Polizei greift hart durch: Europa im Corona-Strafwahn

Wer gegen Corona-Maßnahmen verstößt, muss in Europa je nach Land mit unterschiedlichen Konsequenzen rechnen – ein Überblick.

2 Polizisten stören einen Mann, der auf sein Handy schaut

Polizeipatrouille in Rom Foto: Alberto Lingria/reuters

BERLIN taz | Mit FreundInnen auf der Parkbank sitzen und plaudern. Zum Grillen treffen. In großer Runde picknicken. Was vor ein paar Monaten normal war, ist heute in vielen Ländern wegen der Corona-Ansteckungsgefahr und der Maßnahmen dagegen unmöglich. Ideen zur Eindämmung gibt es viele – eine Forschungsgruppe der Universität Cambridge hat 275 Maßnahmen gesammelt, die teils schon eingesetzt werden und teils skurril wirken – etwa das Benutzen von Zangen, um in Geschäften nach Produkten zu greifen.

Ein Verstoß gegen die Maßnahmen kann vielerorts dank üppiger Bußgelder teuer kommen. Doch nicht nur das: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnt vor zunehmenden Einschränkungen von Grundrechten in Europa im Zuge der Coronakrise. Viele Maßnahmen seien zum Schutz der Gesundheit zwar notwendig, erklärte Amnesty International am Donnerstag. Doch einige Regierungen würden die Pandemie zur Aushöhlung von Rechtsstaatlichkeit, Diskriminierung, Repression oder Zensur nutzen.

Vor allem Ungarn, Polen und die Türkei kritisierte Amnesty. In Ungarn zum Beispiel missbrauche Ministerpräsident Viktor Orbán die Krise als Vorwand, um sich unbegrenzte Macht zu verschaffen. Gemeint ist ein Gesetz, das es der Regierung erlaubt, auf unbestimmte Zeit per Dekret zu regieren.

Doch auch in Ländern, deren Regierungen nicht unter Verdacht stehen, die Epidemie zum Griff nach der Macht auszunutzen, hatten BürgerInnen es in den vergangenen Wochen nicht immer leicht – manchmal auch wegen übereifriger PolizistInnen oder MitbürgerInnen. Unsere taz-Korrespondenten geben einen Einblick in die Situation in ihren Ländern.

Serbien: Zwangsisolation zum orthodoxen Osterfest

Kaum hatte die Bevölkerung gedacht, dass die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus in Serbien gar nicht härter werden können, da belehrte die Regierung sie eines Besseren: Nach einer absoluten Ausgangssperre am vergangen Wochenende für die Dauer von 60 Stunden, müssen die Menschen von Freitag um 17 Uhr bis Dienstag um 5 Uhr zu Hause bleiben. Der 84 Stunden lange Hausarrest soll Versammlungen zum orthodoxen Osterfest verhindern.

Es herrscht der Ausnahmezustand. Menschen, die älter als 65 sind, haben sogar seit einem Monat absolutes Ausgangsverbot. Wer während der Ausgangssperre auf der Straße erwischt wird muss 1.300 Euro zahlen.

Noch härter sind die Strafen für die Verletzung der Selbstisolation von Menschen unter Coronaverdacht. Bei Verstoß drohen bis zu 12 Jahre Haft, falls nachgewiesen wird, dass derjenige jemanden, womöglich auch mit tödlichem Ausgang, angesteckt hat. Über 200 Personen befinden sich deshalb in Haft, Prozesse gegen sie werden in Schnellverfahren über Skype geführt. Viele Juristen halten das für verfassungswidrig.

Zumal so mancher Angeklagter behauptet, nichts davon gewusst zu haben, sich in Selbst­isolation begeben zu müssen, da sie darüber nicht informiert worden seien. In der Anklageschrift eines 45-Jährigen aus Novi Sad steht buchstäblich, er habe sich „an den Appell von Staatspräsident Aleksandar Vučić nicht gehalten“, dass sich alle Bürger, die nach dem Corona-Ausbruch in Serbien aus dem Ausland gekommen sind, in Selbstisolation zu begeben haben.

Andrej Ivanji, Belgrad

Spanien: Bußgelder oft für die Ärmeren

Die unterschiedlichen Polizeikräfte Spaniens haben bis Anfang der Woche knapp über eine halbe Million Bußgeldbescheide wegen Verstoß gegen die Ausgangssperre verhängt. Hier darf seit dem 14. März nur noch auf die Straße, wer einkaufen geht, den Arzt oder eine Apotheke aufsucht, den Hund Gassi führt oder zur Arbeit muss. Alles andere ist strengstens untersagt. Wie hoch die jeweiligen Bußgelder ausfallen, legt nicht der Polizist vor Ort fest. Das macht die Behörde, bevor die Bescheide verschickt werden. Die Strafe für „Verstoß gegen den Alarmzustand“ bewegt sich zwischen 600 und 60.000 Euro.

