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live +++ Nachrichten im Irankrieg +++Iran schließt erneut Straße von Hormus

Iran erwägt den Rücktritt von der vereinbarten Feuerpause. Die Straße von Hormus ist laut Staatsmedien wieder geschlossen. Netanjahu hält „Finger am Abzug“

Straßenszene mit Propaganda. Teheran, 8. April Foto: Majid Asgaripour/WANA/rtr

20.11 Uhr: Netanjahu spricht von „enormen Erfolgen“ im Iran-Krieg

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat betont, die Waffenruhe im Iran-Krieg sei „nicht das Ende des Kampfes“. Es sei vielmehr eine „Station auf dem Weg zum Erreichen aller unserer Ziele“, sagte Netanjahu in einer Ansprache.

Im Krieg mit dem Iran habe der Staat Israel „enorme Erfolge erzielt – Erfolge, die bis vor kurzem völlig unrealistisch schienen“, sagte Netanjahu. „Der Iran ist schwächer als je zuvor, Israel ist stärker als je zuvor.“

Gleichzeitig sagte der Premier, Israel habe „noch Ziele zu erreichen, und wir werden dies tun“. Dies könne entweder durch eine Einigung oder eine Wiederaufnahme der Kämpfe geschehen. „Wir sind bereit, jederzeit die Kämpfe wieder aufzunehmen.“, sagte der Regierungschef. Man habe weiter den „Finger am Abzug“. (dpa)

20.04 Uhr: Iran fordert Ende der israelischen Angriffe im Libanon

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat ein Ende der israelischen Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Rahmen der vereinbarten Waffenruhe im Iran-Krieg gefordert. Araghtschi erklärte am Mittwoch, Israel sei Teil der Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten, auch wenn Israel das Gegenteil behaupte. „Die Welt sieht die Massaker im Libanon“, teilte Araghtschi in einem Beitrag auf der Plattform X mit. „Der Ball liegt nun bei den USA, und die Welt beobachtet, ob sie ihren Verpflichtungen nachkommen werden.“ (ap)

19.02 Uhr: Iran schließt Straße von Hormus

Laut einem Bericht staatlicher Medien hat Iran die Straße von Hormus wieder gesperrt. Der Schritt sei als Reaktion auf israelische Angriffe im Libanon erfolgt. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warf Israel Verletzungen der Waffenruhe „im Iran und im Libanon“ vor.

„Ein Angriff auf den Libanon ist ein Angriff auf den Iran“, schrieb der Kommandeur der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte der iranischen Revolutionsgarde, Sejed Madschid Mussawi, auf der Plattform X. Die iranischen Streitkräfte bereiteten eine harte Reaktion vor, warnte er, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen.

Iranische Medien und der Fernsehsender Al Dschasira berichteten unterdessen, dass Teheran bereit sei, sich aus der Waffenruhe zurückzuziehen und Vergeltung für israelische Angriffe im Libanon zu üben. (afp/dpa/taz)

18.38 Uhr: Neue Luftangriffe Israels in Beirut

Israel setzt seine heftigen Luftangriffe auf Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut trotz einer Waffenruhe im Iran-Krieg fort. Augenzeugen berichteten, ein Gebäude in der Mittelmeerstadt sei zerstört worden. Es habe Opfer gegeben. Die israelische Armee teilte mit, in Beirut sei ein Kommandeur der mit dem Iran verbündeten Schiitenmiliz Hisbollah angegriffen worden. (dpa)

18.29 Uhr: Israel und USA verteidigen Angriffe auf Hisbollah

Das israelische Außenministerium stellte die massiven Angriffe auf Ziele der libanesischen Hisbollah-Miliz als Notwendigkeit dar und griff die Führung des Nachbarlands scharf an: Diese schäme sich nicht, „Israel dafür anzugreifen, dass es genau das tut, was sie selbst hätten tun sollen: gegen die Hisbollah vorzugehen“, hieß es in einem Post des Außenministeriums auf der Plattform X.

US-Präsident Donald Trump erklärte, dass die Waffenruhe im Iran-Krieg auch seiner Ansicht nach nicht für den Libanon gilt. Grund sei die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon, sagte Trump dem Sender PBS.

Deutschland, andere europäische Staaten und Kanada hatten zuvor dazu aufgerufen, die Waffenruhe „auch im Libanon“ umzusetzen. Die unter anderem in Berlin veröffentlichte Erklärung wurde von den Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Großbritanniens, Kanadas, Dänemarks, der Niederlande, Spaniens sowie von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa abgegeben. (dpa/afp/taz)

18.20 Uhr: Iran erwägt Ausstieg aus Feuerpause

Iran erwägt nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, aus der vereinbarten zweiwöchige Feuerpause mit den USA auszusteigen. Hintergrund seien die anhaltenden israelischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon, berichtet Fars unter Berufung auf eine informierte Quelle. Die Hisbollah gilt als wichtigster Verbündeter Irans in der Region.

Zugleich drohte ein anonymer Militärvertreter laut Nachrichtenagentur Fars Israel mit weiteren Angriffen, sollte die Offensive gegen die Hisbollah weitergehen. Nach Angaben von Fars passierten nur zwei Öltanker die Straße von Hormus, bevor der Schiffsverkehr aus Protest wieder eingestellt wurde. Diese Blockade widerspricht der Vereinbarung mit den USA.

Nach Auffassung der iranischen Führung verstößt Israel mit seinen andauernden Angriffen auf die Hisbollah gegen die mit den USA abgestimmte Waffenruhe. Pakistans Premier, Shehbaz Sharif, schrieb auf X, die Feuerpause gelte ausdrücklich auch für den Libanon. (dpa/taz)

17.43 Uhr: Libanon meldet 89 Tote bei israelischen Angriffen

Ungeachtet der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran weitet Israel seine Angriffe im Libanon aus. Die jüngsten Bombardierungen Israels seien die schwersten, die das Land seit Beginn des Krieges zwischen der Hisbollah und Israel Anfang März erlebt habe, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus libanesischen Sicherheitskreisen. Das libanesische Gesundheitsministerium sprach von 89 Toten und 700 Verletzten bei den Angriffen auf die Hauptstadt Beirut und andere Orte.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz wiederum bezeichnete die Angriffe als schweren Schlag gegen die Hisbollah-Miliz – die ihrerseits ihre Angriffe aber nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen am Mittwochmorgen eingestellt ‌hatte. Iranische Medien berichten, dass die iranische Führung die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr erst freigeben will, wenn Israel auch seine Angriffe im Libanon stoppt. (rtr)

17.34 Uhr: Katar meldet Beschuss aus dem Iran

Der Iran hat trotz Waffenruhe seine Angriffe auf Katar fortgesetzt. Das Verteidigungsministerium des Golfstaats teilte mit, das Land sei heute mit sieben ballistischen Raketen und mehreren Drohnen aus dem Iran angegriffen worden. Die katarische Armee habe alle Raketen und Drohnen erfolgreich abgefangen.

Auch die Golfstaaten Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten selbst nach Verkündung einer Waffenruhe neuen Beschuss aus dem Iran gemeldet. (dpa)

16.28 Uhr: Iran droht mit Ende der Waffenruhe wegen Libanon-Angriffen

Der Iran droht einem Medienbericht zufolge mit einem Ende der Waffenruhe, sollten die israelischen Angriffe im Libanon weitergehen. Das iranische Militär erfasse Ziele für eine Vergeltung wegen der jüngsten Attacken, meldet ‌die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf einen Insider. Die mit den USA vereinbarte Feuerpause schließe ein Ende der Kämpfe an allen Fronten ein. (rtr)

16.18 Uhr: Pakistan: Delegationen aus USA und Iran reisen am Freitag an

Die Delegationen aus den USA und dem Iran werden am Freitag zu Gesprächen in Pakistan eintreffen. Dies teilt der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif mit. (rtr)

16.15 Uhr: Waffenruhe beflügelt Wall Street

Die US-Börsen ‌haben dank der angekündigten ‌Feuerpause im Irankrieg eine Erholungsrally gestartet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte kletterte am Mittwoch um drei Prozent auf 47.990 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 2,5 Prozent auf 6.784 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 3,2 Prozent auf 22.720 Punkte. (rtr)

16.12 Uhr: Iran und Saudi-Arabien melden Drohnen-Abschüsse

Saudi-Arabien und der Iran melden jeweils den Abschuss von Drohnen. In den vergangenen Stunden seien neun Flugkörper abgefangen worden, teilt das Königreich mit. Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben ‌eine Hermes-900-Drohne über dem Süden des Landes abgeschossen. Dieser Typ wird von Israel eingesetzt. Die Garden warnen, dass jedes Eindringen in den iranischen Luftraum als ‌Verletzung der Feuerpause gelte.

16.12 Uhr: Waffenruhe im Irankrieg: Merz telefoniert mit Trump

Nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA hat Bundeskanzler Friedrich Merz mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Das verlautete aus Regierungskreisen. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Über Inhalte wurde nichts bekannt. (dpa)

16.09 Uhr: CSU-Verteidigungspolitiker Erndl unterstützt möglichen Hormus-Einsatz

Der Unions-Verteidigungspolitiker Thomas Erndl (CSU) befürwortet eine mögliche deutsche Beteiligung an einer Militärmission an der Straße von Hormus. „Als Parlament erwarten wir eine frühzeitige Einbindung und unterstützen die Regierung bei einem möglichen Engagement“, sagte Erndl den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (NBR) nach Angaben vom Mittwoch. Nun liege es in der Verantwortung des Bundesverteidigungsministeriums, „konkrete Handlungsoptionen zu prüfen und vorzubereiten“. (afp)

16.06 Uhr: US-Militär ist zu weiteren Angriffen auf den Iran bereit

Das US-Militär ist nach Angaben von Verteidigungsminister Pete Hegseth zu weiteren Angriffen auf den Iran bereit. Dies werde geschehen, wenn Teheran sein angereichertes Uran nicht übergebe, sagte Hegseth am Mittwoch in Washington. Der Pentagon-Chef machte keine näheren Angaben dazu, ob der Iran einer von US-Präsident Donald Trump angekündigten gemeinsamen Bergung von Nuklearmaterial zugestimmt hat. Der Iran werde das Material freiwillig aushändigen, sagte Hegseth, andernfalls könnten die USA ähnlich wie im vergangenen Sommer iranische Atomanlagen angreifen. „Wir behalten uns diese Möglichkeit vor“, sagte er und betonte, das iranische Militär stelle keine nennenswerte Bedrohung mehr für die US-Streitkräfte oder die Region dar. Der Iran sei deutlich besiegt worden.

„Das Pentagon hat – vorerst – seinen Teil getan“, sagte Hegseth. „Wir stehen im Hintergrund bereit, um sicherzustellen, dass der Iran alle Bedingungen einhält.“ Auch Generalstabschef Dan Caine erklärte, die US-Luftangriffe hätten das iranische Militär und dessen Rüstungsindustrie erheblich geschwächt. Er sagte ebenfalls, das Militär sei bereit, die Angriffe wieder aufzunehmen, sollte die Waffenruhe scheitern. (ap)

16.04 Uhr: Trump: Könnten Schiffsverkehr gemeinsamen mit Iran schützen

Die Schifffahrt durch die Straße von Hormus könnte nach den Worten von US-Präsident Donald Trump gemeinsam von den USA und dem Iran abgesichert werden. Es gebe die Überlegung, es als Gemeinschaftsprojekt umzusetzen, sagte er dem Sender ABC News zufolge. „Das ist eine Möglichkeit, sie abzusichern – auch vor anderen Leuten“, sagte er, ohne weiter ins Detail zu gehen. (dpa)

15.48 Uhr: Dutzende Tote und Chaos nach israelischem Großangriff in Libanon

Ungeachtet der Waffenruhe im Irankrieg greift Israel den Libanon weiterhin massiv an. Die Armee berichtete am Nachmittag vom „größten koordinierten Angriff“ seit dem Wiederaufflammen des Konflikts mit der Hisbollah Anfang März. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete Dutzende Tote und Hunderte Verletzte. Demnach sind noch Menschen unter Trümmern nach Angriffen verschüttet. Auch aus einem Krankenhaus hieß es, die Klinik behandle eine große Zahl von Opfern.

