Biodiversität : Die Lösung liegt auf der Alm
Um das lebenswichtige Miniaturvieh zu retten, braucht es ein Umdenken von Land- und Forstwirtschaft. Mehr Wald und Moore statt Dünger und Tierzucht.
D ie UN-Naturschutzkonferenz im armenischen Jerewan rechtfertigt jede Aufmerksamkeit, denn ihr Thema ist gewaltig. Es geht um die Überlebensgrundlagen der Menschheit, um fruchtbare Böden, sauberes Wasser, saubere Luft. Sie stehen uns künftig nur dann weiter zur Verfügung, wenn wir die Natur als vielfältiges System erhalten, predigen Wissenschaftler seit Jahren.
Rebhühner, Tiger, Elefanten – sie sind die plakativen Botschafter für die unsichtbaren und häufig unscheinbaren Lebewesen, die unsere Ernährung sicherstellen. Sie tragen zu einem stabilen Klima bei und bilden die Grundlage für den Fischreichtum der Meere. Die Verhandlungen sind engmaschig zu verfolgen, wollen die Mitgliedstaaten des Abkommens doch festlegen, wie sie ihre selbstgesetzten Ziele aus dem „Globalen Biodiversitätsrahmen“ endlich erreichen.
Aber ach. Wer das wirklich könnte, sitzt nicht mit am Verhandlungstisch. Denn die Haupttreiber für den Verlust der biologischen Vielfalt weltweit sind eine fehlgeleitete Land- und Forstwirtschaft. Zu viele Nutztiere, zu viel Dünger, zu viele Ackergifte. Wenn wir der Vernichtung unserer Lebensgrundlagen Einhalt gebieten wollen, müssen wir das änder und in den reicheren Ländern anders essen. Weniger Fleisch, mehr Pflanzen.
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Dann benötigen wir weniger Fläche, es bleibt mehr für Wälder, Wiesen und Moore. Die Äcker selbst müssen wir schonender bewirtschaften – und dürfen uns dabei auch gerne von Wissenschaftler:innen beraten lassen. Viele von ihnen setzen sich für den Schutz der Biodiversität und des Klimas ein und vertrauen dabei auf neue Methoden, auch gentechnische.
Wie man diese für die gesamte Menschheit sinnvoll und gewinnbringend nutzen könnte, auch darüber wird in Jerewan verhandelt. Solange die großen Pharma-, Lebensmittel- und Kosmetikkonzerne von Biodiversität zwar gerne profitieren, sich aber für ihren Erhalt und gerechte Nutzung nicht verantwortlich fühlen, und solange die Agrarminister sich vor allem als Lobbyisten ihrer Agrarwirtschaft fühlen, stehen die Ergebnisse der UN-Konferenz nur auf dem Papier und kommen nicht in der Fläche an. Das zu dokumentieren ist aber auch was wert.
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