+++ Nachrichten im Iran-Krieg +++: Kallas warnt vor weiterer Eskalation
Die EU-Außenbeauftragte kritisiert die Kampfhandlungen im Nahen Osten, zuvor hatte Iran Israel angegriffen. Der Ölpreis steigt wieder deutlich.
Kallas warnt vor „weiterer Eskalation“ im Iran-Krieg
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die jüngsten Kampfhandlungen zwischen Israel und Iran kritisiert. „Ich denke, die Region braucht keine weitere Eskalation“, sagte Kallas vor einem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Nikosia am Montag. Stattdessen sollten sich die Kriegsparteien „an den Verhandlungstisch setzen und eine Einigung erzielen“, forderte Kallas.
Iran hatte am späten Sonntagabend israelischen Angaben zufolge Raketen auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert. Als Reaktion griff Israel nach Armeeangaben in der Nacht zu Montag militärische Ziele in Iran an. Am frühen Morgen attackierte Iran dann Israel mit weiteren Raketensalven.
Kallas betonte, es müsse „eine diplomatische Lösung“ in dem Konflikt geben. Die Europäer könnten nach einem Ende der Kampfhandlungen helfen, etwa bei der Begleitung von Schiffen in der Straße von Hormus, „aber der erste Punkt ist wirklich die Waffenruhe“. Brüssel sei „mit beiden Seiten in Kontakt, um ihnen wirklich diese Botschaft zu vermitteln“, sagte die EU-Außenbeauftragte. „Schwierige“ Themen wie das Nuklearprogramm Teherans könnten nach einer Waffenruhe diskutiert werden. (dpa)
Israels Armee greift petrochemische Anlage in Iran an
Israels Luftwaffe hat im Südwesten Irans eine Anlage der petrochemischen Industrie angegriffen. Das israelische Militär teilte am Morgen mit, dass es mehrere Ziele in der Anlage in der Hafenstadt Mahschahr im Südwesten des Landes ins Visier genommen habe. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt.
Die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, berichtete unter Berufung auf einen stellvertretenden Gouverneur der iranischen Provinz Chusesten, dass Teile der Anlage bei dem Luftangriff beschädigt worden seien. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)
Israel fliegt nach Raketenbeschuss Luftangriffe auf Iran
Israel hat nach Raketenbeschuss Iran angegriffen. Das iranische Staatsfernsehen meldete am Montag Explosionen in Isfahan, Tabris, Karadsch und Teheran. Zuvor hatte Iran das erste Mal seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe im April Raketen auf Israel abgefeuert. In der Mitte Israels waren Explosionen zu hören. Beobachter befürchteten nach dem gegenseitigen Beschuss eine Eskalation.
Iran hatte mit Vergeltung gedroht, nachdem Israel am Sonntag ohne Vorwarnung die südliche Vorortgegend von Beirut im Libanon angegriffen hatte. Die israelische Seite teilte mit, die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz habe zuvor den Norden Israels beschossen.
Am Montagmorgen warnte Saudi-Arabien vor ankommenden Raketen. Betroffen war eine Gegend, in der sich ein von den USA genutzter Luftwaffenstützpunkt befindet. (ap)
Iran greift Israel mit weiteren Raketensalven an
Iran hat Israel am Montagmorgen mit weiteren Raketensalven attackiert. In Iran gestartete Raketen steuerten auf Israel zu, die Verteidigungssysteme seien „im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen“, teilte die israelische Armee mit. Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten von mindestens acht Explosionen über Jerusalem, zuvor war Luftalarm ausgelöst worden. (afp)
Israels Luftwaffe attackiert nach iranischen Angriffen Ziele in Iran
Israel hat als Reaktion auf neue iranische Raketenangriffe militärische Ziele in Iran angegriffen – und sich damit über die Aufforderung von US-Präsident Donald Trump hinweggesetzt, von Vergeltungsmaßnahmen für den massiven Raketenbeschuss aus Teheran abzusehen. Die israelische Luftwaffe habe vor kurzem „militärische Ziele des iranischen Terrorregimes im Westen und im Zentrum Irans angegriffen“, erklärte die israelische Armee am Montag im Onlinedienst Telegram. Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf drohte den USA und Israel derweil mit weiteren Angriffen.