Israels Armee berichtete am Nachmittag, sie habe innerhalb von zehn Minuten in der libanesischen Hauptstadt Beirut, im Osten sowie im Süden des Nachbarlandes mehr als 100 Kommandozentralen und Militärstützpunkte der Hisbollah ins Visier genommen worden. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem „Überraschungsangriff“, der Hunderte Hisbollah-Mitglieder getroffen habe. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, es habe mehr als 150 Angriffe gegeben, viele in Beirut. Auf Aufnahmen waren mehrere Rauchschwaden über Beirut zu sehen. (dpa)

15.46 Uhr: US-Militär: Mehr als 13.000 Angriffsziele im Iran getroffen

Das US-Militär hat Statistiken zu seinen Angriffen auf den Iran präsentiert. Generalstabschef Dan Caine sagte am Mittwoch in einem Pressebriefing, bei den Einsätzen seien mehr als 13.000 Ziele getroffen worden. Dadurch seien 80 Prozent der iranischen Luftabwehrsysteme zerstört und 90 Prozent der Waffenfabriken attackiert worden. Caine erklärte den versammelten Reportern im Pentagon, mehr als 90 Prozent der regulären iranischen Flotte seien versenkt worden, „einschließlich aller größeren Überwasserkampfschiffe“. 150 Schiffe lägen nun auf dem Meeresgrund. Der Generalstabschef beschrieb auch die Versorgung der US-Truppen: Das Militär habe mehr als sechs Millionen Mahlzeiten ausgegeben. Zudem seien schätzungsweise mehr als 3,6 Millionen Liter Kaffee, zwei Millionen Energy-Drinks und „eine Menge Nikotin“ konsumiert worden. (ap)

15.24 Uhr: Iran: Gehen mit großem Misstrauen in Gespräche mit USA

Der Iran geht nach den Worten seines UN-Botschafters in Genf mit großer Vorsicht in die anstehenden Friedensgespräche mit den USA. Es gebe ein großes Misstrauen, sagt Ali ‌Bahreini der Nachrichtenagentur Reuters. Die iranischen Streitkräfte hielten ihre Einsatzbereitschaft aufrecht. Man wolle in den Verhandlungen jedoch prüfen, wie ernst es die USA meinten. ‌Alle bestehenden Vereinbarungen, auch die zur Straße von Hormus, seien nur vorläufig, sagt der Diplomat weiter. Der Krieg werde sich auf den künftigen rechtlichen Status der Meerenge auswirken. (rtr)

15.16 Uhr: Hegseth: US-Militär kann jederzeit erneut zuschlagen

Die US-Streitkräfte bleiben nach den Worten von Verteidigungsminister Pete Hegseth weiterhin bereit für schnelle militärische Schläge. „Wir gehen nirgendwo hin. Wir stellen sicher, dass Iran sich an die Waffenruhe hält“, sagte Hegseth auf einer Pressekonferenz in Washington. Die Streitkräfte seien bereit, jederzeit wieder loszulegen, mit welchen Zielen auch immer. Den Krieg im Iran erklärte Hegseth für gewonnen. In weniger als sechs Wochen hätten die USA einen „historischen Sieg“ errungen. „Wir haben die Verteidigungsindustrie des Iran vollständig zerstört – ein zentrales Ziel unserer Mission.“ Es sei zwar möglich, dass der Iran noch vereinzelt in der Lage sei zurückzuschießen. Hegseth zufolge kann Teheran aber keine weiteren Raketen oder Drohnen mehr herstellen. (dpa)

15.14 Uhr: Insider: Saudiarabische Ost-West-Pipeline bei Angriff getroffen

Die saudiarabische Ölleitung zur Umgehung der Straße von Hormus ist einem Insider zufolge bei einem iranischen Angriff getroffen worden. Das Ausmaß des Schadens an der Ost-West-Pipeline ‌werde geprüft, sagt der Branchenvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Auch andere Anlagen seien angegriffen worden. Die Pipeline verläuft quer über die Arabische Halbinsel zum ‌Roten Meer. Nur über sie kann das Königreich bei einer Sperrung der Straße von Hormus Rohöl exportieren. (rtr)

15.03 Uhr: Iran plant Feier für getöteten Revolutionsführer Chamenei

40 Tage nach dem Tod von Revolutionsführer Ali Chamenei ist am Donnerstag in Teheran eine große Gedenkfeier geplant. Nach Angaben des islamischen Propagandabüros ist die Teilnahme der Menschen an dieser Zeremonie „ein Zeichen der Treue zur islamischen Revolution und des Respekts gegenüber dem getöteten Führer“. Das Motto der Trauermärsche laute: „Niemals Beugung vor Erniedrigung“. Bereits am Mittwoch, unmittelbar nach Inkrafttreten einer Waffenruhe, sollte in der Schiiiten-Metropole Ghom südlich von Teheran eine ähnliche Gedenkfeier stattfinden. Die war im Schrein der heiligen Fatima Masuma, der Schwester des achten Schiiten-Imams Resa, geplant. Chamenei war am 28. Februar bei Luftangriffen der USA und Israels auf seine Residenz in Teheran getötet worden. (dpa)

15.02 Uhr: Iran meldet Explosionen am Persischen Golf

Nach Beginn der Waffenruhe mit den USA und Israel hat der Iran neue Explosionen am Persischen Golf gemeldet. Sie ereigneten sich an einer Raffinerie auf der Insel Lawan, wie die Nachrichtenagentur Mehr berichtete. Die Ursache war zunächst unbekannt. Die Ölraffinerie auf Lawan sei Ziel eines „feindlichen, hinterhältigen Angriffs“ geworden, berichtete die Agentur unter Berufung auf die nationale Ölgesellschaft. Die Feuerwehr sei im Einsatz, die Brände unter Kontrolle zu bringen und die Anlagen zu sichern. Todesopfer gab es demnach nicht. Der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani sagte am Nachmittag, Israels Armee habe keine Beteiligung daran. Auch auf der Insel Sirri kam es zu Explosionen, wie Mehr weiter berichtete. Auf jede Aggression werde der Iran mit einer „Reue bringenden Antwort“ reagieren, hieß es in dem Bericht. (dpa)

14.51 Uhr: Iran: Erstes Schiff passiert seit Feuerpause die Straße von Hormus

Dem iranischen Staatsfernsehen zufolge passiert das erste Schiff seit dem Beginn der Feuerpause die Straße von Hormus. (rtr)

14.51 Uhr: WHO fordert Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah

Die Weltgesundheitsorganisation hat die zweiwöchige Feuerpause zwischen den USA und dem Iran begrüßt und gleichzeitig weitere Schritte angemahnt. Angesichts der vielen Vertriebenen im Libanon sei eine weitere Waffenruhe zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah-Miliz erforderlich, teilte die WHO am Mittwoch mit. „Weitere Gewalt und Vertreibungen werden das libanesische Gesundheitssystem weiterhin zerstören und die Schwächsten – darunter Menschen mit chronischen Erkrankungen, ältere Menschen und Kinder – unverhältnismäßig stark treffen“, sagte der WHO-Regionaldirektor Hanan Balkhy. Er erläuterte in einer Pressekonferenz die Nothilfemaßnahmen der Organisation im gesamten Nahen Osten. Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen in der Region stünden unter enormem Druck, erklärte Balkhy. Dies gelte insbesondere im Iran, wo mehr als 33.000 Menschen verletzt und mehr als 2.300 getötet worden seien. (ap)

14.36 Uhr: Europäer und Kanadier pochen auf rasches Kriegsende

In einer gemeinsamen Erklärung fordern mehrere westliche Regierungschefs ein schnelles Ende des Kriegs. „Das Ziel muss nun sein, in den kommenden Tagen ein ‌rasches und dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. Dies kann nur auf diplomatischem Wege erreicht werden“, heißt es in einer Erklärung von ‌Kanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, des britischen Premierministers Keir Starmer, des kanadischen Regierungschefs Mark Carney, der Länderchefs von den Niederlande und Dänemarks, Rob Jetten und Mette Frederiksen, sowie der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und des EU-Ratspräsidenten Antonio Costa. Entscheidend sei bei nötigen raschen Fortschritten, die Zivilbevölkerung im Iran zu schützen und die Sicherheit in der Region zu gewährleisten. „Eine Verhandlungslösung kann auch eine schwere globale Energiekrise abwenden.“ Die Unterzeichner sagen einen Beitrag zur Sicherung der Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu. (rtr)

14.31 Uhr: Hegseth: Irans Raketenprogramm faktisch zerstört

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth zieht eine positive Bilanz des Krieges gegen den Iran. Die USA hätten bei dem Einsatz „Epic Fury“ einen ‌entscheidenden Sieg errungen, sagt er vor Journalisten. Die Regierung in Teheran habe um eine Feuerpause gebettelt. Das Raketenprogramm des Irans ‌sei funktionell zerstört und die Fabriken des Landes seien dem Erdboden gleichgemacht worden. Nun gebe es eine echte Chance auf Frieden. An die an dem Einsatz beteiligten US-Soldaten gerichtet sagt Hegseth, sie sollten in Bereitschaft bleiben. (rtr)

14.18 Uhr: Passage durch Hormus bleibt eingeschränkt

Der Iran hält weiterhin an einer Kontrolle des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus fest. Der staatliche Sender Irib verwies auf X auf eine Erklärung von Außenminister Abbas Araghtschi. Demnach unterliegt der Schiffsverkehr nach wie vor „technischen Beschränkungen und der Abstimmung mit den iranischen Streitkräften“. Schiffe dürfen erst nach Erhalt einer offiziellen Genehmigung zwischen zwei iranischen Inseln hindurchfahren und iranische Hoheitsgewässer durchqueren.

Die US-Zeitung Wall Street Journal zitierte ein Besatzungsmitglied eines Schiffes. Demnach sei per Funk mitgeteilt worden, dass eine Genehmigung der Sepah-Marine für eine Passage eingeholt werden müsse. „Jedes Schiff, das versucht, ohne Genehmigung durchzufahren, wird zerstört.“ Die Sepah-Marine ist der maritime Arm der Iranischen Revolutionsgarden. (dpa)

14.18 Uhr: Insider: Öffnung von Hormus Donnerstag oder Freitag möglich

Die Straße von Hormus könnte einem hochrangigen iranischen Regierungsvertreter zufolge am Donnerstag oder Freitag freigegeben werden. Voraussetzung sei, dass ‌eine Einigung auf ein Rahmenabkommen erzielt werde, sagt der an den Gesprächen beteiligte Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Die Öffnung würde ‌dann begrenzt und unter iranischer Kontrolle erfolgen. „Für alle Schiffe wird eine Abstimmung mit dem iranischen Militär zwingend erforderlich sein“, heißt es weiter. (rtr)

14.16 Uhr: Rüstungswerte legen kräftig zu

Die Erholungswelle an den Aktienmärkten treibt auch die Rüstungswerte an. Der europäische Sektorindex steigt um 6,7 Prozent und damit so stark wie seit rund einem Jahr nicht mehr. Im vergangenen Monat hatte er rund 8,5 Prozent eingebüßt, da europäische Staaten eine Teilnahme an dem Krieg der USA und Israels gegen Iran verweigert hatten. Grundsätzlich sei aber mit steigenden Verteidigungsausgaben zu rechnen, was der Branche zugute komme, sagte ein Händler. (rtr)

14.16 Uhr: Trump: 50-Prozent-Zölle für Irans Waffenlieferanten

US-Präsident Donald Trump droht Ländern, die den Iran mit Waffen beliefern, mit Strafzöllen von 50 Prozent. Ein entsprechender Zollsatz solle mit sofortiger Wirkung auf alle Waren gelten, die in die USA verkauft würden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Das gelte ab sofort und ohne Ausnahme. Zudem kündigte Trump einen vollständigen Stopp der Urananreicherung im Iran an. „Es wird keine Urananreicherung geben“, schrieb er auf der Plattform. Die USA wollten gemeinsam mit Teheran nukleare Rückstände beseitigen; man werde „den gesamten tief vergrabenen nuklearen „Staub“ ausgraben und entfernen“, so Trump. Dieser stünde unter strenger Satellitenüberwachung, seit dem Angriff sei „nichts angerührt“.

Er behauptete, dass das Land einen „sehr produktiven Regimewechsel“ durchlaufen habe. Zugleich stellte er eine Annäherung Washingtons und Teherans in Aussicht. Die USA werden „eng mit dem Iran zusammenarbeiten“ und über eine Lockerung von Zöllen und Sanktionen sprechen. „Viele der 15 Punkte wurden bereits vereinbart“, schreib Trump auf Truth Social. Unklar blieb zunächst, worauf sich diese Punkte beziehen. Der Iran hatte zuvor einen eigenen Zehn-Punkte-Plan für ein mögliches Abkommen vorgelegt, während aus Washington Forderungen nach weitergehenden Zugeständnissen bekannt waren. (dpa)

14.11 Uhr: Kreml begrüßt Iran-Vereinbarung

Russland heißt die vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe im Irankrieg gut, geht auf einen ähnlichen Vorschlag aus Kiew aber nicht ein. Moskau begrüße die Entscheidung, den Weg der bewaffneten Eskalation nicht weiterzugehen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. „Sehr wichtig“ sei, dass es keine Angriffe auf zivile und wirtschaftliche Objekte des Irans gebe. (dpa)

14.05 Uhr: Israel meldet größten Angriff auf Hisbollah-Ziele im Libanon

Israel hat nach eigenen Angaben seinen bislang größten Angriff seit Kriegsbeginn auf Einrichtungen der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz im Libanon ‌vollzogen. Dabei seien auch Kommandozentren der Miliz in der Hauptstadt Beirut getroffen worden, teilt das Militär mit. Die meisten ‌Ziele hätten sich in zivilen Gebieten im ganzen Land befunden. (rtr)

13.51 Uhr: Irans Revolutionsgarden haben „kein Vertrauen“ und behalten „Finger am Abzug“

Die Revolutionsgarden im Iran haben eigenen Angaben zufolge nach der Einigung auf eine Waffenruhe „kein Vertrauen“ in die Versprechen der USA und behalten lieber „den Finger ab Abzug“. „Die engagierten Wachen der iranischen Nation befolgen die Befehle des Obersten Befehlshabers der Streitkräfte, Seiner Heiligkeit Ajatollah Sejjed Modschtaba Chamenei, und ihre Finger sind am Abzug“, hieß es in einer am Mittwoch im Onlinedienst Telegram veröffentlichten Erklärung der Garde. Die Revolutionsgarden forderten darin auch die Golfstaaten auf, ihre „Zusammenarbeit“ mit den USA zu beenden. Weiter betonten sie: „Der Feind war schon immer hinterhältig, und wir haben kein Vertrauen in seine Versprechen, und wir werden auf jede Aggression mit noch größerer Härte reagieren.“ (afp)

13.46 Uhr: Trump: Iran wird kein Uran mehr anreichern

US-Präsident Donald Trump zufolge wird der Iran in Zukunft kein Uran mehr anreichern. Zudem würden die ‌USA und der Iran das verschüttete Uran ausgraben und entfernen, schreibt Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Bei ‌vielen der 15 Punkte des US-Plans für den Iran gebe es bereits eine Übereinkunft. Man werde sehr eng mit der Regierung in Teheran zusammenarbeiten, heißt es weiter. Der Iran habe einen sehr produktiven Regimewechsel durchlaufen. Eine Stellungnahme der Islamischen Republik liegt zunächst nicht vor. (rtr)

13.45 Uhr: Trump: USA werden verschüttetes Uran mit Teheran bergen

US-Präsident Donald Trump hat auf seiner Plattform Truth Social eine Zusammenarbeit mit dem Iran bei der Bergung von bei Angriffen verschüttetem Uran angekündigt und eine weitere Anreicherung von Uran in der Islamischen Republik ausgeschlossen. Eine Bestätigung aus Teheran für die gemeinsame Bergung von angereichertem Uran oder einen Verzicht auf Urananreicherung lag zunächst nicht vor. Trump behauptete, Washington habe festgestellt, dass die Islamische Republik einen „sehr produktiven Regimewechsel“ durchlaufen habe. Der Iran habe bereits vielen US-Forderungen zugestimmt. Bald werde man mit Teheran über Sanktions- und Zollerleichterungen sprechen und tue dies sogar bereits. (ap)

