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Linke Vor- und RückschauVerdammt lang her

Kommentar von

Mathias Greffrath

Die wiedererstarkte Linkspartei müsste mehr sein als eine runderneuerte Sozialdemokratie. Sie könnte von Friedrich Engels und Woody Guthrie lernen.

Die Grünen-Politiker (l-r) Otto Schily, Lukas Beckmann und Petra Kelly, Bonn, 1983 Foto: ap

E ine meiner Lieblingssendungen sind die „Zwischentöne“, am Sonntagmittag im Deutschlandfunk. Anderthalb Stunden ruhiges Gespräch, und der Gast hat die Musik mitgebracht. Dabei kann man aufräumen oder die Küche putzen. Radio wie früher. Vergangenen Sonntag war Lukas Beckmann zu Gast, Ende der siebziger Jahre einer der Gründer der Grünen, und nun 75 Jahre alt. Es fing spannend an, als er zu einer wohlwollenden, aber grundstürzenden Einschätzung seiner Partei ansetzte: Es gingen keine Impulse mehr von ihr aus. Das werde ja auch vielleicht auch gar nicht mehr von ihr erwartet, warf die Interviewerin, Marietta Schwarz, ein, und zitierte Winfried Kretschmann: „Der Wähler will Wachstum.“

Was für eine Vorlage. Aber Beckmann ging in die Kurve: Er wolle das gar nicht in Frage stellen, aber Wachstum sei, vor allem auch in Bezug auf die sozialen Themen, „eine offene Frage“, auch weil soziale Themen wie Renten, Gesundheit und Bildung unmittelbar mit der Wachstumsfrage zusammenhingen. Nach sechs Minuten Sendung stand so die ganz große Frage im Raum: Sind Ökologie, Klimaschutz und Wachstum vereinbar? Oder auch: Wie könnten wir die sozialen Sicherungen ohne Wachstum organisieren?

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Ich hörte mit dem Küchenputzen auf und drehte den Empfänger lauter. Da sprach Beckmann einen Satz, der aus dem Orakel stammen könnte: „Wenn man ein großes Rad dreht, dann drehen die kleinen Räder auch mit, aber ein kleines Rad zu drehen und dabei gleichzeitig das große in Bewegung zu halten, kostet viel Energie.“ Sodass wir oft „das Aktuelle bearbeiten, das Wirkliche aber außen vor lassen“.

Was meint er mit dem Wirklichen?

Ein Großteil der Begeisterung für 68 kam aus den Milieus von Künstlern und Wissenschaftlern

Das Wirkliche? Was meint er? Den Klimawandel, die Schere der Einkommen und Vermögen, die KI, die Armut im Süden, die Verwüstung der Welt durch das Wachstum der Dinge oder den Treiber von all dem, den Kapitalismus? Und wie sähe die „Bearbeitung“ aus? Die Abschaffung des Kapitalismus? Die demokratische Postwachstumsgesellschaft? Den Sozialismus gar? Ich war gespannt.

Aber dann kam keine Nachfrage, sondern Musik: „Verdammt lang her, dass ich fast alles ernst nahm, verdammt lang her, dass ich an was geglaubt …“ Auf das BAP-Lied aus den frühen Achtzigern folgte ein leicht wehmütiges Gespräch über die große Gründungszeit, als Künstler wie Joan Baez, Lindenberg, Gianna Nanini für die Grünen sangen, Otto Schily Klavier spielte, Petra Kelly Gedichte aufsagte und auch Beuys dabei war. Als die Grünen eine Kulturbewegung waren.

Zwischen der Musik aus den Achtzigern: tapfer vorgetragener Resignation in knappen Schnipseln. Über die Mietenfrage etwa: „Keine Partei ist bereit, über Eigentum an Grund und Boden zu reden. Es wäre ein Thema für Grüne, aber man traut sich nicht zu, über die wichtigen Fragen zu sprechen.“ Das gelte nicht nur für die Grünen. In parlamentarisch verfassten repräsentativen Demokratien könnten die Parteien der Mitte keine sachgerechten Lösungen finden. So seien sie angewiesen auf Impulse aus der Gesellschaft, die sie wiederum nicht einfordern weil, siehe oben: der Wähler das Wachstum wolle.

