Ulf Poschardt hat das linke Bürgertum zum „Shitbürgertum" erklärt. Auf dem Buchrücken seines Bestseller-Essays steht der Ton-Steine-Scherben-Titel: „Macht kaputt, was euch kaputt macht." Für viele ist er damit schlicht unerträglich – der „Welt"-Herausgeber, der den Kulturkampf an vorderster Front führt. Andere halten ihn für eine Bastion des Common Sense. Doch wie glaubwürdig ist ein Revoluzzer, der im Glaspalast der Springer-Zentrale sitzt? Der Podcast „based." setzt sich mit Menschen auseinander, die starke Meinungen in Debatten einbringen. Es geht darum, Argumente zu verstehen, zu hinterfragen, warum jemand so denkt – und dabei auch etwas zu lernen. Nach einer Stunde bei „based." wird man Ulf Poschardt möglicherweise hier und da zustimmen – oder wissen, was an ihm No-Go ist. Ob er wirklich für die Freiheit und Debattenkultur steht, die er immer predigt. Und was er eigentlich genau kaputt machen will – denn er ist noch nicht fertig. An einem neuen Band arbeitet er bereits: dem „Bückbürgertum". Ganz im Sinne des diesjährigen taz-lab-Mottos „Jetzt mal Tacheles" schreibt sich auch „based." auf die Fahne: Meinung muss man aushalten. Sogar die von Ulf Poschardt.