf, nicht mit dem iranischen Regime zu kollabieren. Es ist ein Regime mit dem man nicht diskutieren kann“. Wer genau mit diesem „Wir“ gemeint ist, lässt sie jedoch offen. Gleichzeitig betont sie, dass sie weder für die gesamte iranische Opposition sprechen kann noch will. (aho)
„Wenn man die Mieten nicht bezahlen kann, um bei der taz ein Praktikum zu machen, ist das ein Problem“
10:51 Uhr: Die Schwere der Themen nahm im Laufe des Gesprächs über die Linkspartei zwischen Jan Feddersen und Daniel Bax zu. Letzterer stellte fest, „wenn man die Mieten nicht bezahlen kann, um bei der taz ein Praktikum zu machen, ist das ein Problem.“ Als ehemaliger Prakti kann ich das nachempfinden. Daniel Bax kritisiert gegen Ende auch die Doppelmoral beim Thema Völkerrecht. Es werden Waffen in die Ukraine geliefert, um das Völkerrecht zu verteidigen um gleichzeitig Waffen nach Israel, die helfen, das Völkerrecht zu brechen. Klar ist, das Publikum hätte noch gerne länger zugehört und am liebsten mitdiskutiert. (fh)
„Radikalität ist der Mut, der aus der Verzweiflung trotzt“
10:35 Uhr: Ein Mensch spricht und alle anderen hören zu, schon das sei eine radikale Anordnung, sagt Moderatorin Elke Schmitter. Der Start ins Gespräch am grünen Küchentisch ist demnach also radikal. Mirjam Schaub ist Philosophin und Journalistin. Sie liest aus ihrem Buch über Radikalität.
Mirjam Schaub möchte Radikalität nicht nur für heroische Männer denken, sondern auch für Frauen anbieten. „Radikalität ist der Mut, der aus der Verzweiflung trotzt.“
Die RAF und die Fahndungsplakate, die in den 70ern im Stadtbild zu sehen waren, haben die beiden noch gut in Erinnerung. Aber war die RAF radikal? Mirjam Schaub hat eine klare Antwort und verneint: „Radikal ist jemand, der bereit ist, für eine Idee zu sterben, wer extrem ist, ist bereit, für eine Idee zu töten.“ Elke Schmitter ergänzt: „Radikalität ergibt sich aus dem Kontext.“ (wh)
Faschismus im Silicon Valley
10:32 Uhr: Es wird kuschelig auf der Dachterrasse des Frizzforums. Die Tontechnik streikt. Das Publikum rückt zusammen, was den positiven Nebeneffekt hat, dem kalten Wind nicht ausgesetzt zu sein. Das Gespräch „Hinterm Mond gleich rechts?“ zwischen taz-lab-Programmchef Joel Schmidt und Anna-Verena Nosthoff, Junior Professorin für Ethik der Digitalisierung findet also zunächst analog statt, dreht sich aber um das Silicon Valley und den Techfaschismus.
Mit dem Begriff meint Nosthoff einerseits, dass „wir von konkreten Figuren, die im Silicon Valley prägend sind – Peter Thiel, Alex Karp, Elon Musk – ganz klar sagen müssen: Die sind faschistisch“. Andererseits stelle sich auch die Frage, ob es sich bei den entwickelten Techniken wie sogenannter künstlicher Intelligenz um „faschistische Technisierungsformen“ handele: „Diese Formen der Technisierung sind exklusiv, reproduzieren also nicht nur Rassismus, sondern verstärken auch Rassismus“, sagt Nosthoff.
Dass sich angesichts dessen häufig ein Gefühl von Ohnmacht einstellt, kennt sie auch selbst. Widerstandspotenziale fänden sich aber in der Geschichte, beispielsweise in der sozialistisch kybernetisch organisierten Gesellschaft im Chile unter Salvador Allende. „Wir müssen die Frage der politischen Mobilisierung wieder ins Zentrum stellen“, sagt Nosthoff. Und dann funktioniert auch die Tontechnik plötzlich wieder. (lla)
„Mode kann einem gar nicht nicht wichtig sein“
10:33 Uhr: „Was kann dein Outfit?“: Diese Frage diskutieren Modejournalistin und Content Creatorin Antonia Valentina und Content Creator*in Jo Meyer an diesem Samstagmorgen. Moderiert wird das Panel von taz-Volontärin Raweel Nasir.