Ähnlich hatte es Niklas Luhmann schon Mitte der Neunziger geschrieben. Unter dem Titel „Haben wir wirklich gewählt – oder hat das Volk gewürfelt?“, imaginierte er eine zeitgemäße „Partei für Industrie und Arbeit, die […] nur als ‚große Koalition‘ denkbar wäre“, und antizipierte große Schwierigkeiten „einer politischen Opposition gegen ein solches Regime. Es gibt Sorgen genug, zum Beispiel solche, die in den neuen sozialen Bewegungen zum Ausdruck kommen, Sorgen um Technikfolgen oder ökologische Probleme oder Sorgen, die mit Migrationsproblemen, mit zunehmender Gewaltbereitschaft […] zu tun haben.“ Weswegen Luhmann eine blockierte Demokratie befürchtete.

Interessant an Beckmanns Mischung aus Traurigkeit und demokratischer Demut: Die Linke kam nicht vor. Nicht die Partei und nicht das Adjektiv. Als gebe es links neben der übergroßen Mitte nur noch ein Vakuum. Dabei erleben wir gerade das unerwartete Comeback einer sozialistischen Partei, die Verdoppelung ihrer Mitglieder in zwölf Monaten, mit einem alten Rezept: dem Gang von Tür zu Tür, der kleinen Hilfestellung mit dem Wohngeldrechner. Alles noch mal von vorn also, wie schon vor 1890, wie noch in den 50er Jahren, bis die SPD den Kassierer abschaffte und durch die Abbuchungsvollmacht ersetzte.

Mut zum strategischen Nachdenken

Diese Linke hat trotz des plötzlichen Aufwindes hoffentlich Zeit zum strategischen Nachdenken. Eine neue Linke, das müsste mehr sein als eine runderneuerte Sozialdemokratie. 60.000 neue Mitglieder, meistens jung, verbreiteter Frust auch in den akademischen Mittelschichten und Sympathie bei „Kreativen“ lassen auf eine kulturelle Erneuerung hoffen. Lukas Beckmann, die meisten Veteranen von 68 ff. stammten ja auch nicht aus dem weiland Proletariat, sondern aus gutbürgerlichen Mittelschichten, und ein Großteil der Begeisterung kam aus der Mitwirkung von Künstlern und Wissenschaftlern. Das verrückte die Wählerschaft der SPD nach links, begründete Taschenbuchreihen, pädagogische Experimente, Universitätsseminare.

Sozialismus ist schließlich mehr als Umverteilung zwecks Verhinderung von Aufruhr. Nicht nur eine rationale Organisation, die das Überleben der Menschheit sichern könnte. Er ist das Erbe christlicher Revolutionäre, bürgerlicher Aufklärung und blutiger Kämpfe. „Wir reklamieren den Inhalt der Geschichte“, schrieb Friedrich Engels 1844, und das hieß: die Anstrengungen all der Generationen vor uns, der Aufklärer, der Poeten, der Arbeiter und der Mütter, die soll nicht umsonst gewesen sein.

Beim Folksänger Woody Guthrie heißt es später etwas kürzer: This land was made for you and me. Wäre schön, wenn derlei kulturelles Beigut den linken Kampf um niedrige Mieten beflügeln könnte. Einige Veteranen könnten sicher noch mit Zitaten aushelfen.

