Trumps 80. Geburtstag: Gewaltige Party
Mit Käfigkämpfen feierte US-Präsident Trump seinen 80. Geburtstag vor dem Weißen Haus. Doch die größere Aufmerksamkeit bekommt das Abkommen mit dem Iran.
US-Präsident Donald Trump feierte seinen 80. Geburtstag, wie vielleicht nur er es kann. Vor dem Weißen Haus wurden am Sonntag (Ortszeit) mehr als ein halbes Dutzend UFC-Kämpfe ausgetragen. Doch für die großen Schlagzeilen des Tages sorgte ein Abkommen zwischen den USA und Iran, das den monatelangen Krieg beenden soll.
„Das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran ist nun abgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch an alle! Hiermit genehmige ich ausdrücklich die gebührenfreie Öffnung der Straße von Hormus und ordne gleichzeitig die sofortige Aufhebung der Seeblockade durch die US-Marine an. Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!“, erklärte Trump in einem Post auf Truth Social.
Wenig später relativierte der US-Präsident in einem weiteren Post, dass die Straße von Hormus erst am kommenden Freitag wieder geöffnet werden soll und dann zunächst nur, um die dortigen Seeminen zu räumen.
Weitere Details zum Abkommen gab Trump bislang nicht bekannt. Die Reaktionen auf das Friedensabkommen zwischen den USA und Iran dürfen als verhalten positiv interpretiert werden. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, dass er das Abkommen begrüße. „Das kann den Weg zur Erholung der Weltwirtschaft und Stabilisierung der Region bahnen. Es gilt, das Vereinbarte zielstrebig umzusetzen“, erklärte der CDU-Politiker auf X.
Keine Atomwaffe für Iran
Ein Pressesprecher für UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete das Abkommen als einen wichtigen Schritt zur friedlichen Beilegung des Konflikts. Neben einer schnellen Umsetzung der Vereinbarung machten auch viele Staatsoberhäupter klar, dass Iran niemals eine Atomwaffe besitzen dürfe. „Iran darf niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen. Wir sind bereit, zu diesem Zweck mit den USA, Iran und der IAEA zusammenzuarbeiten“, hieß es in einer Erklärung der E4-Staaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien).
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif sagte in den sozialen Medien, dass beide Seiten „die sofortige und dauerhafte Beendigung der Militäreinsätze an allen Fronten, auch im Libanon“ beschlossen hätten. Eine Unterzeichnungszeremonie ist für Freitag in der Schweiz geplant.
Demokraten und auch Republikaner bleiben skeptisch
Die Reaktionen aus dem US-Kongress waren trotz des angeblichen Durchbruchs skeptisch. Der republikanische Senator Lindsey Graham, ein erklärter Kritiker des iranischen Mullah-Regimes, sagte, er sei darauf gespannt, wie die kommenden Verhandlungen zum Atomprogramm sowie anderer Themen verlaufen werden.
„Ich bin etwas besorgt darüber, dass die Sichtweise Irans über das Abkommen von dem abzuweichen scheint, was das amerikanische Verhandlungsteam behauptet“, sagte Graham.
Der höchstrangige Demokrat im Auswärtigen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses, Gregory Meeks, will abwarten, bis die genauen Details des Abkommens veröffentlicht werden.
„Ich warte noch auf die bestätigten Einzelheiten einer etwaigen Vereinbarung, aber wie ich von Anfang an gesagt habe: Trumps selbst gewählter Krieg war verfehlt und schadete den amerikanischen Interessen“, erklärte er.
Medienberichten zufolge soll sich die USA dazu bereit erklärt haben, eingefrorene iranische Vermögenswerte im Wert von 25 Milliarden US-Dollar freizugeben – unter anderem durch direkte Bargeldtransfers, die Zusammenarbeit regionaler Staaten sowie finanzielle Rahmenkredite.
Feier inklusive Blutspritzer
Trump selbst feierte den angeblichen Durchbruch bei den Verhandlungen mit einer Sportveranstaltung im Garten des Weißen Hauses. Trump saß zusammen mit Frau Melania und anderen Familienmitgliedern direkt am Ring. Sie waren so nahe dran, dass sie wahrscheinlich die Blutspritzer der Kämpfer abbekamen.
UFC Freedom 250, wie sich die Veranstaltung selbst nannte, dürfte als Erfolg gesehen werden. Immer wieder startete das Publikum mit „U-S-A! U-S-A!“-Schreien. Der UFC-Kampfabend war die erste der Sportveranstaltungen, die Trump anlässlich des 250. Geburtstags der USA in der Hauptstadt austragen wird.
Sollten die Medienberichte zum US-Friedensabkommen allerdings tatsächlich der Wahrheit entsprechen, dann ist das Abkommen äußerst ähnlich dem Atomabkommen aus dem Jahr 2015. Und dann ist die Frage, war der Krieg nötig?
„Die Straße von Hormus war schon vor Trumps Krieg offen; er kann ihre Wiedereröffnung also nicht als Kriegssieg für sich beanspruchen. Das wäre unlogisch!“, sagte der ehemalige US-Botschafter in Russland, Michael McFaul.
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