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ADAC-Verkehrspräsident tritt zurückBekenntnis zu Klimaschutz verursachte „Reputationsschaden“

Der Verkehrspräsident des ADAC verteidigte in einem Interview den steigenden CO₂-Preis. Daraufhin gab es Verbandsaustritte. Nun muss er gehen.

ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand ist zurückgetreten, weil Äußerungen in einem Interview „zu erheblichen Irritationen bei Mitgliedern sowie zahlreichen Beschwerden und Kündigungen geführt hatten“, wie der ADAC mitteilte.

Der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) hatte Hillebrand im Dezember gesagt, „der ADAC hält die CO-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen“. Die NOZ setzte die Überschrift darüber: „ADAC hält teureren Sprit für sinnvoll“.

Das führte zu Aufregung und Austritten. Im Zusammenhang mit Hillebrands Äußerungen gingen laut der Deutschen Presse-Agentur 60.000 Kündigungen beim ADAC ein. 2024 hatte er etwa 400.000 Mitglieder gewonnen, für 2025 liegen noch keine Zahlen vor.

Mit dem Schritt „übernimmt Hillebrand persönlich Verantwortung für den entstandenen Reputationsschaden“, so der ADAC. Er sei zu der Überzeugung gekommen, „dass es im Interesse des ADAC und seiner Glaubwürdigkeit richtig ist, daraus persönliche Konsequenzen zu ziehen“, sagte Hillebrand.

Grüne: Rücktritt ist „mehr als besorgniserregend“

Im Interview sagte Hillebrand damals, dass „eine Preiserhöhung nur dann positiv wirkt, wenn auch ausreichend Möglichkeiten bestehen, diese mit alternativen Angeboten zu vermeiden“. Konkret meinte er damit günstige E-Autos und CO-arme Kraftstoffe.

Einige Tage später betonte der ADAC in einem Schreiben an seine Mitglieder, dass der Autoclub den steigenden CO-Preis nur unterstütze, wenn Alternativen „bezahlbar“ sind. Ob der ADAC diese Position nun aufgebe, ließ er bis Redaktionsschluss gegenüber der taz offen.

Swantje Michaelsen, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, bedauert den Rücktritt. Dass Hillebrands Position im ADAC nicht tragfähig zu sein scheint, „ist mehr als besorgniserregend“, sagte sie der taz. Die Maxime dürfe nicht weniger Klimaschutz sein, „sondern wir müssen im Sinne der Ver­brau­che­r:in­nen steigende Preise sozial abfedern“.

„Dass im Zusammenhang mit dieser Debatte rund 60.000 Menschen ausgetreten sind, entspricht etwa 0,3 Prozent der ADAC-Mitgliedschaft“, bemerkte Jonas Becker von der Klima-Allianz, die zahlreiche Umweltschutzverbände vertritt. Eine offene Debatte über den CO-Preis müsse möglich sein, ohne dass sie in persönlichen Rücktritten endet, sagte Becker.

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