„Mode kann einem gar nicht nicht wichtig sein“, sagt Modejournalistin Antonia Valentina, die heute einen Blazer mit Hahnentrittmuster und eine dicke Brille trägt. Schließlich kommuniziere Mode zu jeder Zeit und mit jedem. Jo, im weißen Langarmshirt und mit Lederstiefeln, stimmt ihr zu: „Mode ist ein soziales System. In Jos Content beschäftigt sich Jo vor allem mit queeren Codes in der Mode. „Kommerzialisierung von Queerness erweckt den Anschein sie wäre akzeptiert. Aber an vielen Orten fragt man sich noch immer, ob man eigentlich sicher ist“, erklärt Jo. Das eigene Outfit könnte so zur Gefahr werden – aber eben gleichzeitig auch anderen Sicherheit und Zusammenhalt vermitteln. (fh)
„Wir könnten uns keinen einzigen Tag militärisch verteidigen“
10:32 Uhr: „Wir könnten uns keinen einzigen Tag militärisch verteidigen“, stellt die moldauische Journalistin Mila Corlateanu fest. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine für die Republik Moldau ein Weckruf gewesen. Im Podcast der taz Panterstiftung „Freie Rede“ sprechen die drei befreundeten Journalistinnen Anastasia Rodi, Tamuna Iluridze und Mila Corlateanu über eine postkoloniale Perspektive auf die Zukunft Osteuropas. (lv)
Ralf Stegner ist da und streitet mit Ulrike Hermann über den Ukrainekrieg
10:19 Uhr: Ralf Stegner ist mittlerweile angekommen und sagt, der Krieg in der Ukraine wird nicht militärisch beendet werden können. Diplomatie sei der einzige Weg. Ulrike Hermann hält dagegen, dass Europa die Ukraine am Anfang nicht genügend militärisch unterstützt hat, und Putin wolle auch nicht verhandeln. (bsz)
Linke reden über die Linke
10:11 Uhr: Einen sonnigen Platz haben sich alle Zuhörer*innen der Veranstaltung „Die Linkspartei ist super, oder nicht?“ gesichert. Taz lab-Kurator und -Redakteur Jan Feddersen diskutiert mit taz-Redakteur Daniel Bax über den Aufschwung der Linkspartei. „Wir müssen nicht in gemeinsamer Gemütlichkeit voneinander scheiden“, sagte Jan Feddersen zum Publikum mit Hinblick auf spätere Fragen von den zuhörenden Menschen. (fh)
Der Traum vom digitalen Kommunismus
10:10 Uhr: Den Traum vom digitalen Kommunismus äußert Shintaro Miyazaki gleich zu Anfang einer der ersten Podiumsdiskussionen des heutigen Tages. Trotz der noch kalten Temperaturen haben sich Zuhörer*innen vor der gelben Bühne eingefunden, um dem Gespräch unter dem Titel „Das größte Idiotensystem im Kapitalismus“ zu folgen – angelehnt an Herbert Grönemeyer, der mit diesem Satz die Vergütungspraxis von Spotify und Co. kritisierte.
Eine 400-seitige Studie zu diesem Thema, vorgestellt von Jana Costas, zeigt die starke Polarisierung in der Vergütung von Musikschaffenden. Sie spricht vom Superstar-Effekt: Wenige profitieren stark, andere können nicht mehr von ihrer Arbeit leben. Wie es zu diesen Effekten kommt, erklärt Miyazaki mit dem Wandel des Musikmarkts ins Digitale: Unsere Aufmerksamkeit ist zur Ware geworden. Algorithmen und soziale Netzwerke prägen den Erfolg von Künstler*innen.