13.38 Uhr: SPD-Fraktionsgeschäftsführer gegen deutschen Alleingang bei US-Basis Ramstein

Die ‌SPD-Fraktionsführung hat trotz jüngster ‌Ausfälle von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran einen deutschen Alleingang bei der US-Basis Ramstein abgelehnt. Der parlamentarische Geschäftsführer Dirk Wiese, forderte am Mittwoch in Berlin zwar, NATO-Generalsekretär Mark Rutte müsse bei seinem Besuch in Washington am Mittwoch härter gegen Trump auftreten. Die Frage der Nutzung der Basis müsse jedoch ‌innerhalb der NATO besprochen werden. Deutschland solle hier nicht allein handeln. Trump und die US-Armee seien jedoch auf die NATO-Partner und deren Stützpunkte angewiesen. „Das ist keine Einbahnstraße hier von Seiten der USA“, erklärte Wiese. „Ich glaube, eine andere Sprache wird da nicht verstanden.“ (rtr)

13.37 Uhr: Bundesregierung erwartet gebührenfreie Hormus-Passage

Die Bundesregierung fordert für die Straße von Hormus einen unbehinderten Schiffsverkehr auf Grundlage internationaler Abkommen. Die Meerenge sei nicht nur iranisches Seegebiet, sondern es gelte auch das UN-Seerechtsübereinkommen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. „Und deswegen ist es erforderlich, dass bei der Wiederaufnahme ein freier, sicherer und auch gebührenfreier Seeschiffsverkehr sichergestellt wird. Das ist die deutsche Position, die sich aus dem internationalen Recht, was hier anwendbar ist, herleitet“, sagte er weiter. Eine ganze Reihe von Ländern sei weltweit von den Auswirkungen der Sperrung der Straße von Hormus betroffen. Aus Sicht Deutschlands seien die Vereinten Nationen der richtige Rahmen, um sich mit dem Problem zu befassen. (dpa)

13.36 Uhr: Hamas: Feuerpause ist „wichtiger Schritt“ zur Beschränkung des US-Einflusses in Region

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat die Einigung auf eine Feuerpause im Irankrieg als „wichtigen Schritt“ zur Beschränkung des Einflusses der USA in der Region bezeichnet. „Die Waffenruhe ist zweifellos ein bedeutender Schritt zur Schwächung der amerikanischen Vorherrschaft in der Region und ebnet den Weg für den bevorstehenden Untergang des illegitimen Gebildes“, erklärte der hochrangige Hamas-Vertreter Bassem Naim am Mittwoch und bezog sich dabei offenbar auf den US-Verbündeten Israel. „Der Wille der freien Völker, die bereit sind, den Preis für Freiheit und Unabhängigkeit zu bezahlen, hat triumphiert“, fügte Bassem hinzu. Die Hamas beglückwünsche „das Volk und die Führung des Iran“ und spreche „allen Märtyrern“ ihr Beileid aus, hieß es in der Erklärung der pro-iranischen Gruppe weiter, die im Gazastreifen an der Macht ist. (afp)

13.34 Uhr: EU: Durch Irankrieg ausgelöste Energiekrise von längerer Dauer

Die durch den Irankonflikt ausgelöste Energiekrise ist der EU-Kommission zufolge nicht von kurzer Dauer. Rund 8,5 ‌Prozent des Flüssigerdgases, sieben Prozent des Erdöls sowie 40 Prozent des Flug- und Dieselkraftstoffs der EU würden ‌durch die Straße von Hormus transportiert, sagt Sprecherin Anna-Kaisa Itkonen. „Was wir bereits absehen können, ist, dass diese Krise nicht von kurzer Dauer sein wird“, sagte sie. Es handele sich offensichtlich um einen sehr, sehr wichtigen Engpass. (rtr)

13.34 Uhr: Syrien nimmt Flugverkehr wieder auf

Angesichts einer Waffenruhe im Irankrieg hat auch Syrien den Flugverkehr wieder aufgenommen. Alle geschlossenen Luftkorridore seien wieder geöffnet, teilte die syrische Zivilluftfahrtbehörde mit. Der internationale Flughafen in Damaskus habe ebenfalls wieder den Betrieb aufgenommen. Alle Flüge starteten und landeten planmäßig. Die syrischen Luftfahrtbehörden hatten den Flugverkehr Anfang März aufgrund israelischer und iranischer Luftangriffe eingestellt. Seit Beginn des Irankrieges am 28. Februar war der Flugverkehr in der Region stark eingeschränkt. Zuvor hatte der Irak die Wiederöffnung des Luftraums verkündet. (dpa)

13.31 Uhr: US-Vize Vance bezeichnet Iran-Waffenruhe als „fragil“

US-Vizepräsident J. D. Vance hat die zwischen den USA und dem Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe als „fragil“ bezeichnet. Die Öffnung der Straße von Hormus und die beidseitige Einstellung der Kampfhandlung seien „die Grundlage für die fragile Waffenruhe, die wir haben“, sagte er in der Veranstaltung eines Politik-Instituts in Budapest. Eine Aufzeichnung davon wurde auf YouTube veröffentlicht. „Fragil“ sei die Lage deshalb, weil es im Machtzentrum des Irans sowohl Kreise gebe, die konstruktiv an mögliche Friedensverhandlungen herangingen, als auch solche, die diese torpedieren möchten, führte er weiter aus. „Wenn die Iraner dazu bereit sind, aufrichtig mit uns zu arbeiten, dann können wir zu einer Übereinkunft gelangen.“ Würden sie jedoch lügen, betrügen und die gegenwärtige brüchige Waffenruhe sabotieren, „würden sie damit nicht glücklich werden“. US-Präsident Donald Trump habe deutlich gemacht, dass die USA über militärische, diplomatische und vor allem ökonomische Druckmittel verfüge, fügte er hinzu. Sollte Teheran den Verhandlungsprozess nicht aufrichtig führen, ließe Trump „nicht mit sich spaßen“. (dpa)

13.26 Uhr: Reederverband: Waffenruhe ist wichtiges Signal für Seeleute

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat die zweiwöchige Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA als wichtiges Signal für die im Golf festsitzenden Seeleute bezeichnet. Die Lage bleibe aber angespannt, solange Details nicht vorlägen und Sicherheit nicht gewährleistet sei, sagte der Sprecher des VDR aus Hamburg auf Anfrage. Nach Angaben des VDR sitzen seit Ausbruch des Kriegs Ende Februar mehr als 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten im Persischen Golf fest. Darunter seien mindestens 50 Schiffe deutscher Reedereien.

Auch der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), Arsenio Dominguez, begrüßte „im Interesse der Gesundheit und des Wohlergehens der Seeleute sowie der weltweiten Schifffahrtsindustrie“ den Waffenstillstand. Er arbeite mit den zuständigen Parteien zusammen, um einen geeigneten Mechanismus zur Gewährleistung der sicheren Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus einzurichten, sagte Dominguez. (dpa)

13.19 Uhr: Revolutionsgarden: Haben in der Nacht Ölanlagen angegriffen

Die iranischen Revolutionsgarden haben eigenen Angaben zufolge in der Nacht Energieanlagen und Ölpipelines angegriffen, die ‌mit den USA und Israel in Verbindung stehen. Darunter seien auch Ölanlagen in der saudiarabischen Hafenstadt Janbu, ‌wie staatliche Medien berichten. Der Finger sei am Abzug, erklären die Revolutionsgarden der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge. Auf jeden Angriff würden sie mit noch mehr Härte reagieren. (rtr)

13.18 Uhr: Hisbollah warnt vor iranischer Reaktion bei Bruch der Feuerpause

Der Hisbollah-Abgeordnete Ibrahim al-Mussawi hat vor einer Reaktion des Irans und seiner Verbündeten gewarnt, sollte Israel die vereinbarte Feuerpause nicht einhalten. Die Übereinkunft schließe den Libanon gemäß den Bestimmungen ein, und der Iran habe auf dieser Einbeziehung bestanden, sagte al-Mussawi dem Fernsehsender Al-Dschadid. Es war die erste Reaktion aus den Reihen der schiitischen Miliz, seit die USA und der Iran unter Vermittlung Pakistans eine Vereinbarung für eine Waffenruhe schlossen. (ap)

13.17 Uhr: Polens Regierungschef: Keine dauerhafte Stabilität in Nahost

Polens Regierungschef Donald Tusk rechnet trotz Erleichterung über die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe nicht mit einer dauerhaften Stabilisierung in Nahost. „Frieden und sogar ein vorübergehender Waffenstillstand sind immer besser als Krieg“, sagte er zu Beginn einer Kabinettsitzung in Warschau. Allerdings gehe er angesichts des bisherigen Vorgehens, der Erfahrung und der Worte der an dem Konflikt beteiligten Politiker „mit äußerster Vorsicht“ von einer Perspektive von mehreren Wochen aus. (dpa)

13.13 Uhr: Spritpreise steigen am Mittag weniger stark

Trotz abgestürzter Rohölpreise haben die allermeisten Tankstellen am Mittwochmittag ihre Preise deutlich erhöht. Im bundesweiten Durchschnitt verteuerte sich Superbenzin der Sorte E10 zwischen 11.45 Uhr und 12.15 Uhr um 5,7 Cent pro Liter, Diesel um 5,3 Cent, wie der ADAC mitteilt. Nach der Erhöhung kostete ein Liter E10 im Schnitt 2,208 Euro, ein Liter Diesel 2,471 Euro. (dpa)

13.06 Uhr: Papst Leo erleichtert über Waffenruhe-Vereinbarung im Iran

Papst Leo XIV. hat sich erleichtert über die in der Nacht vereinbarte Waffenruhe im Iran gezeigt. „Nach den jüngsten Stunden großer Spannungen im Nahen Osten und weltweit begrüße ich mit Genugtuung und als Zeichen inniger Hoffnung die Ankündigung einer sofortigen zweiwöchigen Waffenruhe“, sagte der Papst am Mittwoch während der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Nur durch die Wiederaufnahme von Verhandlungen könne der Krieg beendet werden, sagte Leo weiter. (epd)

13.05 Uhr: Waffenruhe im Irankrieg stützt US-Finanzinvestoren

Die Aufbruchstimmung an den Börsen nach der Ankündigung einer Waffenruhe im Irankrieg beflügelt die Aktien großer US-Finanzinvestoren. Die Papiere von Blue Owl, Apollo Global, Blackstone und KKR legen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um knapp drei bis vier Prozent zu. Vermögensverwalter profitieren in der Regel von erhöhter Risikobereitschaft der Anleger, da steigende Aktienkurse den Wert ihrer Portfolios erhöhen. Dennoch liegen die Titel von Blue Owl ‌und seinen Rivalen zwischen rund 30 und 45 Prozent unter dem Niveau vom Jahresbeginn. Seit einer Welle von Mittelabzügen aus sogenannten Private-Credit-Fonds stehen die Unternehmen stark unter Druck. Dabei handelt es sich um Darlehen, die von Finanzinvestoren an Unternehmen vergeben werden, die für traditionelle Banken als zu riskant gelten. Als Hauptrisiko gilt laut Analysten die hohe Konzentration auf Softwarefirmen in den Portfolios der Fonds. Viele Marktteilnehmer fürchten, dass KI-Tools bisherige Geschäftsmodelle in der Branche untergraben könnten. (rtr)

12.56 Uhr: Pakistan: Iran bestätigt Teilnahme an Gesprächen in Islamabad

Der Iran hat nach Angaben des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif die Teilnahme an Gesprächen mit den USA in Islamabad bestätigt. Es war zunächst unklar, wer die Islamische Republik bei dem Treffen am Freitag in der pakistanischen Hauptstadt vertreten soll. Das Büro von Sharif teilte am Mittwoch mit, er habe mehr als eine Dreiviertelstunde lang mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian telefoniert und der iranischen Führung für die Einwilligung in eine Waffenruhe und die Annahme des pakistanischen Angebots gedankt, Gespräche zur Lösung des Konflikts auszurichten. Peseschkian habe Pakistan für die Vermittlungsbemühungen gedankt und der Bevölkerung des Landes seine besten Wünsche übermittelt. (ap)

12.55 Uhr: EU: Wollen uns noch nicht zur Absicherung der Straße von Hormus äußern

Die EU-Kommission will sich noch nicht zu zu möglichen künftigen Maßnahmen zur Sicherung ‌des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus äußern. „Wir haben die Nachricht von der Waffenruhe erhalten. Wir begrüßen ‌sie. Wie die Hohe Vertreterin (Kaja Kallas) gesagt hat, haben wir ein Zeitfenster für Vermittlungsbemühungen, das offen bleiben muss, und dann sehen wir weiter“, sagt EU-Sprecher Anouar El Anouni während der einer täglichen Pressekonferenz. Die Straße von Hormus sei ein globales öffentliches Gut, das für alle offen bleiben sollte. (rtr)

12.40 Uhr: Libanesische Armee warnt Menschen vor Rückkehr in den Süden

Die libanesische Armee hat die Bevölkerung davor gewarnt, in den Süden des Landes zurückzukehren. Es bestehe die Gefahr weiterer Angriffe durch Israel, teilte die Armee mit. Zuvor hatte Israel erklärt, die Waffenruhe mit dem Iran gelte nicht für den Konflikt mit der Hisbollah. Auch ein libanesischer Regierungsvertreter sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Libanon habe bisher keine offizielle Mitteilung über eine Waffenruhe erhalten, die das Land einschließe. (dpa)

12.36 Uhr: Mehrere Golfstaaten melden Angriffe aus dem Iran

Trotz der verkündeten Einigung auf eine Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA haben mehrere Golfstaaten am Mittwoch erneut iranische Angriffe gemeldet. Die kuwaitische Armee teilte mit, der Iran greife das Land seit Stunden an. Dabei seien Ölförderanlagen, Kraftwerke und Entsalzungsanlagen erheblich beschädigt worden. „Seit 08.00 Uhr morgens sieht sich die kuwaitische Luftabwehr einer intensiven Welle feindlicher und krimineller Angriffe aus dem Iran ausgesetzt“, erklärte die Armee im Onlinedienst X. 28 Drohnen seien aufgespürt worden.

