Kommentar Asyl für syrischen Zivilschutz : Verteufelung von links und rechts
Die Linke wettert gegen die Rettung von syrischen Weißhelmen. Sie macht sich mit rechten Gegnern der Flüchtlingsaufnahme gemein.
G eht’s noch? Da werden aus dem syrischen Horror Hunderte Mitarbeiter der unabhängigen Zivilverteidigung, genannt Weißhelme, zwecks Asyl in westlichen Ländern evakuiert – und die Linkspartei schäumt. „Skandalös!“, twittert Heike Hänsel, bei der Linksfraktion im Deutschen Bundestag für Außenpolitik zuständig, und schimpft: „Diese Unterstützer islamistischer Terrormilizen“.
So weit sind wir schon: Eine „linke“ Abgeordnete bezeichnet die Rettung von Menschen als Skandal. Deutschland scheint in Menschenverachtung vereint zu sein. Die einen wollen Afrikaner ertrinken lassen, die anderen syrische Helfer in den Tod schicken.
Die systematische Diskreditierung der Weißhelme gehört zu den düstersten Kapiteln der Geschichte des kollektiven Versagens der Weltöffentlichkeit angesichts des syrischen Staatsterrors. Die Weißhelme haben unter Lebensgefahr sehr viele Menschen nach Luftangriffen aus den Trümmern gerettet, die Rettung per Video festgehalten und damit auch Einsätze verbotener Massenvernichtungswaffen für die Nachwelt dokumentiert. Sie sind Zeugen der Verbrechen – daher werden sie von Moskau und Damaskus besonders in den Dreck gezogen.
In den Augen des syrischen Regimes sind alle Regimegegner Terroristen – also werden die Weißhelme als Terrorunterstützer denunziert, und willige Vollstrecker in Deutschland und anderswo verbreiten die perfide Desinformation. Noch am Montag hat die russische Botschaft in Israel die Weißhelme beschuldigt, Chemiewaffen einzusetzen.
Was manche Assad-Claqueure von sich geben, von der Gleichsetzung aller Demokraten mit dem IS bis hin zur Leugnung der Massenverbrechen des Regimes, gleicht in der grotesken Methodik der Holocaustleugnung. Gegen die Aufnahme der Weißhelme zu hetzen ist nicht besser als die Aufnahme von Syrien-Flüchtlingen insgesamt als Eroberung durch den Islam zu denunzieren. Eine große Koalition der Flüchtlingsverteufelung, die von Linken zur AfD reicht, darf nicht hingenommen werden.
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