Der Umgang mit der vierten Welle: Was geht?

Nochmal ins Kino? Oder nicht? Was ist mit Bahnfahren? Und einem Adventsbrunch? Was wir jetzt tun und lassen sollten, um die vierte Welle zu brechen.

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Schulen

Ich habe zwei Kinder in der Grundschule. Wie wird der Winter für sie – und bin ich gefährdeter als Menschen ohne Kinder?

Für Kinder und deren Eltern zeichnet sich ein besonders bedrohlicher Winter ab: In keiner Altersgruppe ist die Inzidenz schon jetzt so hoch wie bei den 5- bis 14-Jährigen – und so stark ansteigend. Am Freitag lag sie bundesweit schon bei über 700. In mehreren Kreisen wie im brandenburgischen Oberspreewald-Lausitz ist sie diese Woche bereits über den Wert 3.000 geklettert. Längst sind davon die Schulen betroffen.

Die Prognose

„Wir werden wirklich ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht gegensteuern.“ Das hat RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch bei einer Onlinediskussion erklärt. Was kommt auf uns zu?

Die Infektionszahl

In den letzten 7 Tagen wurden im Schnitt pro Tag 43.000 neue Infektionen registriert. Seit einem Monat steigt dieser Wert jede Woche um gut 40 Prozent, verdoppelt sich alle 14 Tage. Bei einer Pressekonferenz am Freitag betonte Lothar Wieler, dass die jetzt von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen erst in zwei Wochen einen Effekt auf die Infektionszahl haben werden. Sie wird sich bis dahin also wahrscheinlich nochmal verdoppeln, auf über 80.000 Neuinfektionen pro Tag – und anschließend nicht sinken, sondern nur etwas langsamer wachsen.

Die Sterbefälle

Laut Wieler liegt die aktuelle Sterberate bei 0,8 Prozent. 8 von 1.000 Neuinfizierten werden also sterben. In den letzten 14 Tagen wurden über 500.000 Neuinfektionen registriert – von ihnen werden unweigerlich 4.000 Menschen nicht überleben. Rechnet man diese Sterberate mit dem aktuellen Anstieg weiter, könnte es in Deutschland allein bis Weihnachten 20.000 weitere Tote geben.

Der Hoffnungsschimmer

Das sind wir alle. Bei den vorhergehenden Wellen hatte die Mehrheit der Bevölkerung schon vor Inkrafttreten staatlicher Maßnahmen ihre Kontakte deutlich reduziert. Passiert dies diesmal wieder, würde die Entwicklung gebremst und würden die Zahlen am Ende nicht ganz so dramatisch. (ga)

Im Fall einer Infektion müssen die Familie oder andere enge Kontaktpersonen in Quarantäne. Genesene und vollständig Geimpfte sind in der Regel jedoch von der Quarantäne­pflicht ausgenommen. Anfang der Woche waren in Sachsen bereits 83 Schulen teils oder ganz geschlossen. Ein Schul-Lockdown, den die Bil­dungs­mi­nis­te­r:in­nen mit aller Kraft abwehren möchten, könnte schneller kommen als gedacht.

Es ist eine Lose-lose-Situation: Entweder die Kitas und Schulen bleiben stur offen und irgendwann haben sich halt alle angesteckt. Oder die Politik zieht doch noch die Notbremse. Durchseuchung oder Schulschließungen, Homeschooling und Familienstress, das sind die Alternativen.

Wis­sen­schaft­le­r:in­nen halten beides für bedenklich. Das gerade erschienene Epidemiologische Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI) ist eine vierseitige Warnung davor, Kinder-Infek­tio­nen auf die leichte Schulter zu nehmen. Zwar muss von hundert Kindern, bei denen eine Corona-Infektion bestätigt ist, im Schnitt „nur“ eines im Krankenhaus behandelt werden – und noch deutlich weniger auf Intensivstationen.

Mit den steigenden Infektionen, warnt das RKI, stiegen aber auch die Fälle von schweren Krankheitsverläufen. Auch treten bei Kindern und Jugendlichen genauso wie bei Erwachsenen Long-Covid-Symptome auf, zeigt eine große Kohortenstudie.