Die Emirate meldeten eine „Bedrohung durch Raketen“. „Die Luftabwehr ist derzeit mit Raketen- und Drohnenangriffen aus dem Iran konfrontiert“, erklärte das Verteidigungsministerium auf X. Am Morgen waren bereits aus Bahrain Raketenangriffe gemeldet worden. Eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete von Explosionen und Rauch über der Insel Sitra, auf der sich Ölförderanlagen befinden. Das bahrainische Innenministerium erklärte im Onlinedienst X, der Zivilschutz habe einen „durch die iranische Aggression“ verursachten Brand gelöscht. Bei den Angriffen auf Sitra seien zwei Menschen leicht verletzt und mehrere Häuser beschädigt worden. (afp)

12.27 Uhr: Staatsmedien: Raffinerie auf iranischer Insel Lawan angegriffen

Auf der iranischen Insel Lawan ist Berichten von Staatsmedien zufolge eine Ölraffinerie angegriffen worden. Dabei sei ein Feuer ausgebrochen, das noch bekämpft werde, hieß es im Staatsfernsehen. Verletzt worden sei nach ersten Erkenntnissen niemand. Dem Bericht zufolge ereignete sich der Angriff gegen 10 Uhr am Mittwochvormittag – und damit Stunden nach der Ankündigung einer Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA. Wer für den Angriff verantwortlich sein soll, wurde nicht thematisiert. (ap)

12.21 Uhr: Ägypten: Israel muss Angriffe im Libanon stoppen

Ägypten hat Israel aufgefordert, seine Angriffe auf den Libanon unverzüglich einzustellen. Die Einigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran müsse sich darin widerspiegeln, dass Israel seine Angriffe „auf den brüderlichen Libanon“ sofort beende, teilte das Außenministerium in Kairo am Mittwoch mit. Die Situation im Libanon sei weiter kritisch. (ap)

12.14 Uhr: Italien: Stellen ohne UN-Mandat keine Schiffe zur Absicherung der Straße von Hormus

Italien will ohne UN-Mandat keine Schiffe zur Überwachung ‌der Straße von Hormus entsenden. „Das steht nicht auf der Tagesordnung. Wir haben bereits gesagt, ‌dass wir keine Schiffe entsenden werden, es sei denn, es gibt eine Initiative der Vereinten Nationen“, sagt der stellvertretende Ministerpräsident Matteo Salvini, der auch Infrastrukturminister ist. (rtr)

12.12 Uhr: Erdbeben der Stärke 5,6 im Kaspischen Meer vor Iran

Vor den Küsten Irans und Aserbaidschans hat es ein Erdbeben gegeben. Laut der Erdbebenwarte USGS hatte das Beben eine Stärke von 5,6 und ereignete sich in 10 Kilometern Tiefe. In mehreren ländlichen Regionen im Grenzgebiet sei das Erdbeben zu spüren gewesen, berichtete die iranische Staatsagentur Irna. Demnach wurden Rettungsteams der Rothalbmond-Gesellschaft zur Hilfe in die betroffenen Gebiete entsandt. Berichte über Opfer oder Schäden gab es zunächst weder im Iran noch im benachbarten Aserbaidschan. (dpa)

12.01 Uhr: Wadephul mahnt israelischen Kollegen im Libanonkrieg

Außenminister Johann Wadephul hat seinen israelischen Kollegen ‌Gideon Saar nach Angaben eines Sprechers in einem Gespräch aufgefordert, „dass sich Israel auf ‌die notwendige Selbstverteidigung gegen Hisbollah beschränkt und nicht darüber hinausgeht“. Ziel müsse es sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. (rtr)

11.41 Uhr: Peseschkian: Feuerpause berücksichtigt vom Iran geforderte Grundsätze

Bei der vereinbarten Feuerpause sind ‌nach Angaben des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian die vom Iran geforderten „allgemeinen Grundsätze“ akzeptiert ‌worden. Dies schreib er in einem Beitrag auf X. (rtr)

11.39 Uhr: Linken-Politiker Pellmann: Deutschland muss alle US-Stützpunkte schließen

Linken-Fraktionschef Sören Pellmann hat nach den Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran drastische Schritte der Bundesregierung gefordert. Es müssten „jetzt dringender denn je alle US-Militärstützpunkte in Deutschland geschlossen werden“, sagte Pellmann am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. „Trump führt seinen Krieg auch von deutschem Boden aus. Wer das nach dieser Eskalation weiter zulässt, trägt bewusst Mitverantwortung für die Folgen.“

Der US-Präsident sei zwar vorerst von der Umsetzung „seiner kriegsverbrecherischen Drohungen“ abgerückt. Pellman betonte aber: „Wir dürfen nicht auf den Fall warten, dass kein Deal erreicht wird und Trump seine Drohungen wahrmacht.“ Die Waffenruhe im Irankrieg sei „grundsätzlich zu begrüßen“, sagte der Linken-Politiker. „Ein nachhaltiger Frieden kann aber nur durch Diplomatie und nicht durch erpresserische Ultimaten erreicht werden.“ Pellmann warf USA und Israel vor, mit ihrer Politik, das Völkerrecht mit Füßen zu treten. „Sie macht die Zivilbevölkerung Irans zum Erpressungsobjekt für Deals. Das ist an Schäbigkeit kaum zu überbieten.“ (afp)

11.15 Uhr: Indien mahnt nach Waffenruhe-Ankündigung sichere Handelsrouten an

Das indische Außenministerium hat die angekündigte Waffenruhe im Irankrieg begrüßt. Neu-Delhi erwarte nun eine freie Schifffahrt und einen ungehinderten globalen Warenverkehr, teilte das Außenministerium am Mittwoch mit. Die Kämpfe hätten immenses Leid verursacht, die globale Energieversorgung beeinträchtigt und den Handel gestört. „Wir haben uns stets für Deeskalation, Dialog und Diplomatie eingesetzt, um den Konflikt bald zu beenden“, hieß es in einer Mitteilung. (ap)

11.12 Uhr: Madagaskar ruft Energie-Notstand aus

Madagaskar hat aufgrund der sich verschärfenden Energiekrise den Ausnahmezustand verhängt. Die Regierung kündigte am Dienstagabend an, dieser solle zunächst für zwei Wochen gelten. Die vom Irankrieg verschärfte Krise gefährdeten den Frieden und die Stabilität des Landes, hieß es. Seit Mitte März herrscht in dem südostafrikanischen Inselstaat bereits akuter Benzinmangel, viele Institutionen können nicht mehr betrieben werden. Durch die unterbrochene Energieversorgung sei das Land in einer „tiefen Krise“, erklärte die Regierung. Der Ausnahmezustand soll helfen, „konkrete und rasche Maßnahmen zu ergreifen, um die Energieversorgung wiederherzustellen und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Dienste zu gewährleisten“. Präsident Andry Rajoelina hatte im Oktober nach wochenlangen Protesten gegen die Regierung das Land verlassen. Das Parlament stimmte für eine Amtsenthebung Rajoelinas, der General Michael Randrianirina wurde als neuer Präsident vereidigt. Der Ausnahmezustand sei wichtig, um auch in Krisenzeiten die angestrebten Reformen im Land voranzutreiben, betonte die Regierung. (epd)

11.01 Uhr: Israels Armee: Iran-Feuerpause gilt nicht für Libanon

Die israelische Armee hat die Darstellung der Regierung bekräftigt, wonach die zwischen Washington und Teheran vereinbarte zweiwöchige Feuerpause im Irankrieg nicht für den Libanon gelte. „Der Kampf im Libanon geht weiter“, teilte ein Armeesprecher am Mittwoch im Onlinedienst X mit. Die Streitkräfte würden weiter gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Nachbarland vorgehen. Er rief Menschen südlich des Flusses Sahrani auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die nationale libanesische Nachrichtenagentur meldete, Israel habe nach der Einigung auf die Feuerpause im Irankrieg mehrere Angriffe im Süden des Landes ausgeführt. Israel hatte den Angaben zufolge einen Evakuierungsaufruf für ein Gebäude in der südlichen Küstenstadt Tyros veröffentlicht. Die Hisbollah im Libanon meldete ihrerseits seit dem frühen Morgen keine Angriffe auf Israel.

Das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zuvor mitgeteilt, Israel unterstütze zwar die Feuerpause in Iran, diese umfasse jedoch „nicht den Libanon“. Der Vermittler Pakistan hatte hingegen erklärt, die Feuerpause gelte für den gesamten Nahen Osten einschließlich des Libanons. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief dazu auf, den Libanon in die Waffenruhevereinbarung miteinzubeziehen. „Die Ankündigung der Waffenruhe ist eine sehr gute Nachricht“, sagte Macron zu Beginn einer Sitzung des Nationalen Verteidigungsrats in Paris. „Es ist unser Wunsch, dass die Waffenruhe den Libanon vollständig umfasst“, fügte er hinzu. Spaniens Außenminister José Manuel Albares nannte das anhaltende militärische Vorgehen der israelischen Armee im Libanon „inakzeptabel“. Die Waffen in dem Krieg müssten an „allen Fronten“ schweigen, sagte Albares dem Sender RNE. (afp)

10.54 Uhr: China äußert sich zu eigener Rolle in Nahost-Friedensbemühungen

China will bei den Bemühungen um dauerhaften Frieden im Nahen Osten „weiter eine konstruktive Rolle spielen“. Das erklärte Außenministeriumssprecherin Mao Ning am Mittwoch in Peking, ohne jedoch Berichte über direkte Gespräche zwischen der Volksrepublik und dem Iran zu bestätigen, die demnach dazu beigetragen haben könnten, dass Teheran einer zweiwöchigen Waffenruhe mit den USA zustimmte. China habe sich stets für Friedensgespräche und eine Waffenruhe eingesetzt und werde das weiter tun, sagte Mao. (ap)

10.52 Uhr: Iran meldet Explosionen am Persischen Golf

Nach Beginn der Waffenruhe mit den USA und Israel hat der Iran neue Explosionen am Persischen Golf gemeldet. Sie ereigneten sich an einer Raffinerie auf der Insel Lawan, wie die Nachrichtenagentur Mehr berichtete. Die Ursache war zunächst unbekannt. (dpa)

10.45 Uhr: Türkei dringt auf vollständige Umsetzung der Waffenruhe

Die Türkei begrüßt die zweiwöchige Waffenruhe im Irankrieg und dringt auf eine vollständige Einhaltung. „Wir betonen die Notwendigkeit der vollständigen Umsetzung dieser befristeten Waffenruhe vor Ort und erwarten, dass alle Parteien die getroffene Vereinbarung einhalten“, teilte das Außenministerium in Ankara mit. Der Weg zu einem dauerhaften Frieden könne nur durch Dialog erreicht werden. Man werde die Verhandlungen in Islamabad weiter nach Kräften unterstützen. (dpa)

10.42 Uhr: Maersk: Waffenruhe reicht nicht für Normalbetrieb in Hormus

‌Die dänische Reederei Maersk will trotz der vereinbarten Waffenruhe zwischen ‌den USA und dem Iran den Normalbetrieb in der Straße von Hormus vorerst nicht wieder aufnehmen. Man verfolge einen vorsichtigen Ansatz und nehme zunächst keine Änderungen an bestimmten Diensten vor, teilte der Schifffahrtskonzern mit. Die Waffenruhe schaffe zwar Möglichkeiten für den Transit, biete aber noch keine vollständige Sicherheit für die Seefahrt. Maersk hatte im vergangenen Monat Buchungen für viele Häfen in der Golfregion ausgesetzt. (rtr)

10.29 Uhr: Israelische Kreise: USA werden Ende von Irans Atomprogramm anstreben

Die USA streben nach Angaben aus israelischen Regierungskreisen eine Beseitigung von Atommaterial und ein Ende der Raketenbedrohung durch den Iran an. Vertreter von US-Präsident Donald Trump hätten Israel mitgeteilt, Washington werde bei voraussichtlich in den kommenden zwei Wochen geplanten Gesprächen mit Teheran mit Nachdruck auf die Entfernung des Atommaterials, ein Ende der Urananreicherung und die Beseitigung der Bedrohung durch ballistische Raketen bestehen, sagte ein hochrangiger Vertreter Israels, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AP.