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32 Kommentare

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  • Greffraths linke Vor- und Rückschau – Mein utopisches Kontrastprogramm zu Trump

    Trumps Auftritt in Davos war genauso vorherzusehen, da lasse ich Schwerverdauliches nicht auch noch zehnmal sauer aufstoßen. Und siehe da, beim „Blättern“ entdecke ich Greffraths Kommentar, unterhaltsam und mir aus dem Herzen gesprochen. Das zweifellos bewundernswerte linke Engagement von Tür zu Tür, die Thematisierung der Mietpreisbremse und das Angebot der Prüfung der Nebenkostenabrechnung bestechen – und sticht doch so sehr ins Auge, dass der ursprüngliche, dem Engagement zugrunde liegende Sozialismus zu blass wird, als dass er mehr Menschen – auch die ohne Mietprobleme – dauerhaft überzeugen könnte.



    Und was den Vorwurf des Antisemitismus angeht: Ich habe ihn nicht bemerkt, aber kann ja sein. Man bricht sich keinen Zacken aus der Krone, wenn man sprachlich z.B. die Kritik an Israels Vorgehen gegen die palästinensische Bevölkerung so formuliert, dass jeder antisemitische Vorwurf unbegründet ist. Glaubwürdig sollte man als Partei schon sein. Das wäre den Palästinensern dann eine richtige Hilfe. Vorschau Linke: Es ist noch allerhand zu tun!

    • @Roswitha Halverscheid:

      Sozialismus als Begriff ist schlichtweg verbrannt, durch den "real existierenden" in der DDR und durch das neoliberale Elend der Post-Lafontaine-SPD, ganz zu schweigen von Nicaragua oder Venezuela. "Gutes Leben für alle" klingt nicht ganz so sexy, aber so einen utopischen Horizont brauchen wir. Danke, Mathias Greffrath!

  • Okay, der BAP-Song, an den die Überschrift angelehnt ist, heißt im Original eigentlich: "Verdamp lang her" (nicht: Verdammt). Wäre als Überschrift in dieser Form durchaus sinnstiftend und bedeutungstragend gewesen. Dass dann der Liedanfang der Kölschrocker auch noch auf Hochdeutsch wiedergegeben wird, dürfte nicht nur ehemalige Fans gruseln, galt das Dialektale doch als Akt des Widerstands gegen all das Geniegelte und Gestriegelte. Korrekt müsste es also heißen: "Verdamp lang, dat ich fass alles ähnz nohm / verdamp lang her, dat ich an jet jeläuv."



    Ist das wirklich schon zu lang her?

  • Ich würde mal vehement widersprechen. Genau das Gegenteil wäre nötig. Nicht im damals schwelgen, über hundert Jahre alte Thesen aufwärmen und Parolen aus grauer Vorzeit wiederkäuen ist nötig. Es braucht eine neue, pragmatische und glaubhaft umsetzbare Vision, wie man die Gesellschaft verbessern und zeitnah auf die dringenden Zukunftsfragen vorbereiten kann, Dafür muss man zwar streiten, aber auch in relevantem Maße Mehrheiten erreichen können. Sonst ist man ganz weit davon "am großen Rad zu drehen". Mir fällts schwer zu glauben, dass man die notwendige Erkenntnis und Begeisterung dafür in Geschichten von früher findet.

  • Sollte die Partei "Die Linke" es schaffen sich von den Islamistenverstehern und Antisemiten in Ihren Reihen zu trennen und sich glaubhaft von solchen Ideologien zu distanzieren, dann ist meine Stimme wieder sicher. Wird wohl leider nicht geschehen...

  • Was die Grünen angeht: Das Comeback ist absolut sicher, solange die Partei dem Wähler glaubwürdig ihr Eintreten für Klimaschutz verkaufen kann. Wie die Grünen sich außerhalb dieses Themas aufstellen, ist IMO nebensächlich.



    Denn eins ist mal klar, die Kosten des Klimawandels werden weiter steigen. Und irgendwann beginnts dann zu kneifen.

    Die Linke muss auf Sicht das Problem lösen, das alle linken Parteien haben. Nämlich die Antwort auf die Frage "Was wollen wir eigentlich" . Nicht so einfach. Währenddessen darf sie sich nicht von Gaga-Gruppen zerreissen lassen. Super schwierig.