Irans Staatsfernsehen berichtete am Montag von „mehreren“ Explosionen in der Hauptstadt Teheran sowie in den Städten Täbris und Isfahan. Zuvor hatte Iran erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Anfang April erneut Raketen auf Israel abgefeuert.
Im Norden und im Zentrum Israels wurde Luftalarm ausgelöst, darunter in den Städten Haifa, Caesarea und Hadera. Wenige Minuten später meldete die Armee eine zweite aus Iran kommende Raketensalve. Es seien alle elf Raketen abgefangen worden, hieß es. Israels Bildungsministerium und die Armee teilten in einer gemeinsamen Erklärung mit, dass alle Schulen geschlossen würden.
Israels Militär meldet Rakete aus dem Jemen
Nach Angaben des israelischen Militärs ist eine Rakete aus dem Jemen in Richtung Israel abgefeuert worden. Die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz, um die Gefahr abzufangen, teilte das Militär am frühen Morgen auf Telegram weiter mit. Die Bevölkerung war aufgerufen, Schutzanweisungen zu folgen. Später teilte das Militär mit, dass die Menschen die Bunker wieder verlassen könnten.
Im Jemen operiert die vom Iran unterstützte militant-islamistische Huthi-Miliz. Sie hatte in der Vergangenheit die „volle und unerschütterliche Solidarität“ mit Teheran angekündigt. Immer wieder wird befürchtet, die Miliz werde sich aus dem Jemen in den Iran-Krieg einmischen. (dpa)
Iran: Revolutionsgarden melden israelischen Angriff mit ballistischen Raketen
Israel greift nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden Ziele in Iran mit luftgestützten ballistischen Raketen an. Dies meldet die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Zudem ist in der Nähe der iranischen Stadt Karadsch Insidern zufolge eine Explosion zu hören, wie die Nachrichtenagentur Nournews berichtet. (rtr)
Israels Militär greift Ziele im Westen und Zentrum Irans an
Die israelische Luftwaffe greift nach Militärangaben militärische Ziele des iranischen Regimes im Westen und Zentrum Irans an. Die Angriffe erfolgen wenige Stunden nachdem Iran als Vergeltung für einen Angriff auf die südlichen Vororte von Beirut zahlreiche Raketen auf israelische Ziele abgefeuert hat. (rtr)
Trump: Irans Angriffe haben keine Folgen für Abkommen
Trotz der jüngsten iranischen Angriffe auf Israel hält US-Präsident Donald Trump nach eigener Aussage an einer Verhandlungslösung mit Iran fest. „Das wird keinerlei Auswirkungen auf das Abkommen haben“, sagte Trump in einem Telefoninterview der britischen Financial Times. Der US-Präsident äußerte sich, kurz nachdem der Iran erneut Raketen auf den Erzfeind Israel abgefeuert hatte. Eigentlich gilt seit April eine Waffenruhe.
„Wir werden sehen, wie es ausgeht. Aber das waren Angriffe, die überhaupt nichts bewirkt haben“, sagte Trump demnach weiter. Zudem werde der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu keine andere Wahl haben, als ein Abkommen zu akzeptieren, das die USA mit Iran aushandelten. „Er wird keine andere Wahl haben“, sagte Trump der Zeitung. „Ich habe das Sagen. Ich habe das alleinige Sagen. Er hat nicht das Sagen“, meinte der US-Präsident demnach mit Bezug auf Netanjahu.
Laut dem Interview geht Trump davon aus, dass die USA weiter mit Iran verhandeln werden: „Ich denke, die Verhandlungen laufen weiter“, sagte er. „Wir werden sehen, was passiert.“ Ähnlich hatte sich Trump bereits gegenüber dem Sender Fox News und dem Nachrichtenportal Axios geäußert.
