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Wahl in Berlin Mit der Flex ans Hufeisen

Carolina Schwarz

Kommentar von

Carolina Schwarz

Kaum haben Linke die Rechtsextremen in die Schranken gewiesen, geht die Kampagne los. Dabei ist das Berliner Ergebnis ein Sieg für die Demokratie.

E s ist ein schwarzer Tag in Berlin. Wie schon vor zwei Wochen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die Stimmung am Sonntagabend in der Hauptstadt getrübt. Die Linkspartei hat mit Abstand gewonnen, eine Regierung unter Beteiligung von Grünen und SPD ist möglich. Und jetzt macht sich Angst breit auf den Straßen. Wie soll es weitergehen? Was bedeutet das für unsere Zukunft? Klar ist nur: Es wird düster. Dieses Gefühl bekam zumindest, wer kurz nach den ersten Prognosen zur Landtagswahl in Berlin einen Blick in die sozialen und etablierten Medien warf.

Einer der Angstmacher: Friedrich Merz. Gerade erst waren die Prognosen aus Mecklenburg-Vorpommern und der Hauptstadt veröffentlicht, da drängelte sich der Bundeskanzler frech vor die Kamera. Obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, dass die CDU aus dem Landtag in MV fliegt, rechneten die meisten mit einem Rücktritt des Kanzlers. Doch es kam anders.

Er sagte wenig mit vielen Worten. Zusammengefasst: Die Ergebnisse sind ein Desaster, aber es bleibt alles, wie es ist. Und vor allem ich bleibe. Interessanter ist, wen Merz in seiner kurzen Ansprache zum Feind erklärt. Nämlich die „radikalen Parteien links und rechts“. Am Montag wiederholte er in einer Presseerklärung dieses Feindbild.

Er meint damit natürlich die Linkspartei und die AfD. Unterstützung bekommt er vom Parteikollegen und Innenminister aus Sachsen, Armin Schuster, der den Wahlsieg der Linken als „Schlag ins Gesicht rechtschaffener Bürger“ bezeichnet. Er sagt: „Wer keine klare Kante gegenüber Clankriminellen, Antisemiten und Linksextremisten zeigt, darf in Berlin nicht regieren.“

Wann übernimmt die Union Verantwortung?

Sie beide bemühen die Hufeisentheorie, wonach Links und Rechts mehr Übereinstimmungen miteinander haben als mit der Mitte (zu der sich die CDU zählt), und fantasieren damit eine Welt herbei, in der die Linkspartei so gefährlich sei wie eine größtenteils gesichert rechtsextreme Partei. Doch diese Theorie verschleiert nicht nur die Realität, sie verharmlost rechtsextreme Gewalt und ist in einer Situation, in der die Demokratie in diesem Land immer weiter angegriffen wird, brandgefährlich.

Nun könnte man von einer CDU, die sich selbst als Volkspartei sieht, erwarten, dass sie echte Verantwortung übernimmt und ihre eigene Politik nach den Wahlschlappen hinterfragt. Sie könnte anerkennen, dass sich Wäh­le­r:in­nen nicht damit zufriedengeben, dass sie nach angekündigten Einsparungen gerade im sozialen Bereich mit einem Tankrabatt ruhiggestellt werden sollen.

Dass CDU-Politiker das nicht tun, sondern stattdessen gegen links schießen, ist nicht überraschend. Gefährlich ist es trotzdem. Denn mit ihrer Hufeisen-Wahlanalyse – ein Sieg der Linkspartei sei genauso gruselig wie einer der AfD – sind sie nicht allein.

Auch in der Presse reihen sich aktuell hanebüchene politische Vergleiche an überdrehte Polemiken. Michael Bröcker, Chefredakteur von Politico, fragt ernsthaft bei X, ob es auch „Bundeszwang gegen eine linke Bürgermeisterin“ gebe.

Im Tagesspiegel unterstellt die stellvertretende Chefredakteurin Anke Myrrhe allen Linken-Wähler:innen (also über einem Viertel aller Wählenden in Berlin!), sie kümmere nur die eigene Wohnung und nicht „der Judenhass“. Ulf Poschardt fürchtet die „Wiederkehr der DDR“. Andere sehen schon Hamas-Terroristen, Islamisten und Putin-Marionetten ins Rote Rathaus einziehen.