Dabei handle es sich um gemeinsame Ziele der USA und Israels. Allerdings gab es auch nach der Ankündigung einer Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA am Mittwoch zunächst keine Anzeichen, dass Washington und Teheran ihre Differenzen mit Blick auf das iranische Atomprogramm beigelegt haben. Der israelische Vertreter sagte, die USA hätten die Waffenruhe mit dem Iran im Vorfeld mit Israel koordiniert. Er führte das Zustandekommen der Feuerpause auf die „massive Zerstörung der Infrastruktur des Regimes“ zurück. (ap)

10.23 Uhr: Israelische Armee stoppt nach Waffenruhe-Vereinbarung Angriffe auf den Iran

Nach der Einigung auf eine Feuerpause im Irankrieg hat die israelische Armee ihre Angriffe nach Abschluss nächtlicher Attacken eigenen Angaben zufolge gestoppt. Der Schritt sei „in Übereinstimmung mit Anordnungen der politischen Führung“ erfolgt, teilte die Armee am Mittwoch mit. Die Streitkräfte blieben aber „in höchster Alarmbereitschaft zur Verteidigung“. Sie seien bereit, auf „jede Verletzung“ der Vereinbarung zu reagieren. (afp)

10.22 Uhr: Macron fordert Einbeziehung des Libanons in die Waffenruhe

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts der Einigung auf eine Waffenruhe im Irankrieg zu deren „vollständiger Respektierung“ aufgerufen. Zugleich forderte er, den Libanon miteinzubeziehen – was nach israelischer Darstellung nicht der Fall sein sollte. „Die Ankündigung der Waffenruhe ist eine sehr gute Nachricht“, sagte Macron zu Beginn einer Sitzung des Nationalen Verteidigungsrats am Mittwoch in Paris. „Es ist unser Wunsch, dass die Waffenruhe den Libanon vollständig umfasst“, betonte Macron. Frankreich arbeite gemeinsam mit etwa 15 Ländern an einer „rein defensiven Mission“, um den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus abzusichern, sagte Macron. Dies solle „in Absprache mit dem Iran“ geschehen, sobald die Bedingungen dafür gegeben seien, fügte er hinzu. (afp)

10.20 Uhr: Hapag-Lloyd-Chef: Sechs Schiffe sitzen noch im Golf fest

Sechs Schiffe von Deutschlands größter Containerreederei Hapag-Lloyd sitzen nach ‌Angaben des Unternehmens weiterhin im Persischen Golf fest. Hapag-Lloyd hoffe, die Schiffe und vor allem die Crews möglichst bald aus der Region herauszubekommen, sagt Konzernchef Rolf Habben Jansen in einem Kunden-Call. Die Schifffahrt sei derzeit noch stark beeinträchtigt und für das Unternehmen entstünden vor allem durch Umleitungen hohe Kosten, die auch an die Kunden weitergegeben werden müssten. Die jüngste Entwicklung sei aber positiv. „Wir hoffen, in den nächsten Monaten zur Normalität zurückkehren zu können.“ (rtr)

10.15 Uhr: EU begrüßt „dringend benötigte Chance“ für Diplomatie

Die EU hat die vereinbarte Feuerpause zwischen den USA und dem Iran als einen „Schritt weg vom Abgrund“ begrüßt. Sie sei eine „dringend benötigte Chance, Drohungen zurückzufahren, Raketenangriffe zu stoppen, die Schifffahrt wieder aufzunehmen und Raum für Diplomatie“ zu schaffen, erklärte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Mittwoch im Onlinedienst X. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mahnte die Fortsetzung der „Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung dieses Konflikts“ an. EU-Ratspräsident António Costa forderte „alle Parteien nachdrücklich auf“, die Bedingungen des Waffenstillstands einzuhalten. (afp)

10.11 Uhr: Spanien fordert Waffenruhe auch für den Libanon

Die linksgerichtete Regierung in Spanien hat die vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe im Irankrieg als eine Chance für die Diplomatie begrüßt. Außenminister José Manuel Albares sprach im Interview des Radiosenders RNE von einem „Tag der Hoffnung“. Zugleich forderte er aber, dass auch die israelischen Angriffe auf den Libanon eingestellt werden. „Es ist inakzeptabel, dass die Invasion Israels in ein souveränes Land, die Angriffe auf die Friedenstruppen der Vereinten Nationen – die Blauhelme, unter denen sich auch spanische Soldaten befinden, die hervorragende Arbeit leisten – sowie die wahllosen Bombardierungen der Zivilbevölkerung in Beirut fortgesetzt werden“, beklagte der spanische Außenminister.

Mit Blick auf die kommenden zwei Wochen sagte Albares: „Wir werden keine Ressourcen scheuen, um die Vermittlungsbemühungen Pakistans zu unterstützen und der Diplomatie zum Durchbruch zu verhelfen. Aber es ist noch zu früh, um zu wissen, wohin sie führen werden.“ Ein endgültiger Frieden sei noch weit entfernt. Man müsse daher alles tun, um „das Risiko von Gewalt und einer inakzeptablen Eskalation, wie sie die Menschheit seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt hat, zu verringern“, forderte er. (dpa)

10.02 Uhr: SPD-Politiker Stegner: Iran-Waffenruhe könnte Chance für Verhandlungen bieten

Der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner hat die Einigung auf eine Waffenruhe im Irankrieg begrüßt. „Natürlich muss jeder Mensch erleichtert sein, wenn es jetzt nicht zu dieser Eskalation kommt und vielleicht die Waffenruhe auch eine Chance bietet für Verhandlungen, die dann zu einer Friedenslösung führen“, sagte Stegner am Mittwoch den Sendern RTL und ntv. Gleichzeitig kritisierte er die Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem Iran: Dieser habe die Welt „in Angst und Schrecken versetzt“. Stegner glaubt nicht, dass Trump mit seiner scharfen Rhetorik erfolgreich war. „Abgesehen davon weiß ich nicht, was dadurch besser wird, wenn man sich genauso verhält, wie die Diktatoren sich verhalten.“ (afp)

10.00 Uhr: Linken-Chefin Schwerdtner fordert Schließung der US-Militärbasen in Deutschland

Die Linke-Vorsitzende ‌Ines Schwerdtner fordert als Konsequenz aus den Iran-Äußerungen von US-Präsident Donald Trump die „unverzügliche“ Schließung der US-Militärbasen in Deutschland und kritisiert Kanzler Friedrich Merz. „Der selbsternannte Außenkanzler Merz hat sich bislang vor allem durch politisches Duckmäusertum gegenüber Donald Trumps zerstörerischer ‌Politik hervorgetan“, sagte Schwerdtner am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. „Selbst dann, wenn Trump damit droht, eine ganze Zivilisation auszulöschen und damit eindeutig rote Linien überschreitet, bleiben klare Worte der Kritik aus Berlin aus“, kritisierte die Linke-Co-Chefin.

Dies sei „feige“ und führe dazu, dass Deutschland in Konflikte hineingezogen und erpressbar werde, sagte ⁠die Chefin der oppositionellen Linken. „Eine souveräne europäische Politik muss der kriegstreibenden Linie Trumps entschlossen entgegentreten. Das bedeutet auch, dass US-Basen wie ‌Ramstein unverzüglich geschlossen ‌werden müssen“, sagte Schwerdtner. Die EU ⁠müsse eine eigenständige Position in dem Konflikt einnehmen, wenn sie in der Welt ‌bestehen wolle – „eine, die ‌auf Völkerrecht und Diplomatie beruht“. (rtr)

9.58 Uhr: Afrikanische Union: Iran-Waffenruhe ist wichtige Chance

Die Afrikanische Union (AU) sieht die angekündigte Waffenruhe im Irankrieg als wichtige Chance, das Leid von Zivilisten in von dem Konflikt betroffenen Ländern zu lindern. Der Vorsitzende der Kommission der AU, Mahmoud Ali Youssouf, erklärte am Mittwoch, die Vereinbarung zeuge von lobenswerter Führung und dem gemeinsamen Engagement für die Deeskalation, die die Afrikanische Union seit Langem fordere. Diplomatie auf Grundlage der Charta der Vereinten Nationen sei weiterhin der einzig gangbare Weg zur Lösung internationaler Krisen, betonte er. (ap)

9.57 Uhr: Zwei in Iran freigelassene Franzosen nach Frankreich zurückgekehrt

Ein jahrelang in Iran inhaftiertes Paar aus Frankreich ist wieder frei und am Morgen in die Heimat zurückgekehrt. Cécile Kohler und Jacques Paris wurden nach ihrer Ankunft am Mittwochmorgen am Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle von Mitarbeitern des Krisenstabs des französischen Außenministeriums in Empfang genommen, wie die Nachrichtenagentur AFP aus informierten Kreisen erfuhr. Sie sollten zunächst ihre Familien treffen, später wollte Präsident Emmanuel Macron sie im Elysée-Palast empfangen. Die beiden waren am Vortag gemeinsam mit dem französischen Botschafter in Iran nach Aserbaidschan ausgereist. Kohler und Paris waren im Mai 2022 am letzten Tag einer Iran-Reise wegen Spionagevorwürfen festgenommen und später zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Die 41 Jahre alte Französischlehrerin und der 72 Jahre alte pensionierte Mathelehrer waren im November aus dem berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran entlassen worden. Sie durften jedoch zunächst nicht den Iran verlassen und hielten sich seitdem in der Residenz des französischen Botschafters auf. Beide hatten stets ihre Unschuld beteuert. Die französische Regierung hatte die beiden als „Staatsgeiseln“ bezeichnet und dem Iran vorgeworfen, sie für Verhandlungen zu nutzen. Kohler und Paris waren die letzten Franzosen, die noch in Iran in Haft waren. (afp)

9.48 Uhr: Internet trotz Waffenruhe in Iran weiter gesperrt

Die Bevölkerung in Iran bleibt auch nach Verkündung der Waffenruhe weiter vom Internet abgeschnitten. „Die Zensurmaßnahme aus Kriegszeiten hält weiterhin an, obwohl sowohl die Regierungen der USA als auch Irans jeweils den Sieg für sich beanspruchen“, schrieb die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks auf der Plattform X. Die iranische Bevölkerung werde derweil erneut im Dunkeln gelassen, hieß es dort.

Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats in Iran nutzt das Internet unterdessen weiter ohne Einschränkungen. Seit Jahren verfügt ein privilegierter Kreis über sogenannte „weiße SIM-Karten“, die ermöglichen, ohne Sperren und Restriktionen online zu gehen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X, die eigentlich gesperrt sind. Irans Internet unterliegt auch in Friedenszeiten strenger Zensur. Viele Webseiten und auch Apps sind in dem Land mit gut 90 Millionen Einwohnern gesperrt. Um soziale Medien und Netzwerke wie etwa Instagram, Tiktok und Youtube zu nutzen, gehören Tunneldienste (VPN) für einen Großteil der Nutzer zum Alltag. Die Verbindungen sind dann jedoch oft langsam und unzuverlässig. (dpa)

9.37 Uhr: Neuseelands Regierungschef: Waffenruhe „unglaublich ermutigend“

Der neuseeländische Ministerpräsident Christopher Luxon hat sich erleichtert über die angekündigte Waffenruhe im Irankrieg gezeigt. Nach Wochen in einem destabilisierenden Konflikt sei das eine „unglaublich ermutigende“ Nachricht, erklärte er am Mittwoch in der Hauptstadt Wellington. „Die Ereignisse der letzten sechs Wochen waren unglaublich destabilisierend und zutiefst besorgniserregend für die Welt. Wir alle wünschen uns ein Ende des Nahostkonflikts, der jedes Land der Welt, einschließlich Neuseeland, betrifft.“ (ap)

9.33 Uhr: Kallas: Iran-USA-Feuerpause „dringend benötigte Chance“ für Diplomatie

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die vereinbarte Feuerpause zwischen den USA und dem Iran als „Schritt zurück vom Abgrund“ begrüßt. Sie sei eine „dringend benötigte Chance, Drohungen zurückzufahren, Raketenangriffe zu stoppen, die Schifffahrt wieder aufzunehmen und Raum für Diplomatie“ zu schaffen, erklärte Kallas am Mittwoch im Onlinedienst X. Die Straße von Hormus müsse nun auch tatsächlich geöffnet werden. (afp)

9.30 Uhr: Dax springt nach oben: Anleger feiern Waffenruhe

Der Dax steigt nach der angekündigten zweiwöchigen Feuerpause zwischen dem Iran und den USA deutlich. Der deutsche Leitindex legte zum Handelsstart um 4,9 Prozent auf 24.033 Punkte zu. Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Öl- und Gaslieferungen durch die Straße von Hormus lässt die Ölpreise einbrechen und beflügelt die Aktienmärkte weltweit. Sie reagieren vor allem auf die Aussagen des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi, wonach die Straße von Hormus während der Waffenruhe geöffnet werde. Die Ölpreise sackten prozentual zweistellig ab. Sie sind momentan der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel zeitweise unter 92 Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit mehr als zwei Wochen. (dpa)

9.18 Uhr: Israelischer Oppositionsführer Lapid wirft Netanjahu Versagen vor

Nach der Einigung auf eine Waffenruhe im Irankrieg hat der führende israelische Oppositionspolitiker Jair Lapid Regierungschef Benjamin Netanjahu politisches Versagen vorgeworfen. Netanjahu habe „politisch versagt, strategisch versagt und nicht eines der Ziele erreicht, die er selbst gesetzt hatte“, schrieb Lapid am Mittwoch im Onlinedienst X. „In unserer gesamten Geschichte hat es noch nie eine solche politische Katastrophe gegeben“, erklärte Lapid weiter. Lapid, der vor Netanjahus erneuter Amtsübernahme im Dezember 2022 israelischer Regierungschef gewesen war, fügte an: „Israel war nicht einmal ansatzweise an den Verhandlungen beteiligt, als Entscheidungen getroffen wurden, die den Kern unserer nationalen Sicherheit betrafen.“ Die Armee lobte Lapid: Die Streitkräfte hätten „alles ausgeführt, was von ihnen verlangt wurde“.

Es werde jedoch „Jahre dauern, bis der politische und strategische Schaden behoben ist, den Netanjahu aufgrund von Arroganz, Sorglosigkeit und mangelnder strategischer Planung verursacht hat“, erklärte Lapid. Israels Regierungschef Netanjahu hatte die Zerschlagung oder zumindest die erhebliche Schwächung des iranischen Atomprogramms als zentrales Kriegsziel ausgegeben und das Programm als „existenzielle Bedrohung“ für sein Land bezeichnet. (afp)

9.06 Uhr: Israel auch nach Waffenruheverkündung unter Beschuss

Auch nach der Verkündung einer Waffenruhe durch die USA und den Iran ist Israel in der Nacht weiter unter Raketenbeschuss geraten. Aus den Städten Petach Tikva und Bnei Brak gebe es Berichte über Einschläge, meldete die israelische Nachrichtenseite ynet. Kurz darauf heulten im Zentrum und Süden des Landes erneut die Sirenen. Bewohner berichteten von heftigen Explosionen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die israelische Armee auf Telegram mit. (dpa)

9.03 Uhr: Libanesische Staatsmedien: Israel greift Tyros im Süden des Libanons an

Nach der Einigung auf eine Feuerpause im Irankrieg dauern die israelischen Angriffe im Libanon weiter an. Israel habe am Mittwoch mehrere Angriffe im Süden des Landes ausgeführt, berichtete die nationale libanesische Nachrichtenagentur. Zuvor hatte Israel den Angaben zufolge einen Evakuierungsaufruf für ein Gebäude in der südlichen Küstenstadt Tyros veröffentlicht. Die libanesische Hisbollah-Miliz hat Insidern zufolge in den frühen Morgenstunden im Rahmen der Waffenruhe im Irankrieg ihre Angriffe auf Nordisrael und israelische Truppen im Libanon ausgesetzt. Das teilen drei Insider aus dem libanesischen Umfeld der radikal-islamischen Organisation gegenüber Reuters mit. (afp/rtr)

8.56 Uhr: Arabische Staaten begrüßen Einigung auf Waffenruhe

Mehrere arabische Staaten haben die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus begrüßt, drängen aber auf weitere Diplomatie. Es sei nun wichtig, die Bemühungen zu intensivieren, um Lösungen zu finden, die die Krise an der Wurzel packten, teilte das Außenministerium des Golfstaats Oman mit. Auch Ägypten drängt auf weitere Verhandlungen. Das Aussetzen der US-Militäroperationen sei eine wichtige Chance, die genutzt werden sollte, um Raum für Diplomatie und einen konstruktiven Dialog zu schaffen, teilte das Außenministerium in Kairo mit.