Musikerin Nina Graf kritisiert zudem die geringe Marktmacht, fehlende Transparenz und das Vergütungssystem Prorata-Modell, bei dem vor allem die meistgestreamten Acts profitieren, etwa im deutschen Hip-Hop und Rap. Genres wie Jazz oder Klassik fallen zunehmend weiter zurück. (la)
Ralf Stegner kommt mit der Bahn – zu spät
10:10 Uhr: Der Wind weht noch ein bisschen ‚rabiat‘, aber auch die Sonne scheint schon ‚liebevoll‘ durch. Zur Gelben Bühne kommen die Menschen. Ulrike Hermann steht gleich zu Beginn wieder irritiert auf, um den Jingle bei der Nebenbühne abzuschalten. Ralf Stegner ist wegen der Deutschen Bahn verspätet. Erster Lacher an der Gelben Bühne. Hier beginnt gleich das Streitgespräch zwischen den beiden über Krieg und Frieden, Iran, Russland und China , moderiert von Stefan Reinecke. (bsk)
Bestrickend: Der Strickworkshop auf der Wiese vor der taz
Als Nächstes im Livestream: Die neue autoritäre Linke
10.00 Uhr: Als nächstes stellt taz-Redakteur Nicolas Potter auf der Roten Bühne sei Buch über die neue autoritäre Linke. Sie sieht sich selbst als progressiv und emanzipatorisch, agiert aber zutiefst demokratiefeindlich. In seinem Buch zeigt Nicholas Potter, wer sie ist, wie sie agiert und fragt: Wie sind wir als demokratische Gesellschaft darauf vorbereitet? Die Diskussion wird moderiert von Klaus Lederer, Berlins ehemaligen Kultursenator, der im Streit um Antisemitismus in seiner Partei aus der Linke ausgetreten ist.
Das Thema stößt offenbar auf Interesse. Die taz-kantine ist rappelvoll. (ga)
Den Workshop Raum im und in Zusammenarbeit mit dem fritz forum eröffnet ein Workshop zu einer zukunftsweisenden Haltung. Eine bunt gemischte Gruppe löste bald den voll besetzten Stuhlkreis auf und erarbeitete sich gemeinsam mit der Referentin Jana und Jessica kleine Dinge die den großen Ansatz der feministischen Führung in den gelebten Alltag gebracht haben.
Popkultur und Content
09.50 Uhr: Die Pinke Bühne 2 wurde mit der Frage eröffnet: „Wie popkulturell muss politischer Content heute sein?“ Journalistin Maria Popov und Bundesvorsitzende des BÜNDIS 90/ DIE GRÜNEN Franziska Brantner sprechen darüber, ob Inhalte auf Social Media komplett unpolitisch sein dürfen, wie viel Popkultur miteinbezogen werden soll und welche Strategien es gegen politische Zensur auf den Plattformen gibt.
Völkerrecht am Scheideweg
09:45 Uhr: „So wahnsinnig gut hat das Völkerrecht ja nie funktioniert“ – mit diesem Realitätscheck bricht Völkerrechtler Matthias Goldmann, Professor für Internationales Recht an der EBS Universität, direkt zu Beginn mit der westlichen Nostalgie. Im Gespräch mit Nahostredakteurin Lisa Schneider wird schnell klar: Was wir gerade als Zusammenbruch der Weltordnung erleben, ist für viele Regionen des globalen Südens längst Dauerrealität. Die alte Architektur, die nach 1945 unter US-Führung entstand, erodiert unter der aktuellen US-Regierung, während neue Allianzen und Alternativen jenseits der UN noch im Nebel liegen.
Die Kernfrage der Debatte: Ist das Völkerrecht am Ende oder bereit, neu aufgerollt zu werden? Goldmann sieht Europa zwar auf einem ordentlichen Weg, betont aber, dass Reformen dringend nötig seien, um hybriden Drohkulissen und modernen Milizen überhaupt noch etwas entgegensetzen zu können. Die Zeit der bequemen Gewissheiten ist vorbei. Das Recht muss sich an die neue Unübersichtlichkeit anpassen, um nicht vollends in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.
Ein tieferer Blick auf umsetzungsfreudige Lokalpolitiker wie Zohran Mamdami und vermeintliche Hoffnungsschimmer wie Péter Magyar bleibt zwar ein Cliffhanger für ein mögliches Panel im nächsten Jahr, doch das Fazit steht fest: Ohne radikale Anpassung bleibt das internationale Recht eine bloße Archiverinnerung. (pc)
Was ist los bei den Öffentlich-Rechtlichen?
9:55 Uhr: Es ist zwar noch früh am Morgen – die Frage „Was ist los bei den Öffentlich-Rechtlichen“ scheint jedoch viele Menschen, jung und alt, zu beschäftigen. Die Blaue Bühne im Frizz Forum ist bis auf den letzten Platz gefüllt.