Natürlich muss die Linkspartei sich in Interviews Fragen zu An­ti­se­mi­t:in­nen in der eigenen Partei, Kurzbesuchen von Clanchefs und ihren Vorstellungen von Enteignungen gefallen lassen. Es ist die Aufgabe der Presse, Po­li­ti­ke­r:in­nen kritisch zu befragen und sie mit Fehlverhalten zu konfrontieren.

Und es ist die Aufgabe der Parteien, sich selbstkritisch mit den eigenen Strukturen zu befassen. Doch schon jetzt – bevor eine neue Regierung feststeht – ist eine Doppelmoral in der Berichterstattung erkennbar. Was bei Konservativen und Rechten ignoriert oder als Einzelfälle abgetan wird, wird bei den Linken zum Großthema gemacht. Das Ziel scheint klar: eine linksgeführte Regierung zu verhindern.

Fest steht: Niemand muss sich über einen Sieg der Linkspartei freuen, niemand muss den Antisemitismus irgendeiner Partei verharmlosen, niemand muss für die Vergesellschaftung von Wohnraum sein. Doch wer die Demokratie in diesem Land retten will, sollte sich endgültig vom Hufeisen verabschieden. Und anerkennen, dass ein Sieg gegen rechts ein Sieg für die Demokratie ist.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Carolina Schwarz

Carolina Schwarz Ressortleiterin taz zwei

Ressortleiterin bei taz zwei - dem Ressort für Gesellschaft und Medien. Schreibt hauptsächlich über intersektionalen Feminismus, (digitale) Gewalt gegen Frauen und Popphänomene. Studium der Literatur- und Kulturwisseschaften in Dresden und Berlin. Seit 2017 bei der taz.
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28 Kommentare

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  • uwe

    " Die Linkspartei hat mit Abstand gewonnen, eine Regierung unter Beteiligung von Grünen und SPD ist möglich"

    Na, dann macht doch mal. Eine Regierung bilden.



    Ich bin gespannt, ob ihr das auf die Reihe bekommt.

    Und noch viel mehr auf das Tagesgeschäft und die Umsetzung der Ziele.

    • Abdurchdiemitte

      @uwe:

      Ich gehe mal davon aus, dass Ihre (berechtigte?) Skepsis, dass die drei Parteien des Mitte-Links-Spektrums, in Berlin eine handlungsfähige Regierung zustande bekommen, nicht allein der Linkspartei gilt, sondern auch der SPD. Die ist in dieser Sache nun wirklich der unsicherste Kantonist, weil sie wahrscheinlich lieber mit der CDU weitergemacht hätte.



      Und man soll mit nicht erzählen, dass es da um inhaltliche Fragen wie Antisemitismus in der Linken oder der Enteignung von Wohnungskonzernen geht. Nein, es geht um puren Machterhalt, zumal in Berlin sowohl der SPD wie auch der CDU krass die Felle mächtig davon geschwommen sind.



      Lobend kann man da noch die Berliner Grünen hervorheben, die sich angesichts des überdeutlichen Wahlergebnisses ziemlich rasch auf eine rot-grün-rote Koalition festgelegt haben.



      Weiter so, liebe Grüne Vielleicht demnächst auch im Bund?

  • N Gogol

    Natürlich ist die Hufeisentheorie größtmöglicher Unsinn & dient der CDU und so manchem Kommentator nur dazu, das Wahlergebnis abzutun. Auf der anderen Seite ist es sehr beunruhigend, wie zum Teil blauäugig die Linke ihren Wahlkampf und die Mobilisierung dabei betrieben hat. Die Verlautbarungen zum Thema Antisemitismus klingen gestanzt. Sie sollen dem Teil der eigenen Wähler:innen dienen, die Bauchschmerzen damit haben. Mich überzeugt das langsam nicht mehr. Der jetzt publik gewordene Chatverlauf spricht Bände. Ein zukünftiger Abgeordneter zollt dem Chef einer kriminellen Organisation "Respekt". Das hat schon mafiöse Vibes, die ich als Linker zutiefst verurteilen muss. Die Linkspartei hat zurecht erkannt, wie viele Berliner Stimmen bislang auf der Straße liegen geblieben waren. Aber es stellt sich leider die Frage, ob nicht ein nennenswerter Teil der Links-Wähler:innen tatsächlich antisemitisch denkt. Diese unangenehme Wahrheit ist nicht wegzuwischen und die TAZ täte gut daran, den Whataboutism von rechts nicht mit einem Whataboutism von links zu beantworten. Wehret den Anfängen, auch hier. Demokratischer Sozialismus ist mit Judenhass und Mafiastrukturen unvereinbar.