Von den 12- bis 17-Jährigen sind gerade mal 44,7 Prozent vollständig geimpft. Und für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren wird es nach derzeitiger Planung noch Wochen dauern, bis Zulassungsbehörden und die Stiko das „Go“ geben. Kurz vor Weihnachten könnten die ersten von ihnen frühestens geimpft werden, schätzt das Bundesgesundheitsministerium.

Mit Impfen lässt sich die Welle bei Kindern und Jugendlichen also nicht mehr brechen. Und das ist für alle von Bedeutung: Denn bei der Deltavariante tragen Kinder eine ähnlich hohe Virenlast im Hals wie Erwachsene. Ein infiziertes Kind steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Eltern oder Geschwister an, sagt die Berliner Virologin Ulrike Protzer – wie hoch genau, ist aber nicht bekannt. Unklar ist auch, ob infizierte Kinder, die keine Symptome aufweisen, weniger ansteckend sind.

Was also tun? Eine aktuelle Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC belegt, dass das Risiko für Infektionen in Schulen, in denen keine Maskenpflicht in Innenräumen gilt, 3,5-mal so hoch ist. Wahrscheinlich wird der Winter also so laufen: Die Schulen bleiben offen, mit vollen Klassen, dafür sind ständig einige Mit­schü­le­r:in­nen in Quarantäne. Im Unterricht tragen die Kinder bald wieder überall Maske – und Schal und Mützen. Denn Luftfilter fehlen nach wie vor in den meisten Klassenräumen. Dann ist regelmäßiges Stoßlüften angesagt. Wenn Schule, dann in jedem Fall frostig. Ralf Pauli

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Büro und Homeoffice

Wir arbeiten mit vielen Kollegen im Großraumbüro. Meine Chefin schickt mich jetzt ins Homeoffice. Kann ich nicht zumindest ab und zu vor Ort arbeiten?

Die Ansage im neuen Infektionsschutzgesetz ist klar: „Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in der Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betrieblichen Gründe entgegenstehen.“ Die Homeofficepflicht, erst im Juli ausgesetzt, wird angesichts der vierten Welle wieder eingeführt.

In den Betrieben selbst kommt die 3G-Regel. Arbeitgeber und Beschäftigte dürfen Arbeitsstätten nur betreten, wenn sie „geimpfte Personen, genesene Personen oder getestete Personen sind“, heißt es im Gesetz. Die Arbeitgeber sollen dies täglich kontrollieren. Wie genau, ist im Gesetz nicht festgelegt.

Die Frage lautet: Was, wenn die Beschäftigten doch lieber im Büro arbeiten wollen als zu Hause, jedenfalls an manchen Tagen? Die Beschäftigten haben das Angebot des Homeoffice anzunehmen, „soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen“, sagt das Gesetz. Diese Gründe, können beispielsweise „räumliche Enge, Störungen durch Dritte oder unzureichende Ausstattung sein“. Über die Gründe, die dem Homeoffice entgegenstehen, „reicht eine formlose Mitteilung des Beschäftigten auf Verlangen des Arbeitgebers aus“.

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„Räumliche Enge, Störungen durch Dritte“ – jedes Elternteil kann davon ein Lied singen, vor allem Mütter. Wenn man zu Hause nur in der Küche arbeiten kann, wenn der Nachwuchs ständig nach Aufmerksamkeit verlangt und es vielleicht vernünftiger ist, sich die „Familienarbeit“ zwischen den Part­ne­r:in­nen fair aufzuteilen – dann kann es besser sein, zumindest tageweise im Büro und nicht zu Hause zu arbeiten.

In der Firma gilt dann: Den Impfbeleg oder tagesaktuellen Test zeigen, oder einen Test vor Ort machen. Im Büro muss man zu Kol­le­g:in­nen Abstand halten, sollte nur mit Gesichtsmaske direkte Gespräche führen. Und muss womöglich eine Art Geisterstimmung aushalten. Kennt man ja. Barbara Dribbusch

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Weihnachtsfeiern

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Meine Firma plant nächsten Mittwoch die Weihnachtsfeier. 250 Leute mit 2G plus – aber auch mit Tanzfläche. Wie gefährlich ist das?

