Spaniens Gesellschaft in der Coronakrise: Das Virus, die Stille, der Lärm

Spanier und andere Südeuropäer kollektivieren die Pandemie. Sie zeigen sich der Welt mit Optimismus und Humor über die Balkone hinweg.

Wartende Menschen vor einem Supermarkt

Madrid in Zeiten von Corona Foto: Susana Vera/reuters

MADRID taz | „Resistiré …“ – (Ich werde standhalten) – „… wenn ich alle Spiele verliere, wenn ich in Einsamkeit schlafe (…), wenn ich Angst vor der Stille habe …“, schallt es jeden Abend kurz vor 20 Uhr von den Balkonen Madrids, gefolgt von einem minutenlangen Applaus. Die nicht enden wollende Ruhe der Ausgangssperre weicht dem kollektiven Beifallklatschen. Es gilt dem Krankenhauspersonal und soll wohl auch die eigenen Ängste vor der Coronapandemie, die täglich Hunderte von Opfern fordert, vertreiben.

Die Straßen sind leer, Kneipen und Geschäfte geschlossen. Kein Hupen, kein lautes Quietschen beim Herunterlassen der Rollläden der Geschäfte. Keine lauten Gespräche an der Straßenecke, keine Schritte, einfach nichts … Doch wer genau hinhört, macht Ungewohntes aus.

Von irgendwoher kommt leises Vogelgezwitscher, entferntes Hundegebell, Läuten von Kirchenglocken. Das Rauschen sich bewegender Bäume, ein Glockenspiel im Wind … Ab und an Wortfetzen aus irgendeinem Fenster. Das Weinen eines Babys in einer Wohnung, etwas Musik, das Klappern von Geschirr … das Leben hat sich hinter die Mauern zurückgezogen.

„Es ist schon eigenartig. Jetzt, wo Madrid schweigt, höre ich die Stadt mehr denn je. Vielleicht weil ich aufmerksamer bin oder weil ich Dinge vermisse, die ich vorher als selbstverständlich angesehen habe“, beschreibt Elvira Sastre in der Tageszeitung El País die von der Krankheit eingenommene Stadt. Die junge Lyrikerin ist nicht die Einzige, die dieser Tage versucht, in das vermeintliche Nichts hineinzu­hören.

Die Stille ist in Spanien etwas Unbequemes

Luis Luna, ebenfalls Dichter, wagt den Blick nach innen in einem Land, das sonst so sehr von der Darstellung nach außen geprägt ist. Die akustische Leere habe dieser Tage „einen ungewohnten Stellenwert“ im nach Japan zweitlautesten Land der Welt. „Die Stille ist in Spanien etwas Unbequemes und lässt sich, wenn überhaupt, nur in Begleitung enger Vertrauter herstellen“, sagt er. Und er beobachtet all die Initiativen, mit denen seine Mitmenschen versuchen, die plötzliche Dominanz der Stille zu brechen, ihrer Herr zu werden.

Nachbarn, die sich sonst nur im Vorübergehen auf der Treppe oder im Parkhaus grüßen, spielen stundenlang laut rufend über die Innenhöfe hinweg Bingo-Lotterie oder „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Sie treffen sich zum Kaffee von Balkon zu Balkon, machen gemeinsam Yoga und Frühgymnastik. Der Applaus am Abend schließt den Tag ab. „Die Menschen gehen wie hungrige Vögel ans Fenster, bettelnd um Worte, Gesten und Emotionen“, resümiert Luna den neuen Alltag.

„Es ist die Angst vor dem Alleinsein, die Angst vor sich selbst, davor, in sich hineinzuschauen, Angst vor dem Bewusstsein, vor dem Denken“, sagt die Komponistin und Dichterin Lourdes de Abajo. Die Balkoninitiativen würden „die Pandemie verkollektivieren“. Sie machten aus ihr „einen täglichen Ritus“. Das biete „die Möglichkeit, sich der Welt als Subjekt darzustellen, das die Tragödie mit Optimismus und Humor bekämpft“, überlegt de Abajo. „Vielleicht verpassen wir die Chance für inneres Wachstum“, fügt sie hinzu.

Menschen in der Nacht an ihren erleuchteten Fenstern stehend in einem mehrstöckigem Haus in Madrid

„Die Menschen gehen wie hungrige Vögel ans Fenster, bettelnd um Worte, Gesten und Emotionen“ Foto: Susana Vera/reuters

Jorge Lago, Verleger und Professor für politische Theorie an der Madrider Universität Carlos III., fragt nach dem Warum dieser andauernden Flucht vor der Stille. „Die Logik der Stille hat viel mit der religiösen Tradition zu tun“, ist er sich sicher. Er verweist darauf, dass die Reformation im Süden Europas nie stattgefunden hat. „Die Gesellschaften im Norden ertragen die Stille leichter“, analysiert er.

Sich mit den eigenen Gespenstern auseinandersetzen

Die Reformation ersetzte die Logik der kirchlichen Gemeinschaft – der Messe – durch eine persönliche Beziehung zu den religiösen Texten. Das gebe dem Selbst, dem Denken und Zweifeln einen neuen Stellenwert. „Die Stille ist der Moment, in dem sich jeder mit seinen eigenen Gespenstern auseinandersetzen und sie akzeptieren muss“, erklärt Lago. Deshalb sei die Leere so unbequem.

