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Entkernung des HeizungsgesetzesBundesregierung kann Frage zu Klimaschutz nicht beantworten

Das Bundeswirtschaftsministerium will kein Enddatum für Öl- und Gasheizungen. Wie so die Klimaziele eingehalten werden sollen, kann es nicht sagen.

Wie sind die deutschen Klimaziele und das geplante neue Heizungsgesetz mit unendlichen Laufzeiten für fossile Gas- und Ölheizungen miteinander vereinbar? Das kann auch das Bundeswirtschaftsministerium nicht sagen, zeigt eine Antwort auf eine Frage des grünen Bundestagsabgeordneten und früheren Staatssekretärs Michael Kellner. Das Dokument liegt der taz vor.

Der Hintergrund: Unter Federführung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant die schwarz-rote Koalition, die Heizungsreform der Ampelregierung rückgängig zu machen. Ein zentraler Punkt: Gas- und Ölheizungen – beide sind extrem klimaschädlich – sollen auch nach 2045 weiter eingebaut und betrieben werden können, anders als es Reiches Vorgänger Robert Habeck (Grüne) vorgesehen hatte. 2045 muss Deutschland nach geltender Rechtslage klimaneutral sein.

Kellner wollte vom Bundeswirtschaftsministerium wissen, wie das Ziel der Klimaneutralität erreicht werden soll, wenn es kein Enddatum für Gas- und Ölheizungen gibt. In seiner länglichen Antwort verweist Staatssekretär Frank Wenzel auf verschiedene Initiativen seines Hauses in der Energiepolitik, etwa das Bestreben, niedrigere Strompreise für Bür­ge­r:in­nen zu erreichen. Dadurch steige „insbesondere auch die Attraktivität von Wärmepumpen“, schreibt er. Die Verbesserung der Energieeffizienz bleibe wichtig.

Erwähnung finden auch die kommunale Wärmeplanung und der Ausbau von Wärmenetzen. Die Worte Gas- und Ölheizung kommen dagegen in der Antwort nicht vor. Statt Kellners Frage zu beantworten, verweist Wenzel auf die vorgesehene Überprüfung des neuen Heizungsgesetzes, die 2030 erfolgen soll.

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„Die Antwort zeigt mit vielen Worten, die Regierung hat keine Idee, wie sie die Klimaziele einhalten will“, kommentiert Kellner das Schreiben des Staatssekretärs. Mitten in einer großen Hitzewelle den Kampf gegen die Klimakrise abzuschwächen, sei keine gute Idee. „Alle wären besser dran, wenn es bei Habecks Gesetz bliebe“, sagt er. Am 11. Juni wird die erste Lesung der Novelle von Schwarz-Rot im Bundestag stattfinden. Die Regierung will, dass es noch vor der Sommerpause des Parlaments im Juli verabschiedet wird.

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14 Kommentare

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  • Naja, die Grünen können ja auch nicht die Frage beantworten, wo im Winter der Strom für die Wärmepumpen herkommen soll.



    In der Disziplin "Fragen nicht beantworten können" nehmen sich beide Seiten nicht viel.

  • "2045 muss Deutschland nach geltender Rechtslage klimaneutral sein."

    2045 wird es überhaupt keine Rolle mehr spielen ob D klimaneutral ist oder nicht.

    • @Tom Tailor:

      Soll das bedeuten, dass man dann eh' nix mehr zu tun braucht???

    • @Tom Tailor:

      @Tom Tailer



      Wenn Deutschland bis 2045 spätestens, durch die von Menschen gemachten Klimakatastrophen abgesoffen oder verglüht ist, sind wir doch Klimaneutral - also Ziel erreicht.

  • Seit Bestehen der Bundesrepublik gab es keine Regierung, die so offenkundig und frech die Interessen allein der Wirtschaft vertritt. Die csdU hat immer schon deutlich mehr als "Profit-Partei" geglänzt anstatt der "Volks"-Partei, als die sie sich gerne empfiehlt. Doch so krass, so deutlich war das nie. Die haben einen Amtseid geleistet, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, schaden aber sehr bewusst der Volksgesundheit und der einkommensschwächeren Schicht --- zugunsten der Wirtschaftsprofite. Einen politischen Nutzen solcher Verratspolitik fährt ausschließlich die AgD ein.