Die bei dem Medienkritik-Magazin arbeitende Redakteurin Annika Schneider und der Chefredakteur des Hessischen Rundfunks Eberhard Nembach sind sich einig: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist für die Demokratie essenziell.
Doch es gibt deutlich Luft nach oben, findet Schneider. „Perspektivenvielfalt und Meinungsaustausch müssen das Ziel des Öffentlich-Rechtlichen sein – nicht die simple Kategorisierung in links und rechts unter dem Vorwand Vielfalt sei nun gesichert worden.“
Nembach sieht die Aufgabe des Öffentlich-Rechtlichen darin, den Menschen deutlich zu machen, wen sie wählen und welche Konsequenzen daraus entstehen. Eine Wahlempfehlung habe an dieser Stelle nichts zu suchen. „Wir sind weder links noch rechts. Wir wollen ein Forum sein, wo Menschen wieder zueinander finden und sich austauschen.“ (kb)
Der Streitquiz
09:45 Uhr: Wie wir wieder besser streiten können, kann unser Publikum beim Quiz des Vereins Mosaka e.V. herausfinden – Der perfekte Einstieg für den Rest des Tages. (lv)
Leichte Sprache beim PoliTisch
09:30 Uhr: Beim Stammtisch „PoliTisch“ gilt eine einfache Regel, sagt Gründerin Stana Schenck: keine Fachbegriffe, die eh niemand versteht. Stattdessen: leichte Sprache, damit alle mitreden können – nicht nur die mit Politikwissenschaft im Nebenfach.
Für den Fall, dass dann doch mal jemand in einen ausschweifenden Fachvortrag abdriftet, hält der PoliTisch Moderator Arthur Hackenthal eine Karte mit der Aufschrift „Danke, es reicht“ hoch – Eine Idee, die ich auch für den Deutschen Bundestag vorschlagen möchte.
Wie barrierefrei deutsche Medien wirklich sind, untersucht Friederike Herrmann von der Katholischen Universität Eichstätt. Ihr Fazit: „Da geht noch was“ – auch bei der taz. (lv)
Peertube, die Livestream-Alternative zu youtube
09:30 Uhr: Für alle, die den großen Plattformen im Internet kritisch gegenüberstehen, senden wir den Livestream vom lab auch auf PeerTube. Das ist eine alternative Videoplattform im Fediverse. Da läuft der Stream aktuell genauso gut. (ga)
Auftaktpanel „U25 – Wir gehen rein“
9:18 Uhr: Noch ist nicht allzu viel los vor der pinken Bühne eins. Popkultur nebenan schlägt das Auftaktpanel „U25 – Wir gehen rein“ zum Generationenprojekt der taz. Für Raphael Klein ist das aber kein Problem. Als Content Creator Honey Balecta dürfte er es gewohnt sein, ohne Publikum in Kameras zu sprechen. Und seine linken „politische Agitation“, wie er sagt, erreicht auch so mehr als 100.000 Follower*innen auf Instagram und Tiktok.