Eine Weihnachtsfeier ausschließlich für Doppelgeimpfte oder Genesene, dann noch ein Schnelltest obendrauf – das klingt doch recht sicher! In der Tat ist das individuelle Risiko, auf einer 2G-plus-Feier sich zu infizieren und dann schwer an Covid-19 zu erkranken, ziemlich gering. Zugleich ist derzeit aber so viel Virus im Umlauf wie noch nie. Und deswegen ist es aktuell doch ratsam, Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen mit 30 oder mehr Gästen ausfallen zu lassen. Oder eben nicht hinzugehen.

Denn leider haben Studien inzwischen bestätigt, dass die Vakzine sechs Monate nach der zweiten Impfung zwar gegen schwere Covid-19-Erkrankungen schützen – doch sind Doppelgeimpfte angesichts der Deltavariante verstärkt schon früher wieder ansteckend. Sie können das Virus also weitertragen, auch wenn sie selbst nur kaum oder auch gar nicht erkrankt sind und davon nichts mitkriegen.

Schnelltests wiederum wirken vor allem dann gut, wenn jemand hochinfektiös ist. Bei Mittel- oder Leichtinfizierten versagen die Tests aber häufig – die Fehlerquote liegt zwischen 25 und 50 Prozent. Bei mehreren hundert Weihnachtsfeiernden, die doppelgeimpft und zusätzlich getestet sind, können angesichts dessen einige Fälle durchrutschen. Die machen aus der Feier zwar noch kein Superspreader-Event, so weit hilft die Impfung eben doch. Aber möglicherweise infizieren sie ein paar andere Anwesende.

Auch das ist an und für sich noch nicht dramatisch, denn sie sind geimpft, erkranken also nur in seltenen Fällen schwer, ihre geimpften Angehörigen ebenfalls nicht. Doch weil einige von ihnen ihre Covid-Infektion nicht mal bemerken werden, landet das Virus irgendwann eben doch bei Ungeimpften oder Menschen mit schlechtem Immunsystem – und die Zahl der Covid-Patient*innen auf den Intensiv­stationen steigt weiter. Genau das ist in den letzten Wochen passiert.

Da hilft nur kleiner denken. Bei Feiern mit 5 oder vielleicht 10 Personen nach dem 2G-plus-Prinzip ist das Risiko einer Ansteckung statistisch gesehen extrem gering. Und sollte es doch einen Infizierten geben, würde er maximal 9 andere Anwesende infizieren, nicht bis zu 99 oder gar 249. Jede Fragmentierung hilft!

Eine sichere Bank wären für eine große 2G-plus-Weihnachtsfeier auch PCR-Tests. Sie sind viel zuverlässiger als Schnelltests, allerdings auch aufwendiger und teurer in der Durchführung. PCR-Tests müssen eingeschickt werden, und angesichts der explodierenden Infektionszahlen werden die Laborkapazitäten schon bald an ihre Grenzen stoßen. Das ist also keine praktikable Lösung für die Masse.

Nicht zuletzt aus diesem Grund rät auch Lothar Wieler, Leiter des Robert Koch-Instituts, von großen Feiern in den kommenden Wochen ab. Gegen Weihnachtsfeiern im kleinen Kreis oder Treffen draußen auf dem Weihnachtsmarkt hat er sich nicht ausgesprochen. Noch nicht. Felix Lee

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Kinos, Theater, Restaurants, Clubs

Letzte Woche war ich noch im Theater, am Samstag würde ich gern in meinen Lieblings­club, vielleicht ist es das letzte Mal bis Sommer – und beides unter 2G-plus-Bedingungen. Bin ich völlig verantwortungslos?

Für Clubs lautet die Antwort: Ja! Fürs Theater: Kommt drauf an. So wie weiter oben im Weihnachtsfeier-Text beschrieben stellen angesichts der derzeit hohen Virenkonzentration viele Menschen in geschlossenen Räumen ein Risiko dar – auch unter Geimpften. Und das ist in vollen Kultur- und Ausgehorten nicht anders.