    • Abdurchdiemitte

      @N Gogol:

      Hundertprozentige Zustimmung 👍. Danke.

  • Klabauta

    Die Mobilmachung mancher Medien gegen die Linkspartei zeigt eigentlich nur, wie weit der Diskurs inzwischen nach rechts gerückt ist. Die Linke ist kaum linker als es die SPD einmal war, ist also eher sozialdemokratisch als sozialistisch.



    Sie als extremistisch zu fragen ist lächerlich.



    Schnittmengen zwischen AfD und Die Linke sehe ich beim besten Willen keine, eher schon zwischen AfD und BSW, die sich ja zum Glück zuverlässig selbst torpediert.

    • Abdurchdiemitte

      @Klabauta:

      In der Arbeiterschaft hat die AfD der SPD schon längst den Rang abgelaufen. Jetzt geht es an die Zerstörung der CDU, dir sie als ihre Hauptkonkurrenz im rechten Spektrum betrachtet. (Einigen Unionisten ist das sogar schon aufgefallen, dass die AfD konkret gegen sie zielt und sie setzen sich jetzt intensiver mit dem von ihr ausgehenden Gefahr für die Demokratie auseinander - das aber nur, weil ihnen die Faschos inzwischen selbst an die Wäsche gehen.)



      Und den Antisemitismus hat die AfD eigentlich auch garnicht nötig, um ihre Hetze und Feindbilder unters Volk zu streuen. Den haben sie ersetzt durch Islamopbie und Muslimfeindlichkeit. (Muslimische) Migranten sind ja auch viel besser als Sündenböcke geeignet, sind sie im ‚Stadtbild‘ doch präsenter als jüdische Mitbürger.



      Den Antisemitismus kann man dann gemeinsam im Chor mit CDU, Nius, Springermedien & Co. (Sowie sogar einigen taz-Foristen) prima der Linken in die Schuhe schieben, die dafür zur großen Freude ihrer politischen Gegner noch eine Steilvorlage nach der anderen liefert.



      Und Hitler war ja schließlich auch ein Sozialist.



      Das alles verfängt in der Bevölkerung, weil es schon lange vor der AfD so gepredigt wurde.

  • Desdur Nahe

    "ist eine Doppelmoral in der Berichterstattung erkennbar"



    Weshalb? Die genannten Punkte (Bundeszwang, Judenhass, Putin-Marionetten) wurden doch auch exakt so für die AfD genutzt.



    Doppelmoral wäre es, wenn man es bei der Linken unterlassen hätte.



    "kümmere nur die eigene Wohnung"



    Wer statt neu zu bauen bestehenden Wohnraum kaufen und etwas günstiger machen möchte, bedient halt nur die Menschen, die diesen Wohnraum bereits besitzen. Kann man gut oder schlecht finden, sollte man aber wenigstens ehrlich sagen.

    • uwe

      @Desdur Nahe:

      günstiger machen? Womöglich auf Dauer? Und instandhalten, womöglich energetisch etc sanieren?

      Klar - und die Kinder bringt der Storch.

      Aber - macht mal hinne und überrascht mich.

  • Perkele

    Die Linke ist keineswgs antisemitisch. Das kann nur jemand behaupten, die/der fanatisch denkt und alles was links der Faschisten steht, gleich als gefährluch verleumdet. Die Linke ist keine Partei, die gegen die Verfassung polemisiert und arbeitet, wie die AgD. Ernsthaft kann das niemand bestreiten. Es ist absolut demokratisch wenn eine Partei sich Forderungen zueigen macht, die zuerst den Menschen insgesamt helfen sollen und nicht den Pfeffersäcken allein und deren Profiten.