Der Irak erklärte der staatlichen Nachrichtenagentur INA zufolge, die Waffenruhe trage dazu bei, Spannungen in der Region abzubauen, man unterstütze alle weiteren Bemühungen für Dialog. Nach Ansicht der Vereinigten Arabischen Emirate geht ihr Land als Sieger aus dem Konflikt hervor. Der Berater des Präsidenten der Emirate Anwar Gargasch schrieb auf X, die Vereinigten Arabischen Emirate hätten in einem Krieg triumphiert, den man unbedingt habe vermeiden wollen und das Land erfolgreich verteidigt. (dpa)

8.56 Uhr: Insider: Hisbollah setzt Angriffe auf Nordisrael aus

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat Insidern zufolge in den frühen Morgenstunden im Rahmen der Waffenruhe im Irankrieg ihre Angriffe auf Nordisrael und israelische Truppen im Libanon ausgesetzt. Das teilen drei Insider aus dem libanesischen Umfeld der radikal-islamischen Organisation gegenüber Reuters mit. Israel hat ungeachtet der Waffenruhe seine Angriffe auf den Südlibanon fortgesetzt und eine neue Evakuierungsanordnung für eine südliche Stadt erlassen. Das deutet darauf hin, dass es dort bald angreifen wird. Zuvor hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärt, dass die zweiwöchige Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA den Libanon nicht einschließe. Die vom Iran unterstützte Hisbollah werde voraussichtlich eine Erklärung abgeben, in der sie ihre offizielle Position zur Waffenruhe und zu Netanjahus Darstellung, der Libanon sei nicht eingeschlossen, darlege, sagen die drei Insider. (rtr)

8.50 Uhr: Starmer zu Waffenruhe: „Moment der Erleichterung“

Der britische Premierminister Keir Starmer spricht nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus von einem „Moment der Erleichterung“. „Zusammen mit unseren Partnern müssen wir alles tun, was in unserer Macht steht, um diese Waffenruhe zu unterstützen und aufrechtzuerhalten“, schrieb Starmer in einem X-Beitrag. Die temporäre Waffenruhe müsse nun in ein „dauerhaftes Abkommen“ übergehen. Der britische Premier wird noch am Mittwoch in die Golfregion reisen, wie die Downing Street der Nachrichtenagentur PA zufolge ankündigte. Dort werde Starmer mit Staats- und Regierungschefs der Verbündeten in der Region über diplomatische Bemühungen zur Aufrechterhaltung der Waffenruhe sprechen. Dabei soll es demnach auch um „konkrete Maßnahmen“ zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus gehen. (dpa)

8.32 Uhr: Explosionen in Bahrain trotz Einigung auf Feuerpause

Wenige Stunden nach der Verkündung einer Feuerpause im Irankrieg sind aus Bahrain erneut Explosionen gemeldet worden. Eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete am Mittwochmorgen von Explosionen und Rauch, der über der bahrainischen Insel Sitra aufstieg, auf der sich Ölförderanlagen befinden. Zuvor seien Warnsirenen zu hören gewesen. Das Innenministerium erklärte im Onlinedienst X: „Der Zivilschutz hat einen Brand in einer Anlage gelöscht, der durch die iranische Aggression verursacht wurde.“ Es seien keine Verletzten gemeldet worden. (afp)

8.26 Uhr: Wadephul begrüßt Waffenruhe im Irankrieg

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) begrüßte die Entscheidung der Konfliktparteien für eine Waffenruhe im Irankrieg. „Endlich eine frohe Botschaft auch in der Politik“, erklärte Wadephul am Mittwochmorgen im Onlinedienst X. Wadephul fügte an, die Einigung müsse „der entscheidende erste Schritt auf dem Weg hin zu einer dauerhaften Befriedung“ sein. „Die Folgen einer Fortsetzung des Krieges wären unübersehbar“, ergänzte er. Wadephul dankte allen Beteiligten, die die Vereinbarung unterstützt hätten, „insbesondere Pakistan“. Deutschland werde den „Weg der Diplomatie nach Kräften unterstützen“. (afp)

8.15 Uhr: Merz: Ziel muss dauerhaftes Ende des Irankriegs sein

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßt die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus und will weitere diplomatische Bemühungen unterstützen. „Ziel muss nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. Dies wird sich nur auf diplomatischem Weg erreichen lassen“, erklärte Merz. Entsprechende Verhandlungen dienten dem Schutz der iranischen Zivilbevölkerung und der Sicherheit in der Region. Sie könnten eine schwere weltweite Energiekrise abwenden. „Die Bundesregierung unterstützt diese diplomatischen Bemühungen. Dazu steht sie in engem Austausch mit den USA und anderen Partnern.“ Deutschland werde in geeigneter Weise dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Hormus-Straße zu gewährleisten. Die Bundesregierung danke Pakistan für die Vermittlung der Vereinbarung. (dpa)

8.05 Uhr: Ölpreis fällt wieder unter die 100-Dollar-Marke

Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine zweiwöchige Feuerpause im Irankrieg hat der Ölpreis deutlich nachgelassen. Gegen 7.00 Uhr fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um 13,13 Prozent auf 94,92 Dollar (81,15 Euro). Der Preis für die US-Referenzsorte sank um 14,53 Prozent auf 96,54 Dollar. Die asiatischen Börsen schossen ins Plus. In Südkorea notierte der Leitindex Kospi gegen 7.00 Uhr fast 7 Prozent im Plus, der Nikkei in Tokio ging um mehr als 5 Prozent nach oben. Auch an den Börsen in Taipeh, Sydney und in Hongkong legten die Aktienkurse zu. (afp)

7.49 Uhr: Australien begrüßt Iran-Waffenruhe und kritisiert Wortwahl Trumps

Australien hat die Ankündigung einer Waffenruhe im Irankrieg begrüßt. Premierminister Anthony Albanese und Außenministerin Penny Wong sprachen am Mittwoch von einer „Vereinbarung der Vereinigten Staaten, Israels und Irans über eine zweiwöchige Waffenruhe“, um eine Lösung des Konflikts im Nahen Osten auszuhandeln. „Die australische Regierung fordert seit Längerem eine Deeskalation und ein Ende des Konflikts“, erklärten Premierminister Anthony Albanese und Außenministerin Penny Wong am Mittwoch. Sie kritisierten die weitgehende Schließung der Straße von Hormus durch den Iran, Angriffe auf Handelsschiffe, zivile Infrastruktur sowie Öl- und Gasanlagen in dem Konflikt.

Albanese betonte jedoch auch seinen Unmut über Trumps Drohung, die iranische Zivilisation auszulöschen. Die Drohung vom Dienstag, dass „eine ganze Zivilisation“ sterben und nicht mehr zurückkehren werde, wenn der Iran die Straße von Hormus nicht öffne und sich einem Friedensschluss verweigere, sei keine angemessene Sprache für einen Präsidenten der USA. Er gehe davon aus, dass dies noch Besorgnis auslösen werde, sagte Albanese dem Sender Sky News. „Wir haben ganz klar gesagt, dass jeder Konflikt im Einklang mit dem Völkerrecht geführt werden muss. Das sieht vor, dass Zivilisten – die keine Konfliktparteien sind – jeden erdenklichen Schutz erhalten.“ Die zweiwöchige Waffenruhe sei eine gute Nachricht. (ap)

7.28 Uhr: Regierungen in Asien begrüßen Waffenruhe zwischen Iran und USA

Regierungen in Asien haben sich erleichtert über die angekündigte Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA gezeigt. Der malaysische Ministerpräsident Anwar Ibrahim erklärte am Mittwoch, die Feuerpause sei ein gutes Zeichen für die Wiederherstellung von Frieden und Stabilität, nicht nur in der Region, sondern auch weltweit. Auch Indonesien begrüßte die Entwicklung als einen Schritt, die Tür für Diplomatie offen zu halten und so zur Deeskalation beizutragen.

Die Sprecherin des indonesischen Außenministeriums, Yvonne Mewengkang, sagte, die Regierung in Jakarta werde stets alle konstruktiven diplomatischen Bemühungen unterstützen, einschließlich solcher, die zu einer dauerhafteren Lösung führen könnten. Der Schutz der Zivilbevölkerung habe dabei oberste Priorität. Das südkoreanische Außenministerium lobte in einer Mitteilung die Vermittlungsbemühungen Pakistans und anderer Staaten und forderte eine rasche Wiederherstellung von Frieden und Stabilität im Nahen Osten. Zugleich erklärte Seoul, es erwarte eine „schnelle und sichere“ Wiederaufnahme der freien Durchfahrt aller Schiffe durch die Straße von Hormus, darunter auch südkoreanischer Schiffe. (ap)

7.08 Uhr: Rubio: Im Irak verschleppte US-Journalistin ist wieder frei

Die im Irak verschleppte US-Journalistin Shelly Kittleson ist nach Angaben von US-Außenminister Marco Rubio wieder freigelassen worden. „Wir sind erleichtert, dass diese US-Bürgerin jetzt frei ist, und arbeiten daran, ihre sichere Ausreise aus dem Irak zu unterstützen“, erklärte Rubio am Dienstag (Ortszeit). Zuvor hatten die mutmaßlichen Entführer der Journalistin, die einflussreiche paramilitärische Miliz Katajeb Hisbollah, ihre Freilassung angekündigt.

Die Miliz hatte zuvor mitgeteilt, sie habe „in Anbetracht der Haltung des scheidenden Ministerpräsidenten entschieden, die Angeklagte Shelly Kittleson freizulassen“. Bedingung dafür sei, dass sie den Irak sofort verlasse, hieß es in einer kurzen Mitteilung des Sicherheitsbeauftragten der Miliz, Abu Mudschahid al-Assaf. Kittleson war am 31. März in der irakischen Hauptstadt Bagdad verschleppt worden. Sie ist nach Angaben der Stiftung International Women's Media eine „seriöse Journalistin“ mit Erfahrung im Nahen Osten, die in Rom lebt. (afp)

6.16 Uhr: UN-Generalsekretär Guterres begrüßt Waffenruhe im Irankrieg

UN-Generalsekretär António Guterres hat die zweiwöchige Waffenruhe im Irankrieg begrüßt. Sein Sprecher Stephane Dujarric sagte laut einer Mitteilung in der Nacht zum Mittwoch, Guterres rufe alle Parteien auf, sich an die Bedingungen der Waffenruhe zu halten, „um den Weg zu einem dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region zu ebnen“. Der UN-Generalsekretär fordere die Konfliktparteien zudem auf, ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Dazu gehören der Schutz von Zivilisten und ziviler Infrastruktur. „Der Generalsekretär betont, dass ein Ende der Kampfhandlungen dringend notwendig ist, um Leben von Zivilisten zu schützen und menschliches Leid zu lindern“, sagte Dujarric. Guterres' Sondergesandter für den Konflikt, Jean Arnault, sei in der Region, um die Bemühungen um einen dauerhaften Frieden zu unterstützen. (ap)

6.12 Uhr: US-Spitzenpolitiker reagieren verhalten auf Zehn-Punkte-Plan

Einige Spitzenpolitiker in den USA haben verhalten auf die Verkündung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Irankrieg reagiert. „Eine Waffenruhe ist eine gute Nachricht – allerdings nur, weil dieser sinnlose Krieg so schnell wie möglich beendet werden sollte“, schrieb etwa der demokratische Senator Richard Blumenthal auf X. US-Präsident Donald Trump könne weiterhin nicht erklären, warum er den Krieg begonnen habe. „Eine Waffenruhe ist für das amerikanische Volk kein Sieg“, fügte Blumenthal hinzu.

Der demokratische Kongressabgeordnete Gregory Meeks betonte indes, dass eine Waffenruhe nicht genug sei. Trump müsse dem Kongress erklären, warum er die USA in den Krieg mit dem Iran geführt habe, in dem 13 Militärangehörige gestorben seien. Spöttischer zeigte sich der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer. Er sei froh, dass Trump einen „Rückzieher“ gemacht habe und „nun verzweifelt nach einem Ausweg aus seinem lächerlichen Getöse“ suche, schrieb er auf X. (dpa)

5.50 Uhr: Trump spricht von „totalem Sieg“

US-Präsident Donald Trump bezeichnet die vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe mit dem Iran als „totalen und vollständigen Sieg“ für die USA. „Hundert Prozent. Ohne jeden Zweifel“, sagt er der Nachrichtenagentur AFP in einem kurzen Telefonat. Die USA hätten einen Zehn-Punkte-Plan aus Teheran erhalten, der eine brauchbare Verhandlungsgrundlage darstelle. Ein mögliches Friedensabkommen werde auch das iranische Atomprogramm abdecken. „Das wird perfekt geregelt sein, sonst hätte ich mich nicht darauf eingelassen“, sagt Trump. Was mit dem Uran passieren solle, erläuterte er nicht.