Auf die Frage, was passieren würde, wenn ein Abkommen scheitern sollte, sagte Trump der Zeitung: „Erstens würde es bedeuten, dass wir möglicherweise einmarschieren und uns um den Rest des Landes kümmern, um den wir uns militärisch noch nicht gekümmert haben. Oder es würde einfach bedeuten, dass wir die Blockade gegen Iran aufrechterhalten, da die Blockade wahrscheinlich wirkungsvoller war als jeder Angriff, der jemals auf dieses Land verübt wurde.“ (dpa)
Irans Revolutionsgarden greifen im Nordirak an
Die iranischen Revolutionsgarden haben Staatsmedien zufolge die Zentrale von bewaffneten Gruppen in der autonomen kurdischen Region im Nordirak angegriffen. Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden habe „das Hauptquartier terroristischer Gruppen in Sulajmanija“ im Nachbarland Irak attackiert, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Irna am Montag.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar und trotz einer seit April geltenden Waffenruhe hat Teheran wiederholt Angriffe auf diese Gruppen geflogen, obwohl deren Stellungen und Lager größtenteils geräumt worden waren. Die Führung in Teheran wirft den bewaffneten kurdischen Gruppen vor, im Dienste westlicher oder israelischer Interessen zu agieren, und stuft sie als terroristische Organisationen ein. (afp)
Ölpreise steigen wieder deutlich
Die Ölpreise sind nach der jüngsten Eskalation in Nahost wieder deutlich gestiegen. So kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent zur Lieferung im August am frühen Montagmorgen 95,51 US-Dollar. Das sind 2,6 Prozent mehr als noch am Vortag.
Am Sonntagabend hatte Iran zum ersten Mal seit zwei Monaten wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf israelische Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Libanon. Die jüngste Eskalation weckt die Befürchtung eines erneuten offenen Konflikts zwischen den beiden Ländern. Ebenfalls droht damit auch ein mögliches Abkommen zwischen Iran und den USA zu scheitern.
Zu Beginn des Jahres hatte die Eskalation im Nahen Osten den globalen Ölmarkt regelrecht erschüttert. Zwischenzeitlich ist der Ölpreis der Sorte Brent auf über 120 Dollar pro Barrel gestiegen. Die weitgehende Blockade des Seewegs in der Straße von Hormus durch Iran gilt als größte Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts. (dpa)
Iran greift erstmals seit Beginn der Waffenruhe Israel mit Raketen an
Israel ist am Sonntag erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Anfang April wieder Ziel von iranischen Raketen geworden. „Vor kurzem hat die Armee Raketen identifiziert, die von Iran in Richtung des israelischen Staatsgebiets abgefeuert wurden“, teilte das israelische Militär mit. Iran erklärte, Israel habe mit seinem jüngsten Angriff auf Beirut „alle roten Linien überschritten“. Die Revolutionsgarden bezeichneten den Raketenangriff als „Warnung“.
Das libanesische Gesundheitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass bei einem israelischen Luftangriff auf die südlichen Vororte von Beirut zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden seien. Der Luftangriff habe dem Gebiet Mreijeh am südlichen Stadtrand von Beirut gegolten, teilte das Ministerium mit. Er habe zu „zwei Märtyrern und 20 Verletzten geführt, darunter vier Kinder und vier Frauen“.
Die iranischen Streitkräfte warfen Israel vor, mit dem jüngsten Angriff „alle roten Linien überschritten“ zu haben. Die israelische Armee müsse ihre Angriffe auf den Süden des Libanon und die Vororte stoppen, forderte Armeekommandeur Ali Abdollahi in einer im Fernsehen veröffentlichten Erklärung.
Die israelische Armee erklärte ungeachtet dessen, sie werde ihre Militäreinsätze im Libanon fortführen und die Einsätze gegen die Hisbollah verstärken. „Wir haben in Beirut als Reaktion auf die unerbittlichen Angriffe der Hisbollah auf die Gemeinden im Norden Israels zugeschlagen“, sagte Militärsprecher Effie Defrin in einer TV-Ansprache. „Die IDF wird ihre Operationen im gesamten Libanon fortsetzen und ihre Maßnahmen gegen die Terrororganisation Hisbollah intensivieren“, sagte er weiter. Defrin betonte, Iran habe einen „großen Fehler“ gemacht, indem es erneut „den Weg des Terrors“ gewählt habe.