    • N Gogol

      @Perkele:

      Auch als demokratischer Sozialist kann man Fragen an das Verhältnis der Linken zu Israel und Judentum haben. Verirren Sie sich nicht im Dogmatismus, wenn sie das prinzipiell wegreden?

      • Perkele

        @N Gogol:

        Das habe ich nicht prinzipiell weggeredet. Fragen an die Partei sind etwas ganz anderes als der Vorwurf, sie seien es. DAS ist dogmatisch. Und noch eins: Kritik an Israel, insbesondere der rechtsextremen Regierung und begangenen Kriegsverbrechen hat mit Antisemitismus nichts, gar nichts zu tun.

  • economista

    Enteignungen ohne Entschädigung sind mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Aber ist es nicht genau dies, was sich viele bei der Linken mutmaßlich wünschen? Also mit dem Sieg für die Demokratie bin ich mir nicht so sicher.

    • N Gogol

      @economista:

      Die entscheidende Frage bei der sog. Vergesellschaftung wird einfach nicht konsequent gestellt. Ein rot-roter Senat hat viele der diskutierten Wohnungen in den 00er Jahren verscherbelt, weil die Stadt pleite war. Kauft man das alles jetzt im Sinne einer Entschädigung, die ihr Wort wert ist, zurück, ist die Stadt wieder pleite. Ich kann das als Wahlkampf-Knüller gerade noch durchgehen lassen, aber linke Politik sollte das Geld nicht in den Kauf vom Immobilien stecken, sondern in Kiez- und Sozialarbeit, in Demokratieförderung, in sozialen Wohnungsbau uvm. DAFÜR ist das Geld richtig ausgegeben. Die Vergesellschaftung würde endlos viele Mittel binden, die man dann nicht mehr hätte. Im Grunde muss die Linke Merz dankbar sein, wenn er das auf Bundesebene verbietet. Dann kann man Krokodilstränen weinen und sich auf vernünftigere Maßnahmen konzentrieren. Das wissen auch die meisten Linken. Wahlkampf ist vorbei. Jetzt braucht es Hirn und Herz. Außerdem wollen wir doch keinen Staatssozialismus, sondern Sozialismus VON UNTEN. Man muss den Mietenmarkt streng einregulieren und Neubauten fördern. Damit ist den Leuen gedient und nicht mit dem Einfrieen eines dysfunktionalen Istzustand.

    • Axotono

      @economista:

      Natürlich wird entschädigt, das steht doch überall. Meine Güte

    • Pflasterstrand

      @economista:

      weder die linke noch der gesetzesentwurf von dwe – den man sich im übrigen auch durchlesen kann, er ist öffentlich verfügbar – sehen enteignungen ohne entschädigung vor. vorgesehen ist eine vergesellschaftung auf grundlage von art. 15 gg. mit einer entschädigung unterhalb des verkehrwertes, die eine 2021/22 zu fachlichen beruteilung des vorhabens einberufene expert*innenkommission unter vorsitz der ehemaligen spd-bundesjustizministerin hertha däubler-gmelin als rechtlich zulässig eingestuft hat. demokratischer geht es eigentlich kaum, zumal sich bereits vor fünf jahren mehr als 59% der wahlberechtigten in einem durch die berliner verfassung garantierten volksentscheid für diese art der vergesellschaftung ausgesprochen haben. undemokratisch erscheint es mir eher, dieses votum 5 jahre lang zu ignorieren, zu torpedieren und zu desavouieren. die quittung dafür hat die spd gestern abend bekommen. jetzt fake news streuen – wie erbärmlich ist das bitte?

      • Zippism

        @Pflasterstrand:

        „Demokratischer geht es eigentlich kaum“ – doch, ein bisschen mehr Differenzierung wäre schon demokratisch.

        Der Volksentscheid von 2021 war ein politisches Votum für die Erarbeitung eines Gesetzentwurfs, kein fertiges Vergesellschaftungsgesetz. 57,6 % der abgegebenen Stimmen entfielen auf Ja – nicht „59 % der Wahlberechtigten“.