    • @Perkele:

      "...vom deutschen Volk" & "Volksgesundheit":

      Ich dachte immer, solche Worte seien ein ganz großes "iiiehpfuiaus"?

      • @Desti:

        Wie jetzt? Soll man nicht sagen "Das deutsche Volk"? Was steht denn dann auf dem Banner über dem Parlament?? Vielleicht kehrt man den Begriff "Volksgesundheit" einfach um in "Volksmalaise"?

  • Ich rege mich lieber über Herrn Trump auf, das ist so schön abstrakt, wen er sagt was doch für ein toller Typ er ist.



    Frau Reiche hingegen zeigt mir eine Realität und Zukunft.



    Es will einfach nicht in meinen Kopf, dieser Gedanke von nicht verstehen, nicht in Zusammenhängen Denken, in die Zukunft denken.



    Das ist eine nicht neue Art von Dummheit, es ist eine intelligente Dummheit, äußerst Wirkungsvoll, profitabel aber gleichfalls einseitig und somit in letzter Konsequenz zerstörerische.



    Das ergibt für mich die Frage:" Warum sehen Sie das nicht, Frau Reiche? ".

  • Der Kaiser ist nackt. Wieso die Union und die AgD, die eine ideologische Agenda gegen die Interessen der Mehrheit fahren, in Umfragen mehr als 50% bekommen, wird ein ewiges Rätsel bleiben, während Äthiopien den Verbrennermotor verbietet.



    Energie-Autarkie ist das Stichwort. Wird Deutschland von den USA erpresst das teure LNG-Gas zu kaufen? Anders kann man sich diese wiedersinnigen Entscheidungen nicht erklären.

  • Wir werden irgendwann noch alle Rot-Grün nachweinen. Und wenn nicht wir, dann mit Sicherheit unsere Kinder und Enkel.

  • Es ist nur vorgeschrieben und wird auch nicht erwartet, dass die Klimaziele nur erreichbar sind, wenn Öl und Gasheizungen verboten werden. Insofern ist die Frage von Herrn Kellner polemisch. Seine Partei hat auch der Sektorenaufweichung zugestimmt.

  • Natürlich will Reiche kein Ende von Gas und Öl. Sie ist die höchste und noch dazu von Steuergeldern bezahlte Wirtschaftslobbyistin, die die Fossile Wirtsschaft plazieren konnte. Reiche wird jede grüne Energieiinitative in Grund und Boden stampfen, dann aus der Politik ausscheiden und irgendwo einen sehr gut dotierten, wenig Arbeit erfordernden Vorstandsposten annehmen. Eine tollen Lebensabend haben. Gut betucht ins Gras beißen. Nach ihr die Sinflut. Hauptsache die Kasse stimmt zu Lebzeiten. Ihr und ihrem Gutenberg traue ich zu den Job auch unter Kanzlerin Weidel weiterzumachen. Die AfD und Reiche laufen ja in der Klimapolitik eh in die selbe Richtung. Klime, was ist das? Im Winter ist kalt, kann so schlimm nicht sein.

    • @Bluewater:

      "Die AfD und Reiche laufen ja in der Klimapolitik eh in die selbe Richtung"

      So traurig es ist, aber ich habe langsam auch den Eindruck. Wenn man mal das ganze Gerede von AfD und Reiche weg lässt, wie würde sich denn realistisch die Politik unterscheiden? Wir brauchen erneuerbare schon allein um uns unabhängiger zu machen. An welchem Punkt unterscheidet sich die aktuelle Politik von einer, die einen menschengemachten Klimawandel generell in Abrede stellt? Was wären die Punkte, bei denen man anders handeln würde, wenn man CO2-Zertifikate-Handel als nicht änderbar voraussetzt?