Allerdings haben viele Theater-, Kino- und Konzerthausbetreiber in den vergangenen anderthalb Jahren der Pandemie ihre Säle mit guten Lüftungssystemen ausgerüstet. Und wie wir von der Aerosol-Forschung wissen, können Luftreiniger mit Hepa-13-Filter die Virenlast in geschlossenen Räumen deutlich senken. Werden zudem die Abstandsregeln eingehalten, nur jeder zweite oder dritte Sitzplatz vergeben und auch die FFP2-Masken-Pflicht beherzigt, ist die Ansteckungsgefahr gering – am besten vorher einfach mal nachfragen, wie potent die Lüftung ist.

Auch viele Clubs haben mit Luftfilter­anlagen aufgerüstet. Allerdings verhalten sich die Gäste dort komplett anders als etwa im Theater. Sie tanzen, laufen viel herum, reden wegen der Musik lauter; der Alkohol- und Drogenpegel steigt und sie kommen sich näher. So viele Aerosole, wie in einer Clubnacht erzeugt werden, kann kein Luftreiniger aufsaugen. Zudem lebt ein Clubbesuch durchaus davon, dass es wirklich voll ist – und die Dancefloors sind meist deutlich kleiner als Konzert- oder Kinosäle.

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Komplizierter wird es bei der Frage, ob Restaurants sicher sind. Komplett sicher – das bestimmt nicht. Doch auch hier gilt: Bei vier Geimpften und Getesteten an einem Tisch ist das Risiko gering. Und wenn zum nächsten Tisch ausreichend, also mindestens zwei, drei Meter Abstand eingehalten, viel gelüftet wird und das Restaurant insgesamt nicht überfüllt ist, lässt sich gegen einen solchen Besuch wenig einwenden. Feiern hingegen am Nachbartisch 20 Leute Geburtstag und singen womöglich noch ein Ständchen, dann steigt das Risiko deutlich. Dann gilt: Rasch aufessen, bezahlen und die angefangene Konversation draußen fortsetzen. Felix Lee

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Bahn und öffentlicher Personennahverkehr

Ich will morgens mit dem Bus zur Arbeit und am Wochenende mehrere Stunden Bahn fahren. Wie sicher ist das?

Schwer zu sagen. In Frankreich oder Italien gilt 3G im Fernverkehr schon länger. Jetzt dürfen auch in Deutschland nur noch Geimpfte, Genesene und negativ Getestete Züge, Flugzeuge, Busse, U-, S- und Straßenbahnen nutzen. Mit der 3G-Regel zusätzlich zur Maskenpflicht für Fahrgäste und Beschäftigte soll das Reisen sicherer werden.

Aber eine große Gruppe mit hoher Inzidenz ist von dieser Regel ausgenommen: Schüler:innen, und zwar ohne jede Altersbeschränkung. Damit lösen Bund und Länder das Problem, dass es für Kinder und Jugendliche schwierig ist, sich morgens vor Schulbeginn testen zu lassen. Gleichzeitig untergraben sie aber damit die 3G-Regel für den gesamten ÖPNV.

Wer gegen 3G verstößt, wird von der Beförderung ausgeschlossen und muss mit einer Geldbuße rechnen. Unklar ist zurzeit noch, wie genau die Regel durchgesetzt wird. Die Gewerkschaften wehren sich dagegen, dass dafür das Bahnpersonal zuständig sein soll. „Die Erfahrungen bei der Kontrolle der Maskenpflicht zeigen, dass es bei einzelnen Kontrollen auch ein hohes Aggressionspotenzial gibt“, sagt Oliver Wolff vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. „Dies ist gerade auch beim 3G-Nachweis zu erwarten.“ Deshalb will der Bund die Unternehmen bei der Durchsetzung der Regeln unterstützen, etwa durch Einsatz der Bundespolizei.

Reisewillige sollten bei Fahrten mit der Deutschen Bahn auf jeden Fall einen Platz reservieren. Sie können sich über bahn.de oder die App „DB Navigator“ informieren, wie hoch die Auslastung voraussichtlich ist. „Fernverkehrszüge werden während der Fahrt weiterhin doppelt so häufig gereinigt wie vor der Coronapandemie“, teilt die Deutsche Bahn mit. Nach dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember werden rund 50.000 Plätze mehr in den Zügen zur Verfügung stehen als vorher, weil es mehr Verbindungen geben wird.