  • In parlamentarisch verfassten repräsentativen Demokratien könnten die Parteien der Mitte keine sachgerechten Lösungen finden.

    Wer bestimmt, was sachgerechte Lösungen sind? Und vor allem wie werden die durchgesetzt?



    Da es in der Demokratie die Mitte nicht kann, siehe Zitat, bleiben die extremen Ränder, eine Diktatur oder Monarchie oder wie soll ich das alles verstehen?

  • Die Grünen sind angekommen. Die sind Teil des Obens, nicht des Untens, es ist eben lange her, dass man in einer trüben WG in Kreuzberg St Pauli oder am Rande von Duisburg saß und überlegte, was man für 20 Mark bei Penny holen kann.

    Die Linkspartei hat Auftrieb, aber den auch nicht ohne Grund, Friedrich Merz tritt mit einer radikalen kulturell-sozialen Sicht auf Arme und Arbeitslose an, er hetzt gegen Migranten und lehnt Asylbewerber mehr oder weniger sogar ab, er versucht mit Dobrinth das Wachstum der AfD zu beenden, scheint aber denen immer neue Vorlagen zu liefern.



    Und die SPD?



    Die regiert und es gibt sie inzwischen zweifach, im lokalen Ortsverein klingen die Leute ähnlich wie die Linkspartei, die Minister klingen dann nach große Koalition ohne Soziales.



    Die Grünen sind nicht in der Regierung, dafür schaffen sie es vielleicht, dass sie den Ministerpräsidenten in Ba-Wü nicht mehr stellen. Das Problem ist, dass die CDU mit ihrem teilweise rechtsextremen Inhalten ihnen das Leben arg schwer macht.



    Die Grünen haben inzwischen angepasste junge Mitglieder, ein Glück, erinnern sich einige, ja, aber dafür puschen sie die Partei auch nicht mehr.



    = Von den Grünen geht keine Gefahr aus.

  • Niedliches Bild vom Rad und den Rädchen. Leider ist es so, dass solche Bildchen oftmals die Wirklichkeit nicht widergeben, diese sogar verdecken. Sand im Getriebe der geölten Weltmaschine müssten sie sein, die Linken und die Grünen. Aber sie haben auch nur das Ziel, den Konsum, der die Welt auffrisst, „gerechter“ zu machen.



    Und der geschätzte Woody Guthrie verklärt mit dem zitierten Liedchen auch nur die Mär vom gelobten Land und vom american exceptionalism.



    de.wikipedia.org/w...r_Exzeptionalismus

    • @Mondschaf26:

      Schonn. But



      Woody - gelebt & Sohn Arlo - a weng anders



      &



      🤖 Der Satz „Geschlagen ziehen wir nach Haus, unsre Enkel fechten's besser aus“ ist ein berühmter Vers aus dem deutschen Volks- und Soldatenlied „Wir sind des Geyers schwarzer Haufen“ (oft auch "Florian-Geyer-Lied" genannt), der nach der Niederlage im Deutschen Bauernkrieg 1525 entstand und Hoffnung ausdrückt, dass zukünftige Generationen die Kämpfe um Freiheit und Gerechtigkeit erfolgreicher führen werden, eine Botschaft, die von Philosophen wie Ernst Bloch aufgegriffen wurde und bis heute in verschiedenen politischen und kulturellen Kontexten nachklingt.



      Herkunft und Bedeutung



      Bauernkrieg (1525): Der Vers stammt aus der Zeit der deutschen Bauernkriege und drückt die Niederlage und die Hoffnung der Bauern aus, dass ihre Nachkommen die Ziele der Bewegung (Freiheit, bessere Lebensbedingungen) umsetzen würden, so die Freiheitsbewegung der deutschen Geschichte



      Filosofie (Ernst Bloch): Der Philosoph Ernst Bloch zitiert diesen Vers häufig in seinen Werken, um die „konkrete Utopie“ zu beschreiben – die Idee, dass die Geschichte fortschreitet und die vergebliche Hoffnung der Vergangenheit in der Zukunft verwirklicht werden kann

  • Die humanistischen Werte der Linken, die für die Mehrheit unserer Bevölkerung eine Verbesserung, der intellektuellen Fähigkeiten und ein bedeutenes Maß an gleichberechtigter Lebensqualität bedeuten könnte, herausstellen.