Während sich Mittel- und Nordeuropa reformierten, entstand in der katholischen Welt das Barock, geprägt vom „Horror Vacui“, von der Angst vor der Leere und damit auch vor der Stille. Alles muss gefüllt werden. Wohl nirgendwo in Europa seien die barocke Kirchenkunst und Malerei so überladen wie in Spanien, in der Folge auch in Lateinamerika.

Dazu komme, „dass die Gesellschaften im Süden mehr auf Gemeinschaft aufgebaut sind als die im Norden“. Im Norden sei der Staat stärker, sorge mehr für die Bedürfnisse der Bürger als im Süden, wo vieles nur dank gegenseitiger Hilfe funktioniere. Das wiederum schaffe den sozialen Zwang zur Anpassung.

Von der Vertreibung der Juden und Muslime über die Inquisition bis hin zu Bürgerkrieg und Franco-Diktatur – die spanische Geschichte ist voll von Epochen, in denen, wer die dominierenden Parolen nicht nachbetete, in ständigem Verdacht stand. Die Kollektivität sei vor allem eine der Anpassung. In der Öffentlichkeit werde viel fingiert. Es sei oft ein Schauspiel, ja eine Farce, meint Lago deshalb. „Um 20 Uhr zu applaudieren ist letztendlich nichts anderes als eine weitere soziale Norm“, gibt er zu bedenken.

Großer Lärm verdeckt große Stille

Stille kann so vielschichtig sein wie auch Lärm. „Wir sind ein Land, in dem großer Lärm eine große Stille verdeckt“, sagt Isabel Cadenas, Doktorin der Kulturgeschichte und Chefin des Podcasts „De eso no se habla“ – „Darüber spricht man nicht.“ „Wenn du die Aufnahme eines stillen Moments mit der eines anderen stillen Moments überlagerst und dann einem dritten und so weiter, ist das Ergebnis nicht Stille, sondern ein unangenehmes Rauschen. Das ist wohl die beste Metapher für die spanische Realität“, sagt Cadenas.

Ein Mann läuft mit einem Mundschutz in einer sonst leeren Straße in Madrid

„Von irgendwoher kommt leises Vogelgezwitscher, entferntes Hundegebell, Läuten von Kirchenglocken“ Foto: Susan Vera/reuters

Sie beschäftigt sich vor allem mit der Vergangenheitsbewältigung oder besser gesagt der mangelhaften Aufarbeitung der Franco-Diktatur. Wie viele ist sie mit dem verängstigten elterlichen Rat „No te signifiques“ – „Tu dich nicht hervor“ – aufgewachsen.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder im Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

„In der Franco-Diktatur lernten unsere Eltern und Großeltern ‚weißes Rauschen‘ zu sein“, benutzt Cadenas einen Begriff aus der Physik, der ein aleatorisches Signal bezeichnet, bei dem alle Frequenzen gleich stark sind und sich mischen. „Es war gefährlich, sich hervorzutun. Die anderen konnten wissen, was du denkst, konnten dich deshalb denunzieren. Die Folgen: der Verlust des Zuhauses, die Gefahr, eingesperrt oder gar getötet werden“, so Cadenas.

Die elterliche Empfehlung, sich nicht in Politik einzumischen, zu schweigen, geschehen zu lassen, prägte ihre ganze Jugend, sagt sie – und das, obwohl sie 1984, sieben Jahre nach Ende der Franco-Diktatur, zur Welt kam.

Aussöhnung ohne Blick zurück

„Auch meine Generation hat noch gelernt, zu reden, ohne etwas zu sagen“, meint Cadenas. Hinzu komme die Neutralität, eine vermeintliche Aussöhnung ohne Blick zurück, die in der Zeit des Übergangs zur Demokratie gepredigt wurde. „Als wenn man angesichts dessen, was geschehen ist, neu­tral sein könnte“, sagt Cadenas.

Erst 25 Jahre nach dem Tod des Diktators öffneten Angehörige der Opfer von Bürgerkrieg und Diktatur die ersten anonymen Massengräber. Und es sollte weitere 11 Jahre dauern, bis der Schrei „Wir haben keine Angst“ überall in Spanien erklang. Es war der 15. Mai 2011. Die sogenannten Empörten hatten überall im Land Plätze besetzt und Protestcamps errichtet, um ihre Wut über die mangelhafte Demokratie, die Korruption und die Bewältigung der Finanzkrise auf Kosten der einfachen Leute zu artikulieren.

Die meist jungen Menschen schüttelten nicht nur die Angst ab, mit der Generationen vor ihnen aufgewachsen waren, sie erfanden etwas, was auf den ersten Blick ein Paradoxon zu sein scheint. „El grito silencioso“ – den „stillen Schrei“. Er bestand darin, eine Minute schweigend dazustehen, die offenen Handflächen in den Abendhimmel gestreckt. Wer dabei war, wird das nie vergessen. Es war ein beeindruckender historischer Moment – in einem Land, das so sehr an den Lärm und so wenig an die Stille gewöhnt ist.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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