US-Präsident Donald Trump erklärte einem Medienvertreter zufolge nach den Raketenangriffen, er werde Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu anrufen und ihn davon abhalten, auf den Beschuss zu reagieren. (afp)
Raketen dringen in Jordaniens Luftraum ein
Bei den neuesten Angriffen des Irans auf Israel sind einige der Raketen in Jordaniens Luftraum eingedrungen. Das teilte ein Sprecher der jordanischen Regierung mit. Mehrere Raketen hätten Jordaniens Luftraum bei der „erneuten Eskalation“ verletzt, teilte der Sprecher mit. Die jordanischen Streitkräfte würden die Situation genau beobachten. „Jordanien wird nicht zulassen, dass sein Gebiet oder sein Himmel in ein Schlachtfeld für irgendwen verwandelt werden.“
Ein jordanischer Fernsehsender veröffentlichte Videos eines großen Trümmerteils von einer Rakete, die nahe der Stadt Irbid im Norden niederging. Am Nachthimmel wurden über Jordanien mehrere Raketen auf dem Weg nach Israel gesichtet. Jordanien geriet durch seine geografische Lage zwischen Iran und Israel schon mehrfach in die Schusslinie im Konflikt der beiden Erzfeinde. Jordaniens Flugabwehr fing dabei mehrfach Raketen und Drohnen im eigenen Luftraum ab mit dem erklärten Ziel, die eigene Bevölkerung zu schützen. Das Königreich sah sich danach dem Vorwurf ausgesetzt, Israel zu verteidigen. (dpa)
Irak und Syrien sperren Luftraum vorübergehend
Der Irak und Syrien haben ihren Luftraum nach den neuesten Raketenangriffen Irans auf Israel vorübergehend gesperrt. Im Irak gelte die Sperrung für 72 Stunden, teilte die Behörde für zivile Luftfahrt mit. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme wegen „aktueller regionaler Entwicklungen und Spannungen“, um die Sicherheit des zivilen Flugverkehrs zu schützen. Im benachbarten Syrien wurde eine Sperrung ab 23.00 Uhr abends (22.00 MESZ) für 12 Stunden verkündet und damit bis Montag früh.
Beide Länder liegen geografisch zwischen Iran und Israel und damit auch in der Schusslinie im Fall gegenseitiger Angriffe der beiden Erzfeinde. Der Irak hatte seinen Luftraum schon beim Ausbruch des Krieges wochenlang geschlossen und erst nach Verkündung der Waffenruhe im April wieder geöffnet.
Berichte, dass auch die Golfstaaten ihren Luftraum geschlossen hätten, bestätigten sich zunächst nicht. Die in Katar zuständige Behörde teilte mit, dass entsprechende Darstellungen, die in sozialen Medien kursierten, falsch seien. Es gebe aber eine sogenannte Notam (Mitteilung an die Flugzeugführer) über „alternative Flugrouten“, um das „höchste Maß an Sicherheit und Effizienz“ im Luftverkehr zu ermöglichen. Diese Mitteilung empfiehlt für Flüge in die regionalen Nachbarländer Kuwait, Bahrain und Oman andere Flugrouten, eine Schließung des katarischen Luftraums wird aber nicht mitgeteilt. (dpa)
Tote und Verletzte bei israelischem Angriff nahe Beirut
Bei einem israelischen Luftangriff auf die südlichen Vororte von Beirut sind am Sonntag nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Der Luftangriff habe dem Gebiet Mreijeh am südlichen Stadtrand von Beirut gegolten, teilte das Ministerium mit. Er habe zu „zwei Märtyrern und 20 Verletzten geführt, darunter vier Kinder und vier Frauen“. (afp)
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