    Humanismus statt Be-/ Herrschung über die Bevölkerung.



    Weniger laute, zu " radikale Töne " anschlagen, die oftmals die bürgerliche, adäquate Zielgruppe verschrecken.

    Mehr für's große Ganze kämpfen !



    Also - bitte rein in die bürgerliche " Mitte ".

    • @Alex_der_Wunderer:

      Stimmt schon - der Humanismus der Linken wird all zu oft von knallharter Ideologie mit Hang zum Stalinismus überdeckt. Plakativ, wenn die Vorsitzende im Fernsehen behaupten darf, das in der DDR wäre ja gar kein richtiger Sozialismus gewesen, der komme jetzt (man stelle sich vor, Höcke hätte sowas über den Nationalsozialismus gesagt...). Bleibt nur noch das Problem, dass die Linke leider keine funktionierenden Lösungen parat hat, sondern nur Frau Reichinek und ihren widerlegten Sozialismus

  • In vielen Bereichen orientiert sich die Linke an den politischen Zielen der SPD und der Grünen - womit ihre Daseinsberechtigung wohl in der Ablehnung der NATO und der Begeisterung für Russland und Putin liegt.

    • @FraMa:

      Ablehnung der NATO und Begeisterung für Russland und Putin könnte ich das letzte Jahr nicht von der Linken hören. Die Linke erfindet sich gerade neu und macht das ganz gut. Hoffe sie bleiben stabil dabei und rutschen nicht wieder in die Selbstzerstörung ab.

    • @FraMa:

      "n vielen Bereichen orientiert sich die Linke an den politischen Zielen der SPD und der Grünen"

      Nein. In vielen Bereichen orientiert sich die Linke an den politischen Zielen, die Grüne und SPD früher mal vertraten, aber im Rahmen ihres Rechtsrucks ausgegeben haben.

    • @FraMa:

      @ FraMa



      Also " Begeisterung für Putin " & die ständige Antisemitismus-Schiene, sieht aber jetzt doch wohl eher nach " alle über einen Kamm ziehen " wollen, von Ihnen aus.



      In welcher Partei, jetzt einmal die Tierschutz Partei ausgenommen, finden Sie denn noch humanistische Werte vertreten, außer bei der Linken ?

  • Selbst wenn die Partei „Die Linke“seit den letzten Wahlen einen enormen Zulauf verzeichnen kann, ist die gespürte Wehmut ein durchaus berechtigtes Gefühl, da die Grünen der 80er Jahre weiter waren als die Linkspartei heute.



    Mietpreisbremse, Vermögenssteuer und antizionistischer Antisemitismus werden nicht ausreichen, um eine solidarische Gesellschaft und eine klimafreundliche nicht-fossile Wirtschaft - fernab von Wachstum im klassischen Sinn - zu definieren.

    sind auf langer Sicht nicht ausreichend, um eine solidarische,

  • Als ich in den ersten Jahren der GRÜNEN noch dort Mitglied war habe ich den Schily in Arbeitskreisen nur so erlebt - er kam, setzte sich idR. wichtigtuerisch schräg auf das Fensterbrett und schwieg, J. Fischer hatte ein ähnliches Gebaren. Damals kamen mir die ersten Zweifel ob, a la long, das mit den GRÜNEN, entsprechend ihren Gründungsprogramm, was wird. Leider wurden meine Zweifel zur Gewissheit - habe es dann noch eine Weile bei den GRÜNEN ausgehalten bis ich endlich die Partei verließ - zurück bliebt die größte Enttäuschung meines bisherigen ehrenamtliches Einsatzes in der Politik.