Auf ‌die Frage nach seinen früheren Drohungen, zivile Kraftwerke und Brücken in Iran zu zerstören, falls die Vereinbarung scheitert, antwortet er dem Bericht zufolge lediglich: „Das werden Sie abwarten müssen.“ Trump, der im Kriegsverlauf wiederholt seine Ziele und Zeitpläne geändert hat, bekräftigt, dass die US-Ziele erreicht worden seien. (rtr)

5.45 Uhr: Trump zur Iran-Einigung: Es wird viel Geld verdient werden

US-Präsident Donald Trump rechnet nach der Einigung mit dem Iran auf eine Waffenruhe und der Öffnung der Straße von Hormus mit einem großen wirtschaftlichen Gewinn. „Es wird viel Geld verdient werden“, frohlockte der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. „Ein großer Tag für den Weltfrieden!“, schrieb er. „Der Iran will es, er hat genug! Und alle anderen auch!“ Die USA würden bei der Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus helfen. „Es wird viele positive Maßnahmen geben!“

Der Iran könne jetzt mit dem Wiederaufbauprozess beginnen, schrieb Trump. Die USA würden vor Ort bleiben, um sicherzustellen, „dass alles gut geht“. Er sei zuversichtlich. „Genau wie wir es in den USA erleben, könnte dies das Goldene Zeitalter des Nahen Ostens sein!!!“, schloss Trump seinen Jubel-Post.

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif lud Delegationen der USA und Irans für weitere Gespräche am Freitag in die Hauptstadt Islamabad ein, wo sie über ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Konflikts verhandeln sollen. (dpa)

5.24 Uhr: Netanjahu: Waffenruhe mit Iran gilt nicht für Konflikt mit Hisbollah

Die zweiwöchige Waffenruhe im Irankrieg soll nach israelischen Angaben nicht für den Konflikt mit der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah gelten. Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte am Mittwoch mit, Israel unterstütze die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen einzustellen. Den Krieg mit der Hisbollah betreffe das jedoch nicht.

Die Waffenruhe stehe zudem unter der Bedingung, dass der Iran die Straße von Hormus unverzüglich öffnet und alle Angriffe auf US-Interessen, Israel und andere Staaten in der Region einstellt, erklärte Netanjahus Büro. Israel unterstütze die Bemühungen der USA, sicherzustellen, dass der Iran keine nukleare oder Raketenbedrohung mehr darstelle. (AP)

4.03 Uhr: Medien veröffentlichen Details aus Zehn-Punkte-Plan

Im Zuge der Einigung auf eine zweiwöchige Feuerpause haben Vertreter Irans der US-Regierung in Washington einen Zehn-Punkte-Plan als Vorschlag für ein dauerhaftes Kriegsende übermittelt. US-Präsident Donald Trump schrieb auf Truth Social, dass dieser eine „praktikable Grundlage für Verhandlungen bietet“.

Offiziell hat Irans Regierung die Forderungen bislang nicht öffentlich gemacht. Nachrichtenagenturen, die den Revolutionsgarden nahestehen, berichten jedoch bereits über Details. Laut der Nachrichtenagentur Tasnim beinhaltet der Entwurf die Forderung nach einer dauerhaften Einstellung von Aggressionen. Der Iran soll die Kontrolle über die Straße von Hormus behalten und Uran anreichern dürfen. Die politische Führung in Teheran fordert die Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und Strafmaßnahmen des UN-Sicherheitsrats.

Auch Resolutionen des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA will Teheran aufgehoben sehen, wie Tasnim weiter berichtet. Weiter werden Kriegsentschädigungen und ein Abzug der US-Streitkräfte aus der Region gefordert. Der Krieg soll an allen Fronten enden, einschließlich im Libanon.

Auch die Nachrichtenagentur Fars berichtet über die zehn Punkte. Ihre Informationen decken sich weitgehend mit dem Bericht bei Tasnim. In ihrem Bericht heißt es jedoch auch, dass sich der Iran gemäß dem Plan verpflichten werde, niemals Atomwaffen herzustellen. Die Urananreicherung soll nach Verhandlungen eingeschränkt werden. Teheran stimme außerdem zu, mit anderen Ländern in der Region über Friedensabkommen zu sprechen. (dpa)

4.02 Uhr: Nach Äußerungen zu möglichem Nato-Austritt: Rutte trifft Trump in Washington

Vor dem Hintergrund heftiger Kritik aus Washington an der Nato trifft Nato-Generalsekretär Mark Rutte am Mittwoch US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington. Rutte und Trump wollten bei ihrem Gespräch „die aktuelle Sicherheitslage“ erörtern, „einschließlich im Kontext des Iran sowie des andauernden Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine“, teilte eine Nato-Vertreterin mit. Weiteres Thema wird demnach die Vertiefung der transatlantischen Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie sein.

Trump und sein Außenminister Marco Rubio hatten zuletzt angekündigt, die Nato-Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Irankrieges überdenken zu wollen. Der US-Präsident kritisierte die europäischen Verbündeten dafür, die USA im Krieg gegen den Iran nicht ausreichend zu unterstützen. Rutte zeigte Verständnis für beide Seiten und gilt als Vermittler zwischen Washington und dem Rest der Allianz. (afp)

3.46 Uhr: Leavitt: Zehn-Punkte-Plan Basis für weitere Verhandlungen

Der vom Iran vorgelegte Zehn-Punkte-Vorschlag zur Beendigung des Krieges ist nach Ansicht von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt eine Grundlage für weitere Verhandlungen. „Die Worte von Präsident (Donald) Trump sprechen für sich: Dies ist eine praktikable Verhandlungsgrundlage, und diese Verhandlungen werden fortgesetzt“, teilte sie auf Anfrage mit.

Leavitt betonte, dass die Öffnung der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus Trump zu verdanken sei. Dieser habe gemeinsam mit dem US-Militär „den Iran dazu gebracht“, die Meerenge wieder zu öffnen. (dpa)

3.45 Uhr: Teheran inhaftiert Angehörige von geflüchteten Aktivisten

Nach der brutalen Niederschlagung von Protesten zu Beginn des Jahres hat die Führung in Teheran ihr Vorgehen gegen Vertreter der Opposition offenbar noch weiter verschärft. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe sollen Hunderte Menschen festgenommen worden sein – darunter auch etliche Verwandte von bekannten Regierungskritikern, die selbst gar nicht politisch aktiv sind.

Am 15. März nahmen Sicherheitskräfte in der iranischen Hauptstadt den Bruder von Hossein Razzagh fest. Das sagt der ehemalige politische Gefangene, der im vergangenen Jahr nach Europa flüchten konnte, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. „Mein Bruder ist überhaupt nicht politisch, er ist in keinster Weise politisch aktiv. Es geht nur darum, mich unter Druck zu setzen“, betont er.

Laut den Angaben von Razzagh konnte sein Bruder Ali nach der Festnahme aus einer vom iranischen Geheimdienst betriebenen Einrichtung heraus nur „für wenige Sekunden“ mit seiner Frau telefonieren. Seitdem sei weder die Familie noch deren Anwalt in der Lage gewesen, Kontakt zu dem Bruder aufzunehmen. Ihnen sei lediglich mitgeteilt worden, dass dessen Verbindungen zu dem im Exil lebenden Razzagh überprüft würden. (ap)

Israel auch nach Waffenruhe-Verkündung unter Beschuss

Auch nach der Verkündung einer Waffenruhe durch die USA und den Iran ist Israel in der Nacht weiter unter Raketenbeschuss geraten. Aus den Städten Petach Tikva und Bnei Brak gebe es Berichte über Einschläge, meldete die israelische Nachrichtenseite „ynet“. Kurz darauf heulten im Zentrum und Süden des Landes erneut die Sirenen. Bewohner berichteten von heftigen Explosionen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die israelische Armee auf Telegram mit. (dpa)

2.43 Uhr: Mindestens acht Tote bei israelischem Angriff im Südlibanon

Bei einem israelischen Angriff in Sidon im Süden des Libanons sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens acht Menschen getötet worden. „Nach einer vorläufigen Bilanz“ seien 22 weitere Menschen dabei verletzt worden, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP vor Ort sah Flammen aus einem Café aufsteigen und Glasscherben auf der Straße davor.

Feuerwehrleute kämpften gegen den Brand an der Uferpromenade der Küstenstadt an, wie der AFP-Fotograf beobachtete. In der Nähe geparkte Autos wurden bei dem Angriff ebenfalls beschädigt. Ein Sanitäter sagte AFP, Rettungskräfte hätten mindestens sechs Verletzte vom Ort des Geschehens abtransportiert.

Der Angriff ereignete sich kurz bevor Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif erklärte, eine zweiwöchige Feuerpause zwischen den USA und dem Iran schließe die Verbündeten der USA ein und gelte „überall, einschließlich des Libanons und anderswo“. (afp)

2.30 Uhr: Staatsmedien: Irans Militär soll Angriffe einstellen

Irans oberster Führer hat im staatlichen Nachrichtensender IRIB bekannt gegeben, dass das Militär angewiesen wurde, das Feuer einzustellen. Dieser Befehl kam ungefähr zwei Stunden nach der Ankündigung der USA, dass eine Waffenrufe vereinbart wurde. „Dies ist nicht das Ende des Krieges, aber alle militärischen Teilstreitkräfte sollten dem Befehl des Obersten Führers folgen und das Feuer einstellen“, heißt es weiter in der Erklärung. (taz)

2.13 Uhr: Waffenstillstand auch mit dem Libanon

Der Waffenstillstand umfasst auch den Libanon, erklärte Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif. „Mit größter Demut freue ich mich, bekannt geben zu können, dass die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten von Amerika zusammen mit ihren Verbündeten einem sofortigen Waffenstillstand überall, einschließlich im Libanon und anderswo, zugestimmt haben – mit sofortiger“, hieß es in einer Erklärung des pakistanischen Premiers.

Sharif lud Delegationen aus dem Iran und den USA für weitere Gespräche am Freitag in die pakistanische Hauptstadt Islamabad ein, wo Vertreter aus Washington und Teheran ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Konflikts aushandeln sollen. Beide Seiten hätten in den Gesprächen „bemerkenswerte Weisheit und Verständnis“ bewiesen und sich konstruktiv für Frieden und Stabilität eingesetzt. (dpa/taz)

1.57 Uhr: Gespräche zwischen USA und Iran angekündigt

Der Nationale Sicherheitsrat Irans kündigt Gespräche mit den USA ab Freitag in Pakistan an. „Wir sprechen über persönliche Verhandlungen, aber nichts ist endgültig, solange es nicht vom Präsidenten oder dem Weißen Haus angekündigt wird“, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, gegenüber CNN.

Das Treffen könnte in Islamabad stattfinden, unter Beteiligung pakistanischer Vermittler. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff, sein Schwiegersohn Jared Kushner sowie Vizepräsident J. D. Vance werden teilnehmen, insofern die Gespräche stattfinden. (dpa/taz)

1.32 Uhr: Iran: „Sichere Passage wird möglich sein“

Im offiziellen Statement des iranischen Außenministers Seyed Abbas Araghchi, das unter anderem von US-Präsident Trump in Sozialen Medien geteilt wurde, heißt es: „Als Reaktion auf die brüderliche Bitte von Premierminister Sharif (dem Premier Pakistans, anm. d. Red.) sowie unter Berücksichtigung der Bitte der Vereinigten Staaten um Verhandlungen auf Grundlage ihres 15-Punkte-Vorschlags und der Ankündigung des US-Präsidenten über die Akzeptanz des allgemeinen Rahmens von Irans 10-Punkte-Vorschlag als Verhandlungsbasis erkläre ich hiermit im Namen des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans: Sollten die Angriffe gegen Iran eingestellt werden, werden unsere mächtigen Streitkräfte ihre defensiven Operationen einstellen. Für einen Zeitraum von zwei Wochen wird eine sichere Passage durch die Straße von Hormus durch Koordination mit den Streitkräften Irans und unter angemessener Berücksichtigung technischer Einschränkungen möglich sein“. (taz)

1.32 Uhr: Iran will Straße von Hormus öffnen

Der Nationale Sicherheitsrat Irans veröffentlichte eine Erklärung, in der dargelegt wird, dass Irans 10-Punkte-Plan unter anderem eine „regulierte Durchfahrt durch die Straße von Hormus unter Koordination der Streitkräfte Irans“ vorsieht. Dies würde dem Land laut der Erklärung eine „einzigartige wirtschaftliche und geopolitische Stellung“ verschaffen.

Der iranische Außenminister Seyed Abbas Aragachi erklärte, dass während der zwei Wochen eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus „durch Koordination mit den Streitkräften Irans (…) möglich sein wird“. (taz)

1.32 Uhr: Ölpreis gibt nach

Nach der Ankündigung eines zweiwöchigen Waffenstillstands ist der Ölpreis deutlich eingebrochen. Marktberichte zeigen einen Rückgang von rund 10 Prozent. (taz)

1.31 Uhr: Iran: „Haben USA gezwungen, unseren Plan anzunehmen“

Der Oberste Nationale Sicherheitsrat behauptet, dass Iran einen großen Sieg errungen habe und die Vereinigten Staaten gezwungen habe, seinen 10-Punkte-Plan zu akzeptieren. (taz)

1.30 Uhr: CNN: Israel hat zweiwöchiger Pause auch zugestimmt

Israel hat sich ebenfalls bereit erklärt, die Angriffe auszusetzen, während die Verhandlungen fortgesetzt werden, sagte ein hochrangiger Beamter dem US-Medium CNN. (taz)

1.30 Uhr: Bedingung: „Sofortige und sichere Öffnung“ der Staße von Hormus

„Basierend auf Gesprächen mit Premierminister Shehbaz Sharif und Feldmarschall Asim Munir aus Pakistan, in denen sie mich gebeten haben, die heute Nacht gegen Iran entsandte zerstörerische Gewalt zurückzuhalten, und unter der Voraussetzung, dass die Islamische Republik Iran der vollständigen, sofortigen und sicheren Öffnung der Straße von Hormus zustimmt, erkläre ich mich bereit, die Bombardierung und den Angriff auf Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen. Dies wird ein beidseitiger Waffenstillstand sein“, schreibt US-Präsident Trump auf seiner Plattform „Truth Social“ – weniger als anderthalb Stunden vor Ablauf seines Ultimatums gegen den Iran.