Der Coronahausarrest ist nicht für alle die gleiche Bürde. Was in einer Wohnung mit Balkon, mit einer Internetverbindung und Geld für Netflix einigermaßen leicht auszuhalten ist, kann in einem armen Stadtteil schnell unerträglich werden.

Das schlägt sich auch in der Bußgeldstatistik in Madrid nieder: Zwei Stadtteile, Puente de Vallecas und Tetuán, stechen bei den Bußgeldbescheiden besonders hervor. Es sind die zwei ärmsten Viertel der Madrider Innenstadt. In Puente de Vallecas haben sich so viele Menschen am Virus infiziert, wie sonst nirgends in Madrid. Vor dem Virus sind nicht alle gleich.

Die Bevölkerung von Puente de Vallecas übertrifft die von vielen spanischen Provinzhauptstädten auf wesentlich weniger Raum. Wer hier wohnt, hat, wenn überhaupt, ein sehr niedriges Einkommen. Viele der Bewohner sind Immigranten der ersten Generation. Die Wohnungen sind eng, haben meist keinen Balkon und oft nicht einmal ein Fenster direkt auf die Straße. Die Innenhöfe sind klein und dunkel. Oft leben Eltern mit ihren erwachsenen Kindern zusammen.

Wenn wundert es da, dass im Regionalfernsehen Bilder von Menschen aus diesen Vierteln zu sehen waren, die auf der Straße spazieren oder auf einer Parkbank ausruhen?

Reiner Wandler, Madrid

Italien: Einkaufen nur im eigenen Viertel

Egal ob an den Ausfallstraßen, die aus Rom hinaus führen, an den Autobahnein- und -ausfahrten, oder an wichtigen Kreuzungen in den Städten: An den Kontrollposten der italienischen Staatspolizei, der Stadtpolizei und der Carabinieri ist kein Vorbeikommen. Mit quer gestellten Fahrzeugen haben sie die Strecken auf schmale Spuren verengt. Und jede_r, wirklich jede_r wird genauestens befragt, wo es denn hingehen soll.

Die Italiener_innen kennen diese engmaschigen Kontrollen vor allem aus dem Fernsehen. Denn kaum noch jemand wagt sich auf die Straßen, es sei denn, er oder sie hat wirklich einen „triftigen Grund“. Das Wichtigste, so scheint es, ist ohnehin die mediale Berichterstattung über die Kontrollen, damit die Bürger_innen auch wirklich zu Hause bleiben. Gut 10.000 Menschen werden täglich im ganzen Land kontrolliert, die Geldbuße von 400 bis 3.000 Euro wird bloß für fünf Prozent von ihnen fällig.

Mittlerweile überprüft die Polizei auch Passagiere in städtischen Bussen. Einkäufe sollen im eigenen, nicht im Nachbarviertel erledigt werden. Die Ausrede einer Frau, sie sei auf der Suche nach Karotten fürs Kaninchen quer durch Rom gefahren, brachte auch ihr Bußgeld ein.

Das Resultat lässt sich in allen italienischen Städten besichtigen. Über die Ostertage waren die Straßen völlig verwaist, genauso wie die üblichen Ausflugsziele am Meer und im Grünen. Auch unter der Woche rollen die Busse fast leer durch die Städte und niemand strebt zu Fuß dem nächsten Park zu – der ist nämlich geschlossen.

Michael Braun, Rom

Österreich: Der Denunziant, dein Freund und Helfer

In der Krise blühen in Österreich nicht nur Nachbarschaftshilfe und Solidarität, sondern auch Denunziantentum. Die Polizei ist angehalten, Personen, die sich nicht an die Abstandsregeln und Ausgangsbeschränkungen halten, zu ermahnen und notfalls zu bestrafen. Manche Polizisten legen das recht großzügig aus und Boulevard-Zeitungen stellen gerne vermeintliche „Coronasünder“ bloß.