    • @javali:

      Ich erkenne mich wieder…

  • Eine Partei die Probleme damit hat sich von der Hamas zu distanzieren und ein seltsames Friedensverständnis im Hinblick auf den russischen Angriffskrieg hat, handelt fragwürdig. Um für Mindestlohn und Tariftreue einzutreten kann man auch in der SPD mitarbeiten

  • Was ist eigentlich für Grüne/Linke so schwer daran, in Zeiten von Klimaveränderung, massiver Umweltzerstörung und verschwinden der Biodiversität mal einen richtigen Pflock einzurammen und ein privates Höchsteinkommen und -vermögen zu fordern. Das überschüssige Geld wird nach unten weitergegeben, damit sich da jeder die teueren, ökologisch und nachhaltig hergestellten und zu einem hohnen Mindestlohn hergestellten Waren leisten kann. Wachstum wäre da sicher auch drin.



    Ach ja, ein Zitat habe ich auch noch zu bieten.

    Wir leisten uns jede Menge Doof-TV, aber unsere Schulen lassen wir verrotten und Lehrer sind Mangelware.

    • @BS:

      Interessanter Ansatz.

      Aber wer sagt, dass "Unten" dann von dem Geld die teuren ökologisch nachhaltig und mit hohem Lohn hergestellten Waren kauft?

      "Unten" kauft vielleicht einfach ein größeres Auto, ein neues iPhone und macht Fernreisen.

    • @BS:

      Weil das zurecht niemand wählen würde. Kann man fordern, aber dann ringen beide Parteien um die 5% Hürde, eher deutlich drunter!

    • @BS:

      Die Antwort ist einfach: Weil Wirtschaft einfach nicht so funktioniert. Siehe DDR, Venezuela, Kuba, Nordkorea, etc pp.

  • Spannend finde ich tatsächlich auch die Tatsache, dass Beckmann das Wort "links" nicht benutzt hat. Als Grüner der ersten Stunde, wäre das das erste gewesen. Denn das Manko der heutigen Grünen ist meiner Meinung nach, dass sie alles linke in den 90ern abgestoßen haben.



    Vielleicht wäre die Linke nicht mal entstanden, wenn die Grünen noch ansatzweise links gewesen wären. Das hat zu der momentanen merkwürdigen Situation geführt, dass man die sPD eigentlich nur noch aus Folklore wählt. Niemand braucht sie mehr. SIe steht da, wo die cdU mal war, ihre Inhalte hat die Linke übernommen weil sie spätestens seit Schröder in der sPD anscheinend keiner mehr haben wollte. Wer braucht heute noch die sPD? Sie ist quasi ein linker Flügel der nach sehr sehr rechts geschwappten cdU.

    • @Jalella:

      SPD ist kommunal immer noch die bessere Alternative zur CDU, welche bekannt dafür ist Kommunen zur Selbstbereicherung zu instrumentalisieren.

      Kommunalpolitik wiederum hat die Linke im Westen leider nie gelernt. Vielleicht ändert sich das mit dem Mitgliederwachstum.

      Das "abstoßen" alles linkem in den 90ern bei den Grünen korreliert hart mit der Gründung der PDS, welche sich als Neuauflage der Luxemburg-Liebknecht-Partei konstituiert hat, also einen historischen und theoretischen Vertretungsanspruch für das Linke Spektrum hat. Neben dem Rechtsruck der Grünen sind die Abspaltung der WASG von der SPD und das Verschwinden der DKP (40-50k Mitglieder in den 80ern) wesentliche Fakten, die zur Gründung der Linken geführt haben, alle Faktoren bedingen sich gegenseitig.

      Den heutigen Grünen täte es gut, wenn Ricarda Lang sich durchsetzen würde, und man eine progressive Partei mit klarem Bekenntnis zum Sozialstaat aufziehen könnte. Die CDU-Liebhaber könnten mit Daniel Günther zusammen eine neue Partei gründen. Wenn sie Angela Merkel als Ehrenvorsitzende gewinnen, könnten man so den Rechtsruck stoppen und Union und AfD zerstören.

