Gletscherschutz in Argentinien : Geschreddert für den Bergbau
Argentiniens rechtslibertäre Regierung unter Javier Milei räumt ein weltweit einzigartiges und nötiges Gesetz ab. Das ist für die Gletscher eine Katastrophe.
K limaschutz ist ein wichtiges Ziel, aber die Energiekosten müssen bezahlbar sein. Sagt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) – und lässt neue Gaskraftwerke bauen, die den Strompreis noch weiter in die Höhe treiben. Klimaschutz ist wichtig, aber er muss so gemacht werden, dass wir ökonomisch nicht vor die Hunde gehen. Sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) – und will wieder russisches Erdgas beziehen, was die sächsischen Hausbesitzer ökonomisch im Heizungskeller schwer belasten wird.
Argentiniens Präsident Javier Milei behauptet nicht einmal, dass Klimaschutz wichtig ist – und hat mit seiner rechtslibertären Regierung das Gesetz gekippt, dass die Gletscher der argentinischen Anden vor Bergbau und Zerstörung schützt. Ein weltweit einmaliges und notwendigen Gesetz: Vor allem in den Ost-Anden herrscht überwiegend ein trockenes Klima mit sehr wenig Niederschlag, viele der 17.000 Gletscherkörper sind durch die Erderwärmung bereits angegriffen, aber Grundlage der Wasserversorgung.
Seit nunmehr 15 Jahren leiden die südlichen Anden unter einer Megadürre, es ist leicht auszurechnen, welche Folgen eine wirtschaftliche Nutzung der Gletscher haben wird. Große Kupfervorkommen werden unter ihnen vermutet, die Milei von ausländischen Konzernen ausbeuten lassen möchte. Der Mensch brauche nicht nur Wasser, sondern auch Wirtschaftswachstum, argumentiert der Präsident.
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Bei den Reiches, Kretschmers und Mileis dieser Welt geht es nie um Klimaschutz, nie um Bezahlbarkeit, nie um Wasser. Es geht ihnen nie um jene öffentliche Daseinsvorsorge, die eigentlich ihr Amt gebietet: im Sinne des Gemeinwohls zu agieren. Sondern immer nur um partikulare Wirtschaftsinteressen, die kurzfristig einige wenig Reiche noch reicher macht. Das zu benennen, ist Aufgabe der Zivilgesellschaft: Wir brauchen mehr, wirksamen, bedingungsloseren Klimaschutz jetzt unmittelbar genau so stark, wie die Menschen in den Anden das Wasser der Gletscher zum Überleben brauchen.
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