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Gletscherschutz in Argentinien Geschreddert für den Bergbau

Nick Reimer

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Nick Reimer

Argentiniens rechtslibertäre Regierung unter Javier Milei räumt ein weltweit einzigartiges und nötiges Gesetz ab. Das ist für die Gletscher eine Katastrophe.

K limaschutz ist ein wichtiges Ziel, aber die Energiekosten müssen bezahlbar sein. Sagt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) – und lässt neue Gaskraftwerke bauen, die den Strompreis noch weiter in die Höhe treiben. Klimaschutz ist wichtig, aber er muss so gemacht werden, dass wir ökonomisch nicht vor die Hunde gehen. Sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) – und will wieder russisches Erdgas beziehen, was die sächsischen Hausbesitzer ökonomisch im Heizungskeller schwer belasten wird.

Argentiniens Präsident Javier Milei behauptet nicht einmal, dass Klimaschutz wichtig ist – und hat mit seiner rechtslibertären Regierung das Gesetz gekippt, dass die Gletscher der argentinischen Anden vor Bergbau und Zerstörung schützt. Ein weltweit einmaliges und notwendigen Gesetz: Vor allem in den Ost-Anden herrscht überwiegend ein trockenes Klima mit sehr wenig Niederschlag, viele der 17.000 Gletscherkörper sind durch die Erderwärmung bereits angegriffen, aber Grundlage der Wasserversorgung.

Seit nunmehr 15 Jahren leiden die südlichen Anden unter einer Megadürre, es ist leicht auszurechnen, welche Folgen eine wirtschaftliche Nutzung der Gletscher haben wird. Große Kupfervorkommen werden unter ihnen vermutet, die Milei von ausländischen Konzernen ausbeuten lassen möchte. Der Mensch brauche nicht nur Wasser, sondern auch Wirtschaftswachstum, argumentiert der Präsident.

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Bei den Reiches, Kretschmers und Mileis dieser Welt geht es nie um Klimaschutz, nie um Bezahlbarkeit, nie um Wasser. Es geht ihnen nie um jene öffentliche Daseinsvorsorge, die eigentlich ihr Amt gebietet: im Sinne des Gemeinwohls zu agieren. Sondern immer nur um partikulare Wirtschaftsinteressen, die kurzfristig einige wenig Reiche noch reicher macht. Das zu benennen, ist Aufgabe der Zivilgesellschaft: Wir brauchen mehr, wirksamen, bedingungsloseren Klimaschutz jetzt unmittelbar genau so stark, wie die Menschen in den Anden das Wasser der Gletscher zum Überleben brauchen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Nick Reimer

Nick Reimer

Seit 1998 bei der taz (mit Unterbrechungen), zunächst als Korrespondent in Dresden, dann als Wirtschaftsredakteur mit Schwerpunkt Energie, Klima und Landwirtschaft, heute Autor im Zukunftsressort.
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2 Kommentare

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  • Eric Manneschmidt

    Die PARTEI hat dazu einen schönen Aufkleber bzw. ein Plakat: "Planeten gibt es viele, unsere Wirtschaft nur einmal".

    Man muss natürlich noch dazu sagen, dass eine intakte Umwelt keine "Arbeitplätze" schafft. Und dass "Arbeitsplätze" wichtiger sind als Menschenleben oder dergleichen Gedöns, darüber sind sich eigentlich alle einig - bis weit in die Linke hinein.

  • Salinger

    Es geht um Wasser als Lebensgrundlage. Man schaut zu, wie die Gletscher schmelzen. Wie lange noch? Etwas weiter gedacht, wird es irgendwann zu Unruhen und Protesten kommen, da der Mensch Wasser zum Leben braucht. Regierungen , hier vor allem die autokratischen, denken kurzfristig. Das drohende Chaos scheint ihnen gleichgültig zu sein.