Der Sender Ö1 berichtete am Dienstag von einer Frau, die mit ihrer Tochter eine Freundin und deren Tochter getroffen habe – mit vorgeschriebenem Abstand auf einer Wiese am Donauufer. Ein Mann habe ihnen daraufhin mit 500 Euro Strafe gedroht, denn er werde die Polizei holen. Die Frau war der Meinung, nichts falsch gemacht zu haben: „Ich will nicht behandelt werden, als wäre ich in einem Polizeistaat.“

Viele Medien berichteten zudem über einen jungen Mann, der von der Polizei angezeigt wurde, weil er „längere Zeit auf einer Parkbank gesessen“ habe und „aufgrund des regen Fußgängeraufkommens nicht den nötigen Mindestabstand von 1 Meter zu anderen Personen eingehalten“ habe. Wegen offensichtlicher Willkür und regen Medienechos wurde die Anzeige zurückgezogen. Auch der Kundin einer Drogerie drohte eine Anzeige, weil sie ein Schulheft gekauft hatte – das sei nicht lebensnotwendig.

Die teilweise unscharf formulierten Verordnungen lassen einen Spielraum, in dem Denunzianten und Erbsenzähler kreativ werden können. Allein am Osterwochenende wurden laut Polizei österreichweit 2.246 Anzeigen und 380 Geldstrafen ausgestellt.

Ralf Leonhard, Wien

Frankreich: Polizei teilt ordentlich aus

Es sollte nicht bei der leeren Drohung bleiben: Seit dem offiziellen Beginn der Ausgangssperren in Frankreich am 17. März hat die Polizei bei mehr als 10 Millionen Kontrollen fast 600.000 Bußgeldformulare wegen Nichtbeachtung der Lockdown-Regeln ausgefüllt.

Die besagen: Wer zu Fuß oder mit einem Fahrzeug auf der Straße unterwegs ist, muss dies erklären können. Dazu steht ein Formular zum Download zur Verfügung, auf dem einer der wenigen zugelassenen Gründe für das Verlassen der Wohnung angekreuzt und samt Personenangaben wie Geburtsdatum und -ort sowie der Unterschrift bestätigt wird. Wer arbeiten geht, braucht zusätzlich einen schriftliche Bescheinigung des Arbeitgebers.

Ein schlecht ausgefülltes Formular kommt teuer zu stehen. Das anfänglich auf 38 Euro festgelegte Bußgeld wurde rasch auf 135 Euro erhöht, um die abschreckende Wirkung zu verstärken. Wer mehrfach erwischt wird, muss mit einer Geldstrafe von 1.500 Euro oder in krassen Fällen sogar mit Haft rechnen.

Auch Fälle von Übereifer sind bekannt. Einige Beamte fühlen sich anscheinend ermächtigt, zu beurteilen, was bei Einkäufen „notwendig“ sei. Eine Twitterin namens „Anlya Modest Fashion“ behauptet, der Kauf eines Schwangerschaftstests in der Apotheke sei von einer Polizeibeamtin als „nicht ausdrücklich dringlich“ eingestuft worden.

Rudolf Balmer, Paris

Großbritannien: Kontrolle zwischen Einkaufsregalen

Alle nicht essenziellen Einkäufe seien zu stoppen, erklärte die britische Regierung ihrer Bevölkerung. Menschen dürfen in Großbritannien nur für Notwendigstes auf die Straße oder zur körperlichen Ertüchtigung. Die Einhaltung kontrolliert die Polizei, die mit 60 Pfund (68 Euro) Bußgeld Bürger*innen Tacheles lehren soll – bei Zahlung innerhalb von zwei Wochen muss nur die Hälfte gelöhnt werden. Seit Beginn der Ausgangssperre wurden 3.204 Strafzettel ausgehändigt, wurde am Mittwoch bekannt.

Eine all zu eifrige Polizeieinheit in Cambridge landete jedoch selbst in der Kritik, als ihr einfiel, dass es in Supermärkten ganze Regalgänge mit nicht essenziellen Waren gibt und man kontrollieren könnte, ob sich dort jemand herumtreibt. Mit samt eines Bildes ihres Einsatzwagens vor dem Supermarkt wurde der Einsatz auch noch auf dem Twitter-Profil der Polizei Cambridge gepostet.

Das Resultat? In einem Shitstorm hinterfragten Tausende den Einsatz und diskutierten, was denn essenziell sei. Wenig später kam die offizielle Entschuldigung der Polizei – die Aufgabe der Polizei sei es nicht, zu überprüfen, was die Menschen kauften: „Die Nachricht wurde mit guter Absicht von einem übereifrigen Polizeibeamten verschickt, mit dem nun ein Wörtchen gesprochen wurde.“

Daniel Zylbersztajn, London

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

wir pausieren vorübergehend die Kommentarfunktion: Wir freuen uns darauf, bald wieder von Euch zu hören.

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Bis dahin wünschen wir Euch eine gute Zeit!
Eure taz