Im Gespräch mit dem Geschäftsleiter der taz Genossenschaft Ferenc Földesi geht es seit 9 Uhr morgens um die Generation U25 – der heilige Zielgruppen-Gral deutscher Medien, auch der taz. Also Tacheles: „Die taz unterscheidet nicht grundsätzlich viel von der Frankfurter Rundschau“, sagt Klein. Es fehle ein Bezug zur Lebensralität vieler Menschen. „Soziale Medien haben da eine wesentlich größere Spannweite.“ (lla)
Live: Toni Hofreiter auf der Roten Bühne
09:00 Uhr: Das taz lab ist gestartet mit 12 parallel laufenden Veranstaltungen. Im Livestream sieht man jetzt Ton Hofreiter (Grüne). Auf der Roten Bühne diskutiert er Artur Weigandt und Ingar Solty über die Frage: „Solidarisch mit der Ukraine – was heißt das?“(ga)
Volles Haus und volles Programm gleich zur frühen Stunde
8:48 Uhr: Obwohl die Jugend bekanntlich nicht so gerne früh aufsteht, haben sich bereits zahlreiche Gäste zur Eröffnung an der pinken Bühne eingefunden. Von Online-Dating über Wehrpflicht und TikTok-Trends bis hin zu Klimaaktivismus: Hier wird den ganzen Tag über das geredet, was die junge Generation derzeit beschäftigen. Natürlich sind auch die Boomer ausdrücklich eingeladen, sich an den Diskussionen zu beteiligen und Neues zu lernen. Die pinken Bühnen sind Teil des Generationenprojekts, mit dem die taz-Genossenschaft mehr junge Menschen für die taz begeistern möchte (lv)
Jetzt gehts los – mit einer wichtigen Korrektur und ohne Regen
8.30 Uhr: Pünktlich um 8.30 startet der Livestream mit einer Begrüßung von Jan Feddersen, dem taz-Redakteur für besondere Aufgaben. Seine vielleicht wichtigste: die Organisation des jährlichen taz labs. Und er muss gleich mal eine Korrektur anbringen. Anders als auch hier weiter unten behauptet, ist es „erst“ das 17. taz lab, nicht schon das 18. Nun gut. Macht ja nichts. Das 18. kommt dann eben nächstes Jahr. Für heute gibt es ein randvolles Programm. Es sei zwar kalt, sagt Feddersen. „Aber das entscheidende ist: Es regnet nicht!“ (ga)
Gleich geht es los
8:10 Uhr: Gleich geht es los, das taz lab 2026. Wir freuen uns auf alle Zuschauenden, die vor Ort und im Stream dabei sind und über unsere spannenden Gäste, die heute den ganzen Tag über Tacheles reden werden – natürlich liebevoll und rabiat (lv)
Das taz lab 2026 startet
Das 18. taz lab startet am Samstag in und rund um das taz-Haus an der Friedrichstraße in Berlin. Bei über 100 Veranstaltungen wird
Ausführliche Infos zum Programm und zu allen auf den Podien Vertretenen finden Sie hier.
Das taz-Team wird die Veranstaltungen den ganzen Tag über hier im Liveticker begleiten.
Die Hauptbühne im Livestream
Eine Auswahl der wichtigsten Podien beim taz lab werden auf taz.de im Livestream gezeigt. Sie können den Stream auch bei youtube oder alternativ bei Peertube sehen.
Was ist das taz lab?
Gegründet 2009, ist das taz lab Deutschlands Kongress für Debatte, Streit und Verständigung zu den Fragen der Zeit, ausgerichtet und kuratiert von der taz. Jedes Jahr im April findet das taz lab statt.
Ein Tag, an dem Sie – Gäst:innen, Leser:innen, Genoss:innen und die taz – zusammenwachsen zu einer festlichen Denkfabrik, einem Debattenraum und pulsierenden Netzwerk im und rund ums linke Medienhaus an der Friedrichstraße.
Gibt es noch Tickets?
Ja, wer spontan kommen will, kann ein Ticket am Einlass kaufen.
Alle, die gerade nicht in Berlin sind, können auch ein Digital-Ticket kaufen. Damit bekommt man Zugang zu allen Livestream und kann sich diese später auch im Archiv anschauen.
Die taz verdient mit dem taz lab kein Geld. Das ist auch nicht das Ziel. Es ist ein Angebot an unsere Community, mit uns in Kontakt zu treten. Jeder Euro hilft, das taz lab zu ermöglichen.
Dieser Liveticker wird betreut und gefüllt von: Anna Hollandt (aho), Björn Szesni (bsk), Felicitas Hohmann (feh), Fridolin Haagen (fh), Gereon Asmuth (ga), Jette Minks (jm), Joel Schmidt (js), Julian von Bülow (jvb), Justin Geiger (jg), Kajo Roscher (kr), Katharina Bigot (kbi), Klara Burchart (kb), Lenja Vogt (lv), Lina Adler (la), Luca Lang (lla), Pauline Cruse (pc), Tim Kemmerling (tik), Wiebke Howestädt (wh), Wilma Johannssen (wj).
Vielen Dank an die Sponsoren! Für die Unterstützung bedanken wir uns bei Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Voelkel GmbH, Sodasan Wasch- und Reiningungsmittel GmbH, Sonett GmbH, Tony's Chocolonely GmbH, GEPA – The Fair Trade Company, Teekampagne – Projektwerkstatt Gesellschaft für kreative Ökonomie GmbH, gebana AG, PocketBook Readers GmbH
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