Verkehrsunternehmen und der Fahrgastverband Pro Bahn sind der Meinung, dass durch die 3G-Regel Reisenden das – aus ihrer Sicht – falsche Signal gegeben wird, dass fahren in Bussen und Bahnen unsicher sei. Sie argumentieren mit Studien, nach denen das Infektionsrisiko dort nicht höher ist als an anderen Orten. Außerdem weisen sie darauf hin, dass in U-Bahnen, Trams und Bussen durch das Öffnen der Türen für eine regelmäßige Luftzufuhr gesorgt ist. Auch sorgten Klimaanlagen für Luftaustausch, gerade in Fernzügen.

Aber: In überfüllten Waggons stundenlang möglicherweise neben, vor oder hinter ungeimpften ungetesteten Personen sitzen zu müssen beunruhigt viele Fahrgäste zu Recht sehr. Wis­sen­schaft­le­r:in­nen weisen darauf hin, dass durch die Deltavariante auch in Fernzügen, Bahnen und Bussen das Ansteckungsrisiko gestiegen ist. Manche, wie der Epidemiologe Timo Ulrichs fordern wegen der hohen Fehlerquote bei Tests deshalb 2G für den öffentlichen Verkehr. Anja Krüger

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Besuch von und bei Freunden

Ich möchte ein paar Nachbarn und Freunde zum ersten Advent nach Hause einladen. Ist das gefährlich?

Vorweihnachtszeit ist Besuchszeit. Doch wie organisiert man private Treffen, ohne dass die eigene Wohnung zum Hotspot für Infektionen wird? Haben liebe Freun­d:in­nen oder Verwandte ihren Besuch angekündigt, ist es angesagt, die Zahl zu begrenzen – vielleicht reicht es ja, nur fünf Leute gleichzeitig kommen zu lassen? Dann sollte man natürlich vorher den Impfstatus erfragen. Sind die Leute doppelt geimpft, wie fast 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland? Wenn ja, wie lange liegt die zweite Impfung zurück?

Ist die zweite Impfung länger als fünf oder gar sechs Monate her, wären Auffrisch-Impfungen, das „Boostern“, kurz vor den Verwandtenbesuchen angebracht. In Israel hat sich die Hälfte der Bevölkerung boostern lassen und damit die Infektionswelle gebrochen. Doch ein Termin für das Boostern ist nicht überall in Deutschland schnell zu kriegen. Immerhin, auch wenn eine Impfung schon ein halbes Jahr zurückliegt, ist man zwar nicht mehr so gut vor Infektionen, aber immer noch gut vor einem Krankenhausaufenthalt oder einem schweren Verlauf bei einer Infektion mit Sars-CoV-2 geschützt.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sind vor Privatbesuchen in Innenräumen zusätzlich tagesaktuelle Schnelltests angesagt. Das gilt auch und erst recht für die in der Regel noch ungeimpften Kinder. Entweder man holt sich dafür ein Testkit aus dem Drogeriemarkt – oft ausverkauft – oder man geht vorher in ein Testzentrum, wo es kostenlose Bür­ge­r:in­nen­tests gibt. Sicherheitshalber hat jede Gastgeberin ein paar Schnelltests zu Hause – während die Gäste auf ihr Ergebnis warten, können Sie ja noch einen Sekt kaufen gehen.

Diese tagesaktuellen Schnelltests wären auch eine Chance für die ungeimpften Bekannten, mal vorbeizukommen zu dürfen. Aber Vorsicht: Sie finden nur etwa die Hälfte bis drei Viertel der Infizierten, heißt es in einem Papier von Wis­sen­schaft­le­r:in­nen um die Forscherin Viola Priesemann. Es bleibt also eine Risikoabwägung.

Wer noch mehr auf Nummer sicher gehen will, kann die Gäste bitten, FFP-2-Masken aufzuziehen. „Eine Person-zu-Person-Übertragung in nächster Nähe, wenn beide eine FFP-2-Maske tragen, ist massiv reduziert im Vergleich zu einer Situation ohne Maske, mindestens um den Faktor 10“, heißt es im Priesemann-Papier. Gemütlichkeit sieht anders aus. Letztlich aber gilt: Jede Maßnahme macht die Übertragung des Coronavirus unwahrscheinlicher. Barbara Dribbusch

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