    • @Jalella:

      Die Linke entstand aus dem Zusammenschluss von PDS und WASG, wobei die PDS die Nachfolgeorganisation der SED war. Will sagen, die gab es schon weit vor den Grünen.

    • @Jalella:

      @Jalella



      👍👍



      Sehr gut umschrieben - als mehr ist die SPD auch wirklich nicht zu sehen !

  • Gründe für Protest und bessere Ideen gegen das Bestehende gibt es genug.



    Und wenn da unter dem neoliberalen hochbezahlten Lobbyfeuer jemand schal zu werden droht (SPD), kommen die Nächsten mit den offensichtlichen Punkten für die Vielen. Zuerst die Grünen, aktuell die Linken.



    Lukas Beckmann ist ein nachdenkender Mensch. Es wird dabei viele nachdenkende wie strategische und handelnde Menschen brauchen, um etwa soziale Ungleichheit und Umweltschutz besser anzugehen und die Fossil-Fonds zu schlagen. Politische Mehrheiten ist da nur einer der Punkte auf der Liste.

    • @Janix:

      Liggers. Von der Wand ein Stück zurücktreten



      Den Blick weiten, mehr werden und die kleinen - somit die größeren Räder drehen -



      …anschließe mich - both - ja.

      • @Lowandorder:

        & das doch noch…



        “…wie noch in den 50er Jahren, bis die SPD den Kassierer abschaffte und durch die Abbuchungsvollmacht ersetzte.…“



        & @J. “…unter dem neoliberalen hochbezahlten Lobbyfeuer jemand schal zu werden droht (SPD),…“



        & Däh



        Wir mit der Durchblickerbrille uns für den Kassenwart im Hinterzimmer (SPD) zu fein zu schade & letztlich zu unpolitisch waren.



        Und lieber Journalisten Profs Richter - oder in die EU gingen.



        Wer dann kamen - kannten wir - wußten wir! Newahr



        (Knackig formuliert:



        “Die unvertretene Generation!“



        by a friend & big gun Brüssel)



        Normal Schonn •

        • @Lowandorder:

          Sorry - vergaß die gerne RA‘s!;)



          Anyway

          kurz - du gehst ins Geschirr - trampelst deine Spur 🫆



          & Schaust auf & Däh =>



          Ein Bubi Bohl CDU - “…der ist richtig dumm - ich weiß das - war Refi mit ihm ( Jo / früher Mbg/L - RA Florenz)



          Ist Kanzeramtsminister 🙀



          Einen ChristEan Wagner rettet bei



          Brutalstmöglich Roland Koch CDU



          Nur ein Blackout vorm Knast! Gelle



          &



          Ein Graf Otto I. von&zu Weleda



          Gibt selbsterkenntlich den -



          Kettenhund von GazpromGerd! 🤢



          Hofiert vonne taz im Einstein! 🥴🧐



          &



          Der Gerd Acker , Josef F. & Hufeisenplan-AufGehtsScharping & Co.



          Bescheren - Schland 2x Kriegspartei



          2! verfassungs&völkerrechtswidrige



          Kriege!



          &



          Mit Puff-Reisen-Peter wird der



          Sozialstaat - Art 20 GG -



          VerHarzt&VerBertelsmannt



          ff 🔂

          Na Mahlzeit



          Und damit müssen wir alle zurecht kommen …öh leben! Gell

          So geht das ©️ Kurt Vonnegut - hat damit schon recht: 🙀🥳🧐



          “Echten Terror verspürst du, wenn du morgens aufwachst und feststellst, dass deine Klassenkameraden aus der Highschool das Land regieren.“ Würstchent&Flach-Pfeife kein Ausdruck •



          & hück?! Scerzo -



          Klar. Schlimmer geht immer:



          Nach Winter 🥶 - folgt Merz! Woll