        Und auch bei der von Ihnen angeführten Expertenkommission ist die Sache keineswegs so eindeutig, wie Sie sie darstellen. Die Kommission kam zwar zu dem Ergebnis, dass eine Vergesellschaftung nach Art. 15 GG grundsätzlich verfassungsrechtlich möglich ist. Bei der konkreten Höhe der Entschädigung gab es aber unterschiedliche Auffassungen. Drei Mitglieder vertraten ausdrücklich die Auffassung, dass vom Verkehrswert ausgegangen werden müsse.

        Vor allem aber: Niemand bestreitet, dass Art. 15 GG eine Vergesellschaftung grundsätzlich ermöglicht. Die entscheidenden Fragen sind vielmehr wie, zu welchem Preis, mit welcher Finanzierung und mit welchen Folgen für Landeshaushalt und Wohnungsmarkt.

        Wer diese Fragen mit „Fake News“ abräumt, weil jemand die Kosten und rechtlichen Risiken problematisiert, macht es sich schon sehr bequem.

      • Machiavelli

        @Pflasterstrand:

        Nun das die Komission zu dem Ergebnis kommt ist zu erwarten dafpr wurde sie eingesetzt letztlich entscheiden aber die Gerichte und da ist 150% oder so vom Verkehrswert üblich das Geld hat Berlin nicht.

        • celcon52

          @Machiavelli:

          "150 % oder so", wo haben Sie das her?

          • Machiavelli

            @celcon52:

            Verkehrswert+Folgeschäden.

  • Don Geraldo

    Was ist jetzt an diesem Ergebnis so außergewöhnlich ?



    Rotgrünrot kommt zusammen auf 52,1 Prozent, daß entspricht fast dem Ergebnis von rotrotgrün, daß 2016 mit 25,4 Prozent zur Koalition geführt hat.



    Diese Koalition wurde übrigens 2021 mit sogar 54,1 Prozent im Amt bestätigt.



    Selbst bei der aufgrund des rotrotgrünen Verwaltungsversagens notwendigen Wahl von 2023 wurde dieses Bündnis mit 49 Prozent im Amt bestätigt.



    Trotzdem wurde die SPD lieber Juniorpartner der CDU statt die Regierung fortzusetzen.



    Dafür haben sie die Quittung bekommen, Juniorpartner werden sie bleiben, egal welches Bündnis es gibt.

    Aber da die AfD ihr bestes Ergebnis überhaupt in Berlin erreicht hat, ist es schon vermessen, darin ein in die Schranken weisen zu erkennen.

  • Hierjetzt

    Die PDL linksradikal? Das ist wirklich lustig...

  • Frauke Z

    Die Hufeisentheorie, die anscheinend nur die Autorin in diesen Zusammenhang gebracht hat, stimmt selten - allerdings mit dem Thema Umgang mit Russland bisweilen an wichtigen Stellen.



    Nein, die Linken haben mit der AfD aktuell wenig Ziele gemein.



    Das heißt jedoch nicht, dass eine linke Landesregierung nicht erst recht gefährlich und zerstörerisch wirken kann.

  • rero

    Wo waren denn die antisemitischen Einzelfälle im Wahlkampf in Berlin bei der AfD oder der CDU?

    Insbesondere solche mit getanztem Vernichtungswillen, nicht ein irrlichtender Bundeskanzler, der dem Berliner Wahlkampf im wesentlichen erspart blieb.

    Auch ein Vorwurf der Doppelmoral kann von Doppelmoral geprägt sein.

    Es lohnt sich, die Ergebnisse in den Wahlbezirken zu betrachten.

    Da findet man eine erschreckende Tendenz.

    Die Linke hat in Kreuzberg, Nordneukölln, Wedding und Moabit die besten Ergebnisse eingefahren.

    Das kann daran liegen, dass manche Wähler sich mit Elif Eralp besonders identifizieren.

    Und was ist, wenn manche Wähler die Linke dafür belohnten, dass sie Antisemitismus mit Vernichtungswillen tanzbar macht?

    Wenn bei einer Wahl ausschließlich zwei Parteien Stimmenzuwachs bekommen, von denen die eine ganz rechts außen bis rechtsextremistisch ist und die andere mit Antisemitismus kokettiert, ist das in meinen Augen beileibe kein Sieg der Demokratie.

    Die Linke hat nicht gegen rechts gesiegt, denn die AfD hat einen deutlichen Stimmenzuwachs.