Weiter behauptet er in seinem Post, dass die USA „alle militärischen Ziele erreicht und sogar übertroffen haben und bei einem endgültigen Abkommen über einen langfristigen Frieden mit Iran sowie Friden im Nahen Osten sehr weit fortgeschritten sind“. Trump schreibt weiter: „Wir haben einen 10-Punkte-Vorschlag aus Iran erhalten und glauben, dass er eine praktikable Grundlage für Verhandlungen darstellt. Fast alle der verschiedenen Streitpunkte der Vergangenheit wurden bereits zwischen den Vereinigten Staaten und Iran geklärt, doch ein Zeitraum von zwei Wochen wird es ermöglichen, das Abkommen abzuschließen und umzusetzen.“

Er schließt seine Ankündigung mit der Aussage ab, dass dieses „langfristige Problem kurz vor der Lösung steht“. (taz)

1.16 Uhr: Israel meldet neue Raketenangriffe aus dem Iran

Wenige Minuten nach der Verkündung eines zweiwöchigen Aufschubs der US-Angriffe auf iranische Infrastruktur durch US-Präsident Donald Trump hat die israelische Armee neue Raketenangriffe aus dem Iran gemeldet. Die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz, erklärte die Armee am Mittwochmorgen im Onlinedienst Telegram. In Jerusalem und in Jericho im von Israel besetzten Westjordanland waren Journalisten der Nachrichtenagentur AFP zufolge Explosionen zu hören.

Kurz zuvor hatte Trump sich in seinem Onlinedienst Truth Social bereit erklärt, die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen. Er „stimme zu, die Bombardierung und den Angriff auf den Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen“, wenn der Iran die Straße von Hormus vollständig wieder öffne. „Dies wird eine beidseitige Waffenruhe sein“, schrieb er. (afp)

0.46 Uhr: Trump setzt Angriffe für zwei Wochen aus

US-Präsident Donald Trump setzt die Angriffe auf ‌den Iran für zwei Wochen aus. Er habe zugestimmt, „die Bombardierung und den Angriff auf den Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen“, sagt Trump. Er sei nach eigenen Angaben bereit, zwei Wochen lang auf Bombardierungen und Angriffe auf den Iran zu verzichten, wenn dieser die wichtige Straße von Hormus öffne. Dabei werde es sich um eine beidseitige Waffenruhe handeln, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. (dpa/rtr)

0.33 Uhr: 30 Länder beraten in UK über Straße von Hormus

Militärstrategen aus mehr als 30 Ländern haben in Großbritannien über eine Öffnung der Straße von Hormus nach einem möglichen Waffenstillstand im Irankrieg beraten. Die virtuelle Konferenz habe sich mit „geeigneten Maßnahmen“ befasst, um die Meerenge nach Beendigung der Kampfhandlungen „zugänglich und sicher“ zu machen, erklärte das britische Verteidigungsministerium am Dienstag. Vergangene Woche hatte die britische Regierung bereits ein diplomatisches Treffen mit rund 40 Ländern zu der strategisch wichtigen Schifffahrtsroute abgehalten.

Ziel der Beratungen sei es, den „diplomatischen Konsens zur Straße von Hormus in konkrete militärische Planungen“ zu übersetzen, erklärte das britische Verteidigungsministerium weiter. „Zu gegebener Zeit“ werde eine weitere militärische Planungskonferenz stattfinden. (afp)

0.09 Uhr: Irans Vizepräsident: Teheran für „alle Szenarien“ vorbereitet

Angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump ist der Iran nach den Worten des iranischen Vizepräsidenten Mohammed Resa Aref für „alle Szenarien“ vorbereitet. „Die Regierung hat die notwendigen Maßnahmen für alle Szenarien bis ins Detail ausgearbeitet“, erklärte Aref am Dienstag im Onlinedienst X. „Keine Drohung übersteigt unsere Bereitschaft und unsere Geheimdienstfähigkeiten“, fügte er hinzu. Die Äußerungen Arefs erfolgten wenige Stunden vor Ablauf eines Ultimatums des US-Präsidenten an den Iran. (afp)

23.39 UIranische Justiz ruft zu „beschleunigten“ Todesurteilen auf

Der Chef der iranischen Justiz hat die Gerichte des Landes dazu aufgerufen, schneller Todesstrafen im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die USA und Israel zu verhängen. „Sie müssen die Verhängung von Todesstrafen und die Beschlagnahmung von Besitztümern beschleunigen“, sagte Gholam Hossein Mohseni Ejei am Dienstag während einer im Fernsehen übertragenen Versammlung von ranghohen Justizverantwortlichen.

Russland und China stimmten gegen die UN-Resolution (7.4.2026) Foto: Jenaah Moon/reuters

Es sei „notwendig, weiterhin und mit größerer Schnelligkeit Urteile gegen Elemente und Agenten des feindlichen Aggressors zu fällen,“ fügte er mit Hinblick auf die Gesetzgebung zur Spionage hinzu.

Seit Beginn des Krieges Ende Februar wurden sieben Menschen gehängt. Sie waren im Zusammenhang mit den gewaltsam unterdrückten Anti-Regierungsprotesten im Januar verurteilt worden. Sechs von ihnen war die Zugehörigkeit zu der verbotenen Oppositionsgruppe Volksmudschaheddin vorgeworfen worden, einem iranisch-schwedischen Doppelstaatsbürger Spionage für Israel und die USA. (afp)

23.30 Uhr: Irans größter Aluminiumproduzent angegriffen

Das US-Medium CNN berichtet, dass der größte Aluminiumproduzent Irans sowie der größte petrochemischen Komplex angegriffen wurden und beruft sich dabei auf iranische Staatsmedien. Der Angriff auf den Fajr-Petrochemiekomplex in der Stadt Mahshahr traf laut Angaben des stellvertretenden Sicherheitsgouverneurs der Provinz Khuzestan eine eine Anlage der Amirkabir Petrochemical Company. Der Angriff auf das Aluminiumwerk in Arak soll laut iranischen Staatsmedien einen Großbrand ausgelöst haben. (taz)

23.01 Uhr: Papst und UN schockiert von Trump-Aussagen

Die Vernichtungsandrohung von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran hat international starken Widerspruch ausgelöst. Sowohl Papst Leo XIV. als auch die UN verurteilten die Äußerungen des US-Präsidenten.

Leo XIV. bezeichnete die Drohung als „nicht akzeptabel“. Die Androhung weitreichender Vernichtung der Infrastruktur sei nicht nur ein Verstoß gegen das Völkerrecht, sondern zeige auch „Hass und den Willen zur Zerstörung“. Dem sollten die Menschen den Einsatz für Frieden entgegensetzen, sagte der Papst am Dienstagabend vor Journalisten in seiner Residenz in Castel Gandolfo.

Leo XIV. rief die Menschen in allen betroffenen Ländern auf, sich an ihre Regierungen und „an ihre Kongressabgeordneten zu wenden und ihnen zu sagen, sie sollten den Krieg ablehnen“. Nach Meinung vieler sei dieser Krieg ein ungerechter Krieg, und nun eskaliere er immer weiter. In diesem Kontext ging der Papst auch auf die weltweite Wirtschaftskrise infolge des Irankriegs ein und sagte, dieser Krieg löse keine Probleme. Vielmehr führe er zu einer äußerst instabilen Lage im Nahen Osten und provoziere immer mehr Hass weltweit. (kna)

22.57 Uhr: Pakistan: Verhandlungen könnten bald zu Ergebnissen kommen

Die Friedensverhandlungen im Irankrieg machen nach Angaben des Vermittlers Pakistan Fortschritte. Die diplomatischen Bemühungen schritten „stetig, entschlossen und kraftvoll voran und könnten in naher Zukunft zu substanziellen Ergebnissen führen“, teilte der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif auf X mit. Er bitte daher US-Präsident Donald Trump eindringlich darum, sein Ultimatum um zwei Wochen zu verlängern. (dpa)

Anti-Kriegsdemo mit Iran-Flaggen vor dem Weißen Haus am 7. April Foto: Nathan Howard/rtr

22.25 Uhr: Pakistan drängt Trump zu zweiwöchigem Fristaufschub

Kurz vor Ablauf des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an den Iran hat der Vermittler Pakistan zu einem erneuten Aufschub gedrängt. Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif bat Trump am Dienstag im Onlinedienst X, „die Frist um zwei Wochen zu verlängern“, um den Verhandlungen eine Chance zu geben. Derweil solle der Iran als Zeichen des guten Willens für zwei Wochen die Straße von Hormus öffnen.

Der pakistanische Regierungschef rief alle Kriegsparteien überdies zu einer zweiwöchigen Waffenruhe auf. Diese solle es den Unterhändlern ermöglichen, „den Krieg mit einem endgültigen Ergebnis zu beenden – im Interesse eines langfristigen Friedens und einer langfristigen Stabilität in der Region“.

Das Weiße Haus erklärte dazu, Trump prüfe den Vorschlag. Ursprünglich hatte Pakistan nach US-Medienberichten eine Waffenruhe von 45 Tagen ins Gespräch gebracht. Der US-Präsident hatte dies als „wichtigen Schritt“ bezeichnet, der allerdings nicht ausreiche.

Sharif schrieb weiter, die diplomatischen Bemühungen schritten voran. Er äußerte die Hoffnung, dass sie „in naher Zukunft zu substanziellen Ergebnissen führen“ könnten. Der pakistanische Regierungschef spielt eine zentrale Rolle bei den Bemühungen zur Beilegung des Irankrieges.

Trump hatte der Führung in Teheran mit massiven völkerrechtswidrigen Angriffen auf Brücken und Kraftwerke gedroht, sollte der Iran nicht die Straße von Hormus öffnen, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Kurz vor Ablauf der Frist um 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (Mittwochfrüh 02.00 Uhr MESZ) legte Trump am Dienstag nach und drohte dem Iran mit der Auslöschung: „Eine ganze Zivilisation wird heute sterben und nie mehr zurückkehren“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Trump hatte sein Ultimatum an den Iran ursprünglich bereits am 21. März gestellt. Danach verlängerte er es aber mehrfach. Zu den Bedingungen machte er widersprüchliche Angaben. Neben der Öffnung der Straße von Hormus verlangte er, der Iran müsse sich zur Aufgabe seines Atomprogramms verpflichten. (afp/taz)

21.47 Uhr: Mehrere Demokraten fordern Trumps Amtsenthebung

Mehrere Demokraten fordern angesichts der harschen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem Iran, den Republikaber seines Amtes zu entheben. Bis zum frühen Nachmittag (Ortszeit) waren es nach Recherchen des „Wall Street Journal“ mehr als zwei Dutzend Kongressmitglieder.

Entsprechende Forderungen von Demokraten erreichten laut dem Nachrichtenportal „Axios“ ihren Höhepunkt, nachdem Trump dem Iran Stunden vor Ende seines Ultimatums noch einmal auf besonders drastische Weise gedroht hatte: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

8. April, Tyros: Israelische Luftangriffe gehen weiter Foto: Adnan Abidi/rtr

Neben einem regulären Amtsenthebungsverfahren im Kongress gibt es theoretisch noch einen schnelleren Weg, um Trump seine Präsidentschaft zu entziehen, auf den mehrere Demokraten nun explizit Bezug nehmen: den Zusatzartikel 25 der Verfassung. Dieser erlaubt es in Abschnitt vier, den Präsidenten für unfähig zu erklären, „die Rechte und Pflichten des Amtes auszuüben“.

Der Abschnitt wurde allerdings noch nie angewandt – die Hürden dafür sind sehr hoch. J. D. Vance als Vizepräsident und eine Mehrheit der wichtigsten Kabinettsmitglieder müssten eine entsprechende Erklärung schriftlich an die Vorsitzenden des Senats und des Repräsentantenhauses übermitteln. Trump könnte als Präsident aber widersprechen.

Vance und die entsprechenden Minister könnten ihn anschließend überstimmen. Danach wäre der Kongress am Zug – und bis zu einer Entscheidung des Parlaments wäre der Vizepräsident amtierender Präsident. Der Kongress hätte 21 Tage Zeit, um abzustimmen. Für eine Amtsenthebung des Präsidenten müssten in beiden Kammern jeweils Zweidrittelmehrheiten zusammenkommen.

Demokraten wären also auf eine größere Unterstützung von Republikanern im Kongress angewiesen – sowie in Trumps eigenem Kabinett. Öffentliche Anzeichen dafür, dass sich diese formieren könnte, gab es zunächst nicht. Trump setzte bei der Zusammenstellung seines Kabinetts auf treue Gefolgsleute. (dpa

20.13 Uhr: Russland und China stimmen gegen UN-Resolution zur Öffnung der Straße von Hormus

China und Russland haben ihr Veto gegen eine UN-Sicherheitsratsresolution für eine Wiederöffnung der Meerenge von Hormus eingelegt. Vor der Abstimmung am Dienstag war der Text der Resolution bereits mehrfach entschärft worden, in der Hoffnung, dass sich die beiden Vetomächte der Stimme enthalten würden. Am Ende gab es neben den beiden entscheidenden Nein-Stimmen Chinas und Russlands elf Voten für den Text und zwei Enthaltungen.

Der Iran hat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar die Straße von Hormus praktisch blockiert, durch die etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Rohöls verschifft wird, aber auch große Mengen verflüssigtes Erdgas und Düngemittel. Das trifft insbesondere asiatische Staaten, die den Großteil ihres Treibstoffs aus der Golfregion importieren. Inzwischen lässt der Iran zwar wieder einige Schiffe durchfahren, beansprucht aber die Kontrolle bei der Auswahl der Schiffe und ihrer Ladung. Außerdem betont Teheran, für Feinde des Landes und deren Verbündete sei die Meerenge geschlossen.

Der ursprüngliche Resolutionsentwurf Bahrains hatte die Staaten ermächtigt, „alle notwendigen Mittel“ zu ergreifen, um die Blockade der Straße von Hormus zu beenden – eine Formulierung, die militärische Schritte einschließen würde. Nachdem Russland, China und Frankreich sich gegen den Einsatz von Gewalt aussprachen, war in einem weiteren Entwurf nur noch von „allen notwendigen defensiven Mitteln“ die Rede.

Die jetzt schließlich abgelehnte Version ermutigte „die Staaten, die an der Nutzung der kommerziellen Seewege in der Straße von Hormus interessiert sind, nachdrücklich, defensive Bemühungen zu koordinieren, die den Umständen angemessen sind, um zur Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus beizutragen“. Dies solle auch die Eskortierung von Handelsschiffen einschließen und Versuche abwehren, die internationale Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu blockieren oder zu stören. (ap)

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