… oder kommt das vielleicht auf den Kontext an? Die große Studie der Kulturphilosophin Mirjam Schaub („Radikalität. Set 1 + 2“, Felix Meiner Verlag, 2025) nimmt das Radikale als Haltung ernst – in der Kunst und im Denken, in der Politik und in der Gesellschaft. Schaub betrachtet die Performances von Marina Abramović, den Tod des Sokrates, venezianische Masken und deren Wiederkehr bei der Occupy-Bewegung, sie analysiert ein Kassiber der RAF und die Krypto-Kunst und zeigt: Radikalität kann still sein, gewalttätig, stur, aber auch smart. Sie gehört nicht nur der Jugend. Sie scheint eine produktive Kraft zu sein, die zu unserer Art des Lebens gehört. Und sie von Extremismus zu unterscheiden, macht uns auf Anhieb klüger.