    Die Linke hat gegen SPD und Grüne gesiegt.

    • Klabauta

      @rero:

      Ihrem letzten Satz würde ich sogar zustimmen; das sieht man deutlich an den Wählerwanderungen. Allerdings sind die Gründe hierfür mMn vor allem in der Thematik Mieten zu suchen und nicht in wie von Ihnen der Linken (und ihren Wähler*innen) pauschal unterstellten antisemitischen Haltungen.

  • White_Chocobo

    Guter Artikel.



    Die Pressekampagne gegen Die Linke ist mir heute auch aufgefallen. Ich finde diese "politischen Analysen" in den angeblichen Leitmedien (z.B. Tagesspiegel, Zeit etc.) wirklich bitter. Wenn DAS journalistische Qualität darstellen soll, na dann gute Nacht.

  • Zippism

    Ein Wahlsieg der Linken ist selbstverständlich ein demokratisches Ergebnis. Aber daraus automatisch einen Sieg für die Demokratie zu machen, während jede Kritik an der Partei als Hufeisentheorie oder rechte Kampagne abgetan wird, ist doch arg bequem.



    Wer Antisemitismus in den eigenen Reihen, BDS-Sympathien, israelfeindliche Positionen oder fragwürdige Kontakte innerhalb des eigenen politischen Umfelds thematisiert, betreibt nicht automatisch eine Kampagne gegen die Demokratie.



    Die Hufeisentheorie mag als pauschale Gleichsetzung politisch fragwürdig sein. Sie als Totschlagargument gegen jede Kritik an der politischen Linken zu verwenden, ist allerdings nicht weniger problematisch. Demokratie bedeutet schließlich nicht, dass nur die eigene politische Seite kritisiert werden darf.



    Wer von anderen Parteien konsequente Abgrenzung gegenüber Rechtsextremismus verlangt, sollte dieselben Maßstäbe auch bei Antisemitismus und Extremismus im eigenen Lager anlegen. Sonst bleibt vom viel beschworenen demokratischen Anspruch vor all

  • Frodo

    Ich lese diese verzweifelten Bemühungen um das Hufeisen in der Union nicht nur als den üblichen Reflex, sondern zumindest in Teilen als Vorbereitung auf eine schwarz-blaue Koalition in einigen Jahren. Wenn sich rot-rot-grün als Erfolgsmodell etablieren sollte und man mit einer AfD zwischen 30 und 50% in den meisten Landesparlamenten rechnen muss, bleibt der Union in einigen Bundesländern und auf Bundesebene kaum eine andere Option, wenn sie an der Macht bleiben will - und das ist für viele, gerade für Merz, der einzig entscheidende Faktor. Ich wette, dass die zentrale Fragestellung im Konrad-Adenauer-Haus nicht lautet "Was müssen wir ändern, damit die Wählerschaft zufriedener mit uns ist?", sondern "Was müssen wir tun, um weiter an der Macht zu bleiben?"

    • N Gogol

      @Frodo:

      Die CDU kann mit der AfD nicht zusammengehen, denn die AfD will die CDU vernichten. Das schafft erst die Option für RRG. Aber wenn RRG nicht eine Politik der linken Mitte macht, dann hat die AfD bald alleine absolute Mehrheiten. Viele machen sich scheinbar auch ganz links nicht klar, was die Uhr geschlagen hat. RRG ist nur drin, weil das strukturkonservative und das rechtsextremistishe Lager sich gegenseitig nicht akzpetieren. Das heißt, RRG hat kein gesellschaftlichen Mehrheiten, sondern "nur" parlamentarische. Das ist kein Glücksfall, sondern eine Bürde. Ist man dem gewachsen? Rafft man wirklich, was das heißt? Hinzu kommt, dass auch in Berlin selbst bei diesem histor. Sieg die alte Kernklientel der Linken bei der AfD sitzt. Der Kampf um die Demokratie wird entscheiden beim Kampf um die Stimmen der Arbeiter:innen. Das "Proletariat" wählt jetzt fast durchweg rechts(radikal). Ich höre nicht, wie die Linke das zu ändern gedenkt. Ein Kardinalfehler, der uns die Demokratie kosten kann.